ſchon bei ſeinen Lebzeiten Theil nimmt, und welche nach⸗ her denen zugutekommen, deren Ernährung von ſeinem Leben abhing. Aber betrachten wir die Vortheile der Le— bensverſicherung etwas näher. Perſonen, die ein feſtes jährliches Einkommen haben, ſind oft im Stande, einen Theil deſſelben zurückzulegen, und wenn ſie alljährlich eine ſolche Summe vortheilhaft anlegen und es zu einem hohen Alter bringen, ſo können ſie dadurch ein Kapital erübrigen, das nach ihrem Tode zur Erhaltung ihrer Familie dient. Wie viele Umſtände aber müſſen zuſammentreffen, damit ein ſolches Kapital ſich häufe? Wie viele Verſuchungen treten in dem Laufe eines langen Lebens ein, dieſen jähr— lichen Ueberſchuß, dieſen Fond ſelbſt zu andern Dingen zu verwenden? Wie oft geſchieht es, daß die Erſparniſſe anſtatt durch eine zweckmäßige Anwendung vermehrt, durch Unfälle, denen das Eigenthum Einzelner ausgeſetzt iſt, ver— ringert werden oder gar verloren gehen? Vor allen Din— gen aber, wer kann oder wer darf ſich darauf verlaſſen, daß ſein Daſein beſonders verſchont oder die durchſchnitt— liche Dauer des menſchlichen Lebens erreichen werde? Die ſtrengſte Sparſamkeit, die beharrlichſte Anhäufung des Er— ſparten und deſſen zweckmäßigſte Anwendung ſind doch von keinem Nutzen, ſobald der Lebensfaden zu früh zerreißt. In ſolchen Fällen wird die Familie des Hingeſchiedenen nur zu oft von einem Zuſtande von Wohlhabenheit plötzlich in Armuth geſtürzt und alle Ausſicht der nun verwaiſten Kinder durch den Mangel an einem Fond vernichtet, der mit geringer oder ohne alle Ungelegenheit durch die Ver— ſicherung des Lebens ihres Ernährers hätte geſichert wer— den können. Die möglichen Erſparniſſe eines langen Lebens können mit Einem Male und zu jeder Zeit von einer ge— ſunden Perſon dadurch geſichert werden, daß ſie den jähr— lichen Betrag des Ueberſchuſſes ihrer Einnahme für eine Lebensverſicherung verwendet. Stirbt dann der Verſicherte auch gleich nach beſchaffter Verſicherung, ſo kommt doch ſeiner Familie die größte Summe zugute, die er ihr nur zu hinterlaſſen hoffen konnte, wenn er ein ſehr hohes Alter erreicht hätte. Außer dem Schutz aber gegen die Un— ſicherheit der Lebensdauer des Einzelnen führt die Anwendung eines beſtimmten Theiles des jährlichen Einkommens auf die Lebensverſicherung auch zu einer Ge— wöhnung an Erſparniß, die immer von großem Ein⸗ fluß auf häusliche Zufriedenheit und Behaglichkeit iſt. Man gewöhnt ſich, die jährliche Verſicherungsprämie als einen Theil der ordentlichen häuslichen Ausgaben zu betrachten; um ſie zu beſtreiten, iſt es vielleicht nur nöthig, ſich einen unbedeutenden, möglicher Weiſe ſchädlichen Genuß zu ver— ſagen. Aber auch wenn der Verſichernde ein Opfer brin— gen muß, wie reichen Erſatz findet er nicht in der Beruhi— gung, daß Wittwe und Kinder nicht unverſorgt bleiben
werden, wenn er dahin ſcheidet? Es iſt in der That
dieſes Gefühl ein ſo mächtiges und bringt an ſich eine Gewöhnung an das Sparen hervor, daß man im All— gemeinen behaupten kann, daß Derjenige, welcher ſein Leben verſichert, die ganze verſicherte Summe gewinnt; denn ohne jenen Reiz zur Sparſamkeit würde vermuthlich auch kein Theil jener Prämie, wodurch für die Familie ein Kapital gewonnen worden iſt, erübrigt worden ſein. Viele werden von einer Lebensverſicherung durch den Ge— danken an die Unkoſten abgeſchreckt und berechnen, daß, wenn ſie ein beträchtliches Alter erreichen, ſie durch die Verſiche— rung nichts gewinnen. Das beruht aber auf einem ganz fal— ſchen Begriff von dem Weſen und Zweck der Lebensver— verſicherung. Wenn Jemand ſein Haus gegen Feuers— und ſein Schiff gegen Seegefahr verſichert, ſo thut er es nicht, um ſich dadurch zu bereichern, ſondern damit der Schaden ihm erſetzt werde, der ihn im Falle einer
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Feuersbrunſt oder eines Schiffbruchs treffen wurde. Eben⸗ ſo verſichert man ſein Leben, nicht um dabei zu gewinnen, ſondern um ſich und ſein Vermoͤgen, mag man nun mor⸗ gen oder in 50 Jahren ſterben, in dieſelbe Lage zu ſetzen, in die nur ein langes Leben und eine glückliche Anwendung jährlicher Erſparniſſe ihn oder die Seinigen hätte bringen können. Da Jedermann ſterben muß, ſo iſt die Prämie, die er zahlt, niemals weggeworfen, ſie iſt nur bei Seite geſetzt und muß unfehlbar an ſeine Erben zurückfallen. Viele, die von der Zweckmäßigkeit der Lebensverſicherung überzeugt ſind, pflegen die Verſicherung von einem Tage, von einem Jahre zum andern aufzuſchieben. In der Blüthe der Kraft und der Geſundheit meinen ſie, ſie ſeien noch zu jung, ſie können die Prämie noch einige Jahre ſparen und ſich ſo in Vortheil ſetzen, was Manche dadurch zu erreichen glauben, daß ſie die Verſſcherung verſchieben, bis die Zeit herannaht, wo ihre Geſundheit anfängt abzuneh— men oder ſchwankend zu werden. Aber abgeſehen von allen Zufällen, denen auch der Geſundeſte, und oft der Geſun⸗ deſte am meiſten, ausgeſetzt iſt, ſteigen auch die Prämien mit dem Alter, und ſollte Krankheit unvermuthet, wie ſie faſt immer kommt, ſie überfallen, ſo iſt es zu ſpät; keine Verſicherungsgeſellſchaft wird die Verſicherung eines Lebens übernehmen, bei welchem die Anzeichen des Verfalles ſich ſchon ausgeſprochen haben. Wie oft geſchieht es dann, daß der innere Schmerz bei dem Gedanken an den hilfloſen Zuſtand geliebter Perſonen, welche den Kranken umgeben, die Fortſchritte der Geneſung hemmt und ein Leben ver— kürzt, welches hätte gerettet werden können, wäre es be— dacht auf Diejenigen geweſen, die wegen ihres Unterhaltes von ihm abhängen? Ein thörichtes Vorurtheil findet ſich bei einigen Leuten, welche meinen, eine Verſicherung gegen die Uebel, welche durch den Tod des Ernährers eine Familie treffen können, ſei gewiſſermaßen ein Eingriff in das Walten der Vorſehung, und die eine abergläubiſche Furcht hegen, es dürfe die Verſicherung ein Vorbote ihres baldigen Todes ſein. Aber der wirklich religiöſe und ver— nünftige Mann kennt ſeine Pflichten gegen ſeine Familie beſſer, und in England zeigt die Erfahrung, daß beſonders religiöſe und moraliſche Menſchen jeden Ranges die Haupt⸗ ſtützen der Verſicherungsanſtalten ſind. Weit entfernt, das Leben zu kurzen, iſt die Lebensverſicherung vielmehr ein Mittel, das Gemüth des beſorgten Vaters oder Gatten zu beruhigen und ihn von den Sorgen zu befreien, die, während ſie auf der einen Seite ſein Daſein verbittern und abkürzen, ihn auf der andern Seite verhindern, ſeine Aufmerkſamkeit auf die Verbeſſerung ſeiner Verhältniſſe
zu wenden. (Fortſetzung folgt.)
Verſchiedenes.
Der erſchrockene Banquier. Ein Bangquier hielt ſein Mittagsſchläfchen. Da horte er vor der Thüre die Stimme ſeines Dieners, den er um Nachrichten zur Börſe geſchickt, rufen:„Gefallen!“ Erſchrocken ſpringt er auf und eilt zur Thüre mit den Worten:„Wer iſt gefallen? Die 6prozentige?“
„Die nicht, aber die gnädige Frau iſt auf der Treppe gefallen!“ ſagt Johann.
„Nu, Gottlob, weil's nur meine liebe Rebecka iſt— aber wie ſtehen die 6prozentigen?“
Jemand ſagte von einem jungen, aber geiſtloſen Men⸗ ſchen, der eben im Hinſcheiden lag:„Er wird leichteren Todes ſterben, als Andere, denn er hat zum Glück nur wenig Geiſt aufzugeben.“
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