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zur Gattin gegeben haben wurde. Aber die leidige Be⸗ dingung des Teſtaments drohte Beider ſtille Wünſche zu vereitein, denn die ſtille Hoffnung der Tante, bei einem etwaigen frühen Tode ihres Bruders das Erbe Paulin— chens aus ihren eigenen Erſparniſſen auf die benöthigte Summe erhöhen zu konnen, ward plötzlich durch einen unerwarteten Zwiſchenfall vereitelt, den wir im nächſten Abſchnitt erzählen wollen. (Fortſetzung folgt.)
Für Weihnachten empfehlen wir allen Eltern, welche dieſelben bis jetzt noch nicht ange⸗ ſchafft haben, zwei allerliebſte Bücher,“) beide vom Onkel Ludwig, dem beliebten Kinderſchriftſteller, nämlich:
1) Luſtige und ernſte Märlein, Kindern erzähltz mit 9 reizenden Bildern.(Weimar bei Janſen u. Comp.) Das ſind lieb⸗ liche und doch kräftige Märchen für Kleine und Große, die ſich vom Heimchen und von Gnomen, vom Geiſt Schabernack und vom Nuß⸗ knacker, vom verzauberten Ziegenbock und von andern Erfindungen des Volksbumors etwas erzählen. Sie regen den Geiſt und die Einbildungs⸗ kraft wohlthätig und belehrend an, ohne den Kopf mit geſpenſtigem Kram anzufüllen, den Eltern und Erzieher nachher gar zu gern wieder aus⸗ treiben möchten, wenn es nur gleich ginge.— Durch dieſe Märchen wird die Bildung des Herzens befördert, und der Verſtand hat auch Nutzen davon. Und ſo allein iſt es recht! Nur ſolche Märchenbücher können den Kindern wirklich frommen.— Gleich empfehlenswürdig ſind Onkel Ludwig's
2) Luſtſpiele für Kinder, nebſt einem Anhange dramatiſirter Sprüchwörter, mit drei hübſchen Bildern.(Weimar im gleichen Verlage.) Wer auch ein noch ſo begründetes Vorurtheil gegen Kinderſchauſpiele im Allgemeinen hat— die ſe Luſtſpiele kann er ganz unbedenklich ſeinen Kindern zur Aufführung in die Hände geben, ohne den geringſten Nach⸗ theil in ſittlicher oder irgend welcher Hinſicht befürchten zu müſſen. Im Gegentheil gewähren ſie— abgeſehen von einer ſehr angenehmen und
*) Vorräthig in C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg.
anregenden Unterhaltung, ſowohl für die Kinder ſelbſt, als für die Zu⸗ ſchauer— den gar nicht gering anzuſchlagenden Nutzen, daß ſich die Kinder frei, ungezwungen und anſtändig zu bewegen und zu ſprechen lernen. Alle Stücke ſind ganz im jugendlichen Sinn und Geiſt geſchrie⸗ ben, und zum Theater kann obne weitere Vorbereitung jede Stube dienen. — Das alles ſind Vorzüge, die das nette Büchlein gewiß empfehlen, und wir ſtimmen darin ganz dem Recenſenten in dem Münchner Jugend⸗ freund(1853 Nr. 25) bei, welcher darüber Folgendes ſagt:„Das iſt wieder einmal ein Buͤchlein, das dem Herrn Verfaſſer und dem Herrn Verleger Ehre, Eltern und Kindern aber Freude macht. Solche Luſt⸗ ſpiele ſind dem Jugendfreunde noch nicht zu Geſicht gekommen; die Auf⸗ führung ſo leicht, ohne den geringſten Aufwand, die Sprache ſo edel, einfach und kindlich, der Inhalt ſo lehrreich— kurz alles ſo anſprechend, daß das Bächlein es verdient, unter den Chriſtgeſchenken einen der erſten Plätze einzunehmen.“ 2
Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung.
Indem ich den Empfang der Beiträge zur Guſtav⸗Adolf⸗Stif⸗ tung für 1854 aus den evangeliſchen Gemeinden Großkarben mit 8 fl. 1 kr. und Melbach mit 8 fl. 48 kr. hiermit dankbarlichſt be⸗ ſcheinige, bitte ich die anderen zum Wetterauer Zweigvereine gehören⸗ den, evangeliſchen Gemeinden brüderlich, nunmehr ihre Jahresbeiträge 095 und an Herrn Apotheker K. Wahl dahier einſenden zu wollen.
Friedberg den 11. Dezember 1854. l Dr. Matthias,
Secretär.
Markt⸗Bericht von Friedberg. Dienſtag den 12. Dezember.
Waizen aufgefahren 892 Malter, verkauft 758, 16 fl. 33 kr.; Korn aufg. 171, verk. 110, 14 fl. 15 kr.; Gerſte aufg. 49, verk. 43, 9 fl. 9 kr.; Hafer aufg. 197, verk. 185, 5 fl. 25 kr.; Vorſchußmehl aufg. 44, verk. 38, 20 fl. 25 kr.; Waizenmehl aufg. 18, verk. 18, 15 fl. 10 kr.; Roggenmehl aufg. 25, verk. 24, 13 fl. 30 kr.; Erbſen aufg. 4½, verk. 4½, 12 fl. 15 kr.; Wicken aufg. 2; Bohnen aufg. 10, verk. 6 ½, 15 fl.; Kartoffeln aufg. 12 ½, verk. 12½ 4 fl. 42 kr.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Bekanntmachung. 11875] Montag den 18. Dezember, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die erforderlichen Schubfuhren für 1855 an den Wenigſtnehmenden verſteigert.
Friedberg den 9. Dezember 1854. In Auftrag
Großherzoglichen Kreisamts Friedberg:
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
Bekanntmachung. [18781 Montag den 18. Dezember, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe für 1855 an den Meiſtbietenden verſteigert,
1. Das Einkommen des Standgeldes an Wochen- und Jahrmärkten mit der Butterwage und
2. das Einkommen der Stadtwage.
Sodann werden an den Wenigſtnehmenden verſteigert:
3. Das Liefern des Oels, der Dochte und Lichter zur Straßenbeleuchtung, der Nachtwache und des Thürmers;
4. das Fahren des Kieſes von dem ftädtiſchen Theil der Uſa;
5. das Auswerfen und Meſſen desſelben;
6. das Anliefern der Pflöcke;
7. das Steinſetzen;
8. das Wegfahren der Steine und des Schutts von den Straßen in der Stadt.
Friedberg den 9. Dezember 1854.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
Arbeits ⸗Verſteigerung.
[1888] Montag den 18. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſollen auf dem Nathhaus zu Nieder- wöllſtadt die bel Herſtellung der Feuerſpritze vorkommenden Wagner⸗, Schmied⸗ und Weiß⸗ binderarbeiten in Accord gegeben werden.
Niederwöllſtadt am 13. Dezember 1854. Großherzogliche N Niederwöllſtadt
0.
Holzverſteiger ungen in den Domanialwaldungen des Forſts Friedberg in dem Jahre 1855. [1877J Die obengenannten Holzverſteigerungen werden in den nachbenannten Perioden abge⸗ halten werden und dabei folgende Holzquanti⸗
täten zur Verwerthung kommen:
A. In der Oberförſterei Hochweiſel: in den Monaten März, April und Mai S 513 ſum. Stecken Brennholz und 43 ſum. Stecken Bau⸗ und Werkholz;
B. In der Oberförſterei Oberrosbach:
a) in den Monaten Dezember, Januar und Februar 777 ſum. Stecken Brennholz,
b) in den Monaten März, April und Mai 1525 ſum. Stecken Brennholz und 114 ſum. Stecken Bau⸗ und Werkholz;
c) in den Monaten Juni, Juli und Auguſt 938 ſum. Stecken Brennholz und 46 ſum. Stecken Bau- und Werkzeug;
C. In der Oberförſterei Altenſtadt:
a) in den Monaten Dezember, Januar und Februar 443 ſum. Stecken Brennholz und 5 ſum. Stecken Werkholz.
b) in den Monaten März, April und Mai 180 ſum. Stecken Brenn- und 4. ſum. Stecken Werkholz.
Die ſpeciellen Holzverſteigerungstermine wer— den in den Friedberger und Vilbeler Anzeige- blättern, ſowie durch beſondere Ausſchreiben in den Gemeinden durch die Großherzoglichen Ober förſtereien bekannt gemacht werden.
Rodheim am 4. Dezember 1854.
Großherzogliches Forſtamt Friedberg Rübſamen.
Güter ⸗Verſteigerung. 11889 Mittwoch den 27. Dezember, Morgens 11 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe nach⸗ bezeichnete zum Nachlaß der Frau Geheime Kirchenrath Ferdinand Fertſch gehörende Gärten
einer freiwilligen meifibietenden Verſteigerung ausgeſetzt, als: Flur 4 Nr. d. Grundſtücks 232, 39 Klafter Grab⸗ garten in der Kohl, „4 Nr. d. Grundſtücks 201, 102 Klafter deß⸗ gleichen an Großberzogl. Fiskus. Gibt 26 kr. abgelöſte Grundrenten. Friedberg den 13. Dezember 1854. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
Holzverſteigerung. [1890] Donnerſtag den 21. d. Mts., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden im Rodheimer Gemeinde⸗
wald: Diſtrikt Spitzenſteinhecken: 11 Stecken Nadel⸗Scheit⸗ 126 7 19 58 ½„ 17 4840 Wellen„ Reis⸗[ 90„ Eichen⸗„ öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Zablungsfriſt bis zum 1. April 1855 geſtattet. Rodheim am 11. Dezember 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim e e
Arbeits ⸗Verſteigerung. [1891] Montag den 18. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Nieder wöllſtadt nachbemerkte Arbeiten an der Kirche daſelbſt öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden.
1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 3 fl.— kr.
2) Steinhauerarbeit,„„ 12%—„ 3) Dachdeckerarbeit,„„ 15% 24„ 4) Weißbinderarbeit,„„ J 2
Niederwöllſtadt am 13. Dezember 1854. Für den Kirchenvorſtand:
Großherzogliche Bürgermeiſterei Riederwöllſtadt Stoll.
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