breitem kolbigem Kopf, dort behaart und rundköpfig; hier glotzen glaſige Augen in unheimlichem gelbem Schein, dort ſchaut menſchenähnliche Klugheit aus ſchwarzen Augen. Man konnte Tagelang hinabſchauen in die Tiefe und würde immer Stoff zur Bewunderung finden.
Die Tangwaldungen an der Küſte Californiens ſo wie die Korallengärten des indiſchen Oceans hat Schlei— den mit glänzenden Farben geſchildert, die wir in zwei Schlußgenrebildern wiederzugeben verſuchen wollen.
An Sitka's Küſte iſt der Meeresboden von einem dichten Urwald bedeckt; Pflanze drängt ſich an Pflanze, Zweigbüſchel ragt an Zweigbüſchel. Den Boden bedecken die winzigen Waſſerfäden, rothe Stabpflänzchen(Con- ferven) und die braunen, rothen Wurzelmooſe mit ihren feingabeligen zollhohen Fadenſträuchern wie ein fein ge⸗ wirkter Teppich, auf dem der ſammtenſchillernde Meer⸗ lattich ſeine gekräuſelten Salatblätter behaglich ausbreitet, eine Weide für friedfertige Schnecken und unbeholfene Schildkröten. Dazwiſchen glänzen die mächtigen Blätter der mantelförmig gefalteten Irideen in Roſenroth oder Scharlach, während an den Klippen die dunkelolivenfar⸗ benen Tangebüſche ſich hinziehen, zwiſchen denen die pracht— volle Meerroſe leuchtet in zartem Farbenſpiel. In großen Büſchen erheben ſich über dieſe bunten Sträucher die Meerlilien und Thalaſiophyllen, die gelb, grün und roth ſchillernd ſich bald als Rieſenfächer ausbreiten, bald als mehre Fuß lange Blätter im Strome ſchwanken und ſelt— ſam netzförmig durchbrochen ſind. Als Bäume ragen noch weiter in die Fluth hinein die 30 Fuß langen Laminarien, die gleich breiten Bändern dahin wallen, und welche mit den buſchig verzweigten Macrocyſtisarten, die birnengroße Blaſen ſtatt der Früchte tragen, im Gedränge der Wildniß wechſeln. Neben ihnen breiten ſich langgeſtielte Alarien aus, deren Stamm, von einem manchettenähnlichen Blatt— büſchel umfaßt, nach oben zu in ein rieſig großes, 50 Fuß langes Blatt ſich ausweitet. Aber noch höher treibt der Meerurwald ſeine Bäume, denn die Nereocyſten ſteigen
70 Fuß hoch empor, indem ſie mit einer korallenähnlichen!
Wurzel beginnen, aus welcher der fadendünne Stiel wächſt, der ſich immer mehr und mehr verdickt, bis ſeine keulen— förmige Geſtalt zu einer mächtigen Blaſe anſchwillt, auf welcher, wie ein Helmbuſch, ein dichter Buͤſchel dünner, 50 Fuß langer Blätter hin und her ſchwankt. Dies ſind die Palmen des Meeres! Und dieſe Waldung wächſt raſch in etlichen Monaten empor, überwuchert weithin den Boden, welkt und ſchwindet, um bald aufs Neue aus dem Samen aufzuſproſſen.
Während die hellrothen und goldgelben Stab- und Moospflänzchen am Boden haften wie hängengebliebene Sonnenſtrahlen, während die Kiefern und Palmen des Meers grünlichgolden ſchimmern, als wären ſie umſtrahlt vom brennenden Abendroth, irren durch dieſe Waldwieſen zackige Seeſterne, haften wie verſteinerte Blumenblätter an den Stämmen buntgeſtreifte Muſcheln, rudern unförm— liche Pottfiſche in ſtummer Verwunderung durch dieſe Zauberwelt, und jagen gierige Haie nach ſpielenden Ma— krelen oder am Tang nagenden Seebarben, während ihnen ſelbſt der flinke Pilot vorausſchwimmt. Ruhig beobachtet die auf den ſanft ſich wiegenden Meerpalmen glänzende Meerotter, wo ſie im Sonnenſchein ausruht, das Haſchen, Fliehen und Kämpfen um ſich her, oder blickt ſinnend hin— über nach den auf freien Stellen des Urwaldes weidenden Meerkühen, Wallroſen und Meermädchen.
Und nicht blos die Thiere des Meeres weiden, jagen oder ruhen hier, auch der Menſch ſtreckt ſeine begehrliche Hand aus und fordert Tribut. Sieh dort das ſtolz be— wimpelte Schiff mit den ausgebreiteten Segelflügeln! Es
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verſchmäht es nicht, die losgeriſſenen Tangwälder heim zu ſchleppen, um Soda und Jod aus der bromhaltigen Tang⸗ aſche zu bereiten, oder die Korallen mit Lebensgefahr aus der Tiefe zu fiſchen. Der irländiſche Fiſcher wagt ſein Leben, um eine Ladung Carraghen der Strömung zu ent— reißen und dem Apotheker zu verkaufen; während der Be— wohner der Normandie den angeſchwemmten, verweſenden Tang meilenweit ins Land ſchafft, um ſeinen Acker zu düngen, und die Isländer und Grönländer auf ihrer faſt pflanzenleeren Inſel den langen Winter über ſammt ihren Rinder⸗ und Schafheerden von Mehltang und Zuckertang leben, deſſen zerriebenes Mehlpulver ihnen die fehlende Getreideernte erſetzen muß, die Grönländerin aber mit dem rothen Mehl des Purpurtangs ſich ſchminkt.
Blicken wir nun auch einmal in einen Korallenwald nahe in der Gegend Ceylons!
„Hier verwirklicht ſich der Märchentraum der Kindes— phantaſie. Die ſeltſam veräſtelten Gebüſche tragen leben dige Blumen. Dichte Maſſen von Hirnkorallen(Mäan⸗ drinen) und Sternkorallen(Aſträen) conſtratiren mit den laub- und becherförmigen Ausbreitungen der Stern-Stachel— korallen(Explanarien), mit mannichfach verzweigten Sta— chelkorallen(Madreporen) die theils fingerförmige, theils ſtammartige Aeſte, theils zierliche Verzweigungen haben. Das Colorit wechſelt vom lebhafteſten Grün in Braun oder Gelb, vom reichen Purpur in blaſſes Rothbraun bis zum tiefſten Blau. Hellrothe, gelbe und pfirſichfarbene Klumpenkorallen(Nulliporen) bekleiden die abgeſtorbenen Maſſen und ſind ſelbſt durchwebt von perlgrauen Spitzen— korallen(Retiporen), die dem zierlichſten Elfenbeinſchnitz— werk gleichen. Daneben ſchwanken in Gelb oder Lilla die gitterartig durchbrochenen Fächer der Hornkorallen(Gor— gonien), während die ſeltſamen und abenteuerlichen Ge— ſtalten der Seeſterne und Seeigel den Sand bedecken.
„An die Korallenzweige ſelbſt heften ſich wie Moos die blattartigen Seerinden(Fluſtren) und Korallenkruſte (Eſcharen), wogegen die gelb, grün und purpurgeſtreiften Napfſchnecken(Patellen) wie Schildläuſe an den Aeſten kleben. Als Rieſencactus in den brennendſten Farben ſtrahlend breiten Seeanemonen auf Felſenabſätzen ihre Kränze von Fangarmen aus oder ſchmücken flachere Beete. Um die Blüthen der Korallenſträucher ſpielen die Kolibris des Meeres, kleine Fiſchlein, die in rothem oder blauem Metallſchimmer bald in goldenem Grün, bald in hellſtem Silberglanz funkeln. Dazwiſchen ſchwanken leiſe, wie die
Geiſter der Tiefe, die zarten milchweißen oder bläulichen
Glocken der Meduſen durch die ſchimmernde Zauberwelt.
„Hier jagen ſich die violett und goldgrün ſchillernden Iſabellen und die feuergelb, ſchwarz und zinnoberroth ge— ſtreiften Koketten; dort ſchießt wie ein Silberband mit roſigen und azurnen Lichtern der fuͤnf Fuß lange Band— ſiſch durch die Gebüſche, zwiſchen denen fabelhafte Sepien in Regenbogenfarben prangen, die in phantaſtiſcher Weiſe entſtehen und vergehen. Und dies Alles ändert jeder Windhauch; jede kräuſelnde Bewegung ſchafft andere Licht— ſpiele. Des Nachts aber leuchten wie ſtrahlende Sterne die Meduſen und Krebſe, und in grünlichem Lichte ſchwankt die am Tage zinnoberrothe Seefeder. Nachts funkelt es überall grün, gelb, roth, und durch dieſe Zaubernacht zieht ſtillleuchtend der ſechs Fuß große Mondfiſch im Silber— ſcheine durch das Gewimmel der leuchtenden Seeſterne, während von der Küſte Ceylons her über den ſchillernden Meeresſpiegel die ſingende Muſchel wie eine Aeolsharfe ihre melancholiſchen Geſangtöne erklingen läßt, welche die Brandung des Meeres uͤberklingen.“(Prakt. Schulm.)
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