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einzigen ehrlichen Menſchen, der mir vorgekommen, gerade auf dieſem letzten Wege kennen lernen, um mit ihm ge— meinſchaftlich der Welt Valet zu ſagen.“
„Laſſen Sie mich allein gehen und bleiben Sie. Es gibt noch mehr, noch viel ehrliche und brave Menſchen, die Ihnen ein nüchternes, einfaches, thätiges Leben mit Luſt und Schönheit würzen können. Suchen Sie ſie nur, Sie werden ſie gewiß finden.“
„Nun den erſten hätt' ich ja ſchon gefunden. Aber wenn ſich Ihnen das Leben von ſo paradieſiſcher Seite präſentirt hat, warum wollen ſie es denn gleich mir von ſich werfen?
„Weil ich ein alter blutarmer und dabei kranker und ſchwacher Mann bin, der nicht im Stande iſt, etwas zu verdienen und es nicht länger mit anſehen kann, daß ſein einziges Kind, ein Engel von Tochter, ſich Tag und Nacht todtarbeitet, um mich alten unbrauchbaren elenden Men— ſchen zu ernähren, ja mir ſogar noch manche kleine Freude zu machen. Nein, Herr, das laͤnger zu ertragen, müßte ich ein Unmenſch, ein Barbar ſein.“
„Was, Herr!“ rief der Andere wie erſchrocken. „Sie haben eine einzige Tochter, die ſich für Sie auf— opfert?“
„O und mit welcher Geduld, mit welcher Milde, mit welcher Liebe, mit welcher Ausdauer thut ſie es! Ich ſehe ſie dahin welken unter Arbeit und Entbehrung und keine Klage entſchlüpft ihren bleichen Lippen. Sie ar⸗ beitet und hungert und hat immer ein Wort der Liebe, ein ſeliges Lächeln für mich.“
„Herr, und Sie wollen ſich umbringen? Sind Sie des Teufels?“
„Kann ich den Engel langſam ermorden? Das wühlt mir wie ein Schwert in der Seele,“ weinte und ſchluchzte der alte Mann.
„Herr, Sie müſſen mit mir eine Flaſche Wein dort in der Taberne trinken und mir dabei Ihr Schickſal er— zählen. Wenn's Ihnen recht iſt, will ich dagegen mit dem meinigen aufwarten. Im Voraus ſag' ich Ihnen, Sie brauchen nicht da hinab zu ſpringen; denn ich bin ein reicher, ein ſehr reicher Mann, und wenn Alles ſich ſo verhält, wie Sie mir angedeutet haben, ſo braucht Ihre Tochter nicht mehr zu arbeiten, und Sie ſollen Beide nicht hungern.“
Der weinende alte Mann ließ ſich fortziehen. Sie traten zuſammen in die Schenkſtube. Bald ſtanden volle Gläſer vor ihnen, und ſie betrachteten einander näher beim hellen Lampenlichte.
(Fortſetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Zur guten Erzeugung des in den zwei letzten Num⸗ mern des Intelligenzblattes beſprochenen Brodes iſt es Grundbedingung, daß das hierzu verwendete Kalkwaſſer gehörig bereitet iſt. 1
Dieſe Bereitung kann auf folgende Weiſe leicht be⸗ werkſtelligt werden: ö
Man nimmt ſechs Loth friſchgebrannten, reinen Kalk, wie ihn die Seifenſieder brauchen, und beſprengt ihn mit drei Loth Waſſer, ſo daß er zu einem ſtaubigen Pulver zerfällt. Dieſes Kalkpulver ſchüttet man in drei Maas kaltes Waſſer, arbeitet es mehrere Minuten mit dem Waſſer tüchtig durcheinander und läßt dann das Ganze in dem zugedeckten Gefäße ſo lange ſtehen, bis das Waſſer wieder vollkommen klar geworden iſt und der überſchüſſige Kalk ſich zu Boden geſetzt hat. Hierauf wird das Waſſer von dem Bodenſatz vorſichtig, klar abgegoſſen und kann dann zur Bereitung des Brodteiges verwendet werden. Th.
Bitte an Menſchenfreunde!
Jeruſalem. Nach einem im Staatsanzeiger für Würtemberg abgedruckten Privatſchreiben üben die orientaliſchen Zuſtände einen er⸗ ſchrecklichen Rückſchlag auf die Bewohner Paläſtinas aus. Unter der deutſch⸗israelitiſchen Gemeinde wüthet der Hungertyphus, der durch das dortige Klima unterſtützt, ſeine Opfer fordert. Das k. k. öſterreichiſche Conſulatszeugniß erzählt folgende Begebenheit:„Ein Israelite, Bilo mit Namen, der mit Frau und Kindern ſchon drei Tage hungerte, nahm in der Verzweiflung einen ſeiner Söhne auf die Schulter und war gerade im Begriff, ihn an einen Türken auf öffentlichem Markte zu verkaufen, als ein jüdiſcher Kaufmann, Uriel Kabili, hinzukam und durch eine Gabe von einem Piaſter(21 kr. nach unſerm Gelde) die Schreckens⸗ that verhinderte.“ Die Rabbiner der h. Stadt haben einen Aufruf an die deutſchen Israeliten erlaſſen, in dem ſie flehentlich um Hülfe rufen. Vieler Orte hat man ſich, auch in unſerm engern Vaterlande, für dieſen Gegenſtand lebhaft intereſfirt, und wir hoffen, daß die hler erzählte Thatſache hinreichend iſt auch manchen Chriſten wie Jorgeliten zu be— wegen ein Opfer auf den Altar der Liebe zu legen. Gerne find die Unterzeichneten bereit dieſe Gaben in Empfang zu nehmen und mit vielen andern an den Ort ihrer Beſtimmung gelangen zu laſſen. Ge— wiſſenhaft werden ſie ſ. Z. Rechnung über das Anvertraute ablegen.
Friedberg im Juni 1854.
Maper J. Hirſch, Kaufmann. J. P. Schäfer, Vorſteher der Blindenanſtalt.
Oeffentliche Dankſagung.
Dem unbekannten Geber aus Butzbach zeige ich den richtigen Empfang der mir guͤtigſt zugeſandten ſechzehn Gulden auf ſeinen Wunſch in dieſem Blatte an und ſage ihm im Namen des hieſigen Hilfscomités und der Noth— leidenden meines Kreiſes den herzlichſten Dank.
Grünberg den 29. Juni 1854.
Der Vorſitzende des Hilfscomités fur den Kreis Grünberg: v. Zangen, Großherzoglicher Kreisrath.
Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat Juni.
Getraute:
25. Mai.(Zu Darmſtadt.) Peter Juſtus Wilhelm Süffert, Gr. Kreisbaumeiſter dahier, ein Wittwer, u. Julie v. Röder, des zu Darm⸗ ſtadt verſt. Großh. Oberſten Freiherrn Louis v. Röder ehel. led. T.
5. Friedrich Roßbach, hſ. B. u. Lackfabrikant, ein Wittwer, u. Chriſtiane Louiſe Huth, des Philipp Emmerich Huth, Schullehrers zu Reichelsheim, ehel. led. T.
Getaufte: 5 Dem hſ. B. u. Taglöhner Georg Scharf ein S., Karl, geb. Mai. 4. Dem hſ. B. u. Schubmachermeiſter Johann Heinrich Mack eine T., Sophie Chriſtine, geb. 25. Mai. 4. Dem bſ. B. u. Schreinermeiſter Chriſtoph Konrad Heinrich
25.
Rauſch eine T., Suſanne Eliſabethe, geb. 20. April.
4. Dem hſ. B. u. Zimmermeiſter Johannes Füller eine T., Margarethe Eliſabethe, geb. 15. Mai.
4. Dem bſ. B. u. Schreinermeiſter Chriſtian Valentin ein S., Karl Heinrich, geb. 21. Mai.
5. Dem B. zu Fauerbach II. u. Bahnhofsarbeiter dahier Daniel Brack eine T., Friedericke Philippine, geb. 22. Mai.
5. Dem hſ. B. u. Glaſermeiſter Friedrich Hanſtein eine T., Maria, geb. 22. Mai.
6. Dem hſ. B. u. Metzgermeiſter Emmerich Hanſtein ein S., Chriſtian Auguſt Martin Emmerich, geb. 14. Mai.
9. Karl Ludwig, ein unehel. S., geb. 31. Mai.
18. Dem Großh. Profeſſor am Predigerſeminar dahier u. ev. Stadtpfarrer Franz Alexander Friedrich Schwabe ein S., Franz Otto Bernhard, geb. 28. Mai.
25. Dem B. zu Babenhauſen u. Handarbeiter dahier Peter Greim eine T., Friedericke Eliſabetb, geb. 29. Mai.
28. Dem hſ. B. und Gaſtwirth Hermann Jakob Simon ein S., Joſeph Adolf Karl Oswald, geb. 1. Juni.
Beerdigte:
6. Karoline Louiſe Hutter, geb. Chriſthold, Wittwe des dahier verſt.
25* Johann Philipp Hutter, alt 73 J. 2 M. u. 8 T., 3. Juni.
8. Anna Eliſabeth Lang, led. T. des verſt. Brigadiers der Gens⸗ darmerie Nikolaus Lang, alt 35 J., T 6. Juni.
8. Ein todtgeb. S. des B. zu Oberbreidenbach u. Gensdarmen dahier Heinrich Lieberknecht, geb. 7. Juni.
12. Katharine Tönges, unehel.
T. der Marie Bauer, alt rr.
20. Guſtav Emmerich, des Adam Emmerich II. zu Oberlais ehel. S., alt 16 J. u. 5 M.


