Ausgabe 
14.7.1854
 
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Friedberger JIntelligenzblatt.

Sußz Erſcheint wö⸗ 4. chentlich zweimal,

Dienſtag u. Frei⸗ ſpaltene Petit zei le tag. Preis jährl. a

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, de Indi 5. 14 an. eren Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. a

ſammen 7 kr.

Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗

5 51. 18511.

Freitag, den 14. Juli.

Amtlicher Theil.

Das Großherzogliche Landgericht Friedberg an die Großherzoglichen Ortsgerichte. Betreffend: Die Führung der Hppothekenbücher durch die Großherzoglichen Ortsgerichte.

3 In Folge höchſter Miniſterialverfuͤgung vom 29. Mai d. J. ſoll der Eintrag einer Hypothek in das Ortshypo * 1. thekenbuch nicht wie bisher geſchehen bei Ausfertigung der Taxation, ſondern erſt dann erfolgen, wann die Hypothek milden von dem Gerichte beſtätigt worden iſt. nchen Indem wir Sie hiervon zur Nachachtung in Kenntniß ſetzen, geben wir Ihnen, höchſter Weiſung zu Folge, auf, jede beſtatigte Hypothek, ſobald Ihnen dieſe von uns zugeſandt werden wird, in das Ortshypothekenbuch einzutragen, 2 0 daß Sie dieſes gethan und die Nummer des Eintrags auf der Urkunde zu bemerken, dieſe ſodann den Schuldnern zu be 3 händigen und uns alsbald darüber, daß dieß Alles geſchehen, unter Angabe der Nummer des ortsgerichtlichen Eintrags au berichtliche Anzeige zu machen. n gi. Unter Hinweiſung auf§. 37. der Inſtruction für die Großherzoglichen Ortsgerichte geben wir Ihnen weiter auf, dun. die Regiſter der Hypothekenbücher, wenn dieſe zu mehreren Bänden bereits angewachſen ſind, oder vorausſichtlich bald 5 anwachſen werden, möglichſt in einem beſonderen Bande anzulegen. he. Friedberg am 10. Juli 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg n u Dr. Irle, Landgerichtsaſſeſſor. Hof Aigen Das Gummi Elaſticum oder Kautſchuk und ſeine erzwingen. Wenn das mineraliſirte Gummi in Formen . gewerbliche Anwendung. geſchnitten wird, ſo nimmt und behält es den Abdruck ſolcher Formen, und auf dieſe Art werden unter Anderem det ·(Schluß.) die Puppenköpfe, Thiere ꝛc. gemacht, welche man jetzt in In ſeinem natürlichen Zuſtande wird das Gummi der Kinderſtube und auf den Spielplätzen findet und welche überhaupt bei weitem nicht ſo ſtark benutzt, als in Ver- ihrer zähen, unzerbrechlichen Beſchaffenheit halber bei den Sur bindung mit anderen Subſtanzen. Es wird in den meiſten Müttern und Kinderfrauen in ſo hoher Achtung ſtehen. 22 Fällen mit Schwefel oder Magneſia, oder Bleiglätte, oder Bei Aufzählung der Experimente, die mit dem vul unt irgend einem andern mineraliſchen Stoff zuſammenge- kaniſirten Kautſchuk angeſtellt worden, darf auch der Ver knetet; oder es wird auch einem gewebten Material hin- ſuch, es um Straßenpflaſter zu benutzen, nicht übergangen ect. zugefügt. Von beiden Hauptclaſſen der Kautſchuk-Fabri- werden. Der enorme Verkehr in den Straßen London's 27 kation haben wir ſchon einige Beiſpiele angeführt, und es hat zu vielen Erfindungen Veranlaſſung gegeben, um würde nicht ſchwer fallen, die Liſte noch bedeutend zu ver- Härte und Dauer des Pflaſters mit hinlänglicher Schärfe längern. Das vulkaniſirte oder mineraliſirte Gummi wird oder Elaſtizität zum bequemen und ſichern Tritt für Pferde and zu Röhren, Schläuchen, Flaſchenſtöpſeln, chirurgiſchen und und Fußgänger zu verbinden. Man glaubte zuerſt, daß e in thierärztlichen Inſtrumenten, chemiſchen Apparaten, Loko- alle dieſe Bedingungen durch die Anwendung des Gummi er zel's motivenpuffern, Wagenfedern, Radſchienen für geräuſch-fuͤllt werden könnten, indem man es durch eine dem vul ö loſe Räder, Klappen für Abzugskanäle und Kloaken, ela- kaniſirten ähnliche Bearbeitung härtete. Aber die Erfah g. ſtiſchen Takelagen, Flaſchenzuͤgen, Piſtons, Klappen und rung hat bewieſen, daß dieſe Kunſt noch nicht weit Kur⸗ Hähnen zu vielerlei hydrauliſchen und chemiſchen Zwecken, genug vorgeſchritten iſt, um unſere Straßen mit einem 9. d. Luftpumpenklappen, Schwärzerollen für Buchdrucker, ſo angenehmen Material, wie das präparirte Gummi, zu Billardbanden, Röhrengelenken gebraucht; in der That pflaſtern. Der einzige Ueberreſt dieſes Verſuchs iſt in erweitert ſich der Kreis nützlicher Verwendungen deſſelben[dem Hofe der Londoner Admiralität zu ſehen. 1854. fortwährend. Die praktiſchen Reſultate, die man hierdurch Die zweite wichtige Anwendung dieſer äußerſt ſchätz J gewinnt, ſind zum Theil ſehr wichtig und faſt immer baren Subſtanz beſteht, wie bereits geſagt, in der Her 8 aäußerſt intereſſant. Wir wiſſen Alle, daß eine complizirteſtellung eines fließenden Cements oder öligen Firniſſes auf 6 Vorrichtung des Klappen-Apparats dazu erforderlich iſt, der Außenſeite eines gewebten oder faſerigen Stoffs. Die * um eine Röhre ſo zu ſchließen, daß ſie die Flüſſigkeit nur Induſtrie, welche hierdurch in's Leben gerufen worden, . in einer Richtung durchläßt; aber unſere Gummi-Fabri- nimmt in der That einen großartigen Charakter an. Wem * kanten haben dieſen Zweck dadurch erlangt, daß ſie ein ſind die Mäntel und Kragen, die Ueberzieher und Ueber 11 Ende der Kautſchuk-Röhre ganz einfach ſo zuſammen-hoſen, die Matroſenhüte und Beinkleider, die Handſchuhe 8 drücken, daß es eine Art Mund und Lippenpaar bildet:[und Kamaſchen, die Luftbetten und Luftkiſſen, die kleinen die Lippen bleiben feſtgeſchloſſen, bis das Waſſer ſie aus- niedlichen Bänder oder Ringe, die Landkarten und Kupfer tl einanderdrängt, um den Ausgang in dieſer Richtung zu ſtiche, die Beutel und Bälle von Gummi unbekannt?