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Unterſeeiſche Landſchaften. (Fortſetzung.)
Durch ihre Größe zeichnen ſich zwei Arten des ſüd— lichen Polarmeeres aus. Der oft 1000 Fuß lange Bla- ſentang(macrocystis pyrifera) gedeiht da, wo das Waſſer dem Gefrierpunkt nahe ſteht, hat eine olifengrüne oder carmoſinrothe oder lebhaft violette Farbe und wird in los— geriſſenen Streifen bis 45 Grad noͤrdlicher Breite hinauf⸗ getrieben. Sein Laub iſt lang und vielgeſtaltig. Der Bandtang(CJaminaria radiata) wächſt ſüͤdlich vom Cap der guten Hoffnung, hat gefingertes Laub. An den Falk⸗ landsinſeln findet man außerdem noch die lessonia, die einem Apfelbaume gleicht, einen 5—10 Fuß langen aufrecht ſtehenden Stamm von ſechs Zoll Dicke, gabelartige Zweige, grasartige Blätter und Fruͤchte hat. Sie klammert ſich mit ihren Wurzeln am Felſen an und läßt ihre langen Blätter wie die Weide ins Waſſer hängen. Andere Tange wachſen ſchief aus dem Boden empor und laſſen ihre 300 Fuß langen Zweige an der Oberfläche des Meeres dahin— wallen. Die baumartige d'Urvillea bei den Falklands— inſeln wird 12—14 Fuß lang und die laminaria digitata Helgolands hat gefingerte Wurzeln, einen dicken hohen Stamm und eine palmenartige braune Laubkrone, wogegen die porphyrea pupurea purpurrothe Farbe hat.
Außer dieſen Tangen wachſen im Meer noch Meer— lattige mit gekräuſelten, purpurrothen Blättern, klumpige, fauſtgroße durchlöcherte Seeſchwämme, quirlförmig ver— zweigte Röhrenalgen mit rothgefärbten Bläschen voll be— beweglicher Fäden u. ſ. w.
Dieſe Pflanzen bilden die unterſeeiſchen Waldungen, indem ſie in buntem Gemiſch und mannigfacher Verflech— tung durch einander wachſen, ihre Zweige verſchlingen, hier Lauben und Gänge, dort unentwirrbares Dickicht bilden, hier freies Wieſenfeld offen laſſen, wo kleinere Meer— pflanzen die roſenrothe Raſendecke bilden. Da ſchillern und blitzen die bunten Farben der verſchiedenen Arten durch einander, die bei jedem Wellenſchlage und der da— durch veränderten Lichtbrechung in anderen Farben ſpielen. „Ueppig mit tauſend mannigfachen Geſtalten, theils dem Boden ſich anſchmiegend, theils mit krauſen Laubbüſcheln emporragend, theils lang hingeſtreckt mit wallenden We— deln der Bewegung des Waſſers folgend, ſtehen die Tange in hellem und dunklem Grün, in prachtvollſtem Roth und Gelb glänzend im Widerſchein des Lichtes. Millionen von Seethieren der verſchiedenſten Art nähren ſich von dieſen Pflanzenmaſſen, welche mit großer Raſchheit wach—
ſen und vergehen.“ Und durch dieſes traumhafte Farben— ſpiel rudern buntfarbige Muſcheln und ſchillernde Fiſchchen; langſam an den Stengeln kriechen weidende Schnecken, an den Bäumen nagen die 20 Fuß langen, grauhaarigen Wallroſſe, ſtark durch mächtige Hakenzähne, an ihnen nährt ſich der rieſige Dugong, die Sirene der Fabel, der ebenſo lange, plumpe Manati, das noch längere Borken— thier mit ſeiner runzligen Haut, die wie Eichenrinde aus— ſieht, der wandernde 30 Fuß lange Haifiſch, der dichtbe— haarte Seehund und die ſchwerfällige Schildkröte.
Siehe, wie dieſe Rieſenkühe des Meeres einander von den beſten Weideplätzen verjagen, wie der Seehund flüchten muß, wenn das Wallroß naht, wie heftig das Borkenthier an den Zweigen reißt, daß die angeklammer⸗ ten Schnecken klappernd herabfallen! Eben weiden die Heerden in behaglicher Ruhe in der dämmerigen Kühle des Meerbodens, da ſchleicht ein hungeriger Hai heranz ſeine glaſigen Augen leuchten im gelben Glanz der Eulen— augen und ſuchen ihre Beute. Bald bemerkt ihn der Seehund und flüchtet in das dichteſte Gebüſch des Tang waldes. Im Nu verändert ſich die Scene. Die Muſchel klappt ihr Gehäuſe zu und ſtürzt ſich in die Tiefe, die Schildkröte kriecht unter ihr Horndach und läßt ſich raſch zu Boden ſinken, die tändelnden Fiſchchen verſchwinden unter den Zweigen der macrocystis, die Krebſe ſchlüpfen unter deren Wurzeln, das junge Wallroß aber wendet um, dem gefährlichen Feinde die ſcharfen Stoßzaͤhne entgegen zu kehren. Der Hai ſucht ihm die wehrloſe Seite abzuge— winnen. Der Kampf beginnt, er zieht ſich hinein in den Tangwald, in deſſen Zweignetz die Kämpfer ſich hier und dort mit ihren Floſſen verwickeln, bis es dem gewandteren Hai gelingt, dem Gegner die Seite zu zerfleiſchen, worauf dieſer voll Todesangſt Rettung durch die Flucht in den Wald ſucht, ſich hier feſtrennt und von dem Sieger ver— zehrt wird.
(Fortſetzung folgt.)
Feiertage.
Die Chriſten feiern den Sonntag, die Griechen den Montag, die Perſer den Dienſtag, die Aſſyrer den Mittwoch, die Aegypter den Donnerſtag, die Türken den Freitag, die Juden den Sonnabend, ein ächter Tagedieb aber feiert— die ganze Woche. (Fl. Bl.)
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Mobiliar-Verſteigerung.
11414] Donnerſtag den 14. und Freitag den 15. d. M. werden nachſtehende zum Nachlaß des Konrad Groh III. dahier gehörige Mo⸗ bilien in nachbenannter Reihenfolge in deſſen Behauſung, jedesmal Morgens präcis 9 Ühr anfangend, öffentlich meiſtbietend verſteigert, als:
1 Pferd,
3 Kühe,
1 Mutterſchwein mit Ferkel,
3 Sprenger,
1 vollſtändiger Wagen, Pflug, Egge und
ſonſtige Oekonomiegeräthe,
eine Partie Heu,
Kleider, Bettwerk, Weißzeug und ſonſtige
Hausgeräthſchaften.
Sodann werden alle Diejenigen, welche etwaige Forderungen an den gedachten Nachlaß zu machen haben, hiermit aufgefordert, ihre deß⸗ fallſigen Anſprüche innerhalb 8 Tagen bei dem
Curator Johannes Buch dahier geltend zu machen, als anſonſt nach Ablauf der Friſt weitere Anſprüche durchaus nicht berückſichtigt werden. Niederrosbach den 6. September 1854. Großherzogliches Ortsgericht Niederrosbach Cuntz, Ortsgerichtsvorſteher.
Verſteigerung bei der Pfand⸗ und Leihanſtalt zu Friedberg.
11415] Montag den 9. Oktober d. J. anfan⸗ gend und die darauf folgenden Tage, von Vor⸗ mittags 9 bis 12 Uhr und Nachmittags 2 bis 5 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die bis zu dieſem Termin die Verfallzeit erreicht haben⸗ deu und nicht ausgelöſten oder renovirten Pfän⸗ der, beſtehend in: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weißzeug, Herren- und Frauenkleidern, öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Die Auslöſung und Renovation der Pfänder findet nur an den hierzu beſtimmten Tagen: Montag, Mittwoch und Samſtag ſtatt und wird noch ausdrücklich bemerkt, daß dies nur bis zum 4. Oktober d. J. geſchehen kann, da das Pfandlocal vom 5. Oktober bis zum Schluſſe der Verſteigerung geſchloſſen bleibt.
Friedberg den 5. September 1854.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Backholz⸗Verſteigerung. 114161 Donnerſtag den 14. d. M., Morgens um 9 Uhr, ſollen in hieſigem Gemeindewald 2775 Gebund Heiden und Ginſtern, zu Back⸗ holz ſich eignend, an den Meiſtbietenden ver— ſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt auf dem ſog. Steinkopf, Schlag Nr. IV. Ockſtadt den 6. September 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Ockſtadt Gröninger.
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