Ausgabe 
8.9.1854
 
Einzelbild herunterladen

Friedberger Jntelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗

Weine. 2 2 2. Einrückungsge⸗ . Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, ae 94 Ae. 5 oder deren Raum

ee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.

ſammen 7 kr. Nu. 70. Freitag, den 8. September. 18511. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1854. An die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1854 unter vorſchriftsmäßigem Beiſchluß von Sortenzettel den und Mitunterſchrift durch den Controleur, werden Sie erinnert. ius Stu Friedberg am 4. September 1854. Müller. derung. Das ſel be an die isr. Vorſtände des Kreiſes. n brtan Betreffend: Die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1854. An die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1854 unter vorſchriftsmäßigem Beiſchluß von Sortenzettel und Mitunterſchrift durch den Controleur, werden Sie erinnert. Binnen 10 Tagen ſehe ich der Einſendung Ihrer

Berichte entgegen, daß Sie das Waiſenbüchſengeld und in welchem Betrage, an den Großherzoglichen Rabbiner Dr. Levi zu Gießen eingeſendet haben.

Friedberg den 4. September 1854. Müller.

Nef fentliche: NA tc Die beiden nachſtehenden Aufſätze der landwirthſchaftlichen Zeitſchrift vom 25. Juli d. J. bringe ich im Intereſſe

der Landwirthſchaft und des Publikums zur öffentlichen Kenntniß. Hierbei ſpreche ich den Wunſch aus, demnächſt, wenn gleiche Verſuche angeſtellt worden ſind, mir das Reſultat mitzutheilen.

Friedberg den 2. September 1854. Der erſte Direktor des landw. Bezirksvereins Friedberg Müller, Regierungsrath.

Kartoffelkrankheit.

00. Als Mittel wider die Kartoffelkrankheit empfiehlt ein engliſcher Gärtner folgendes Verfahren: Wenn die Kar 1- Putlung toffeln vollſtändig in's Kraut gewachſen ſind und ehe die Blatter ſchwarz werden, wird daſſelbe auf die Seite gedrückt 2 und zunächſt durch die Hacke mit etwas Erde bedeckt; demnächſt wird die Erde zwiſchen den Reihen tief ausgegraben Dabbendlnng und auf die Kartoffelreihen, namentlich auf das Kraut geworfen. Wiewohl dieſes dabei etwas leidet, ſo erholt es ſich 1 doch im Ganzen wieder und wächſt fort, die Knollen aber bilden ſich zu voller Größe aus und ſind ſeit länger als

5 Jahren beſtändig geſund geerntet worden, während in der ganzen Umgegend und auf demſelben Felde die nicht ſo l behandelten Kartoffeln total erkrankten. Das Verfahren ſcheint mit dem beim Anbau der Kartoffeln im Großen über olera. einſtimmend zu ſein, und von dieſem ſich nur dadurch zu unterſcheiden, daß die Rillen zwiſchen den Kartoffelreihen tiefer

ausgebreitet werden, und das Behäufeln unter gleichzeitiger Bedeckung des Krautes mit Erde ſpäter als gewöhnlich ge ſchieht. Es beſteht alſo im Grunde genommen nur in einer Tieferſtellung der Kartoffelpflanzen.

cher ber tte Auflage Die Rübe als Material für die Branntwein⸗Brennerei.

In wie weit die Runkelrübe bei der Branntwein-Brennerei die Kartoffel zu erſetzen im Stande iſt, möge fol 89 1 gende Berechnung zeigen. Ein Joch Landes trägt 150 Ctr. Kartoffeln mit 20 Procent Stärkegehalt, alſo5 f 1= 230 Ctr. Stärke, mit Rüben beſtellt ergibt das Joch unter ähnlichen günſtigen Verhältniſſen 300 Ctr. mit einem 5 4 Zuckergehalt der Rübe(nicht des Saftes) von Procent, alſo. 0..= 25 ½ Etr. Rohrzucker. Durch Vermitt 2 lung des Malzes wird das Stärkmehl in Zucker umgewandelt, daher in der Praxis zwiſchen dem Rohrzucker, der Rübe 1. und dem Stärkmehl der Kartoffel behufs der Weingeiſtbildung kein Unterſchied in der Berechnung gemacht werden kann.

Es ſtellt ſich alſo für die Kartoffel ein namhafter Mehrertrag an Weingeiſt pr. Joch heraus; außerdem hat ſie noch den Vorzug, daß ſie weniger Anſprüche an Boden und Clima macht, als die Rübe. Die Koſten der Ausſaat ſind zwar bei der Kartoffel größer, hingegen kommt die Bearbeitung der Rüben höher zu ſtehen. Somit kann bei der Brennerei die

Ruͤbe die Kartoffel nicht verdrängen, ſondern nur als Ausnahme in Nothfällen ſtatt derſelben eintreten.