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auf dem Heimwege bemerkt, war von ihrer Verlaſſenheit innigſt geruͤhrt worden, und richtete nun einige freund— liche, von Herzen kommende Troſtesworte an die arme Waiſe.
(Fortſetzung folgt.)
Aeber Production und Verbrauch des Tabaks.
Noch ſind nicht 300 Jahre verfloſſen, ſeit der be⸗ rühmte Raleigh den erſten Tabak in Europa rauchte. Eine wie außerordentliche Ausdehnung in dieſer kurzen Zeit die Production und der Verbrauch dieſes Krautes gewonnen hat, das geht aus folgenden, von dem Reiſenden Ampere in Amerika gelieferten Angaben hervor. Auf dem ganzen Erdboden werden ungefaͤhr 374 Millionen Pfund Tabak producirt, und davon kommen nur etwa 10 Mill. auf Kuba, das berühmte Vaterland der Havanna⸗Cigarren. Die Vereinigten Staaten liefern 219 und Europa 136 Mill. Pfund, Rußland allein 21, Frankreich 20 und Deutſchland mehr als 40 Mill. Pfund. Was den Tabaksverbrauch anbetrifft, ſo nimmt Deutſchland die erſte Stelle unter allen europäiſchen Staaten ein; ſein Verbrauch erreicht einen Werth von 45 Mill. Pf. Sterl. oder etwa 315 Mill. Tha⸗ ler, während England nur für 21 Mill., Frankreich ſogar nur für 10 Mill. Pfund Sterling verbraucht. Ueberall iſt der Verbrauch des Tabaks in reißender Zunahme begriffen. In England hat man im Jahre 1852 für nahe an 4 Mill. Pfund Sterl. im Werthe mehr eingeführt als 1851, der Verbrauch betrug ſchon 28 ½ Mill. Pfund und lieferte 45 ½ Mill. Gulden an Zöllen. In New⸗Nork gibt man
ſogar weniger für Brod, als für Tabak aus. Hier betrug
im Jahre 1838 die Ausgabe für Brod 3,493,050 Dollars, fur Tabak 3,650,000 Dollars, und dieſer Unterſchied ſteigt noch alljährlich. Bedenkt man nun, daß in Amerika ein Acker(etwas über 1 Morgen) leichten, ſandigen, aber gut gedüngten Bodens zwiſchen 1200— 2000 Pfund Tabak durchſchnittlich liefert, ſo fordert die geſammte Tabakspro⸗ duction auf der Erde einen Flächenraum von 300—500,000 pr. Morgen. Einen ſolchen Einfluß auf die Kultur- und Finanzverhältniſſe der Staaten kann eine ſo unbedeutende Gewohnheit wie das Tabakrauchen üben.(D. Nat.)
Miszellen.
Ein Herr, der ſo unglücklich war, ein Glasauge tra⸗ gen zu müſſen, gab ſeinem neuen Diener den Befehl am erſten Abende, daß er das Auge ins Waſſer legen möchte. Der Diener ſtand nach dem Empfange des Glasauges noch ſtill und ſahe unverwandt ſeinen Herrn an.„Willſt Du noch Etwas 2“ fragte der Herr.—„Ich warte nur, bis Sie das andere Auge auch herausnehmen, damit ich nicht zweimal zu laufen brauche!“ entgegnete der Gefragte.
In einer Biographie des Oper Appell. Ger. Präſ. Heiſe in Lübeck wird deſſen Urgroßvater erwähnt, der Pfarrer in Querum im Braunſchweig'ſchen war. Dieſer hatte ſich nicht weniger als ſechs Mal verheirathet, lebte aber dabei ſo ſeinen Amtspflichten, daß er nach dem Tode ſeiner vierten Frau eine Anfrage des Leichenbeſorgers mit der ihm eigenthuͤm⸗ lichen Ruhe dahin beantwortete: ich„pflege“ die Leichen meiner verſtorbenen Frauen in das gelbe Zimmer bringen zu laſſen, ohne ſich durch dieſen Zwiſchenfall in Ausübung ſeiner amtlichen Verrichtungen ſtören zu laſſen.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Oeffentliche Aufforderung. L12381 Anna Margaretha, Johann Hein⸗ rich Klein's Wittwe, geborne Gorr, zu Mün⸗ zenberg, hat durch gerichtlich beſtätigten Schenk⸗ und Verpflegungsvertrag vom 11. September 1848 und 22. März 1850 ihr geſammtes Ver⸗ mögen an Tobias Enders daſelbſt abge⸗ 5 treten. Geſtützt darauf, nimmt Tobias Enders,—
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nachdem Heinrich Klein's Wittwe am 3. Fe⸗ 2— bruar d. J. verſtorben, ſämmtliche auf den Hanſa, Capit. 2200 Tons, 1000 Pferdekraft,
Namen des Heinrich Klein 1. zu Münzenberg
N pPoſt-Dampſſchiſſe
Die Bremer
Geerken, u. Germania, Capit. Bremer, 1600 Tons, 650 Pferdekraft,
loder auf dem Steinweg) in ven Flurbüchern 1240] werden am 17. Auguſt und 20. September von Bremen nach New⸗
von Münzenberg, Traismünzenberg und
Gambach eingetragenen Liegenſchaften als zu Vork expedirt und kann ich bei baldiger Anmeldung für letztere Fahrt noch
dieſem Vermögen gehörig in Anſpruch und hat Cajüte⸗ und Zwiſch deren Ueberſchreibung auf ſeinen Namen bean⸗ Für Segelſchi
endecks-Paſſagiere annehmen. ffe pr. 1. und 15. jeden Monats nehme ich ſtets Paſſagiere
2 i 5 5 i 5 2 b f tragt. Anderweite Erb⸗ und ſonſtige An ab jeder Eiſenbahnſtation an.
ſprüche an dieſe Liegenſchaften, deren Ver⸗ zeichniß in der Landgerichtsregiſtratur zur Einſicht offen liegt, ſind deßhalb binnen einer Friſt von 2 Monaten bei dem unterzeichneten Gericht ſo
Haupt⸗ Agentur Friedberg. Ehriſtian Hecht.
gewiß anzumelden, als ſonſt die zum Eintrag in's Mutationsverzeichniß erforderliche Urkunde ausgefertigt und der Eintrag verfügt werden wird. Butzbach den 21. Juli 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach 11011 Ebel, Landrichter.
Bekanntmachung.
L12391 Samſtag den 2. September l.* Nachmittags 2 Uhr, ſoll das Wohnhaus des
Soolbad VNaulieim.
Jeden Tag
Concert
Comad Tiiebert zu Dornaſſenheim in der Ge im Garten des Rurhauses Morgens von 6½ bis 8 Uhr, Nach-
meindeſtube daſelbſt einer dritten Verſteigerung ausgeſetzt werden und wird bemerkt, daß, ſoweit nicht die Vorſchriften in§. 59 pos. 3 des Ge⸗ ſetzes vom 16. Juli 1851 entgegenſtehen, die Genehmigung demnächſt ohne Rückſicht auf den Schätzungswerth um jedes Gebot ertheilt wer⸗ den wird. Reichelsheim den 3. Auguſt 1854. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand.
mittags von 3 bis 4%½% Uhr und Abends von 6% bis 8 Uhr,
ausgeführt von dem Rur-Orchester unter Direction des Herrn
Edmund Ueumann.
Jeden Donnerstag Bal pure im Nursadle, Anfung 8 Uhr.


