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uch tur Kuecht er Ungeduld, „Naſenwar⸗
lann jetzt auch
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wird ihm die Kathel nicht entwiſchen. Man müßte ja mit Blindheit geſchlagen ſein, wenn man da nicht ſehen thäte, was die Beeren gelten. Kömmt der Fritz vom Feld heim, ſteht die Kathel hinterm Fenſter und blinzelt ihm zu, denn ſie hat ſeine Peitſche ſchon von Weitem knallen hören. Der ſitzt aber auch ruhig auf ſeinem Rap— pen, wie ein Küraſſier, und auch die Kathel iſt ein Plitz— mädel, nicht ſo feſt und handvöllig wie die andern im Dorfe, aber ein Geſichtchen hat's und ein paar Gucker— chen, die glitzern wie Karfunkelſtein. Spaß apart, Cum— peer,'s iſt ſo auf Parol; und wenn dann der Fritz wieder in ſeines Großvaters Haus ſitzt und die Kathel daneben, ſtatt deren grobem Bruder, da kommen wir Abends zu ihm hin und er holt einen Schoppen um den andern vom * Gelt, alter Brummler, das leuchtet Dir ſchon ein?“
„Nun, mach's nur nicht zu arg, Narr! lachte jetzt der Jergmichel, dem es freilich einleuchtete, den Fritz wie⸗ der in's Schulzenhaus, wo jetzt des Bürgermeiſters Michel wohnte, als gemachten Mann ſehen zu können. Es hatte ihn ſchon längſt„gekröpft“, daß des Schulzen Fritz bei Leuten Knecht ſein ſollte, die einmal an deſſen Großvater ehrerbietig hinaufſchauten, und wenn es ſo hinausging, wie der Peter meinte, der Fritz Herr in ſeiner Eltern Haus, ei, das wäre ein Freude für ihn, noch in ſeinen alten Tagen.
„Trink aus!“ ſagte er jetzt,„Trink aus, Cumpeer, die Lieſe holt friſchen. Wie kommt's aber, daß Du, Peter, auf einmal ſo verſeſſen auf die Leut' biſt, auf die Du doch ſonſt'en Pik gehabt haſt?“
„Nun, der Kathel kann ich gut ſein, ohne meinen Pik auf ihren Bruder, den brutalen Michel, und die Alten fahren zu laſſen! Wenn der Michel meint, er wird bei der nächſten Wahl Bürgermeiſter, weil man den Alten doch nicht mehr mag, ſo hat er ſich geſchnerrt,— das ſag' ich.“ Der alte Huſar plaudert ſich in die Hitze hin— ein und hat ohnedies auch ſchon ein bischen im Kopfe. „Die Alten aber,“ fuhr er fort,„ſind Schuld daß ich Anno 32 den Dienſt als Feldſchütz verloren hab'; eigent— lich nur ſie, die Alte, die mir eine gewiſſe Geſchichte im— mer noch nachträgt,— die iſt eine Rippe, hat im Hauſe die Hoſen an, und der Bürger tanzt nach ihrer Pfeife.“
„Du haſt damals, bei der Liberalengeſchichte, Dein Maul auch zu weit aufgeriſſen!“ ſagte der Jergmichel. „Du biſt einer der ärgſten Kriſcher geweſen, und kannſt jetzt noch Deine Franzoſenideen nicht laſſen.“
„Sternſakrament, ja!“ rief der alte Soldat.„Ich rede frei von der Bruſt, fürchte mich vor Niemand, aber den Feldſchütz kann ich ihnen nicht vergeſſen. Sagen ſie, mein krummes Bein hindere mich im Dienſt,— aber woher kommt das Krummholz da? Guck, da ſteckt ſie noch“— der Peter reißt die Hoſen hinauf—„die Ku— gel, die mir der verdammte Rothmantel hineingejagt hat! Du weißt ja, Cumpeer:
Zu Auſterlitz, Da hat's geblitzt, Da———
„Laß das jetzt, Peter, hab's ſchon oft genug gehört,“ unterbrach den Baß des Peters der alte Jergmichel, denn er war kein Franzoſenkopf,— die churpfälziſchen Zeiten gaben ihm die ſchönſten Erinnerungen, und er war auf die Revolution, die den alten Schulzen zu Grunde richtete, gar nicht gut zu ſprechen.„Laß das!“ ſagte er,„und trink““— und die beiden Alten tranken, und wurden im— mer munterer, als ob ſie ſchon jetzt wieder in des alten Schulzen Haus ſäßen, und„vom Beſten“ vor ſich ſtehen hätten.
(Fortſetzung folgt.)
Für die Brandbeſchädigten zu Felda
gingen bei dem Unterzeichneten weiter ein:
Von der Freifrau von Löw, geb. v. Diede zum Fürſtenſtein: für die alte Magd, deren Habſeligkeiten verbrannt find, baar 2 fl. 45 kr., ferner 1 Stück Bieber, 1 Halztuch, 1 Mütze, 1 paar wollene Strümpfe, 1 Kragen, 1 wollener Unterrock; für die andern Feldaer angeblich 20 Ellen ſchwarzer baumwollener Bieber, 5 Mützen, 1 Unter⸗ rock, 4 neue Frauenhemden, 1 Kinderkittelchen, 1 Sacktuch, 1 wattirter Frauenmantel, angeblich 30 Ellen wirken Tuch, ditto 18 Ellen Flächſen⸗ Tuch; von Frau Gaſthalter Wick zu Ziegenberg: 1 Rock, 1 Paar Hoſen zum Flicken, 2 Hemden, 2 Kappen, 1 Handtuch; von Frau Roth daſelbſt: eine Jacke; von Schullehrer Bindewald: 1 Paar Socken, 2 Paar Strümpfe, 1 Weſte, 1 Paar Gamaſchen; weiter von Frau von Löw: 3 Paar alte Schuhe, 3 Paar Socken, 1 Oberrock, 1 Paar Hoſen.
Obige Gegenſtände wurden mir durch Herrn Bindewald zur wei⸗ teren Beſorgung übergeben, ſowie noch 18 kr. von einem Ungenannten. Außerdem habe ich erhalten 1 fl. in Papiergeld von Friedberg. Im Ganzen ſind bis jetzt an Geld bei mir eingegangen 13 fl. 33 kr.
Herzlichen Dank den edelen Gebern! Dabei bemerke ich noch, daß auch Naturalien, beſonders Brodfrüchte ſehr erwünſcht ſind, und ich bitte meine Herrn Amtsbrüder oder die Herrn Bürgermeiſter der allen fallfigen Annahme ſolcher ſich unterziehen und mir wegen der weiteren Beſorgung Anzeige machen zu wollen.
Oberrosbach am 4. November 1854..in
Bei der Unterzeichneten ging ferner ein: Von X. 30 kr., von N.
und N. fl. 2., zuſammen fl. 11. 18 kr., wovon wir unterm 4. d. M. Herrn Pfarrer Strack in Oberrosbach fl. 9. 18 kr. ablieferten.
Die Exped. des Friedb. Int. ⸗Bl.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Edicetalla dung. [1656] Es ſollen: 1) Die dem Großherzoglichen Kammerherrn
à la suite,— endlich den beiden letzteren als Vormündern der Freiherrn Auguſt und Oscar v. Löw von Löwenruhe bei Wiſſels⸗ heim, in der Gemarkung Ober- und Unter⸗
Güter ⸗Verſteigerung. 11672] Donnerſtag den 9. November d. J., Vormittags um 11 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Heinrich
und Hauptmann Freiherrn Friedrich v. Bel⸗ lersheim, genannt Stürzelheim zu Darm⸗ ſtadt, und dem Fürſtlich Thurn und Taxis'⸗ ſchen Poſtmeiſter Freiherrn Maximilian v. Bellersheim, genannt Stürzelheim, zu Lübeck in der Gemarkung Niedermörlen zuſtehende, durch Allodification eines von Franz Möbs III. und Conſorten beſeſſenen Erblehnguts entſtandene Grundrente im jährlichen Geldanſchlag von 62 fl. 13 ¼ kr. 2) Die der Freiherrlichen Geſammtfamilie Löw von und zu Steinfurth, beſtehend aus dem Freiherrn Carl v. Löw, Königl. Preu⸗ ßiſchem Kammerherrn und Oberforſtmeiſter, — Ludwig v. Löw, Herzogl. Naſſ. Hof⸗ gerichtsrathe zu Wiesbaden,— Wilhelm v. Löw II., Großherzoglichem Kamiſerherrn in Beſſungen,— Auguſt v. Löw, Groß⸗ herzoglichem Kammerherrn und Rittmeiſter
florſtadt zuſtehenden Grundrenten, als
a) eine durch Ablöſung der Schaafweideberech⸗ tigung entſtandene Grundrente im jährlichen
Geeldanſchlage von 56 fl. 10 kr.
b) das ſ. g. Wehrgeld im jährlichen Anſchlage von 47 fl. nach den geſetzlichen Beſtim— mungen abgelöſt werden.
Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen Betheiligte, fie mögen bekannt oder unbekannt ſein, hiermit aufgefordert, ihre etwaigen deßfall⸗ ſigen Rechtsanſprüche innerhalb zwei Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte um ſo gewiſſer geltend zu machen, als ſonſt die Auszahlung der Ablöſungscapitalien an die genannten Be— rechtigten geſtattet werden wird.
Friedberg den 23. October 1854.
Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.
Rauſch 11. Wittwe und Kindern dahier deren nachbeſchriebene Güterſtücke, nämlich: Gemarkung Friedberg: Pag. No. Flur No. Klftr. 562/30 12 142 385 Acker im Kleingalgenfeld, Gemarkung Fauerbach II.: Pag. No. Flur No. Ruth. 449/23—— 40% Acker in der oberſten Elach, 702/10 9% Grasgarten in der Elach, erbabtheilungshalber öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 2. November 1854. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
Wirthſchafts-Verpachtung. 116971 Die Berechtigung zur Wirthſchaftsfüh⸗ rung auf dem Schwalheimer Mineral⸗


