Ausgabe 
5.12.1854
 
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entwickelt, und ſoden Jungen in Grundsboden verdor ben, wie deſſen Vater meinte, als er den Widerwillen des Sohnes, den er zu einem Bankier beſtimmt hatte, gegen jeden kaufmänniſchen Beruf wahrnahm. Der alte Altenhof ſtarb übrigens an einen Schlagfluſſe, noch ehe Franz zwanzig Jahre alt war, hinterließ jedem ſeiner drei Kinder ein Rittergut und eine ſchöne Summe in Staats papieren und konnte es nicht hindern, daß Franz ſich, als Grundherr, ſeinen Studien und Liebhabereien hingab, und die ganze Leitung der Geſchäfte einem tüchtigen und treuen Verwalter überließ, in deſſen Händen dieſelben geſchickter und einträglicher betrieben wurde. Etwas menſchenſcheu und ſchüchtern wie Herr Franz Altenhof war, hatte ihn der Widerſtand ſeiner Verwandten gegen ſeine Heirath, die der Verwalter Hettich veranſtaltet hatte, noch unge ſelliger gemacht, als er vor ſeiner Verheirathung geweſen, und er lebte mit ſeiner Frau, die er innigſt liebte, in ländlicher Stille und Zurückgezogenheit, bis plötzlich, nach kaum zweijähriger Ehe, ein jäher Tod der jungen Frau dieſem Glück beſcheidenen Familienlebens ein Ende machte, nachdem Pauline kaum drei Monate zuvor ihren Gatten mit einem Töchterchen beſchenkt hatte.

Altenhof betrauerte aufrichtig den Verluſt ſeiner Frau, und war lange Zeit für jeden Troſt unzugänglich, obſchon ſich ihm nun ſeine Verwandten wieder genähert und Allem aufgeboten hatten, ihn die frühere Spannung und deren Grund vergeſſen zu machen. Seine einzige Freude war nur noch die mutterloſe, kleine Pauline, die das verjüngte Ebenbild ihrer Mutter zu werden verſprach. Herr Alten hof's einzige ältere Schweſter, die Wittwe eines wohl habenden Gutsbeſitzers an der Bergſtraße Namens Schör tel, hatte ſich vergebens erboten, entweder zu ihrem Bruder nach Lindau zu ziehen oder das verwaiſte Paulin chen zu ſich zu nehmen, um es zu erziehen beide Aner bieten hatte der betrübte Wittwer abgelehnt. Allein Frau Schörtel, eine verſtändige, ſchlaue Dame, gab darum die Hoffnung noch nicht auf, den Bruder für ihren Antrag zu gewinnen. Sie lächelte, murmelte etwas von Zeit und Geduld vor ſich hin, und begnügte ſich, alle zwei bis drei Monate ihrem Bruder einen Beſuch abzuſtatten, um nach Paulinchen und deren Pflege zu ſehen. Und ihre Erwar tungen hatten ſie nicht getäuſcht: Franz war noch nicht volle drei Jahre Wittwer geweſen, ſo näherte er ſich wieder mehr der Welt, beſuchte im Sommer die großen Bäder und lebte im Winter auf einige Monate in den größeren Hauptſtädten des Nordens.

Es lag ganz in Altenhofs Weſen und Charakter, von einem Extrem in das andere zu verfallen, und ſo ward es denn bald darauf klar, nicht nur daß er wieder heirathen, ſondern auch, daß er ſeine Wahl dießmal auf eine Frau aus guter, wo möglich adeliger Familie lenken und eine Salondame erküren wolle, welche im Stande wäre, die Honneurs ſeines Hauſes in einer, ſeinem Vermögen ent ſprechenden Weiſe zu machen. Frau Schörtel lächelte auch hierüber; es freute ſie einerſeits, daß ihr Bruder aus ſeiner obſcuren ländlichen Zurückgezogenheit und Lange weile hervortreten und ſich vernünftiger gebahren wollte, als bisher; anderſeits aber erachtete ſie es doch für noth wendig, daß er bei ſeiner Wahl behutſamer ſeie, als das erſte Mal. Sie war die Einzige ſeiner ganzen Sippſchaft, welche wegen ſeiner erſten Ehe nicht ganz mit ihm ge brochen hatte; vielmehr war ſie Paulinchens Mutter freund licher begegnet als die Uebrigen, und hatte dadurch bei ihrem Bruder einen Stein im Brette. Allein ſie hielt es für rathſam, Franz vorzuſtellen, er ſolle nicht auf Adel, Diſtinction und äußere Vorzüge allein ſehen, ſondern bei ſeiner Wahl auch Gemüth und einiges Vermögen bean

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ſpruchen. Der Rath kam jedoch zu ſpät: Franz hatte ſchon ſeine Wahl getroffen ein Freifräulein v. Rechentow, die Tochter eines armen'ſchen Offiziers, ſeither Hof dame an einem kleinen Hofe, ahnenſtolz und dünkelvoll, klug und weltgewandt, aber ziemlich herzlos, ward die zweite Gattin des reichen bürgerlichen Gutsbeſitzers. Frau Schörtel ward hierdurch einigermaßen gekränkt, denn ſie ſah bald, mit welchem Stolze die neue Schwägerin auf die bürgerlichen Verwandten herunter ſah; allein die an deren Familienglieder erfreuten ſich der Verbindung, und erkannten darin erſt eine Mißheirath, als ſie ſelber ſehen mußten, daß Franz aus dem Regen in die Dachtraufe gekommen war und von der ihm geiſtig und an Willens ſtärke überlegenen Frau ganz nach Gutdünken gegängelt wurde. Mit einem Geldopfer erkaufte ſich Franz bald nach ſeiner Verheirathung den Adelsſtand, der ihm als Beſitzer eines Ritterguts nicht verſagt wurde, und hatte nun keinen ſehnlicheren Wunſch, als durch die Geburt eines Sohnes Namen und Vermögen im Mannesſtamme fortzu vererben und ein berühmtes Geſchlecht zu ſchaffen. Allein der Himmel hatte es anders mit ihm beſchloſſen, und zu ſeinem Mißvergnügen beſchenkte die gnädige Frau von Altenhof ihn im Verlauf der Zeit nur noch mit vier wei

teren Töchtern, und der erſehnte Majoratserbe blieb aus.

(Fortſetzung folgt.)

Verſchiedenes. Weder erſte Kammer, noch zweite Kammer! rief in Berlin ein Proletarier.Sorgt nur für eine gute Speiſe kammer und dann iſt alles in Ordnung!

Bücher, welche ſich zu Weihnachtsgeſchenken eignen.

Unſer Landsmann und Nachbar Herr Pfarrer Strack zu Ober- rosbach hat zwei Räthſelbüchelchen bei Guſtav Meyer in Leipzig 1853

und 1854 herausgegeben), eins, welches 500 Räthſelfragen aus der

Geſchichte und Geographie, und eins, welches 400 Räthſelfragen aus der Naturgeſchichte und Naturlehre, dazu 100 aus der Orthographie oder Rechtſchreibekunſt enthält, wofür demſelben Lehrer, Eltern und Kinder recht zum Danke verpflichtet ſind. Die Lehrer können dieſe Büchelchen bei der Wiederholung in genannten Gegenſtänden benutzen, um ſo die ſelbe Sache in veränderter Weiſe vorzubringen und dadurch mit neuem Reize zu umgeben. Und wie erwünſcht muß dem Lehrer nicht jedes Mittel ſein, wodurch er namentlich die Wiederholung erfriſchen und be leben kann! Die Eltern, für welche die Büchelchen vorzugsweiſe be ſtimmt ſind, haben Gelegenheit, ſich lehrreich und anregend, aber in unterhaltender, dem Kinde zuſagender Art zu beſchäftigen. In gleicher Weiſe können Geſchwiſter unter einander von den lieben Büchlein Gebrauch machen. Wie ſchön, wenn Eltern und Kinder an den langen Winter abenden ſich in warmer Stube zuſammenſetzen und nach gethaner Arbeit auch noch ein Stündchen dazu benutzen, ſich Kenntniſſe aufzufriſchen und zu erwerben!

Wenn dann der Abendſegen geleſen und das Nachtgebet geſprochen iſt, kann man ſich mit um ſo froherem Bewußtſein zu Bette legen. Man hat gearbeitet, gelernt, in unſchuldiger Weiſe geſcherzt, war froh und vergnügt, hat keinem Menſchen was Böſes gewünſcht, noch gethan und ſich zum Schluſſe dem lieben Gotte empfohlen und damit gethan, wie's guten Menſchen zukommt; warum ſollte man denn alles Andere nicht getroſten Muthes in die Hände des allmächtigen Beſchützers legen!

Auf welche Art die Büchelchen recht und mit möglichem Nutzen gebraucht werden, lernt man aus den Vorreden derſelben. Da kann man auch leſen, wie ſie entſtanden, und daß ſie vom Verfaſſer bei ſeinen eignen Kindern zu ihrer großen Freude gebraucht worden ſind. Uebrigens ſind dem Schreiber Dieſes ſchon mehr als ein Fall bekannt, daß die in Rede ſtehenden Büchelchen zu recht großem Vergnügen der Jugend ge braucht worden ſind. Gewiß hat auch mancher der Leſer neulich in un⸗ ſerer Landeszeitung dieſelben rühmlich erwähnt und empfohlen geſehen. Es iſt dies außerdem ſchon mehrmals geſchehen, daß man ihrer öffent lich in empfehlender Weiſe gedacht hat.

Die herannahenden Weinachten geben Veranlaſſung, mit dieſen Büchelchen recht zu erfreuen. Zu Weinachtsgeſchenken ſind ſie auch durch ihre ſchöne Ausſtattung geeignet. Dabei iſt der Preis billig.

Friedberg am 27. November 1854. N

) Vorräthig in C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg.

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