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wie ich will,— nicht wahr? Und da ich das darf, möcht' ich lieber ein armes Mädchen glücklich machen....“ „Mamſell Emilie?“ fiel ihm Marcus lebhaft in's Wort.„Ei, beſter Herr Hartmann, wenn Sie das thun, werden Sie alle wackeren Leute für ſich haben und ſich reichen Gotteslohn verdienen!“ (Fortſetzung folgt.)
Miszellen.
Zwei Engländer, die mit einander eine Rheinreiſe machten, waren auf dem Dampfſchiffe ſo von Langeweile geplagt, daß ſie ein neues geiſtreiches Spiel erfanden. Sie ſchlugen ein Stück Zucker in zwei Theile und jeder legte ein Goldſtück zu ſeinem Zucker. Auf weſſen Zucker die erſte Fliege erſchien, der hatte das Spiel gewonnen.
Eine Dame: Ach, können Sie mir wohl den Weg in den Gaſthof zum grauen Bock bezeichnen?“— Soldat: Ja wohl, den will ich Ihnen ganz genau expliciren. Mit „Augen rechts“ ſehen Sie jenes große Monument, dieß nehmen Sie gleich von hier aus zum Richtpunkt; dort an⸗ gelangt machen Sie eine„Achtelwendung links,“ ziehen ſich „rechts ſeitwärts“ bis zur Reitſchule hin, hier nehmen Sie „rechte Schulter vor“ marſchiren„g'rad aus,“ dann wird der graue Bock accurat gegen Sie Front machen.
Ein Dorfſchulz ſaß an der Tafel zwiſchen zwei jungen Leuten, welche ihn foppten.„Ich ſehe wohl, meine Herren,“ ſagte er,„daß Sie mich aufziehen, und ich will Ihnen einen richtigen Begriff von meinem Character geben. Ich bin weder ein Dummkopf, noch ein Narr, ſondern ich befinde
Als jüngſt eine geiſtreiche Frau bei weiblichen Hand⸗ arbeiten angetroffen wurde, und man ihr vorwarf, daß ſie eine ihrem Geiſte angemeſſenere Beſchäftigung wählen ſollte, ſagte ſie:„Ich habe immer gehört, daß es ſchon viele Bücher in der Welt gibt, aber noch nie, daß es zu viel Hemden gibt.“
Monatsbericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg.
Herzlichen Dank allen edlen Menſchenfreunden für ihre gütige Unterſtützung unſerer Anſtalt im Monat Juli. Die ganze Einnahm betrug 664 fl. 36% kr., wobei übrigens 223 fl. 36 kr. Pflegegelder find. Da wir ſeit neueſter Zeit außer unſeren bekannten Arbeiten nun auch eine Korbflechterei eingerichtet haben, ſo empfehlen wir hierdurch ſolche. Es werden nicht nur neue Arbeiten angenommen, ſondern auch Re⸗ paraturen.
Friedberg den 2. Auguſt 1854.
J. P. Schäfer, Vorſteher.
Butzbacher Kirchenbuchsauszug vom Monat Juni. Getraut e: Keine.
Get an fte
20. Dem B. und Färbermeiſter Wilhelm Friedrich Ludwig Brau⸗ bach eine T., Johanne Margarethe, geb. den 25. Mai.
Bie ei ige e:
5. Ein todtgeb. S. des B. u. Häfnermeiſters Heinrich Köppler II.
7. Friedrich Konrad Knabenſchub, Strumpffabrikant, ſowie Kirchen und Schulvorſteber und Mitglied der Armencommiſſion, alt 76 J., 5 M. 1 1 Juni.
10. Johannes Rübſamen II., B. u. Metzgermeiſter, alt 33 J. 10 M. u. 27 T., f 8. Juni. e
—
26. Johannes Grüninger III., B. und Rothgerbermeiſter, alt 76 J., 10 M. u. 23 T. f den 24. Juni. l
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
mich zwiſchen Beiden.“
Materiallieferung für das Großherzogliche Braunkohlenbergwerk bei Dorheim.
L11571 Mittwoch den 9. August, Vormittags
10 Uhr, ſoll auf dem Dorheimer Bergwerk die Lieferung von nachſtehenden Materialien, näm⸗
lich von: I. Floß holz: 88 Böden 10ter Stämmen, 98 gter 1 „ Ster* II. Brettern.:: 100 Stück ſchmalen Schreinerdielen,
150„ Dachdielen, 50 Stück Doppeldielen, 200„ Latten,
III. Pfählen: 20,000 Stück 4 Fuß langen Eichenpfaͤhlen, IV. Fettwaaren: 800 Maas Rüböl, 80 Pfund Talg, auf dem Soumiſſionswege vergeben werden. Die Soumiſſionen find ſchriftlich, verſiegelt und frankirt mit der Adreſſe der unterzeichneten Be⸗ hörde und der Aufſchrift„die Lieferung von.... betreffend verſehen, längſtens bis zum 9. Au⸗ guſt Vormittags 10 Uhr abzugeben. Die Er⸗ öffnung derſelben geſchieht in Gegenwart der erſchienenen Soumittenten. Die Bedingungen, unter welchen die Vergebung der Lieferung ſtatt⸗ findet, können vom 1. Auguſt an dahier einge⸗ ſehen werden. Dorheimer Bergwerk den 18. Juli 1854. f Großherzogliches Bergamt Dorheim iir.
Güter ⸗Verpachtun g. 112121 Dienſtag den 8. Auguſt d. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden in hiefigem Rathhauſe die zur erſten Pfarrei dahier gehörenden Güterſtücke,
beſtehend in 100 Morgen in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II. und Ockſtadt gelegen, anderweit auf 9 Jahre öffentlich meiſtbietend ver⸗ pachtet. Friedberg am 31. Juli 1854. In Auftrag Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
Amtsferien.
[1209] Die Amtsferien bei dem unterzeichneten Juſtizamte nehmen ihren Anfang den 12. Auguft und endigen den 9. September.
Während dieſer Zeit werden nur eilende Rechtsſachen vorgenommen.
Reichelsheim den 27. Juli 1854.
Herzogl. Naſſ. Juſtizamt Hildenbrand.
Edietalla dung.
11220] In dem Ockſtädter Grundbuche ſtehen
auf den Namen:
„Rudolph Müller, Freiherrlich von Francken⸗ ſtein'ſches Erblehngut⸗
die nachſlehend bezeichneten Güterſtücke:
106/16, 108/27, 118/77, 120/87, 152/18,
225/24, 266/39, 249/39, 242/1, 285/29,
302/30, 323,1, 37/2, 482,5, 667/6, 672/13,
176/1, 693/1, 701/13, 898/4, 94/2, 1095/16,
1243/18, 1296,10, 1309/23, 1355/15, 1414%,
1428/8 eingetragen.
Nach vorliegenden Prozeßacten iſt der Heim⸗ fall dieſes Gutes ausgeſprochen und von dem Freiherrn Georg von und zu Franckenſtein zu Ullſtadt beantragt worden, daß daſſelbe ihm als Eigenthum, das jedenfalls durch Verjährung erworben worden, jedoch als Beſtandtheil des Familienfideicommiſſes im Mutationsverzeichniſſe zugeſchrieben werden möge.
Da nun ein anderer Eigenthumserwerb voll⸗
ſtändig wenigſtens nicht hat nachgewieſen werden können, ſo werden auf geſtellten Antrag alle, welche an die bezeichneten Grundſtücke Anſprüche bilden zu können vermeinen, zu deren Anzeige binnen drei Monaten von heute an, unter dem Rechtsnachtheil hiermit aufgefordert, daß ſonſt dieſelben als durch Verjährung erworben, dem Freiherrn Georg von und zu Franckenſtein zu Ullſtadt, übrigens als Beſtandtheil des Fami⸗ lenfdeise n, werden zugeſchrieben werden. Friedberg den 12. Juli 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg. In Verhinderung des Landrichters: A Landgerichtsaſſeſſor.
Bekanntmachung.
11221] Kommenden Dienſtag den 8. Auguſt, Morgens 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Ge⸗ meindewald Niedermörlen nachſtehendes Holz, beſtehend aus:
1) im Schlag VIII 1200 Ginſtern⸗Wellen, 2 1 IX
900 1 1 3)„ 5 188„„ 4)„ eee 1 7 1 I 100„„ 60 5„ XIII 400 17 75
zuſammen 3456 Wellen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am Forſthaus Win⸗ terſtein. Niedermörlen den 2. Auguſt 1854. Großherzogliche e Niedermörlen e y.
Jagdverpachtung. [1222] Dienſtag den 8. Auguſt, Morgens 9 Uhr, wird die hieſige leihfällige Jagd auf dem Bureau des Unterzeichneten meiſtbietend verpachtet.
Pfaffenwiesbach den 29. Juli 1854. Rupp, Bürgermeiſter.


