2) Baubezirk Friedberg: Kreiſe Friedberg, Vilbel und Büdingen; 3) Baubezirk Nidda: Kreiſe Nidda und Schotten(mit Ausſchluß je⸗ doch der zu dem Landgerichtsbezirk Laubach gehörigen Orte, ſiehe 4, 0); 4) Baubezirk Grünberg: a. Kreis Grünberg, b. die zum Kreiſe Als— feld und zum Landgericht Homberg gehörigen Orte: Homberg, Ap⸗ penrod, Arnshain, Bernsburg, Bleidenrod, Büßfeld, Burggemünden, Dannenrod, Deckenbach, Ehrigshaiſen, Elpenrod, Erbenhauſen, Glei⸗ menhain, Gontershauſen, Haarhauſen, Hainbach, Heimertshauſen, Höingen, Kirtorf, Lehrbach, Maulbach, Niedergemünden, Niederof— leiden, Obergleen, Oberndorf, Oberofleiden, Otterbach, Rülfenrod, Schadenbach und Wahlen, und e. die zum Kreiſe Schotten und dem Landgericht Laubach gehörigen Orte; Laubach, Freienſeen, Gonters— kirchen, Kleineichen, Lardenbach, Ruppertsburg, Wetterfeld und der Laubacher Waldgemarkung; 5) Baubezirk Alsfeld: Kreiſe Alsfeld
(mit Ausſchluß der unter 4 b genannten, zum Landgerichte Homberg,
gehörigen Orte) und Lauterbach; 6) Baubezirk Biedenkopf: Kreis Biedenkopf. Die Baugeſchäfte in dem Kreiſe Vöhl hat, wie bisher, das Bergamt Thalitter zu beſorgen.)— III. Rheinheſſen: 1) Bau- bezirk Mainz: Kreis Mainz; 2) Baubezirk Oppenheim: Kreis Oppen⸗ heim; 3) Baubezirk Worms: Kreis Worms; 4) Baubezirk Alzei: Kreis Alzei und 5) Baubezirk Bingen: Kreis Bingen. Dieſe ver⸗ änderte Eintheilung tritt mit dem 1. Januar 1855 in Wirkſamkeit. Der Sitz des Großh. Kreisbauamts Oppenheim iſt mit beſonderer Allerhöchſter Genehmigung S. K. H. des Großherzogs bis auf Weiteres nach Mainz verlegt.— IV. Bekanntmachung Großh. Oberpoſtin⸗ ſpection vom 8. Juli, wornach die Einrichtung getroffen worden iſt, daß Reiſende zwiſchen Alsfeld und Hersfeld auf den Unterwegsorten, unter den in den Taxbeſtimmungen enthaltenen Vorausſetzungen, auf den noch freien Plätzen Beförderung erhalten können.— V. Desgl. eine Bekanntmachung dieſer Behörde vom 8. Juli, wonach für die Oſthofen-Ereuznacher Poſtverbindung die Perſonentaxe eine Ermäßi⸗ gung erfahren hat.— II. Bekanntmachung Gr. Kreisamtes Lau- ferbach, Erhebung der Parzellenvermeſſungskoſten von den Gräflich Görtziſchen Waldgemarkungen I. u. II. betr.— VII. Dienſtnach⸗ nachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 20. Juni den Finanzacceſſiſten Grünewald aus Babenhauſen zum Seecretär bei der Oberforſt⸗ und Domänen-Direction,— den Steuercommiſſariatsgehülfen und Geometer 1. Klaſſe, Wehn aus Biedenkopf zum Diſtriktseinnehmer der Diſtriktseinnehmerei Alzei J. zu ernennen;— dem Schullehrer Völſing zu Allendorf g. d. L. die Geſanglehrerſtelle an den Stadtſchulen zu Darmſtadt in Verbindung mit der Cantorſtelle an der Stadtkirche daſelbſt, dem Schullehrer Fiſcher zu Offenheim die kath. Schullehrerſtelle zu Köngernheim, dem
Schullehrer Büchler zu Lorſch die 2. kath. Schullehrerſtelle daſ., dem
Schullehrer Lennert zu Heppenheim die 3. kath. Schullehrerſtelle zu Lorſch, dem Schulvicar Schaller zu Lorſch die 5. kath. Schullehrer⸗ ſtelle zu Heppenheim zu übertragen;— am 23. Juni den prakt. Arzt Dr. Diehl zu Butzbach zum Kreiswundarzt des Medieinalbezirks Butzbach zu ernennen;— am 26. dem Schullehrer Friedrich Schlapp zu Worms die erledigte evang. Schullehrerſtelle daſelbſt zu über⸗ tragen;— den Controleur bei dem Hauptzollamte Gießen, Walz, zum Obereinnehmer für die Obereinnehmerei und das Rentamt Bin-
gen,— den proviſoriſch als Lehrer an der höheren Bürgerſchule zu
Oppenheim verwendeten Schulcandidaten Heitger aus Mainz zum Lehrer an der Real- und höheren Bildungsſchule zu Alzei, und am 28. Juni den Reviſionsgehülfen Scharch zu Darmſtadt a Acceſ⸗ ſiſten bei der 2. Juſtificaturabtheilung der Oberrechnungskammer zu ernennen;— den von dem Herrn Grafen Alfred zu Erbach⸗Fürſtenau auf die erſte oder Oberpfarrſtelle zu Beerfelden präſentirten, ſeit⸗ herigen zweiten Geiſtlichen daſelbſt, Pfarrer Netz, für dieſe Stelle zu beſtätigen;— am 4. Juli dem Freiprediger und Lehrer an der 1. Stadt Mädchenſchule in Darmſtadt, Schnittſpahn, die evang. Pfarrſtelle zu Lampertheim, und dem Schulvicar Mahr zu Framers⸗ heim die 2. evang. Schullehrerſtelle daſ. zu übertragen.— Am 15. Mai ſind dem Gymnaſtallehrer Hofrath Haas zu Darmſtadt die Functionen eines Ueberſetzers und Dollmetſchers bezüglich der bei den Gerichten des Großherzogthums nöthig werdenden Uebertragungen aus der franzöſiſchen, engliſchen, italieniſchen und ſpaniſchen Sprache in die deut ſche übertragen worden.— VIII. Geſtorben ſind: am 4. Juni Rector Werner zu Echzell;— 11. Juni evang. Schullehrer Schmidt zu Frohnhauſen b. B.;— 15. Juni Oberme⸗ dicinal⸗Secretär⸗Regiſtrator und Protokolliſt Kutſcher;— 18. Juni Obermedicinaldirector Dr. Graff.
Das Ver mächtniß. Erzählung von G. Freitag. (Fortſetzung.)
Dieſer Hammer war ein Gläubiger von Hartmann, ein Kaufmann, der fallirt hatte; Hartmann's Anſprüche waren zwar nachgehends befriedigt worden, aber er be— hauptete trotzdem ſeither ſtets, Hammer habe ihn ruinirt.
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Er zehrte ordentlich aus dieſem für ihn unerſchöpflichen Thema, welchem er die Schuld alles Böſen zuſchob, was ihm begegnete, wie häßliche Frauen auch immer von den Blattern reden, die ſie entſtellt, und arme Junker von den Revolutionen, die ihre Güter verſchlungen haben.
Der Doctor gab ſich die Miene, mit den Anſichten des Kranken übereinzuſtimmen, und trat ihm noch näher. Sein Auge hatte ſich allmählig an die Dunkelheit ge⸗ wöhnt und begann nun die Züge des Alten deutlich zu unterſcheiden, deſſen glühende Augen ſammt den dunkel⸗ rothen Flecken auf der Haut der vorſpringenden Backen⸗ knochen auf die Fieberhitze deuteten, die ihn verzehrte. Er erkundigte ſich daher freundlich nach Hartmann's Be⸗ finden, erfaßte während dem eine ſeiner heißen Hände, um ihm den Puls zu fühlen, horchte auf ſein mühſames röchelndes Athmen, und gewann bald die Ueberzeugung, daß es mit dem alten Geizhalſe ſchlimmer ſtehe, als er anfangs vermuthet hatte. Er wollte den„Vetter“ darauf aufmerkſam machen, um ihn zum Gebrauch einiger Medi camente zu beſtimmen, allein der Alte erſchöpfte ſich eben in einer ſo umſtändlichen Schilderung all der Vortheile, welche die zu vermiethende Remiſe und Stallung darböten, daß ihm mit nichts Anderm beizukommen war.
Auf einmal aber verſagte dem Vetter die Stimme, die ſeither allmählig heiſerer und ſtockender geworden war. Marcus beugte ſich raſch über ihn, und rief nach einem Lichte. Während Emilie dieſes anzuzünden eilte, hatte der Doctor dem Kranken, welcher nur ohnmächtig gewor— den war, den Kopf in die Höhe gehoben, und ihm Am— moniak unter die Naſe gehalten, das er bei ſich trug, und verſpürte nun bald, daß der Greis wieder zur Beſinnung kam. In dem Augenblick, als Emilie mit der brennenden Kerze herbeikam, hatte der Kranke ſich ſchon ſo weit er— holt, daß er die Augen öffnete und die Hand ausſtreckte; er wollte ſprechen, konnte aber nur einige unartikulirte Laute herausbringen. Emilie näherte ſich ihm, um ihn beſſer zu verſtehen, da richtete er ſich mit einem verzwei⸗ felten Ruck auf und blies die Kerze aus, die ſie in der Hand hielt.
Der Doctor hatte übrigens ſchon genug geſehen, um ſich zu verſichern, daß hier die raſcheſte Hülfe des Arztes geboten ſei. Er verabſchiedete ſich von dem alten Wucherer, dem er Ruhe dringend anempfahl, und verſprach ihm, in der fraglichen Angelegenheit wieder vorzuſprechen, wenn der Vetter eher im Stande wäre, darüber zu verhandeln. Emilie folgte ihm vor die Thüre.
„Nun, Herr Doctor, was halten Sie von dem Be— finden des Vetters?“ fragte ſie bange.
„Er iſt ernſtlich krank und die Symptome ſind ſehr bedenklicher Art,“ entgegnete Marcus.„Ich will eine Arznei verſchreiben, die Sie ihm aber pünktlich reichen müſſen.“
„Es ſind alſo Arzneien durchaus nöthig?“ fragte Emilie kleinlaut und mit einer gewiſſen Unruhe.
„Nur wenige!“ entgegnete Marcus, der ſich die Verlegenheit des Mädchens zu deuten wußte;„der Apo⸗ theker wird ſie Ihnen ſogleich verabfolgen, wenn Sie ihm mein Recept überreichen!“ Das Mädchen zauderte noch immer, und Marcus fuhr fort:„Ich errathe Ihre Be— denklichkeiten, Emilie! Aber kümmern Sie ſich nicht da— rum, daß die Medicamente Geld koſten; es ſoll Ihnen Alles auf meinen Namen geliefert werden, und ich kann die Auslage ja ſpäter mit Herrn Hartmann verrechnen!“
„Ich danke Ihnen herzlich für Ihre große Guͤte, Herr Doctor!“ rief Emilie mit dem freundlichſten Blick der Dankbarkeit.„Aber ich fürchte, wenn der Vetter er—
fährt, daß die Arzeneien ſpäter bezahlt werden muͤſſen, ſo
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