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Nr. 121
Gießen, Donnerstag, den 31. Mai. 1923
18. Jahrgang b
Der Hohn der Stinnez⸗Patrioten.
Ein Verrat am deutschen Volke. Der Prosit über alles, über alles in der Welt.
Das Präsidium des Reichsverbandes der deutschen In⸗ dustrie hat einen neuen Beweis seines mangeinden Pflicht- gefühls gegenüber der Volksgemeinschaft erbracht und da⸗ mit bestätigt, daß ein wesentlicher Teil der deutschen Wirt⸗ schaft auch in der schwersten Not des Vaterlandes den Profit über alles stellt. Bereits am Montag haben wir darauf hin⸗ gewiesen, daß diese Institution an den Reichskanzler einen Brief gerichtet hat, in dem sie sich bereit erklärt, unter be⸗ stimmten Voraussetzungen politischer und wirtschaftlicher 8 Art zur Erledigung der Reparationsverpflichtungen einen Hobeln all Gesamtbetrag von 200 Millionen Goldmark jährlich bereit⸗ Kirche zustellen. Für diese an sich geringfügige Summe wird nicht il mehr und nicht weniger verlangt als die Aufhebung der Kohlenbewirtschaftung, die den Industriellen finanziell — ährlich fast allein so viel Millionen einbringt, als sie zur W 00 Verfügung stellen wollen. Aber damit sind sie nicht zufrie⸗ den. Darüber hinaus wird noch ein erheblicher Profit ge— wünscht. Dieser Verdienst ergibt sich aus der Forderung nach Freigabe der Ausfuhrabgabe, deren finanzielles Erträg⸗ nis ebenfalls fast so groß ist wie die angebotene Summe. Schon diese beiden Tatsachen, die von einer großen Zahl Maus d anderer Forderungen, darunter die systematische Durch⸗ N aus d. Ala löcherung des Achtstundentages, begleitet werden, beweisen, e 29. Ferugtel“ daß die Industrie auch weiterhin aus den Repara⸗ f alf ionen Gewinne ziehen und die ungeheueren Lasten auf U
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10 ldi Arbeitnehmerschaft abwälzen wil. Ihre größte Under, 5 schämtheit, die an Landesverrat grenzt, ist, daß sie zunächst Schuls Ich die Verpfändung sämtlicher Einkünfte des Staates und die dmede un zen Verwendung aller Besitztümer des Reiches als Bürgschaften D auswärtige Anleihen fordern, bevor sie überhaupt in immer! Aktion treten wollen. 5 echmlede, Kue“ Dieses Machwerk der Industrie ist in erster Linie auf asser⸗ f. Dane Herrn Stinnes zurückzuführen. Es kam in der bekannten od 90 Form gegen den Willen eines großen Teiles der verarbeiten⸗ neden den Industrie, insbesondere der chemischen Industrie, zu⸗ An! stande. Würde sich die Regierung mit den Forderungen ab⸗ unn; finden, und sie als Entgelt für die Bereitstellung der gering⸗ ves 8,1 fügigen Summe von 200 Millionen Goldmark, die sie durch ie Papiergef heine Vermögenssteuer billiger haben könnte, verwirklichen, — dann hieße das in seiner Wirkung den Staat und damit die U Sie I Staatsgewalt erledigen. Wir kämen der mittelalterliche 7 die Ständeherrschaft näher, die Industrie würde der jeweiligen f 10 Regierung die staatspolitischen und wirtschaftlichen Maß⸗ er Fit nahmen diktieren. Schon kommen aus dem Ruhrgebiet die sersten Anzeichen eines Bürgerkrieges, der sich über das ganze
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Reich ausdehnen könnte, wenn den Wünschen der Industrie 1 J 0 auch nur im geringsten Rechnung getragen wird. Die deutsche Arbeiterschaft läßt sich den Achtstundentag nicht ohne weiteres g Gh nehmen, sie läßt sich auch eine Durchlöcherung nicht gefallen heim, Fund lehnt es mit Entschiedenheit ab, weiterhin die Lasten, f.die nun einmal zu tragen sind, allein auf sich zu nehmen, t hllllt% während eine kleine Kaste fortgesetzt Gewinne macht und graphie Maß, trotz der Not des Volkes ihren Patriotismus durch Steuer⸗ eee defraudantentum zum Ausdruck bringt. Endlich müssen die⸗ jenigen zur Erledigung unserer Reparationsverpflichtungen chstäte herangezogen werden, die während des vierjährigen „ gernutß Massenmordens Kriegsgewinne machten, später zu Repara⸗ n gülen gut tionsgewinnlern und dann zu Inflationsgewinnlern wur⸗ cee den- die Sachwertbesitzer. An Hand der Statistit . über die Steuereinkünfte der letzten Jahre ist leicht nachzu⸗ rei Tae weisen, wie sich die Inhaber von Sachwerten bisher vor den el Lasten gedrückt haben. Allein im Steuerjahr 1921/22 betrug die Körperschaftssteuer nur den 18. Teil der von den Arbeit⸗ A nehmern aufgebrachten Einkommensteuer, nämlich 1.5 Mil⸗ Tua liarden Mark und im Steuerjahr 192²ÿ23 nur noch den Leclehge, 88. Teil, nämlich 6,5 Milliarden Mark. Dieser Zustand muß f ert e behoben werden, und er kann eine wesentliche Aenderung 10 f* wenn man sich endlich dazu entschließt, den Sach⸗
e besitz zu erfassen. 5 ga Das bene„Angebot“ der Industrie ist ein Dolch⸗
ach bes
gegen die an der Ruhr im Abwehrkampf stehende Ar⸗ , beiterschaft. Es erscheint uns deshalb unbegreiflich, wie die ele, bürgerliche Arbeitsgemeinschaft gewissermaßen Lobeshymnen 1 ae auf die Industrie singen kann. Gewiß, in einem Punkte haben auch die Herren von der Industrie unter Führung
des Herrn Stinnes Aufklärung geschaffen. Sie haben in
rem Brief an den Reichskanzler, wenn. auch ungewollt,
klar zu verstehen gegeben, daß eine befriedigende Lösung
des Reparationsproblems ohne Erfassung des Sachbesitzes
05 6 Da aber ein derartiger Schritt nie durch⸗ „ rt werden darf in der Art und Weise wie es die In⸗
uustrie fordert und da nach dem ganzen bisherigen Ver⸗ halten der deutschen Wirtschaft nicht anzunehmen ist, daß sie
Poincaré bleibt—
Neue Fluchtversuche der Cuno⸗Regierung.
Während Poincars in der Kammersitzung am Mittwoch die Bewilligung der Ruhrkredite durchsetzte und ein außer⸗ gewöhnliches Vertrauensvotum mit der Mehrheit von 505 gegen 67 Stimen erlangte, scheint sich in Deutschland eine Kabinettskrise vorzubereiten. Es ist kein Geheimnis mehr, daß die Herren Cuno und Rosenberg seit langem das Weite suchen wollen und daß es nur den fortge⸗ setzten Bemühungen der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft zuzuschreiben ist, wenn sie jetzt noch das deutsche Volk weiter regieren. Jetzt scheint jedoch der entscheidende Moment ge⸗ kommen zu sein, in dem sie zweifellos erneut und mit Entschiedenheit den Versuch machen werden, mit Er⸗ solg einem anderen den Reichskarren zu über⸗ lassen, den sie in ihrer politischen Harmlosigkeit und ihrer Unfähigkeit so sehr in den Dreck gefahren haben. Aus London meldet Reuter, daß die englische Regierung nicht daran denkt, bezw. gedacht hat, den von der Reichsregierung nach London entsandten Beauftragten gute Ratschläge über die Art des neuen Angebots zu geben. Mit Recht sagt die Reuternote weiter, daß Deutschland, oder vielmehr seine Regierung die Ansicht Großbritanniens über die Repa⸗ rationsfrage kennen. Sowohl die englische Botschaft in Berlin, wie die deutsche Botschaft in London habe mehrfach Mitteilungen über den Standpunkt der englischen Re⸗ gierung gegenüber dem Reichskanzler und dem Außen⸗ minister gemacht. Bevor nun die Vertreter der Regierung nach London fuhren, habe der Reichskanzler Vertretern der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft erklärt, daß er von den Informationen, die seine Landsleute aus London und Rom mitbringen würden, seine Entscheidung, ob er weiter in der Lage sei, die Reichsgeschäfte zu führen oder nicht, abhängig machen werde. Die Reutermeldung beweist, daß sich Herr Cuno einen neuen Korb in England geholt hat. Ob er hieraus die angekündigten Konsequenzen ziehen wird, ist seine Sache. Unwahrscheinlich ist nicht, daß wir bereits in den nächsten 24 Stunden auf der Suche nach einem neuen Kanzler sind.
Die Sozialdemokratie, ebenso wie die bürgerliche Ar⸗ beitsgemeinschaft lehnt es ab, eine Regierungskrise auch nur im geringsten zu fördern. Sie ist jedoch auch außerstande, einen Mann, der nun einmal von der Flucht zur Verant⸗ wortung in der schwierigen Situation, an der er nicht ganz unschuldig ist, beseelt bleibt, an den Rockschößen festzuhalten.
Besprechung der außenpolitischen Lage. Stellungnahme des Gewerkschaftsbundes.
Am Mittwoch werden die nach London und Rom zum Empfang von Informationen entsandten Beauftragten der Regierung in Berlin zurückerwartet. Die Herren Cuno und Rosenberg beabsichtigen. von den Mitteilungen dieser Regierüngsvertreter ihre künftige Gesamt⸗ einstellung, insbesondere zur Außenpolitik, abhängig zu machen. Schon in Anbetracht dessen eilen die Behauptungen einzelner bürgerlicher Blätter, daß die politischen und finanziellen Grundzüge der neuen Note im großen und ganzen fertiggestellt und zwischen Reichsregierung und Parteien bereits eine Uebereinstimmung erzielt worden sei, den Tatsachen voraus. Am Mittwoch wird die Reichsregierung in der Reichskanzlei mit dem Auswärtigen Ausschuß des Reichsrates eine gemeinsame Sitzung zur Besprechung der außenpolitischen Lage ab⸗ halten. Auch der Fraktionsvorstand der sozialdemokratischen Reichs⸗ tagsfraktion, der telegraphisch zusammenberufen wurde, wird sich zur gleichen Zeit mit der politischen Gesamtlage befassen.
Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund dürfte bereits in den nächsten Tagen eine ausführliche kritische Betrachtung über das so⸗ genannte Angebot der deutschen Industrie an die Reichsregierung ver⸗ öffentlichen.
Industrie und Land wirtschaft.
Die Hauptversammlung des Reichsverbandes der deutschen In⸗ dustrie beschäftigte sich am Dienstag mit dem Angebot seines Präsi⸗ denten an den Reichskanzler. Da Stinnes die Mehrheit der Haupt⸗ versammlung stellte, konnte von vornherein kein Zweifel darüber aufkommen, daß das von ihm in der Hauntsache veranlaßte Angebot auch die Zustimmung der Hauptversammlung fand. Bemerkenswert ist jedoch, daß der Reichsverband der deutschen Industrie plötzlich in seinem Schreiben ein rein wirtschaftliches„Gutachten“ gibt und der Reichsregierung die politische Verwendung dieses Gutachtens überläßt.
Cuno will gehen.
Auch die Landwirtschaft hatte gestern ihre maßgebenden Ver⸗ treter zur Beratung über die Reparationsfrage versammelt. Das Berliner Tageblatt will erfahren haben, daß die Agrarier ebenfalls 200 Millionen Goldmark unter gewissen Voraussetzungen, die zum Teik mit denen der Industrie übereinstimmen, zur Verfügung stellen wollen. Der Rest von 100 Millionen der Gesamtsumme von 500 Millionen Goldmark, die die ganze deutsche Wirtschaft nach dem An⸗
gebot der Industrie aufbringen soll, dürfte nach der gleichen Quelle 0 Handel und Bankwelt tragen. Auffallend ist, daß das Zentralorgan
für die deutsche Landwirtschaft, die Deutsche Tageszeitung, über die Angaben des Berliner Tageblatts wegen der sogenannten Opfer⸗ bereitschaft seiner Förderer nichts besagt. Recht sagen zu können, daß uns die Richtigkeit der Angaben des Berliner Tageblatts zweifelhaft erscheinen und daß sie mit äußerster Vorsicht aufzunehmen sind. Hierfür spricht auch im wesentlichen die Abwesenheit des Herrn Dr. Rösicke, der an der Sitzung nicht teil⸗ nahm, weil er schwer erkrankt ist..
des Reichskanzlers mit den Vertretern der Landwirtschaft statt, in der diese ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Beteiligung an der Re⸗
Reparationsproblems zum Ausdruck brachte.
Ruhrgeschäfte der Industrie.
Nachträglich wird ein eigenartiger Vorfall bekannt, der sich am Freitag vor Pfingsten auf dem Bahnhof Düsseldorf⸗Gerresheim abspielte und bei dem die große Glaswarenfirma Heye eine eigen⸗ artige Rolle spielte. An diesem Tage erkundigte sich ein fran⸗ zösischer Offizier beim Stationsvorsteher nach einem angeblich be⸗ reitstehenden Sonderzug nach Italien. Da dem Stationsvorsteher von einem solchen nicht bekannt war, ließ sich der Offizier das An⸗ sschlußgleise der Firma Heye zeigen. Es dauerte dann nicht lange,
als die Rangierer des Werkes Heye mit der Werkmaschine 40 be⸗ ladene Wagen in den Bahnhof setzten, wofür sie von dem Offizier
Maschine mit
eine Vergütung erhielten. Etwas später traf eine und
französtschem Zugpersonal von Düsseldorf⸗Hauptbahnhof ein rollte die 40 Wagen ab. Der Ausrede der Firma Heye, daß sie keine Wagen nach Italien verladen habe und nicht wisse, wie es möglich gewesen sei, daß die 40 Wagen den n zugeführt werden konnten, wird hier kein Glauben ge⸗ schenkt. und der deutschen Firma in irgendeiner Form ein unerlaubtes Ge⸗ schäft abgeschlossen wurde. 5
Die Streikbewegung im Ruhrgebiet. Der heutige Tag ist im Ruhrkohlengebiet ruhig verlaufen. Die
Lohnverhandlungen sind bereits bekannt geworden und haben günstig
gewirkt. Allerdings muß festgestellt werden, daß die Streikbewegung bisher noch ungebrochen ist. Das gilt besonders für die Bezirke Dortmund, Gelsenkirchen und Necklinghausen. hausen streiken die Zechen„König Ludwig“ und„Blumental I u. 11“. In Frage komen ungefähr 13000 Mann. Ebenso ist in Gladbeck und Buer sowie einem Teil des Bezirks Bochum der Streik noch allge⸗ mein. Im Landkreise Hattingen sind die Belegschaften der Zechen am Dienstag zum größten Teil wieder eingefahren. Im Bezirk Hamm beginnt der Streik abzubröckeln. handelt man über die Bildung von Sicherheitswehren. In Gelsen⸗ kirchen hat sich eine Arbeiterwehr gebildet, an der u. a. auch neben den anderen gewerkschaftlichen Organisationen die Gelsenkirchener Union beteiligt ist. Im allgemeinen kann man feststellen, daß es in kurzem zu einer Aufnahme der Arbeit kommen wird, doch sind die Gefahren der Situation nicht zu verkennen. Die Frage der Be⸗ zahlung der Streiktage, eine Frage, die schon während des Kapp⸗ Putsches und der Novemberrevolution eine große Rolle gespielt hat und von der kommunistischen Agitation eifrig ausgenutzt wurde, wird schon jetzt debattiert. Es kann hier zu unangenehmen Kompli⸗ tionen kommen.
Besonders ungeklärt ist die Lage im Bezirk Essen. Auf Grund vorliegender Berichte hat sich die Düsseldorfer Behörde gezwungen gesehen, bei den Franzosen um Wafsenscheine für die Mitglieder der der Arbeiterwehren nachzusuchen. Die Düsseldorfer Regierung will den Ernst der Lage den Engländern vorstellen, mit dem Ziel, den nötigen Schutz und Garantien für die Lohnaus zahlungen zu erhalten.
In Dortmund kam es auf dem Westenhellweg im Laufe des Nach⸗ mittags zu einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und blauer Polizei. Es war versucht worden, einige Geschäfte zu plün⸗ dern, was jedoch durch das tatkräftige Eingreifen der Polizei verhin dert werden konnte, die den Westenhellweg absperrte. Da die Menge der Aufforderung der Polizisten nicht Folge leistete, waren diese ge⸗ zwungen, blank zu ziehen. Die Ladeninhaber schlossen sofort ihre Geschäfte und sicherten durch eiserne Schutzgitter ihre Schaafenster und Auslagen. Schließlich gelang es der Polizei jedoch, die Massen auseinanderzutreiben. Tote und Verletzte waren bei dem Zwischenfall nicht zu verzeichnen. Nach Erkundigungen an amtlicher Stelle ist sonst der gestrige Tag in Dortmund ruhig verlaufen. Bis 9 Uhr abends sind keine Zwischenfälle aus den Stadtbezirken gemeldet worden. N ö
eee ihre Auffassung ändert und sich zu ernsthaften Opfern be⸗ reiterklärt, muß der Staat mit Zwang diese Opfer for⸗ dern. Die deutsche Arbeiterschaft wird jede Regierung unter⸗ stützen, die in diesem Sinne vorgeht.
Das Angebot der Industrie bedeutet geradezu eine Verhöhnung des deutschen Volkes, das opfermutig und ge⸗ duldig den passiven Widerstand bis heute durchgeführt. Und dieser passive Widerstand wird getragen, selbst nach dem Urteil rechtsstehender Kreise, einzig und allein durch die Arbeiterschaft. Wohl haben auch einzelne Zechenherren Be— strafungen und Ausweisungen erfahren müssen, aber was ist das gegen die unsäglichen Erduldungen, die Arbeiter und
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Beamtenschaft von Heimat, Hab und Gut vertrieben, im unbesetzten Gebiet notdürftig untergebracht, auf sich genom⸗ men haben Sie werden in der Stinnespresse als Helden gefeiert, sind aber für die Stinnesherren nichts anderes als die alten Ausbeutungsobjekte. Die Erfassung der Sachwerte, die doch kommen muß, die allein unser Vaterland retten kann, nach dem Verlangen unserer Vertreter in Regierung und Parlament vor zwei Jahren durchgeführt, hätte uns all dies Leid heute ersparen können, hätte der fortschreiten⸗ den Verelendung Einhalt gebieten können, einer Verelen⸗ dung, unter der freilich die Sachwertbesitzer nicht zu leiden haben, aber zu profitjeren wissen.
Wir glauben mit gutem
Nach der Sitzung des Reichslandbundes fand eine Besprechung
paration unter der Voraussetzung der endgültigen Lösung des 7
Werksleitung der
Man nimmt vielmehr an, daß zwischen den Franzosen
Im Bezirk Reckling⸗
In Recklinghausen ver⸗
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