Ausgabe 
31.3.1923
 
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Wegsall des Grube für die Befetzung bei

Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt. Der Nein ⸗Herne⸗ Nana ist wieder fahrbar, nachdem der gesunkene Kahn, der die Fahrrinne versperrte, von einer Dortrechter Firum wieder gehoben worden ist. Rach einer dem deukschen Geschäftsträger in Paris am . März übergebenen offiziellen Note der französischen Re⸗ erung bildete die Besetzung der Hafen- und Bahnhofs⸗ nlagen bei Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt eine Vor eltungsmaßnahme für die angeblich absichtliche Versenkung Kähnen im Rhein-Herne-Kanal. Nachdem durch die ühungen einer deutschen Firma der Kanal wieder fahr⸗ ar ist, muß es als selbstverständliche Pflicht Frankreichs be rachtet werden, daß es nunmehr auch die zur Vergeltung bie Plätze wieder freigibt. Ob es aber geschehen ird? Wir haben keine Hoffnung. 5

Die Qualen der Rheinlandbesatzung.

In brachte. wie bereits kurz gemeldet am Samstag N er Albert die gewilnschte Denkschrift über die Rheinlandbesetzung ein. Die Besetzungskosten haben

1022 rund 88 45 Milliarden Goldmark

tagen(Hört börtl), ungerechnet der Kosten für die Besetzung 8 sogenarmten Sanktionsgebietes und für die Alliierten⸗Kontroll⸗ stone. Diese Beträge sind, abgesehen von dem amerikani⸗ Anteil, effektip gezablt worden durch Sachleistungen Zahlungen in bar und Derisen sowie sonstige unmittelbare Leistmgen an die esathungsarmer. 1 80 Wortlaut und Sinn des Friedens⸗ rages 12 des Mheinlandabkommens war die Belegungsstärke e

en deutschen Garnisonen des Rheinlandes als 12 2

Besatzung ins Auge gefaßt worden. Darum sprseht 3 Abkommen grundsätzlich von der Verpflichtung Deutschlands, die vorhandenen militäxischen Gebäude zur Verfügung zu stellen und Unteroffiziere umd mschaften in den vorhandenen Kasernen

zubringen.

Wag ist geschehen? An Stelle der ehemaligen deutschen Ve⸗ be 1 Köpfen in 28 Orten waren im September 1921 in den nlan

den Orte mit 145 000 Mann Webel.(Hört! Hört) Das ist nicht nur bas Doppelte der deutschen Frledensbekege, d Adern geht auch noch über die Zahl hinaus die die alliierten ungen selbst im Herbst 1921 durch ein besonderes Fimanz⸗ Dief e eee tpricht der Umfang der Jnan⸗ 1 0 0 en! 1 spedhnchne Deapihlond durch Lesstungen für bse Besatzungs⸗ srmeen. Der Minister erinnert nur am landwirtschaftliche Be⸗ e 3 und dergleichen. Außer den vor⸗ eue

en 32 deuischen eßgeländen und Exerzierplätzen sind 54 n lagen diefer Att von Deutschland erzwüngen worden. Außer den bereits vor handenen sieben Flugplätzen sind weitere 19 Flug⸗ Fan auf Kosten Deutschlands hergerichtet worden.(Hört! böct!) streifen will ich die von den Frangosen geforderte 0 Einrichtung von Bordellen

keslweise in die kleinsten Landstädtchen gelegt worden sind. (Unerhört!) Seit Beginn der Besatzung sind von der Besatzungs⸗

1 8 150 000 Wohnungen mit 37 000 Zimmern

üßerdem 110 westere 10000 Zimmer zur Unterbringung von fftzieren, Unterofsszieren und Mannschasten beschlagnahmt waren.

(Hört, hört!) Diese Inanspruchnahme ist demsenjgen lein Wun⸗

hex sich vorstellt, daß neben den Truppen die Angehörigen der

anzösischen und belgischen Besatzungsarmee(Aha! rechts) auf osten Deulschlands untertzebracht werden. So würde z. B. in der belgischen Jolle einem unverheirateten Offizier zur Verfügung

estellt: 5 herrschaftliche Zimmer nebst Küche für ihn selbst, seine Großmulter, seine Mutter, zwei unverheiratete Schwestern, eine verheiratete Schwester und zwei Kinder der verheirat ten Schwester (Bewegung und Entrüstungs rufe.) Während Deutsche infolge der Wohnungsnot oder infolge unmittelbarer Anordnungen der Be⸗ atzungsarmee jahrelang darauf verzichten miüssen, mit ihrer Familio zufammenzuleben, nimmt die framzösische und belgische VBesatzungsarmee für sich als selbstverftändssch das Recht in An⸗ spruch, die Familzen mit unterzubringen, eine Auffassung, die selbst ollen militärischen Grundfätzen unmfttelbar widerspricht. Auf

rund des Versailler Vertrages ist ein ehemals blühendes Land aus feinen wirtschaftlichen Zufammenhängen herausgerissen, und zu einem Heerlager größeren Stils gemacht worden. Und diefer en Militacismus wird durchgeführt unabhäugig von der Bewilligung des Parlaments auf Kosten einer anderen Nation (Rufe: Unerträglich!), der man dadurch gleichzeitig die Mittel für finanzielle Leistungen nimmt.

Politische Uebersicht.

Protest gegen die deutsche Dollaranleihe.

Die Reparationskommission befaßte sich, wie der Matin meldet, seit etwa 10 Tagen mit der Frage, ob Deutschland nach dem Friedensvertrag das Recht hat, ohne die Ermäch' tigung der alltierten Mächte, eine innere Anleihe in aus⸗ ländischen Zahlungsmitteln aufzunehmen. Die französische fegierung hat der Reparationskommission vorgehalten, daß ine solche Anleihe den Bestimmungen des Versailler Frie⸗ densvertrages, wonach alle Einnahmen des Reiches, sowie

des Staates den Alliierten verpfändet seien, widerspreche. Die Sachverständigen der Kommission haben darüber der

Kommisston am Samstag einen Bericht vorgelegt. Gestern nachmittag fand eine Sitzung statt, in der die Kommission Stellung zu folgenden grundlegenden Fragen nahm:

1. Hatte Deutschland ein Recht, diese Anleihe ohne Er mächtigung durch die Reparationskommission vorzunehmen. Darauf erfolgt einstimmig ablehnende Antwort.

2. Hat die Reparationskommission das Recht, auf Grund des Artikel 28 des Versailler Friedensvertrages das Erträg unis ber Anleihe als eine der Reparationskommission ver⸗

pfändete Einnahme aufzufassen: ferner seine ganze oder teil

diese Frage wurde von Seiten des französischen und italieui⸗ schen Vertreters in der Kommissson bejaht. Die anderen

neinten die Antiort auf diese Frage.

3. Haben die den Aulfeihe⸗Zeichnern von der Reichsbank angebotenen Garantien Geltung! Mit Ausnahme des fran⸗ zösicchen Kommissionsmitgliedes hat die Reparationskom⸗ mission anerkannt, daß die Reichsbank als Privatunter⸗ nehmen den Ansprüchen der Alliierten entzogen sei und daß sie deshalb auch ausreichende Garantien geben könne. Fest steht jedoch, daß die Neparationskommission zur Aufnahme dieser Anleihe der deutschen Regierung das Recht abspricht. Es würden daher zunächst das englische Mitglied Bradbury sowie der belgische Vertreter Delaeroix damit beauftragt, in diesem Sinne eine energische Note an die Kriegslastenkom⸗ mission zu richten. 5

Regierungskrise in Oldenburg.

Die Deutsche Volles partei hat sich bekanntlich von seher be⸗ aba Laterlandsliebe gerühmt und läßt auch in Bezug auf die kuhraktion eine Aaßhation in diesem Sinne für sich nicht rer⸗ missen. Aber auch jetz! zeigt sich wieder, daß genau wie bel den Deutschnationalen auch bei einem großen Teile der Volkspaxtei die Vatetlandsliebe nur bis dahin geht, wo die eigenen Interessen nicht gefährdet werden. In Anbetracht der innen und außen⸗ politischen Situation richtete der Reichskanzler an die Leitung der Volkspartei in Oldenburg das Ersuchen, ebenfalls, wie es vom Zentrum, den Demokraten und den Sozialdemokraten vorge⸗ schlagen wurde, auf Neuwahlen zum Landtag vorläufig zu ver⸗ zichten. Die Regierung Tantzen brachte ebenfalls auf Wunsch der Reichs regierung im Landtag eine Vorlage ein, nach der die Wählen um Jahre verschoben werden sollen. Dieses Gesetz, das elner Zwei⸗Orsttel⸗Mehrheit bedurfte, wurde gestern von dem Olden⸗ durgischen Landtag insofern abgelehnt, als von 48 Stimmen nur 28 Stisnmen dafür abgegeben wurden. Infolge dieses Verhaltens der Volkspartei trat die Regierung zurück.

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Nationalismus Bestialismus.

Welch freundliches Geschick uns die französtschen Natlomalisten zugedacht haben, ecsehen wir aus solgenden Tönen des Pariser Hetzblaltes Intransigeant das man so etwa mit einem Hitler⸗ oder Wulle⸗Orgam des deutschet Patentpatriotismus vergleichen

mag.

Um Gotteswillen keine deutschen Vorschläge die nur wieder zu einem faulen Frieden führen würden! Frankreich muß den Krieg fortführen. den Krieg der wirtschaftlichen Blockade, dessen Ausgang kein anderer als die bedüngungs⸗ lose Unterwerfuna des Gegners sein darf. Wenn Deutsch⸗ land er stlckt am Voden liegt, werden wir es fragen, was es anzubieten hat, und wenn dieses Angebot nicht genügend ist, daun werden wir fortfahren, ihm die Schlagadet zuzudrücken bis es zu einer vernünftigen Verständigung und zu soliden Garantien

bereit ist 8 4 Der Finanzausschuß

erledigte am Dienstag das rückstandige Kapitel 5, Braun⸗ kohlenwerk Wölfersheim usw. Hierbei gab die Regierung ausführliche Auskünfte über den zwischen der Provinz Ober⸗ hessen wegen ihres Vertrages bestehenden Rechtsstreites, der durch Schiedsgerichtsverfahren erledigt wird. Zu dem zurückgestellten Kapitel Oberrechnungskammer gab die Regierung eine Erklörung ab, durch die die Frage der Organisation als etledigt angesehen werden konnte. Als⸗ dann wurde mit dem Hauptabschnitt Landesamt für das Bildungswesen begonnen. Bei Kap. 53 beantragt der) Referent, die Stelle des Buchhaltungsvorstandes in 11 ein⸗ zustellen, wie dies auch bei den anderen Ministerien der Fall sei. Der Antrag wurde abgelehnt, jedoch gewünscht, daß die Angelegenheit bei der Besoldungsnovelle erledigt wird. Eine Vorstellung des Landes⸗Lehrerinnenvereins auf Schaffung einer Referentenstelle wird für erledigt er⸗ klärt. Bei Kap. 56 macht die Regierung Mitteilung über den Stand der Aufbauschulen, die Zahl det Schüler und die Kreise, aus denen sie stammen. Danach darf angenommen werden, daß die Zukunft dieser Anstalten gesichert ist. In der Frage der Lehrerbildung erklärt die Regierung, daß sie bereits vorangegangen sei und daß sie hoffe, sie in nächster Zeit in irgend eine Verbindung mit der Universitätsbildung zu bringen, Ein wichtiger Beschluß wurde bei Kapitel 57, Volksschule, gefaßt. Der Schulvorstand der Zwergschule Herbstein hatte beantragt, die Kosten des Lehrers dauernd auf den Staat zu übernehmen. Der Finanzausschuß lehnte das mit Rücksicht auf die Tatsache ab. daß das eine Durch⸗ brechung des Volksschulgesetzes bedeuten würde und be⸗ schloß, die Schule wie im vorigen Jahre durch einen Staats⸗ zuschuß zu unterstützen. Bei Kap. 61, höhere Schulen, wird eine Eingabe des Assessorenverbandes auf Errichtung von neuen Stellen der Regierung als Material überwiesen und die Errichtung einer Ober⸗Sekunda in Butzbach mit großer Mehrheit trotz des gegenteiligen Standpunktes der Re⸗ gierung angenommen.

Die hessische Noggen⸗Kohlen⸗Anleihe.

Zum Schlusse der Mittwoch⸗Vormittagssitzung des Landtags gab Finanzminister Henrich Auskunft von der Auflegung zweier hessischer Staatsanleihen,

von denen die eine als Mark-⸗Anleihe, die andere als wert⸗ beständig Braunkohlen⸗Roggenanleihe ausgegeben werden soll. Di Mark⸗Anleihe soll mit zwei Prozent unter dem Reichsbankdiskontsatz verzinst werden, mindestens mit 8 Ptozent, höchstens mit 16 Prozent. Vorerst würde also der Zinssatz 10 Prozent betragen. Die Braunkohlen⸗ Roggenanleihe soll mit 6 Prozent verzinst werden. Der Zeichnungspreis, die Verzinsung und Rückzahlung soll etwa zur Hälfte nach dem jeweiligen Preis für 1 Tonne der in den staatlichen Gruben der Provinz Oberhessen ge⸗ wonnenen Förderbraunkohle und zur Hälfte nach dem Preis für einen Zentner Roggen festgesetzt werden. 8. Zt. be⸗ rechnet sich der Zeichnungspreis auf 44000 Mk. für ein Stück. Die Zeichnung erfolgt vom 3. bis 15. April,

Die Etatsberatung. Der Finanzausschuß des Landtags verabschiedete am Mittwoch den größten Teil des Staats- voranschlages, sodaß die Beratungen in der Donnerstags⸗ Sitzung zu Ende geführt werden können. Bei Kap. 65 Volks⸗ bildung wurde die Hessische Landeswanderbühne besprochen

und pon verschiedenen Seiten gewünscht, daß in den einzel⸗

Fwesse Auslieferung an die Alfterlen zu verlangen! Auch

Mitglieder der Kommission, kinschließlich des belgischen, ver⸗

nen Städte und Gemeinden Theatergemeinden gehnder werden solleg, damit der Besuch der Vorftellung gesichert ist, Man glaubt es für wichtig zu halten, daß mit anderen Wan, derbühnen Fühlung genommen wird, um auf diese Weise bie gute und durchaus volksbilbdende Einrichtung besser stellen zu können. Es soll unter allen Umständen angestrebt werden, die Bühne zu halten. Sodann machte det Finanzminister Mitteilung über die Auflegung zipeier hess. en ee über die an anderer Stelle berichtet wird. Ferner wurde der Fassung der Ziffer 10 Abs. 2 der Vorbemerkungen zum Staatsporanschlag eine neue Fassung gegeben dahin, doß neu eingestellte feste Bewilligungen, die nicht unter Abs. 1 oder Ziffer 6 fallen, bis zur 7½fachen Höhe festgesetzt wer den können. Zu Kap. 68 Landesuniversität wurden ver⸗ schiedene Anträge gestellt, die unter die vorbezeichnete Be merkung fallen. Abgelehnt wurde ein Antrag Abg. Schian, jedoch ein Eventualantrag ebenfalls zu dieser Vorbemerkung angenommen, Der Ankrag, für Preisarbesten den Betrag auf 100 000 Mark zu erhöhen, fand ebenfalls Annahme. Das Gleiche gilt zu Kap. 69 Techn. Hochschule. Zu Kap. 62 Höhere Bürgerschulen fänd ein Anlrag des Abg. Brauer Annahme, den Schulen in Crainfeld und Seligenstadt Zu. schüsse wie den anderen Schulen zu gewähren. Abe elehnt wurde ein Anttag des Abg. Kaul, für 1924 die Zuschlisse zu streichen. Ferner würde abgelehnt, eine Vorstellung Rüssels⸗ heim, auf seine Schule eine Untersecunda zu setzen, nachdem festgestellt war, daß das Reich einen Teil der Kosten nicht übernimmt. Bei Kap. 83 Bodenverbesserung und Wasser⸗ versorgung gab die Regierung davon Kenntnis, daß das Riedprojekt ausgearbeitet sei, doch schweben gegenwärtig Verhandlungen über die Finonzierung. Sobald diese Ver · handlungen abgeschlossen sind, wird dem Landtag eine Vor⸗ lage zugehen. Bezüglich der Weschnitz wird mitgeteilt, daß ber Dammbruch bei Waldmichelbach wieder behoben ist. Zu Kap, 115 macht die Regierung Mitteilung über die gegen⸗

weärtig noch bestehenden Privalbahnlinien und stellt in Aus⸗

sicht daß auch die Strecke Ulrichstein⸗Mücke wieder aufge⸗ nommen wird. 8

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2 1 1. 2 1 2 5 N

Die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen⸗ Nassan und Waldeck im Febrnar.

Bericht des Landesamtes für Aebeltsnachweis in Frankfuet a. N.

Im Bereich des Lalldesarbetsantes hat sich im Monat Februar die Lage des Arbeitsmarktes weiter in erheblichem Maße verschlechtekt. In dem von den Franzosen besetzten in⸗ 1 0 5 05 wichtigsten Bezirk im Westen machen sich die Folgen det e Maßnahmen in immer schaͤdliche ren Ausmaßen bemerk⸗ ber, e Schwierigkeiten in der Arhefterbeförderung von und zu den Zentren der Industrie sind gegenüber der Zollabschnürung der völligen Unmöglichkeit. zu erporkieren Kohlen sich zu beichaffen, noch belanglos. i N den chemsschen Industrie ist, es daher bereils zu namhaften Be⸗ triebselnschränkungen gekommen. Diese Verhältnisse beginnen nunmehr auch auf Betriebe überzugreisen, die im un⸗ besetzten Gebiete liegen und die bisher in engsten Geschäftsbe⸗ ziehungen zum Rheinlande gestauden haben; die Auswirkungen sind die gleichen, sowohl für solche Firmen. die bisher als Liefe⸗ ranten für das besetzte Gebiet in Frage kamen wie für solche die aus dem Rheinlande mit Rohstoffen vor allem mit Halbsertig⸗ fabrikaten verxsorgt wu 2 5 8 2 55

Zu diesen durch die Vorgänge an Rhein und Ruhr bewirk⸗ ten wirtschaftlichen Depressionserscheinungen kommt nun die allgemeine Krise die gegenwärtig, unsere Produktion be⸗ lastet. Es ist gewiß vom volkswirtschaftlichen Standpunkte nut zu begrüßen, daß mit allen Mitteln der rapfd fortschreitenden Geld⸗ enkwertung seitens der dazu berufenen Reglerungsstellen zu Be⸗ ginn des Monats eine besonders durchgreifende Aktivität enkgegen⸗ gesetzt worden ist. Für eine auf der ungesunden. wen stabilen Grundlage der Inflation aufgebaute Konjunktur bedeutet aber die Devisenpolitik des Reiches im Februar eine der stärksten Belastungsproben, die se unsere Wirtschaft zu ertragen hatte und deren Folgewirkungen sich zur Zeit erst im Anfangsstadium zeigen. Die wirtschaftliche Wirklichkeit unserer Zeit ist mit den landläufigen volkswirtschaftlichen Theorien und Gesetzen nut schwer in Einklang zu bringen. Verständlich und begreiflich war es daher, daß man sich seinerzeit zu Beginn un während der e vielsach mit allem Nachdruck u soweit man dagu in der Lage war, mit Rohmaterial un Lor allen Dingen mit kallfkräftigen Devisen einzudecken versuchte. Die 7 1 45 der darauf so unerwartet N Ant schlag mit sich brachte, äußern sich heute in einem recht empfi n Mangel an flffigem Kela, jg in Subftanzschwund, der die Betriebe dazu zwingt, ihre Produktson wesentlich einzu⸗ schränken. Für den Arbeitsmarkt sind Arbeits zeitoer⸗ kürzungen und Emtlassungen die unmittelbare Fo Verschärft wird diefer Zustand noch durch die Tatsache, daß an⸗ dererseits das Wachsen der schwebenden Schuld des Reiches sich noch lie so überstürzt hat wie in dem gegenwär⸗ ligen Zeitpunkte währenb wescher die Devlsen schon seit 4 Zeit sich auf einem einigermaßen stabilen Niveau gehalten haben.

Ein weite ter Faktor, der die Lage in Handel und Industrie so unübersichtlich gestalte und die Unternehmungen in Bezug auf die Beschäftigung von Arbeitskräften so überauts vorsichtig gemacht hat, ist die immer mehr schwindende Ab fats möglich keit im Auslande und die nun tatsächlich nicht mehr vorhandene Kaufkraft brefter inländ schoͤt Konsumentenkreise die wohl hohe nominelle Ein ommen beziehen, deren Realwert. gentessen an den Weltmarkkpressen allet lebenswichtigen Gegenstände wie Kleidung, Nahrungsmittel namentlich auch solcher inländischer Produktion nur noch Bruchteil des vor dem Krlege üblichen Verdienstes dacstellt.

Außer dem Bergbau, der namentlich im Bereich des Lan⸗ desarbeitsamtes durch die Braulkohlengewinttung hauptsächllch im Kasseler Bezirk verkreten ist, leiden gegenwärkig alle anderen Industrien unter der rlücklällsigeg wirtschaftlichen Konfunktur. Der Cisenindustrie der Dillenburg⸗Wetzlarer Gegend seblen die notwendigen Erze. Die Bautätigkeit ist infolge der hohen Materialjenpreise wesentlich zurückgegangen. In der Metall⸗ industrie wurden im ganzen Vezirk Arbeitszeitverkürzungen vorgenommen. Auch in der chemischen Industrie namentlich. was die Gummi⸗ und Seifenindustrie aulaugt wird nicht mehr voll gearbeitet. Einen recht empfindlichen Rückgana hat die Offenbacher Lederindustrie ausznweisen, de seither einen noch selten dagewesenen Geschäftsgang durchgemacht hat; einzelne Fabriken haben ihre Arbeitszeit bereits auf 24 Stun⸗ den die Woche herabgesetzt. Auch die Beklesd n ugsbran⸗ chen haben zur Zeit fast nichts, zu tun, da das Käuferpublikum sich von Neuanschaffungen zurückhält und zum großen Teil dazu nicht mehr in der Lace ist; violsach haben nämlich dle Ter tilten den Weltmarktpreis schon beträchelsch stver⸗ schritten. ö 8

Hierdurch wird die Erwerbslofenfürforge in tinter höherem Maße belastet. Eine Nachweisung fiber die Vermittlungstätigkeit jn den einzelnen Berufsgruppen kann in diesem Monat noch nicht gegeben werden, da bis zur endgültigen Eluführung der neuen Berichtsformulare noch mancherlei Schwierigkeiten zu itbev⸗ swinden sind und die einzelnen Berichte selbst infolge der schlochten Postverbindungen verspäket einlaufen.

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