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f Woermann⸗Linie, Müller. ö In einer Denkschrift, die von dem Hamburger Verbindungsma am 25. März nach Stettin gesandt wurde, ist 155 Plan r.
militärischen Besetzung Hambur
N enthalten, Vehring, der Vorsitzende 75 Pa der Nieder⸗ den 1 wird als der Mann bezeichnet, bei dem alle Fäden zu⸗
h sammenlaufen. Die Vororte Barmbeck, Hammerbroock und die nörd⸗
N lichen Vororte Hamburgs sollen, um größere Unruhen im Keim zu
en ersticken, vor dem Einmarsch der Truppen
N mit Artillersefeuer belegt
N W werden. Aus dem Material ergibt sich weiter, daß der Leiter der
1»technischen Nothilfe“ Bayer, mit der illegalen Nachrichtenstelle
u n i 111 7 t 1 eng daten ee auch als zuverlässig bezeichnet
f d. a
1 0 res or a. D. Hellfritz ist im Mat
U ein umfangreicher Schlach ö angre htplan gegen den inneren Fe 15 ö O das sind die Pazifisten und die Sozialisten e N Aus diesem Plan ergißt sich, daß Verbindung besteht zwischen dem
n„Bund der Niederdeutschen“ f
1„BI ö und ben deutschnationalen Wander⸗ 1 vögeln, den deutschnationalen e e e dem„Vismarc⸗ tbiel N Bund“. Besondere Aufmerksamkeit ist der f
5 g f Beseitigung der Führer des roten Widerstandes ö 1 gewidmet. Es heißt da wieder in der Denkschrift:„Je rücksichtsloser K Ie die Gewalt angewandt wird, desto schneller geht es. Mit Aufrührern 1 1 wird nicht unterhandelt“ Den Unterführern dieser Bewegung ist 1 schren von General Hellfritz die Verpflichtung auferlegt worden, im Falle tag leer einer Verhaftung und gerichtlichen Vernehmung keine Angaben zu
Saft ane machen. sondern den General Hellfritz als den allein Insormierten
te geg hinzustellen. Es wurde ferner eine fertig ausgearbeitete Verord⸗ 1 f 41 Wen und 265 17 die landesstaalliche rs. bond 1 E i 1
r— Able n einem bestimmten Teil der Reichswehr 8 lag
15 N g An das Reichsgericht!
abgesg. 5 Berlin, 29. Juni.(Eig. Drahtb. N. mer Die Unterfuchung der Verbrechen der. dite ene un 5 wird schon in den nächsten Tagen dem Reichsgericht übergeben wer⸗ i e e e. er e de J ie ö„die einen ichs⸗ die dn 0 1 e fähre dn 5 ee Aber wischen fährt die deutschvölkische Presse fort, den Meuchel⸗ 1 mord an Cadom als harmlos hinzustellen. Veuerdings bemüht sie de dn sich, einen der Hauptbeteiligten, der auch Gewährsmann des Vor⸗
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einer Irrenanstalt gesessen und werde auch jetzt im Gefängnis für
n, ad m geistesgestört bebolten menen steht fest, daß unser Gewährs⸗ bam mann ein Oberleutnant der alten Armee jst, die doch In% früher„Charakterköpfe“ zu sein pflegten. 8, Das Mitglied der Roßbachzentrale in Wannsee, Bernhard, wur⸗ snd de nach kurzem Verhör wieder aus der Haft entlassen. de Mein Die deutschvölkische Kloake. 1 Am Dienstag erklärte Herr v. Graefe in einer 15 deutschvölkischen Versammlung der Partei, daß es eine e„verbrecherische Unterstellung“ sei, die Deutschoölkische Frei⸗ nch n heitspartei mit der mecklenburgischen Mordfeme in Zu⸗ iicher un; sammenhang zu bringen. Herr Wulle bestatigt diese Ver⸗ un laß 4 logenheit in der Donnerstag⸗Morgenausgabe des Deutschen A 14 Tageblatt, versucht aber gleichzeitig das Verbrechen seines A115— 14 Anhangs verständlich zu machen und die maßgebenden 5 Persönlichkeiten der deutschen Republik a n. als die intellektuellen Urheber deutschvölkischer duch n Missetaten hinzustellen. Schneller als die Herren gedacht 2 5 haben, werden ihre verlogenen Angaben aufgedeckt. Be⸗ kanntlich sind die beiden Spezialadiutanten des Ober⸗ 14 leutnants Roßbach am Dienstag in der Roßbach⸗Zentrale rden 1 in Wannsee verhaftet und in das Gefängnis des Berliner be.. Polizeipräsidiums eingeliefert worden. Ihre Vernehmung 1 1 bestätigte den dringenden Verdacht, daß sie einem der ö N Mordteilnehmer nach Begehung der Tat eine „ Anterkunft vermittelt und 30000 Mark 28 Reisegeld gegeben haben. Der eine der Verhafteten 5 9 namens Richter bestellte den betreffenden Mordteilnehmer 3 zur Entgegennahme des Geldes in das frühere Bureau der 1 Deutschvölkischen Freiheitspartei in Berlin, Dessauerstr. 5
und verwies ihn wegen eines weiteren Unterkommens an einen bekannten Führer der Deutschvölkischen Freiheits⸗
partei in Hannover. 5 Damit sind die Behauptungen der Rechtspresse, daß irgend eine politische Organisation nichts von der Mordtat in Mecklenburg gewußt hat, hinfällig, und der Parchimer Mord findet seine Bestätigung als politisches Verbrechen. Aber auch noch in anderer Hinsicht wirkte die Vernehmung der Roßbach⸗Adjutanten aufklarend. Bekanntlich wurde auf Anordnung des preußischen Innenministers das Bureau der Deutschvölkischen Freiheitspartei nach deren Auflösung geschlossen. Damit beschäftigte sich auf Grund des Geschreis der deutschvölkischen Abgeordneten der Ver⸗ fuassungsausschuß des Reichstages. Auf die Zureden des Deutschen Volksparteilers Dr. Kahl beschloß er. Herrn Wulle drei Zimmer für seine„parlamen⸗ tarischen Arbeiten“ zur Verfügung zu stellen. Welcher Art diese„parlamentarischen Arbeiten“ sind, ist jetzt bewiesen. Sie dienen der Vorbereitung und der Unter⸗ stützung von Mordtaten! Auch die sonstigem
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Verleumdungen und Behauptungen dier Deutschvölkischen werden 1
1 sich bald als das been wee, „ i 5 logenheiten! Neuer- 0 was sie sind: infame Verlog ele. die deutschvölkische Presse z. B., daß das 25 uin ö Attentat in Münster von entlassenem Druckerei⸗Personal 1 41 ausgeführt wurde. Der Sinn dieser Angabe ist natürlich l auch diesmal, die Spur der Täter zu verwischen. Wir hoffen, dae, daß es der Berliner Polizei gelingt. die infolge der cen,, mangelnden Fähigkeiten der Polizei in Münster nach dem 0 g Tatort entsandt werden mußte, die deutschvöllische Absicht 0 0 u pereiteln.
Politische Uebersicht. Die Dirne des Schwerkapitals.
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wärts sei, als irrsinnig auszugeben, er habe schon früher in
gegründeten Unternehmungen in Massen zusammen. Es gibt heute schlecht gerechnet ein Dutzend G. m. b. His mit allen mög⸗ lichen lateinischen und deutschen Namen, die nur dazu dienen, entweder Presseanteile aufzukausen oder die aufgekauften Blätter mit Lieferungen zu unterstützen oder sie mit Inseraten zu spicken. Weiß das deutsche Volk eigentlich, daß schlecht gerechnet 90 Prozent der deutschen Presse heute im Besitz solcher indu⸗ strieller Großunternehmer und ihrer Tochtergesellschaften sind? Hier liegt die Gefahr für die Unabhängigkeit der deutschen Presse. Hier liegt die Gefahr für die Unabhängigkeit des Jour⸗ nalistenstandes. Hier ist eine Kontrolle der Oeffentlichkeit aus⸗ geschlossen. un die Einwirkungen, die diese Zeitungskönige auf die öffentliche Meinung üben wollen, sollen ja eben ver⸗ schleiert werden. Verschleiert durch die Zeitungen, die sich nach wie vor unabhängig gebärden, die nach wie vor so tun, als ob sie den Zwecken des Volkes dienten, während sie in Wirklichkeit wirtschaftliche Interessenvertretung betreiben. Nur unklarer und verlogener, als das ehrliche Interessenpertretungen zu tun egen.
Das Publikum würde diese Zeitungen nicht mehr lesen, wenn
es die Zwecke kennte, die ihre Besitzer verfolgen, und deshalb müssen ihm dsese Zwecke verborgen werden. In diesen Groß⸗ unternehmungen spielt der Journalist die Rolle des Angestellten eines literarischen Bureaus in einer kapitalistischen Großunter⸗ nehmung. Die meisten von ihnen mögen dies gar nicht wissen.“
Einer der machtvollsten Faktoren im öffentlichen Leben ist die Presse. Sie ist das wichtigste Ausdrucksneittel der öffentlichen Meinung und gleichzeitig die Beherrscherin der Volksmeinung. Die Presse dient aber jetzt schon überwiegend kapitalistischen Interessen, während das Volk zum allergrößten Teil kapitallos, proletaxisch ist. Künftig soll, wie Georg Bernhardt nachweist, der kapitalistische Einfluß durch die Presse immer noch mehr verstärkt werden. Da muß sich endlich unter den Arbeitern und allen freiheitlich Gesinnten das Bewußtsein Bahn brechen, daß die mühevolle und opferwillige Arbeit, die in Partei und Gewerkschaft und vor allem in der Ar⸗ beiterpresse für das Wohl des Volkes geleiftet wird, durch weit⸗ gehendste Unterstützung gefördert werden muß. Wer Anspruch dar⸗ auf erhebt, sein Teil mit beizutragen, daß öͤie Partei und Gewerk⸗ schaft wuchtig, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten und zur Geltung bringen soll, hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die kapitalistischen Blätter aus den Wohnungen seiner Genossen restlos verschwinden. Dann nur wird die Arbeiterpresse zum Sprach⸗ rohr der überwiegenden Mehrheit des Volkes werden, dann ist die Garantie gegeben, daß sich die berechtigten Forderungen der Ar⸗ beiterschaft in der Oeffentlichkeit durchsetzen, sich Geltung und Er⸗ flillung erzwingen. Denn in demselben Augenblick, in dem die arbeitende Bevölkerung sich nicht mehr von der bürgerlichen Presse irreführen und einlullen läßt, ist auch die Macht der Ausplünderer in der Oeffentlichkeit gebrochen. ö
Je stärker der Rückhalt einer fresen und wahrheitsuchenden Presse im Volke ist, desto mächtiger ist die Gerechtigkeit, desto größer ist die Freiheit und desto kleiner ist auf der Gegenseite die Aus⸗ beutung und Unterdrlückung.
Deutschvölkische Mörderverehrung.
Wie dem Dan schen Volksblatt aus Sagaleck mitgeteilt wird, wurden von eutschwölkischen anläßlich des Jahrestages des Rathengumordes die Gräber der beiden Rathenaumörder Fischer und Kern viel besucht, die bekanntlich unmittelbar vor ihrer Ver⸗ haftung in der Burg Sagleck Selbstmord verübten. Für die Gräber trafen täglich Kränze ein, die mit großen schwarz⸗weiß⸗ roten Fahnen und entsprechenden Inschriften geschmückt waren. Ansichten mit den geschmickten Gräbern wurden in großen Mengen herge⸗ stellt und vertrieben.
Ende des Landarbeiterstreiks.
Nach langwierigen Verhandlungen ist es dem vom Reichsarbeitsministerum eimgesetzten Schiedsgericht ge⸗ lungen, eine Beendigung des seit fünf Wochen in Schlesien andauernden Landarbeiterstreiks herbeizuführen. Der Deut⸗ sche Landarbeiterverband hat den Schiedsspruch anerkannt. Stell? man die Forderungen des Arbeitgeberverbandes, der seit Beginn des Streiks die bedingungslose Unterwerfung der Streikenden verlangte, im Vergleich zu dem Ergebnis des Schiedsspruchs, dann ist festzustellen, daß der Ausgang des Streiks für die Landarbeiter immerhin ein zufrieden⸗ stellender ist. Maßregelungen der Streikenden dürfen nicht vorgenommen werden. Soweit bereits Entlassungen vor⸗ genommen wurden, haben beide Parteien den Schlichtungs⸗ ausschuß anzurufen. Auch die Erklärung des Arbeitgeber⸗ verbandes vom 18. Juni, daß der am 14. Februar 1923 mit dem Deutschen Landarbeiterverband abgeschlossene Tarif⸗ vertrag als aufgelöst zu betrachten sei und nur dann wieder hergestellt wird, wenn der Deutsche Landarbeiterverband die Bedingungen des Arbeitgeberverbandes, die er während des Streiks gestellt hat, anerkennt, ist als hinfällig zu betrachten. In dem Schiedsspruch wird gesagt, daß der Tarifvertrag vom 14. Februar einschließlich der inzwischen hervor⸗ gerufenen Lohnbewegung weiterhin maßgebend ist. Die Lohnfrage selbst wird in Verhandlungen, die am 30. Juni in Breslau stattfinden, erneut geregelt. Das Ansinnen der Arbeitgeber, erst am 7. Juli zu verhandeln, wurde abge⸗ lehnt. Der Deutsche Landarbeiterverband hatte während des Streiks selbst erklart, daß er auf eine Bezahlung der Streiklage, soweit es den Barlohn betrifft, verzichte. In dem Schiedsspruch ist festgelegt, daß die Deputatentlohnung aber während der Streiktage in den Monaten August bis einschließlich September verrechnet werden soll.
Das Mißtrauensvotum gegen Dr. Zeiger abgelehnt.
In der Sitzung des Landtages am Donnerstag wurde der Miß⸗ trauensantrag der Deutschen Volkspartei gegen den Ministerpräst⸗ denten Dr. Zeigner wegen seiner vielgenannten Rede in Nieder⸗ planitz behandelt. Nach einer außerordentlich lebhaften Aussprache und nachdem Dr. Zeigner seine durch die Presse entstellten Aus⸗ führungen berichtigt hatte, wurde der Mißtrauensantrag abgelehnt und zwar mit 48 Stimmen der Sozialdemokratie und Kommunisten gegen 43 Stimmen der bürgerlichen Parteien, von denen drei Abge⸗ ordnete bei der Abstimmung fehlten.
Die Devisenordnung im Rheinland.
Herr Poincars beeilt sich erneut, im Kampfe gegen die deutsche Mark nicht hinter dem deutschen Schieber⸗ und Spekulantentum zurückzustehen. Schon bei der Auflegung der Dollaranleihe hat der Vertreter Frankreichs in der Reparationskommission gegen die Zu⸗ lässigkeit dieser Anleihe Einspruch erhoben und dadurch den deut⸗ schen Drückebergern, die Dollarschatzanweisungen zu zeichnen in der Lage gewesen wären, einen willkommenen Vorwand geliefert, dies nicht zu tun. Jetzt ist ein ähnlicher Schritt erfolgt und in die Tat unngesetzt worden. Die interalliierte Rheinlandkommission, die be⸗ kanntlich nur noch in Abwesenheit der Vertreter Englands, Italtens und Amerikas Mehrheitsbeschlüsse faßt, hat die Durchführung der jüngsten Devisenverordnung für das altbesetzte Gebiet untersagt und angeordnet, daß Zuwiderhandlungen von Banken und Privatper⸗ sonen nicht bestraft werden dürfen. Die Besatzungsbehörden der neubesetzten Landesteile haben sich diesem Schritt für das Einbruchs⸗ gebiet angeschlossen. Wir erwarten, daß die Regierung trotzdem versucht, ihrer neuesten Verordnung gegen die Devisenspekulation auch im besetzten Gebiet Geltung zu verschaffen. Schließlich hat sie
F vor allem gegen widerspenstige Bankinstitute Mittel zur Hand, ble
auch im besetzten Gebset und trotz des Shutzes fremder Militärs ihre Wirkung nicht verfehlen werden.
Wie bewußt die Besatzungsbehörden nach Weisung aus Paris systematisch auf den weiteren Verfall der deutschen Mark hinarbei⸗ ten, ergibt sich auch aus ihrer zielbewußten Fortsetzung der Be⸗ raubung der Reichsbankstellen im besetzten Gebiet. Vor wenigen Tagen plünderten die Franzosen den Tresor der Reichsbaulstelle Mülheim(Ruhr) im Betrage von 7 Milliarden Mark; am gleichen Tage raubten sie auf der Reichsbanknebenstelle Oberhausen 28,44 Millionen Mark. admit haben sie allein der Reichsbank rund 190 Milliarden Mark entwendet. Daneben benutzen sie auch weiterhin sich bietende Gelegenheiten, um in Druck befindliches deutsches Papiergeld selbst herzustellen und sich so der völkerrechtswidrigen Geldfälschung schuldig zu machen. So ngen sie nor wenigen Tagen Druckereiarbeiter in Mülheim, deutsches iergeld für sie zu num⸗ merieren und zu schneiden, um diese Fälschungen dann für eigene Rechnung in Umlauf zu setzen,
Einigung in Danzig. 5
Die Vereinigung eines Teiles der Kommunistischen Partei Danzigs mit der Sozialdemokratie ist nunmehr vollzogen. Die sozialdemokratische Volkstagsfraktion verfügt damit jetzt über 36 Mandate und ist dadurch die größte Fraktion des Volkstags geworden. Diejenigen Mit⸗ glieder der Kommunistischen Partei, die den Uebertritt nicht mitgemacht haben, haben eine neue Kommunistische Partei gebildet und verfügen au chnoch über einige Mandate.
Atlentat in Rom.
Rom, 29. Juni.(Eig. Drohtb.) Die Attentate auf maßgebende politische Persönlichkeiten nehmen immer mehr überhand. Erst vorgestern wurde auf den serbischen Minister⸗ prüsidenten Paschitsch ein Anschlag verübt, gestern wurde nun der Praäsident der italienischen Kammer von einem Unbekannten durch einen Dolchstich in den Magen lebensgefährlich verletzt. Es soll sich dabei um die Tat eines Arbeitslosen handeln. Der Zustand des Präsidenten wird als hoffnungslos bezeichnet.
0 8 5 Arbeiter- und Angestelltenbewegung. Ein kommunistisches Schulbeispiel von gewerkschaftlichem Dilettantismus.
Wir lesen im Hamburger Echo: 55
Der Streik auf der Abwrackwerft von Kubatz ist seit 1 Tagen beendet. Eine Kritik an seiner Inszenierung kann N deshalb auch keinen Abbruch mehr tun. Mit voller Absicht haben sich die Gewerkschaften während der Dauer dieses unt 1 7 Kampfes jeder Einmischung oder abfälligen Aeußerung enthalten, um den Machern keine Gelegenheit zu der Ausrede zu geben, man wäre ihnen in den Rücken gefallen. Der Kampf ist von kommu⸗ nistischen Drahtziehern angezettelt; sie allein tragen die Verant⸗ wortung für den kläglichen Ausgang. Oder ist das Ergebnis des Streiks nicht kläglich? Hier sei es wie folgt kurz zufsammengefaßt: Von rund 240 Streikenden wurden nur 135 wieder eingestellt; es blieben also etwa 100 Arbeiter auf der Strecke, Für die Wieder⸗ eingestellten wurde der Tonnenakkordpreis von 180 auf 165 Mark herabgedrückt. In einer Zeit stärkster Preissteigerungen konnte sich der Unternehmer also einen Abbau der Akkordvergütung von 15 Mark erlauben, was ihm unter anderen Umständen nie geglückt wäre. Das aber galt nur vorläufig. Ueber den endgültigen Akkordabbau sollte eine Kommission von unparteiischen Sachver⸗ ständigen entscheiden.
Wohl selten ist ein Streik mit einem solchen Fiasko abge⸗ schlossen worden. Wie war dies möglich? Weil dieser Sreik unter Außerachtlassung aller wirtschaftlichen Voraussetzungen und der elementarsten gewerkschaftlichen Grundsätze geführt wurde, und zwar lediglich inszeniert aus kommunistischem Kraftmeiertum. Das alles wußte man schon, als der Streik begonnen wurde. hon damals vertraten die aus hier nicht näher zu erörternden Gründen entlassenen Arbeiter(deren Entlassung gerade den Streik hervor⸗ rief) sowie der Arbeiterrat den Standpunkt, daß man aus diesen Differenzen mit den Unternehmern keine große Aktion machen könne und wolle. Am nächsten Tage hatten sich die Kommumisten die Sache— wahrscheinlich auf einen Wink ihrer roten Gewerk⸗ schaftszentrale hin— anders überlegt. Man dürfe sich die„Provo⸗ kationen nicht gefallen lassen,“ so hieß es und damit wurde der„ Streik eingeleitet. Da die Gewerkschaften auf Grund ihrer Satzungen den Ausstand nicht finanzieren konnen, im übrigen den Streikenden aber auch nichts in den Weg legten, machten die Sowjet⸗ anhänger die Sache eben„über die Köpfe der Gewerkschafts führer hinweg“. Man ging überall in den Betrieben herum und knüpfte den Arbeitern für eine aussichtslose Sache ihre sauer verdienten f Papiermark ab. Trotzdem den Führern der Bewegung bekannt war, daß man den Unternehmer nicht nur nicht schädigen konnte, sondern ihm obendrein noch einen riesigen Gefallen tat, wurde über⸗ all für den Streik die Werbetrommel gerührt. Das Unternehmen existiert bekanntlich von dem Verkauf abmontierter Schiffe. Das Schrott und sonstige Alteisenmaterial wanderte größtenteils ins Ruhrgebiet zur Weiterverarbeitung. Infolge der Ruhrbesetzung konnte die Firma ihre Schrottbestände nicht absetzen; sie konnte lediglich auf Lager arbeiten. Sobald also die Aufspeicherung der Schrottbestände nicht mehr möglich war, mußte zu Arbeitsstreckun⸗ gen und Entlassungen geschritten werden. Dieser Augenblick stand vor der Tür, als die Kommunisten den Streik begannen. Man kam also bei steigender Arbeitslosigkeit dem Unternehmer entgegen. Dieser sparte obendrein noch für Wochen und Monate jede Lohn⸗ zahlung. Das alles wußte man und trotzdem dieser unsinnige Streik aus kommunistischen Prestigerücksichten. Vier⸗ oder fünfmal wurde verhandelt; die Bedingungen der Unternehmer wurden immer härter und endlich nach Monaten mußte man den Kampf mit großen Verschlechterungen abbrechen. Monatelang ist den Arbeitern jede Verdienstmöglichkeit geraubt worden; die Familien gerieten ins Elend und mußten schwere Entbehrungen ertragen; Nichtbeteiligte haben erhebliche Beträge beigesteuert; über ein Drittel der Be⸗ schäftigten wurde nicht wieder eingestellt und die übrigen nur zu einem niedrigeren Lohn. Der Unternehmer hat sich dabei ins Fäustchen gelacht und die Kommunisten glauben oder erzählen es wenigstens ihren Nachläufern, daß sie dem Arbeitgeber einmal„die Zähne gezeigt“ haben. So wird mit den Interessen der Arbeitex⸗ schaft Schindluder getrieben. Dies Schulbeispiel für gewerkschaft⸗ lichen Dilettantismus verdient die weiteste Verbreitung, damit jeder erbennt, wohin kommunistischer Irrsinn führt.
Die wilde Streikleitung in OS. bläst ab.— Die Gewerkschaften holen mehr heraus, als die Streikleitung forderte.
Aus Hindenburg wird uns gemeldet:
Der Streik flaut allgemein ab. Insgesamt arbeiteten in der Metallindustrie bereits am Donnerstag wieder weit über 50 Proz. der gesamten Belegschaften. Zu diesem Rückgang der Streik⸗ bewegung haben die am Mittwoch in Gleiwitz zum Abschluß ge⸗ kommenen Lohnverhandlungen für die Eisenhütten nicht unwesent⸗ lich beigetragen. Während die wilde Streikleitung im Verlauf der Verhandlungen nur eine 100prozentige Erhöhung der Maflöhne verlangte, gelang es den Gewerkschaften eine durchschnittliche Erhöhung von 134 Prozent zu erzielen. Augen⸗ blicklich richten die Gewerkschaften ihre Aufmerksamkeit besonders darauf, für die Arbeiter, die in den Streik gehetzt wurden, den Ur⸗ laub zu sichern. Ob das gelingt, ist fraglich. Es ist zu erwarten, daß die wilde Streikleitung in Anbetracht der allgemeinen Wieder⸗ aufnahme der Arbeit zum Abbruch des Streiks auffordert.
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