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1. Beilage zur Ob
Gießen, Montag, den 30. Aprit 1923.
Dir 1. Mui und die Jntemnationult
Von Emile Vandervelde⸗Brüssel.
Die Kundgebung des ersten Mai ist das letzte Ueber⸗ bleibsel jener internationalen sozialistischen Einheit, die, nachdem sie im Anschluß an die Pariser Kommune von 1871 gesprengt worden war, auf dem Pariser Kongreß von 1889
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wiederhergestellt wurde. Zum 30. Mal seit 1890 feiern die
Sozialdemokraten, die Kommunisten, die Arbeiterparteiler, die Gewerkschaftsmitglieder aller Richtungen, wenn nicht zu⸗ ssammen, so doch gleichzeitig, den ersten Mai.
Die zum Tode verurteiten Sozialrevolutionäre in den Moskauer Gefängnissen. die Ratgardisten Trotzkis vor dem Kreml, die aus Ungarn Verbannten oder in den Konzen⸗ trationslagern Horthys Inkernierten, die deutschen und sla⸗ wischen Sozialisten der Tschechoslowakei, die sich sonst so scharf einander befehden, die Arbeiter des Ruhrgebiets, die sozialistischen Soldaten unter den belgischen Kakihelmen oder unter den französischen azurblauen Stahlhelmen, in einem Worte, alle diejenigen, die von Klassenbewußtsein erfüllt
sind, sie begrüßen mit einheitlichem Schwunge das zweifache
— 5 der Befreiung der Arbeit und der Befriedigung der 1 N 5
Unnötig zu betonen aber, daß diese mystische Betrach⸗ tung künftiger Perspektiven zwischen den Sozialisten aller Länder und aller Richtungen nur ein Band bildet, dessen Unzulänglichkeit offenkundig ist. ö
Wir stehen Realitäten, harten, sehr harten Realitäten Een 5e Wir stehen tagtäglich vor unsagbar ernsten Pro⸗
lemen, deren Lösung ebenso schwer wie unerläßlich ist, wenn man nicht will, daß Europa zugrunde gehe; und unter diesen Problemen gibt es eins, das in der gegenwärtigen Stunde alle anderen überragt und neben dem alle übrigen als neben⸗ sächlich und abhängig erscheinen: Das Problem der Repa⸗ rationen und der Ruhrkonflikt.
Es wird behauptet, daß bei diesen Konflikten Frank⸗ reich, Belgien, Italien, Deutschland, England in Streit ver⸗ wickelt sind.
Das ist glücklicherweise unwahr. Der Ruhrkonflikt ist kein Streit zwischen Frankreich, Deutschland, Belgien, England oder Italien. In diesem ieg gibt es die eine neue Tatsache: daß die in Frage Nationen keine unversöhnlichen Massen bilden, sich aufeinander stürzen, ohne anderen denkbaren Aus⸗ „als den Triumph der Stärkeren. Die Trennung der ste ist eine ganz andere. Auf der einen Seite gibt es ierungen— die deutsche, die französische, die belgische legterung usw., die darüber übereinstimmen, daß sie nicht mitein⸗ übereinstimmen, und die sich auf die bürger ⸗ lichen Parteien stützen oder auf Volksmassen, deren Gefühle Vorurteile durch die kapitalistische Presse geschürt wer⸗ den. Auf der anderen Seite gibt es alle proletarischen Par⸗ steien, gibt es alle diejenigen, die fähig find, die Dinge anders als vom nationalistischen Gesichtspunkt zu betrachten, alle besenigen, die begriffen haben, daß das Lebensinteresse der Arbeiterklasse Lösungen der Verständigung erfordert. Freilich scheint es zunächst, als ob der Kampf zwischen biesen beiden Gruppen von Kräften ein ungleicher sei. Sehen
wir uns jedoch die Dinge näher an. Gewiß besteht bei uns eine Schwäche, die ich nicht unterschätze insofern, als wir nirgends an der Macht sind und überall nur eine Opposition bilden, und zwar eine solche, die nicht immer sehr einflußreich ist. Aber andererseits besitzen wir eine Stärke, die auf die Dauer unbesiegbar werden kann: die Einigkeit der Arbeiter ⸗ Hassen gegenüber den gespaltenen Regierungen. Die inter⸗ tionale Arbeiterschaft ist sich einig, wenn nicht über alle Einzelheiten eines Planes der Reparationen und der inter⸗ nationalen Sicherheit, so doch über die Grundsätze der not⸗ 1 7 5 Vereinbarungen. Allerdings würde dieses grund⸗ satzliche Einvernehmen, das übrigens in den jüngsten Zu⸗ sammenkünften erfreulich vervollständigt wurde, wenig be⸗ deuten, wenn nicht unserem gemeinsamen Willen eine ge⸗ meinsame Aktion folgte. Glücklicherweise wird eine solche Aktion beabsichtigt, und die Kundgebung des 1. Mai soll für suns alle die Gelegenheit sein, festzustellen, daß sie sich mit steigender Kraft und Entschlossenheit fortsetzen wird.
Wir haben nicht nur gemeinsam grundsätzliche Resolutio⸗ nen zu fassen, wir haben auch, jeder in seinem Lande, einen energischen Feldzug im Sinne dieser Resolution zu führen. Die englischen Sozialisten z. B. haben die von Keynes sieg⸗ reich durchgeführte Beweisführung zu vollenden, zu vervoll⸗ sständigen und zu propagieren, wonach es nicht ungerecht ist, sondern auch den wirklichen Interessen Englands zuwider⸗ läuft, ihm Frankreichs Kriegsschulden aufzwingen zu wollen. während letzteres die volle Wiedergutmachung seiner Schä⸗ den nicht zu erlangen vermag.
Die deutschen Sozialisten haben ihre Bemühungen fort⸗ zusetzen, um die Regierung Cuno zu veranlassen, sobald wie möglich Verhandlungen einzuleiten und ein für alle Mal auf Methoden zu verzichten, die aus dem Wunsch zu ent⸗
0 springen scheinen, der moralischen und vertragsmäßigen Ver⸗
pflichtung zu Reparationen zu entgehen. N Die belgischen und französischen Sozialisten endlich müssen unablässig zugleich die Ungerechtigkeit und die Sinn⸗ losigkeit einer Politik brandmarken, die, weit davon ent⸗ fernt, die Reparationen zu sichern, sie nur noch schwieriger gestalten, und die unter dem schlechten Vorwand eines Jehl⸗ betrages von einigen tausend Telegraphenstangen und eini⸗ gen Millionen Tonnen Kohle die militärische Besetzung der reichten Gebiete Deutschlands beschlossen hat, wobei die schlimmsten Zweifel über das wahre Ziel dieser Besetzung, ob politisch oder wirtschaftlich, offen gelassen werden. Um nun im allgemeinen Interesse zum gemeinsamen Endziel zu gelangen, müssen wir uns die Arbeit teilen und, leder in seiner Einfluß ⸗Sphäre. auf unsere Regierung ein⸗
erhessischen Volkszeitung Nr. 98
Erst Verhandlungen, daun Verzicht auf die Abwehr!
Niemals bedingungslose Unterwerfung.
Noch bevor die deutsche Regierung ihr Angebot an die einzelnen alliierten Mächte gemacht hat, also bevor man in Paris weiß, was Deutschland im augenblicklichen Stadium anzubieten bereit und in der Lage ist und wie es sich die Lösung der Reparationsfrage im allgemeinen vorstellt, hat die französische Regierung unter dem Vor⸗ sitz Poincarés getagt, um sich über die Vorbedingungen irgendwelcher Verhandlungn mit Deutschland schlüssig zu werden. Aus der Paxiser Presse geht hervor, welcher Art diese Vorbedingungen sein sollen. Ganz offen fordert z. B. der Matin
die bedingungslose Aufgabe des passiven Widerstandes als
Vorbedingung sür jede Verhandlung.
Den passiven Abwehrkampf nennt er„eine Rebellion gegen den Ver⸗ safller Friedensvertrag“, deren Urheber von der Reichsregierung ebenso streng verfolgt werden sollen wie von dem französischen Ge⸗ waltregiment. Ferner wünscht dieses Blatt, daß alle finanziellen oder anderen Maßnahmen, die dazu bestimmt sind, die Arbeitslosigkeit und die Sabotage aufrecht zu erhalten, vor dem Verhandlungsbeginn öffentlich desavoniert und die Organisationen des Industriegebietes, die nach dem umbesetzten Deutschland verlegt wurden, wieder an der Ruhr installiert werden.
Man sollte aum glauben, daß die Regierung einer Kulturnation, die in diesem Kampfe moralisch vollkommen unterlegen ist, dem
Gegner derartige Schmachforderungen
stellen könnte. Wenn wir vorläufig auch noch nicht daran glauben, daß Poincaré im Ernstfall so handeln wird, wie es seine Presse jetzt propagiert, so bleibt doch richtig, daß man sich in maßgebenden französischen Regierungskreisen schon seit mehreren Wochen mit
Gedanken trägt, an Verhandlungen die Bedingung des deutschen Verzichts auf den passiven Widerstand zu knüpfen. Diese Pläne sind auch in Berlin nicht geheim, wohl aber ohne Eindruck geblieben, und
sie werden an der Absicht Deutschlands, an die alliierten Staaten ein Angebot zu machen, nichts ändern.
Vielmehr sind wir der Auffassung, daß gerade die bekannt gewordenen Absichten Poincarés die Reichsregierung veranlassen sollten, darauf zu sehen, daß ihr Angebot die Welt von unserer Verständigungs⸗ und Friedensbereitschaft überzeugt. Ist die deutsche Note derart, vermag sie die allfierten Staaten und insbesondere Belgien sowie die friedlichen Kreise Frankreichs davon zu überzeugen, daß Deutschland den Frieden will, dann wird sich zeigen, ob Herr Pomcaré noch wagt, an Verhandlungen Bedingungen zu knüpfen, die jedes Kulturvolk ablehnen muß. Wir halten ihn für zu Hug, als daß er sich eine derartige Blöße vor der Welt geben würde.
Aber angenommen, Frankreich würde als Voraussetzung für Verhandlungen den deutschen Verzicht auf den passiven Widerstand fordern. Sollte das der Fall sein dann muß man sich in Paris von vornherein auf eine Ablehnung dieser Forderung gefaßt machen.
Der Verzicht auf den passiven Widerstand kann nicht eher eintreten bevor nicht die Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt haben oder bebor nicht weniastens die deutschen Unterhändler von ihrem aussichts reichen Verlauf überzeugt sind. Gewiß, wir sind bereit,
den passiven Widerstand aufzugeben,
wenn Herr Poincaré das Ruhrgebiet von französtschen
Truppen räumt, und wir sind bereit. dann dafür einzutreten, daß die Sachleistungen auch Frankreich und Belgien gegenüber sofort wieder nach bestem Wissen. und Gewissen im Rahmen der deurschen Leistungs fähigkeit durchgeführt werden. Aber
die beutsche Arbeiterschaft ist nicht so naiv, von vornherein
ihre Verhandlungsposition bewußt zu schwächen.
Das würde sie aber tun, wenn sie ihre einzige Waffe den passiven Widerstand. aufgibt. Der Verzicht auf die passive Resistenz läuft darauf hinaus uns selbst sämtlicher Trümpfe zu berauben, die wir überhaupt noch besitzen, er würde schließlich Verrat am eigenen Lande bebeuten. Jedermann muß sich klar darüber fein, daß ein passirer Widerstand. wie wir ihn an der Ruhr erleben, das zweite Mal nicht so leicht möglich ist und überhaupt nicht mehr zustande kommen kann wenn wir ihn jetzt aufgeben, während die sranzösischen Truppen ihre Positionen behalten. Womit sollen wir uns wehren, wenn die Verhandlungen, die trotz Poincaré doch einmal kommen müssen, durch die Schuld der Franzosen schettern? Sollten sie ergebnislos abgebrochen werden, was nicht unser Wunsch ist, dann dürften die französischen Truppen ihre Taktik der Gewalt fortsetzen. Und die deutsche Arbeiterschaft? Sie wäre ou Gnade oder Ungnade den Bafonetten ausgeliefert, chr bisheriger Kampf gegen den Militarismus, der bald vier Monate dauert, wäre umsonst geflihet, dann müßte sie, um nicht zu verelenden, schließlich dennoch unter Bafonetten arbeiten.
Seit Anbeginn der Ruhrbesetzung hat die Sozialdemokratie gegen die Auffassung gefochten. Deutschlands Teilnahme an Ver⸗ handlungen von der vorherigen Räumung des Ruhrgebietes ab⸗ hängig zu machen. Diese Auffassung hat sich trotz den Nationa⸗ listen, die nur für Katastrophenpolitik geboren sind, inzwischen innerhalb der Regierung und bei der Mehrheit des deutschen Volkes durchgesetzt. Mit der gleichen Entschiedenheit aber muß sich die Sozialdemokratie gegen Bedingungen als Voraussetzung für Verhandlungen von der Gegenseite wenden. Nach wie vor fordern wir Verhandlungen, aber nicht solche, deren Einleitung schon zu einer neuen Demütigung führt, sondern
Verhandlungen, bei denen auch Deutschland als gleichberechtigt zuge lassen
ist. Es zeugt nur von einer sonderbaren Aufsassung der franzö⸗ sischen Regierung, wenn sie von Deutschland verlangt, was sie selbst nicht eingehen würde.
wirken. Und es ist notwendig, zu betonen, daß unsere Er⸗ folgaussichten umso größer sein werden, je weniger einseitig der sozialistische Druck im Sinne einer friedlichen Regelung sein wird, je mehr dieser Druck mit der gleichen Energie in Deutschland auf die Regierung Cuno, in England auf die Regierung Bonar Law, in Frankreich und Belgien auf die Regierungen Poincare und Theunis ausgeübt werden wird.
Um die ungeheuren Probleme zu lösen, die in sich Krieg und Frieden bergen, darf sich die sozialistische Aktion nicht auf ein einzelnes Land oder auf eine Gruppe von Ländern fühlbar machen. Sie muß allgemein sein, sie muß inter⸗ national sein. Und das ist es, was seine ganze Tragweite, seine volle Kraft dem großen Ereignis verleihen soll, das sich in drei Wochen in Hamburg vollziehen wird: dem ersten allgemeinen Kongreß der wiederhergestellten sozialistischen
Internationale. ————
Das deutsche Angebot am Dienstag.
20 Milliarden plus x N
Das deutsche Angebot wird den Regierungen der alliierten Länder voraus sichtlich schon im Laufe des Dienstag, spätestens am Mittwoch überreicht werden. In seiner vorläufigen Fassung ist da⸗ Angebot fertiggestellt. Am Sonnabend wird sich das Reichskabinett in erster Beratung mit der Note beschäftigen. Für Sonntag ist der Em⸗ pfang der Parteiführer zur Unterrichtung über den Inhalt unseres Anerbietens geplant, Am Montag soll das Kablnett die end⸗ gültige Formulierung vornehmen. An der Sitzung werden auf Veranlassung der hessischen Regierung die sämtlichen Ministerpräsi⸗ denten der Länder teilnehmen. Der hessische Staatspräsident wird die von der Mehrheit des hessischen Landtages während der letzten Etatsgeneraldebatte eingenommene Stellung über die Notwendigkeit eines Angebots ohne Unterwerfung vertreten. 5
Der Inhalt der Note trifft mit unseren bisherigen Angaben überein. Angeboten werden unter Benennung bestimmter Garan⸗ tien, deren Erörterung einen breiten Raum in der Note einnehmen, 20 Milliarden Mark plus einer Summe, die unter bestimmten Vor⸗ aussetzungen von„Autoritäten“ festgesetzt werden soll. g
Die völlige Abschließung des besetzten Deutschland.
Es liegen folgende Meldungen vor:
Nach einer Havas⸗Meldung hat die Rheinlandkommission eine wichtige Verfügung erlassen, derzufolge der Verkehr zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet nur noch den Personen erlaubt ist, die über einen 80
Passier⸗Schein f verfügen. Die Maßnahme soll die angeblichen Unruhestifter in ih Treiben hindern, da sie fortan die Grenze nicht mehr überschreiten können.
Eine Meldung aus Darmstadt besagt: Die Franzosen haben den Personenkraftwagenverkehr und den Verkehr auf Lastkraftwagen mit Waren verboten. Dadurch hat sich die Oberpostdirektion genötigt ge⸗ sehen, die Postautomobile im besetzten Gebiet nicht mehr verkehren zu lassen. Diese chikanösen Maßnahmen dürften sicherlich darauf be⸗ rechnet, sein den Personenverkehr zwangsmäßig an die in französischer Regie befindlichen und stets leer fahrenden Eisenbahnzüge überzu⸗ leiten.
Auch an dem Grenzübergang bei Griesheim a. M. haben die Franzosen jetzt jeden Automobilverkehr unterbunden. Sie wollen damit das deutsche Publikum zur Benutzung der von ihnen ge⸗ fahrenen Züge zwingen. Zur Beförderung des Publikums ließen sie am Freitag schon zwischen Griesheim und Wiesbaden sechs Zugpaare gegen sonst eins sahren. Leider mit Erfolg. Denn ein Zug heute früh brachte allein mehrere hundert Deutsche als Fahr⸗ gäste der Franzosen g 1 1
An den Kontrollstellen des Dortmunder Bezirkes ist eine Ver⸗ ordnung des französischen Generals Druchn angeschlagen, in der es heißt:„Alle Eisenbahnzlige müssen an den Sperrstationen halten. Maßnahmen sind getrosfen um dieses Anhalten mit Ge⸗ walt zu erzwingen. Jeder Lokomotivführer, der den Versuch macht, eine dieser Stationen zu überfahren ohne anzuhalten, setzt 1 der Todesgefahr aus.“— Eine weitere Verordnung betrifft
en Transport mit Lastkraftwagen im besetzten Gebiet. Als deren Grund wird angegeben dak die Zunahme des Verkehrs auf den Landstraßen eine Folge des von der deutschen Regierung erlassenen Verbotes zur Benutzung der Eisenbahn sei, daß die erhebliche Verstärkung des Verkehrs schwerer Lastfahrzeuge in hohem Maße den Zustand der Landstraßen gefährde, deren Erhaltung unmittel⸗ bar die Sicherheit, die Bedürfnisse und den Unterhalt der Be⸗ satzungsarmeen berühre und daß die Regie dor rheinischen Eisen. bahnen in der Lage sei. die Beförderung von Reisenden und Gütern zu gewährleisten. Nur das Versagen des deutschen Eisen⸗ bahnpersonals könne der ordentlichen Ausführung dieser Trans⸗ porte schaden. Die Verordfunmna enthält einen Artikel, in dem der Betrieb von Lastkraftfahrzeugen von einem Verkehrs⸗Erlaubnis⸗ schein abhängig gemacht wird. Die Gebühr beträgt 5000 Mark. Jedes Fahrzeug, das gegen die Bestimmung verstößt, lann mit der Ladung beschlagnahmt werden. Eigentümer, Führer und be⸗ sörberte Persenen machen sich strafbar. Die Erlaubnisscheine wer⸗ den ab 1. Mai verlangt. 8 Die Massenausweisungen der Eisenbahner gehen weiter.
Unterbindung des Bahnverkehrs zwischen Koblenz und Limburg. a i Am Donnerstag abend besetzten die Franzosen den Bahnho;
Montabaur im Westerwald an der Streck Sayn Limburg und ver⸗
hafteten den Bahnhofsvorsteher. Damit ist auch die letzte direkte
Bahnverbindung Koblenz Limburg unterbunden.
Angebliche Sabotageakte.
Die Franzosen haben über die Moseldörser Winningen, Lay und Güls den Belagerungszustand verhängt. Der Verkehr ist von abends 8 Uhr bis morgens 6 Uhr verboten. Als Grund wird ein, angeblicher Sabotageakt an einem von Trier kommenden Zug zwischen Güls und Winningen angegeben. Dem Vernehmen nach wurden dort durch Sprengung die Schienen aufgerissen. Der Bity⸗ germeister von Winningen, Weihrauch, und der Ortsvorsteher von Güls, Müller, wurden verhaftet und in das Koblenzer Militär⸗ gefängnis transportiert. Die Franzosen haben eine strenge Unter⸗ suchung eingeleitet. Nach einer bisher noch nicht bestätigten Mel⸗ dung soll ein französischer Eisenbahner schwer verletzt worden sein. Auf der militarisierten Strecke Hattingen⸗Vorhalle ist am Donnerstag abend eine der beiden großen Brücken in die Luft ge⸗ sprengt worden. Sieben schwere Detonationen wurden in Wittew gehört. Welche der Brücken dem Sprengattentat zum Opfer a fallen ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. 125
Das andere Frankreich.
In der leßten Sitzung des Generalrats des Rhonedeparte⸗ ments schlug der sozialistische Deputierte Veillot einen Antrag vor, worin die von der französischen Regierung angewandten Metho⸗ den getadelt werden. Der Prästdent des Generalrats weigerte sich. diesen Antrag vortragen zu lassen. Der Abg. Herriot verteidigte den Antrag. Nach feiner Ansicht sollten Unterhandlungen er⸗ öffnet werden. Seinerseits werde er dafür arbeiten, daß eine solche Methode durchgeführt werde.
Politische Uebersicht, Die Ableugnungen des Stinnesorgaus.
In ihrer Freitag⸗Morgenausgabe versucht die Deutsche Allge⸗ meine Zeitung des Herrn Stinnes den fatalen Eindruck zu ver⸗ wischen, den die jüngsten Veröffentlichungen über die Praktiken des Stinnes⸗Konzerns bei dem letzten Marksturz hervorgerufen haben. Das Blatt erklärt bieder und fromm, der hockgestellte persönliche Vertreter“ des Herrn Stinnes, dessen Aeußerungen n dem New Pork Herald wiedergegeben werden, sei ein Herr H. Henius gewesen, der als Annoncenakqusiteur auch gelegentlich der D. A. Z. Inserate zuführe und weder mit Herrn Stinnes, noch mit seiner Firma irgendetwas zu tun habe.
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