Ausgabe 
29.1.1923
 
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vollstandigen militärischen und wirtschaftspolitischen Ab⸗ schnürung des Ruhrgebiels beginnt. Die Einzelheiten der

1 der Regierung hängen natürlich von den Maßnahmen ab, die die französische Regierung anordnen wird. Schon jetzt steht aber fest, daß die deutsche Regierung auch gegen solche Maßnahmen mit Unterstützung der ge. samten Bevölkerung und der Beamtenschaft im Ruhrgebiet erfolgreiche Gegenmaßregeln anwenden kann.

England noch immer untätig.

Der Verlauf des englischen Ministerrats am Donners⸗ dag zeigt, daß die englische Regierung auch jetzt es nicht für catsam hält, aus ihrer abwartenden Haltung hervorzutreten. Nach Beendigung des Ministerrats wurde von unter- srichteter Seite die englische Auffassung dahin zusammen⸗ gefaßt, das Kabinett sei der Ansicht, daß sich die Politik der Nichteinmischung unter den gegenwärtigen Verhältnissen als der klügste Weg erweisen werde. ö

Amerika sendet Lebensmittel.

Im Weißen Hause wurde von den Beamten den Presse⸗ ertretern mitgeteilt, die Regierung erwarte einen Parla⸗ mentsantrag, in den nächsten Monaten bis zum 1. Septem⸗ er etwa 2000 Tonnen amerikanische Lebensmittel nach utschland zu senden, um den schlimmsten Folgen der Ruhr⸗ besetzung zu begegnen. Einen solchen Parlamentsbeschluß würde die Regierung ohne Verzug ausführen.

Einschränkung des Personenverkehrs.

0 Der Personenzugverkehr der Reichsbahnen soll in der nächsten Zeit um insgesamt rund 1520 Prozent eingeschränkt werden. Die Einschränkung erfolgt zum Teil sofort, zum Teil von Mitte nächster Woche ab. Wenn auch die Dienstkohlenlage der Reichsbahn zur Zeit nicht gänstig ist(Vorrat für etwa 40 Tage), so müssen doch bei der Ungewißheit der weiteren Lieferung von Kohlen in das nicht besetzte Gebiet die Ersparnismaßnahmen sofort einsetzen.

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Geschichtstalender. 29. Januar. 1763 Joh Gottl. Seume, demokratischer Schriftsteller. geboren. 1860 Ernst ng ade in Bonn gestorben. 1895 Untergang des DampfersElbe. 41905 Stürmische Reichstagssitzung; v. Oldenburg Januschau er⸗ klärt der Kaiser müsse das Recht haben, den Reichstag durch deinen mit 10 Mann jederzeit aufzulösen.

5 Vaterländische Streittasse.

Es gingen weiter bei uns ein: 8 W. 10 600. Mark J. D 50. Mark J. Ittmann 10 000. Vork. zusammen 20 050. Mark; bereits quittiert 3250. Mark. Summa 23 300.

Mark. Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen. Verlag der Oberhessischen Volkszeitung.

Totenbestattung durch die Gemeinde.

Diese Frage wurde in letzter Zeit öfter behandelt, weil die Entwickelung der Verhältnisse dazu drängt. Nur ziem⸗ lich gut situierte Familien sind in der Lage, die Kosten einer Beerdigung zu bestreiten, wenn eins ihrer Mitglieder ver⸗ stirbt. Eine ganze Anzahl Landgemeinden haben bereits Schritte getan, um in dieser Beziehung Erleichterungen zu schaffen und zwar dadurch, daß sie wenigstens das Holz zu den Särgen zur Verfügung stellen. Hierbei waltete gewiß die beste Absicht ob. Daß es aber damit nicht getan ist, sondern die Gemeinde noch weitere Maßnahmen treffen muß, beweist eine Zuschrift, die uns aus Beuern zugeht. Darin heißt es:

Voriges Jahr beschloß unser alter Gemeind⸗rat noch in seiner letzten Sitzung das Holz zu den Särgen für die verstorbe⸗ nen Gemeindeangehörigen von der Gemeinde zu stellen. Ende vorigen Jahres mußten die Angehörigen eines hier Verstorbenen für den Sarg 20 000 Mk. bezahlen, wobei der Schreiner das Holz dazu lieferte. Vierzehn Tage später war die erste Beerdigung, bei welcher die Gemeinde das Holz zum Sarge geliefert hatte, und hier war der Sarg mit 24500 Mark berechnet! Diese Rech⸗ nung sollte doch der Preisprüfungsstelle übergeben werden. Der Gemeinde wäre vielleicht zu empfehlen eine Anzahl Särge an⸗ fertigen zu lassen und diese auf dem Submissionswege zu vergeben. Was nützt die Holzlieferung von der Gemeinde, wenn die Leute dann doch noch so hohe Preise bezahlen müssen?

Das ist allerdings selbst in der heutigen Zeit keine so ganz gewöhnliche Sache. Wenn der Sarg bei Holzstellung drech die Gemeinde teuerer ist, als wenn der Schreiner das Holz dazu liefert, kann es doch kaum mit rechten Dingen zugehen. Unter den Gewerbetreibenden gibts leider auch solche, die in ihren Preisforderungen kein Maß und Ziel kennen; wenn dann aber die Gemeinden die Arbeiten in eigene Ausführung übernehmen, dann wird großes Geschrei erhoben überSchädigung des Handwerks. Die Gemeinde⸗ vertretungen sollten sich dadurch nicht beirren lassen, sondern tun, was im Interesse der Gesamtheit liegt.

Polizeistunde 11 Uhr! Nunmehr ist die Polizei- stunde auch in Hessen in Stadt und auf dem Lande, auf 11 Uhr festgesetzt und in Bezug auf Tanzlustbarkeiten, karnevalistische Veranstaltungen und Festlichkeiten die Ein⸗ schränkungen angeordnet, die in der Nummer unseres Blattes vom letzten Donnerstag veröffentlicht waren. Da⸗ nach wird zu Tanzbelustigungen bis auf weiters keine Er⸗ laubnis erteilt, auch nicht für geschlossene Gesellschaften. Theater und sonstige Veranstaltungen müssen spätestens 11 Uhr abends beendet sein. Man wird gegen diese Anord- nungen im allgemeinen nicht viel einwenden können, sie sind in heutiger Zeit vielleicht am Platze. Wer aber etwa der Ansicht sein sollte, daß wir dadurch von allen Uebeln erlöst würden, befindet sich gründlich auf dem Holzwege. Leute, die sich's leisten können, geniert die Feierabendstunde nicht, die können sich's auch zu Hause wohl sein lassen. So werden diese Anordnungen wirkungslose Mittelchen bleiben. Zur wirtschaftlichen Gesundung wären schon vor drei Jahren entschiedene Maßnahmen nötig gewesen.

Und jetzt.

Helfferich als Schützer der Republik.

Zu Beginn der Reichstagssitzung vom Freitag versuchte der Reichsfinanzminister die Kritik unseres Genossen Wels vom Tage zuvor zu entkräften. Er gab eine Darstellung der Stundung der Kohlensteuern an die Bergherren, die wesentlich harmloser klang, als das, was bisher in der Presse und in den Ausschsissen des Reichs⸗ tages bekannt geworden war. Danach siid die gestundeten Kohlen⸗ steuern bis auf etwa 2 Milliarden Mark, die in den nächsten Wochen zurückgezahlt werden sollen, schon wieder in die Reichskasse geflossen. Wenn die heutige Darstellung des Reichsfinanzmnisters richtig ist, so bleibt aufzuklären, wie es kommt, daß sein Staatssekretär bis in die jüngste Zeit ganz andere Zahlen genannt hat. Unerschlttert bleibt die Grundlage unserer Kritik, denn die Bergherren haben die ge⸗ stundeten Kohlensteuern in wesentlich entwertetem Gelde an das

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Reich zurückgeben können. Eine Rede besonderer Art hielt daun der Führer der Deutschnationalen, Herr Dr. Helsserich. Er gab sich alle Mühe, sein sonst so lebhaftes und aggressives Temperament zu zügeln, auch die Zwischenrufe der Linken konnten ihn nur an wenigen Siellen zu heftigen Erwiderungen reizen. Helfferich ging sogar so weit, seier⸗ lichst zu erklären, daß er jeden Versuch eines Angriffes auf die repu⸗ blikanische Reichsversassung un jetzigen Augenblick für em Verbrechen ansehen würde. Nach einer langen komumnistischen Rede zog Genosse Breitscheid mit aller Deutlichkeit den Trennungsstrich gegen die Im⸗ perialisten. Er betonte, daß unser Protest der wirksamste sei, da die Arbeiterschaft auch zur Zeit der höchsten Macht Deutschlands im Geiste der Völberverständigung und gegen den Krieg gewirkt hat. Nach der Rede Breitscheids zerflatterte die Aussprache in kleinlichem Gerede und in persönlichen Bemerkungen, die keineswegs dem furchtbaren Ernste dieser für das Reich schicksals ollen Stunde gerecht wurde.

könnte noch manches geschehen. Man denke an die pensio⸗ nierten Offiziere, für die das Volk viele Milliarden auf⸗ bringen muß, ohne daß sie auch nur das Geringste dafür leisten! Parasiten am Volkskörper!! Soweit sie gesund und arbeitsfähig sind dürfte ihnen Pension nicht gewährt werden.

Zur Berufswahl.

Wir werden um Aufnahme des Folgenden ersucht:

Ende März d. J. verläßt wieder eine große Anzahl von Jungens und Mädels die Schule, um sich einem Beruf zuzuwenden. In den Familien wird eifrig die Frage diskutiert:Was soll der Junge oder was soll das Mädchen werden? Es ist manchmal sehr schwer, einen geeigneten Beruf zu wählen. Gerade in den letzten Jahren war es an der Tagesordnung, daß sich viele Eltern für sogenannte Mode⸗ berufe erklärten. Es wurde auch sehr oft darauf gesehen, was für Entschädigungen die Lehrlinge in den einzelnen Berufen erhalten. Man soll eigentlich bei der Berufswahl nicht davon ausgehen. was momentan für eine Lehrlingsentschädigung gewährt wird, sondern man soll vielmehr die Aussicht, im Beruf vorwärts zu lommen, vor⸗ anstellen. Leider sind nicht alle Eltern dazu in der Lage, den Jungen oder das Mädel einen Beruf erlernen zu lassen, da sie durch die Not der Zeit auf jede Verdienstmöglichkeit angewiesen sind.

Zu den sogenanntenModeberufen gehört auch der des Kauf⸗ manns. Viele Leute glauben, daß der Angestelltenberuf nicht so große Anforderungen an den Einzelnen stellt. Diese Auffassung ist irrig, denn auch in diesem Beruf hängt alles von dem Können des Ein⸗ zelnen ab. Eine gute allgemeine Schulbildung und besondere Fähig⸗ keiten im Rechnen, der deutschen Sprache und Geographie sind uner⸗ läßliche Bedingungen. Für das weitere Fortkommen sind auch Kennt⸗ nisse von fremden Sprachen und Kurzschrift unbedingt erforderlich. Der Junge oder das Mädel, der diesen Beruf ergreift, muß vor allen Dingen auch eine leichte Auffassungsgabe und Anpassungs⸗ fähigkeit besitzen. Gerade der Beruf des Angestellten ist sehr über⸗ füllt, trotzdem kann man sehr oft die Wahrnehmung machen, daß es Firmen sehr schwer fällt, tüchtige Angestellte zu bekommen. Wer also den Angestelltenberuf ergreifen will, muß sich von vornherein darüber klar sein, daß er nur dann Aussicht auf ein Fortkommen hat, wenn er den Anforderungen, die das heutige Geschäftsleben an ihn stellt, vollauf gewachsen ist. In Frage kommt auch noch die körperliche Verfassung der Jugendlichen, denn es ist sehr anstrengend, den ganzen Tag hinter dem Ladentisch zu stehen oder auf dem Bureau in dumpfiger Luft zu arbeiten.

Ehe also die Eltern sich entscheiden, was der Junge oder das Mädel werden soll, ist es notwendig, sich mit der zuständigen Berufs⸗ organisation in Verbindung zu setzen. Es kann nicht oft genug davor gewarnt werden, Lehrverträge, ohne Erkundigungen über diese oder jene Firma eingeholt zu haben, ab zuschließen. Die zuständige Be⸗ rufsorganisation für Handlungsgehilfen und Angestellte ist der Zentralverband der Angestellten in Berlin, der in fast allen größeren Orten eigene Geschäftsstellen mit einer Berufs⸗ beratung besitzt. Hier erhalten die Eltern fachmännischen Rat und Auskunft. Für die Jugendlichen selbst hat der Zentralverband be⸗ sondere Jugendgruppen geschaffen, die unter Anleitung von älteren erwachsenen Kollegen die Berufsausbildung fördern und auch die Geselligbeit der Jugendlichen untereinander pflegen.

Noch einmal wollen wir die dringende Mahmung an die Erzieher richten, sich vor Abschluß von Lehrverträgen und vor dem endgül⸗ tigen Beschluß lüber die Berufswahl selbst, mit dem Zentralverband der Angestellten in Verbindung zu setzen. Die Geschäftsstelle befindet sich in Gießen: Hotel Einhorn, Eingang Wetzsteingasse.

Wir wollen Taten sehen!

Wer heute über die Möglichkeiten der Abwehr des fran⸗ zösischen Gewaltstreiches nachdenkt, wird sehr bald mit aller Klarheit herausfinden, daß diese Abwehr nicht mit den Waffen des preußischen Militarismus, daß diese Abwehr nicht durch die Kohlenbarone und Großindustriellen, auch nicht durch die Regierung Cuno mit Aussicht auf Erfolg ge⸗ führt werden kann. Einzig und allein die Bergknappen im Ruhrgebiet werden den Kampf mit wirtschaftlichen Waffen entscheiden.

Dem arbeitenden Volke gebührt die Führung in diesem furchtbaren Kampf gegen den französischen Imperialismus. Denn nur durch den zähen wirtschaftlichen Kampf des ar⸗ beitenden Volkes werden wir gegen den französischen Mili tarismus siegreich sein. Diese gewaltige Stellung der Ar- beiterschaft in diesem Kampfe muß mit Naturnotwendigkeit dazu führen, daß die Rechte des deutschen arbeitenden Volkes mehr als bisher befestigt werden, muß dazu führen, daß endlich die Republik von der Gesamtheit des deutschen Volkes anerkannt wird und der monarchistische Spuk ver⸗ schwindet.

Die Aufgabe aber der nicht am Kampf Beteiligten, das heißt der Erzeuger und Produzenten, ist es, den Mund zu halten und Taten zu vollbringen. Diese dürfen nicht be⸗ stehen in monarchistischer Hetze und Beschimpfung, diese Taten müssen bestehen in der Beschafung von billigen Lebensmitteln für das darbende und kämpfende arbeitende Volk.

Die Spitzenverbände des gesamten deutschen Unter- nehmertums, darunter auch der Reichsverband der deutschen Industrie, die Vereinigung der Arbeitgeberverbände und der Reichslandbund, haben dem Reichskanzler die Versicherung abgegeben, daß sie die Reichsregierung angesichts der gegen wärtigen Situation mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften unterstützen Sie haben ferner, wie einer amtlichen Erklärung diese Besprechung zu entnehmen war, die Einheitsfront des gesamten deutschen Volkes ver⸗ langt und betont, daß von dieser Jupersicht getragen die Wirtschaftsverbände alle Opfer bringe. würden, die die Not des Vaterlandes erheischten. Außerdem hat der

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kanzler Cuno im Auswärtigen Ausschuß erklärt, es gälte jetzt, jede unnötige Teuerung abzuwehren, die sich insbesondere aus der wahnsinnigen sprunghaften Steigerung der fremden Währungen ergeben werde.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo die Wirtschaftsverbände, vor allem die Landbünde, beweisen können und beweisen müssen, daß auch sie bereit sind, Opfer zu bringen. Die Mark sinkt gewaltig. Das Fleisch, die Butter und alle anderen Lebens- und Bedarfsartikel steigen unerhört im Preise. Wo sind nun die Herren Graf Westarp, Bayer, Bechly, Graf Moltke, Graefe mit ihrem gesamten Junker⸗ anhang, die zu Opfern bereit sind? Das monarchistische Phrasendreschen kann uns nicht helfen. Nur billige Lebens⸗ mittel können uns über das schwerste hinweghelfen.

Wir wollen Taten sehen. Sind diese Herrschaften frei⸗ willig zu Opfern nicht bereit, nun gut, dann tue die Re⸗ gierung Cuno ihre Pflicht und beschaffe diese Lebensmittel durch Zwang. Neue scharfe Demobilmachungsbestimmungen sind notwendig, die Volksernöhrung ist sicherzustellen, der Wucher ist rücksichtsloser zu bekämpfen.

Nur dann können wir diesen Kampf siegreich zu Ende

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Verbesserung der Boden. und Wasserverhältnisse im Ried. Der Hess. Feldbereinigungskommissar Schnittispahn schreibt

Im Vordergrund aller land wirtschaftlichen Unternehmungen muß die Förderung der Bodenkultur stehen. Die Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung ist die Fringendste und be⸗ deutfaniste Aufgabe der nächsten Zukunst. Die Not unserer Zeit erfordert es, dem Grund und Boden die höchsten Exträge abzu⸗ ringen. Diese unter den heutigen und künftigen Verhältnissen durchaus notwendige möglichst zweckmäßige und intensive Boden⸗ lultur kann indessen wesentlich nur durch das Feldbereinigungs⸗ verfahren erreicht werden. Die Grundbesitzer können daher ihrer Pflicht zur möglichsten Ausnutzung ihrer Grundstücke nur gerecht werden, wenn sie das Feldbereinigungs verfahren durchführen. Diese Einsicht sckeint sich endlich auch bei den Landwirten des Rieds welche zugleich vor der Durchführung dex geplanten Ried⸗ entwässerung stehen, durchzuringen. Man hat hier auch erkannt, daß die Riedentwässernna ohne gleichzeitige Feldbereinigung zweck näßig nicht durchführbar ist. 5

Die Verbindung der Ausführung der Riedentwässerung mit der Durchführung der Feldbereinigung gewährt u. a. folgende Hauptvorteile:

1. das zur Ausführung der Anlagen der Entwässerung erforder⸗ liche Gelände kann im Wege der Feldbereinigung gestellt wer⸗

en ohne daß dafür die erheblichen Kosten für Kaufverträge, für Vermessung[Meßbriese), Aussteinung oder sogar für die zwangsweise Enteignung entstehen. Die Anlage der Vorflur⸗ und sonstigen Entwässerungsgräben, sowie aller mit der Ent⸗ wässerung im Zusammonhang stehenden Anlagen kann ohne Rücksicht auf die derzeitigen Grundstücksgrenzen so ausgeführt werden, wie es der Zweck der Anlagen erfordert. Es enkstehen keine dauernden unwirtschaftlichen Restparzellen, weil durch das Feldbereinigungsverfahren die neuen Grund⸗ stücke in wirtschastlich praktische Formen und Größen in dem neuen Gräben⸗ und Wegnetz gebildet werden. Vorübergehende um wirtschaftliche Restparzellen welche bei etwaiger zeitlich früherer Fertigstellung der Gräben als der Fertigstellung der neuen Grundstücke entstehen können. werden durch vorüber⸗ gehende Verpachtung oder Nutznießung seitens der bisherigen Besitzer bewirtschaftet und mit der Bildung der Ersatzgrund⸗ stücke endgültia wieder beseitigt. Bei der Geländlausscheidung im Wege der Felddereinigung werden die Gemeinden das zur Ausführung der Anlagen not⸗ wendige Gelände wesentlich billiger erhalten als sonst. weil mit den Beteiligten ein weitgehender Geländetausch statt⸗ findeen kann. Ebenso gereicht es den Beteiligten zum be⸗ sonderen Vorteil, daß sie für das Gelände nicht mit Geld, sondern mit Ersatzgelände wieder abgefunden werden können. Soweit ausnahmsweise. infolge unzureichenden Gemeinde⸗ besitzes die Gemeinden den Wert des Geländes für besondere mit zur Entwässerung gehörigen Aulagen nicht in ihrem Ge⸗ ländeanspruch haben oder davon nicht entbehren können, kann dieser Geländebedarf auf eine möglichst große Zahl von in⸗ teressterten Grundeigentümer verteilt werden. um dadurch zu verhüten, daß das Gelände nur von denjenigen Eigentümern gestellt wird deren Grundstücke zufällig in die betreffenden Anlagen sallen. Dies ait insbesondere von der Geländebe⸗ schaffung für Reaulierung von Bächen und etwa erforderlicher Pumpstationen. Pas Gelände für die sonstigen Gräben wird im Ausgleichsverfahren durch gleichmäßigen Abzug von allen beteiligten Grundbesitzern beschafft. 4. Die Regelung aller etwaiger Auszug⸗ und Pachtentschädigungen

ans Anlaßeder Ausfführung der Anlage kann gleichfalls im Wege e ee e mit der Folge statt⸗ finden. dier bestrittene. Fragen die Beschreituna des Rechtswegs ausgeschlossen ist, weil darüber die Instanzen der Feldbereinigung zuständig werden, die für eine sachgemäße Erledigung volle Gewähr bieten. 5. Die gesamten Nusflihrungskosten können durch das Rechnungs⸗ wesen der Feldbereiniaung lausen sodaß dafür ein besonderes Rechnungswesen nicht erforderlich wird. Auch die Kosten der Bauaufsicht werden sich wesentlich ver⸗ mindern bei gleichzeitiger Ausführung der Feldbereinigungs⸗ arbeiten. Der höhere land wirtschastliche Wert des zur Melkoratton vor⸗ geseßhenen Geländes kann in der Geländeanrechnung dei der Geländeausgabe im Wege der Feldbereintgung wenigstens zum Teil zum Ausdruck gebracht werden und das hierdurch entstehende Massegelände zum Kostenbeitrag verwertet werden. Hoffentlich stärkt dieser Hinweis auf besondere Vorteile die bisherige Erkenntnis und erleichtert damit das Zustandekommen des gesamten großzügigen volkswirtschaftlichen Unternehmens der Riedentwässerung in Verbindung mit Feldbereinsaung. Einer besonderen Aufgabe muß es überlassen bleiben, die Vorteile des Feldbereinigurgßdersahreus allgemein zu schildern.

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