Ausgabe 
28.6.1923
 
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e gans abgesehen dabon, daß ein großer Teil dieser, der die höheren Schulen besucht, in weit höherem Grade geistig angestrengt ist. Und dann: wäre es wirklich etwas 8 Furchtbares, wenn auch einmal auf dem Lande eine . nicht mit Kürzung anderer Ferien ge⸗ 1 3 Kur nicht so ängstlich, ihr Herren Ober- schulrä el Muntere, durch das Geschenk einer Ferienwoche seelisch gehobene Kinder(und Lehrer!) holen das Versäumte schnell wieder ein.

Wir können aber ohne eine notwendige die wir im Gießener 5 d, daß die 175 8 168 gesch

ufklärung am Platze. Die Stadtd d in 1 e 8e erwaltung erklärte eines

ö 0 1 5 fee a rer die lksschulen keine Kohlen mehr alte ö schlusses gestellt waren. Schu mit Heizmaterial eingedeckt fortsetzen können.

es mußte vielmehr verhandelt werden. Diese Verhandlungen aber zwischen den einzelnen Stellen, Sunk ö verwaltung, städtisches Schulamt und Vertretung der

Schulen ohne Rücksicht auf die 15 85 3 und den Unter uchen der oberbehördlichen Genehmi i re wende hmigung noch einige Tage durch einen

. Schulbehörde los⸗ in der Adresse geirrt. 5 5 ist aufzuklären. Das J Bildungsamt hat n icht von Anfang an die gerade der Sommerferien verlangt, sondern die zu kürzenden Fersen freigeste[It. Warum haben die verantwort- lichen Stellen sich nicht rechtzeitig vereinbart, die 5 5 eee, ee ziemlich verregneten Pfing stferien eintreten zu lassen und zum anderen Teil etwa bei den Herb stferien? Das wäre zu machen f 7 Aber der Schulinstanzenapparat scheint hier schlecht

zu funktionieren. Doch all diese Ungeschicklichkeiten recht⸗ ertigen es nicht. Schüler und Lehrer Eine Stelle im Bericht über die Elternversammlung n der Höheren Mädchenschule hat uns uneingeschränktes ergnügen bereitet: diegewissen Herren haben mit dem 1Streik ihrer Kinder gedroht. Sehr gut! Sie erkennen aalso den Streik als Waffe und als Mittel zur Durchsetzung on Forderungen an, die man auf gütlichem Weg nicht er⸗ reichen kann. Aber vermutlich haben die gleichen Herren schon manchmal überwirtschaftliche Streiks der Arbeiter schaft tapfer geschmält. Es ist merkwürdig, wie leicht der Mensch umlernt, wenn es sich um seine eigenen Inter⸗ eessen handelt! Nun, jedenfalls heißen wir die Herren vielleicht war wohl gar ein Industriemann darunter? ö

dafür büßen zu lassen.

als Streikgenossen herzlich willkommen! Gießen und Umgebung. ö Lundtzsekretarit der petein. sozialdemokr. Partei Hessens.

Offenbach a. M., den 25. Juni 1923.

An unsere Parteifreunde in Stadt und Land!

Werte Genossinnen und Genossen! 5

0 An der sozialistischen Heimvolkshochschule Schloß Tinz bei Gera beginnt am 20. August 1923 ein neuer Kursus für Männer, ider 4 Monate, bis etwa 20. Dezember 1923 dauern wird. Auf den Begzirksvorstand Hessen entfallen 1 bis 2 Bewerber. Für jeden Schüler ist eine Teilnehmergebühr von 120 000 Mark zu entrichten, die an den F 952 1 b d artei gestattet die Uebernahme dieser Gebühr N 992 0 von den Teilnehmern zu tragen. von 20 bis 30

schon beim letzten Kurs b sichti brauchen nur auf ihre letzte Be⸗

n Bewerbungen sind bis spätestens

N 1. Juli 1923 beim Landessekretariat einzureichen, wo jede weitere

erteilt wird.

Der Landvorstand. J. 0

Offenbach a. M, den 28. Juni 1923. An die Ortsvereine!

N Werte Genossen! 1 Der Landesvorstand hat sentwertung den Wochenbeitrag 400 Mark 15 weiche 1 100 Mark für weiblich e 1 1 0 der sind vom Beitrar

a N e 70 eee rr die sich in e eee

age Näunden. zahlen eine ihrer Leistungsfähigke

ge Beiträge. eee und Kassie

nossen, welche sich

A.: W. Widmann, Landessekretär.

it Riicksicht auf die rasende Geld⸗ ür. Juli 1923 auf

nd Mitglieder festgesetzt.

reine werden ersucht, 17 3 die Landeskonferenz

1 it. diücksicht l bie Suartalsab rechnungen mit Rücksicht nung und Geld an das loiert affe een 40. Orlt 4000 einchecken, Tee

lichst 0 Fankelstteeerlat bis swilestens 20 Landesparteitag bringt für das 8

ch und können die Cutsverelne dannen 1 3 e 19 Beiträgen zu entrichten:

ö 2 5 1 21 2* ur 7055 0 1925 5 Beitrüge à 100 Mark; 1 ale für den Monat 170 webliche Mühle ft 11

tariat viel Arbeit mit b kreieren die Arbeit erleich⸗ pünktlich einschicken.

b. für den Monat Jun

entrichten. Mit Parteigruß!

sofern man ihn zu

zu werden.

Straßen. heit der Erholung hüten muß, nämlich

seiner Gesundheit so Die sogenannte

Das jeder Unglücksfall seine einen klar denkenden Zunahme der Bevölkerung

großen Teil in d. h.

und zu der Erkenntnis zu eigenen Wohlfa übrigen Völker erkannte Wahrheit. fangen, mußte behrlichen Gütern der Welt zu machen. Wenn ne diel nehmen, als es eben Weltkrieg war Grades.

Mit einer einem Blutbad

höherer Gewalt ohne jeden,

nichts dergleichen Weltkrieg erraffte

in den so verderblichen

Geisteszustand und schon gegen den bloßen Gedanken einesUeber⸗

staates wird selbst am Sitze des Völkerbundes feierliche Verwah⸗ rung eingelegt. Die Menschen sind Narren geworden, Narren ihrer von denen sie nicht lassen wollen. Götzendienst in einen Gottesdienst zu verwandeln, in einen Dienst am Rächsten, der auch als Mensch senseils der Staatsgrenzen eines Landes extkstiert, so wird die Welt rettungslos zu Grunde geh'n. Zunächst werden dieSieger von heute noch einmal einander in die denn der Kampf um die Vorherrschaft und die volle⸗ abwechselnd entbrennen, weil ohne Un

Götzen,

Haare fahren, ren Schüsseln muß des einzelstaatlichen Geistes

stillen Ozean seit und das jedenfalls

stellte, daß das Problem des wenn dabei der Standpunkt wie der der Amerikaner.

zogen wurde. Viermächtevertrag England).

lösen und beizulegen.

gebracht werden müssen,

wird dringend gebeten,

Bedenken zurückzustellen.

unde 40 Man nge 4400 Rark für mann

che 1. n fur den Nonag 9 0 Mark für weibliche Mitgteder⸗

Zum Verständnis die Weltlrise.

Wenn der Mensch an irgend einer Krankheit leidet, so wird er den Vernünftigen zählen darf, verhalten. Zum mindesten wird er nicht in den Fehlern beharren, die seine Krankheit hervorgerufen oder verschlimmert haben. enthält sich z. B. ein Lungenkranler des Rauchens, der für ihn unzuträglichen und schädigend wirkenden Kost. zeigen, indem sie so handeln, Anders steht es mit den un vernünftigen Kran⸗ ken. Ich wurde kürzlich auf einen solchen aufmerksam. Kaum einer schweven Lungentzündung entgangen, wieder wie nicht vecht gescheit auf seiner Obwohl er ganz genau weiß, daß man nach einer Krank⸗ bedarf und sich besonders vor Rückfällen durch strenge Vermeidung gerade der Schäblich⸗ keit, die die Krankheit verursacht hat, so nimmt er doch gedankenlos und dem Beispiel ebenso unverständiger Mitmenschen folgend, die S gewordene Beschäftigung wieder auf. ulturwelt unserer Tage scheint sich in einer ähnlichen Lage zu befinden. sucht, wendet sie nicht die Mittel an, die ihr helfen würden, sondern bekundet ein ungestilltes Verlangen gerade nach dem, was sie an den Rand des 8 gebracht hat. Unglück, welches über uns hereingebrochen ist, hat wie

Ursache. Diese Ursache zu erkennen, ist für Menschen nicht schwer. Mit

der Völker voneinander ver

kommen: daß jedes Volk zu seiner 16 edarf. wirtschaftliche Einheit der Welt blieb eine u n⸗

jedes Volk darauf bedacht sein, sich von den unent⸗

jeden Konkurrenten mit Gewalt niederzuschlagen und unschädlich Schar Kinder Weihnachtstisch herfällt und jedes einzelne Kind will sich gerade erraffen kann, dem genügt auch nicht die reichste Tafel 174 Raufereten müssen entstehen. eine

grenzenlosen Zerstörung wertvoller Kulturgüter und sondergleichen hat er geendet. daß den ermüdeten und zum Teil heute noch blutenden Kriegsteil⸗ nahmern die Augen aufgehen würden darüber, daß fahrene, zur Gedankenlosigkeit und Kritiklosigkeit erzogene und von geführteKinder ihrer Zeit gehandelt haben und ö zu einem Krieg ausartenden Streit sich alle sättigen könnten, wenn sie nur die W 46 Einheit der Welt erkennen tst noch zu danke bei der Mehrheit aller Völker ist eben gerade der, die im Beute möglichst dauernd! 4 die nächste Gelegenheit besser zu bewaff ohrt man sich in allen Ländern(nicht zuletzt auch in Deutschland)

Es erweckt fast den Anschein, als vb Rasse wäre, den weit sozialer veranlagten Gelben die Beherrschung der Erde zu übe rlassen. Es hat sich nämlich ganz dort hinten am der Washingtoner Abrüstungskonferenz vollzogen, das dem alternden Europa als Vorbild dienen könnte zeigt, mit wolchem Weitblick sich die ganz beson⸗ dere organisatorische Kraft Amerikas im Kampfe an den dort kon⸗ kurrierenden Interessen betätigt hat. liche Lösung aus 2 Gründen: einen echtamerikanischen Staatsmann, der noch die Rechtskraft allgemein gelten läßt und der alles!, sondern ausdrücklich bei Beginn der Verhandlungen fest⸗

Zum anderen sind die Japaner dazu er⸗ zogen, bei jedem Konflikt mit dem Lösung zu rechnen. Somit tragen sie in der Nachgiebigkeit und Versöhnung hinein. Das Ergebnis war, daß Sibirien bis auf die nördliche Hälfte von Sachalin von den Japanern geräumt, die Halbinsel stattet und die Garntson aus Hankon im Herzen Chinas zurückge⸗ Das japanisch⸗englische Bündnis ist durch einen ersetzt worden.

Damit hat Amerika der Militarisierung Oftastens entscheidend vorgebaut und sich ein großes Verdlenst für die Sache der Mensch⸗ lichkeit erworben. Zugleich haben Japan und Amerila uns Euro⸗ päern gezeigt, welche Art von Schiedsgericht Streitfragen großer Völber in friedliche 35 zu

Möblierte Zimmer diesen Tagen wird eine große Anzahl aus Rheinhessen ver⸗ triebener Eisenbahner mit ihren Familien, mindestens 1500 Personen, in Gießen vorübergehend unter⸗

stimmungsort zugeführt werden.

zeitig hier anwesend sein, sondern 200 bis 300 Personen ankommen, die nächsten stets, sobald die vorhergehenden Gießen wieder verlassen haben.

möblierten Räume dem städtischen Wohnungsamt, Asterweg 25, zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen und häusliche

borzugsweise in hiesigen Gaststätten beköstigen. Diese, wie

1923 6 Berkrage 2 150 Marr fur

achten, daß alle vollbeschäftigten

W. Widmann, Landessekretär.

sich entsprechend

ein Magenkranker Beide ein starkas Verlangen, wieder gesund

rannte derselbe schon Rennmaschtne durch die

Von einer furchtbaren Krise heimge⸗

ständigen an eine stets wachsende Abhängigkeit

war es sehr schwer und fast unmöglich,

auch die Wohlfahrt aller Mit anderen Worten: Die

In jenem einzelstaatlichen Denken be⸗

so viel als irgend möglich zu sichern und

über einen veich gedeckten nun so Des höchsten

solche Rauferei

Man sollte annehmen, ste wie uner⸗

rheit vonder ökonomischen und anerkennen wollten. Aber bemerken Der vorherrschende Ge⸗

zu sichern und sich dazu nen. Immer tiefer ver⸗

und verhängnisvollen nationalistischen

Gelingt es nicht, deren

rwindung anders keine Lösung zu finden ist.

es das Schicksal der weißen

etwas

Möglich war eine fried⸗ Elnmal hat Amerika in Hughes

nicht etwa ruft: Amerika über

stillen Ozeans

nur gelöst werden könnte, der

Japaner genau so beachtet würde,

Kompromiß als natürlicher alle Streitigkeiten den Getst

Schantung an China zurücker⸗

(Japan, China, Amerika,

Politik notwendig ist, um selbst ohne

für Vertriebene gesucht. In

voraussichtlich

bevor sie ihrem endgültigen Be⸗ Sie werden nicht gleich⸗

in Gruppen von etwa

Es

alle vorübergehend verfügbaren

Die Ausgewiesenen werden sich

unden. Kein Land konnte mehr für sich allein bestehen, jedes war auf die Erzeugnisse nicht nur eines Erdteils, sondern der ganzen Welt angewiesen. Nun waren aber die Völker in wirtschaftlichen Anschauungen erzogen, die noch zum der vorwiegenden Selbstversorgung verankert lagen,

hervorgegangen waren aus einer Zeit, in der noch jedes Land unabhängig von jedem anderen existieren konnte und leiner Ein⸗

Ausfichr von und nach ausländischen Gebieten bedurfte. Für derartgroß deere nicht über die Grenzen des eigenen Staates hinausblickende tanen

mann⸗ aber auch alle Lebensmittelgeschäfte, die Bäcker und Metzger liche und 40 Mark für weibliche Mitglieder. 5 2710 Von den Befträgen zu 150 Mark sind 112 Mark ö von den Beiträgen zu 100 Mark find 75 Mark von den Beiträgen zu 40 Mark sind 30 Mark an die Landeskasse einzuschicken. Es wird gebeten, darauf zu Mitglieder für das abgelaufene Quartal insgesamt 16 Beiträge

werden sich in der nächsten Zeit gesteigerten Anforderungen gegenübergestellt sehen.

Die Beerdigung des Genossen Adam Volz fand am Dienstag bei überaus zahlreicher Beteiligung statt. Trotz⸗ dem es sein Wunsch war, in aller Stille zu Grabe getragen zu werden, haben es sich die Parteigenossinnen und Partei. genossen, sowie zahlreiche Freunde und Bekannte nicht nehmen lassen, ihm das letzte Geleit zu geben. Genosse Prof. Weißgerber hielt eine schlichte, aber eindrucksvolle Rede, in der er die Verdienste des Verstorbenen um die Partei schilderte und ihm Ruhe und Frieden wünschte.

D Borsicht bei Annahme von Postschecken. In letzter Zeit hat ein Postscheckschwindler Frankfurter und Offenbacher Firmen um, bedeutende Beträge geschädigt. Der Schwindler besitzt ein Postscheck⸗ heft einer Mainzer Firma, aus dem er Schecke ausstellt und diese als Gegenwert flür gekaufte Waren Übergibt. Von einem Beamten der Auskunftsstelle des Postscheckamts ist ihm, nach Vorzeigen eines Kontoauszuges der Firma in Mainz und eines gültigen Personal⸗ ausweises vor einiger Zeit auf Verlangen auf dem Briefumschlage des Kontoauszuges der Vermerk angebracht worden: Guthaben am.... 334.809 Mk. Darunter befindet sich der Abdruck eines GummistempelsPostscheckamt und der Namenszug des Beamten. Den auf dem Umschlag augegebenen, für den Tag der Niederschrift für die genannte Summe gültigen Betrag hat der Schwindler durch Vorsetzen der Ziffer1 inzwischen auf 1334 809 Mk. gefälscht. Das Datum scheint er nach Bedarf beliebig umzuändern. Hierdurch macht er die Geschäfts inhaber glauben, er habe sich sein Guthaben gerade, erst beim Postscheckamt bescheinigen lasfen und zwar aus dem Grunde, woil die Zahlstelle geschlossen set und er selbst daher Geld nicht mehr habe abheben können. Durch sein gewandtes, sicheres Auftreten und die Angabe, er müsse am gleichen Tage wieder nach Mainz zurück, sind die Verkäufer entgegenkommend und fallen dem Betrug zum Opfer. Es ist anzunehmen, daß der Schwindler versuchen wird, noch weitere Geschäfte zu schädigen.

Fahrplanänderung der Gießener Straßenbahn. In Nr. 134 teilten wir mit, daß zahlreiche Arbeiter und Angestellte, die an den ee. Weg und en n 1205

erten, te ausgefallenen igen 6. einge werden möchten. Hierzu erhielten wir noch folgende Zuschrift: Bei dieser Neueinteklung haben die Herren anscheinend wohl den ersten Wagen 6.16 Uhr ab Wiesecker Weg, morgens und einen solchen ab Schsitzenhaus ganz vergessen. Es ist kaum glaublich, daß man gerade den vom Bahnhof entferntest wohnenden Angestellten und Arbeitern, welche morgens den Wetzlarer Zug 6.30 Uhr und den Butzbacher Zug 6.40 Uhr erreichen wollen und müssen, noch diese einzige Fahr⸗ gelegenheit entzieht, umsomehr, als das Unterstellen von rn auf dem hiesigen Bahnhof einem geradezu verekelt wird. Man be⸗ kommt hier des öfteren die Antwort:Wir können keine Fahrräder mehr annehmen, da langeblich) kein Platz vorhanden ift. Es ließe sich aber auch hier sehr wohl ab⸗ und zutun. Abhilfe müßte auch hier unbedingt geschaffen werden, damit man durch den Wegfall des ersten Wagens 6.16 Uhr einigermaßen entschädigt würde und sein Rad in einem trockenen, diebessicheren Raum, gegen ein gewisses Fixum, unterstellen könnte. Ferner ist die Abänderung des Fahrplanes der Gießener Straßenbahn immer am Schlusse des Monats erfolgt. War⸗ um auf einmal am 12.? Was geschieht mit den gelösten, jetzt für uns nicht mehr rentablen Monatskarten? Doch mindestens Rückver⸗ gittung zu zwei Drittel des Nennwertes.

Strafkammer Gießen. Sitzung vom 26. Juni 1923.

lung gewesene Haushälterin vom Schöffengericht Butzbach zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt worden. Sie hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Ihr Aufenthaltsort ist zur Zeit aber unbekannt und dte Angeklagte im Wege der öffentlichen Zustellung geladen worden. Infolge Ausbleibens im heutigen Termin wurde ihre Berufung verworfen.

Als Hehler standen 4 Friedberger Einwohner vor der Strafkammer. Sie hatten von einem Arbeiter eines Bauunterneh⸗ mers in Friedberg Weizen und Hafer, den dieser seinem Arbeit⸗ geber gestohlen hatte, angekauft und zwar zu einem weit billigeren Preis als dem damaligen Tagespreis. Vom Friedberger Schöffen⸗ gericht waren sie alle freigesprochen worden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft kam die Strafkammer auf Grund der erneuten Verhandlung zu der Ueberzeugung, daß alle Angeklagten aus den Umständen, unter denen sie von dem völlig mittellosen Arbeiter die Frucht erworben hatten, wissen mußten, daß sie gestohlene Sachen ankauften. Ein Bäckermeister, sein Geselle und ein Gastwirt er⸗ hielte deshalb wegen Hehlerei je 4 Wochen Gefängnis; ein Metz⸗ ger, der bereits einmal wegen Hehlerei vorbestraft ist erhielt 6 Wochen Gefängnis.

Ein wegenJagdvergehens zu einer Geldstrafe verur⸗ teilter Einwohner aus Bad⸗Nauheim nahm vor Eintritt in die Hauptverhandlung seine Berufung wieder zurück.

Wegen Reinigens der Straße ist zwischen der Stadt Friedberg und den Anwohnern der Kaiserstraße dasesbst ein heftiger Streit ausgebrochen. Es regnete Anzeigen gegen die Anwohner der Straße, weil sie die Straßenreinigung nicht ausführten. Aus prinzi⸗ piellen Gründen wird vorerst nur das Verfahren gegen einen An⸗ wohner durchgeführt. Die Strafkammer kam s. Zt. in einer Ver⸗ handlung zu einer Verurteilung des Veränzeigten in eine Geldstrafe von 20 Mark. Auf Revision des Angeklagten hob das Oberlandes⸗ gericht das Urteil auf und verwies die Sache aus rechtlichen Grün⸗ den zur erneuten Verhandlung an die Strafkammer zurfick.

Der Verteidiger des Angeklagten versuchte an Hand von Denk⸗ schriften und der Aussage älterer Bewohner von Friedberg, den Nachweis zu führen, daß zur Reinigung der Fahrstraße der Kaiser⸗ straße nur die Stadt Friedberg selbst verpflichtet sei. Das Gericht setzte die Verkündung der Entscheldung auf den 3. Jult 1929 aus.

Kleine Nachrichten.

Aus der Geschichte der Aetna⸗Ausbrüche.

Europas mächtigster und höchster Vulkan ist zugleich auch unter den feuerspeienden Bergen unseres Erdteils der tätigste. Sein Zwil⸗ lingsbruder, der Vesup, der sich bei seinen glücklicherweise selteneren Eruptionen drohend und majestätisch genug ausnimmt und dessen schwere Ausbriiche nicht minder katastrophal als die des Aetna wirken, ist neben diesem doch nur ein 84 05 denn das Aetnamassiv ist reichlich dreißigmal so groß wie das des Vulkans von Neapel. Der Stromboli auf der gleichnamigen liparischen Insel ist noch winziger, wenngleich er niemals auch nur für einen einzigen Tag zur Ruhe kommt. Aber der Vesub war, wie man weiß, bis zum Jahre 70 n. Chr. ein für erloschen geltender Vulkan, und erst der furchtbare Ausbruch, dessen klafsische Schilderung wir dem füngsten Plinius verdanken, und dem die Städte Hereulanum und i dum Opfer fielen, zeigte den Römern, daß sie sich an den Abhängen eines Vulkans ihre üppigen Landhäuser und Luststätten gebaut hatten. Doch die außerordentliche Fruchtbarkeit und die landwirt⸗ schaftlichen Reize des Vesuvs sowohl wie des Aetnagebtets ließen bald nach jeder Katastrophe alle Sorgen und Bedenken wieder zurück⸗ treten, und so ist auch heute der weite Abhang des Aetnakegels von mehr als 400 000 Menschen dicht bewohnt.

Allein aus historischer Zeit kennt man rund 40 katastrophale Eruptionen, darunter 11 Ausbrüche aus der Zeit vor Chrtsti Ge⸗

burt, unter denen die von 477 und 121 nach den geschichtlichen Ueber⸗ teferungen am größten waren. Aus dem ersten ngchchristlichen

Wegen Diebstahls war eine früher in Gambach in Stel⸗ l

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