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wenn man 1 fett machen und das Vieh richtig füttern will, Kleie und 0
5 b otmehl füttern muß. Dem Städter ist kaum bekannt, was enberhsch Schrotmehl ist, daß es das ganze, grob gemahlene Korn, also Mehl Veni 1 samt Kleie ist. Hier gilt es Aufklärung zu verbreiten, den alten def Irrglauben über den Werk des Jeinmchls und Feinbrotes zu zer⸗
„zl stören und die richtige Schätzung des Vollkornmehls, des bis zu 100 e Prozent ausgemahlenen Getreides zum festen Besttz aller Volks⸗ N genossen zu machen. Vollmehl müssen wir zun Brotbacken ver⸗ wenden! Vollkornbrot müssen wir essen! Es ist das nährstoff⸗ eichste Brot, das es gibt! Daß dies möglich und keine Theorie ist, zeigt uns das dänische Volk. Wir schauen ja in so vielen Dingen gerne auf das Ausland. Während der Blockade haben die Dänen 1 eh 1 die gange Roggenkleie im Brotmehl gelassen, sie fügten sogar noch 9 ung Weizenkleie 919 0 und stellten daraus ein Brot her, das ihnen M eurch sein Nährstoffreichtum den Ausfall anderer Nährwerte er⸗ ssetzte, ein Brot, das unserem mit Kartoffeln versetzten bedeutend Murk überlegen war. Die Dänen taten dies auf Rat ihrer Wissenschaftler, 3 vor allem auf Veranlassung des berühmten Kopenhagener Arztes in une! Hindhede, der sogar Kriegsernährungsminister war, und sie
nahme f standen sich gut dabet. Wir halten bei der Ernährung aus alter, erberbter Voreinge⸗ nommenheit vor allem den Fleischgenuß für wichtig und suchen des⸗ Ii halb die Fleischerzeugung zu steigern. Mehr Vieh soll gehalten wer⸗ den,— die hohen Fleischpreise reizen ja auch die Landwirte dazu. % Und so suchen wir recht viel Kleie und Schrotmehl für die Mästung zu bekommen. Ein Tun, das von Wissenschaftlern und einstchtigen Volkswirten schon längst als irrig hingestellt worden ist. Nicht mehr „Fleisch, sondern mehr Vollkornbrot tut uns nötig! Dies muß un⸗ ablässig unserem Volke gepredigt werden. Gewiß wird für manche Kranke Feinmehlbrot nicht entbehrt werden kömen, dem gefunden, io nichts dem arbeitenden Menschen aber goblührt vernünftigerweise das nahr⸗ 10 c hafte Vollmehlbrot. Und nicht bloß aus Gründen der Gesundheft über sei ihn antisfen wir dazu kommen, sondern auch aus wirtschaftlichen. Bei dere Imiße voller Ausmahlung unseres eigenen Brotkornes brauchten wir kaum sehr komp Getreide aus dem Ausland einzuführen und dafür bei dem schlechten identlic Stand unseres Geldes Riesensummen auszugeben. Vollkornbrot ist denklich gäuß Pilliger Feimmehlbrot, wenn man die Herstellungskosten und den Nährwert in Betrach zieht. Daß wir die im Kriege begonnene stär⸗
ug unnötz
kere Ausmahlung nicht beibehalten haben, ist bedauerlich. Die Kon⸗ wird uuns gerte brot im eigenen Betrieb herzustellen. Vor allem gilt es, unse rem
0 daß sal afe für zug
sumvereine mit eigenen Bäckereien sollten dazu übergehen Vollkorn⸗ .
ihrer Tonne Volke klar zu machen, da es nicht zu hungern braucht, wenn es Voll⸗ t Juni der hr kornbrot ißt! En.
hung wird das l Ueber die hier behandelte Sache sind während der Kriegsjahre er Gefundhat' und auch schon vorher vielfach Erörterungen gepflogen worden. Wi daßh die gewthlh der Artikelschreiber aber mit Recht bemerkt, waren die Ernährungs⸗ beine Mitlen wissenschaftler keineswegs einerlei Meinung. Soviel wir zu über⸗ rzubengen. Lg in der Lage waren, hat sich sogar die Mehrheit gegen die % Lola: I zu hohe Ausmahlung gewendet. Ganz sicher hat es aber die Mehrheit u Brotbacken 17 der Brotkonsumenten getan, von denen wohl nur wenige das Kriegs⸗ at sich nänl n brot zurücksehnen. Daß das Vollkornbrot ebenso nahrhaft ist, als n menschlichne das aus etwa nur zu 65 Prozent ausgemahlenem Mehl hergestellte, ere Ernüähna wollen wir nicht bestreiten. Doch wird von Aerzten auch behauptet, aug ven Lag, baß selbst die inneren, dünnen Schalen des Roggen⸗ oder Weizenkorns Jens ind e füx den menschlichen Magen unverdaulich seien.
g mere. ses Inte) 7 0 ee Weitere Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Tat wa Nachdem der Reichsrat zustimmte, ist mit Wirkung vom rscbedener 61 4. Mai an eine weitere Erhöhung der Unterstützungssätze
eine Sicht 2 2 0d bs ih J für Etrwerbslose und Kurzarbeiter eingetreten.
Fünftel bis W. Es gelten nunmehr folgende Sätze für den Tag:
erh Ortsklasse
— A B 0
Dee lit, dee Männer über 21 Jahre
denn man s m. eigenem Haushalt.. 3200 3000 2800 2500 ohne eigenen Haushalt. 2800 2600 2400 2200
Kapitel. unter 21 Jahren 1950 1800 1650 1500
den. weibliche Personen
5 Inde 1 über 21 Jahre mit eigenem
ee een ee 2800, 300 200
sünen„ ohne eigenen Haushalt.. 2350 2200 L880 1980
ee e e e Jahren. 1780 1650 1580 1480
h Aub Zuschuß für Ehegatten.. 1150 1050 880 850
Garde% Zuschuß für Kinder und sonst.
g ruhig ale, unterhaltungsberecht. Ange⸗
Der gesallen, gehörige 98 900 850 800
ab aud
N ich fett Männer über 21 bei Den, mit eigenem Haushalt „ ohne eigenen Haushalt unter 21 Jahren weibliche Personen über 21 Jahre mit eigenem 5 bessete fe Haushalt e e 7 gehende, i ohne eigenen Haushalt. 8 14100 en gen atzer 21 Jahren 10500 Die wöchentliche Unter⸗ stützung beträgt demnach für eein Ehepaar„„ Ehepaar mit 1 Kind.. 31800 gwporcl n e Ebevaar mit 2 Kindern 37500 zhepaar mit 3 Kindern. 43200
„ 6,
Jahre
19200 16800 1170⁰
15600 13200 9000
16800 14400 9900
18000 15600 10800
53
13200 11400 8700
14400 12300 9300
15600 13200 9900.
foinet 0 iuß fen fehl,
20700 25500 30300 35100
22500 27600 32700 37800
24300 29700 35100 40500
uff. bis zu den Höchstbeträgen. 1 5 0 0 Die Kurzarbeiterunterstütung berechnet sich mm 1 gleichfalls nach den neuen Sätzen. 1 die Differenz zwischen dem
Der Kurzarbeiter erhält Anderthalbfachen
seines Arbeitsverdienstes.
0 Lag 0 der obigen Sätze und der Hälfte
—
3. Verhandlungstag.
Hamburg, 24. Mai 1923. Am dritten Verhandlungstag begann die Sitzung erst nachmittags Der Vormittag vereinigte die Delegierten zu einer Dampferfahrt.
Vorsitzender Vandervelde teilt zunächst mit, daß als Sttz der neuen Internationale von dem Exekutivkomitee einstimmig London bestimmt worden ist. Ebenso einstimmig sind als Sekretäre Tom Shaw und Friedrich Adler gewählt.
Zu Punkt 1 der Tagesordnung
„Imperialistische Friedensverträge und die Aufgabe der Arbeiterklasse“ erhält zunächst das Wort Sidney Webb(England):
„4% Jahre sind seit dem Waffenstillstand vergangen, der angeb⸗ lich den Krieg beenden solbte und doch herrscht im Grunde genommen immer noch der Kriegszustand. Die Anklage hierfür muß am stärk⸗ sten gegen die alten Großmächte gerichtet werden, aber auch die neuen kleineren Staaten sind im großen Maße verantwortlich zu machen.
Die politische und wirtschaftliche Verwüstung ist verursacht durch
die Friedensverträge.
Die Urheber dieser Verträge haben die ökonomischen Momente und die Grundsätze der Moral sowie der Gerechtigkeit völlig außer acht gelassen.(Sehr wahr!) Es ist heute nicht mehr an der Zeit, über die Verantwortung flir den Krieg zu diskutieren. Die allgemeine Meinung der Welt geht dahin, daß alle Staaten und alle Regierungen die Verantwortung fiir den Krieg zu tragen haben. Jetzt gilt es, liber die Möglichkeiten des Wiede raufbaues Europas zu sprechen. Es handelt sich nicht in erster Linie darum, was die besiegten Völker leisten sollen, sondern was sie leisten können. Worauf es hauptsäch⸗ lich ankommt, ist die Wiedergutmachung der zerstörten Gebiete. Die moralische Verpflichtung hat Deutschland wiederholt anerkannt. Aber
die Wiedergutmachung darf nie den Vorwand bieten für eine
Unterdrückung und zur Zerstörung der Wirtschaft in Deutschland und Oesterreich. Es handelt sich vielmehr um eine reine Finanz⸗ frage. Im Vordergrund steht dabei das Problem des internationalen Kredits für Deutschland und Oesterreich. Von der Amvendung der Gewalt, das hat die Erfahrung bewiesen, kann man sich keinen Nutzen versprechen, am allerwenigsten die Gewalthaber. Die Gewalt kann nur zerstören, aber niemals wieder aufbauen; die Gewalt überredet und überzeugt niemand, und ste kann nie zu einer Verständigung der Völker führen. Sie ist unvereinbar mit den Grundsätzen einer ehrlichen Demokratie. Der demokratische Geist muß die gesamte internationale Politik durchdringen, und in diesem Geiste muß auch die Revision der Friedensverträge erfolgen.“(Lebhafter Beifall!)
Zu dem gleichen Punkt der Tagesordnung nimmt dann Hilfer⸗ ding das Wort„Wir haben heute das Fazit jener Entwicklung zu ziehen, die uns solange voneinander getrennt hat, haben uns zu fragen: Wie ist die wirtschaftliche Situation, und welches sind die Folgerungen, die wir aus ihr zu ziehen haben? Der Krieg des Imperialismus ist geführt worden, um die Beherrschung der Quellen des Reichtums und hat geendet mit einer furchtbaren Zerstö rung des Reichtums, der Weltwirtschaft. Er hat weiter mit sich gebracht eine völlige Störung des Gleichgewichts der Produktion. Die am Kriege betefligten europäischen Länder verarmten.
Japan und Amerika und die neutralen Länder haben ihre
Produktion im raschesten Tempo erweitern können. Der Krieg hat die altgewohnten Handelswege unterbrochen und die Finanzen zerrüttet. Er hat innerhalb der einzelnen Länder eine völlige Verschiebung in dem Produktionsverhältnis geschaffen. Was der Krieg geschaffen, haben die Friedensverträge fortgesetzt. Die Urheber diefer Verträge kannten nicht einmal den Mechanismus des kapitalistischen Systems genug, um sich vor den gröbsten ökonomischen Irrtümern zu schützen. Sie gehen von dem Grundirrtum aus, daß es möglich sei, aus einer nationalen Wirtschaft große Geldbeträge in eine andere zu überflihren. In der kapitalistischen Wirtschaft be⸗ deutet eine solche Tributzahlung, sobald sie über ein gewisses Maß hinausgeht, den Zwang für die betreffende Wirtschaft, eine Schleuder⸗ konkurrenz auf dem Weltmarkt zu betreiben. Diese Steigerung des Exports sollte zu einer Zeit unternommen werden, wo die Unsicher⸗ nahmefähigkeit des Weltmarktes durch den Krieg und die Unsicher⸗ heit nach dem Kriege außerordentlich vermindert war. Die Mächte die den Versailler Vertrag gemacht haben, konnten sich über die Höhe des Tributs nicht einigen. Immer weiter wurde die Lösung hingus⸗
Der Hamburger Weltkongreß.
geschoben, und noch heute ist diese Unsicherheit nicht besektigt. Es
ist nicht möglich gewesen, eine vernünftige Lösung für die Repara⸗ tionsfrage zu finden. Das war anders, als die Vertreter der sozia⸗
Parteien Frankreichs, Belgiens, Englands, Italfens und Lösung seitdem
listischen Deutschlands zum ersten Mal zusammentraten, um eine 1 zu suchen. Wir konnten die Richtlinien daftir aufzeigen, immer mehr als die einzig brauchbaren anerkannt sind, weil wir zusammengekommen sind nicht nur als Deutsche, Belgier, Franzosen, Italiener und Engländer, sondern auch als Sozialisten. Wir deutsche Sozlalisten fühlten uns nicht mir als die Anwälte unseres ge⸗ schlagenen Volkes und des Proletariats, das unter den Wirkungen der Friedensverträge ungeheuer leiden muß, sondern auch als ver⸗ antwortlich für das Schicksal des französischen und belgischen Prole⸗ tariats, das unter den Greueln des Krieges so Entsetzliches ausge⸗ standen hat.(Bravo!) Deshalb konnten wir uns verstehen mit den belgischen und französsschen Sozialisten. Nicht nur als Folge des Versafller Vertrages, sondern
als moralische Verpflichtung des deutschen Volkes anerkennen
wir die Notwendigkeiten der Reparationen.
(Bravo!) In demselben Geiste arbeiten die französischen und belgischen Sozialisten. Wenn auch die Reparationen die Voraussetzungen sind für die Sicherung des Friedens, so sei doch Protest zu erheben, gegen jene Sanktionen und Gewalttätigkeiten die den Krieg im Frieden fortsetzen, und wir verstanden uns alle mit den englischen Genossen, als sie erklärten, daß die Wiedergutmachung beschränkt bleiben müsse auf die Reparation der wirklichen Schäden und daß gestrichen werden müsse die Bestimmung über die Zahlung von Militärpenstonen durch Deutschland, die den Waffenstillstandsbestim⸗ mungen widersprechen. Es wird die Aufgabe der sozialistischen Par⸗ teien in allen Ländern sein, das von uns aufgestellte Programm mit der ganzen Macht ihres politischen Einflusses auch den noch, widerstrebenden Regierungen aufzudrängen.
Das ist im Augenblick unsere wichtigste praktische Aufgabe, weil
der Zustand, den die Friedensverträge geschaffen haben, für
das Proletariat in der ganzen Welt immer mehr zu einer
Katastrophe wird. 8
Die Unsicherheit, die die Friedensverträge hinterlassen haben, macht jede vernünftige ee unmöglich. Eine nie dagewesene Inflattonswirtschaft bringt die schwersten sozialen Konsequenzen mit sich, eine Zunahme der Verelendung der Arbeiterklasse, ein fortschreitendes Sinken der Löhne. Die deutschen Löhne stellen heute im besten Falle 75 Proz. des Reallohnes im Frieden dar: das sind, in Gold ausgedrückt, nur ein Fünfzehntel der ameri⸗ kanischen und ein Fünftel der englischen Löhne. Gange Völker sterben dahin und verhungern. Die Friedensverträge haben wetter eine Balkanisterung in Europa geschassen, die für die gesamt Weltwirtschaft außerordentlich bedenklich ist. Es sind 11 neue Staatem und 5 neue staatenähnliche Gebilde geschaffen worden. Wir Sozialisten begrüßen es gewiß, daß die Nationen zur staat⸗ lichen Selbständigkeit erwacht sind(Bravo!), aber wir wollen nicht verkennen, daß manche dieser Staaten in shrer Polittk noch be⸗ haftet sind mit dem Makel der Geburt aus den impertalistischeu Friedensverträgen.(Sehr richtig!) Alle diese Staaten treiben ihre eigene Wirtschaft, Transport, Währung und Schutzzollpolktik. Durch diese Neuerrichtung von Schutzzollmauern wird die Einheit des Weltmarktes durchbrochen, und wir sind wirtschaftlich zurück⸗ geworfen auf den Zuftand vor der Bildung der großen euro⸗ päischen nationalen Staaten. Diese Politik der Ausfuhrverbote der Schutzzölle, ist umso gefährlicher, als sie erfahrungsgemäß die staatlichen Gegensätze immer mehr schürt. Aufgabe des sozialisti⸗ schen Proletariats muß sein, dafür zu sorgen, daß die ökonomischen
Notwendigkeiten eines einheitlichen Weltmarktes wieder herge⸗ stellt werden.(Bravo!) Der Krieg hat weiter eine ungeheuere Verschuldung hinterlassen, eine falsche gegenseitige Verschuldung,
die eine fortwährende Auferlegung von Tributzahlungen an ein⸗ zelne Staaten mit sich bringt und so diese Staaten zu Schuld⸗ 1 zu Heloten auswärtiger Staaten macht. Es ist daher not⸗ wendig,
daß die Kriegsschulden zum mindesten liquidiert werden müssen durch einen gegenseitigen Verzicht der Staaten auf die Zurlickzahlung ihrer Schulden.— Wir haben weiter als Folg des Krieges einen Ausfall der Produktion in den wichtigste Staaten um die Hälfte gegenüber dem Frieden. Dadurch dt Erfüllung der Reparationsverpflichtungen in dem Ausmaß, wi sie der Versailler Vertrag und der Londoner Zahlungsplan ver langt, unmöglich. f(Fortsetzung folgt.)
Arbeitersekretariat für Gießen⸗Wetzlar.
In der Versammlung des Gewerkschafts⸗Kartells Gießen am 24. Mai wurde dem Antrage der beiden Kartellvor⸗ stände Gießen und Wetzlar auf Errichtung eines gemein⸗ samen Arbeiter⸗Sekretariats mit 24 gegen 9 Stimmen stattgegeben. Das Sekretariat soll seine Tätigkeit bereits om 1. Juli aufnehmen. Schon seit vielen Jahren wurde der Mangel eines Arbeitersekretariats von der Ar⸗ beiterschaft schmerzlich empfunden, nunmehr gehen die lange gehegten Wünsche ihrer Erfüllung entgegen.
— Der Provinzialtag für Oberhessen tritt am Samstag, den 2. Juni, 10 Uhr vormittags im Sitzungssaal des Regierungsge⸗ bäudes zur diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen. Die
Tagesordnung umfaßt folgende Gegenstände: 1. Rechnun und Verwaltungsbericht der Provinzialkasse für 1921 Ri. 2. Nach⸗ tragsvorankchlag zum Voranschlag der Provinzialkasse für 1922
Ri. 3. Voranschlag der Provinzialkasse für 1923 Rj. 4. Rechnung
und Verwaltungsbericht des Provinzialwasserwerks Inheiden für
1921 Rj. 5. Voranschlag des Provinzialwasserwerks Inheiden für
1923 Rj. 6. Rechnung und Verwaltungsbericht der elektrischen
Ueberlandanlage für 1921.— 7. Rechnung und Verwaltungs⸗
bericht über den Bau der elektrischen Ueberlandanlage für 1921.
8. Voranschlag der elektrischen Ueberlandanlage für 1923. 9.
Grunbsätze über Anstellungen, 10. Beitritt der Provinz Oberhessen
zur„Gemeinwirtschaft Oberhessen“.
— Warnung vor Preistreiberei. Eine Bekanntmachung des Kreisamts Gießen weist auf die Strafvorschriften gegen Preis⸗ treiberei hin, die durch das Notgesetz noch weiter ver schärft worden sind. Zugleich ist dafür gesorgt worden, daß jeder Fall der Preistreiberei rücksichtslos zur Ahndung gebracht wird.
Der Preistreiberei macht sich schuldig:
1. wer für Gegenstände des täglichen Bedarfs Preise sordert
oder sich oder einem anderen gewähren oder versprechen läßt, die einen übermäßigen Gewinn enthalten(Preiswucher);
2. wer für die Vermittlung von Geschäften über Gegenstände des täglichen Bedarfs übermäßig hohe Vergütungen fordert oder sich oder einem anderen gewähren oder versprechen läßt (Provisionswucher):
„wer mit Gegenständen des täglichen Bedarfs Ketten⸗ handel treibt;
4. wer Gegenstände des täglichen Bedarfs, die zur Veräußerung bestimmt sind, zurückhält, um später einen übermäßigen Ge⸗ winn zu erzielen(Warenzurückhaltung);
wer durch unlautere Machenschaften die Preise 62 5 des täglichen Bedarfs zu steigern oder sucht.
Strafbar sind auch die Verabredung einer Preistreiberei
sowie die Verleitung und das Erbieten zur Preistreiberet.
Die Strafen flir Preistretberei sind Gefängnis und hohe Gels⸗ strafen. Für besonders schwere Fälle im Rückfall ist Zuchthaus, in besonders schweren Fällen überdies Geldstrafe in unbeschränkter Höhe angedroht.
2
für Gegen⸗ hochzuhalten
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Neben diesen Hauptstrafen sind für Preistreiberei vorgesehen: Einziehung des wucherischen Gewinns, Entziehung der Handelser⸗ laubnis oder Untersagung des Handels, Ehrverlust, öffentliche Bekanntmachung des Urteils durch Anschlag im Geschäftsraum des Täters. Das Verfahren vor den Wuchergerichten ist so geordnet, daß die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen kann. Die Straf⸗ vollstreckungsbehörden sind angewiesen, Strafen wegen Preis⸗ treiberei so schnell als möglich zum Vollzuge zu bringen. a
Diese Bestimmungen sind in der heutigen Zeit leider am Platze. Das kaufende Publikum follte zu seinem Teile an der Bekämpfung des Wuchers dadurch mitwirken, daß nachweisbare Fälle von Wucher unbedingt zur Anzeige gebracht werden. Es dürfen aber auch nicht die Preise durch die Käufer überboten werden, wie das öfters noch geschieht.
— Kinder aus dem Ruhrgebiet sind in verschiedenen Orten Oberhessens, besonbers im Kreise Büdingen, untergebracht 65 den. Am Freitag früß passierten ihrer etwa 250 den Gießener Bahnhof. Hier sollten sie mit Brötchen und Kaßao gespeist wer⸗ den, doch hatte der Zug so wenig Aufenthalt, daß für das vom . bereitgestellte Frühstück keine Zeit mehr übrig
eb.
— Vorsicht mit Tintenstiften. Es dürfte nicht genügend be⸗ kannt sein, wie vorsichtla man bei kleinen Verletzungen an den Händen mit Tintenstiften umgehen muß. In Wien hat kürzli ein Arzt einen Kranken vorgestellt, der sich mit einem Tindensti eine Verletzung am Daumen zugezogen hatte, so daß eine Operation erfolgen mußte. Die Verletzung sah zuerst harmlos aus, bald aber machte sich rings um die kleine Wunde herum eine immer weiter zunehmende Abtötung der Gewebe bemerkbar. Es sind weiter Fälle bekannt, in denen nach durch Tintenstifte ver⸗ ursachten Verletzungen die Sehnen angegriffen waren und sogar eine Amputation von Fingergliedern notwendig wurde. Man gehe daher mit Tintenstiften äüßerst vorsichtig um. Die Gefahr wird zu leicht unterschätzt
. richtig frankieren! Tie Briefmarken weisen jetzt ein recht buntscheckiges Durcheinander auf. Es gibt Marken, auf denen zwar der Wert in Zahlen angegeben ist, ohne daß aber hin⸗ zugefügt ist, ob es sich um Mark oder Pfennige handelt. Des öfteren kommt es nun vor, daß in der Etle übersehen wird, welcher Gattung eine solche Marke angehört— mancher weiß es auch selber nicht—, und ein Brief wird statt mit 100 Mark mit 100 Pfennigen frankiert. Da die Postbeamten angewiesen sind, auf diese Ver⸗ wechslung zu achten und dann hohes Strafporto zu zahlen ist, emp⸗ fiehlt sich jedesmal Prüfung der Marken vor dem Aufkleben, damit man vor Schaden bewahrt bleibt.
— Fahrraddiebstahl. Entwendet wurde dahier ein Fahrrad Marke„Viktoria“ mit der Fabrik⸗Nr. 542 079. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen mimmt die Kriminal⸗Ab⸗ teilung entgegen.
„reis Friedberg⸗Büdingen.
Vad⸗Nauheim, 25. Maf. Ein solgenschweres Auto⸗ mobilunglück ereignete sich auf der Straße nach Friedberg. Ein Wagenlenker hatte schsinbar zuviel Alkohol genossen und
rannte mit seinem Wagen gegen eine landwirtschaftliche Maschine.


