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28.2.1923
 
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We Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Crpedition: Gießen Bahnbofstraße 23 Ferusprecher 200.

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0 N e Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich i 0 Mk. Bei grõ a i . die Post bezogen 1800. Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50 Mk Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. dr. b. 0. Offenbach e. M. 12 ber Nabalf Wahr. Aegean Ahr abends. 3 --. a Nr. 49 Gießen, Mittwoch, den 23. Februar 1923 18. Jahrgang 7 8

Vor einer amerikanischen Vermittelung?

Ein angeblicher Interventionsplan Hardings.

Nach Blättermeldungen aus Newyork soll der ameri⸗ kauische Botschafter in London, der zur Zeit in Amerika weilt, am Samstag abend im Klub der englischen Zeitungs⸗ vertreter erklärt haben, daß Präsident Harding eine Inter⸗ nention in Europa vorbereite. Diese Intervention werde zurzeit zwischen der amerikanischen und der englischen Re⸗

gierung besprochen. Der Interventionsplan des Präsidenten

Harding schlägt die Bildung einer internationalen Finanz⸗ kontrollkommission vor, deren Kontrolle Deutschland vorbe⸗ haltlos annehmen müßte. Die Kommission soll die tatsäch⸗ liche Zahlungsfähigkeit Deutschlands stydieren und die weiteren Zahlungsverpflichtungen Deutschlands feststellen. Auf der anderen Seite müßte Frankreich, wenn die Inter⸗ vention angenommen wird, das Ruhrgebiet gegen diese internationale Garantie ohne Verzug räumen. Die ameri⸗ kanische Regierung sei gewillt, einen Druck auf beide Länder, Deutschland wie Frankreich, auszuüben, um den Frieden zu retten. Keinesfalls würden die Vereinigten Staaten und England jemals zugeben, daß Frankreich aus dem Rheinland einen unabhängigen Staat mache.

Bonar Law soll einverstanden sein.

Zu den Mitteilungen des Botschafters Harvey über den Vermittlungsplan Hardings erfahren einige Londoner Blätter, in gut unterrichteten Kreisen werde versichert, daß Bonar Law den Plan Hardings warm unterstütze. Die offizielle Behändigung des amerikanischen Plans wird inner⸗ halb der nächsten 14 Tage erwartet.

Der englische Min ister yr sident hat behannuich seine letzte Unter⸗ hausrede mit einem Hinweis auf die Möglichkeit einer Intervention geschlossen. Er betonte aber, daß man sich vorläufig von einer Inter⸗ vention nicht sehr viel versprechen solle. Entscheidend sei die Haltung der amerikanischen Regierung. Die Antwort auf diesen Appell Eng⸗ lands am Amerika scheint die Erklärung Harveys zu sein. Es liegt

zweifeln, daß es der amerskanfschen Re⸗ gierung mit ihren Interventionsabsichten ernst ist.

Zwei große Schwierigkeiten werden aber noch zu überwinden sein. In den amerikanischen Parlamenten war bisher eine Mehrheit für eine Einmischung Amerikas in die europäischen Angelegenheiten nicht zu erzielen. Ob sich diese Mehrheit heute finden wird, bleibt ab⸗ zuwarten. Ebenso bleibt die Haltung der französischen Regierung und der französischen Kammermehrheit zweifelhaft. Es sei daran erinnert, daß der amerikanische Finanzmagnat Morgen sich kurz vor dem un⸗ sinnigen Einmarsch Frankreichs in das ne um eine Vermitt⸗ lung bemühte, die mit dem Vorschlag Hardings fast übereinstimmte. Damals wies Frankreich diese Vermittlung schroff zurück und auch nach erfolgtem Einmarsch hat Poincaré bis in die letzte Zeit hinein wiederholt erklären lassen, daß er keineswegs bereit sei, eine Inter⸗ vention anzunehmen. Man wird gut daran tum, sich keinen verfrühten Illustionen über die Interventionsabsichten hinzugeben.

Die Beurteilung in England.

Die politischen Kreise Londons messen nach einer Meldung des dortigen Mitarbeiters der Fr. Ztg. der Aktion Hardings bezüglich des Internationalen Gerichtshofes be⸗ trächtliche Bedeutung bei, warnen jedoch vor der Auffassung, daß dieser Schritt ein nahes Eingreifen der Engländer und Amerikaner anzeige. Vielmehr sei die Regierung der Ver⸗ einigten Staaten nach Londoner Information bisher selbst einer internen Beratung über die europäische Lage bewußt ausgewichen, weil dies sofort in die Oeffentlichkeit dringen und sabotiert würde. Andererseits gehe der Kongreß am 4. März auseinander, wodurch die Freiheit des Handelns der Amerikaner vielleicht erhöht wird. Jedenfalls seien rasche Schritte von keiner Seite zu erwarten, umsomehr als auch die Amerikaner die politischen Schwierigkeiten einer etwaigen Vermittlung als außerordentlich groß ansehen. Immerhin verstörke der Beitritt der Amerikaner den Inter⸗ nationalen Gerichtshof(siehe die folgende Meldung) und schaffe damit nach Londoner Meinung eine Autorität, die später von Wert werden könnte.

Washingtons Eintritt in den Internationalen f Gerichtshof. Präsident Harding hat vom Senat die Ermächtigung verlangt, die

Vereinigten Staaten beim ständigen Gerichtshof in Haag, der unter

dem Vorsitz des Völkerbundes tagt, vertreten zu lassen. Der Ent⸗ schluß Hardings erfolgte auf Anregung des Staatssekretärs Hughes, der der Ansicht ist, daß die Vereinigten Staaten unter gewissen Vor⸗ behalten dem internationalen Gerichtshof beitreten können, ohne damit ihre traditionelle Politik aufgeben zu brauchen. Einer der Vorbehalte Teilnahme an diesem Gerichtshof für die Ver⸗ Annäherung an den Völkerbund zur Folge 1 0 5 f Havasmeldungen, die in Paris vorliegen wo man eine amerikauische Intervention am liebsten als unfreundlichen Schritt ab⸗ leugnen möchte hat die Botschaft Hardings an den Senat in den Kreisen des Kongresses überrascht. Nur eine kleine Gruppe von Senatoren sei zugegen gewesen als am Samstag spät nachmittags das Schriftstlick verlesen worden sei. Der unmittelbare Eindruck sei der aewefen, dan es Aue ltelbaft 8 ah der Narschlaa n Kaufe der goaen⸗

wärtigen Tagung die Zustimmung des Senats erlangen werde. Die meisten Senatoren, darunter Lodge, Me. Cormick und Borah, hätten erklärt, sie brauchten Zeit, um die Botschaft einer Prüfung zu unterziehen, bevor sie Stellung dazu nehmen. Die Unversöhn⸗ lichen hätten jedoch zu verstehen gegeben, daß es zu einer stürmischen Debatte im Senat kommen werde, durch die wahrscheinlich die alte Frage der amerikanischen Teilnahme am Völberbunde wieder ange⸗ schnitten wünde. Viele Senatoren hätten erklärt, ein derartiger Vor⸗ schlag sei von ihnen schon immer unterstützt worden. Der demokratische Senator King habe sich dahin geäußert, daß er die durch die Botschtft

ausgelöste Strömung vertreten werde, weil sie einen Druck zur Teil⸗

nahme der Union am Völkerbunde darstelle. Senator Hitchcock habe beinahe dieselbe Auffassung geäußert und erklärt, es scheine, daß die Amerikaner sich in Abschlagszahlungen dem Völkerbund anschlössen. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten soll am Dienstag (heute) zusammentreten, um sich mit der Botschaft des Präsidenten zu befassen. N Die Rückgabe des deutschen Eigentums in Amerika. Das Washingtoner Repräsentantenhaus hat mit 200 gegen 11 Stimmen das Gesetz angenommen, daß die be⸗ schlagnahmten Eigentümer in Amerika, wenn ihr Wert mindestens 10000 Dollar beträgt, den Eigentümern zurück⸗ erstattet werden sollen. Der Gesamtwert der zu vergütenden Vermögen beläuft sich auf 100 Millionen Dollar. Da die Mehrzahl der Eigentümer sich in Deutschland befindet, glaubt man, daß die Erlassung einer solch großen Masse ein Steigen der Mark zur Folge haben wird. g

Derpsychologische Moment noch nicht gekommen

Aus dem Haag wird gemeldet, daß von holländischer Seite eine bevorstehende Vermittlung in der Reparations⸗ frage durch den holländischen Außenminister Dr. van Karne⸗ beek dementiert werde. Es hätten Verhandlungen über diese Frage zwischen den neutralen Mächten, die eine Vermittlung gern sehen, stattgefunden, es sei aber festgestellt worden, daß der psychologische Augenblick für einen solchen Schritt noch nicht gekommen sei.

Die geraubten Milliarden. Englischer Protest. Die B. 3. erfährt an zuständiger Stelle französischen Rechtfertigungsversuch, daß die in Fenstey von den Franzosen geraubten 12 Milliarden weder für die Eisenbahner der britischen nech auch für diejenigen der von der Franzosen ge⸗ waltsam besotzten Zone bestimmt gewesen wären. Es handelt sich ausschließlich um Zahlungsmittel, die zur Versorgung der eng⸗ lischen Zone mit den unbedingt nötigen Ceidbezrägen bestimmt waren. Der britische Delegierte in Köln hat inzwischen gegen die Beschlagnahme Einspruch erhoben. Wie die B. 3. von anderer berufener Stelle härt, sind inzwischen Verhandlungen eingeleitet worden, die auf die Freigabe des Geldes abzielen. 8

Der Kampf um die Kohlen.

Aus dem gesamten Ruhrrevier laufen Nachrichten ein, daß die Franzosen jetzt in großem Maße versuchen, Kohlen mengen zu beschlagnahmen und abzutransportieren. Be⸗ zonders in Witten und Oberhausen wurden große Kohlen- lager beschlagnahmt. Bei der Räumung des Bahnhofes Frintrop bei Essen nahmen die Franzosen eine Reihe von beladenen Kohlenwagen mit. 5

Mehrfach haben wir auf die von den Franzosen und Belgiern vorgenommenen widerrechtlichen Verkäufe deutscher Reparations⸗ kohle, die zu ungeheuren Gewinnen führten, hingewiesen. Sowohl

gegenüber einem

der Wortlaut wie der Sinn des Friedensvertrages lassen der⸗ artige Verkäufe nicht zu. Vorstellungen der deutschen Regierung

bei den Ententemächten führten zu dem Versprechen, den Weiter⸗ verkauf deutscher Reparationskohle zu unterbinden. Trotzdem aber hat der widerrechtliche Zustand nicht aufgehört. Nach den uns jetzt zur Verfügung gestellten amtlichen Ermittlungen sind in

den Jahren 1921 und 1922 aus Frankreich und Belgien nicht weniger als 32 Angebote an neutrale und deutsche Firmen auf

Lieferungen von deutscher Reparationskohle ergangen. In einem Falle wurde diese Kohle durch Juserat in einer Zeitung des neu⸗ tralen Auslandes angeboten. Tatsächlich ausgeführt wurde in letzten beiden Jahren deutsche Reparationskohle aus Frankreich und Belgien in 59 Fällen. Es ist klar, daß nicht alle Fälle der Ausfuhr von Wiedrgutmachungskohle zur Kenntnis unserer amt⸗ lichen Stellen gelangen konnten. Schon die Tatsache, daß der fran⸗ zösische Finanzmintster im vergangenen Jahre die Gewinne aus der Reparationskohle auf über 2 Milliarden Franken bezifferte, zeigt, daß der gekennzeichnete widerrechtliche Zustand bereits einen be⸗ deutenden Umfang angenommen hat. Mit Recht wird in dem uns zur Verffigung gestellten amtlichen Material gesagt:Dieser Ausfuhrhandel erscheint um so eigenartiger, als die maßlosen

Kohlenforderungen der Entente durchweg mit der dringenden Not⸗

wendigkeit der Lieferungen für den eigenen Bedarf der Empfangs⸗ mächte begründet waren, ohne auf die in Deutschland herrschende Kohlennot irgendwie Rücksicht zu nehmen.

Jie Schreckensherrschaft.

Die Franzosen haben nach Telunion beschlossen, eine neue Aktion gegen Bochum zu unternehmen. Es sind große, Truppenmassen in der Umgebung von Bochum eingetroffen, die sich auf die Stadt zu bewegen. Der kommandierende General hat für Bochum eine Verordnung erlassen, nach der alle öffentlichen Lokale um 8 Uhr abends geschlossen sein

müssen und der Verkehr in den im Mittelpunkt der Stadt gelegenen Straßen verboten ist. Einer Reihe von Geschäften ist der Verkauf ob 26 Februar untersagt worden. Die Straßenbahner dürfen im ahgesperrten Gebiet keine Fahr gäste befördern. In Verfolg dieser Anordnung ist das Stadt innere am Montag morgen durch französisches Militär be setzt worden. Straßenräubereien.

In Herne wurden am Sonntag abend zwischen 10 und 12 Uhr zahlreiche Passanten von französischen Soldaten angehalten, durchsucht und ausgeplündert. Den Herren wurden vornehmlich Papierstücke abgenommen, während man den Damen die Hand⸗ taschen raubte. Auf der Straße von DortmundHengstey wer⸗ den Postpakete und Postsäcke aus dem Postwagen geholt und die Reisenden auf Zigarren und Zigaretten untersucht.

Im Zuchthaus.

Im Zuchthaus zu Werden befinden sich zur Zeit in zwei großen Sälen etwa 40 von den Franzosen festgesetzte Gefangene, darunter 2 Postdirektoren, 3 Schupooffiziere, verschiedene Schupo⸗ mannschaften, Gymnastiasten, Arbeiter und Lehrlinge. Die Be⸗ heizung der Räume ist ausreichend, ebenso sind Betten, Decken und Licht vorhanden. Dagegen sind die Abortverhältnisse völlig unzulänglich. Im Amtsgerichtsgefängnis zu Werden befinden sich 28 Gefangene, darunter Regierungsrat Niederhof, Polizeiwacht meister Nierhoff, Polizeimafjor Wagener und Oberstaatsanwal Eiteldinger.

Schwere Besatzungslasten Castrops.

Die kleine Industriestadt Castrop mit 20000 Bewohnern, die zu mehr als 80 Prozent dem Stand der Bergarbeiter angehören scheint von den Franzosen zum Mittelpunkt der östlichen Be. satzungszone auserwählt zu sein, während die benachbarten Groß

städte Dortmund und Bochum bis auf einige Außenbezirke fast

frei von Truppen sind. Castrop ist besetzt mit dem Stab der 11. Diviston und der Ortskommandantur, die zwei großen Schul. gebäude mit ca. 30 Räumen nur für Bürozwecke in Anspruch ge nommen haben. Ferner sind vorhanden ein Militärpolizeigerich

mit Gefängnis, ein Divisionslazarett, eine wee we e,

eine Telegraphenabteilung, eine Sanitätskompagnie und sechs Kompagnien Infanterie. Schulen im Innern der Stadt belegt, darunter das Gymnastum, die höhere Mädchenschule und die Berufsschule. In den heiden Krankenhäusern haben die Franzosen eine größere Anzahl Betten belegt. Ferner wurden in Anspruch genommen der Stadtverord⸗ netensttzungssaal, die einzige vorhandene Turnhalle, das Polizei⸗ gefängnis, die Kühlhalle und die Vorkühlballe des Schlachthofes. In der letzten Zeit gehen die Franzosen ebenso rücksichtslos gegen die Privatbesitzer vor. Der Baustoffhandlung Westhoff u. Fried ist der große Lagerplatz mit zahlreichen Räumen und Schuppen beschlagnahmt worden. Die warrden d 1 Teil fortgenommen, wodurch ein Schaden von 2030 Millionen Mark entstanden ist. Bei der Märkischen Holzhandlung sind große Mengen Bretter gewaltsam fortgengemen worden. Ebenso wur⸗ den bei einem Bauunternehmer Materialien entwendet. In vier Haushaltungs⸗ und Eisenwarengeschäften erschienen zahlreiche Be⸗ waffnete und nahmen gewaltsam mehrere Herde, viele Oefen, Werkzeuge und Geräte aller Art mit. Zu den Einquartierungs⸗ lasten müssen ferner noch mehrere hundert Offiziere und sonstige Einquartierungsgäste in Privatwohnungen gezählt werden.

Die Verkehrslage im Einbruchsgebiel.

Die Verkehrslage im Ruhrgebiet ist unverändert. Der Bahnhofs Schwelm nördlich von Elberfeld ist seit gestern durch französisches Militär besetzt. Güterzüge werden kon⸗ trolliert. In Herbecke sind die Stadtzugänge von den fran⸗ zösischen Posten beletzt. Eisenbahnbedienstete wurden ange- halten und am Verlasfen der Stadt verhindert. 5

Auf dem Güterbahnhof in Hörde ist eine französische Wache zur Kontrolle von Kohlenzügen eingerichtet worden. Die Lage im Telephonbetrieb ist im allgemeinen unver⸗ ändert. Von den wichtigsten Telephonämtern liegen die in Bochum, Düsseldorf. Duisburg und Essen nach wie vor still. Im übrigen wickelt sich der Verkehr infolge der Beschlag⸗ nahme einzelner Leitungen unter Einschränkungen ab. In Essen besetzten die Franzosen gestern nachmittag 5 Uhr das Arbeitsamt wo nach französischer Ansicht eine Sitzung der Rhein-Ruhrhilfs stattimden sollte. Die Franzosen mußten

Lager maren

unverrichteter Dinge wieder abziehen. In Düren stießen, wie erst jetzt bekannt wird, am vergangenen Sonntag ein Güterzug und ein Militärzug zusammen, wobei 40 Fran- zosen ums Leben gelommen sind. Verschärste Abschnürung. Die Absperrung des Ruhrgebiets hat eine weitereVer⸗ schärfung dadurch erfahren, daß deutsche Beamte, die aus dem

unbesetzten Deutschland ins Ruhrgebiet elnreisen wollen, nur noch dann durchgelassen werden, wenn ihr Paß ein Visum der Be⸗

satzungsbehörden trägt. Auf Grund dieser Bestimmung, die im unbesetzten Deutschland noch völlig unbekannt ist, wurde auf dem

Güterbahnhof Aplerbeck ein katholischer Geistlicher, Mitglied der theologischen Fakultät der Universität Münster, von der französi⸗ schen Kontrolle angehalten und gezwungen, den Zug zu verlassen. Es scheint, daß diese neueste Beschränkung als Sanktion für die letzten Ministerreisen ins Ruhrgebiet auferlegt worden ist. Hungerkrieg gegen Fisenbahner und Beamte. Die Bedrückung der Eisenbahner durch die Franzosen nimmt immer ungeheverlichere Formen an. Neben der Aus- treibung von Echenbahnerfamilien aus ihren Wohnungen und dem Versuch, Gehalts- und Lohnzahlungen an die Eisen⸗ bahner zu verhindern, will man jetzt den Eisenbahnern auch

Es sind sechs der größten und neuesten

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