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den sich die sogenannte

f 0 plwKhsstisch vor den Zuhörern herauszuarbeiten,

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a 171 67 Gieß. Anz. liest, erfährt also über or nicht 3 oder unzureichendes oder entstelltes, erlums selten in der Jorm eines waschechten e üerkums. Gottlob, daß wir in der Schulstraße zu Gießen klüger und einsichtiger sind, als derStaatsmann de bestellt hat! Zum mindesten können wir dem 5 0 un gute Ratschläge geben; er lese nur unsere 9. Die Salbung liefern wir gratis. 1 1 1 zusammen: Die Berichkerstattung . Anz. über politische Angelegenheiten und die 0 prechung solcher Angelegenheiten im Gieß, Anz. 9 17 berechnet, deren erstes Bedürfnis nicht in 10 3 und Klarheit besteht. Oder, besser gesagt, 2 e gan der Oeffentlichkeit schätzt wenigstens seine ser so ein. Auf diesem, man nenne es intellektuellen oder n Mangel dieser Zeitung in Mitteilung und Be⸗ 4 die Bewohner Gießens und Oberhessens, soweit sie en Leserkreis ihres Generalanzeigers bilden, immer wieder aufmerksam zu machen, halten wir für eine Pflicht politischer Ehrlichkeit und Reinlichkeit.

Zu Rathenaus Gedächtnis.

, Eine Gedenkfeier für Rathenau, der bekannt⸗ lich am 24. Juni vorigen Jahres den e deutsch⸗völki⸗ scher Mordbuben zum Opfer siel, hielt am Samstag abend der Republikanische Lehrerbund ab. Männer und Frauen, Mitglieder und Gäste hatten sich zahlreich eingefun⸗ den. Vorstzender Rektor Loos erinnerte an die Zeit vor einem Jahre, er bezeichnete Rathenau als hervorragenden Industriellen und aufrechten Republikaner, dessen man mit Ehrerbietung gedenken müsse. Hierauf hielt Prof. v. A ster die Gedenkrede. Ohne Personenkultus zu treiben, führte der Redner aus, wollen wir durch eine schlichte Gedenkfeier den Mann ehren. Sachlichkeit und die Fähigkeit ehrlich gegen sich

Man muß den Tatsachen ins Gesicht sehen. Davon scheint in den letzten Jahren manches verloren gegangen zu sein. Scheidemann hat einmal von der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüst gesprochen. Wir müssen uns auf Schwierigkeit und Entbehrungen einstellen. Harte Arbeit steht uns bevor; deshalb ist Hilfsbereitschaft dem Nächsten gegenüber notwen⸗ dig. Die Wanderung durch die Wüste kann auch zu Haß und Zerfleischung führen. Wir dürfen nicht sinnlosen Illusionen nachjagen, nicht Zustände wieder aufrichten wollen, die un⸗ wiederbringlich dahin sind. Rathenau war kein Führer im eigentlichen Sinne; er erklärte aber einmal, warum wir keine Führer haben. Zu einer Führernatur gehört Vertrauen, das sich ein Führer nicht schaffen kann, das er haben muß. Der Führer muß voraussehen, was morgen kommt, die öffent⸗ liche Meinung sieht die Dinge, wie sie gestern waren.

Rathenau stand nicht von Anfang an in der vordersten Reihe der großen Industriellen. In stiller Zurückgezogen · heit pflegte er wissenschaftliche und künstlerische Studien. Dabei blieb er bescheiden, fern lag ihm jedes Protzentum. Das Wohl der Menschen war ihm die Hauptsache. Sozialist war Rathenau nicht, er hielt die Werttheorie für un⸗ richtig und glaubte, daß der Gewinn des Unternehmertums nicht hinreiche, die Lage des Volkes nennenswert zu ver⸗

bessern. Er war und blieb Unternehmer, schätzte die indi⸗ viduelle Tätigkeit über alles, wollte aber auch aus seiner idealistischen Grundeinstellung heraus, daß auch dem Ar⸗ beiter Freude an seiner Arbeit werde.

Was weiß der Einzelne von dem Seelenleben des anderen? Was der Bürger von dem Seelenleben des Pro⸗ letariers und umgekehrt? Hier liegt das erkannte Rathenau der Quell des gegenseitigen Hasses der Völker. Die gefürchtete Kriegskatastrophe trat ein und nahm schlim⸗ mere Formen an, als Einsichtige es je geahnt. Die Scheußlich⸗ keiten des Krieges widerten Rathenau an. Von der Revo⸗ lution, die das Bürgertum abwartend betrachtete, wurde er enttäuscht. An der neuen Verfassung übte er herbe Kritik; für politische Vorwärtsentwicklung ist Deutschland kein günstiger Boden, da es religiös in zwei Teile zerrissen und einzelstaatlich zersplittert ist. Ein tiefer Riß trennt weiter das Volk in Gebildete auf der einen Seite, während auf der andern die Masse derjenigen steht, denen die Quellen besserer

Vildung verschlossen bleiben. Tiese Umstände erschworen es. daß das Volk von dem republikanischen Geiste durchdrungen

wird.

Rathenau war Demokrat und Republikaner und mußte

in; selbstverständlich, daß er sich dem neuen 2 1 stellte. Als Minister des Auswärtigen wäre es ihm eher wie jedem andern möglich gewesen, die Verhältnisse Deutschlands zum 1 1 1 1 Bahnen zu bringen. Sein Tod soll für uns Veranlassung 4 15 mit freudiger Ueberzeugung zur Republik und

Demokratie zu bekennen. 5 g 8

Der geistvolle Redner verstand es, in seinem ein stündjgen Vortrag das Wesen und die Tätigkeit des dem sinnlasesten Verbrechen zu

wie seine Bedeutung für die Menschheit

die bis zuletzt gefesselt und tief ergriffen waren r

Rahmen zeichnende Bericht bietet davon nur ein schwaches

Abbild.

Deutschland und

3 Der Verein Deutscher Zeitungs⸗ n Tageszeitungen) hat auf seiner ch besuchten Hauptversammlung Zeitungsleser schon heute von ßerordentlicher Bezugspreis⸗ zu setzen. Die letzten Preis⸗ ind soweit über die phantasti⸗ j daß in den Junibezugspreisen ee en nur zu einem geringen Michrbel halb wenigen Wochen 8 g der Preis des Zeitungs⸗ rund 25 Millionen Mark filr ung des Papiers infolge dem Dollarkurs t den zwischen⸗ (wertung

verleger(Herau

aus allen deutschen

Breslau einstimmi

unumgänglichen erhöhungen 1 ll

ers von rund Waggon gestiegen.

deutsche Volksvertretung gerade als

selbst zu sein, ist eine der guten Eigenschaften der Deutschen.

m Opfer gefallenen Mannes so.

mit weiteren entsprechenden Papierpreisvertenerungen gerechnet werden. Dazu kommen die allgemeinen stürmischen Preissteigerun⸗ gen aller anderen Kosten der Tageszeitungen, vor allem des Nach⸗ richtenwesens. Im Auslande haben sich die Zeitungsleser an das Vielfache der jetzt in Deutschland geltenden Bezugspreise längst ge⸗ wöhnen mlissen. Die deutschen Zeitungen und ihre Leistungen füür die Volksgesamtheit können nur erhalten werden bet Bezugspreisen, die einigermaßen den alle bekannten Teuerungszisfern weit über⸗ schreitenden Mehrkosten der Zeitungen gerecht werden.

Brotmarkenausgabe. Die Ausgabe findet am Donnerstag, den 28. Juni für die Bezugsberechtigten mit den Anfangsbuchstaben A.⸗K., am Freitag, den 29. Juni, für L.3. statt. Siehe Anzeige in heutiger Nummer.

Militär⸗Konzert. Am Donnerstag, den 28. Juni findet auf der Liebigshöhe das 2. Abonnement⸗Konzert der hiesigen Reichswehr⸗ kapelle statt. Das Konzert beginnt abends 8 Uhr und wird bei . Witterung als Streichkonzert im Saale stattfinden.

Daubringen. In der Gemeinderatssitzung am 22. Juni 1923 wurde beschlossen, daß die Anstellung der Krankenschwester Elisa⸗ bethe Grötz in Mainzlax in Besoldungsgruppe 1, Gehaltsstufe 9 gemeinschaftlich mit der Gemeinde Mainzlar erfolgen soll. Die Kosten tragen beide Gemeinden je zur Hässte. Wegen Aufbesserung der Faselviehhaller wird der Finanzausschuß beauftragt, mit den⸗ elben zu verhandeln. Der Wasserzins wird ab 1. Juli auf das

hnfache des seitherigen Satzes erhöht. Zur Aufftellung der Hebe⸗ register für den Wasserzins wurden die Gemeinderäte Braun und Geißler bestimmt. Dem Wiegemeister werden flir den Fall 500 Mark bewilligt. Als Wiegegebühren wurden ab 1. Jult beschlossen: Großvieh 2500 Mk., Kleinvieh 1500 Mark. Die Ausführungs⸗ arbeiten für den Durchlaß bei Adam Harbusch weeden dem Bau⸗ geschäft Preis übertragen. Ein Antrag der Kreisfürsorgestelle auf F einer Solbadekur für Marg. B. wird genehmigt. Die Kosten hierzu trägt die Gemeinde zur Hälfte. Dem Verein Klein⸗ kinderfreund sollen die Räume der Kleinkinderschule ab 1. April unentgeltlich überlassen werden.

Lardenbach. Auf dem Grsinberger Ferkelmarkt wurden am letzten Donnerstag einem Mann aus Weikartshain 750 000 Mark von Taschendieben gestohlen. Die Herren Langfinger scheinen zu wissen, wo das Geld zu holen ist.

50 Marburg⸗RNirchhain.

ihrer Stiftung zur Unterbringung von Kindern in Badeorten eine Million Mark zugefügt. Der Bau eines Sechsfamilien⸗Miets⸗ hauses, nach Abzug der Zuschlisse für 211 Millionen Mark, wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Unsere Genossen haben damit ihre Forderung durchgesetzt, die Wohnungsbauabgabe für diesen Zweck zu verwenden. Das Wassergeld wurde auf 400 Mk. pro Kubikmeter erhöht. Die gewerblichen Betriebe der Stadt haben im vergangenen Jahre ansehnliche Ueberschiisse erzielt, trotzdem Ge⸗ bäude und Maschinen bis auf 1 Mk. abgeschrieben sind. Eine Aus⸗

nahme macht nur die Straßenbahn, welche Zuschuß erfordert. Der

außerordentliche Voranschlag der Stadt flüür 1923 erfordert eine Aus⸗ gabe von 900 Mill. Mk., davon sollen 800 Mill. Mark, vorbehaltlich der Genehmigung der Regierung, durch eine wertbeständige Holz⸗ anleihe aufgebracht werden, die mit 6 Proz. verzinst und mit 3 Prozent gebracht werden, die mit Juni lu⸗7 Lig Sagiführteaut M Prozent getilgt werden soll. Die Kündigung früherer Stadtan⸗ leihen der Stadt Marburg wurde beschlossen, da die Außgabe neuer Zinsscheine zu hohe Kosten verursacht. Die Stadtverordgeten stimm⸗ ten einem Antrage auf Wiedererneuerung der sogen.schwarzen Brücke bei der Gasanstalt zu. Als Kosten werden 12 Mill. Ml. an⸗ genommen. Der Fabrikant Ostheim hatte sich in einem Schreiben gegen die Errichtung erklärt, weillichtscheues Gesindel dadurch herbeigezogen würde, was einen Pfufruf unserer Genossen auslöste. Da der Antrag einstimmig angenommen wurde, wird voraussichtlich der Magistrat seinen bisher ablehnenden Standpunkt aufgeben. Zur Deckung der Kosten schlugen unsere Genossen Erhöhung der Hunde⸗ steuer vor, dem die Statdverordneten ebenfalls zustimmten.

Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung.

Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen. Zweite Sitzung vom 21. Juni 1923.

In der Lohnstreitigkeit in der Metallindustrie im Be⸗ reich des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen erging folgender Schiedsspruch: 1. Die Lohnforderung für die Woche vom 17. bis 23. Juni wird in Höhe von 5700 Mk. Spitzenlohn anerkannt. Die Entscheidung über die Zubilligung eines Akkordausgleiches wird davon abhängig gemacht, daß die zu einer Beurteilung not⸗ wendigen Unterlagen beigebracht werden.

2. Die Entscheidung über den Antrag auf Aenderung der Lohn⸗ staffel wird vorläufig ausgesetzt, damit der Arbeitgeberverband die Möglichkeit hat, den heute vorgelegten Vorschlag des Deutschen Metallarbeiterverbandes zu prüfen.

3. Die tarifliche Festsetzung der Lehrlingsentschädigung wird als unzulässig abgelehnt.

4. Die Festsetzung der Akkordpreise erfolgt nach der Leistung eines Avbeitnehmers durchschnittlicher Leistungsfähigkeit unter nor⸗ malen Arbeitsbedingungen in der Weise, daß er bei durchschnitt⸗ licher Arbeitsleistung mindestens 15 Prozent über den für ihn gül⸗ tigen Tariflohn verdient. Für Gießen tritt diese Vereinbarung erst nach Ablauf des bisherigen Abkommens in Kraft.

5. Der Spitzenlohn der Wetzlarer optischen und mechanischen Industrie wird auf 6380, Mk. festgesetzt. Die übrigen Löhne erhöhen sich nach demselben Schlüssel.

6. Die Arbeiterinnen erhalten 75 Prozent der Löhne ihrer Ar⸗ beitergruppe und Altersklasse.

7. Die Sozialzulagen erhöhen sich um 30 Prozent.

8. Im Ergebnis sind 5 Mark und mehr nach oben, weniger als 5 Mark nach unten abzurunden.

Die Streitteile erhielten Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches bis zum 23. Juni nachmittags

1 Uhr. 5 Sitzung vom 22. Juni 1923.

In der Streitigkeit des Deutschen Holzarbeiter⸗Ver⸗ bandes, des Zentral⸗Verbandes der Zimmerer und des Arbeitgeber⸗Verbandes für Lahngau und Ober⸗ hessen über die Entlohnung der Sägewerksarbeiter erging folgen⸗ der Schiedsspruch: Der Stundenlohn der Arbeiter über 25 Jahre der Gruppe A beträgt in der 3. Ortskl. vonn 7. Juni an 2800 Mk., vom 14. Juni an 3800 und vom 21. bis 27. Juni 4800 Mk. Die übrigen Löhne sind in demselben Verhältnis zu erhöhen. Sollte eine wesentliche Verschärfung der Teuerung eintreten, so kann für die 7 vom 21. Juni an über eine Revision der Löhne verhandelt werden.

Die Vereinigten Fuhrwerksbesitzer von Gießen sollen vom 15. Juni an den Fuhrleuten 260 312 Mk. Wochenlohn zahlen.

Die Firma Klönne soll in ihrem Quarzitb ruch bei Homberg an der Ohm drei Arbeiter weiterbeschäftigen, denen sie gekündigt hatte, ohne zu erst Arheitsstreckung zu versuchen.

Zu diesen 3 Schiedssprüchen erhielten die Streitteile Erklärungs⸗

ist. 0 Den Einspruch eines Arbeiters des J. Himmelsbach'schen Säge⸗ werks bei Nidda gegen fristlose Entlassung wies der Schlichtungs⸗

aus schuß ab. Marburger Schlichtungsausschuß.

Der Baugewerksbund beantragte für die Steinbrucharbeiter der Gewerkschaft Rech in Leimsseld die Löhne der Bauhilfsarbeiter ohne die übrigen Bestimmungen des Bauarbeitertarifs in Anspruch zu nehmen. Die Arbeiter dieser und einiger anderer Betriebe im Kreise Ziegenhain sind aus dem christl. Berufsverband der Stein⸗ arbeiter in den freien Baugewerksbund übergetreten. Der Unter⸗ nehmer bezweifelte die Zuständigkeit des Schlichtungsausschusses, dle

Arbejter hätten sich zuerst an die Schiedsstellen ihrer früheren Or⸗

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Stätdisches aus Marburg. Die Bankiers Gebr. Strauß haben

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ganisatlon wenden milssen. Der Schlichtungsausschuß erklärte sich für zuständig, durch den Austritt aus der Organisation seien sie an den mit ihrer früheren Organksation abgeschlossenen Tarif nicht mehr gebunden. Der Schiedsspruch lautete ab 1. Juni auf 3600 Mk. Die

Erdarbeiter erhalten ab 15. Junt 3840 Mk. Ein im Termin ge⸗ stellter Antrag auf Zuschläge für Handwerker und für Ueberstunden wurde abgelehnt, weil die Unternehmer nicht mehr anwesend und dadurch keine Kenntnis von dem Antrage hatten. Denselben Lohn erhielten die Arbeiter der Firma Hoos in Michelsberg, Kr. Ziegen⸗ hafn, zugespröchen, die durch den Zentralverband Nachzahlungen für Mai, für 1.8. Juni 9200 Mk. und für 8.15. Juni 3600 Mk. be⸗ antragt hatten. Der Zentralverband der Steinarbeiter beantragte für die Arbeiter der Hessischen Syenitindustrie ab 20. Mat 80 Proz. und ab 1. Junt 100 Proz. Erhöhung auf die nur 1700 Mk. be⸗ tragenden Löhne. Der Schiedsspruch ging auf 80 Proz. vom 1.7. Junt und 100 Proz. vom 8.14. Juni. Die Bäcker sollen ab 18. Juni 120 000, 110 000 und 95 000 Mk. Wochenlohn erhalten. Die Fuhrleute von drei Kirchhalner Unternehmern verlangten die Marburger Löhne unter Ausschluß der Nebenleistungen für Sonn⸗ tagsdienst und Ueberstunden. Ste erhielten die Marburger Löhne zugesprochen einschließlich der Nebenleistungen aber unter Abzug von 5 Prozent. Zwei Angestellte der Stadt Marburg waren ge⸗ Hindigt worden, von denen der eine, der kinderlos verheiratet und kriegsbeschädigt ist, weiter beschäftigt werden sollte. Der andere ist zwar ledig, aber der einzige Ernährer der invaliden Mutter und mehrerer Geschwister und erhob Einspruch gegen die Klindigung. Der Einspruch wurde auch als berechtigt erklärt und die Stadt im Falle sie den jungen Mann nicht weiter beschäftigen will, zur Zah⸗ lung von zwei Zwölftel des Jahresverdienstes verurteilt.

Kleine Nachrichten.

Frankfurt a. M., 24. Juni. Der bessere Arbeits⸗ 4 markt. In der Lage des Arbeitsmarktes ist in der Vorwoche eine geringe Besserung eingetreten, die sich gleichmäßig auf alle Berufs⸗ 1 gruppen verteilt. Besonders vermehrt hat sich das Stellenangebot in der Landwirtschaft. Im Durchschnitt kamen auf 100 offene Stellen 309 Arbeitsgesuche, die gleiche Zahl betrug in der Vorwoche N

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316. Insgesamt waren 6937 Arbeitsgesuche gemeldet.

Frankfurt a. M., 25. Juni. Bei der Fachausstellung für Hotel⸗ und Gastgewerbe in Darmstadt vom 16.20. Juni 1923 ist die Firma ZigarettenfabrikKrewosti G. m. b. H. 1 Frankfurt a. M. für hervorragende Leistungen mit der golde 1 Medaille ausgezeichnet worden.

Frankfurt a. M., 25. Juni. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei ganz leicht abgeschwächter Geschäftslage wurden be⸗ zahlt für je 100 Kilo Weizen(Wetterauer) Mk. 440450 000, ö Roggen Mk. 340 360 000. Gerste Mk. 3 0380 000, Hafer, in⸗ ländisch. Mk. 290 320 000, Weizenmehl(süidd.) Mk. 750775 000, Roggenmehl 520550 000, Kleie Mk. 180185 000, Erbfen Mk. 1 400450 000, Biertreber Mk. 190195 000. Die Mühlenforderung 1 für Weizenmehl südd. Spezial 0 beträgt Mk. 900 000. 5

Frankfurt a. M., 24. Juni. Folgen eines Schäfer ö stündchen s. Ein junger vornehmer Türke hatte in einem hiesigen ersten Gasthause mit einer ebenso vornehmen Ausländerin ein zärt⸗ liches Schäferstündchen. Das hinderte den Orientalen aber nicht, der Freundin einen Schmuck im Werte von mehr als 50 Millionen Mark heimlich zu entwenden. DieDame erstattete Anzeige bei der Polizei, die auch das Glück hatte, den Türken unmittelbar vor der Abfahrt auf dem Hauptbahnhof zu erwischen und ihn samt dem Schmuck sicher zu stellen.

Fankfurt a. M., 24. Juni. Millionen⸗Pelzdtebstahl. Einbrecher kletterten in einer der letzten Nächte an dem Blitzableiter eines Pelzwarenhauses der Kaiserstraße an den ersten Stock hinauf und drückten hier die Scheiben der in die Lagerräume führenden Fenster ein. Dann stahlen sie für etwa 50 Millionen Mark Pelze, die sie auf einem Wagen von hinnen führten. In der nächsten Nacht versuchten die gleichen Einbrecher an dem Blitzableiter eines Gold- warenhauses am Goetehplatz hinaufzuklettern, um auch hier einen Raub auszuführen. Dieser Einbruch mißlang jedoch. Einer der Ein⸗ brecher, ein Student, wurde ergriffen und festgenommen.

Im Kampf mit einem Irren. 5

Der soeben erst aus der Frrenanstalt entlassene Schreiner⸗ meister O. in Weilburg erschien mit einem Bell bewaffnet auf dem Polizeiamt und verlangte Arbeit. Er bekam einen Tobsuchts⸗ anfall und schlug mit dem Beil um sich, wobei er die Einrichtung von drei Zimmern zerschlug. Dann wurde er durch einen Schuß in den rechten Arm unschädlich gemacht. 8

Mus den amtlichen Bekanntmachungen.

Das Amtsverkündigungsblatt für das Kreisamt Gießen usw. Nr. 46 vom 22. Juni enthält: Erhöhung des Urkundenstempels. Vergütungen der Bürgermeister der Landgemeinden. Statistik der Streiks und Aussperrungen. Unterbringung ausgewiesener Personen. Gebührenerhöhung für Benutzung des Bohrzeugs der Geologischen Landesanstalt. Erwerbslosenfürsorge. Dienst⸗ nachrichten. Feldbereinigung Stangen rod. Zuschläge zur Ge⸗ bührenordnung für die Dienstmänner in der Stadt Gießen. Schweinerotlauf in Gießen. Gefunden, verloren.

Verloren, gefunden. In der Zeit vom 1.15. Juni 1923 wur⸗ den in hiesiger Stadt gefunden: 1 Zahnbürste, 1 Spazierstock, 1 gesticktes Deckchen, mehrere Geldmäppchen, 11 Stangenreihersedern 1 Paket mit Borde und Knöpfen, 1 Selbstbinder, 1 nfchirm, 1 Messingkapsel von einen Auto, mehrere Damenhandtaschet, 1 Kunst⸗ brosche, 2 Paar Handschuhe und einzelne Handschuhe, 1 Werkzeug⸗ zange, 1 Vergrößerungsglas, mehrere Geldbeträge, 1 Trauring, 1 Beil, 1 zerbrochene Brille, 1 Armband: Vom Stadtthea⸗ C ter abgeliefert: 1000 Mk., 2 Gürtel, 2 Kettenarmbänder, 1 Uhr⸗ kette, 1 Federhalter, 1 Haarpfeil, 1 Okyspule, 1 silberner Bleistift⸗ halter, 1 Hutnadel, 1 Gürtel, 5 Paar Handschuhe, 4 einzelne Hand⸗ schuhe⸗ 1 Zwickerfutteral, 12 Taschentischer, 1 schwarze Haarschleife. Verloren: 1 silberne Halskette, 100 000 Mk., 1 goldener Ring. mit 1 gez. M. P., 1 goldene Brosche, 1 Marquise⸗Ring (Gold).

Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 812½ Uhr vormittags und 2%5 Uhr nach⸗ mittags, im Polizeiamt, Zimmer Nr. 3, erfolgen.

Dollarstand Dienstag mittag ca. 126 000 Mk.

e. Brotmarkenausgabe für die Bezugsberechtigten mit den Anfangs⸗ buchstaben AK findet Donnerstag, den 28. Juni IL-2 Freitag, den 29. Juni von vormittags 812 Uhr und nachmittags 26 Uhr in den bekaunten Bezirken statt. Auf die Bekanntmachung inden Aushöngekästen wird hingewiesen. Gießen, den 25. Juni 1923 1 Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.) 0 eee 1

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im früheren Geschäftslolal der Färberei Braubach& Fischer

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Fahrrad⸗ u. Nähmaschinen⸗ Handlung Mechan. Reparatur⸗Werkstätte