Ausgabe 
25.6.1923
 
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8.

0 nakionalistischen Gehen 1 5'ù,

Ni bein burchsege find, die ieh nichr nch Vernitern und

15 4 Geld ihre angeblichen Geestunn nicht scheuen, für fremdes

8 1 der einbruchsheere auszucfem. Ichlag 125 ee ö lich ein 5 magerer ist bekannt

10 er felt 1555 terartiger Sptzeltaligkeit geworden aber

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r sel wie sich immer m icht i ringsten von besserer Werten eee

Verräter. Das beweist insb 9 5 seine jetzt verhafteten Danziger Korrespondenten e e

an e üützt und die wir 8 von Toten nichts Böses 1 Interesse Deut f zu reden, im wird berichtet: schlands wiedergeben müssen. Da

Schlageter hat si ö Monate auch 1 5 45 1 5 Senats wegen von den oe deutschen Geheimverbänden zu irgendwel, entsandt worden. Hier führ! Sse i 7 5 Sarzer Afkenea ter, b. b. er a 8 0 nichtstuerische Leben wie in Bars, Dielen und Kaffe kmittel infolge des kostspieligen Sch versuchte er bei amtlichen deutschen

die sich auf äußerst zerlässi trotz dem Spruch, zerlässige Angaben

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undheitz, f 5nationale Betätigung weiter 0 1 5 l e e dee ban a ait in gendgerder Nele dell er aon ben Wünnd p at bald darauf zu der polnischen Spitzel ur i en Danzig in nähere Beziehungen. Als n imer Felagentur in bolnischen Ober pt. intimer Vekannter des 1 1 ö öffentlich in Danzi e Danzig verkehrte er mit diesem ben f»Der Nachweis Geßeimdorz daß Schlageter den Polen deutsche nul ö N okumente verkauft hat.

Dees sich hierbei um echte Dokumente oder um Fälschungen han⸗ ee dite entzieht sic, unserer Kerntnte. Gefelschte Dokumente können nich zm N 6 unter Umständen für das deutsche Volk aber noch schlimmer Fol de w. haben als echte Goheimdokumente. Die polnische Sptonggeageniir ü u% a Fall mit der Tätigkeit Schlageters höchst zu⸗ bel 0 Diese Feststellungen werden unserenationalen Kreise a in] Felbstverständlich nicht davon abhalten, weiterhin für

[Schlageter-Straßen und Denkmäler Propaganda zu machen dur] und den Spion Schlageter als Nationalhelden zu empfehlen. anffül!!

% M, 1 3 8 Gießen und Umgebung. t u. 5 kein al, 9 2 2 5 0 1 l FürdieBedräugten im Ruhrgebiet gulk g 5 C= gingen weiter bei uns ein: Von Beamten und Angestellten 5. 4 des Finazamtes Gießen 127 000 Mk. Bereits quittiert 949 360 Mk., de dun] zusammen 1076 360 Mark. i ten dub ü Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne rds 1 entgegengenommen. en muß i Verlag ber Oberhessischen Volkszeitung. Eisectuhy 5 vun Erhöhung der Renten. folgte. Die katastrophale Geldentwertung und die am 4. Juni einge⸗ Vorsinnd⸗ tretene Brotpreiserhöhung hat die Reichsregierung veranlaßt, dem rte ben Reichstagsausschuß für Sozialpolitik eine Verordnung über Er⸗ a 5 0 höhung der Renten aus der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung in dere vorzulegen. Die Verordnung vom 27. März 1923 hatte die Höchst⸗ eunden u. N beträge für Rentenempfänger für Orte im unbesetzten Gebiet auf en Jol) 1 480 000 Mk. für Orte im besetzten Gebiet, Einbruchsgebiet und in Cr bite 1 den ihnen gleichzustellenden Bezirken auf jährlich 600 000 Mk., für 1 1 Witwen⸗ oder Witwerrente auf 432 000 Mk., bezw. 540 000 Mk., e kr Vatsenrente auf 240 000 Me bezw. 300 000 Mk festgesetz. Die alien Regierungsvorlage sah eine Verdoppelung dieser Sätze mit Wir⸗ gen ih kung vom 1. Juni vor. Der Ausschuß fand diese Sätze für völlig ark Gel⸗ 9 unzureichend und beschloß, ftir Mai die Sätze zu verdoppeln, sie von 1 480 000 Mk. auf 960 000 Mk., von 432 000 Mk. auf 864000 Mk., den. von 240 000 auf 480 000 dnl. jährlich zu erhöhen. Mit Wirkung vom 79 1. Juni 1923 ist die bisherige Unterstützung verdreifacht und nach

2 1 den Umständen im Höchstbetrag so zu bemessen, daß das Gesamt⸗ aus en jahreseinkommen des Empfängers einer Invaliden⸗ oder Alters⸗ n nee rente den Betrag von 1440 000 Mk., eine Witwen⸗ oder Waisen⸗ 1 Dell rente den Betrag von 1296 000 Mk., eine Waisenrente den Betrag zonen a von 720 000 Mk. erreicht. 45 1 5 13. Entsprechende Unterstützungen sind an Empfänger von Ruhe⸗ Nhe 6 geld oder Hinterbliebenenrente aus der Angestelltenversicherung zu

der Invpalidenversicherung(§ 1258 Abs. 2 der Reichs versicherungs⸗

, 9 gewäh Wi jedoch nur, wenn sie Invalide, im Sinne 8 gewähren, an Witwen jedoch 0 1 de

0 ordnung) sind.

Hat der Empfänger Kinder unter 15 Jahren, die nicht auf

5 1 i sicherun⸗ des Versicherungsgesetzes a Grund der Reichsversicherungsordnung, de Vsgeset

5 für Angestellte oder des Reichsversorgungsgesetzes oder anderer

alle den 1 Militärversorgungsgesetze eine Rente beziehen, so erhöht sich die

n ahl für das Gesamtjahreseinkommen anzurechnende Grenze um 300 000

. Mark für jedes Kind. Elternlose Enkel unter 15 Jahren, deren

1 Unterhalt der Empfänger der Renten ganz oder überwiegend be⸗

9 streitet, werden den Kindern unter fünfzehn Jahren gleichgestellt;

borang b. 0 dies gilt auch für erwerbsunfähige unterhaltsberechtigte Ehegatten

0 3 5 9

0 4 im He ande von Rentenempfängern. 5 3

ider 1 15 ache des Gesamtjahreseinkommens wird nur die als

esc 1 Teuerungszulage gewährte Rentenerhöhung angerechnet. Das Ar⸗

n der 1 bheitseinkommen der Empfänger von Renten oder Ruhegehalt bleibt

i Ach E dagegen bis zum Jahreseinkommen von 14⁴⁰ 9000 Mk. außer Ansab.

Bi Betrage von 432 000 Mk. insgesamt send auf das

1 re i rech Bezsige auf Grund des

55 Gesamtjahreseinkommen n Ne e

1 Reichsversorgungsgesetzes oder ant. 97 0

. aus der knappschaftlichen Versicherung, ee

den Versicherungsunternehmungen, aus privaten 5 e

b 4 bret, delle ant e N Aunterfiüzung durch

9 a i zusammenzurechnen. Einkor 5 e

0 t e e 11175 g 1. Gesamtjahreseinkommen insoweit 1 an. gal 1 rechnen als es über die gesetzliche Unterhallsvflint oder über de

1 koglich übernommene Verpflichtungen hinau geht.

0 0 3 Ei chsgebietes und i besetzten Gebietes, des Einbruchs lir 1 2 50 leich u stellenden Bezirke werden die genannten

Sätze um 25 v. H. erhöht, 5 1 1 e

. i e raktion, die f 55 Die te e konnte nur erreichen. eee gewährt wird 5 für 5 7 771 tensätze erfolgt. Mit besonderem 15 nee gte Senlalbemerale 0 für die Ehegatten i daß diese ab 1. Juni

getretenen Unter⸗ In kürzester Beit

ächli ältnissen gerecht werdende itere, den tatsächlichen Verhältniss d e

ahen Volkskreise vor dem

Juni in Kraft

Die mit ingssabe

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Die Kohleuproduktion in N Statistik der Kohlenpro

Hessen.

duktkon

des Volks⸗

atliche g 23 folgende Zahlen nach. Monat Mei 1923 folg nach

weist für den Morzrdert 53 090 Tonnen, verkauft ohlen wurden tte Tell e. Rohkohle

16 794 Tonnen: der

ef be⸗ verarbeitet oder wan eitung be

weiteren Be,

stimmt. Aus der verarbeiteten Rohkohlen wurden neben

Schwelereiprodukten erzeugt: 3160 Tonnen Braunkohlenbriketts, 1953 Tonnen Naßpreßsteine. Unter Berücksichtigung der aus den Vormolaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig 21116 Tonnen Rohkohlen, 2143 Tonnen Naßpreßsteine, zusammen

23 259 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamt⸗

wert von 1053 642 300 Mark.

Arbeitgeberverband und Stadtverordneter Mann

Vom Stodtv. Mann werden wir um Aufnahme des Folgen⸗ den ersucht:

Zum Eingesandt des Gießener Arbeitgeberverbandes. Nachdem ich es abgelehnt hatte, mich im Dunkel eines Schriftwechsels mit dem Arbeitgeberverband über meine Ausflührungen in einer Stadtver⸗ ordneten⸗Versammlung zu rechtfertigen und den Arbeitgeberverband ersuchte, sich öffentlich an mich zu wenden, damit auch in der Oefsent⸗ lichkeit einmal Gelegenheit gegeben ist, die Ursachen, die zu der ganz bedeutenden Schlechterstellung der Gießener Reichs⸗, Staats⸗ und städtischen Beamten gegenüber Darmstadt führten, klarzulegen, kam die lang ersehnte Notiz im Gießener Anzeiger vom letzten Dienstag.

In einer Stadtverordneten⸗Versammlung wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, worin gegen die Schlechterstellung Einspruch erhoben wurde. Bei dieser Gelegenheit habe ich darauf hingewiesen, daß sich die Beamten aller Gehaltsgruppen nicht zu wundern brauchen, denn die von seiten der Arheftgeberorganisatio⸗ nen befolgte Politik müsse ja bei den Regierungsstellen in Berlin die Meinung aufkommen lassen, daß Gießen im Gegensatz zu Darm⸗ sürdt und vieler anderer deutscher Städte billig sei.

Was waren nun die Ursachen, die wich zu dieser Feststellung veranlaßten? Einmal versuchen die am Orte bestehenden Arßeit⸗ geberverbände das Lohnniveau bedeutend hinter das Darmstädter zurückzudrängen. Wie sieht es denn mit den Löhnen in Darmstadt und Gießen gus. Nur ein einziger Tag sei als Stichtag angeführt.

Am 14. Juni betrug der Lohn für

in Darmstadt in Gießen in Wetzlar stäßdtische Handwerker 4225 3415 4000 Schreiner g 511 4576 4868 Arbeiter der chem. Industrie 3940 3200 Bauhandwerker 5100 4550 4550 Metallarbeiter 4700 4300 4300 Transportarbeiter(Woche( 209950 148000

Diese Beispiele mögen genügen.

Aber das wichtigste ist, daß diese Lohnhöhen bei Festsetzung der Zuschläge für die Beamten eine große Rolle spielen. Es sei hier nur noch einmal daran erinnert, daß seinerzeit in dem Reichstags⸗ ausschuß bei der Eingruppierung der Städte in die einzelnen Klassen gelegentlich der Einstufung Gießens vom Regierungsvertreter auf das Lohnniveau(insbesondere der Buchdrucker) verwiesen wurde.

Die verschiedenen Löhne sind natürlich den Reichsstellen aus den statistischen Berichten sehr genau bekannt. Wenn dann noch fortgesetzt Versuche gemacht werden, die Gießener Löhne noch weiter herabzudrücken, insbesondere auch vor unparteiischen Regierungs⸗ vertretern, wie es in den vergangenen Wochen gelegentlich von Beratungen der Gießener Metallindustrie vor Herrn Geh. Reg.⸗Rat

stellung der Gießener Metallarbeiter gegenüber den Wetzlarer Me⸗ tallarbeitern erstrebten, geschehen ist. Wenn bei den Verhandlungen vor 2 Monaten im Reichsarbeitsministerium von dem Arbeitgeber⸗ verband für das Baugewerbe(Herr Stadtverordneter Becker wird da sicher sehr gut im Bilde sein) versucht wurde, den Unterschied von 11 Prozent zwischen den Bauarbeitern von Darmstadt noch weiter zu erhöhen, wenn es möglich ist, daß die Bauarbeiter Gießens in ihrer Entlohnung noch 5 Prozent hinter denen von Butzbach zurückstehen müssen und dies alles damit begründet wird, daß Gießen in seinen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht zum Frankfurter Rhein⸗Mainwirtschaftsgebiet, sondern zum Casseler Wirtschaftsge⸗ biet gehöre, dann soll sich nur derjenige wundern, der die Kenntnis der Reichsstellen vielleicht denen gleichstellt, wie sie zur Zeit Albrecht des Bären mögen vorhanden gewesen fein.

Wundert sich jemand über die schlechte Behandlung der Gieße⸗ ner gesamten Beamten, wenn der Holgarbeiterlohn in Wetzlar pro Stunde um 290 Mark über dem Gießener liegt, daß die Regierungs⸗ stellen darauf achten?

Wenn es möglich war, daß ein Syndikus des Gießener Arbeit⸗ gebe rverbandes für die Tabakindustrie gelegentlich von Verhand⸗

lungen vor dem Schlichtungsausschuß Berlin erklärte, die in der

Gießener Industrie beschäftigten Arbeiterinnen könnten noch Butter 11 Hülle und Fülle verzehren, dann muß hier ja Milch und Honig fließen.

Es sei in diesem Zusammenhange noch einmal daran erinnert, daß in einer Aprilnummer von diesem Jahre in der in Berlin er⸗ scheinenden Deutschen Arbeitgeberzeitung ausgerechnet die Billigkeit Gießens in einem Artikel besonders betont wurde!

Wer die Verhandlungen vor dem hiesigen Schlichtungsausschuß nur einigermaßen kennt und die Münchhausenjaden ansehen muß, wenn von den Syndici des Gießener Arbeitgeberverbandes die un⸗ verschämt kohen Löhne der Reichs⸗ bezw. Frankfurter Bezirkstarif⸗ verträge als ein Unheil bezeichnet werden, der wird sich nicht wun⸗ dern, daß bei den Regierungsstellen in Berlin alle Versuche der Gießener Stadtverwaltung und hessischen Staatsregierung zur Er⸗ folglosigkeit verurteilt sind. Mein in der Stadtverordnetenversamm⸗ lung an die anwesenden Mitglieder der Arbeitgeberverbände, die ja der Entschließung gegen die scklechte Behandlung zugestimmt hatten, gerichtete Ersuchen, bei ihren Arbeitgeberverbänden für eine andere, den Gießener Teuerungsverhältnissen mehr als seither Rechnung tragende Lohnpolitik einzutreten, war sicher berechtigt.

Auch an dieser Stelle sei wiederholt: Ihr Gießener Beamten werdet erst dann auf eine stärkere Berscksichtigung der Gießener Teuerungsverhältnisse rechnen können, wenn die seither von den Arbeitgeberverbänden getriebene Lohnpolitik eine Besserung erfährt. Dann werden die Herren Regierungsvertreter bei den Be amtenbesoldungsfragen nicht mehr auf das tiefe Gießener Lohn⸗ niveau hinweisen können. Albin Mann.

Die öffentliche Versammlung, die auf heute abend im Ge⸗ werkschaftshause angekündigt war, findet erst morgen, Diens⸗ tag, 26. Juni statt. Wie schon mehrfach bekannt gegeben, wird Landtagsabg. Mann über. Wohn ungsbauabgabe und Wohnungswirtschaft sprechen. Für das Thema besteht sicherlich lebhaftes Interesse in Parteikreisen und der Arbeiterschaft. Die Versammlung beginnt 8% Uhr.

Schlechtes Sommerwetter. Am Donnerstag war der Tag des kalendermäßigen Sommeranfangs, an dem aber noch der Ofen heizen mußte, wer etwa ruhig im Zimmer sitzen wollte. Noch die ganze vorige Woche hielt das scheußliche Wetter an, das sich noch zu allem wirschaftlichen Ungemach, das uns heimsucht, noch hinzugesellt. Mit Sorge für den kommenden Winter muß das den Volksfreund erfüllen. Durch den anhaltenden Regen und den geringen Sonnen⸗ schein sind Gemüse und Kartoffeln in ihrem Wachstum noch sehr zurück. Die Frishkartoffeln, die sonst um diese Zeit längst zu haben waren, werden gut vierzehn Tage bis drei Wochen später auf den Markt kommen. Sehr schlimm steht es mit den Bohnenkulturen, und es läßt sich heute schon sagen, daß mit einer schlechten Bohnen⸗ ernte zu rechnen ist, da Bohnen zum Wachstum viel Sonne brauchen Trübe Aussichten bieten die Tomatenkulturen, doch kann hier eine gute Julisonne noch vieles wieder gutmachen. Für Weißkraut ist das Wetter günstig, ebenso für Salat, dagegen bleiben Freiland⸗ gurlen in ihrem Wachstum sehr zurück und Gewächshausgurken werden durch die Heiznotwendigkeit der Gewächshäuser verteuert. weil die Temperatur in der Gurkentreiberei niemals unter 12 Grad Celsius sinken darf. Blumenkohl leidet empfindlich unter dem Wetter, da sich die Blume nicht gut entwickeln kann. Im Vorfahr

ses sei der Geschäftsanteil erhöht worden. denn das noch nicht, so ungefähr antwortete sein Kollege,

das ist doch bekannt. Wie soll das auch anders sein; wie

Sorgen um dessen Wohlergehen machten.

(gehobene Stimmung herrschte.

war bekanntlich auch eine lange Negenporiode, aber damals herrschle

Wärme, während heuer zu der Nüsse Kälte kommt und es an Für

einzelnen Tagen früh morgens nur drei Grad warm war, Ungeziefer ist das Wetter ungünstig, insbesondere treten die Erd⸗ stähe nicht in so verheerender Zahl auf. Einigermaßen vielver⸗ sprechend haben sich die Erbsen entwickelt, weil sie während des Wachstums keine besondere Wärme benöligen, nur bei der Blüte bedürfen sie warmen Wetters, das sich bis dahin hoffentli nstellt.

Aus dem übrigen Deutschland kommen noch trostlosere Wetter⸗ berichte. Zm Riesen⸗ und auch im Fichtelgebirge hat es einigemal geschueit; im Schwargwald gingen die Nachttemperaturen bis unter Null herab. Tritt nicht bald wärme res Wetter ein, dann sieht es mit dem Gemüse und auch mit den neuen Kartoffeln trübe aus.

Lesehalle⸗Berein. Im Jahre 1898 haben sich in unserer Stadt Männer aus allen Ständen und Parteien zur Gründung einer Lese⸗ und einer Bücherhalle zusammengetan. Unend⸗ lich viel Gutes ist während eines Vierteljahrhunderts durch diese Anstalten verbreitet worden. Wer mag ermessen, wie vielen die Bücherhalle den Zugang zu den Klasflkern vermittelt hat, wie viele hier den Stoff zu gediegener Unterhaltung gesucht, den Rückhalt für die Pflege ihrer Bildung gefunden haben. In der Lesehalle aber war gleichsam ein stummer Sprechsaal jedem eröffnet. Die Tages⸗ presse aller ichtungen kam zu Worte, und Wochen⸗ und Monats⸗ schriften luden ein zu verweilender Lektüre. Nun mütssen wir es aussprechen: Bücher⸗ und Lesehalle stehen vor dem Zusammenbruch, wenn nicht unverzüglich tatkräftige Hilfe einsetzt.

gehalten werden. Die Meltel der Vereine versiegen vor der Geld⸗ entwerkung, der Jahreszuschuß der Stadt kann nicht ausreichen, auch wenn er wiederum beträchtlich erhöht wird. Wir fragen, soll Gießen dieser Vildungsstätten verlustig gehen in einer Zeit, wo alles daran hängt, daß durch alle Not und Sorge hindurch unserem

Volk der freie Ausblick in eine weitere und geistige Welt nicht ent⸗

zogen werde? Das darf nicht sein. demnächst mit der Bitte um Unterstützung ar herantritt, dann soll es sich zeigen, ob der hohe fünfundzwanzig Jahren das Werk geschaffen hat, es zu erretten vermögend ist. 5

Unbegründete Sorge. Ein Leser unseres Blattes

Wenn der Lesehalle⸗Verein umfere Mitbürger

teilt uns eine Unterhaltung mit die kürzlich einige Bäcker⸗ meister führten, die den Konsumverein zum Gegen⸗

stand hatte. Einer der Herren äußerte seine Meinung da⸗ hin, daß es mit dem Konsumverein schief stehen müsse, denn Na, wissen Sie

ein derartiges Geschäft wir hätten doch ganz

können Schuster oder Schneider führen! Was glauben Sie denn,

andere Brotpreise, wenn der Konsumverein nicht da wäre!

Mit diesen Worten ungefähr bedauerte der Meister den

Konsumverein und seine Mitglieder, die wohl bald ihre Ge⸗

nossenschaft zu Grabe tragen könnten, denn der Bankerott

dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Soviel hat

Dr. Dietrich als die Gießener Metallindustriellen die Schlechter⸗ der oben erwähnte Leser von der Unterhaltung vernommen.

Er kennt die Verhältnisse des Konsumvereins einigermaßen und bemerkt dazu, daß sich die Herren doch recht überflüssige Wenn sie so lange lebten, bis der Konsumverein kaputt geht, würden sie jeden⸗ falls sehr alt werden. Was ihnen ja auch zu wünschen ist. Wir können das aus eigener Kenntnis bestätigen.

Daß der Geschäftsanteil erhöht werden mußte, ist doch selbst⸗

verständlich. Er betrug vor dem Kriege 30 Mark, das wäre nach dem gegenwärtigen Goldstand ungefähr 450 000 Mark

oder gar noch mehr. Die letzte Generalversammlung erhöhte

ihn erst auf 10000 Mark; daß eine weitere Erhöhung er⸗ folgen muß, ist sehr wahrscheinlich, er erreicht aber trotzdem noch lange nicht die Höhe der Vorkrienszeft.

Patriotische Rüpeleien. Gewisse Leute scheinen es darauf abgesehen zu haben, 5 Mitmenschen mit ihrem angeblichen und sehr aufdringlichenPatriatismus zu belästfgene. Dafür wurde am Donnerstag abend in der Wirtschaft Boller in der Bahnhof⸗ straße wieder ein abschreckendes Beispiel geliefert. Dort war eine Gesellschaft um den StammtischBlaue Kittel versammelt, bei der Einer der Herren erhob sich ohne jede Veranlassung und forderte die Anwesenden auf sich zur Ehrung für Schlageter zu erheben. Dann wurde noch dos Deutschlandled stehend gesungen. Einige auswärtige Arbeiter, die sich natürlich nicht erhoben hatten, wurden dann von denange⸗ regten Herren belästigt und sogar bedroht. Die Arbeiter be⸗ wahrten ihre Ruhe, sonst hätte es zu einer schweren Schlägerei kommen können. Zur Ehre des Wirtes muß gesagt werden, daß er Belästigungen der Arbeiter, die dort übernachteten, zu verhüten suchte. Diesepatriotischen Demonstrationen scheinen Mode zu werden. Welche Unverschäntheit! Wenn es in später Nachtstunde in einer Wirschaft einem halbbesofsenen Menschen einfällt, irgend ein Lied zu gröhlen, sollen sich andere auf seinen Wunsch erheben! Gegen derartige Rüpeleien muß sich jeder anständige Mensch mit

aller Entschiedenheit wehren.

Weslerwald und Umterlahn.

Heim für ausgewiesene Eisenbahner in Weilmünster. 5 Die übergroße Mehrheit der Opfer, die unter der völker⸗ und menschen vechtswidrigen Separationspolitik der französischen Macht⸗ haber schwer zu leiden haben stellt die Eisenbahner schaft. Sie verrichtet wicht die Dienste derer, die das Deutsche Reich zer⸗ stückeln wollen, und hat daher in erster Linie die französische Rache allszukosten. Nicht nur dutzend⸗, nein hundertweise prasseln die Ausweisungsbesehle auf sie nieder. Ohne Rücksicht auf die priutivsle Menschlichkeit worden die Auswessungen durchgeführt. Von der Garten- oder Feldarbeit werden die Leute weggeholt und ohne Gesbatumg des Kleiderwechsels in den Ausgewiesenen⸗ zug gesteckt. Zwei bis drei Tage nach der Aus weisung des

Mannes muß die Familie nachfolgen. b Solange die Franzosen e sb Einzelausweisungen bewenden ließen, war die Unterbringung der Ausgewiesewen verhältnis⸗ mäßig leicht. Schwieriger wurde sie, als die Massenaus⸗ wersungen einsetzten. Da machten sich zur vorläufigen Unter⸗ buüngung größere Unterkunstsräume mit entsprechenden Küchen⸗ einrichtungen nötig. Die Reichseisenbahn hat für diesen Zweck bereits alle ihre Echolungsheime zur Verfügung gestellt. Auch die Bahndirektion Frankfurt a. M. steht in dieser Fürsorgetätig⸗ keit nicht zurück, sie tut alles. was in ihrer Kraft steht, um den der engeren Heimat Beraubten ihr hartes Los erträglich zu machen. Im Bezirk sind verschiedene Vermittlungsstellen eingerichtet, und zur Aufnahme größerer Massen dient das Durchgangslager Weilmünster. Das Lager ist im jetzigen Volksfanatorjum eingerichtet, der früheren Provinztalirrenanstalt. Am 13. Juni solgten die Vertreter der Presse einer Einladung der Frankfurter Bahndirektion zu einer Besichtigung dieser Einrichtung. Landes⸗ hauptmann Wöll begrüßte die Erschienenen. Den dlenstlich ver⸗ hinderten Präsidenten vertrat Oberbaurat Bethke, der darlegte, die Reichsbahndirektion habe sofort nach den Massengusweisungen versucht, alles Nötige für eine erträgliche Unterbringung und Unterstützung der betroffenen Familien zu tun. Wenn ihr das in gewissem Umfange gelungen set, so sei das im wesenklichen dem Entgegenkommen der Filanzverwalkungen in Frankfurt a. M. und Hanau, der Krankenhausverwaltung in Frankfurt a. M. und des Sanatoriums in Weilmünster zu danken; bei den Frankfurter Bürgern habe sie dagegen bisher wenig Verständnis gefunden. In

i Die Bezugspreise der großen Zetsngen steigen von Monat zu Monat; neue Bischer können nicht mehr gekauft, die vorhandenen nicht mehr in Stand

Sinn, der vor

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