Die letzte große Preiserhöhung bet der Kohle sel nicht zu
14 2 b 0 hagen min nach bie dalste des Rnweres mie dor ben en. Viele deutsche Wavenpreise gingen weit, zum Teil um das
wußt wären, würden solche Vorfälle, die d samte utschen f 8 15 e 1 wien N f entwickelte ann eine längere Geschäftsordmumgsdebatte lber die Gestaltung der Tagesordnung für Dienstag. Ecließlich wurde mit den Stinmen der bürgerlichen Parteien beschlossen, den Antrag iber den Versammlungsschutz. der am Samstag wegen 0 . er den der bilrgerlichen Abgeordneten nicht hatte erle 1— an zweiter Stelle auf die Tagesordnung für Dienstag
Gießen und Umgebung.
Nationalismus.
Die Muster- und Patentpatrioten bleiben sich immer gleich: sie können gar nicht anders denken wie: Gottlob, daß wir einen besseren, höheren, den eigentlichen iotismus besitzen! So wird das Wort„national“ immer wieder schnöde migbraucht. Bismarck hat für alle Parteien, die ihn gelegentlich oder stets bekämpften, das gehässige Wort von den Reichsfeinden“ gefunden, und es ist eine übele Erbschaft dieser überheblichen Gesinnung, daß nament⸗ lich die nationalliberale Presse sich auch heute noch oft als schlechthin„national“ setzt. So natürlich auch der all ⸗ deutsche Gießener Anzeiger! Das ist seine Natur, das fließt ihm so von selbst aus der Feder, er kann oder will nicht von der schlechten Gewohnheit lassen. Für in ist daher in seinem letzten Wochenrückblick die national liberale Kölnische Zeitung einfach ein„nationales“ Organ. Andere politische Richtungen sind also— dieser Gedanke liegt eben dieser Anmaßung zugrunde— weniger national oder gar nicht national, wenn nicht gar, o Schrecken, inter national.„Nationalliberal“ gleich national“, so klingt das alte Lied, eine Selbstverständlichkeit für diese Oberpatrioten. Das eigentlich Selbstverständliche sollte 6 sein, die duldsame Ansicht festzuhalten, daß alle ernsthaft politisch denkenden und handelnden Deutschen, einerlei welcher Parteirichtung und welchen religiösen Bekenntnisses, als Ziel das Beste der Natlon verfolgen, also im guten und eigesfklichen Sinn national find. Darüber sollte kein Streit sein. Parteien aber, die das wirklich Selbstverständliche auch noch in ihrem Namen besonders betonen zu müssen glauben, machen sich schon hierdurch des PVharisäertums ver⸗ dächtig. Bekanntlich haben die früheren„Nationalliberalen“ in diesem Punkte im neuen Staat eine lebhafte Konkurrenz durch die„Deutschnationalen“ erhalten, die den Nationalis⸗ mus⸗ Chauvinismus bereits in ausschließliche Erbpacht ge⸗ nommen haben. Nur, daß die treuteutschen Deutsch⸗Völki⸗ schen sie auch hierhin noch übertrumpfen! Immer die alte Frechheit! Wir von der„besseren“ Gesellschaft(früher die Aristokraten, d. h. die Herrschast der„Besten und Edelsten der Nation“, um den unseligen Schwätzer Wilhelm II. zu zitieren) sind natürlich auch die besseren Deutschen. Wer's glaubt.
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Die Gießener Fortbildungsschule.
Mit Beginn des Schuljahres 1923/24 ist die Gießener Fort⸗ ngsschule nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen aufgebaut worden. Sie gliedert sich in eine Knaben⸗ und eine Mädchenab teilung. Die Knabenabteflung zerfällt in eine allgemeine, eine gewerbliche und eine baufmännische Gruppe. Zur allgemeinen Gruppe gehören Schneider, Schuhmacher, Gärtner, Friseure, Bäcker. Konditoren, Metzger und verwandte Berufe, Lohnarbeiter und Ungelernte. Die gewerbliche Gruppe umfaßt alle Berufe, die technisches und berufliches Zeichnen benötigen, die kaufmännische Gruppe die kautfmännischen 1 75 beiderlei Geschlechts. Zum Schulbesuch verpflichtet sind alle
ler, die keinen 11jährigen Schulbesuch nachweisen können. Der 1 icht in allen Abteilungen wird auf beruflicher Grundlage erlell, für Mädchen besonders in Hauswirtschaft. Hierzu kommt allgemeiner und staatsbürgerlicher Unterricht. Der berufliche Unter⸗ richt der allgemeinen Abteilung wird von tüchtigen Handwerks⸗ meistern erteilt, die auf Vorschlog der betreffenden Innung von, dem N berufen wurden. Der Fachunterricht an den anderen Abteilungen wird von Fachlehrern erteilt. Der allgemeine und staats⸗ blrgerliche Unterricht liegt in den Händen von haumtamllichen Fort⸗ Vibes schullehrern. Außerdem sind noch einige Volksschullehrer un Nebenamt tätig. Jede Abteilung hat eine besondere Leitung, die ganze Sahle umtersteht dem Stadtschulamt. Zur Zeit umfaßt die Schule
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72 Klassen mit 16 hauptamtlichen und einigen nebenamtlichen Lehr⸗ krästen und 6 Meistern. Da in Gießen kein Fortbildungsschulhaus ist, mußten die einzelnen Abteilungen getrennt unterge⸗ werden, die allgemeine und ein Teil der gewerblichen Ab⸗ teilung in der Alten Klinik, der Hauptteil der gewerblichen Abteilung im Gewerbehaus, die kaufmännische Abteilung im Kaufmännischen Vereinshaus, die Mädchenabteilung im Schulhaus Neustadt. Der Unterricht ist kostenlos, doch wird von den Besuchern der kaufmännischen und der gewerblichen Abteilung ein Bei⸗ trag zur Bestreitung der sachlichen Unkosten erhoben. 10 Prozent er Schiller können auch davon befreit werden. Der Schulbesuch ist gut, doch soll nicht verfehlt werden, darauf aufmerksam zu machen, daß für ungerechtfertigte Versäumnisse die gesetzlichen Schulstrafen in Anwendung kommen. Diefe betragen ½ bis 2½ des ortsüblichen
Tagelohnes für Versicherte unter 10 Jahren, der zur Zeit für Gießen
auf 3360 Mk. festgesetzt ist. Der Mindestsatz für ein Versäymnis ist stsatz 8400 Mk. Ist der Arbeitgeber an dam
— Wohlfahrts⸗ und Jugendfürsorge. Der perte Vortrag in dem Vortrags⸗Kursus ilbr Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge der am vergangenen Sonntag im Gewerkschaftshaus stattfand, behandelte das Thema:„Die rechtliche Stellung zwischen Eltern und Kind und das Vormundschaftswesen“. Genosse Rechtsanwalt Homberger hatte das Referat libernomnien und behandelte in verständlicher Welse die ge⸗ setzlich festgelegten Rechts verhältnisse zwischen Eltern und Kind, sowie die rechtlichen Verhältnisse im Eheleben im allgemeinen, um dann im zweiten Teil seines Vortrages das Vormundschaftswesen, Durch⸗ führung und Anordnung dex Vormundschaft Harzulegen. Der Begriff der Verwandtschaft, die eheliche Abstammung, die Unterhaltungs⸗ pflicht zwischen Eltern und Kind und den Verwandten, die in gerader ine zu einander stehen, fand belehrende Auslegung, die durch eine Anzahl praklischer Beispiele aus dem Leben noch verständlicher ge⸗ macht wurden. Ve in gerade Linse sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Unterhaltungsberechtigt ist nur, wer außer Stande ist, sich selbst zu ernähren. Ein Kind kann von selnen Eltern die Gewährung des Unterhalts verlangen. Zur Gewährung des Unterhalts sind die Eltern verpflichtet, wenn der Ertrag seiner Arbeit oder seines Vermögens zum Unterhalt nicht ausreichen. Ebenso ist das Kind seinen Eltern gegenüber verpflichtet, nach seiner Lebens⸗ stellung entsprechender Weise, seine Dienste zu leisten. Das Kind steht während der Minderjährigkeit umter elterlicher Gewalt, andererseits N dem Vater kraft der elterlichen Gewalt die Nutzuießung an em etwa vorhandenen Vermögen des Kindes zu. Die elterliche Gewalt steht der Mutter zu: 1. wenn der Vater tot ist, oder der Vater die elterliche Gewalt verwirkt hat. Auf die Ausführungen des Vortragenden im Einzelnen einzugehen, würde zu weit führen. Der Redner behandelte noch in erschöpfender Wesse die rechtliche Stellung der imehelichen Kinder, sowie die Legitimation derselben, Annahme an Kindesstatt und das Vormundschaftswesen. Die Ausführungen er⸗ weckten lebhaftes Interesse und wurden beifällig aufgenommen. An der anschließenden Aussprache betefligten sich die Genossin Frau Hüter, Frau Stoll umd Genosse Häuser. Die Genossim Stoll schloß dann den Vortragskursus mit dem Hinweis, aus dem Gehörten der Vorträge die Nutzamwendung zu ziehen. Das Reichs jugendwohlfahrts⸗ gesetz bleibe ein Messer ohne Klinge, wenn es unsere Genossen und Genosfinnen nicht verstehen, bei der Durchflührung dieses segens⸗ reichen Gesetzes recht intensiv und mit Hingabe mitzuwirken. Es ist ein unmöglichechr Zustand, daß die Wohlfahrtspflege im allgemeinen meist in den Händen bürgerlicher Herren und Damon liegt, die nie Sorge und Not am eigenen Leibe erfahren haben, Die Jugend unserer Klassengenossen kst es meistens, die durch das Jugendwohlfahrts⸗ gesetz betreut werten soll, ihrer sich anzunehmen, ist sittliche 9 5
für uns als Sozialisten. — Elsaß⸗Lothringer⸗Hilfe. Als Reinertrag des von Dr. Fried⸗ ite rarischen Gesellschaft“
rich List im Auftrage des„ 1 seinerzelt veranstalteten Goethe⸗Abends sigd der„Ortsgruppe Reich 65 000
Gießen des Hilssbundes für die Elsaß⸗Lothringer im Mark überwiesen worden
— Bühnenfest und Schlußfeser der Thegterspielzeit. Wie in den Vorjahren, will das darstellende Persowal unseves Stadt⸗ theaters wieder in enascer Jühlung mit dem Publitum eine Schlußseier veranstalten. Ain kommenden Samstag findet in sämtlichen, festlich doborierten Räumen der Liebigshöhe ein Wohl⸗ lätigkeitssest statt. Geplant ist eine Aufführung der„Spani⸗ schen Fliege“. Cabarelt zum Besten der Ruhrhilfe. Großer Ball mit einem aus 20 Musikern bestehenben Ballorchester. Um jedem Besucher einen sosten Platz zu sichern. werden Karten nur in beschränkter Auzahl ausgegeben. Bestellungen sind nur e an das Buregu des Festausschusses, Staßttheater, u richten. Schluß der Annahme Mittwoch abend.
— Anlagenlonzert findet heute, Mittwoch. mittag 12 Uhr(bei günstiger Witterung). am Liebigdenkmal durch die Kapelle des 1(bess.) Grenadier⸗Bataillons 15. Infanterie⸗Regiments statt. Musikfolge; 1. Deutsche Wacht! Marsch von Kaus; 2. Ouver⸗ ture zur Oper„Der legende Holländer“ von Rich. Wagner: 3 Hallo venmarsch mit Venutzung zweler Marschmelodien aus dem 15. Jahrhundert, bearbeitet von M. Kämpfert; 4. Große Fantasie aus der Sper„Cavaleria rusticaua“ von P. Mascagni; 5.„In Treue fest“! Marsch von O. Teike.
— Konzertverein Gießen. Auf das morgen, Donnerstag, 7% Uhr in der Neuen Aulg stattfindende Sonderkonzert von Ruth Arndt(Alt) und Frau Pabst⸗Heß(Cello) sei noch⸗ neals hüngewiesen.
— Nödgen. In der Gemeinderatssitzung vom 21. Apyll wurde das Gehalt des Faselochtenhalters 1 25 000 Mark monatlich erhöht.— Ein Gesuch des Kicchenvorstandes um Be⸗ willigung von 110 000 Mk. für Bezahlung der Darmstädter Zeltung und hes Regierungsblattes wurde nochmals zurückgestellt. Für die Nuhrhilfse wurden 100 000 Mk. bewilligt. Das Ge⸗ halt der Kvanbenschwester wurde auch aufgebessert. Dem Gemeinde⸗ schäfer wurde sein Gehalt auf 100 000 Mk. ab 1. April erhöht. Für die Erwerbslosen⸗Unterstützungsempfäuger wurde ene Prüfungskommission gewählt von drei Arbaltgebern und drei Ar⸗ beltnehmern, beßelend aus Wächter, Kraushaar. Arnold, Zimmer⸗ mann, Hahn, Balser 5. Zum Schlusse kam es noch über den un⸗ erlaubten Zuzug einer Familie von Gießen zu einer Auseinander⸗ setzung
— Allendorf a Lda. Die diesjährige Malfeler des 7. Unter⸗ bezirks findet in Allendor; a. Lumda am 1. Mai statt, wozu wir alle politsch und gewerkschafblich organisierten Arbeiter, sowie die Freunde und Gönner unserer Sache höflichst einladen.
Marburg⸗ Kirchhain, Lanbfriedensbruchprozeß in Marburg.
Vor dem Schwurgericht in Marburg wurde vorige Woche an vier Tagen gegen 6 Angeklagte wegen Landfriedens⸗ bruch verhanbelt. Angeklagt waren: der Betonarbeiter Joh. Schmidt aus Marburg. Former Hch. Busch aus Slerzhausen, Dienstmann Joh, Michel aus Marburg, Former Joh. Rühl aus Mornshausen Htienarbeiter Konr. Kühn aus Marburg, Fabrik⸗ arbeiter Joh Müller aus Marburg, Sämtlichen Angeklagten wird zur Last gelegt, am 4 Jul vorigen Jahres gelegentlich der Demon⸗ stration anläßlich der Ermordung Rathenaus Gewalttätigkeiten gegen Personen und Sachen verübt zu haben. Nicht weniger wie 45 Zeugen wurden vernommen. Gegen eine Anzahl andere, wegen derselben Straftaten Angeklagte wurde bereits vorher vor der Strafkammer verhandelt. worüber in diesem Blatte berichtet wurbe, Ueber die Schwurgerüchtsverhandlung werden wir noch ausführlicher berichten.— Das Urteil wurde am Samstag abend verkündet und lautete: gegen Schmidt 6Monate Gefängnis, gegn Ruhl 5 Monate Gefängnis wegen gefährlicher Körper⸗ verletzung. Ferner erhielt Busch 88 Tage Gefängnis, die in 75 000 Mark Gelbstrafe ungewandelt werden, Kühn und Mliller je zwei
also 1680 Mk. ö e Sätze auf das doppelte.
Monate Gefängnis, die in 50 000 Mk, Geldstrase umgewandelt
werben. Nuß, Kun und Miller misssen außerdem zusammen 60 000 Mi Buße an den Studenten Eggert erlegen. Michel wurde
sreigesprochen,
Kleine Nachrichten.
Frankfurt a. M., 23. April. Getreidebörse. Entsprechend der Devisenbesestigung verlief die Getreidebörse in fester Stimmung. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 110—115 000, Roggen Mk. 100—105 000, Gerste Mk. 90—100 000, Hafer, inlän⸗ discher Mk, 60—90 000, Mais(La Plata und Mixed) Mk. 125 bis 135 000, Weizenmehl füdd. Mk. 190—210 000, Roggenmehl Mark 140155 000, Kleie Mk. 5456 000, Erbsen Mk. 150—180 000, Heu 9 9 5256 000, Stroh Mk. 42—44 000, Biertreber Mk. 55 000 nominell.
Frankfurt a. M., 23. April. Frankfurter Viehmarkt. Der Hauptmarkt hatte einen Auftrieb von 931 Rindden. nämlich 98 Ochsen, 35 Bullen, 798 Färsen und Kühen, 286 Kälber, 30 Schafe, 1101 Schweine, Es wurden bei erheblich gestiegenen Preisen bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen, vollfleischige, Mk. 280 bis 320 000, mäßig genährte Mk. 180—220 000, Bullen Mk. 200 bis 260 000, Färsen und Kühe, vollfleischige, Mk. 280320 000, ausge⸗ mästete Mk. 250280 000, wenig gut entwickelte Mk. 230270 000, gering genährte Mk. 180—230 008. Kälber bester Qualität Mk. 280 bis 320 000, mittlerer Qualität Mk. 220—270 000, geringerer Quali ⸗ tät Mk. 170— 220 000, Schafe Mk. 180—220 000, unter 80 Kilo Mk. 320350 000, von 80100 Kilo Mk. 350—370 000, über 100 Kilo Mk. 370380 000. Der Markt wurde bei lebhaftem
Geschäft geräumt.
Strafkammer Gießen. (Sitzung vom 20. April.)
Wegen„pehlere!“ hatte sich der am 8. Febr. 1890 geborene Händler Wilh. Noll von Gießen zu verantworten. Wie noch erinner⸗ lich sein dürfte, wurde im Juni 1920 in das Lager des Reichsver⸗ pflegungsamtes am Bahnhof Gießen eingebrochen und unter anderem 11 Kisten Wurstkonserven. Noll, bei dem die gestohlenen Waren untergestellt wurden, half auch bei dem Absatz bei ener hie⸗ sigen Fabrik als Vermittler und erhielt einen Betrag als Provision. Er behauptet mim, damals nicht gewußt zu haben, daß es sich um gestohlene Waren gehandelt habe. Die Strafkammer hält N. aber nach den ganzen Umständen des Falles der Hehlerei für überführt und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, denen
von Frankfurt a. M. und f angesehener und geachteter Frankfurter 1
er lungsfähige
führt. Bewaffnet und ausgerüstet mit Revolver, Gummischlauch, Sperrhaken und Laterne wurde in die Parterrewohnung der Ge⸗ brüder Freymumd eingestiegen. Sch. entnahm aus einer Kommode den Betrag von 62 000 Mk. und wollte die Beute gerade in eine mitgebrachte Aktenmappe verstauen, als er von dem durch das Ge⸗ räusch aufgewachten Bruder Freymund ertappt und festgehalten wurde. W., der außen am Fenster stand, machte sich, als er sah, daß die Sache schief gegangen war, schleunigst aus dem Staube, und wurde am nächsten Tage in Frankfurt festgenommen.— Jetzt sind die beiden jungen Leute reumlltig geständig. Trotz der Gemeingefährlichkeit ihrer Tat und den sie begleitenden erschwerenden Umständen, er⸗ hielten sie mit Rlicksicht uf die Jugend, das Geständnis und da ein Schaden weiter nicht entstanden war, je eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten.
Trotz ihres hartnäckigen Leugnens hält die Straflammer auf Grund der in erster Instanz gemachten Fest⸗ stellungen die des Dieb stahls von 2000 Mk. emgeklagte Dienstmagd Melita Kübel von Helpershain für füberführt und verwarf deshalb die von ihr gesen die in erster Instanz an Stelle von 15 Tagen 1 1 erkannte Geldstrafe von 15000 Mkl. eingelegte Be⸗ rufung.
Wegen„Preistreiberei“ freigesprochen wurde der Zimmermeister Wilh Meufer von Büdingen, der in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 2000 Mk verurteilt worden war. Er hatte einem Bildinger Landwirt einen Stall erbaut und hierzu Tannen⸗ holz— das ihm unter entsprechendem Pveisnachlaß aus dem Büdfuger Gemeindewald überlassen worden war— verwendet. Fiir den Kubikmeter Holz setzte er dem Landwirt einen Betrag in die Rechnung, den dieser als viel zu hoch ansah, Die Preßs⸗ vrüfungsslelle veranlaßte ein Verfahren wegen Preistreiberei. Die Strafkammer konnte sich nach Anhörung eines Sachverständigen nicht davon überzeugen daß in dem angesetzten Betrag— unter Verlicksichtigung des Ausfalles für Schwund. der Gestehungskosten osw.— ein übermäßiger Gewinn zu erblicken sei und sprach den, Angeklagten frei
Versammlungskalender.
Gießen. Freie Turnerschaft. Samstag, 28. April, abends 8½ Uhr im Gewerkschaftshaus Monatsversammlung.
Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erwünscht. Der Vorstand.
Treis a. d. da. Volksverein und Freie Turner ⸗ schaft. Donnerstag, 26. April, abends 9 Uhr Versammlung bei en Will. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben.
Rüddingshausen. Soztaldemokr. Wahlperein. Samstag, den 28. April, abends 8/½ Uhr Versammlung im Vereinslokal. Tagesordnung: 1. Maifeier; 2. Rechnungsabschluß. Die Genossen werden ersucht, in dieser Versammlung vo zählig
zu erscheinen.
Daubringen. Wahlverein. Samstag, den 28. April, abends 8½ Uhr findet bei Joh. Emil Schäfer Mitgliederver⸗ sanumlung statt. Tagesordnung: Quartalsabrechnung, Maifeier üsw. Vollzähliges Erscheinen dringend erwünscht.
Alten⸗Buseck. Turnverein. Samstag, den 28. April, abends 8½ Uhr Mitgliederversammlung. Um pünktliches Er⸗ scheinen wird gebeten. 5
Gießen. Arbeiter⸗Gesangverein„Eintracht“. Sonntag, den
29. April, abends 8 Uhr Quartalsversammlung im Gewerkschafts⸗
Verläumnis Kchuld, Io erhöhen lch die Bekanntmachung.
Bel Niederschlägen irelen, vielsach die Wässer aus Winkeln und Regenrohrsinktästen an den Straßen fronten auf den Bürgersteig, wodurch die Fußstesge berunreinigt werden. Um dies zu vermeiden. it für eine eingehende Reinioung der Hoswässereinläufe und Regenrohrsinktasten zu sorgen.
Gießen, den 20. April 1923 „Der Oberbürgerme 9.
Gestorbene. . il. Christine Elisabethe Schwars, 1 Sabel. 8 42. 6
Beerdigung; 25. April, 2½ Uhr nachm. 8
Krenzin.
Eine Firma im besetzten Gebiet sucht in Giessen
Errichtung eines Verkaufskontors
geeignete Räumlichkeiten
oder vächster Umgebung zur
(KHontor mit kleinem Laden) zu mieten. Tapezierarbeiten lues Gefl. Acgebote unter G. V. 137 an die Geschätts- werden ausgeführt Jon uw. im Arbeitsplan des 9 Semesters, der stelle dieses Blattes erbeten. in den durch Aushang bezeichneten Geschäften und Franz Bock auf der Geschäftsstelle des Vorgzandes zu haben ist.
00 860 euanterigungen Ion Posstermöbeln,
sowie alle Repara- turen an sofchen l. dle
Liebigstr. 93.
Sch
c bet dre Volfshochschule Gießen.
Geschäftsstelle; Löbestr. 26, 2. Beginn des nenen Semesters: Montag, den 30. April
Alles Nähere über Kurse, Gebühren, Anmeldung
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