Ausgabe 
24.5.1923
 
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5 In Zukunft wird im Personenverkehr der Kiloerer erhöf werben: 4. Klasse von 16 auf 33 Mk., 3. von 24 auf 50, 2. 1 80 100 und 1. Klasse von 96 auf 200 Mk. Die Erhöhung der Schlafwagengebühren wird voraussichtlich 45 Proz.(1) betragen. lp J 5

Schlee 5 i % Derdieichspräsident als, Landesverräter

*

* 9 7

121 9 Die bayerische Justiz stelltErhebungen an!

N 0 du* Vor dem Schöffengericht in München hatte sich ein Dr. Gansser etre verantworten, der seinerzeit bei dem Besuch des Reichspräsidenten

1 200 bh de E rt in Miinchen diesen als Landesverräter bezeichnet hatte. In 9 der Verhandlung blieb der Angeklagte bei seiner Behauptung und bot ie zweite l ben Beweis an, Er will an Hand von Broschliren von Scheidemann ach ze He und Barth und durch Vernehmung dieser beiden sowie Ebert und g 1 nittlch em nachweisen, daß diese Männer schuld an dem Munitions⸗ 1 Istreil im Jumar 1918 hatten. Das Gericht hat diese Beweisführung

die dadunz; dane e e dernen uschi i 8 brunn Marktgerichte gegen den Wucher. don 00 00 100 Dem Beispiel anderer deutscher Länder folgend, hat das immer 0 10 adische Justizministeriun die Schaffung von Marltgerichten be⸗ s ausm 0 4 und zwar zunächst versuchsweise in Mannheim. An be Mar ttagen sollen ein Richter mit Gerichtsschreiber sowie ein 0 otgete Staatsanwalt zur sofortigen Aburteilung von Preistreihern und ich berdiuh, Hündlern ohne Han delserlaubnis im Strasbefehlsverfahren zur eis ah Verfitgung stehen. 5

Reichskonferenz des Republikanischen Reichsbundes.

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seelischen und gesstigen Krärste des polfteschen Menschen zu kndwicrrn und dahin zu wirken, daß Politik nicht in Taktik und Technik erstarre und verkomme, sondern als Bekenntnis und Glaube den Zwiespalt dwischen Sehnsucht und Wirklichkeit zu überbrücken trachte. Die schöpferischen Kräfte der Polftik seien zugleich auch die lebendigen Quellen republikanischen Geistes. Anschlteßend zog Poltzeioberst Dr. Schützinger in seinem ReferatJugend und Republik einen Ver⸗ gleich zwischen der revolutionären Jugend von 18171848, den Sand, Blum, Reuter und der großen Masse der heutigen deutschen Jugend, die noch mit Scheuklappen versehen, das neue Deutschland nicht sehen wolle. Es gelte aber, einen Nachwuchs zu bilden, der den Bau der deutschen Republik mit neudeutschem Geiste belebe und gerade die Jugend der Schützengräben sei berufen, der deutschen Volksgemeinschaft den Weg zu ebnen. Seine Worte wurden von einem jugendlichen Vertreter des republikanischen Jugendbundes Schwarz⸗Rot⸗Gold lebhaft unterstrichen, der an Görre's mahnen⸗ des Wort erinnerte, daß aus der Jugend selbst der neue Geist kom⸗ men mlisse. Ueber dieAufgaben des Republikansschen Reichsbundes sprach Pfarrer Ernst Klein(Frankfurt). Die Aufgaben des Bundes seien nicht so sehr nur Propaganda für den republikanischen Gedanken, als vielmehr politisch zu wirken und über und neben den republikanischen Parteien eine Kerntruppe und geschlossene Masse der Republikaner zu bilden. Die neu zu schaffende Organisation müsse die Gewähr bieten, daß der Bund unmittelbar politisch wirken könne und, ohne etwa den Parteien Konkurrenz zu machen, eine Macht im Staate darstelle. Den mit stürmischem Berfall aufgenom⸗ menen Refergten folgte eine Aussprache, in der u. g. der haneri⸗ sche Landtagsabgeordnete Timm über die bayerischen Verhältnisse sprach und betonte, daß in der Unordnungszelle Bayern das Volk gut deutsch und vepublikanisch sei, die Reaktion aber von Landfremden und Querköpfen gemacht werde. Die weitere Diskusstion ging nament⸗ lich auf orgzmisatorische Fragen ein, die in der Nachmittagssitzung

N n Anschluß an die Erinnerungsfeier des 18. Mar begann am dann endgültig geregelt werden sollen. Jen usw. ahl 0 der Deutsche Republikanische Reichsbund in Franbfurt a. M. Die weiteren Verhandlungen, die sich über den ganzen Nach⸗ Brotpreiz e Aweite Reichskonferenz. Nach den einleitenden Worten des] mittag hinzogen, befaßten sich fast ausschließlich mit den Fragen der .* ir Vorsitzenden, Staatsministers g. D. Freiherrn v. Brandenstein(Wei⸗[ Organisation und der Verfassung, für die ein neuer Entwurf als btzeiti mar) nahmen das Wort zur Begrüßung u. a. Ministerialdirektor Dr. Propisorium angenommen wurde. In der anschließenden Neuwahl * ges Ee Brecht wamens der Reichs regierung Regierungspräsident Dr. Hänisch] des Vorstandes wurden zu Vorsitzenden gewählt: Regierungspräsi⸗ 85 Untensehe namens der Staatsregierung und zugleich für die besetzten Gebiete] dent Staatsminister a. D. Dr. Hänisch(Frankfurt) und Redakteur erbähung an Rhein und Ruhr, Staatspräsident Ulrich(Darmstadt), Prof. K. Vetter(Berlin), denen Freiherr v,. Brandenstein(Wei⸗ Erlln artmann(Wien) und Theodor Thomas(A. D. G. B.). An Stelle] mar) und Gewerlschaftssekretür Spitz(Mlsnchen) sowie die Ver⸗ chöh ung verhinderten Prof. Singheimer sprach Dr. Hans Simons(Ber⸗ treter der Landesverbände und angeschlossenen Gruppen beigegeben * ung dei lin) überErziehung zur Politik, Eme Erziehung zur Politik gebe werden. Mlt einem dreifachen Hoch auf die Republik schloß die 20 dis J ses im eigentlichen Sinne nicht, es könne sich nur darum handeln, die! Tagung. se der Al 8 a 105 b Weltk 5 Der Hamburger Weltkongreß. aus ih 1 1 5 l 3 5 otpreispean 1 Verurteilung jeder Verfolgung religiöser oder politischer Bestrebun⸗ 5 1 5 Gegen die interalliierte Neaktion. gen. Aber das ist auch nur ein leerer Vorwand. England hat nice n Außuß Zu Beginn des Eintritts in die sachlichen Beratungen[davm gedacht, die diplomatischen Beziehungen mit Italien abzu⸗

sam Dienstag erhob sich der britische Führer Henderson zu einem kraftvollen Einspruch gegen die englische Diktatpolitik Jan Sowjetrußland. Der russische Vorsitzende Abramowitsch, von den Bolschewiki aus seinem Vaterland vertrieben, 5 unterstrich diesen Protest, und der Kongreß erhob sich zum cunkrechs guy Zeichen der Zustimmung. Auch die terroristische Diktatur ße Befties 5 Bolschewikt kann uns nicht hindern, eine kapitalistische

en erden win.

te darauf, gierung zu verhindern, neue Kriegsgefahren heraufzu⸗ schulden eng t beschwören und durch die Blockade Rußlands die Hungers⸗ und daß er enot in diesem unglücklichen Lande zu verschärfen. Der darctionsfug! dann folgende Vortrag des Oesterreichers Bauer gegen die Behandlung ken europäische Reaktion hält die große Internationale dann in end einer dien ihrem Bann. Gerecht abwägend, das gesamte Europa über⸗ Freisen heft u blickend, wertvolle geschichtliche Vergleiche ziehend, zeigte der orten Kone ner fünf Hauptpunkte der Gegenrevolution: das russische lich het. Problem, das deutsche Gefahrenzentrum, den italienischen rientpolifs ge Fascismus, Horthy⸗Ungarn und den Völkerbund in seiner setzigen Gestalt. Uns Deutschen tat besonders wohl, wie Bauer die Wurzeln der deutschen Reaktion bloßlegte, der Widerstand des deutschen Kapitals gegen eine loyale lung bescst! Erfüllung unserer Verpflichtungen aus dem Friedensver⸗ lachlliher deen trag in den Grenzen des Möglichen. Ohne Würde könne hung der ke ein großes Volk nicht leben. Lehrreich für uns Deutsche war ommersahrssh 0 uch der Hinweis, daß der Generalkommissar des Völker⸗ 1 bundes in Oesterreich Schrittmacher der Reaktion sei. Noch f 4 stehe der Völkerbund ganz unter der Herrschaft der West⸗ 25 51 mächte. Er wage deshalb nicht, in entscheidenden Fragen er errecten! das Wort zu nehmen. Bauer sprach Worte voll tiefen Ein. fern dram 0 rucks von der gemeinsamen internationalen Aktion der rennende a Seine stärkste Hoffnung ist der Aufstieg der emand cht rbeiterklasse in England. Als er in einem leuchtenden drängte sich he, Bild mit der Erwartung schloß, daß auf den jetzigen Ab⸗ höhung een schnitt der Reaktion, wie einst auf die heilige Allianz die blceichen ee Pariser Revolution von 1830, nun die Julirevolution des eifall kack Proletariats folgen werde, bekundete der Kongreß seine un mit den d Einmütigkeit und seinen Willen zur Tat durch brausenden m Redner es Beifall und Zurufe in allen Sprachen. nig lieben l

Am Nachmittag begannen die Kommissionen ihre Ar⸗ ont mi wit eit. Neben ihrer Tätigkeit leisteten sich etliche kommunisti⸗

f sche Schreier eine revolutionäre Tätigkeit nach ihrem Ge zureten. eh sschmack. Sie stellten sich in Gruppen neugieriger Straßen⸗ i lt fel, passanten vor dem Gewerkschaftshaus auf und hielten 903 am Brandreden gegen die Sozialdemokratie und unsere Inter- b ationale. Diesen Sport treiben sie nun schon seit zwei 1005 Verde agen, und es scheint, daß der Kongreß während der zwei 8 Wochen durch diese Hetzereien ausgezeichnet werden soll. Da

n

n e sich um die kommunistischen Straßenredner Vorübergehende

t. t gu! sommeln, werden diese sonderbaren Appelle der Einheits⸗

0 60 eli, front wie immer den Erfolg haben, daß sie Unaufgeklärte

each perwirren oder ihnen Abneigung gegen jede Art Inter-

Dun al, nationale beibringen. Die Bedeutung des Kongresses selbst

ten, uu 2 wird von diesen Spritzern nicht besudelt.

ch d e 1. Verhandlungstag..

iheitig l e, In Anwesenheit einer äußerst zahlreichen Zuschauermenge er⸗

wachen gel, eee en Pierstng 1 in dente seg nach merge e ihn zu Ih, Verhandlungstag des Kongresses. Er teilt zunächst mit, duß die

0 1% englische Regierung neuerdings

en ndert 10 ein Ultimatum an Rußland n i, berichtet habe, das unbedingte Ersünung der vor ohn Tagen aufge. . Feiff 19 stellten Fordrungen verlangt.(Hört! Hört!) Henderson fährt fort: rüden 10 halte es für meine Pflicht, vor diesem Kongreß energisch Protest 4 seebh. diese Art, diplomatische Verhandlungen zu führen, einzulegen. a Beifall! edner b Die Zeit ist Vagbet, wo Ultimaten als Mittel des diplomatischen einen f ivilisierten Staaten zulässig waren. 0 Menge 1 0(Sehr 12 01 570 1 müßten heute durch pavitätssche 10 sch 0 Shiedssprüche geregelt werden.(Zustimmung!) Ein Teil der poli⸗ elte,% tischen Parteien in England wünscht den Abbruch der Verhandlungen gubstt 10% mit Rußland unter dem Vorwand, daß dort gewisse religidse Gemein⸗ erührul schaften verfolgt werden. Dieser Kongreß ist sicher einmütig in der

brechen als Mussolini seine Verfolgung aufnahm,(Sehr gut!) oder als in Ungarn das Horthy⸗Regime einsetzte.(Erneute Zustimmung.) England hat nach unserer Ansicht zu lange gewartet, um die handels⸗ und politischen Beziehungen mit Rußland aufzunehmen. Die eng lische Delegation, versichert Ihnen, daß die englische Arbeiterpartei nicht marr hier protestiert, sondern auch im eigenen Lande den Protest wiederholen wird. Macdonald konnte nicht zu diesem Kongreß kon

men, weil er als Filhrer der Opposition im Parlament in England bleiben mußte, um die Aktion gegen die englische Regierung gerade in dieser Frage zu führen.(Lebh. Beifall!)

Abramowißhsch⸗Rußland: Als Vertreter der russischen Arbosterklasse muß ich mich vollinhaltlich dem anschließen, was Hen⸗ derson anführte.(Die Delegierten erheben sich zum Zeichen de gemeinsamen Protestes von den Plätzen.)

Als Referent zu Punkt 2 der Tagesordnung

Der internationale Kampf gegen die internationale Reaktion erhält das Wort Bauer ⸗Wien:

Die Internationale Reaktion konnte in diesen Tagen el, Jubiläum feiern. Ist es doch auf den Tag fast hundert Jahre her seit französische Truppen unter dem Herzog von Angoulsme in Madrid einmarschiert sind, um die spanische Revolution niederzu⸗ werfen, um Ferdinand VII., einen der blutigsten Despoten der Welt⸗ geschichte, wieder in unumschränkte Macht zu setzen und den weif Terror in Spanien zum Siege zu führen. Damals war auch Zeit, in der die Truppen des Kafserreichs, Oesterreich die Revolution in Neapel und Sardinien blutig niedergeworfen haben. Es war die Zeit, wo die heilige Allianz der Fürsten den kleinen Staaten in Deutschland die Reaktion ihrer Verfassungen und die Demagogie in Verfolgungen aufgezwungen haben. Es ist notwendig, an diese Reak⸗ tion von vor 100 Jahren zu erinnern, da heute die Arbeiter aller Länder dieselbe Aufgabe zu erfüllen haben, die damals das revolu⸗ tionäre Blürgerkum zu erfüllen gehabt hat. So wie damals aus all dem blutigen Terror und all der Realtion hervorgegangen ist die Verständigung zwischen den Revolutionären der verschiedenen euro⸗ päischen Länder in dem neuen Europa, so ist es heute unsere Auf⸗ gabe, ein anderes, ein neues, junges Europa zu schaffen, ein Europa des Proletariats.

Die Reaktion herrscht heute in allen Ländern. Heute, wo wir nicht nur Klage und Beschwerde führen, sondern den Kampf organisiren wollen, ist es unsere Pflicht, die wichtigste Macht⸗ position der internationalen Reaktion herauszuheben, um gegen sie die Kraft des gesamten internationalen Proletariats zu vereinigen. Das erste Gefahrenzentrum ist das russische Problem. Wir Deutschen und Oesterreicher wollen nicht vergessen, daß die Politik der bewaffneten Intervention gegen die russische Revolution begonnen ist von Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn in der Zeit, als sie noch die Kraft dazu hatten. Deutsche Truppen waren es, die die finnische Revolution in einem Meer von Blut ertränkt haben, deutsche und österreichische Truppen, die in der Ukraine das alte zari⸗ stische Rußland wiederherstellen wollten. Wir wollen auch nicht vergessen die Pläne der Ludendorff und Hoffmann zum Marsch nach Moskau. Dazu hat ihre Kraft nicht gereicht. Die Tinte ist noch nicht trocken gewesen in der Denkschrift des Generals Hoffmann, in der er den Marsch nach Moskau vorgeschlagen hat, als ganz dasselbe Pro⸗ jekt in jener Denkschrift des Marschalls Foch entworfen wurde. Die Konterrevolution gegen die russische Revolution war eben die Absicht aller reaktionärer Regierungen. Wenn heute die Reaktion noch herrscht, so trägt die russische Sowjetregierung selbst ihren Teil Schuld daran, indem sie das internationale Proletariat durch ihre Politik der Spal⸗ tung von Pactei und Gewerkschaften geschwächt hat. Die Inter⸗ venkfonspolitik der kapitalistischen Regierungen richtet sich in Wirk⸗ lichkeit nicht gegen die Sowjetrepublik, sondern gegen die russische Revolution selbst. Man würde nicht mit Ultimaten vorgehen, in Rußland der Zar oder ein Mussolini am Ruder wäre.(Sehr gut!) Was uns auch immer von den Bolschewisten trennt, die 2 teidigung der russischen Revolution gegen die konterrevolutionäre 1 bleibt deshalb eine unserer größten Aufgaben.(Lebh. Beifall! Das zweite nicht minder Wichtige für uns alle ist das deutsche Gefahrenzentrum. Die deutsche Konterrevolution, die nicht besiegt ist, an deren Fingern das Blut der Tausenden gemordeter revolutionärer Kämpfer klebt, die heute noch in ihven Gefängnissen Kämpfer des deutschen Proletariats hat, wie etwa Toller und Fechenbach, sie ist eine Bedrohung nicht nur unserer Brllder in Deutschland, sondern eine Bedrohung für uns alle. Denn ein Sieg dieser Konterrevolu⸗ tion wäre die unmittelbare Gefahr flir die vevolutionären Er⸗

rungenschaften aller mitteleuropäischen Revolutionen, und er wäre

die denkbar schwerste Gesahr für den Frieben ber ganzen Welt Dieser Kampf hat seine internationalen Ursachen. Denn wenn es auch wahr ist, daß die Sabotage der deutschen kapitalistischen Reaktion gegen jede legitime Neparationsverpflichtung, gegen alle Opfer, die die besitzenden Klassen bringen mitssen, weil der Friede sonst nicht gerettet werden kann, die Geschäfte de⸗ französischen Imperialismus besorgt, so ist es nicht minder wahr, daß es vor allem der französische Imperialismus ist, der diese deutsche Reaktion so start und gefährlich gemacht hat. (Lebh. Beifall.) Unser Aller Pflicht ist es, die deutsche Arbeiter klasse in ihrem Kampf gegen die deutsche Reaktton zu unterstützen, indem wir ihr helfen nicht nur die materiellen Interessen zu ver⸗ tetdigen, sondern auch die Würde, ohne die ein großes Volk nicht leben kann.(Sehr gut!) Freilich fehlen uns heute in diesem Kampf wertvolle Bundesgenossen. Wie gern möchte ich appellieren an das große tapfere und von gewaltigem revolutionärem Elan erfüllte italienische Proletariat! Wenn ich davon spreche, so bin ich schon dabei, das dritte schwere Gefahrenzentrum aulfguze igen, das italienische. Die Konterrevolution des italienischen Jaseismus, die dort alle Elemente der Demokratie zerstört hat, die das italienische Proletariat niedergeworfen hat mit Mord, Brand⸗ stiftungen, e aller Art, ist nicht nur eine Angelegen⸗ heit der italienischen Arbeiterschaft, sondern bedeutet eine Be⸗ drohung für das Proletariat der ganzen Welt. Dieser italienische FJascismus ist eine ungeheuerliche Ermutigung gewesen für die reaktionären Tendenzen in allen Ländern.(Sehr richtig!) Wir in Mitteleuropa sind heute gezwungen, der Gewaltorgantisation des Fascismus Abwehrorganisationen des Proletartats ernie stellen. Denn täuschen wir uns nicht, mit dem Appell an die De⸗ mokratie können wir der direkten Gewalt nicht entgegenwirken. Italien hat es verstanden, das Land mit einer Mauer von Brief⸗ und Pressezensur zu umgeben, da es selbst nicht weiß, was dort in Wirklichkeit vorgeht. Diese Mauer müssen wir durchbrechen. Wir müssen es verstehen, das Gewissessn der Welt zu erwecken, als den 11 und stärksten Bundesgenossen des italienischen Prole⸗ artats. 5 Eine weitere gefahrdrohende Bastlon befitzt die Reaktion in Horthy⸗Ungarn. Beherrscht von einer gewaltgläubigen und gewaltlüsternen Offi⸗ zierskaste ist Horthy⸗Ungarn der Todfeind des republikanischen Friedens ganz Mitteleuropas. Bezeichnend für die Zustände dort ist, daß unsere ungarischen Genossen eine, Delegation für diesen Kongreß gewählt hatten, daß aber diese Genossen es nicht wagen konnten, hierher zu kommen, weil, wenn sie hier ein freies Wort sagten, es für sie in Ungarn kein anderes Asyl geben würde als das Gefängnis.(Hört! Hört!) Es gibt keine Regterung der bestegten Länder, die so viel Wohlwollen bei den Siegermächten ge nden hat als gerade die bluttriefende Regierung der ungarischen Arbeiter⸗ mörder.(Sehr wahr!) Gewiß enthält auch der Friedensvertrag von Trianon Härten. Es gibt gegen die imperialistische Gewalt nur eine Macht: das internationale Proletariat. Aber eine Regierung, die wie die ungarische die Arbeiter in ihrem Lande mordet, hat keinerlei Anspruch auf Bundesgenossenschaft des internationalen Proletariats. Sie kann nicht verlangen, daß wir ihr beistehen gegen irgend welches Unrecht, solange nicht die ungarischen Arbeiter die Bewegungsfreiheit haben. Es muß das Sustem demokratischer Arbeiterklasse durchgesetzt werden (Bravo), das allein die Atmosphäre schaffen kann, in der eine Ver⸗

Eime internattonase Gendarmerie wurde damals von einem eng⸗ Ingwischen hat man auf bewaffnet⸗

Seitdem Oesterreich unter dem Regime des Generalinspekteurs des Völkerbundes steht, ist

Der Völlerbund ist das Herrschaftsinstrument der Westmächte,

ein Bund, der es nicht wagt, in entscheidenden Fragen, wo es um Krieg oder Frieden geht, wie in der Reparationsfrage, auch nur das Wort zu ergreifen.(Sehr wahr!] Die internationale Finanz⸗ kontrolle, wie sie in Oesterreich besteht, soll jetzt auch aus 5 werden auf Ungarn und auf Deutschland. Wir wissen, daß in einer solchen ö 5

Finanzkontrolle die stärkste Gefahr der internatjongen Reaktion liegt. g

Damit habe ich Ihnen die wichtigsten Probleme der Reaktion aufgewiesen.

Mit Reden und Resolutionen ist hier dagegen natürlich

i nichts getan.

Wir müssen die Mittel sinden zu einer engeren Kooperation der ozialistischen Parteien im Kampfe gegen die Reaktion. Ich spreche abei nicht von Mitteln, die nicht immer zum Erfolge führen, nicht von Insurrektionen, nicht einmal von Generalstreik, Aber not⸗ wendig ist die Koordination der parlamentarischen Aktion und der Massenaktionen außerhalb der Parlamente. Heute vor 100 Jahren hat Frankreich mit Waffengewalt die spanische Revolution nieder⸗ geworfen, knapp sieben Jahre später die Revolution in Paris und zerbrach damit das ganze System der heiligen Allianz. Es hängt von uns allen ab, von den Massen, die uns hierhergeschickt haben, was wir aus dem neuen Instrüment der geeinigten Internatio⸗ nale zu machen verstehen, daß es weniger als sseben Jahre dauert, bis auf dem Triumph des Herzogs von Angouleime schon heute der Triumph der nahen Julirevolution des Proletariats folgt. (Stütrmischer Beifall.) l

Mit Rücksicht auf die Kommisslonssitzungen wurden die Ver⸗ handlungen des Kongresses um 2 Uhr nachmittags auf Mittwoch früh 9 hr u vertagt. a

8 Kommilsions arbelten.

Die deutschs Delegation entsandte in die Kommission fürAcht⸗ stundentag und Sozjalreform die Genossen Graßmann und Molken⸗ buhr, in die KommissionGegen die internationale Reaktion die Ge⸗ nossen Scheidemann und Simon⸗Nürnberg, in die KommisstionZur Bekämpfung de internationalen Imperialismus die Genossen Her⸗ mann Müller und Breitscheid, als Stellvertreter für diese Kom⸗ mission wurden Sollmann und Hertz bestimmt.

Als Sitz für das internationale Sekretariat wird die deutsche Delegation London vorschlagen.

Die Hamburger K. P. D. nicht einverstanden.

Für Pfingstmontag gegen 12 Uhr hatten de Kommunisten ihre Anhänger aufgerufen, um auf der Moorweide mit dem Ziel zu de⸗ monstrieren,der Welt zu zeigen, daß die Hamburger K. P. D. nicht mit dem Einigungskongreß einverstanden sei, Trotzdem die K. P. D. ihre Anhänger aus der ganzen Umgegend herangezogen hatte die kommunistische Jugend den Hauptteil der Anwesenden stellte, ver⸗ lor sich die Veranstaltung auf der weiten Fläche. In der Stadt und um das Gewerkschaftshaus herum merkte man von der kommu⸗ nistischen Demonstration gar nichts. Bemerkbar machte sie sich wohl nur auf den Straßen der äußeren Stadt, wo sie gehässige Flugblätter gegen den Kongreß und gegen die Sozialdemokratische Partei und besonders gegen den Genossen Vandervelde⸗Brüssel verbreiteten.

Auch in 1 5

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