ise
n
0
nden bei m J eleganteste.
adsl L
en t ftersch
0 7e
1 0
5
Ferusptecher 2008.
galt: Gießen Bahubefsraße 23
berhessische
Organ für die der Provinz Oberhessen und der
„
Interessen des werktätigen Volkes Nachbargebiete.
tit II Crpedition: Gießen
Bahnbofstraße 22 Jernsprecher 2008,
— je Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. —— Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Aran d d
Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig.
Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum lokal 80.— Mk., auswärts 80.— Mk. die Reklamemillimeterzei“ 200.— Mk, Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗
Nr. 93
wWirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 3300.— Mk; einschl. Bringerlohn. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Durch die Post bezog. 3300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mk Druck: erlag Offenbacher Abendblatt Hm b. ee M. der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. ————— Gießen, Dienstag, den 24. April 1923 1 13. Jahrgang
*
Der englische Außenminister hat am Freitag im Unter⸗ 11 5 eine Rede gehalten, der in Anbetracht der allgemeinen politischen Lage in Europa besondere Bedeutung zukommt. ige Tage bevor Curzon diese Erklärungen abgab, ist er us einem französischen Kurort nach London zurückgekehrt. Diese Tatsache spricht dafür, daß er die wesentliche Teile seines Manuskriptes wenn auch nicht mit Poincaré, so doch mit maßgebenden französischen Persönlichkeiten redigierte. Das wird von der französischen Presse nicht bestritten und insofern müssen Curzons Aeußerungen als Erklärungen der gesamten Entente betrachtet werden. Ist das der Fall, dann zeigen seine Worte aber vor allem auch, daß die Wiederher⸗ ellung der Entente durch die Reise Loucheurs als endgültig ollzogen zu betrachten ist. Curzons Rede ist keine Liebeserklärung für die deutsche Regierung, sondern von dem Gedanken getragen, N dem Ruhrkonflikt bald ein Ende zu bereiten. englische Außen minister macht deshalb zu beiden Seiten, also sowohl gegenüber Frankreich als auch Deutschland, Komplimente. Den Franzosen gegenüber versichert er, daß der Sinn der englischen Außenpolitik die Aufrechterhaltung der Entente ist, den Deutschen erkennt er das Recht zum Leben zu und betont nachdrücklich ihren Willen zur Fort⸗ bau der passiven Abwehr. Mit mahnender Stimme, dennoch vorsichtig abgewägt, verweist er aber auch darauf, daß die deutsche Regierung bisher trotz wiederholten ernsten Rates noch kein Angebot gemacht habe und baut ihr dann
erneut die Brücke zu einem Vorschlag, mit der Versicherung,
daß die französische und die belgische Regierung einen deut⸗ schen Vorschlag„ern st prüfen und diskutieren werde n.“ Wenn Curzon keine näheren positiven Angaben über den Inhalt eines derartigen Vorschlages machte, so bleibt das in Anbetracht der allgemeinen politischen Lage, aber auch mit Rücksicht auf die kommende Diskussion über diesen Vorschlag, verständlich. Dennoch geben seine allge⸗ einen Aeußerungen über das Reparatjonsproblem und die icherheitsfrage, der Hinweis auf die notwendige An⸗ kennung des deutschen Lebenswillens, ungefähre Richt⸗ inien, wie sich England einen derartigen Vorschlag vorstellt. Die weiteren vertraulichen Mitteilungen des senglischen Kabinetts an die Reichsregie⸗ rung, soweit sie vor der Erklärung Curzons abgegeben wurden, dürften ebenfalls als Fingerzeige dafür gelten, was ungefähr in einem deutschen Angebot, das zunächst nur als Diskussionsgrundlage zu betrachten ist, enthalten sein muß. Die Grundgedanken eines deutschen Anerbietens sind u. E. gegeben in dem allgemeinen Verzicht auf die Bonds der Serie C und dem wachsenden Verständnis innerhalb der Ententestaaten, daß vor allem auch Deutschlands Lebens⸗ notwendigkeit Anerkennung finden muß. Die Rede des englischen Außzenministers besagt sicherlich das Höchstmaß dessen, was England im Augenblick tun konnte, um ohne Verletzung des Prestiges seiner Verbündeten den Ruhrkonflikt zu beenden. Sie spricht ferner dafür, daß sich die Meinungen auch in offiziellen französi⸗ schen Regierungskreisen über die Lösung des Reparationsproblems im Verlauf der Ruhraktion ge⸗ . haben, daß die Verständigungsbercitschaft im wahren Sinne des Wortes wächst. Noch vor wenigen Wochen hat Poincaré jede Intervention Englands als einen„feind⸗ lichen Schritt“ gegenüber Frankreich bezeichnet. In Wirklich. keit aber ist die Rede Curzons als intervenierender Schritt im Einverständnis mit dem offiziellen Frankreich zu be⸗ trachten. Besagt das nicht genug?
Es ist jetzt die höch ste Zeit, daß die Reichsregierung auf die Brücke springt, die ihr gebaut wurde, daß sie der passiven Politik endlich Aktivität folgen läßt. Schon längst war die Notwendigkeit vorhanden, ein Angebot zu machen, wenn Herrn Rosenberg, der isolierte Mann im Auswärtigen Amt, nicht der Blick für die Bewertung der innerpolitischen Vorgänge der letzten Tage fehlte. Nicht allein aus außen⸗ politschen, nein, auch aus innerpolitischen Gründen muß gehandelt werden. Man soll doch nicht vergessen, daß der Abwehrkampf im Ruhrgebiet seinen Höhepunkt über⸗ schritten hat und die Vorkommnisse der letzten Tage nicht als
Experimente kommunistischer Wirrköpfe abgetan werden können. Auch derartige Experimente sind schließlich nur
möglich infolge der vorherrschenden Stimmung. In diesem Stadium nicht zu handeln, wäre eine Pflichtvergessenheit der Megierung. Es ist erfreulich, daß wenigstens auch Herr Rosenberg jetzt zu erkennen scheint, welche Gefahren Deutsch⸗ land drohen, wenn die verantwortlichen Männer weiterhin Politik mit passiver Abwehr gleichstellen. Wir erwarten, daß noch im Laufe dieser Woche offiziell ein Angebot ange⸗ kündigt wird, das, ahne ein Zeichen der Schwäche zu tragen,
Regierung handle!!
den Alliierten im Rahmen der dentschen Leistungsfähigkeit eine Diskussionsgrundlage zur Beendigung des Ruhr- konfliktes bietet. Man sollte annehmen, daß die Regierung gerade durch die am Samstag erfolgte Aussprache mit den maßgebenden Instanzen der Gewerkschaften hierzu besonders aufgemuntert worden wäre. N
Veränderte Lage.
Am Samstag nahmen Vertreter aller Gewerkschafts⸗ richtungen mit dem Reichskanzler und dem Außenminister u. a. über die innen- und außenpolitische Lage Rücksprache. Uebereinstimmend wurde von den Gewerkschaftlern der Auf⸗ fassung Ausdruck gegeben, daß der passive Widerstand an der Ruhr bis zu einem erfolgreichen Abschluß des gegenwärtigen Konfliktes fortgesetzt werden muß. Gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, die Regierung möge alles tun, was uns dem Ziel der Abwehr, der Entsetzung des Ruhr⸗ gebiets von französischen und belgischen Truppen. näher⸗ bringe. Die Vertreter des Gewerkschaftsbundes und der
darüber hinaus Kenntnis von dem Ergebnis ihrer letzten
Woche in Berlin getagt haben und die mit der sozialdemo⸗ kratischen Reichstagsfraktion der Meinung waren, daß der Augenblick gekommen sei, in dem die Regierung ein positives Angebot an die Ententemächte machen müsse.
Aus dem Verlauf der Besprechung ergub sich der Ein⸗ druck, daß auch die Reichsregierung die augenblickliche Situation im Verhältnis zur Lage in der vergangenen Woche, insbesondere auf Grund der Rede des englischen Außien⸗ ministers, als geändert betrachtet.
Außer der außenpolitischen Lage wurden die Frage der Markflabilisierung und alle danzit in Zusammenhang stehen⸗ den Fragen erörtert. Die Reichsregierung versprach, einer Wiederholung der Vorgänge am Devisenmarkt und einer willkürlichen Heraufsetzung der Preise entgegenzuwirken.
Halbamtliche Bestätigung.
Vorstehende Meldung über eine Aenderung in der Haltung der Reichsregierung zur außenpolitischen Lage, die durch die Rede Lord Curzons veranlaßt worden sei, und zum erstenmal in der Aussprache mit den Gewerkschaftsführern am Samstag zum Ausdruck kam, wird nunmehr halbamt⸗ lich bestätigt. Meldung die Rede Lord Curzons als eine wichtige politische Tatsache, die die bisherige Situation nicht unwesentlich be⸗ einflussen könnte. Die Reichsregierung sei daher in Er⸗ wägungen darüber eingetreten, welche Folgerungen sich hieraus ergeben.
der Reichsreglerung schreibt von Gerlach in der Welt am Montag:
„England will aus seiner Passivität heraustreten und wir sollten darin verharren? Das darf nicht sein. Cuno muß reden und handeln, am besten beides zugleich und schleunigst. Die von Curzon gewünschte Note muß abgehen und die Welt muß wissen, daß sie abgegangen ist. Vor allem müssen das die Ruhrbewohner wissen, damit sie nicht zu Verzweiflungsakten getrieben werden. Ist ihre Qual auch noch nicht zu Ende, so müssen sie doch ein Ende der Qual sehen. Cuno hat sich bisher zu viel von Helfferich be⸗ vaten lassen. Er täte besser daran, auf Stresemann zu hören, wie dieser jetzt ist.“ 5
Stresemann selbst hat bereits am Sonntag auf einer Veranstaltung seiner Partei in Berlin Stellung zur Rede des englischen Außenminsters genommen und dabei
it. a. erklärt:
„Die Rede, die Lord Curzon im englischen Oberhause gehalten hat, schafft eine neue politische Sachlage, die auch von der deutschen Reichs regierung entsprechend gewertet werden wird. Wir erkennen mit Genugtuung m, daß Lord Curzon in anderer Weise von Deutschland spricht, als wir es gewohnt sind, aus französischem Munde zu hören. Diese andere Tonart entspricht dem Zuwachs an Ansehen, das Deutschland dem Widerstand an der Ruhr verdankt. Was Lord Curzon über die Regelung der Reparationsfrage aus⸗ führte, bildet jedenfalls eine geeignete Grundlage für die Weiter⸗ führung der interalliierten Diskussion.“
Und weiter sagte Stresemann:
„Ueber die Frage der deutschen Reparationsleistungen wird man sich mit Deutschland verständigen können. Unser Leben und Sterben hängt nicht davon ab, ob wir eine Goldmilliarde mehr oder weniger zahlen, ob wir einige Jahre später oder früher die Grundlage für ein neues wirtschaftliches Emporsteigen gewinnen. Davon aber, daß Rhein und Ruhr deutsch bleiben, davon hängt
unser Leben und Sterben ab. Ueber Höhe und Modalitäten der deutschen Zahlungen wird man sich mit Daeutschland verständigen können, aber über ein Aufgeben des deutschen Rheinlandes gibt es für uns keine Verständigung. Man höre endlich auf mit dem Ge⸗ rede über die Rheinlandfrage. Es gibt keine Rheinlandfrage, die den Völkerbund oder die Alliierten etwas angeht. Will Lord Curzon der ehrliche Agent zwischen Deutschland und Frankreich
dein, dann muß er hei seiner Stellungnahme von der Tatsache aus⸗
Afa gaben dem Reichskanzler und dem Außenminister
Bundesausschußsitzungen, die im Verlauf der vergangenen
Die Reichsregierung betrachtet nach dieser
Zur Rede Lord Curzons und der bisherigen Haltung
gehen, daß die deutsche Souveränität über das Rheinland die von jeder deutschen Regierung und von jeder deutschen Partei als selbst⸗ verständlich erachtete Voraussetzung jeder Auseinandersetzung über eine endgültige Regelung des Friedens ist, die den bisherigen Zu⸗ stand der Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ablehnt.“ Zur Rede Lord Curzons hat am Sonntag auch Wirt⸗ schaftsminister Dr. Becker im Klub für Handel und Indu⸗ strie in Frankfurt a. M. Stellung genommen und ebenso wie Stresemann in Berlin dabei erklärt, daß Deutschland bereit sei, als Gleichberechtigter zu verhandeln, wenn die deutsche Souveränität nicht angetastet wird. Bereits aus der Rede des Außenminsters von Rosenberg und auch der Stresemanns im Reichstag sei genau zu entnehmen gewesen, auf welcher Grundlage Verhandlungen möglich seien.
Volksparteilicher Ruf nach einem
deutschen Angebot.
Die außenpolitische Debatte im Reichstag scheint einige Früchte zu zeigen. In der Kölnischen Zeitung(Nr. 271) befindet sich ein bemerkenswerter Artikel zum Abschluß der Debatte im Reichstag. In ihm heißt es u. a.:
„Der Abgeordnete Dr. Breitscheid hat in einer sehr maß⸗ vollen, den nationalen Belangen gerecht werdenden Rede diese Forderung klipp und klar gufgestellt. Die Regierung wird nicht umhin können, trotz mancher Bedenken materieller und psycho⸗ logischer Art zu dieser Forderung nach objektiver und vorurteils⸗ loser Prsifung Stellung zu nehmen. Wir wollen unsererseits offen gestehen, daß die Frage des Angebots nach der Reichstags⸗ Aussprache, vor allem nach den Reden der beiden sozialdemokra⸗ tischen Führer, ein ganz anderes Gesicht bekommen hat. Vorher hätte man ein deutsches Angebot im Auslande zweifellos als ein mittelbares Eingeständnis der deutschen Schwäche und als ein Ermatten des passiven Widerstandes im Rührgebiet auslegen können. Einer 1 Deutung hat aber gerade die Sozial demokratie mit der allergrößten Schärfe und Deutlichkeit wider⸗ sprochen, sie hat sich im Gegenteil stark gemacht, bei einer lehnenden Hallung Frankreichs gegenüber einem deutschen Ange⸗ bot dem Widerstand im Ruhrgebiet bis auf das Aeußerstmöglichste zu steigern.“ 1
Ebenso entschieden, wie sich das volksparteiliche Blatt jetzt der Forderung nach einem amtlichen Angebot anschließt, wendet es sich gegen die Deutschnationalen, deren Sprecher, Dr. Helfferich, nur Gründe dagegen vorgebracht hätte, die„mehr aus dem Reiche der Gefühle, als aus realpolitischen Erwägungen entsprungen sind.“ — Bei aller Würdigung dieser Gefühle werden wir uns immer die Prüfung der Frage vorlegen müssen, inwieweit ein besiegtes und verarmtes Volk sich den Luxus der Rücksichtnahme auf Gefühle leisten kann, falls nicht die nationale Ehre und Würde in Frage kommt.“
Die sozialdemokratische Forderung nach aktivem Vorgehen der Regierung hat damit eine Unterstützung erfahren, die uns gleich. wertvoll dünkt, wie die Bestätigung der Richtigkeit. die damit die Haltung der Sozialdemokraten erhalten hat.
Die Lage im Ruhrgebiet.
Die Verbrecheraktion gegen Mülheim ist gescheitert! Aber schon tauchen neue Anzeichen dafür auf, daß das verlorene Spiel von Mül⸗ heim eine Neuauflage erleben soll. Auch die Kommunisten haben hierbei ihre Finger im Spiel. So veröffentlicht z. B. der Landes⸗ ausschuß der Betriebsräte der KPD. Rheinlands und Westfalens ge⸗ meinsam mit der Union der Hand⸗ und Kopsarbeiter in dem kommu⸗ nistischen Essener Ruhr⸗Echo am Samstag einen Aufruf gegen die Beschlagnahme der Deputatkohle durch die Franzosen. In dem Auf⸗ ruf wird aufgefordert, diesen Kohlen raub mit allen Mitteln zu ver⸗ hindern. An sich sind auch wir mit dieser Forderung einverstanden. und wir sind überzeugt davon, daß die Mitglieder der freien Gewerk⸗ schaften im Ruhrgebiet alles tun werden, um sie im Rahmen der passiven Resistenz durchzuführen. Aber die von den Kommunisten und Syndikalisten vorgeschlagenen Wege die Aufforderung zu Massen⸗ demonsbrationen und, falls das nicht helfen sollte einen all⸗ Generalstreik durchzuführen, können wir nur als erste Etappe zu einem neuen Blutbad betrachten. Die Gemüter im Ruhrgebiet sind erhitzt, der geringste Zu⸗ sammenstoß mit den Militärs, der bei einem Generalstreik bald ge⸗ geben ist, muß zu einem ungeheuerlichen Blutbad führen. Es ist un⸗ verantwortlich, in einem Gebiet, dessen Bevölkerung in außergewöhn⸗ lichen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, leichtfertig mit dem General⸗ streik zu spielen, wie die Kommunisten es tun. Sie rechtfertigen da⸗ mit selbst die Vermutung, mit Hilfe der Franzosen und Belgier po⸗ litische Ziele zu verfolgen, ohne sich darüber klar zu sein, daß ihre Aktionen nach einer gewissssen Entwicklung von der Besatzung zum Schaden der gesamten Arbeiterschaft ausgenutzt werden.
*
gemeinen
Zur Vorbereitung der Massendemonstrationen und des General⸗ streiks habn die Kommunisten und Syndikalisten zum 25. April nach⸗ mittags 3 Uhr einen allgemeinen Betriebsrätekongreß der gesamten Berg⸗ und Hüttenindustrie von Rheinland und Westfalen einberufen.
2
Die Franzosen haben ein Flugblatt über die Vorgänge in Mül⸗ heim mit dem Titel:„Deutsches Säbelregiment“ herausgegeben. In diesem Flugblatt wird gefragt, ob jetzt bei diesen Todesopfern auch die Cuno⸗Glocken läuten würden. Weiter wird gesagt, auf der einen Seite hätte die Leute der Regierung bei der Todesfahrt in Essen Krokodilstränen vergossen, und in Mülheim hätte die blaue und grüne Polizei auf 2000 Arbeiter geschossen. Warum? Nur deshalb, weil diese Leute Brot verlangten. Der ganze Ton und die Aufmachung des Flugblattes läßt erkennen, daß das, was die Gewerkschaften im Ruhrgebiet annehmen, zutrifft, daß nämlich die Franzosen hinter den Demonstranten stehen. 0
Die Zahl der Toten, die es bei den Krawallen in Mülheim ge⸗ geben hat, konnte bis jetzt nicht einwandfrei festgestellt werden; doch
wird angenommen, daß 6 bis 7 Tote in den Reihen der ändi zu verzeichnen sind. f f eee


