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Gießen, Mittwoch, den 23. Mai 1923.
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Gießen und Umgebung. Die Kunstpflege des Dr. Werner,
Die Abgg. Dr. Werner und Genossen haben zu Kap. 66, betr. Förderung der Kunst, folgenden Antrag dem Landtag zugehen lassen: Der Landtag beschließt, den auszuse enden Staatspreis nicht Georg Büchner⸗Preis“, sondern ene Pe zu 1 2 tte dieser Antrag abgelehnt werden, weil die Stiftung den Namen eines im engeren Sinne hessischen Dichters oder Künstlers tragen soll, so beantragen wir, zunächst die besondere Bezeichnung der Staatsstiftung ossen zu lassen und einen Ausschuß zu beauf⸗ tragen, unter der großen Zahl bedeutender hessischer Schriftsteller,
ern und Künstler einen unpolitischen Namen zu wählen, dem
Die Begründung
lle Parteien des Landtags zustimmen können. stark überschätzt.
tet: Blichners dichterische Leistung wird sicher mahm ihm der frühe Tod die Zeit. Politisch
Zur künstlerischen Reife ae Blichner unzweifelhaft einer der Vorläufer der heutigen zaldemokratie. Sein Hessischer Landbote trägt als Motto den Sruf der französischen Revolution„Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ Den Hessischen Landboten gab 1896 E. David neu heraus. Die Wahl des Namens„Georg Büchner“ beruht also sicher 58 zuletzt auf seiner politischen Weltanschauung, für die einzu⸗ ten die Mehrheit des hessischen Landtages sicher keinen Anlaß hat. Zum andern gibt es eine große Anzahl hessisch⸗fränkischer Schrift⸗ steller, Dichter und Künstler, die an Bedeutung Büchner bei weitem l en sind: Goethe, Gebrüder Grimm, Grimmelshausen, Lichten⸗ berg, Gervinus, Karrillon, Ubbelohde, Holzamer, Niebergall usw.
Darauf hat die Regierung folgendes erwidert:
Der Georg Blichner⸗Preis war seinerzeit von dem Abgeordneten eber in einem Antrag an den Landtag angeregt worden. Der tag hat daraufhin beschlossen, diesen Antrag der Regierung als
Material zu überweisen, ohne daß von irgend einer Seite die Be⸗
zeichnung des Preises beanslandet worden wäre. Die Regierung
t den Antrag in der Form, wie sie ihn erhielt, verwertet. Der
Antrag der Abgeordneten Dr. Werner und Genossen geht daher von
einer durchaus irrigen Annahme aus, wenn er glaubt, daß der
Stzatspreis den Namen Georg Büchners wegen der politischen Welt⸗
anschauung des Dichters erhalten solle, der ein Vorläufer der heu⸗
Sozialdemokratie sei. Es ist der Regierung nicht bewußt, wo⸗
uch sie Veranlassung zu dieser Annahme gegeben hat. Jedenfalls
ihr eine Erwägung dieser Art völlig fern gelegen.
Es ist zwar richtig, daß Büchner zu den Ereignissen seiner Zeit
tellung genommen hat. Es darf aber nicht vergessen werden, daß
Blüchner in einer politisch gährenden Zeit lebte und daß er mit
leidenschaftlich gesteigerten Empfindsamkeit des Dichters nicht an er Welt und dem Leben vorübergehen konnte, die sich ihm dar⸗
n. Der Literaturhistorfker Richard M. Meyer sagt in seiner
Literaturgeschichte über Büchner und seine Zeit:
„Das Großherzogtum Hessen, dessen Bürger Büchner war, lag vanals unter der Herrschaft drlickender Reaktion, die 1830 zu nem Bauernaufstand in Oberhessen führte. Das höhere Beamten⸗ tum bildete eine eng verschwisterte Clique, deren verhältnismäßig hohe Gehälter für das ausgesogene Land drückend waren. Zu den
Ireiheitsbestrebungen im gangen Deutschland kamen soziale Mo⸗
mente verschärfend hinzu. Georg Büchner war ein Mann der
Wissenschaft, in seinen persönlichen Prinzipien strengster Idealist,
von reinstem Lebenswandel in einer vielfach verlotterten und oft
prinzipiell unsittlichen Zeit, vor allem ein weiches Herz voller
Mitleid, wie alle seine Freunde bezeugen. Was er sah, griff ihm
ans Herz.“
„„Es war also ein edler Mensch, der voll Ahscheu die Mißstände 2 Zeit beim rechten Namen nannte und eine zündende Kritik übte. Es wird sich heute kaum jemand finden, der Büchner darum anlagen wollte. Trotzdem ist diese Bedeutung Büchners heute nur
1 ch von historischem Interesse. Es sind ja auch nicht seine politischen
—
en Bestandteile der Weltliteratur geworden, sondern seine künstlerischen. Wenn die Antragsteller meinen, daß Büchners dichterische Lei⸗ g stark überschätzt werde und wenn eine Reihe von Künstlern aufgeführt wird, die ihn an Bedeutung bei weitem übertreffen sollen, dürften diese Behauptungen einer ernsthafteren Prüfung schwer⸗ lich standhalten, wenigstens so weit, ols die angegebenen Künstler aus dem heutigen Hessen stammen. Büchner hat heute in der deut⸗ Literatur einen unbestrittenen und ehrenvollen Platz inne. Er ist der erste große Künstler realistischer Richtung und als Dramatiker m Geiste Shakespeares wohl das bedeutendste Talent, das Deutsch⸗ land überhaupt hervorgebracht hat. Leider ist es wahr, daß ihm der frühe Tod die Zeit nahm, instlerisch auszureifen. Man sollte sich aber hierbei daran erinnern, daß es im wesentlichen der damalige hessische Staat und seine Funk⸗ tionäre waren, die Büchner buchstäblich zu Tode gehetzt haben, und zwar wegen seiner politischen Kritik, von der man nicht sagen kann, daß ihr die nachfolgende historische Entwicklung unrecht gegeben habe. Die Gründe, welche die Regierung veranlaßt haben, keinen, anderen der dem heutigen Hessen zugehörigen Künstler auszuwählen. sondern den Namen Georg Büchnees zu bestätigen, waren daher ganz andere als politische. Dem Dichter Georg Büchner galt die Ehrung, und als eine Ehrenpflicht des hessischen⸗ Staates wurde es empfunden, das Unrecht wieder gut zu machen, das eine frühere essische Regierung dem Menschen Georg Büchner zugefügt hatte. Die Regierung kann sich daher die von den Antragstellern vor⸗ gebrachten Gründe nicht zu eigen machen. Sie könnte sie überhaupt ur bei jemanden verstehen, der von der künstlerischen und mensch⸗ ichen Persönlichkeit Büchners nur Unzulängliches weiß oder aber reit ist, hohe Werte seiner heimischen Kultur einer parteipolitischen Voreingenommenheit zu opfern. Hessen hat allen Grund, auf eine künstlerische Erscheinung wie die Georg Büchners stolz zu sein und ihm den schuldigen Lorbeer nicht zu versagen. Die Regierung müßte es daher tief bedauern, wenn dem Antrag der Abgeordneten Dr. Werner und Genossen stattgegeben würde, nicht nur, weil dadurch das kulturelle Ansehen Hessens eine schwere Einbuße erleiden würde, weil damit auch an Stelle längstgeschuldeter Anerkennung einem bei aller Jugend und Zeitbefangenheit verehrungswürdigen hessischen Dichter von einer späteren Generation, die Seinesgleichen nicht aufzuweisen hat, noch nachträglich ein Stein auf das Grab geworfen würde.
— Gerüchte von der Besetzung Gießens durch die Fran⸗ zosen liefen am zweiten Feiertag in der Stadt um und versetzten viele Einwohner in Aufregung. Eine gewisse Stütze fanden die Nachrichten dadurch, daß von der Bahn⸗ verwaltung eine Anzahl Lokomotiven sowie Material ab⸗ transportiert worden war. Auch einige andere bekannt⸗ gewordene angebliche Maßnahmen von Behörden erweckten den Anschein, als sollte„geräumt“ werden. Nun ist ja heut⸗ zutage alles möglich. Indessen, so schnell kommen die Fran⸗ zosen nicht nach Gießen, wo sie wirklich noch weniger als in anderen Teilen Deutschlands zu suchen haben. Im Laufe f des Nachmittags wurde denn auch eine in Wetzlar bekannt⸗ gegebene amtliche Nachricht verbreitet, wonach von einer wäiteren Ausdehnung der Besetzung keine Rede e Die fregung war also glücklicherweise unbegründet. Es ist
überhaupt zu empfehlen, in jedem Falle Ruhe zu bewahren und nicht jedem auftretenden Gerücht Glauben zu schenken. Schon die Erfahrungen in der Kriegszeit müssen uns zur Lehre dienen.
— Beamten⸗Versammlung. Am Donnerstag voriger Woche fand im Lokale zum Postkeller eine von der Vereinigten Sozialdemokra⸗ tischen Partei einberufenen Beamten⸗Versammlung statt, die überaus stark besucht war, das Lokal bis zum letzten Platz füllte. Als Redner war unser Genosse Reichstagsabgeordneter Oberpostsekretär Hof⸗ mann ⸗Berlin gewonnen, der über das Thema: Die Demokrati⸗ sierung der Verwaltung, das Beamtenrätegesetz und die Gehalts⸗ politik der Reichsregierung referierte. Der Vorsitzende, Gen. Maier, begrüßte die Erschienenen. Der Referent gab einleitend Bericht über die Verhandlungen wegen der Lohn⸗ und Gehaltserhöhungen der Reichs⸗ und Staatsbediensteten, die am Mittwoch im Reichstag zum Abschluß gekommen waren. Er berichtete, daß sich die Verhandlungen recht schwierig gestalteten und die Regferungsvertreter sich im letzten Augenblick dazu bequemt haben, den Forderungen zu entsprechen. Redner schilderte dann, daß die Sozialdemokratische Partei stets be⸗ strebt gewesen sei, die Grundgehälter der unteren Beamtengruppen auf ein erträgliches Existenzminmimum zu bringen. Um die Sozial⸗ demokratische Partei zu unterstützen, sei es unbedingte Pflicht, daß die Beamten mehr wie seither am politischen Leben Anteil nehmen und sich politisch und gewerlschaftlich betätigen. Der Beamte darf nicht blos Gehaltspolitik machen, sondern seine staatsbürgerliche Pflicht und seine freie politische Betätigungsmöglichkeit, die ihm erst durch seine Partei erkämpft worden sei, verpflichte den Beamten, sich am poli⸗ tischen Leben zu betätigen. Notwendig sei es auch, daß sich die Beamtenschaft in das Volksganze einfüge und den Beamtendlünkel überwände. Die wirtschaftliche Besserstellung der Beamtenschaft sei nur möglich in gemeinsamer Front mit der Lohnarbeiterschaft. An dem Opfersinn und der gewerkschaftlichen Schulung der Arbeiter⸗ schaft msisse sich die Beamtenschaft ein Vorbild nehmen. Bei Be⸗ ratung des Betriebsrätegesetzes habe die Arbefterschaft ihre Forde⸗ rungen mit Nachdruck vertreten, während bei dem Beamtenrätegesetz eine große Zahl der Beamtenschaft sich passiv verhalte. Bezeichnend sei es, daß bei Beratung des Gesetzes im 23. Ausschuß die Abgeord⸗ neten des Deutschen Beamtenbundes die Forderungen dieses Bundes nicht einmal vertreten haben. Nach einer Aeußerung des Abg. Allekotte, der gesagt habe, wenn heute noch einmal die Reichs⸗ verfassung zu machen sei, würden die zugesicherten Beamtenrechte wohl anders ausfallen, sollte jeden Beamten von der Beamten⸗ freundlichkeit jener Parteien überzeugen. Der Redner ging min auf die wichtigsten Bestimmungen des Beamtenrätegesetzes ein, behan⸗ delte hierbei die gestellten Anträge und Mitarbeit der soz ialdemo⸗ kratischen Vertreter in den Ausschüssen. Von Interesse waren die Ausfiihrungen noch über eine am 13. und 14. Januar stattgefundene Ministerialräte⸗Konferenz und die Stellung des Ministerialrats Fimmen zum Beamtenrätegesetz im besonderen zwischen Betriebs⸗ und Hoheitsverwaltung. Des weiteren behandelte er noch allgemeine politische Fragen, wies auf das Steuerunrecht hin und auf die Be⸗ deutung des von der Sozialdemokratischen Partei eingebrachten An⸗ trages, der sich mit der Bodenfrage, Bodenverteilung und Boden⸗ benutzung beschäftigt. Bodenreform, Gewerkschaften und Genossen⸗ schaften sind soziale Gebilde, denen mehr Aufmerksamkeit auch von Seiten der Beamten zu widmen ist. Nedner schloß seine Ausfüh⸗ rungen mit dem Faustwort, daß ein freies Volk auf freiem Grund, das Ziel sein müsse. Die Ausführungen fanden recht beifällige Auf⸗ nahme. Die anschließende Aussprache war eine recht lebhafte. Als erster Redner sprach Kreisschulrat Fischer, der betonte, daß er den Ausführungen des Referenten fast ausnahmslos zustimmen könne. Er bemängelte das jetzige Ortsklassensystem, die Benachteiligung Gießens gegenüber anderen kleinen Orten und die Ausschaltung bei der Sonderteuerungszulage.— Als zwefter Diskussions redner spricht der Kommunift Haupt. Er hat an den Ausführungen des Referen⸗ ten nichts auszusetzen, macht einige unwesentliche Ausführungen über die Erlangung der Staatsgewalt durch Diktatur, verwirft die Demo⸗ kratie und fordert schließlich die Beamten auf, wenn nicht kommu⸗ nistisch, so doch sozjaldemokratisch zu wählen und sich zu betätigen. Es sprechen noch die Genossen Lehrer Schmidt, Reichstagsabge⸗ ordneter Beckmann, der über sein Bemühen, Gießen anders ein⸗ zustufen, berichtet. Beckmann ist für Beseitigung des jetzigen Orts⸗ klassensystems. Die wirklich bestehende unterschiedliche Teuerung in einigen Großstädten wäre durch einen Wohnungszuschlag zu regeln. Redner fordert ebenfalls zur mehr aktiven politischen Betätigung die Versammlung auf. Bock, Lokomotivführer, tritt dafür ein, daß das Kindergeld nicht zum Gehalt geschlagen werden dürfe. Weiter verlangt er Auskunft über das Arbeitszeitgesetz. Stephan vom D. E. V.: Das Streikrecht kann nur erkämpft werden, die Beamten⸗ schaft muß bestrebt sein, mit der Arbeiterschaft eine Einheitsfront zu bilden, nur dann kann die Beamtenschaft auf Erfolg rechnen. Nach weiteren Ausführungen einer Anzahl Diskussionsredner erhielt der Referent das Schlußwort. Er ging auf die wesentlichen Ausfül⸗ rungen der Diskussionsredner ein, gab noch einige treffende Beispiele über die geradezu himmelschreiende steuerliche Ungleichheit zwischen Lohn⸗ und Gehaltsempfänger und unserer Landwirtschaft und sch'⸗ mit der Aufforderung an die Versammlung, aus dem gehörten und ihrer eigenen Mißstimmung über die bestehenden Mißstände auch d Schlußfolgerungen zu zielen. Nachfolgende Entschließung fand einstimmige Annahme:
Die am 17. Mai im„Postkeller“ in Gießen zahlrich zusam⸗ men gekommenen Reichs⸗, Staats⸗ und Kommunalbeamten er⸗ heben schärfsten Einspruch gegen die von bestimmten Kreisen beab⸗ sichtigten Bindungen zu ungunsten des Mitbestimmungsrechts der künftigen Beamtenvertretungen.
Die Beamten fordern insbesondere:
1. Gleichberechtigte Mitwirkung der Beamtenräte in allen Fragen des Dienstverhältnisses.
Ausdehnung der Zuständigkeit der Schlichtungsstellen
Streitfragen aus dem Dienstverhältnis.
„Schutz gegen Kündigung und Entlassung der nicht unkündbaren Beamten und Anwärter.
Ausreichende Schutzbestimmungen für Mitglieder der Beamten⸗ räte gegen Versetzung, Entlassung und sonstige Benachteiligung aus Anlaß ihrer gesetzlichen Tätigkeit.
Sie erblicken in der Sabotage dieses ihres moralischen Rechts
eine feindselige Einstellung dieser Kreise, aus der die Beamten die natürlichen Konsequenzen ziehen werden.
In wirtschaftlichr Beziehung bedauert die Versammlung außer⸗ ordentlich, daß bei der letzten Regelung der Sonderzulage Gießen vollständig unbreücksichtigt geblieben ist. Die versammelten Be⸗ amten erwarten von der Stadtverwaltung, daß sie ihren Einfluß auf Staats⸗ und Reichsregierung ausübt, damit auch für Gießen der Sonderzuschlag nachträglich gewährt wird.
Hierauf erfolgte Schluß der recht anregend verlaufenen Ver⸗ sammlung.
— Kreistag für den Kreis Gießen. Der Wahlkommissar für den Kreistag gibt bekannt: An Stelle der ausgeschiedenen Kveis⸗ tagsmilglieder Wilhelm Fenchel. Landwirt in Ober⸗Hörgern und Friedrsch Bommersheim, Landwirt in Langsdorf, hat die Kreis⸗ wahlkommission den Amtsgerichtsdirektor Karl Schmahl zu Gießen und den Fabrikanten Hermann Schieferstein zu Lich als Kreistagsmitglieder bezeichnet.
— Verbilligter Zucker wird von jetzt ab bis zum 1. Juni in den Kleinhandels⸗Verkaufsstellen abgegeben auf Marke 2 der
auf
2 89
Lebensmfttelkarte. Es entfällt ein Pfund auf die Person.
— Rhein⸗ und Ruhrspende der hessischen Waldbesitzer Waldarbeiter. Das hess. Forstarbeitsamt teilt mit, daß bis Mai von ben Walobesitzern(Staat und Gemeinden) und Jo arbeitern im Ganzen 77 640 748 Mark aufgebracht worden si Vom 19. April bis 15. Mai kamen in Oberhessen von Staats waldungen 2217117 Mark von den Arbeitnehmern d 0 ser Waldungen 761.725 Mark zusammen.— In den Gemeind 4 waldungen waren es in derselben Zeit von den Arbeitnehme, 231426 Mark, von den Gemeinden 2 258 422 Mark.— Bei de
Privat waldbesitzern(den„standesherrlichen“ Forsten) waren 9 15
334 436 Mark von den Arbeitnehmern 4625 158 Mark von de Besitzern. a
1 5 Fahrraddiebstähle. In der Nacht zum 19. Mai wurde au einem verschlossenen Hauskeller ein Fahrrad, Marke Warden Nr. 5. Fabrik⸗Nr. 243 719, und aus einem anderen Keller Fahrrad, Marke„Brennabor“ entwendet. Das erste Rad ist fi neu, das letztere überstrichen.— Am 16. Mai wurde in hliesig Sbadt ein Fahrrad„Naumann Germania“ Fabrik⸗Nr. 757 10 ein Fahrrad Marke„Opel“ Halbrenner, Fabrik⸗Nr. 586 659 un eim markenloses Fahrrad entwendet.— Am 17. Mai wurde e Fahrrad Marke„Badena“ entwendet. Vor Ankauf wird gewarn Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal⸗Abteilung Gießen enugegen.
1 Erwischte Diebe. Fesigenommen wurden 4 jungen Burschen
von hier welche von einem hiesigen Zementlager größere Mengen g Zement entwendeten und weiter veräußerten. Der Zement
konnte dem Eigentümer wieder zugestellt werden. 2
— Herrenlose ärztliche Instrumente. In hiesiger Stadt wurden ö solgende ärztliche Instrumente unter Umständen gefunden, welche auf einen Diebstahl schließem lassessn, zwei scharfe Wundhaken, 3 ö stumpfer Wundhaken und eine Unterbindungsnadel. Die Ip. strumente sind von der Firma Holzhauer⸗Marburg und befi 0 sich auf der Kriminal-Abteilung. 5
— Straßburgers Drei⸗Masten⸗Zirkus. Unter hohem Zi zelt, vor sich zwei Manegen, sitzt man erwartungsvoll und harrt Dinge, die da kommen sollen. Dem Programm nach zu urteir⸗ wird die Vorstellung zirka 3 Stunden in Anspruch nehmen. N hatten uns nicht geirrt, denn nach Schluß der vorletzten Numm zeigte die Uhr bereits 11 und nun soll noch die waghalsigste Attre tion gezeigt werden: Vorführungen an einer 50 5 5 schwankenden Stahlstange, die vor dem Zirkus aufgestellt ist. Hi über Näheres zu berichten, wollen wir uns ersparen⸗ nur so* sei gesagt, daß vielen Zuschauern manchmal der Atem stockte, ül die Kühnheit der beiden Menschen da oben.— Die Ränge 1 Galerien füllen sich unaufhaltsam. Man blickt sich um und fra sichsi des gediegenen Eindrucks, den das Zirkus⸗Unternehmen alle
t, ents. n die Leistungen solcher Erwartung. In 2 Manegen 12 5 2 5 schier verwirrender Fülle mehr als 60 Darbietungen ab, sodaß es schwer wird zu folgen, da sich die Bilder rasend ge⸗ schwind verändern. 5 Motor ern treiben im Höllentrichter ihr Wesen. Graztöse Fangkünstler
in eine heitere Stimmung. Viele prächtige Rosse, sowie Löwen und
Bären werden in Dressur vorgeführt. Neben den vielen wag
alsigen, kraftvoll⸗kühnen Artisten, die auf allen Gebieten zirze licher Kunst ihre nicht umzubringende Gewandtheit und ih körperliche Virtuosität zeigen, die oft mit erstaunlicher Erfindung gabe neuer Tricks verbunden ist, sind nicht minder zahlreiche An tistinnen tätig, die ihre schlanken, ebenmäßig⸗graziösen, kräftig g
bildeten Körper ebenfalls als Reiterinnen auf feurigen Rosse
tummeln, auf dem Drahtseil zu allerlei Künsten anspannen(Ge schwister Straßburger) oder auf fliegendem Trapez die ver⸗
li ft i Sfüühven, wie es die jugendlich⸗liebens⸗ 0 1 blüffendsten Evolutionen ausführen, isi inerten 1
würdigen, gymnastisch bis zu äußerster Fähigkeit ie e e e 1 So bietet die Aufführung fast Erdrücken⸗ des in der Fülle und Buntheit des Gebotenen.— Heute Mittwoch nachmittag 3½ Uhr und abends 7½ Uhr Vorstellung und morgen Donnerstag Schlußwvorstellung..
— Watzenborn⸗Steinberg. In der Gemeinde rats si tzung am 18. Mai wurde der Antrag der Schäfeveigesellschaft in Steinberg wegen Anschaffung eines Schafbocks durch die Gemeinde, abgelehnt.
Dias Behüten des Gemeindewaldes wird grundsätzlich abgelehnt.
Ausnahmen kann nur mit Zustimmung und Ueberwachung der Forstbehörde stattgegeben werden.— Die bei dem letzten Brande verbrannten beiden Saugschläuche sollen neu beschafft werden.— Der Antrag der Zuchtschweinhalter, die vollen Deckungskosten für Zucht⸗ schweine durch die Gemeinde zu übernehmen, wird abgelehnt. Der Gemeinderatsbeschluß vom 17. November 1922, durch welchen die Hälfte der Deckungskosten von der Gemeinde zu tragen sind, soll bestehen bleiben.— Dem Ortsbürger Heinrich Eckhardt wird ein Bauplatz in der Zahlgasse zugeteilt.— Dem Gesuch des Otto Erb aus Wieseck wegen Zuteilung eines Bauplatzes vom Gemeindegelände in der Zahlgasse wird nicht stattgegeben. Derselbe kann jedoch durch Eintausch von eigenem Gelände einen Bauplatz in nicht ausgebauten
.
halben erweckt. Wenn die Klingel das Zeichen zum Anfang gegeben
Tollkühne Radler, zum Schluß mit Motor⸗
8 1 1 f
lassen ihre Gegenstände spielen. Spaßmacher bringen das Publikum 1 55 .
Straßenzügen erwerben und soll diesbezüglich mit ihm verhandelt N
werden.— Die Pachterhöhung für den Faselstall wird zwecks Ver⸗ 0 handlung mit dem Eigentümer zurückgestellt.— Dem Polizeidiener sollen die Nebengebühren für Bekanntmachungen und dergleichen auch
fernerhin belassen und als Entschädigung für Kleidergeld angerechnet f
werden.— Dem Rentenantrag eines Sozialrentners wird stattge⸗ geben.— Der Gemeinderat entspricht dem Wunsche der Bauvor⸗
habenden in der Zahlgasse einen mit Stampfarbeiten betrauten Fach⸗ arbeiter von einer Spezialgsellschaft für Stampfbauten zuzuziehen.
Der Dreschmaschinengesellschaft Watzenborn wird der Anschluß an
8 G inde⸗ rwerk unter den Bedingungen des Ortsstatuts ge⸗ meh e Otto Volz wird für Fallen der Linde im Schulhof in Steinberg ein Zuschuß von 20 000 Mark bewilligt.— Dann wer⸗ den noch Wohnungsangelegenheiten geregelt. 0 1.
reis Friedberg⸗Büdingen.
— Bluttat eines Lehrers. In Mittelgründau bei Büdingen spielte sich am Freitag eine fürchterliche Blut⸗ tat ab. Der seit 25 Jahren an der dortigen Schule tätige Lehrer Knies gab auf seinen Kollegen Uhl im Schulzimmer, nachdem er die Kinder vorzeitig nach Hause geschickt hatte, zwei Schüsse ab, die Uhl in den Leib und die Lunge trafen. Dann richtete Knies die Waffe gegen sich
selbst. Er war sofort tot. Uhl kam in das Büdinger Krankenhaus, soll aber bereits abends gestorben sein.
Familienangelegenheiten sollen den Grund zu der furcht⸗ baren Tat gegeben haben.
Strafkammer Gießen. Sitzung vom 18. Mai.
Gestohlener Weizen. Der Karussellbesitzer Köhler von Ober⸗Florstadt und der Schausteller Ferdin. Hofmann von Mainz hatten sich als sie auf der Kirchweihe in Berstadt weilten von dem J. 3t. flüchtigen Knecht des K. mit Namen Protzmann Weizen be⸗ sorgen lassen. Trotzmann wußte sich den Weizen auf die Weise zu verschaffen, daß er zwe Knechte eines Bauern aus Berstadt zu be⸗ stimmen wußte, den erforderlichen Weizen aus dem Speicher zu stehlen. Die beiden führten dies auch an einem Abend aus. Trotz⸗ mann nahm den Weizen in Empfang und führten einen Teil an K. ab, der den Knechten sür seinen Anteil 400 Mark auszahlte. Pofmann erhielt dann später den Rest und bezahlte ihn an Protz⸗


