Ausgabe 
23.4.1923
 
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kitung

1 90 7 a 9 42 J ee een Organ für die Interessen des werktätigen Volkes ame (na 1; nene Cen n der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiet am J Oberhesse er Nachbargebiete. we en a. die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. V twortlicher Redakteur: F. Vetters. Der Anzeigenpreis beträgt für die Milli ile(85 i Saal Bede 11 9 5 l 05 2 12 en. E und 1 1 10 5 der deren en 11 wenge 9 1 5 eee 10 5 Ha 5 Nellen ee irtschaftli K Mek.Bringerlobn. ge 5 n Neumann 4 tlich i n. 500. Pet, Ber grö trägen od ied i der. u bie Bost bes. 5800 Met einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120. Mt ee erte Biene Abendblatt A H. Offenbach a. M. 1 der Rabalt ee neigen Mane Mur abends 3

Gießen, Montag, den 23. April 1923

18. Jahrgang

* Wochenschau. *% Absicht und Zweck des Militarismus, nämlich das dun, d zinfache Prinzip des Zerstörens, sind im Ruhr⸗ 1 gebiet an dem großartigen passiven Widerstand eines waffen⸗ zosen Volkes gescheitert. Gesiegt hat eine sittliche I Pacht, das durchhaltende Gefühl für Recht und Frei heit. Drei Monate sind seit dem feindlichen Einbruch : ergangen. Frankreich hat an der Ruhr nicht gewonnen, Bericht des. ondern verloren. materiell viel, moralisch noch mehr. Auf r Bam.(J zer anderen Seite hat der Widerstand der Arbeiter, Ange Adden delten und Beamten gecen die militäriche Willkür der 8 zoll folga, Welt Achtung eingeflößt. Aber man sehnt sich natür⸗ Au betagtbhil, ich überall, auch in Frankreich und Belgien, nach einem . Venelisden f n d e. ren erfolgt zu diesem Zwecke die deutsche Reichs. nn egierung die richtige. d. h. eine wirklich rührige golitike Unser Genosse Hermann Müller Hiusn

Franken, späterhin wirksam unterstützt durch den Genossen Dr. Breitscheid, hat in seiner Reichstagsrede alle in getracht kommenden Tatsachen und Fragen scharf umrissen.

Die jüngst Rede Poincarés in Dünkirchen atmet beine wirtschaftliche Erkenntnis, weil hinter der französischen

kan 4 besetten Gebietes in kürzester Frist ein hirektes Angebot an die Alliierten, das die deutsche

klungs⸗ Regierung durch den Mund ihres Außenministers von Herborn Kosenberg ablehnt, das aber nicht nur die Sozialdemokratie, N ndern nach einer klugen Rede Dr. Stresemanns sogar die

du Deutsche Volkspartei für möglich und wünschenswert hält, muß mehr die Art und Weise der zukünftigen Zahlung behandeln; auf die Zahl selbst kommt es weniger um. Ein solches Angebot müßte zunächst den Wieder nufbau der zerstörten Gebiete enthalten. Das gerlangt die ganze Welt, das verlangen auch alle Parteien en Deutschland. Dann müßte dasselbe gewisse Garantien geben für die Verz in sung und Tilgung der aufzu⸗ nehmenden Anleihen. Endlich müßte auf die deut⸗ sche Leistungs fähigkeit Rücksicht genommen wer⸗ gen, denn sonst wäre die verlangke Summe nicht flüssig zu machen. Selbstverständlich müßte auch Schluß gemacht werden mit der Politik der Sanktionen. Ist unter diesen Voraussetzungen ein konkretes Angebot mög. ich? Die Ziffern, die für den Wiederaufbau genannt worden sind, nähern sich so sehr dem Bergmannschen Angebot im sogen. Januorreparationsplon), daß man meinen sollte, die Ausführung sei möglich. Oder sieht man in dem An- gebot etwa ein Moment der Schwäche? sietet schon die Tatsache, daß der passive Widerstand jetzt auf

en 22. einer Höhe steht, und jedenfalls würde die Ablehnung eines zun Ungebots den passiven Widerstand der Ruhrbevölkerung nur End bh soch steigern. Ein deutsches Angebot würde auch unseren Freunden(den sozialistischen Parteien) im Auslande es er⸗

Das ver⸗

ichtern, einen Druck auf ihre Regierungen auszuüben. Eine (Vösung des Konflikts kann nur befriedigen, wenn sie uns micht aufgezwungen wird. Die Frage also, ob Deutschland selbst einen be⸗ wenn ba, timmten Vorschlag zur Lösung des Streites fu, mit Frankreich machen soll steht im Vordergrund. Der beutsche Außenminister hat sie leider mit(einem nicht ganz laren) Nein beantwortet, wie denn überhaupt das Grund⸗ übel der gegenwärtigen Regierungspolitik Zweideutigkeit, . b. h. Mangel an Klarheit und Entschlossen; heit ist. Ist es nicht ein offener Widerspruch, wenn man auf der einen Seite meint, man könne die deut⸗ che Leistungsfähigkeit im Bezahlen gar nicht u mehr abschätzen. weil die wirtschaftlichen Schäden, die uns hl der Ruhrkrieg zufsügt. so unermeßlich groß sind, und wenn man andererseits so tut, als wäre die d eutsche Deistungs fähigkeit im Widerstand trotz dieser Schaden unendlich? fc Die wichtigen Reichstagsver handlungen in der vergangenen Woche haben somit den Beweis erbracht, daß die stärksten wirtschaftlichen Kräfte 10 Deutschlands, die durch die Deutsche Volkspartei ver⸗ h kttetene kapitalistische Industrie und die in der Sozioldemo⸗ Lratie ihre Wortfüherin erblickende Arbeiterschaft, eine Bei. legung des Ruhrstreits wollen, wenn sie nach dem Maßstabe der für Deutschland erträglichen Leistungen und ohne Verletzung deutscher Volks- und Gebietsrechte herbei⸗ zuführen ist. Also, verhandeln ohne zu kapyitu⸗ lieren 5 Eine Regierungskrise,

etwa den Rücktritt des

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Degouttes zweite

Nuhe in Mülheim. Nach blutigen Straßenkämpfen.

In Mülheim ist die Ruhe wieder hergestellt. Die Straßen⸗ bahnen fahren wieder, in allen Betrieben wird gearbeitet. Der Beschluß der Funktionäre der Firma Thyssen, in den Generalstreil zu treten, wurde von der Arbeiterschaft abgelehnt. An den Un⸗ ruhen haben sich eine große Anzahl auswärtiger Kommunisten be⸗ telligt. Es steht einwandfrei fest, daß die Belegschaft der kom⸗ munistischen Zeche Diergardt aus Duisburg fast vollständig in Mülheim/ Ruhr war.

Die Räumung der Stadt von den Aufrührern ersolgte am Freitag morgen gegen 4 Uhr durch die Mülheimer Polizei, die durch Kriminalbeamte der umliegenden Städle verstärkt war Die Kriminalpolizisten griffen die Barrikaden an den Stadtausgängen an. Der Zusammenstoß war 125 heftig, da die Rotgardisten nach der Plünderung der Waffenläden gut bewaffnet waren. Auf bei⸗ den Seiten sind zusammen 8 Tote und viele Verwundete zu ver⸗ zeichnen. Die Notgardisten wurden dann verhältnismäßig schnell zersprengt. 40 Führer wurden gefangen und in Hast gesetzt. Die Stadt ist seit Freitag vormittag wieder in Besitz der gesetzlichen Behörden. Es wird in allen Werken gearbeitet. In den Außen⸗ bezirken treiben sich noch immer bewaffnete Banden umher, die Passanten anhalten und teilweise ausplündern. In einem Vorort: haben angebliche Rotgardisten einen Gastwirt, der von ihnen Be⸗ kerle der Zeche forderte, erschlagen und seinen Sohn schwer verletzt. a

Die letzten Ereignisse im Ruhrgebiet, insbesondere in Mülheim, sind tief bedauerlich. Deutschlands Ansehen, das in der Welt an sich nicht groß ist, wird durch derartige Vorkommnisse, wo Deutsche gegen Deutsche kämpfen, mehr und mehr gemindert.

Die Mülheimer Vorgänge und ebenso die Demonstrationen in Essen tragen zweifellos politischen Charakter. Nur ein Phantast kann glauben, daßhungrige Arbeitslose zunächst die Waffenge⸗ schäfte plündern, um dann nach blutigen Auseinandersetzungen mit eigenen Volksgenossen für den Magen zit sorgen.

Der Hauptgrund der Ereignisse liegt in den allgemeinen wirt⸗ schaftlichen Zuständen, wie sie 15555 die Besetzung hervorgerufen wurden.

Durch die Sperrung der Ausfuhr ist die deutsche Produktion stark behindert, die Arbeiter sind zu großen Teilen beschäftigungslos, sie erhalten das zum Leben Notwendige von der produktiyen Erwerbs⸗ losenfürsorge. Es ist nicht zu bestreiten, daß durch diese Instanz große Summen an die Erwerbslosen ausgehändigt wurden und sie

im Rahmen des Möglichen alles getan hat, um das größte Elend

abzuwenden. Aber die Beschlagnahme der Gelder durch die Be⸗ satzung und die vielfach erfolgte restlose Aufhebung dieser Stellen, die eine Verzögerung der Auszahlungen nach sich zog, heben d Mut zur Abwehr nicht, sondern missen zu einer allgemeinen Ver⸗ ärgerung führen, die von der französisch⸗belgischen Besatzung herbei⸗ gesehnt wurde. Leider scheinen die Berliner Regierungsstellen das vielfach zu sübersehen. Sie

beurteilen die Gesamtsituation im Westen Deutschlands,

von Berlin aus,

ohne an all die Gefahren zu denken, die eine solch einseitige Be⸗ urteilung mit sich bringt. Insofern finden wir es verständlich, wenn unsere Gewerkschaften im Ruhrgebiet die Regierung von der Schuld an den blutigen Vorfällen nicht ganz freisprechen, weil sie es ab⸗ geelhnt hat, den Schiedsspruch für das Baugewerbe für verbindlich zu erklären und so den Hetzern gegen Mülheim indirekt diente.

Es bleibt eine alte Erfahrung, daß wirtschaftliche und politische Rißverhältnisse von Verbrechern ausgenutzt werden. Diese Gattung von Menschen hat gerade in, letzter Zeit besonderen Zustrom im Ruhrgebiet gefunden, nachdem Herr Degoutte das Ruhrgebiet syystema⸗ tisch von Polizei entblößte, einen maßgebenden Kopf nach dem andern auswies und damit in der Hauptsache das vorbereiten half, was sich jetzt ereignet hat. Leider aber bestätigt sich auch die Vermutung, daß kommumistische Wirrköpfe ihre Hände im Spiel haben. Schon oft ist von kommunistischer Seite der Versuch gemacht worden, unter Ausnutzung der wirtschaftlichen Verhältnisse und unter wirtschaftlichen Parolen politische Ziele durchzuführen, obwohl sich jeder logisch denkende Mensch von vornherein klar darüber sein mußte, daß jede kommunistische Aktion in Deutschland unter den heutigen Verhält⸗ nissen unmöglich sein muß. Im Ruhrgebiet soll diese Taktik an⸗ scheinend erneut, Anwendung finden. So hat z. B. die kommunistische Bezirksleitung in Essen in ihren Richtlinien über die Haltung zur Arbeitslosenfrage ihren Anhängern anbefohlen, daß die Dinge weiter getrieben werden sollen und daß, falls die kommunistischen Parolen keinen Anklang finden, die revolutionären Elemente in den Gewerk⸗ schaften die Führung zu übernehmen haben. Einwandfrei steht üb⸗ rigens fest, daß sich die gesamte Beleaschaft der Zeche Dierbardt aus Duisburg an den Vorfällen in Mühlheim direkt oder indirekt be⸗ teiligt hat. Sie wurde in Automobilen an den Aktionsort geschafft. Hier bleibt die Frage offen, wer hat die Automobile besorgt oder wer hat das Geld zu diesen Transporten zur Verfügung gestellt. Wir wollen nicht ohne weiteres behaupten, daß auch hier Herr De⸗ goutte die Hand im Spiele hat. Aber sicher ist, daß sein Verhalten gegenüber den ganzen Torfällen mehr als auffällig war. Als seine Truppen am 11. gar in Essen einmarschierten, lies er auf eee Reichskanzlers und des Außenministers will jetzt nie mand. Man hat dem Kabinett Cuno Ratschläge erteilt; die Verantwortung bleibt ihm, und sie ist schwer. Wie schwer erkrankt unsere vom rücksichtslosesten Kapitalismus vergiftete Volkswirtschaft ist, beweist die erschreckende Fieberkurve von Mark und Dollar, die Speku⸗ lations- und Profitwut jählings verursacht haben. Mit dem famosenPreisabbau, der ohnedies fast nur im Wunsche der schwachen Regierung lag, wird es nun endgültig vorbei sein, und die Kosten müssen die mehr oder minder prole tarischen Nurkonsumenten tragen.

rr.

Kampfgarnitur.

großen Plakaten verkünden, daß die Durchführung der deutschen Gesetze in erster Linie seinen Befehlen unterliege und er für den Schutz der Bevölkerung Sorge tragen werde. In Mülheim hat er nicht nur die Ruhe nicht wieder herstellen lassen, sondern sogar seine Zustimmung zu der Heranziehung von deutscher Verstärkung gegen die Aufrührer verweigert. Mehr noch als das spricht für

die französische Sympathie gegenüber dem Vebrechertum, der ungehinderte Durchzug nach dem verlorenen Kampf. 1

Es ist leider zu befürchten, daß sich das Mülheimer Beispiel bald infolge der ungünstigen Verhältnisse, insbesondere der indirek⸗ ten Hilfe der Franzosen, von der man ruhig sprechen darf, wieder⸗ holen wird. Die organisierte Arbeiterschaft im Westen Deutschlands hat deshalb die Pflicht, dem vorzubeugen. Schließlich muß aber auch den Führern die Leitung aus der Hand gleiten, wenn schönen Wor⸗ ten keine Taten folgen. Die Reichsregierung muß sich endlich damit abfinden, daß der Durchhaltegeist nicht von endloser Dauer ist und daß innerhalb der Arbeiterschaft und auch der übrigen Bevölkerungs⸗ kreise nach der langen Dauer der Abwehr, die unzählige Opfer und umbeschreibliche Entbehrung fordert, das Verlangen nach ruhigeren, friedlicheren Zeiten herrscht. 6

Weitere Uuruhen.

Der Berliner Lokalanzeiger meldet: a 5

In Oberhausen sind in der Nacht die Waffenläden geplündert worden. Bergleute, die heute morgen in die Schächte einfahren wollten, wurden von kommunistischen Trupps zurückgehalten. In den Hauptstraßen sieht man starke Menschenansammlungen sich bil⸗ den, doch ist es bis jetzt noch nicht zu Zwischenfällen gekommen.

Erwerbslose, die mit dem Sowjetstern geschmückt find, drangen in Ruhrort in das Rathaus ein. Es gelang ihnen, die unteren Räume des Rathauses zu besetzen. 5

Zu Zusammenstößen lam es im Laufe der Nacht auch in Ham⸗ born. Bei einer ernsten Schießerei zwischen bewaffneten Kom⸗ munisten und Mitgliedern des Sicherheitsdienstes wurden zwei Sicherheitsbeamte verwundet.

Unter den Augen der Besatzungsarmee fand gestern in Gelsenkirchen eine zweistündige milttärische Uebung von 8 Hun⸗ dertschaften der Roten Armee statt, von denen 2 Hundertschaften be⸗ waffnet waren. N

Aus Barmen berichtet die Telunion: Hier fanden am Freitag Demonstrationen der Bauarbeiter statt, die durch kommunistische Elemente aufgewiegelt worden sind.

Die kommunistischen Drahtzieher.

Anläßlich der Vorgänge in Mülheim wird uns von einem be⸗ kannten Parkeigenossen aus dem Ruhrgebiet geschrieben:

Die Anzeichen sprechen dafür, daß jetzt die Kommunisten in Rheinland⸗Westfalen den Zeitpunkt für gekommen erachten, mit einer Aktion einzusetzen. Natürlich kommen jetzt bestimmte Er⸗ scheinungen der Arbeitslosigkeit den Kommunisten gelegen. Es wird verschwiegen, und in der Agitatign wird die Tatsache unter⸗ schlagen, daß auch hier in Rheinland⸗Westfalen umfangreiche Maß⸗ nahmen und Vorbereitungen getroffen worden sind, um die Ar⸗ beitslosigkeit nicht zu einem entscheidenden Gefahrenmoment aus⸗ wirken zu lassen. In gemeinsamen Verhandlungen zwischen Ge⸗ werkschaften und Unternehmerorganisationen ist man sich darüber klar geworden, daß auf keinen Fall die Arbeiterschaft auf die Straße getrieben werden darf. Wo Produktionseinschränkungen erfolgen müssen, sind die finanziellen Mittel vorgesehen, um sie zu einer umfassenden Arbeitslosenunterstützung zu verwenden. Auf keinen Fall darf es dahin kommen, daß an diesen Gefahren⸗ ursachen die Nerven der Ruhrarbeiter zusammenbrechen.

Die kommunistischen Führer wissen das, und sie arbeiten nun nach der Parole, Momente der Unzufriedenheit künstlich zu er⸗ zeugen und dann auszuwerten. In Mülheim hat man mit indiffe⸗ renten Arbeitern angefangen. Die Notstandsarbeiter sollen mobil gemacht werden. Lohnforderungen werden gestellt, die in dem ge⸗ wünschten Umfang selbst von den Gewerkschaften in dem jetzigen oment mit Rücksicht auf andere Bevölkerungsschichten nicht auf⸗ recht erhalten werden können. Gerade in Mülheim glaubt man den geigneten Boden dafür zu haben, um zunächst einmal mit einer allgemeinen Tumultaktion zu beginnen. Die Begleiterscheinungen zeigen die bekannte Herkunft und Methode: Sinnlos werden Zu⸗ sammenstöße provoziert. Durch Anweifung der Franzosen ist die Schutzpolizei ungenügend, und wenn es dann irgendwo zu bluti⸗ gen Opfern kommt, ist die Masse in jenen Blutrausch versetzt wor⸗ den, der danndie proletaxrische Revolution nach bekannten Mustern weitertreiben soll. Verständlich werden die Vorgänge in Mülheim, die vielleicht nur das erste Zeichen zum Generalsturm im ganzen Ruhrgebiet geben sollen, durch die Tatsache, daß die Komnunisten in Essen mit dem Exsolg ihrer Aktion herzlich unzu⸗ frieden sind.

Die französischen Freundschaftsbetenerungen.

Eine Warnung des Ruhrecho.

Die Vermutung. daß die Aufläufe in Mülheim von den Fran⸗ zosen gern gesehen und gefördert worden sind, wird durch das in Essen erscheinende kommunistische Ruhrecho bestätigt.

Das Blatt teilt mit, daß sich die aus reichen Geldquellen ge⸗ speiste französische Propaganda jetzt auf die Arbeitslosen zu konzen⸗ trieren scheine, und daß die französischen Imperialisten offenbar aus dem Lumpenproletariat eine Streikbrechergarde gegen die kämpfen⸗ den Arbeiter schafsen wollen. Das Ruhrecho berichtet weiterhin, in einer Arbeitslosenversammlung sei mitgeteilt worden, daß die sran⸗ zösische Behörde den Arbeitslosen erklärt habe, sie könnten machen, was sie wollten, man habe völlige Sympathie für sie und werde sie unterstützen. Das Blatt warnt die Arbeiter davor, sich durch diese Freundschaftsbeteuerungen beeinflussen zu lassen, und es erklärt, kein Arbeitsloser dürfe die Arbeiterklasse dadurch beschmutzen, daß er in die Dienste des französischen Imperialismus trete. Zugleich mit der Abschüttelung der französischen Provokateure rät das Blatt deutlich zum Abbruch. Es betont wiederholt, daß die Kommunisten, deren zeitweilige Beteiligung an der Sache nicht bestritten wird, für den Gang der Dinge nicht verantwortlich seien, daß sie im Gegenteil be⸗

müht gewesen seien, die Arbeiter von Unbesonnenheiten abzuhalten.