llten. Im ersten Vortrag kam die allmähliche
N n den weiteren wurden Feuer
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Ackerbau, sowie die Gesebschafts⸗
Holter aus Gießen eine Reihe von Vortr ngen fünf, über„Die Entwicklung der Wen fie
srechter Gang, Werkzeuge, e Sprache, Gehirngusbildung.
l Ausnutzung, Bewahrung, Er⸗ ug), Krieg und Menschenfresserei, sodann Jagd, dera und Stagtenbildung be⸗
Frankfurt g. M., 19. Ayrfl. Frankfurter Vlehmarkt
Man Auftrieb: 20 Rinder, 750 A 11 Schafe, 276 Schweine Es alten. f 8. 0 kenschuverdung wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht bei steigenden tierähnlichen Zuständen zur Erßhrterung: Füße(Zwelhänder), Preisen: Kälber, feinster Qualität, 280 000 bis 320 000 Mk. mit⸗
lerer Qualität 220000 bis 270 000 Mk., geringerer Qualität
170 000 bis 200 000 Mk. Schafe 180 000 bis 220000 Mk., Schweine unter 80 Kilo 300 000 bis 320 000 Mark, von 80 bis 100 Kg. 330 600 bis 359 000 Mark, über 100 Kilo 350 000 bis 360 000 Mk.
Tierzähmung
andelt. Ein ganzer Abend war dem wichtigen Kulturfaktor der
1
Religion gewidmet. Im Schlußvortrag beschäftigte sich der Redner mit Schrist und Rassen: darauf entwickelte er die 9590 Nicht 5 ien, in denen die eigentliche Geschichte verläuft(Wirtschaft, Ge⸗
chaft, Staatsverfassung, Kultur), und gab schließlich der festen Hoffnung Ausdruck, daß unsere heutige noch so weifelhie 135 kultur“ sich allmählich zur Volkskultur stejigern, daß also namentlich der organfsierte Menschenmord, der Krieg, dereinst überwunden erde. Die Vorträge waren alle sehr stark besucht; der 00 obwohl er schon in die bessere Jahreszeft fiel, zählte
über 100 Zuhörer und Zuhörerinnen. Die lebhafte i i ahme aller Anwesenden an den dargestellten Tatsachen und den erörterten Fragen bekundete sich vor allem auch in der regen Ausssprache, die sich öfters anschloß Namentlich der Religionsabend wird in dieser Hinsicht sicher in lebhafter Erinnerung bleiben. Die estrebungen der Volkshochschule sind in Heuchel⸗ 0 fruchtbaren Boden gefallen. Die Teilnehmer, Alt und ann und Frau, haben erkannt, daß sie reiche Be⸗ hrung und wertvolle Anregung gewinnen, wenn sie an der Hand von kundigen Führern mit den Ergebnissen und lemen der modernen Wissenschaft auf den verschiedensten Ge⸗ bekannt machen. So steht die Heuchelheimer Volkshochschule che veise bereits auf festen Füßen. Es ist sicher zu er⸗ ten, daß sie im nächsten Herbst ihre ideale Aufgabe(Erar⸗ ung eiter umfassenderen Weltanschauung und Ausbildung selb⸗ ger Personlichkeiten) wieder eifrig aufnehmen und weiterhin erfolgreich fördern wird. Der geistige Hunger nach höherer
Kultur ist sichlbar, bei zahlreichen Volksgenossen.
Kleine Nachrichten.
krunkfurt a. M. 19. April. Ein Verbrechen? Der ds⸗
Landwirt Wilhelm Heimburger aus Ansbach i. T. reiste am 13. April nach Frankfurt, um hier Geschäfte abzuwickeln. Abends wurde er noch in einer Wirtschaft der Alt⸗Mafnzergasse gesehen. Er trat dann den Weg nach dem Hauptbahnhof an und ist idem verschwunden. Heimburger trug etwa drei Millionen Mk. sich. Die Kriminalpolizei: die mit der Aufdeckung des Falles hereits beschäftigt ist. nimmt an daß Verbrecher das Geld bei dem unde gesehen und ihm dann auf irgend eine Weise beseitigt haben um sich im den Besitz der hohen Geldsumme zu setzen. Heim⸗ urger ist ein großer kräftiger Mensch und verheiratet.
Gießener Wochenplauberei. 82 Eutrüstete Rufe von allen Seiten:„Ele. Plaudertasche! Lassen
0 3 eim des grausamen Spiels! Was zu viel ist, ist zu „ schonen Sie uns mit dem gewohnten Bandwurm!“ 0„Nur ruhig, werter Genosse und werte Genossin! Beachten Sie 3 5 die Ueberschrist. Wir wollen uns zeitgemäß kürzer en. Wo alles dünmer und dürftiger wird in deutschen Landen der Staduwald selost ist so leer gelesen, daß es sich dort nur noch mit„mitgebrachten schweren Werkzeugen“(wie im Kampfe gegen walksschilde) zu lohnen scheint— da muß wohl auch der Humorist reumütia in sich gehen und sich sozusagem scheu in sich hst zurückziehen. Wenn nur keine vollständige untexirdische Selbstentschlüpfung daraus entsteht, wie beim seligen Bürger⸗ meister Ramspeck in Alsfeld. Was verkürzt sich nicht in diesen knappen Zeiten? Schon bon Anfang an, seit dem Umsturz der guten alten Zeit. als das einberveph rechen sich auszuwürken begann. gingen die weib⸗ n Röcke, im Sommer auch die Blusen mit gutem Beispiel wran zum Entzücken aller schönheitsdurstigen Jünglinge. Kürz⸗ liche folgte bei uns die Elektrische und verzichtete sogar auf die dem Sterblichen doch naturgemäße Verbindung mit dem Friedhof. ie Nachtschwärmer und Mokkafreunde stellen mit Bedauern sest, i nunmehr auch das älteste Cafe Gießens einpackt. Wo alles Uiebt, kaum Karl allein nicht hassen. Lassen wir also auch unsere
5 11 7 85 etwas einschrumpfen! Regelmäßig erscheint sie ohne⸗ dies nicht. Es passiert nicht immer am Platze was Rechtes.
Regelmäßig und pünktlich dagegen wie die Schwalbe ederkehrt, ein alter Bekannter von Anno Tuwack— Leser, be⸗ achte: Tabak!— dazu passend wie die Faust aufs Auge, er⸗ scheint im Frühling sobald es gründlicher geregnet hat, die Be⸗ kanntmachung der Stadtverwaltung, die es„mit Rüüicksicht auf die (glücklich überwundener) trochner Witterung bestehende Ge⸗ der Entstehung von Waldbränden jedermann verbietet, mit wahrtem Feuer ober Licht einen Wald zu betreten, sich dle⸗ zu nähern oder im der Nähe eines Waldes Feuer anguzünden. abt ihr's gehört ihr Wandervögel? und ihr Buben, die ihr gern inmmal ein Feuerchen macht? Bei dem Gedanken klopft uns Alten noch das Herz im Leibe. Sodann: Es zünde jeder Mann ind jede Frau, wenn sie es nicht lassen können, die 100 ⸗Mark⸗ Zigarette schon daheim am und verrauche den etwaigen Rest des abaks bei vorhabendem ein⸗ oder zweisamen Frühlings⸗Wald⸗ spaziergamg licber in einer mit einem vonn einem wohlsitzenden Deckel vohl verwahrten Kopf wohl versehenen Pfeise! Amtsstil. Gelegenheit Feuer zu sangen, ist anderweit gegeben, wenn Männ⸗ lein und Fräulein mit unverwahrtem Herzen den feuergefähr⸗ lichen Wald betreten. Leider ist er noch nicht dunkel genug. — 2 2 CCC m 0
Uniform erhielten die beiden Landmädchen, von denen
Der Kleinviehmarkt wurde bei ruhigem, der Schweinemark bei lebhastem Handel geräumt. Auch eine Beschlagnahmung.
Als am vorigen Montag die Franzosen den Bahnhof in Diez a. L. besetzten und damit militaristerten, galt ihr erster Gang der Stationskasse. Der Erfolg war über alle Erwartungen groß. Der gesamte Inhalt von 57(siebenundfünfzig) Pfennigen fiel der siegreichen Besatzung restlos in die Hände.
Wegen Mogelei bei der Getreide⸗Umlage hatte sich in Halle der Graf Willamowitz⸗Möllendorf in Lenzerfliege zu verantworten. Er hatte bei der Getreideumlage 140 Morgen bestelltes Land an⸗ gegeben, während das von ihm bestellte Land ganz erheblich größer war. Die Angelegenheit wurde von den Behörden weiter ver⸗ folgt und der Graf zu einer Geldstrafe von 300 Millionen Mark verurteilt.
Der beleidigte Herr v. Kähne. Aus Berlin wird berichtet: Der durch seine Gewalttätigkeiten gegenüber Besuchern seines Schloßparkes vielgenannte Herr v. Kähne hat gegen eine große Zahl von Zeitungen Beleidigungprozesse angestrengt wegen der Er⸗ örterungen, die sie an die angehliche Ermordung eines Arbeiters geknüpft haben. In dem ersten dieser Veleidigungsprozesse gegen eine Brandenburger Zeitung wurde der Redakteur wegen übler Nachrede und formaler Beleidigung zu 30 000 Mark verurteilt. Es wird in dem Urteil betont, daß die gerichtliche Untersuchung sestgestellt habe, daß Kähne in der Notwehr gehandelt habe und alle gegenteiligen Behauptungen der Wahrheit widersprächen.— In früheren Mitteilungen wurde hestimmt behauptet, daß sowohl Kähne wie seine Söhne öfters nach Spaziergängern geschossen und diese verletzt hätten.
Militärgericht und Dienstmädchen. Folgendes entnehmen wir Frankfurter Zeitung: Der Kampf der Franzosen am Rhein gegen die Deutschen, Männer, Frauen und Kinder, nimmt immer helden⸗ haftere Dimensionen an. Jetzt sind sie auch in den Kampf gegen die Dienstmädchen getreten. Aus Kreuznach wird uns berichtet, daß zwei Dienstmädchen, die im Dienste des dortigen— natürlich grund⸗ und schuldlos— gusgewiesenen Weingroßhändlers von Detten stehen, vor das französische Militärgericht kamen, weil sie, der allge⸗ meinen Anweisung ihres Arbeitgebers, Besucher bei Abwesenheit der Herrschaft über den Hof in die Geschäftsxäume zu führen, gehorchend, französischen Gendarmen zumuteten, nicht die Vordertreppe, sondern den Hof zu betreten. Für diese schwere Beleidigung der französischen das eine 19,
Im übrigen werden wir von dem kommenden ersten Mai ab(endlich einmol eln Maifeiertag den guch der Bourgeois mit⸗ feiern wird) keine Kapitalertragsteuer mehr zu zahlen haben. Die ungekürzlen Maikupons laßt ums daher mit Rührung betrachten und die Disserenz gegen April mit weisem Bedacht zur Belebung
Onikossnischer oder alkoholischer Industrie anlegen. So wird man endlich wieder einmal etwas üppiger wenigstens dem Rauch⸗ bedürfnis frönen können. 5
Ueppiger, wie das Familienjüngste dem Saugbedürf nis. Das wird von dem bekannten praklischen Christentum der Kuh⸗ besitzer gingeengt. Das Liter Milch 750 Mark! Natürlich billiger in den benachbarten Großstädten. Das ist man in der Provinzigl⸗ Hauptsladt schon gewohnt. Wenn nun der Dollax weiter steigt, so werden die Tautsend bald erreicht sein. Die milchsatten Kinder aber können dann wieder auf der Straße lustig singen:
Dollar und Mark Schwünmen auf der See. Marf geht unter, „Dollar in die Höh'! So, damit hätten wir diesmal unser Plauder—eichen gelegt,
Justus v. Liebig.
Am 18. April jährte sich zum 50. Male der Todestag Liebigs, des bedeutendsten deutschen Chemikers und Begründers der chemi⸗ schen Wissenschaft in Deutschland. dessen Name mit unserer Stadt eng verkntipft ist. Sein Todestag lenkt die Blicke zurück in jene Kind⸗ heitstage der chemischen Forschung, da der Chemiken noch als eine Art Alchimist und Goldmacher galt. Liebig lag das Experimentieren von Kindheit an im Blute und er erbte diese bei ihm genial ausge⸗ bildete Kunst bereits von seinem Vater, der mit Farbstoffen handelte und allerlei Methoden nachsann, um seine Waren zu verbessern. Für die Schule hatte der kleine Justus gar keinen Sinn und schmückte beständig die letzte Bank, sodaß man ihn schließlich für„ganz un⸗ tauglich“ erklärte und von der Schülle entließ, weil er sich zu viel mit „Spielereien“ abgab. Diese Spielereien waren seine issen⸗ schaftlichen Versuche. Chemiker wollte er werden. Aber wo gab es jemand— abgesehen von dem fernen Paris, wo diese Wissenschaft damals blühte— der ihn darin unterrichten konnte? Die einzige Form des Chemikers, die er kannte, war der Apotheker, der ja als Mischer von Trünklein und waͤmderlichen Mixturen dem Knaben der von ihm geliebten Geheimlehre am nächsten zu stehen schien. So trat er also als Lehrling bei dem Apotheker in Heppenheim in der
Nähe seines Geburtsortes Darmstadt ein, merkte aber bald d
chen vom Vater los und stürzte sich dem
Gefängnis und 600 900 Merk Geldsraft
ihres beratenden Arztes Dr. med. Kühner bürgt dafür, besteus bedient wird.
das zweite 24 Jahre alt ist, Gefängufsstrafen von oser und sechs
Wochen und das ältere Mädchen außerdem noch eine Geldstrafe von 50 000 Mark Wenn das alles nicht so traurig wäre, dann möchte man mit dem Bewohnern des Nahetales, die sich trotz schwerer Bedrängnis ihren Humor bewahrt haben, über diese Heldentat das französischen Militarismus lachen. Dazu haben wir keine Veranlassung. Der Vorfall mag, unter vielen anderen ähnlichen Exeignissen, dazu dienen, zu zeigen, zu welchem Wahnsinn und Dünkel sich die fran ⸗ zösischen Militärs am Rhein verstiegen haben.
Vater und Tochter vor der Lokomotiven. Ein erschlitternder Vorgang, der durch die Wahnsinnstat einer Irrsinzsigen hervor⸗ gerufen wurde und dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. ereignete sich auf der böhmischen Bahnstatiun Mauth. Dort wartete auf dem Vahnstejg ein Mann namens Prochaska mit seiner Tochter die er in die Irrenanstalt nach Dobrzan bringen wollte. Als der Schnellzug einfuhr riß sich plötzlich das Mäd⸗ Zuge entgegen. Der Vater wollte die Tochter zurlickreißen, sie umklammerte ihn aber mit beiden Händen und beide gerieten unter den Zug und konnten nur als verstümmelte Leichen unter den Rädern hervorgegogen werden. Der schreckliche Vorsall spielte sich vor den Augen einer
großen Menge Menschen ab.
Militaristische Gerichtsurteile. Das französische Militärgericht zu Hattingen fällte in seinen beiden letzten Sitzungen wieder eine ganze Reihe ungerechter Urteile, von denen besonders das folgende hervorgehoben zu werden verdient. Der 60 Jahre alte Lehrer Wilhelm Spannhof aus Weimar befand sich mit seinen Schülern auf einem Ausflug. Als ihnen eine französische Patrouille begegnete, stimmten die Kinder impulsiv das Deutschland⸗ lied an. Der Leiter untersagte ihnen par sofort den Gesang, wurde
aber von der Patrouille zur Rede gestellt und verantwortlich gemacht.
Um die ängstlich gewordenen Kinder zu beruhigen, setzte der Lehrer eine heitere Miene auf, was ihm von dem frvanzösischen Gericht be⸗ sonders verübelt wurde, weil darin eine Verhöhnung der glorxeichen französischen Armee erblickt wurde. Spannhof erhielt 3 Monate
Geschäftliches.
Bis Anfang Mai werden die Suppenkräuter immer seltener und teurer. Da tritt nun als treue Freundin der Hausfrau Maggi's Würze auf. Mit wenigen Tropfen gibt sie der Fleischbrühe, allen schwachen Suppen und faden Soßen einen frischen, herzhaften Geschmack. Man verlange aber ausdrücklich echte Maggis Würze. 5 a
Im Interesse der vielen Bruch⸗ und sonstigen Leidenden, sei an
Suppengrünes.
dieser Stelle ganz besonders auf das Inserat der Firma Ph. Stener
Sohn in heutiger Nummer hingewiesen. Der Weltruf dieser Firma und f daß jedermann 123
großen Unterschied, der zwischen dem gelehrten Studium und der be⸗ schränkten praktischen Anwendung bestand und kehrte enttäuscht nach zehn Monaten nach Hause zurück. Während seines Studiums in Bonn und Erlangen gründete er unter den Studenten naturwissenschaftliche und chemische Vereine und machte in Erlangen seinen Doktor. Die Freigebigkeit des Großherzogs von Hessen gestattete ihm dann, seine chemischen Studien in Paris fortzusetzen. Seine Erstlingsarbeit über das Knallgas erregte das Aufsehen der gelehrten Welt und brachte Alexander von Humboldt mit dem jungen Forscher in Verbindung. 1115 Humboldts Rat entschloß er sich, als Lehrer dieser Wissenschaft zu wirken.
Ein Professor der Chemie war damals in Deutschland so selten, wie ein weißer Rabe, und als er an der Landesuniversität Gießen diesen Posten bekleidete, hatte er zunächst unendlich viele Vorurteile zu überwinden. Er schuf hier mit Hilfe der Darmstädter Regierung ein Laboratorium, an dem die Studenten eine praktische Ausbildung erhielten. Allmählich setzte sich mit dem raschen Wachsen seines wissen⸗ schaftlichen Ansehens auch seine Lehrmethode durch, und hauptsächlich auf seine Forderung hin wurden die deutschen Universitäten mil Laboratorien ausgestattet, die dann zu so hoher Vervollkommnung gebracht wurden. Liebigs Bedeutung für die Geschichte der Chemit liegt nicht nur in der Errichtung des Gießener Laboratoriums ung der Einführung des chemischen Unterrchts, sondern in seiner Ent⸗ deckung neuer Tatsachen, in der Verbesserung der vorhandenen Me⸗ thoden und Apparate, in der Ausbildung der theoretischen Chemie und in ihrer Anwendung auf alle Lebensgebiete. Der Landwirtschaft brachte er mit seinen neuen Düngemethoden Aufklärung über den Haushalt des Bodens, sein„Fleischextrakt“, der seinen Namen über die ganze Welt trug, war das Ergebnis seiner Ernährungs⸗
forschungen. Um die Verbreitung und Bekanntmachung seiner Wissen⸗ schaft hat er sich ein unsterbliches Verdienst erworben durch die licht⸗ volle Darstellung seiner„Chemischen Briefe“, die für die populär⸗ wissenschaftliche Literatur bahnbrechend wurden. Mit Gießen sind seine größten Leistungen, ist der Ruhm selnes Namens verknüpft. Nux ungern entschloß er sich 1852 nach Miinchen überzusiedeln, wo er bis zu seinem Tode gewirkt hat.
In dem Liebig⸗Museum, das hier in Gießen dank der
unermüdlichen Arbeit von Geh. Rat Prof. Dr. Sommer besteht, ist dem bedeutenden Chemiker ein interessantes Denkmal errichtet worden. Hier sind noch ein Teil seiner Oefen und sonstigen Geräte zu sehen, zum Teil in der alten Form wieder hergestellt, die Liebig in seinem Laboratorium verwandte. Außerdem werden viele Bilder, Bsicher und andere Dinge hier aufbewahrt, die mit Liebigs Tätigkeit oder seiner Familie in Beziehung stehen.
Srhördüche Vekaunkmachnngen
Ausgabt von Kohlenkarten für das tf aftssahr 123-24.
Vom 1. Mai 1923 bis 1. Mai 1924)
Bekanntmachung.
Durch die Absperrung des Ruhrgebiets und des Rheinlandes ist die Zufuhr von Kohlen und Briketts aus diesen Gebieten nach Gießen vollständig unterbunden und die Bevölkerung hauptsächlich auf den Bezug von mitteldeutschen Braunkohlenbriketts angewiesen. 8
Gemäß Beschluß der städtischen Brennstoffdeputation vom 19. April 1923 wird auf Grund der Vorschriften
Montag, den 23. April
vormittags 9 Uhr beginnend:
47 Eichenstämme V. Kl. mit
32 5.
658 Fichtenderbstangen I.„„
288 3 5
Die Zusammenkunft ist auf der Lollar vom Distrikt Heide.
Wieseck, den 19. April 1923.
1923 binder, Mechaniker, 1 Heizer. 1 Wagner, mehrere Anstreicher u. Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechniker, 1 Maschinenbaupraltikant, 1 Zahntechniker, mehre re
495 Fm Elektromonteure, 2 Gärtner. l
62,05„ Lehrlingen 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 153 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ Straße nach teure, 2 Schuhmacher mit Kost und Wohn ung.
1 Schreiner desgl., 1 Schneider, 1 Schlosser oder Schmied auf dem Lande.
*
a) Kontrollkarten für Haushaltungen und 4 Einzelpersonen. An die Empfangsberechtigten der Anfangsbuchstaben AL am 24. April 1923 5 M- 2 am 25. April 1923 (von 8—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr nachmittags in den bekaunten Brotmarkenbezirken. „Die Mitglied zbereinigungen erhalten e een 5 55 12 Abholung der Kohlenkarten anzugeben, welcher Bezugsvexreinigung sie angehören. b) Kohlenkarten für Kleingewerbe. An die Empfangsberechtigten der Anfaugsbuchstaben AL am 26. April 1923 1 2 am 27. April 1923 von 7612 Uhr vorm. und 2½—5½ Uhr nachm. im Städt. Breunstoffamt, Asterweg 9, Zimmer 6. e) Bezugscheiue für Großverbraucher:
ontag, den 30. April, und Dienstag, den 1. Mai on 7½—12 Uhr vormittags und 2½ 5 ½½ Uhr Siu tags im Stadt- Breunstoffamt Asterweg d,
0 2 3.
0 Ausgabe erfolgt nur an erwachsene Personen gegen Vorzeigung der Lebensmittel⸗Ausweiskarte. Gießen, den 21. April 1923.
Der Sberbürgermelster(Brennstoffamt).
des§ 17 der Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23 März 1919 mit sofortiger Wirkung der Höchstpreis für den Zentner Braunkobleubriketts auf Mk. 7000.— frei Lager des Kohleuhändlers oder in vollen Fuhren bis vor das Haus des Käufers festgesetzt. 19 5
Die Zuschläge für Lie terung bis in den Keller usw bleiben in der seitherigen Höhe bestehen.
Gießen, den 21. April 1923.
Der Oberbürgermeister(Brennsiuffauit).
Kleieverteilung zur Hebung der Milchwirtschaft.
Ziedenhalter, die bei der Verteilung ber ücksichtigt werden wollen, fordere ich hiermit auf, sich bis zum 23. d. Mis. hier, Zimmer 4, zu melden. 5 5
Die Mitglieder des Ziegenzuchtvereins haben sich bei dem Vorsitzenden dieses Vereins zu melden.
Gießen, den 19. April 1923.
Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.)
Ho z⸗Versteigerung in den Waldungen der Gemeinde Wie seck.
Hessische Bürgermeisterei Wieseck Schomber.
Städt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 2054 Kostenlose Arbeits vermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und
Kriegsbeschädigtenkinder.
Es können eingestellt werden:
a) bei hlesigen Acbestgebern:
1 jüngerer Kellner.
Lehrlinge: 2 Friseure, 1 Bäcker, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Glaser, 2 Buchbinder, 2 Kellner
b) bei auswärtigen Arbeitgebern:
Bauschlosser. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Speugler und In⸗ stallateur, 1 Schreiner, 2 Landwirtschaftseleven. Es suchen Arbeit: „ Schriftsetzer, Buchdrucke. 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschineuschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗
Es werden versteigert aus den Distrikten Heide, Rehecke, Klause und Hegwald am
ua der, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 2 landw. Verwalter, Bäcker u. Metzger, 3 Schneider, 1 Kraftfahrer. 1 Buch⸗
1 landwirtschaftlicher Knecht, 3 Dreher, 1 älterer“
Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen⸗
7 genommen.
Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: ah bei biesigen Arbeitgebern:
Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und ⸗mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein⸗ mädchen, 1 einfache Stütze, mehrere Waschfrauen, eine Haushälterin, mehrere Küchenmädchen.
b) bei auswärtigen Arbeitgebern:
Mehrere landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienst. mädchen, Hausmädchen, Alleinmädchen, eine Stütze, 1 landw. Haushälterin, mehrere Hotelzimmer⸗ u Küchen⸗ mädchen für die Saison.
Es suchen Arbeit:
1 Büglerin, Kontoristinnen, 1 Flickerin, drei Verkäuferinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch für Nachmittags beschäftigung, Mädchen für tags⸗ über, Fabrikarbeiterinnen, 1 Waschfrau, 1Schneiderinnen⸗ lehrmädchen, 3 Bürolehrmädchen, 1 Kinderfräulein nach auswärts.
Die Berufsberatung und Arbeits⸗Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag ven 10-12 Uhr statt.


