Ausgabe 
21.3.1923
 
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entlafsung zu erwirken oder aber zumindestens auf einen beschleunigten Abschluß des gegen ihn geführten Unter- suchungsverfahrens zu dringen. Sämtliche Abgeordnete der Rechtsparteien haben es abgelehnt, sich für den Hoch⸗ verräter einzusetzen, worüber die Leute von der Freiheits- partei natürlich sehr böse sind. Sie schimpfen über die ehe⸗ maligen Generäle und Admirale, die sich als einstige Vor⸗ gesetzte Ehrhardts unter den Abgeordneten befinden und es nicht für nötig halten,für die Freiheit eines so hochver⸗ dienten echt deutschen Mannes wie Ehrhardt eine Lanze zu brechen. Die Schuld an dieser Haltung ist nach der Ansicht der Graefe, Wulle und Henning darin zu suchen, daß auch die sogenannten nationalen Parteien ihre Partei über das Vaterland stellen. Damit ist bewiesen, daß Ehrhardt und in trauter Gemeinschaft mit ihm die Führer der deutsch⸗ völkischen Freiheitspartei die einzigen sind, die das Vaterland

über alles stellen. 1

750 Milliarden für die Wittelsbacher.

Die bayerische Republik, repräsentiert durch die Bayeri⸗ sche Volkspartei, die offen verfassungsseindliche deutsch⸗ nationale Mittelpartei nebst deren, zwischen Räterepublik und angestammtem Herrscherhause hin- und herpendelndem bauernbündlerischen Anhang, hat sich nicht entblödet, der Familie Wittelsbach als Schmerzensgeld für den Verlust ihres Thrones 750 Milliarden Papiermark zuzuschanzen. Als klug rechnende sorgsame Hausväter begnügten die Wittelsbacher sich mit einer baren Liebesgabe von nur 60 Millionen, da sie den Schwerpunkt ihrer Forderungen von Beginn der vier Jahre dauernden Verhandlungen an auf die Ueberlassung von Sachwerten gelegt hatten. Als solche kommen an erster Stelle in Betracht über 7000 Hektar vor- züglicher Staatswälder, dann Güter. Liegenschaften, Schlösser und Kunstschätze sowje Wohnungsrechte in den 1 8 verschiedener Landesteile. Damit aber das bayeri⸗ sche Volk die Erinnerung an die Dynastie nicht aufgibt, wer den Teile der sehr zahlreichen Familie recht häufig von dem ihnen eingeräumten Rechte der unentgeltlichen Benutzung zweier Proszeniumslogen in den beiden Staatstheatern Ge⸗ brauch machen. Der Zweck dieserAbfindung läuft darauf hinaus, den Glanz der Familie Wittelsbach aufrechtzu⸗

erhalten und die Wiederherstellung der Monarchie etappen⸗

weise herbeizuführen; so können die Prinzen und Prinzeß⸗ chen durch ihr Theaterprivileg auch persönlich dem Volke nähertreten. g Die bayerischen Reaktihnäre haben mit einem Eifer und einem Geschick, die sie niemals für das Reich oder die bayerische Republik aufwendeten, die Sache so gebreht, daß sie im Landtage bei der uu ern Parteikonstellation glatt durchgehen mußte. orarbeit hatten die Kronjuristen, insbesondere der Reichstags⸗ abgeordnete Dr. Beyerle, in ausreichender Weise geleistet. Sollte es sich doch um eine reine Rechtsfrage, beileibe nicht um eine politische Angelegenheit handeln. Da aber die Regierung selbst in der Begründung ihrer Vorlage zugestehen mußte, auf wie wacke⸗ ligen Füßen dasRecht der Wittelsbacher stand, so verlegte man ich auf diegemütliche Seite und ließ das Milliardengeschenk als sustandspflicht des demokratischen Staates erscheinen, als Gegen⸗ tbr 1 Verdienste der Wittelsbacher um das Wohlergehen res Volkes.. a Der von der Regierung mit den Wittelsbachern abgeschlossene Vertrag ließ weder eine Abänderung noch eine Prüsung ihrer nsprüche zu. Alles war hinter den Kulissen abgemacht Was mmerte sich die Gefolgschaft der reaktionären Landtagsmehrheit zum die historische Tatsache, daß durch das Zivillistengesetz die Apanageansprüche der Wittelsbacher den Charakter üffentlich⸗ rechtlicher Ansprüche erlangt hatten die durch die Revolution be⸗ seitigt waren? Was um die Freigebigkeit eines an einem Mil⸗ liardendefizit krankenden Staates, der angesichts einer sich täglich steigernden Not des arbeitenden Volkes einer qutsituierten Sippe Milliarden zuschiebt und ihr fürstliche Wohngelegenheiten ver⸗ schafft, wo Millionen fleißiger Menschen in Löchern hausen

müssen? 4

Um dem Werke monarchistischer Liebestätigkeit die rechte Weihe zu geben, schuf man unter der Firma eines Ausgleichsfonds eine öffentlich rechtliche Stiftung, die

ihrem Wesen nach nichts anderes ist als ein Fideikomm's zu⸗ gunsten der Wittelsbacher. Die Verwendung dieses Fonds liegt ganz in ihrer Hand; nur bei Veräußerungen aus die⸗ sem Fonds steht dem Staat ein Vorkaufsrecht u. Sollten

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Toten verbrennung.

Heilige Flammen, o kehrt, kehrt wieder zurück, und gereinigt werde des Tods hinfort schnöde verpestete Luft! Möge zu Staub der Bestattende wieder die Leiche des Freundes sanft auflösen, und sanft sink' in die Asche der Schmerz! eder in reinlicher Urne, zunächst der bevölkerten Wohnung, ruhe der köstliche Rest aller Geliebten um uns!

Die Bla etta⸗Spiele.

Der Maler Blachetta ist der Urheber dieser Idee. Eine Heine Gruppe zum Teil junger Menschen mit einer mehr oder we⸗ niger starken darstellerischen Befähigung setzt jedes Privatinteresse hintan, ungeachtet der bedenklichen Tatsache, daß dabei auch ihre zukünftige, Lebensexistenz gefährdet ist, um abseits jeder öffentlich onerkannten Kunstbetätigung dennoch in weite Kreise der Bevölkerung die Idee ihres Führers hineinzutragen. Blachetta ist nicht der erste, der als typisch deutscher Ideologe solches versuchte. Aehnliche Ver⸗ suche mit der gleichen Gosinnung wurden vor ihm von andern Per⸗ sönlichkeiten erfolgreich eingeleitet. Hierher gehören auch die Haas⸗ Berkow⸗ Spiele. Schließlich rechtfertigt der Erfolg jedes noch so gewagte Unternehmen. All das ist ein Weg zur Erneuerung unserer dramatischen Kunst, die eben von Krise zu Krise um einen einheit⸗ lichen Stil ringt. Vielleicht bleibt für Dilettanten dieser Weg der am wenigsten schwierige. Mit einfachen Mitteln einfache Exeignisse aus dem Menschenleben, die symbolische Deutung geradezu fordern, dar⸗ zustellen, dazu bedarf es eines intensiven sprachlichen Ausdrucksver⸗ mögens und ekstatisch allgemein verständlicher Bewegungen, die weder ö noch erlernt erscheinen dürfen. Die technisch vollkommene Ausbildung eines Berufskünstlers scheitert da leicht an zuviel Ge⸗ Kaufigzeit komfliztecter Mittel. Gefangs⸗ und Tanzeinlagen geben den Blachetta⸗Splelen sinngemäße rhythmische Unterbrechungen, in denen sich die Erregung des Hörers sammeln kann und etwas be⸗ ruhigt wird. Mufik macht den prosaisch gestimmten Menschen an⸗ dächtig umd leitet sein Inneres aus dem hastigen Getriebe des All⸗ tags zu höheren Eingebungen des Geistes. Tanz lockert im Schau⸗ bedürftigen alle Hemmungen selbstiger oder gesellschaftlicher Art. So bleibt nur noch übrig, die Darstellung unabhängig zu gestalten in ihrem Gesamtausbau von allen kunsttheoretischen Eintagsforde⸗ rungen unserer Zeit, mögen sie sich zu den Gedankenkamplexen Na⸗ turalismus, Impresftonismus oder Expressionismus verdichtet haben.

aber einmal, was bei der Fruchtbarkeit des Geschlechtes kaum eintreten dürfte, die Wittelsbacher bis auf das letzte Prin⸗ zeßchen ausgestorben sein, dann fallen die Schlösser, Wälder, Liegenschaften und Kunstschätze usw. wieder dem Staate zu. Bis zu dieser nebelhaften Möglichkeit haben die Anwärter der Nestauration einen Kampffonds gegen die Republik in der Hand, der gegebenenfalls sich zu einem neuen Reptilien fonds entwickeln könnte.

Frankreichs Krieg gegen ein wehrloses Volk.

Dem Rheinischen Beobachter, einer Wochenschrift für das deutsche Selbstbestimmungsrecht an Rhein, Saar und Nuhr, herausgegeben von Dr. M. Scheidewin(Verlag Edmund Stein, Potsdam) Nr. 11 entnehmen wir folgendes Urteil des Holländers C. V. van Nossen über den französischen Einbruch ins Ruhrgeblet.

In München deponierte kürzlich auf einem Wohltätigkeitsbazar ein hochgestellter englischer Offizier eine ansehnliche Summe mit dem Kommentar Dies zum Zeichen, wie ich jetzt über die Deutschen denke, nachdem ich sie kennen gelernt habe. Diese Re⸗ vision ist auch für viele meiner Landsleute geboten, vor allem für uns Kriegsgermanophoben! Laßt uns ehrlich sein. Der Krieg hat viele von uns aus dem Gleichgewicht gebracht, wir haben sinnlos gebrüllt⸗ und gezankt, wir haben anti⸗geflucht und pro⸗geschrien. Die gefährliche Psychose ist vorbei, die Ruhe ist zurückgekehrt, wir gehen unseren Geschäften nach und prüfen unsere Gefühle und ebertreibungen. Unser nüchterner Verstand fordert seine Rechte und straft uns mit dem einen Wort: Idioten! Wir sind leiden⸗ schaftlich antideutsch gewesen, haben die Deutschen als Hunnen, Barbaren und noch mehr hingestellt, haben uns in Ehrfurcht vor La douce France gebeugtunnd wenn wir besonders arg unseren Koller bekamen, riefen wir: Jeder hat zwei Vaterländer, das seine und Frankreich. Wir hatten alles Recht der einen und alles Un⸗ recht der anderen Seite zugeteilt. In Frankreich hatten wir das ideale Menschentum, im Osten die Kinder des Teufels gefunden..

Seitdem bin ich viel in Frankr ich und Deutschland gewesen. Und diese Wahrheit hat mein ernüchterter Geist dabei jedenfalls erkannt. die Kulturvölker des Westens sind weder Engel noch Teufel. Als Meuschen sind wie Westeurcpäer höchstens die Vollendung der Mittelmäßigkeit. Die Deutschen aber Barbaren? Ach du lieber Gott. Wer glaubi noch an diese unsinnige Fabel? getrachtet man sie mit Aufmerksamkeit, so findet man Gaben und Schu ächen, Tugenden und Fehler. Aber Kriegsbarbaren? Mögen die Franzosen erst einmal ihre Geschichte von 1840 über die Er⸗ oberung von Algier nachlesen, ebe sie ein siegreiches Volk Barbaren schimpfen! Wir hatten die Franzosen auf ein hohes Piedestal ge⸗ stellt, wir betrachten das suggestive Bild mit Liebe, aber unwill⸗ kürlich kommt uns der Seufzer. Ist das unser großes Ideal?

Wir hatten die Franzosen als ritterliche Figuren in den großen modernen Roman eingeführt. Wie ofr haben wir nicht gesegt: Wenn sie erst Sieger sind, wird sich zeigen, wie ein wahrhaft kultureller Sieger sich zu benehmen versteht. Sie sind es inzwischen geworden, sie zogen in friedliches Land, besetzten erober⸗ tes Gebiet und konnten der Welt ein prächtiges Vorbild von Ritterlichkeit und Humanktät geben. Und das Resultat? Daß die Besetzungsgeschichte zum Himmel schreit, daß der Ruf des edlen und hochherzigen Frankreich ins Reich der Fabel zu verweisen ist, daß sie recht zu siegen verstanden, aber den Sieg nicht würdig zu tragen wußten.

Denn was hier in Deutschland geschieht, ist einfach schrecklich. Französische Arroganz und französischer Terror, französisches Un⸗ recht und französischer Militarismus auf deutsche Leisten geschuht. Alles Ableugnen von französischer Seite kann beiseitegeschoben werden, denn hier handelt es sich um Tatsachen. Der stärkste Be⸗ weis ist wohl in den Gefühlen der besetzten Bevölkerung zu finden. Wo man auch hinkommt, überall Verfluchung der Franzosen aus Herzensgrund. Zwar drückt die angelsächstsche Hand schwer, aber es bleibt die Hand eines Gentleman. Die französtsche Faust aber drückt wie die Faust eines brutalen Siegers.

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Pharisäertum. Die eigentliche Triebkraft des Ruhr- wahnsinns ist der unter den düsteren Nebeln der Kriegs psychose diktierte unehrliche und unsittliche Friede von Versailles, den uns Lloyd George und Clemenceau auferlegt haben. Ausgehend von ihrer These der Alleinschuld Deutschlands an dem größten Verbrechen der Weltgeschichte haben diese brutalen Pharisder die Mensch⸗ heit in brave und böse Völker eingeteilt, wobei die ersteren das Monopol für Recht und Gerechtigkeit besitzen und sich als moralische Engel alles erlauben dürfen, die letzteren aber Kinder des Teufels sind, gegen die man sich furchtlos alles erlauben darf. Ganz wie die antiken Kultur⸗ völker gegenüber denBarbaren, die mittelalterlichen Christen gegnüber denHeiden empfanden und handelten. Gottlob, daß ich nicht bin wie dieser Zöllner da! Uebrigens genau nach dem Rezept unserer Alldeutschen, die dem degenerierten Frankreich und dem perfiden Albion(und den

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Der Geist der Dichtung muß daraus die künstlerische Einheit schaffen. Das ist den Blachetta⸗Spielern gelungen, von technischen Mängeln abgesehen. Worauf es im Grunde ankommt, das ist nicht, es ist ein Geschehen, einer spricht so, ein zweiter wieder anders, sondern was gespielt wird, welcher geringe Aufwand an Gedanken, der gerade wegen seiner Bescheidenheit so eindringlich wird, dem seelisch erreg⸗ baren Menschen zur Vertiefung seines Lebens eingeimpft werden soll. Der Kultsinm eines Volkes webt immer aus vielen Fäden, die in ihrer Mannigfaligkeit verwirren, leicht klare, dem Auge gemein⸗ verständliche Bilder aus dem Chaos des Lebens.

Karl Stock.

Die Salzblockade. Unter dem TitelWeltbetrachtungen eines Japaners veröffentlicht der VerlagAusland und Heimat eine an die deutsche Oeffentlichkeit gerichtete Schrift, deren Verfasser, ein japanischer Gelehrter, sich S. Ikeda nennt. Dieses kleine Werk enthält einige recht hübsche Aufsätze, darunter die folgende Erzählung: Es gab einmal in der japanischen Lehnszeit zwei berühmte Fürsten, Takehda Shingen, Flürst von Kai, und Uyesugi Kenshin, Fürst von Echigo, deren Gebiete benachbart waren. Ständiger Streit herrschte zwischen ihnen, der aber nie zu einer Enibscheidung führte. Denn beide Fürsten geboten über annähernd die gleiche Macht, und sie waren gleich hervorragend als Persönlichketten wie als Kriegshel⸗ den. In einem ihrer Kriege num schickte ein dritter Fürst, der gerade kein Freund von Uyesugi, aber Takeda auch nicht besonders günstig gesinnt war, nicht die gewohnte Salzsendung an Takeda. Da Kai rings von Bergen umschlossen und vom Meer entfernt gelegen ist und Japan kein Steinsalz hat. sondern alles Salz aus dem Meere gewinnt, so war damit Takekdas Land einer vichtigen Salzblockade zutsgesetzt und die Bewohner von Kai gerketen in große Not, zumal die Japaner noch viel mehr als endere Völker auf Salz angewiesen sind. Als der Flirst von Echigo davon hörte, ließ er sofort aus seinem eigenen Lande Salz an Takeda schicken, indem er sagte:Durch Krieg will ich meinem Feinde Abbruch tun; ich darf aber nicht ein ganzes Volk an seiner Gesundheit schädigen, indem ich ihm die nötige Nah⸗ rung vorenthalte. Diese Geschichte ist jedem Japaner von Kindheit an vertraut, ja ans Herz gewachsen, und sie gilt ihm als Vorbild echt ritterlicher Gesinnung. An ste mußte ich beständig denken, als im Welkrieg die Alliierten über Deutschland die Blockade verhängten umd das ganze deutsche Volk durch Hunger bekriegten; und ich war sehr erstaunt darüber, daß sie sich so ganz anders verhielten als der japanische Lehnsfürst aus dem Mittelalter. Wer hat nun besser und richtiger gehandelt, Uyesugi oder die Alliierten?

Die Darstellung bedi mur diefer Formen rein handwerklich le er ee en 1425 darzustellenden Handlung.

minderwertigen Semiten) entgegenstellen.

die germa ran edelmenschen

Eine bürgerliche Zeitung über Reichs⸗

präsident Ebert.

Ueber die Persönlichkeit des Reichspräsidenten urteilt auf Grund der Beobachtungen seines letzten Besuchs in Baden die bürgerliche Karlsruher Zeitung vom 19. Februar 1923 wie folgt:

Nachzutragen wären ein paar Bemerkungen über den Eindruck, den die Persönlichkeit des Reichs präsidenten bei diesem Besuch hinterlassen hat. Und da können diese Bemerkungen nur gipfeln in der erfreulichen Feststellung, daß das ganze Auftreten des Reichspräsi⸗ denten, seine Art sich zu geben, in allen Kreisen den denkbar besten Eindruck hervorgerufen hat.

Reichspräsident Ebert besitzt eine beachtenswerte rednerische Begabung, er spricht klar und sachlich, eindring⸗ lich und überzeugend. Sein Auftreten ist das eines be⸗ sonnenen und klugen Mannes, der weiß, wie groß die Veranwortung ist, die auf seinen Schultern lastet.

Wenn es darauf ankommen sollte, den Typus des deutschen demokratischen Staatsmannes zu zeichnen, so würde der Reichspräsident ein gutes Vorbild für diesen Typus abgeben. Er verfügt über die nötige Schlicht⸗ heit, aber auch über die notwendige Würde. Es ist ganz der Mann aus dem Volke, ganz der Mann, der sich mit jedem anderen Volksgenossen verständigen kann, aber gleichzeitig auch wieder der Repräsentant eines großen Staates.

In seinen Reden und sonstigen Kundgebungen findet Ebert meist den richtigen Ton nationaler Würde und Entschlossenheit. Da er sich dabei von allen hurrapatriotischen Phrasen fernhalt, weiß er mit diesen seinen Reden auch das Herz des einfachen Mannes zu packen. Sicher ist. daß der Reichspräsident auch in weit rechtsstehenden Kreisen hohe Achtung genießt.

Daß durch alle diese Momente die Einmütigkeit des deutschen Volkes bedeutsamerweise gestärkt wird, liegt auf der Hand. Weiter aber ist klar, daß auch der repu⸗ blikanische Gedanke, die Ideee des neuen Staates, an Werbekraft gewinnen muß, wenn der oberste Reprä⸗ sentant der Republik bei allen Schichten des Volkes, mit denen er in Berührung kommt, einen derartig vorteil⸗ haften Eindruck hinterläßt. Dessen wird sich jeder freuen, der selber ehrlich auf dem Boden des neuen Staates steht. Und diese Freude wird ihm auch dann nicht vergällt wer⸗ den, wenn uns die nächste Zujunft vielleicht noch härtere Opfer und damit größere Schwierigkeiten im Innern aufbürdet.

Mit dieser objektiven Würdigung der Persönlichkeit des sozialdemokratischen Reichspräsidenten vergleiche man die ge⸗ hässigen Anwürfe deutschnationaler Blätter, denen Ebert so oft ausgesetzt gewesen ist.

Lokale Parteinachrichten. Moethilft für die B. S. P. D. Bezirksverband Hefen.

Für die Nothilfe der V. S. P. D. sind ferner Saber

Beigeordneter Schulte⸗Worms 10 000. Aröoeiterse etãr Saxer⸗Worms 5000. Minister Raab⸗Jfungstadt 2. Nate 5000. Reg.⸗Rat Karcher⸗Darmstadt 5000/ Bürgermeister Ritzel⸗ Michelstadt 5000 /. Oberschulrat Diehl⸗Darmstadt 5000, Ge- nosse E V. Sstenbach 5000/ Gen. Chr. St und H. H.⸗Offenbach je 3000 /. Landtagsabg. Anthes⸗Sprendlingen 2000% Gen. Bum⸗ Friedberg 1000 /, Gen, Blei⸗Seligenstadt 500 J. Cen. Thönges⸗

Burg⸗Gräsenrode 500. Gen. Funk⸗Leihgestern 500. Gen. W. Pfeiffer ⸗Birklar 150 /. Tellersammlung in Grüningen i. Obh. 500 /. Tellersammlung in Saasen i. Obh. 150 l.

Zusammen 52 342. Mark

bereits quittiert 43 700. Mark

insgesamt 96 042. Mark.

* 6. Agitationsbezirk Gießen, Alsfeld, Lauterbach. Kursus für Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge.

An die Ortsvereinel Auf Veranlassung des Landeswohl⸗ fahrtsausschusses findet für den 6. Agitationsbezirk ein Kursus be⸗ stehend aus 4 Vorträgen zur Einführung in das Reichsjugendwohl⸗ fahrtsgesetz in Gießen im Gewerkschafts haus statt:

Sonntag, den 25. März, nachmittags Uhr: 2. Vortrag: a) Die Jugendwohlfahrtsbehörden nach dem Reichs⸗ jugendwohlfahrtsgesetz. b) Die Jugendämter, ihre Zusammensetzung. Ver⸗ fassung und Verwaltung. Referent: Dr. Aaron, Rechtsanwalt, Gießen. Sonntag, den 8. April, nachmittags Uhr: 3. Vortrag: Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge in der Praxis und ihre Anwendung und Durchführung durch die Organe der Gemeinden. Referent: Beigeordneter Delp-Darmstadt. Sonntag, den 22. April, nachmittags 27 Uhr: 4. Vortrag: Die rechliche Stellung zwischen Eltern und Kind und das Vormundschaftswesen. Ref.: Rechtsanwalt Homberger, Gießen.

Wir erwarten bestimmt, daß sich unsere Genossinnen und Ge⸗ nossen im besonderen diesenigen, die in der sozialen Fürsorge tätig sind, zahlreich betelligen.

Um es den weiblichen Mitgliedern entfernter Ortsvereine zu ermöglichen, an dem Kursus teilnehmen zu können, wird das Fahr⸗

geld verglitet. 1 Mit Parteigruß! J. A.: H. Häuser. 0*

Soztaldemokratischer Kreiswahlverein Friedberg⸗Büdingen.

Sonntag, den 25. März d Js. vormittags 9 Uhr findet in Butzbach bei Gen. Verszinski, Schloßstraße, die diesjährige ordentliche 8

Bezirkskonserenz

statt. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. Referent Gen. Widmann. Offenbach. 2. Ein Gang durch die Wirtschafts⸗ geschichte. Referent Gen, Schilling. Lollar. 3. Vorstandswahl. 4. Anträge Verschiendenes.

Der umfangreichen Tagesordnung halber bitte um zahlreiches und pünktliches Erscheinen.

Mit Parteigruß! Die Bezirksleitung: J. A.:

Miitiertfür die Sberhestshe Boltzeinug

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Stern, Orledel.