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telle, Dr. Gleimius, fort. on 50 000 Anfang Februar 82 Euch lens fur erl.. Entscheidend für ei jedoch die Außeerd schränkungen, gewesen; gleich⸗
größere Auslandsguthaben
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1 fer da Garanttesumme 15 5. Banke die Aufbringung des Restes e verfügt also bishe
lei achfrage über die Devisen⸗ 486 in Betracht kommenden Banken e
stünden. der Schwierigkesten Herr 3. ten Herr zu sherden, habe man sich * e e der Depfsenverkäufe für die Soichtage vom
In der Zeit vom 1. März bis 9. Juni seien von Le die 18 Großbanken im ganzen 80 Millione r bit wr beviden abgegeben worden, u wär ungefche die 5 seit Anfang April: in der ersten Aprilwoche 10 Millionen, Beer 1 14 Millionen und in der dritten 13 Millionen. An 1 9 5 wurden von den Banken wieder weiterverkauft. 9850 r Angaben der 15 Großbanken hat die Devisen⸗ 125 1 5 sestgestellt. daß 10 Prozent der gekauften Devisen 1 del und Industrie, 9 Prozent bei den Berliner Banken, * 5 Prozent in eigenen Filialen im unbesetzten Gebiet, 21 Prozent
99 eng beschränkt⸗ und 3. bis 12. April und auf Uimsätze über 100 *
ei Banken im unbesetzten Gebiet, 27 Proze i ei ili 5. 5, zent bei eigen Filialen 5 Banken im besetzten Gebiet und 11 Prozent 92 Ausland ge⸗ ieben sind. In diesen Zahlen sind lediglich die Abgaben der ech ain an der Berliner Börse enthalten, nicht aber die Mark⸗ Nes ne im Auslande und nicht die Devisen für die ei bebahn. und höchstens ein Tell des Devisenbedarfs der Genosse Hertz wünschte genauere Nachforschungen nach der Verwendung von Devssen iim rheinssch⸗westfälischen Industrie⸗ gebiet. Auf seine Anfrage erklärt Geheimrat Kaufmann vom Neichsbankokrekkorsum daß de, Stadt Köln Reichsbankkredite nur zum Ankauf von englischen Kohlen für bas stäctische Gaswerk er⸗ Falten habe. Der Aba Fröhlich gab dann seiner Entrüstung Aus⸗ 0 ruck über die Handhabung der Devisen verordnung und sührt eine Unmenge von Fällen an wo auf Grund der Devisenverord⸗ eng kleine Verfehlungen, bestehend im Ankauf kleinster Devisen⸗ beträge, bestraft worden sind. während nur wenige Kapitalisten verurteilt worden seien und zudem zu viel geringeren Strafen. r bringt u. a. den Fall der Firma Otto, Wolf zur Sprache, der aus der Ruhrhilfe eine Anlelhe bon vier Milliarden gewährt wor⸗ den sei. Der Vorsitzende des Ausschusses sagte eine Klarstellung
dieses Falles zu. Nächste Sitzung Dienstag. Der Münchener Hochverratsprozeß.
Die vom Staatsanwalt am achten Verhandlungstag im Mach⸗ 1 noch beigebrachten Zeugen ergaben für den An⸗ „geklagten Munk keine besondere Belastung. Seine Ehefrau sollte während einer Reise am 11. Februar geäußert haben:„Wenn ich jetzt heimkomme, sietzt mein Mann in der Regierung.“ Der be⸗ treffende Zeuge mußte aber zugeben, daß sein Gewährsmann un⸗ zuverlässig sei und in ähnlichen Fällen schon öfters falsche Angaben gemacht habe. Anläßlich einiger Vorhalte des Vorsitzenden gegen⸗ über dem Angeklagten Fuchs machte dieser neue 5 Wed über seine Beziehungen zu Rathenau. Er 11 während des Krieges öfter troffen, zuletzt im Jahre 1918
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in Betlin mit Rathenau zusammenge
in der sogen. Deutschen Gesellschaft“.
Stützungsaktion vor dem
Damals habe er bemerkt,
daß er entgegengesetzter Anschauung wie Rathenau set. Dieser sei internationaler Kosmopolit, und er deutschvölkischer Föderalist. 115 Juli 1922 habe ihm Richert Mitteilung davon gemacht, daß
5 kurz bor seiner Ermordung bei offiziösen Persönlichkeiten in Paris angefragt habe, wie man sich in Parts dazu stellen würde, wenn er, Rathenau, eine Diktatur in Deutschland aufrichtete. Der⸗ gleichen habe Rathenau auch in London getan, wie Fuchs von dem ehemaligen deutschen Gesandten im Haag dem Grafen Leyden, er⸗ fahren haben will. Diese beiden Informationen machten es dem Fuchs zur Gewißheit, wie er sagt daß im Jahre 1929 in Berlin eine Diktatur mit bolschewistischem Einschlag zum Durchbruch komme.
05 5 Deutscher Reichstag. Berlin, 18. Juni.
Der Reichstag beschäftigte sich am Monta ng zunächst mit einigen kleinen Vorlagen, von denen die über wertbeständige Hypotheken und die Novelle zum Hypotheken⸗Bankgesetz ohne Aus⸗ sprache dem Rechtsausschuß überwiesen wurden. Bei der Ab⸗ stimmung über ainen deutschnationalen Antrag auf Abänderung einer zu diesem Gesetz eingebrachtan Entschließung ergab sich die Beschluß unfähigkeit des Häuses, worauf Präftdent Loebe die Sitzung schloß und sofort eine neue einberief“ In dieser wurden die deutschnatibnalen Anträge äbge⸗ lehnt und die Vorlage auch in dritter Lesung angenommen.
Danm trat 45 Haus in die zweite Beratung der
1 ovelle zum Landessteuergesetz 13
ein. Die in der Reglerungsvorlage vorgesehene Erhöhung der Umsatzsteuer auf 27 Prozent hat der Steuerausschuß abgelehnt, ebenso die Schankverkehrsteuer und die Vieh⸗ haltungssteuer. Die in der Regierungsvorlage vorgesehene Höchst⸗ grenze von 30 Prozent für bie Bestenerung von Sekt und Frint⸗ branntwein wurde vom Ausschuß auf 15 Proz herabgesetzt.
Reichsfinanzminister Dr. Hermes führte in der Be⸗ gründung zu diesem Gesetzentwurf aus, daß die vom Ausschuß ab⸗ gelehnte Erhöhuma der Umsatzsteuer sür das Reich eine ungeheure smang elle Besastung bedeutet. Auch die anderen vom Aus schuß beschlossenen Aenderungen machten es der Regierung außerordent⸗ lich schwer, die schleunige Verabschiedung der Vorlage zu erbitten. Det Minister gaßh der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, bald zu einem Finanzausgleichgesetz zu kommen, das eine end⸗
7 5 und dauerhafte Regelung unserer Steuerverhältnisse Abg. Koch(Dem.) übte lebhafte Kritik am Fimamzministerium
und forderte einen Abbau des zentralisirten Systems, mit dem von Berlin aus die Verhältnisse des letzten Landes und der letzten Gemeinde geregelt werden sollen. Der Deutschnationale Oberfohren schob unter dem Bei⸗ sall seiner Gesinnungsgenossen alle Schuld an der sinanziellen Zerrüttung der Gemeinden auf den ermordeten Mtinister Erz⸗ berger und fordert die steuerliche Selbständigkeit der Länder und Gemeinden. 0 Neeichssinanzminister Dr. Hermes erwiderte dem deutsch⸗ nationalen Rediter sofort und betonte mit Nachdruck, daß Erz⸗ berger sich ein bleibendes Verdienst erworben habe. Niemals swerde er an den Grundlagen det Erzbergerschen Finanzverfaffung rütteln lassen. N Abg. Beim(Soz) führte aus: Schon der heutige Dollar⸗ stand beweist, daß die Arheit des Steuerausschusses wahrscheinlich schon beim Inkraftlreten des Gesetzes überholt sein wird. Die Angriffe auf Erzbergers Steuerreform sind unbegründet. Die Fianznot der Länder und Gemeinden ist verschuldet durch den verlokenen Krieg, durch die Reparations⸗ lasten und durch die Geldentwettung. Das Finanzelend ist hervorgerufen durch die Steuersaulheit der
. 60 Besitzenden. Solange der Besitz nicht steuerlich richtig erfaßt ist, wird keine Finanzreform Wandel schaffen können. Wir konnten vor dieser kräftigen Erfassung des Besitzes mit einer Erhöhung der Umsatz⸗ steuer nicht einverstanden sein. Der unmöglichen Finanzlage der Ge⸗ meinden muß ein Ende gemacht werden. Jetzt können sie die Besol⸗ dung ihrer Beamten nur dadurch aufbringen, daß sie die an das Reich äbzuführenden Steuern einfach unterschlagen. Von einer zu starken Anspannung der Gewerbesteuern kann man nicht sprechen.
Es folgte dann die dritte Lesung des e zur
Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.
Der grundlegende Paragraph 1 des Gesetzes wird gegen die Stimmen der Kemmunisten angenommen. Paragraph 6, der von den Privilegien der Aerzte handelt, soll nach einem Antrag, den Abg. Kahl(D. Vp.) begründet, so gefaßt werden, daß die Behandlung von Geschlechtskrankheiten und Krankheiten oder Leiden der Ge⸗ schlechtsorgane nur den für das Deutsche Reich approbierten Aerzten gestattet ist. Ausgenommen sollen Fälle sein, in denen zur Bes
eitig⸗
ung einer enmniltewüren ernsten Gefahr ärztliche Hilfe nicht sofort 9 beschafft werden könne. 5 5
Der Antrag wird mit 152 gegen 141 Stimmen bei fünf Ent⸗ haltungen abgelehnt. Die Parteien stimmten in dieser Fra* einheitlich; in jeder Fraktion sind starke 1 en 7 anden.
rograph 6 wird darauf mit 151 gegen 115 Stimmen bet sieben ithaltungen in der Fasfung der zweiten Lesung angenomme—
nach ist die Behandlung von Geschlechtskrankheiten nut den 5 Peulsche Reich approblerten Aerzten oder lte ede e Leitung von Aerzten stehenden Personen gestattet. Jede Fernbe⸗ handlung ist verboten. Zuwiderhandlungen, auch die Ae wird mit Gefängnis bis ein Jahr und Geldstrafe bedroht. Das Ge⸗ setz tritt am 1. Oktober in Kraft. b 7 ie Schlußbestimmung des Gesetzes wird in dritter Lesung gegen kleine Minderheiten in allen Fraktionen angenommen. 1 Das Haus vertagt sich auf Dienstag.
Parteinachrichten.
Stiftung zu Ehren der Genossen Frank und Kolb. Im nächsten Jahr sind 10 Jahre seit dem Tode des Dr. Ludwig Frank verflossen. Aus dem Anlaß plant die babische Parteiorganisatton eine besondere Ehrung für Frank und den anderen verstorbenen Führer der badischen Sozialdemokratie, Wilhelm Kolb. Ein Vorschlag ging dahin, zur Erinnerung an die beiden Vorkämpfer ein Ferienheim für die Arbeiterjugend zu schassen; ein anderer regte die Gründung einer Stiftung an, aus der begabten Söhnen aus Arbeiterkreisen die Möglichkeit zum Hoch⸗ schulstudium geboten wird. Letzterer Vorschlag wurde vom Bes zirksausschuß Baden der V. S. P. D. zum Beschluß erhoben und dfirfte somit bald in die Tat umgesetzt werden.
Soziale Rundschau. Vom Reichsherbergekag f
wirb uns geschrieben: Der Begrüßusgsabend zum 5. Reichs⸗ herbergetag in Altona sah ein übervolles Haus und gestältete 32 zu einer lebhaften Kundgebung der einheimischen Bevölkerung für das Jugendherbergswerk. Bei der Hauptversammlung waren aich die Preußische Höchschule für Leibesübungen, das Ministerium für Vollswohlfahrt, das preußische Kultusministerium u. a. vertreten. Von der Riesenarbeit des Verbandes erhält man einen i, wenn man vernimmt, daß es trotz des naßkalten Som im Jahre 1922 in rund 1400 Jugendherbergen über 1 Million Ueber⸗ nachtungen gab. Das Sauerland und der Harz mit je über 10 000 Helbergsgästen waren die meistbesuchten Wandergebiete. 5 über 1919 verfünfzehnfachte sich die Zahl der Güste, währe. ö ö die Zahl der Herbergen nur verdoppelte. Es kam zur 800 2 daß das Reichsschatzministerium trotz aller Hilferufe die nie wie⸗ 1 derkehrende Gelegenheit verpaßt hat, aus 99 00 ige en. Aich en* von Heeresgerät in Gestalt von Bektstellen. Wo decken, Strohsacken ohne merkbare Opfer einen bescheidenen Teil dem Herbergswerk u überweisen und sich damit in den Dienst des Aufbaus deutse Volkskraft zu stellen. Dex Augenblickswert des holen Baärerlöses
Genossen
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wog schwerer als der Inkünfiswert der Volksgesundbeit. Indessen ist es nach größerem Ringen gelungen, Zuwendungen den lkoholmolopolgeldern zu erhalten. Angesichts der n Kultur⸗
werte, die hier auf dem Spiele stehen, sollte eigentlich fel Gemeinde eine angemessene Summe für Jugendherbergen in i ren halts⸗ plan einstellen und wenigstens für eine Uebernach ngsmöglichkeit
sorgen. So leisten vorbildlicher Weise viele Städte den Ein⸗ oder Zweimarksbeitrag auf den Kopf der Bevölkerung, und Ba 0
hat sogar zum Ausbau seiner Jugendherberge 1½ Million 3 ark ausgeworfen. An Stelle der Wehrpflicht sind nun andere Mittel
1 a e 1 1 machen. Im kleinsten Blättchen lesen wir tä ich den md 0 Dollars als wirhschaftlichen Gradmesser. Das ist ern. Aber zehnmal größer und mit dem Trauerrand der Todesanzeige sollte darunter auch die neueste deutsche Gesundheits⸗ und Sterb⸗ lichkeitsziffer stehen als Kennzeichen für Volkskraft bezw. and 7 schwäche. Das ist noch mehr vonnöten Erwacht in Deu nd nicht das Gefühl der Pflicht zur Gesundheit, so wird bald de Totengräber bei ums der meist ine Mann sein.
4 Der Bund der Kinderreichen 53 hielt im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses in Berlin seine zweite Tagung ab, die sehr zahlreich beschickt war Gefordert wurde, daß Vertreter des 11 8 0 der 1 8 185 Mee in rischen Arbeiten, die für sie von einschne er Bedeutung sin in⸗ zugezogen werden und ihnen ausreichender influß N öffent⸗ lichen Angelegenheiten(Sitz und Stimme in den Wohlfahrts⸗ werb Wohnungs⸗ und ieteinigungsämtern) eingeräumt werde.„
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Ein allgemeiner hesfischer Landeszngendtag.
Das ist der Kern dieser Sache: Die Jugend sieht, daß bei den zu 3 Befüörden der Regierung ihren vielfachen Nöten Unterstlitzungen centgegengebracht werden. So kam schließlich die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung unnd Jugendpflege
en 1 ustande. Die Jugend will mit dieser⸗ Zentralstelle 1 0 Aae uber, will sich an ibter Arbeit mit ihrem ganzen 0 ehrlichen Sturm und Drama mit ihrem ausgeprägten Geziche 6 kigteitsempfinden beteiligen, weil fie glaubt, daß mur denn die
Zentralstelle wahrhaft Gutes leisten wird; wenn sie mitten aus 125 5 1 0 empfängt und immer ihren Wünschen uud Gebunten verbunden ist. Ludwig Avem arte ee beiterjugend), als Referent und Mitarbeiter zu der Zentralstelle berufen, hat darum als Berkroter seiner Jugegden ene und e dem weitgehendsten Vectrauen der übrigen Gruppen zu dem ersten allgemeinen hessischen Landesjugendtag alle Kraft und den
guten Willen aufgeboten.
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7 i eröffnete Direktor Hassinger 0 4. e 1 den Vertretern fast aller Ae die Tagung mit einer Anspr rede den 11 Junggruppen verschledenster Art uud Zatralstele will und wie u. 4 dabei darauf an, zu zeigen. was die Zen 1 8 1 sie sich in Zukunft die volksbildende Zusammenarbeit mit der W Jugend denkt, wie sie aut Grund e ichen, leider dee
ESetenennisse der Wioche des ingen genen das sunge e bel reifen stein e„ 41 f Faden 1 einer gefunden Klärung. Nee 92 2 17 ee
1 Wirkung sbereiche und Serlbständigktit dent renne 0 10 sotlonen zu verletzen. De le leben ale Fig den bel ber Zen⸗ a 4 0 125 bung gur de deten eübenegee it ee e 2 * 81 0 entrale als Sammef⸗ uskunsts⸗ 11 i eee dei le ee ü eee eee
„ sationen und der Regiernng saien on id cheoretischen Klärung lte 1 gegebenen: Förderung der Feen biete des Jugendlebens 10 4 der mannigfachen Been 1 779 an den Aufgaben te Gewinnung und Ausbildung von ang untersticzung der Jugend⸗ A/ Ger Juhenboflege und Juen do eee, zur heiten Verkefung. 1 bestrebungen, 1 agen loge und, Feste zu ihrem ge eee e de
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Grundgedanke ist: Die Anwendung von Erziehungsmaßregeln an Skelle seitheriger Strafmaßnahmen des Gerichts bei jugendlichen Straftaten, ene sehr wichtige Errungenschaft, die Heraufsetzung des Strafalters von 12 auf 14 Jahre, Todesstrafe, Zuchthaus bleiben von nun an für Jugendliche immer unzulässig. Ebenso wird die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Politzei⸗ überwachung aufgehoben. Der Redner verfehlte nicht, auch die Schwierigkeiten der genauen Durchführung des Gesetzes anzu⸗ deuten, die besonders darin bestehen, daß Beamte das Gesetz hand⸗ haben müssen, deren Qualitäten in 0 Hinsicht unbedingt zweiselssrei sind. Anschließend gab eine rege Aussprache Gelegen⸗ heit, zwar viel um ben Brei herumzureden. Mit Einzelheiten und Möglichkeiten des Gefetzes sich zu befassen, waren die Ausführun⸗ gen des Rednerz in ihrer Fülle zu erdrückend selbst für einen. Vorbereiteten. Doch wurde einiges Gute gesagt, wovon wir be⸗ sonders unterstreschen die Forderung nach Lesyensbedingungen, die das Inkrafttreten des Gesetzes überhaupt überflüssig machen. Die Arbeitersugend begrüßt es, aber sie weiß aus eigener bitterer Er⸗ fahrung, wie schwer es ihr wird, bei wirtschaftlicher Unfreiheit zu Bildungsproblemen und Schönhestserrungenschaften des Lebens vorzudringen.
Den Abend füllte der Vortcag des Herrn Regferungsrat Krebs über ein zweites Neu⸗Gesetz, das Jugendwohlfahrtsgesetz. Ausgehend von der ethischen Grundformel aller Erziehung: der Meusch ist zu innerer Freiheit geboren, d. h. seine Erziehung muß g beschaffen sein, daß er sich selbst erzieht, über seinen Geist und seine Triebe Gewalt bekommt. berichtete Dr. Krebs über die Vor⸗ geschichte des Gesetzes. Auf dem Deutschen Jugendfürsorgetag 1918 wurde zum erstenmal die Entschließung gefaßt, die Errichtung von Jugendämtern unter Mitwirkung dee freien Liebes tätigkeit her⸗ beizuführen. Diese Jugendämter, deren Arbeitsfeld Schutz der Pflegekinder, Jugendgerichtshilfe, Beteiligung bei Kriegshinter⸗ Pitebenenfürsorge, bei Polizeibehörde, Mutterschutz und Säug⸗ lingswohlfahrt sein soll erstreben enge Zusammenarbeit von Be⸗ hörde und freier Wohlfahrt. Die zweite Aussprache der an⸗ wesenden Jugend war von vornherein sachlicher und ließ das Interesse der Jugend an ihver Erziehung und Wahlfahrt erkennen. Als die Besprechungen durch das Eingreifen des Herrn, Architekten Müller an efner kritischen Grenze anlangten, war es not⸗ wendig, noch einmal den Willen der Jugend und ihre Stellung zur Zentrale festzulegen. Müllers Anklagen werden von der Jugend foweit unterstützt als er nicht seine Gedanken mit ge⸗ hässigen Seitenhieben auf Personen zu äußern versucht. Die Jugend will wohl Kampf gegen eine Sache, wenn ihr der Kampf als letzter Austpeg übrig bleibt, aber dann soll er auch ehrlich sein und nicht Menschen. die oft mit dem besten Willen iprer Sache dienen, mit der Sache selbst verwechseln.
So endete der erste Tag. an dem die Zentrale in zwei be⸗
lehrenden Vorträgen der Jugend zeigte, wo ihre Mitacbelt ein⸗ zufetzen hat. Der zweite Taa wurde eingeleitet durch einen Vor⸗ trag des Herrn Assessor Mauret über Filmsut und Film⸗
schund, der im Kleinen Haus stattfand. 1 betreten, das die ug arch en Geister schon lange bes
Kleinfilmen i Büchern im Saale des Gebiet des jugendlichen
kennen. 3 Gegen Abend traf sich die gesamte Jugend außerhalb der
Stadt bei gemeinsamen Darbietungen, Tängan, Spielen, wobei auch die Härres⸗ Heimatbühne wieder einmal die Jüngeren und 1 Jüngsten unterhalten konnte. Direktor Hassinger bezeichnete in einer zweiten Ansprache die natfon lle Forderung an die Jugend als Anspanmmg ihres Willens zur ae ficht als ein Heraus aus den alten Ordnungen in anarchische Willkür, Be⸗ stimmung eigener Gesetzlichkeit mit der Grundlage wahrer Menschenbildung, die letzten Endes doch revolutionär ist, ewig m alte Formen und wieder aus ihtten heraus geskaltet, umbildet. neubildet. Endlich begab sich alle Jugend im nem langen Zuge,
dem die Fahne der Republik woran die deutschnationale Hessische Landeszeitung Anstoß genommen, neben den zahlreichen Wimpeln
der verschiedenen Gruppen vorangetragen wurde, singend in den alten Schloßhof, wo Avemarse in ein paar warmen Worten das Ereignis das Jugendtages einmal zusammenfaßte. Nach dem gemeinsamen Gesang„Mit uns zieht die neue Zeit“ ging man
auseinander. 3 1 Es ist zu wünschen, daß mwun auch nach diesem äußerlichen
Auftakt gemeinsamer Arbeiet. eine Gesamtgemeinschaft aller 1
Jugend zustande kommt und nicht wieder die Bearbeitung allge⸗
meiner Forderungen und Probleme der Jugend. wozu keine. noch so geringe Kraft verloren gehen darf, an Differenzen parteilicher oder weltanschaulicher Art überhaupt scheitert. Karl Stork. f 1* Vom alten Obrigkeitsstaat.. ö 0 Der berühmte und geistvolle Diplomat und Schriftsteller Varnhagen von Ense erzählt in seinem Tagebuch vom 30. Juni 1851:„In einer hiesisigen Lehrerversammlung zog ein Lehrer ein schwarzrotgelbes Schnupftuch hervor, um sich den Schweiß abzutrocknen. Der überwachende Konstabler trat so⸗ gleich an ihn heran und verbot ihm den Gebrauch eines solchen Schnupftuches. Der Lehrer steckte es auch sogleich ein. Spätechin absichtslos gebrauchte er es doch wieder, worauf ihn der Kon⸗ stabler verhaftete und auf die Wache bracht Der Lehrer gehörte keineswegs der Demokratie an.“ Soweit das Tagebuch. Ob 8 9 Missetäter in der Folge„Disziplimiert“ oder nur„im Interesse des Dienstes versetzt“ wurde, darüber vermeldet die Chronik nichts.


