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Nr. 42
Gießen, Dienstag, den 20. Februar 1923
13. Jahrgang
Brief aus Amerika.
. Von Dr. Reinhard Strecker. Marchfield, Wisconsin 25. Januar 1923.
Ueber eines erstaune ich bei meinen Reisen im Lande hier immer wieder von neuem, das ist die Unkenntnis gegenüber den politischen Wandlungen in Deutschland, die Unkenntnis unserer neuen Verfassung und der neuen Richtlinien der deutschen Politik. Letzleres ist noch am ehesten zu begreifen denn bei den ewigen Regierungswechseln in Deutschland haben sich ja wirklich klare, überzeugende Richtlinsen noch gar nicht herausarbeiten lassen. Am ehesten war noch der Name Wirth ein Programm. Aber als dieses eben anfing. verstanden zu werden. trat Dr. Wirth zu⸗ rück. Nun sollte doch wenigstens die neue republikanische Ver⸗ fassung im Laufe von drei Jahren zu einem Faklor der aus⸗ wärtigen deutschen Politer geworden seln. Daß sie es nicht wurde, dafür kann man wobl den offiziellen Vertretern der neuen deutschen Republik im Auslande bier die schwersten Vorwürse nicht er⸗ f Sie haben nichts getan und alles unterlassen, um den letzten Sinn der deutschen Revolution deutsch⸗amerikansschen wie englisch⸗ameritaniscken Kreisen verständlich zu machen. Und dabei wäre wirklich die Aufgabe gar nicht so schwer zu lösen. Wie lebendig find hler noch unter den Deutsch⸗Amerikanern die Er⸗ innerungen an 1848, wie manchen traf ich, der noch von seinem Pater her oder gar noch aus dem eigenen Leben die eindrucksvollste Frinnerung an jenen politischen Frühling Deutschlands hatte. Und einen Mann wie Karl Schur: haben viele noch persönlich kennen Paoin und reden gehört. Hätte doch Deutschland das gahstige Kapital das im solchen politischen Köpfen zu seiner Verfügung 5 lieber ausgenutzt statt es niederzukartätschen oder über den Ozean zu jagen. In den Händen folcher Männer wäre unser nationales Schicksal aller Wahrscheinlichkeit nach um einiges klüger verwaltet worden als in den Händen beschränkter Generäle und eigennütziger Dynastjen Mir scheint es fast noch wichtiger. daß man einen Abdruck unserer neuen Verfassung jedem Deutsch⸗ Amerikaner in die Hände gäbe als unseren Schulkindern daheim. Und auch für die Verbreitung in englischer Sprache sollten wir Sorge tragen was um so leichter fallen würde, als die amerika⸗ nische Fulsedensgesellschaft eine vortreffliche Uebersetzung mit guter Einleitung herausgegeben hat. Aber es ist hier offenes Geheim⸗ nis, daß die hiesigen offisiellen Vertreter der deutschen Republik selbst kein Verständnis für den Geist der neuen Verfassung haben, auf die Republik und ihre Fahne schimpfen und sich als Bewahrer der kaiserlichen Tradition betrachten bis zu dem Augenblick wo Deutschland wieder den Segen monarchjstischer Führung und Kriegführung genießen soll. f Politisch kann man die Stimmung her wohl ungefähr fol⸗ gendermaßen charakterisieren: die Amerikaner sangen an zu er⸗ kennen und zu einem großen Teil auch schon zu bekennen, daß Amerikas kriegerisches Eingreifen in Europa ein Fehler war. Von dem verflossenen Präsidenten Wlson und seinen vierzehn Punkten spricht man stellenweise ganz offen als von einer großen Blamage. Trotz der American League ist die Slimmung der heim⸗ gekehrten Soldaten für Frankreich und England nicht 1 ehr freundlich, für Deutschland nicht ungünstig. Man hat in deutschen Quartieren besser⸗ Erfahrungen gemacht als in fran⸗ zösischen, namentlich mas die Sauberkeit anbetrifst. Der franzö⸗ sische Militarismus sorat ia nun auch selbst dafür, daß er über alle Ozeane hinüber deutlich erkannt werden kann. Allgemein ver⸗ breitet ist die Ansicht, daß das amerikanische Kapital, weil es sich so eng mit dem enalischen Interesse verbunden hatte, zuletzt das amerikanssche Volk in den Krieg hetzen mußte. um sein Geld zu retten. Die verbrecherische Pressepropaganda gegen Deutschland verliert deshalb sichtlich von ihrer Wirkung, wozu beiträgt, daß England heute das Spiel Franreichs nicht mehr mitspielt. Auch binter der American League vermutet man übrigens vlelsach amerikanisches Kapitalinteresse. Bedauerlich ist auch die Stellung von Samuel Gompers der selbst heute noch nicht von der französischen Bafonettpolitik abrücken will. Aber man ist in sozialistischen Krejsen anderersests nicht davon über⸗ rascht, weil man die konservative Gesinnung des Mannes seit langem bennt und weil man von den Führern der Gewerkschaften leider alaubt annehmen zu müssen, daß sie häufig kapitalistische und stellenweise sogar egoistische Gesichtspunkte über das Interesse der Arbeitermassen stellen. von internationalen Ideen gar nicht erst zu reden. Die amerikanische Politik steckt eben noch tief im alten Manchester⸗Liberalismus. Viellahcht ist das 18 Amendement zur Verfassung, das staatliche Alkoholverbot, das ersle Aufwachen des soztalen Gewissens aus dem sich nach und wach weitere Einschränkungen der sogenannten„persönlichen Frei⸗ heit“ zugunsten sozialer Verpflichtungen ergeben können. Manches mag auch der Krieg dazu belgetragen haben, um die Augen für die Gefährlichkeit des Kapitalismus zu öffnen. Man kann darüber auch in kirchlichen Kreisen so scharfe Urteile hören, daß es einen
überrascht, wenn man die vorwlegend reaktionäre Haltung der
deutschen Staatskirche kennt.
Als ein schweres Hindernis für den Fortschritt sozsali⸗ stischer Erkenntnis erweist sich leider auch hier der Rommunis⸗ mn s. Er erfüllt einen großen Teil der Arbeiterschast mit naiven Illusionen. Man er⸗äßlt sich daß Lenin daran dächte, hier die Negerbataillone für den Kommunssmus mobil zu machen. Die Arbeiterbewegung wird so auch hler zersplittert und ein großer Teil der Arbeiterschaft durch leere Träumereien zur energielosen Abkehr von den möglichen Aufgaben der Gegenwart verleitet. Andererseits verschwimmt in den Augen des Bürgertums die Grenze zwischen Sozialismus und Kommunismus, und die Anast vor beiden erschwert nicht nur das Vordringen des amerikanischen Sozfalfsmus sondern auch ein besseres Verstäudnls Amerikas für die deulsche Republik. in welcher der Sozialismus eine entscheßdende Rolle spielen kann.
5 s schwerste Hindernis aber für eine Verständigung Deutsch⸗ lands mit Amerlka liegt nach wie vor darin, daß auch das neue immer noch nicht nachdrücklich genug die Verant⸗ die dumme kaiserliche Politik von sich abschisttelt. Großmäuligkeit erdrückt in hiesigen deutsch-amerikani⸗ en leiber immer noch die Stimmen der Vernunft. Und ellen Vertroter gehen mehr mit diesen Kreisen als gen Erben der 48er Ideen, als mit den deutsch⸗ Republikanern. So schleppt auch das heutige
Bonar Law will nachgeben!
Auf dem Wege zum Kompromiß.
Noch im Verlauf der Freitagsitzung des englischen Unter⸗ hauses hatte der englische Ministerpräsident erklart, daß sich seine Regierung dem französisch-belgischen Ruhrabenteuer gegenüber neutral verhält. Der Arbeiterpartei war diese Erklärung nicht weit genug gegangen. Sie hatte durch Ramsey Macdonold erklären lassen, eine Haltung wohl⸗ wollender Neutralität sei unmöglich. Die Regierung müsse etwas tun, um eine neue Grundlage zu schaffen, und die augenblickliche Haltung aufgeben, die weder England noch den Allieirten noch der Welt etwas nütze. Bei der Abstim⸗ mung über den Abänderungsantrag der Arbeiterpartei, bei der die Regierung nur eine Mehrheit von 97 Stimmen er⸗ hielt, stimmten die unabhängigen Liberalen mit Asquith und ein Teil der von Lloyd George geführten Nationalliberalen für den Antrag der Arbeiterpartei. während Lloyd George selbst sich der Stimme enthielt.
Trotzdem macht Bonar Law jetzt, wie aus französischen Mitteilungen über die Rückkehr Le Troquers nach Paris be⸗ kannt wird, dennoch Zugeständnisse an Frankreich. Es kann als ziemlich sicher gelten, daß England die bis jetzt noch von seinen Truppen besetzte
Strecke Neuß⸗Düren zur Benutzung für Kohlen⸗
transporte an Frankreich und Belgien freigibt. Auf kurz oder lang wird das zur Folge haben, daß die englische Besetzung dieses Gebiet vollständig räumt und an die Franzosen abtritt. Auch auf miljtärische Transporte ist England in dem unter seiner Hoheit stehenden Gebiet zu Zugeständnissen bereit. Die englische Regierung will z. B. eine der drei über Köln nach Aachen laufenden Eisenbahn— linien den Franzosen und Belgiern zur Verfügung stellen.
Der Sinn der französischen Bestrebungen ist schließlich, den Hauptbahnhof Köln unter Verwaltung zu nehmen. Da. mit würde Frankreich auch verkehrstechnisch das bis jetzt noch von den Engländern besetzte Gebiet beherrschen. Die deut⸗— sche Sozialdemokratie hat seit jeher den Rückzug sämtlicher interalliierter Truppen vom Rhein gefordert. Solange diese Forderung nicht allgemein durchgeführt wird, sind ihr eng— lische Truppen als Besatzung immer noch angenehmer als die jede Kultur verletzenden Franzosen.
Ob Herrn Vonar Law seine Geneigtheit zur Nachgiebig⸗ keit gegen den französischen Imperialismus gut bekommen wird, steht noch dahin. Am Montag steht der gemeinsame Abänderungsantrag der Liberalen auf der Tagesordnung, in dem vorgeschlagen wird, daß die Ruhrfrage an den Völker⸗ bund verwiesen wird. Der Parlamentsberichterstatter der Times schreibt dazu, die Regierung werde dann einen weit. schwierigeren Stand haben, da eine zusammengeschlossene liberale Partei für den Antrag eintreten werde und die Ar— beiterpartei beschlossen hobe, den liberalen Antrag zu unter— stützen. Zum ersten Male werde daher dem gegenwärtigen Parlament das Schauspiel einer vereinten Opposition in einer lebenswichtigen Frage geboten werden.
Labour Pariy appelliert an Harding.
Einen weiteren Schritt hat die Arbeiterpartei unternommen, indem sie an den amerikanischen Präsidenten Harding solgenden von 88 Mitgliedern unterzeichneten Appell gerichtet hat:
„Ohne es zu wollen, haben Amerika und Großbritannien die gegenwärtige zerstörende Aktion Frankreichs möglich ge⸗ macht. Wir appellieren an die amerikanische Zusammenarbeit, die das einzige Mittel ist, um Europa zu retten.“
Ferner haben 38 Mitglieder des Unterbauses, darunter Ramsay Macdonald eine Kundgebung der Unabhängigen Arbeiter⸗ partei(J. L. P.) unterzeichnet, die von der englischen Regierung rascheste Einberufung einer Weltwirtschaftskonferenz fordert. Alle diese Kundgebungen sind erfreuliche Anzeichen der zunehmenden Aktivität der enälischen Opposition, deren Druck sich die Regierung Bonar Law um so weniger entziehen kann, als auch weite Kreise des Bürgertums ein energisches Vorgehen der Regierung in den europäischen Fragen fordern.
Frankreich verbittet sich jede J tervention. Offiziell wird aus Paris mitgeteilt, daß die französische
Regierung über die von Lord Curzon in seiner Mittwochrede n nn* ac eee eee ee
Deutschland immer noch die Bleikugeln der Verantwortung für den Übootkrieg, für die wahnsinnige Annektionspolitik Ludandorffs, für den deutschen Millltarismus mit sich. Sobald man in englisch⸗ amerilanischen Kreisen diese Bleikugeln der heutigen deutschen Republik abnimmt ist die Verständigung gar nicht mehr schwer, Einer deutschen Nepublik die wirklich demokratisch sein will, die wirklich in Frieden mit den Amerikanern zusanmen an der Schaffung eisher besseren Weltordnung einschließlich der Korrek⸗ tur des Versafller Friedens arbeiten will, kommt man schon jetzt mit vollem Verständnis entgegen, gerade auch in bürger⸗ lichen Kreisen.
Bei den englischen Sozialisten finden die Sozialisie⸗ rungsparagraphen unserer neuen Verfassung lebhaftes Interess: und man versteht, welches Verbrechen der französische
eines englischen Vermittungsver⸗ suches in der Ruhraktion sehr überrascht sei. Es sei eine Mitteilung nach London gegangen, in der sich Frankreich jede Vermittlungsrolle eines Alliierten verbittet. Auch jede andere Intervention will Frankreich ablehnen. Es verlange lediglich die völlige und bedingungslose Kapitulation Deutschlands.
Der Inhalt, noch mehr aber der gereizte Ton dieser Kund⸗ gebung läßt erkennen, daß die Regierung Poincaré es anscheinend vorzieht, die Ludendorff-Methoden aus dem Weltkriege du kopie⸗ ren, statt durch vernünftigen Verständigungswillen der drohenden politischen Isolierung Frankreichs zu entgehen. Wenn auch heute keine englische Intervention zu erwarten ist, so deutet doch die innerpolitische Entwicklung Englands, vor allem der zunehmende Druck der Arbeiterpartei darauf hin, daß eine solche Einmischung kommen wird. Aufgabe der deutschen Politik muß es sein, diese Entwicklung dadurch zu fördern, daß die Voraussetzungen für eine allgemeine Verständigung in der Reparationsfrage und insbe⸗ sondere für eine Beilegung des deutsch⸗französischen Konfliktes ge⸗ schaffen werden.
Die deutsche Zollhoheit aufgehoben.
Am Samstag ist die Aufhebung des deutschen Zolltarifs für das besetzte Gebiet und seine Besetzung durch eine an die Besetzungsgewalthaber zu zahlenden 10prozentigen Wertab⸗ gabe von den aus dem Auslande ins Rheinland eingeführten Waren von der Rheinlandkommission augekündigt worden. Ferner hat die Rheinlandkommission verfügt, daß das gesamte deutsche Zollpersonal sowohl im altbesetzten, wie im neubesetz⸗ ten Gebiete mit Wirkung vom 20. Februar 23 ab entlassen ist. Der neugeschaffene Zolldirektionsausschuß ist beauftragt, den Zolldienst sicherzustellen.
Minister im Ruhrgebiet. Französische Entrüstung.
Die Nachricht, daß deutsche Minister trotz dem franzö sischen„Verbot“ sich mehrere Tage im Ruhrgebiet aufgehal; ten haben, hat in der Pariser Presse Wutausbrüche ausgelöst, Die Agence Havas begleitet die Meldung mit einem längeren Kommentar, worin es heißt, die französischen Behörden hätten von der Anwesenheit der deutschen Minister zu spät Kenntnis erhalten, um eingreifen zu können. Es sei leider nun einmal nicht möglich, alle Wege, die in das Ruhrgebiet führen, zu überwachen; dazu bedürfe es eines Mehrfachen der im Ruhr⸗ gebiet vorhandenen Truppenkontingente. Die deutschen Mi⸗ nister hätten so zwar noch die Möglichkeit, in das Ruhrgebiet zu gelangen,, aber sie täten es auf eigenes Risiko. Es sei selbstverständlich, daß wenn einer von ihnen auf einer neuen Agitationsreise betroffen und verhaftet würde, er sich um so schwereren Sanktionen aussetzen würde, als er gegen eine ihm bekannte Verfügung verstoße.
Auch Severing und Gröner sind„Bann⸗ brecher“.
Nach dem Reichspostminister und dem preußischen Kultusminister weille am Samstag Abend der preußische Innenminister Severing in Dortmund, um vor Vertretern der Gewerkschaften, der Industrie und der Behörden zu einigen wichtigen Fragen der Besetzung Stellung zu nehmen. Der Minister gab dabei laut der Verliner Montagspost seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Widerstandskraft der Bevölkerung nach wie vor ungebrochen sei. Von Dortmund fuhr Se⸗
angedeutete Möglichkeit
vering nach Solingen, wo er mit Genehmigung der englischen Be⸗ satzungsbehörde am Sonntag Abend in einer öffentlichen Versamm⸗ lung sprach.
Auch der Reichsverkehrsminister Gröner war, wie der Berliner Lokalanzeiger meldet, in diesen Tagen im Ruhrgebiet, um mit den Eisenbahnorganisationen die gegenwärtige Lage des Eisenbahnbetriebs im Ruhrgebiet zu besprechen. Dabei wurde dem Verkehrsminister auch ein französischer Befehl an die Reichsbankstellen unterbreitet, wonach den Reichsbankstellen die Gehaltszahlung an Eisenbahnbe⸗ dienstete verboten worden ist. Besprochen wurde auch die Haltung der deutschen Eisenbahner für den Fall, daß die Strecke Düren⸗Neuß den Fronzosen von den Engländern überlassen würde. Es soll ver⸗ sucht werden, den Betrieb so lange als möglich weiterzuführen, jedoch keinenfalls unter französischer Oberhoheit. eee Irene erer— walt an der Ausführung solchet schönen Aufgaben hindert. Es ließe sich hier politisch lescht und viel wirken, wenn statt der Ver⸗ treter alldeutsch-imperalistischer Ideen lieber domal Vertreter unserer republekanischen Geisteswelt hier aufträten. Die Aeuße⸗ rungen des amerfkanischen Botschafters in Berlin haben hier ein
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llaxkes Echo gefunden wonach das deutsche Volk an der Ent⸗ stehung des Weltkriges ebenso unschuldig ist wie die anderen
Lölker, wonach nur ein paar Tausend Militaristen und alldeutsche Schreier die Kriegsstimmung künstlich erzeugten. Wenn aber dann lier deutsche Vertreter erscheinen die statt solchen Eindruck zu vertiefen, ihn wieder verwischen indem sie mit dem deutschen Volk zugleich jene Säbeltaßler und Landkartenverschlinger zu rechtser⸗ tigen versuchen, dann ist es natssrlich dem Auslande außerordent⸗ lich erschwert sich ein besseres Bild vom heutigen Deutschland unk
Kapitalismus begebt weun er das deutsche Volk mit Wafsenge
vom wirklichen deutschen Volk zu machen.


