Ausgabe 
20.1.1923
 
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ländern außer einer Bestrafung die sofortige Zurückziehung aus d enen aadken zur Folge haben werde, und die Kon⸗ deo nen werden angewiefen, das Verhalten der Zugbeamten den Ausländern gegenüber besonders scharf zu überwachen. Es sei weiter beobachtet, worden, daß namentlich von den Ausländern unzulässig viel Handgepäck in die Abteile genommen wird, wobei sie die willfährige Unterstützung der Gepäckträger finden; vielfach wird sogar Gepäck in den Gängen untergebracht. Auch gegen diesen ch soll mit aller Schärfe eingeschritten werden.

Wenn es richtig ist, was hier recht deutlich gesagt wird, so milssen wir uns entschteden gegen diese Unsitte wenden. Es liegt auch keineswegs im Interesse der Essenhahner selbst, die sich bei ihren Kämpfen doch an das große Publikum wenden, sich auf diese Art die gute Meinung zu verscherzen. Unseres Erachtens sollten die Betelligten selbst dafür sorgen, daß solche Unsitten in ihren Reihen nicht einreißen und sie nicht die willfährigen Hand⸗ länger der geldsackstarken Reisenden werden.

Vom Schulwesen in Gießen.

Ueber die Zahl der Lehrer und Schüler in den Gießener Schulen sind folgende Mitteilungen von Interesse, die sich auf das verflossene Jahte beziehen. Danach waren in der Volksschule in 81 Klossen 2902 Kinder untergebracht, fast genau zur Hälfte Knaben und Mädchen. Sie wurden bon 90 Lehrkräften unterrichtet, darunter befanden sich 3 Rektoren, 39 Lehrer, 11 Lehrerinnen, 20 Schulverwalter, 9 Schulverwalterinnen, 7 Handarbeitslehrerinnen und 1 sonstiger Lehrer. In der Fortbildungsschule waren 8 Lehrkräfte hauptamtlich tätig und 57 nebenamtlich. Die Zahl der Schüler betrug zusammen 1407, darunter be⸗ fanden sich 262 Mädchen, von denen 230 in der kaufm. Ab⸗ teilung unterrichtet wurden. Die gewerbliche Abteflung zählte 640 Schiller, die kaufmännische 328 leinschließlich der 30 Mädchen), die allgemeine Fortbildungsschule war von 207 Knaben und 232 Mädchen besucht.

Im Gymnasium wurden 240 Schiiler in 9 Klassen unterrichtet. Tätig waren 15 Lehrkrafte im Hauptamte. Das Realgymnasium hatte in 14 Klassen 350 Schüler; die Zahl der hauptamtlich tätigen Lehrkräfte betrug 21.

Stärker als diese beiden Schulen ist die Oberreal⸗ schule besucht, dort betrug die Zahl der Schüler 783. Sie wurden in 25 Klassen von 37 Lehrkräften unterrichtet. Noch stärker ist die Zahl der Schülerinnen in der höheren und erweiterten Mädchenschule. Diese wird von 814 Schülerinnen besucht; von 209 in der erweiterten und 605 in der höheren. In 25 Klassen sind 33 Lehrkräfte tätig.

ö Unerhörte Teuerung. Seitdem die Franzosen das Ruhrgebiet besetzten, macht der Dollar entsetzenerregende Sprünge. Im Laufs von etwas mehr als 8 Tagen schnellte er fast auf das Dreifache des bisher verzeichneten Höchst⸗ standes hinauf und natürlich oder auch unnatürlich richten sich die Preise der Nahrungsmittel und aller andern Waren danach. Nötig wäre das gewiß nicht, aber es ist so in der Geschöftswelt üblich geworden und einer machts dem andern nach Fleischpreise, wie in der schlimmsten

ungersnot. Vor dem Kriege niildte der Arbeiter für ein Pfund Wurst von ordentlicher Qualität zwei Stundenlöhne aufwenden, jetzt braucht er deren beinahe fünf! So gehts mit den meisten Vedürsnissen und das Resultat ist: Darben und Entbehren für die Minderbemittelten! Folgen des Kriegswahnsinns!

Schutz junger Mädchen. Wir werden um Aufnahme folgen⸗ der Zeilen ersucht:

Niichsten Samstao unh Sonntag, den 20. und 21. Januar wird die Deutsche Bahn hofsmission mit Erlaubnis des Reschsverkehrsministeys in allen größeren Bahnhöfen Deutsch⸗ lands eine Sammlung veranstalten, Die D. B. sicht auf eine 25 jährige Tätigkeft zurück. Ste will ressenden jungen Mädchen, 555 40 en Kranken u a. mit Rat und Hilse zur Seite stehen,

achlusen eine Unterkunft verschaffen, und allen ein Schutz vor schlechtem Elementen sein. Auf Anregung der Schweizer Zeutrale sollen neue Maßregeln zur Bekämpfung des Mädchenhandels ge⸗ troffen werden. Täglich wird den arbeitenden jungen Mädchen das Reisem mehr erschwert Trotzdem werden viele gezwungen sein ihr Brot im Ausland zu verdienen. Laessen wir sie wissen, daß Deutschland sich um ihre Nöte kümmert! Wir bitten um freundliche Beachtung der Sammlung!

Wir sind dem Ersuchen um Aufnahme nachgekommen, weil es sich um Unlerstsitzung Hilfsbedürftiger handelt und uns bekannt ist daß von dieser Selte schon viel Gutes geleistet wurde. Wir müssen es jedem Leser überlassen er dazu etwas beitragen will.

Sozialversicherung und Geldentwertung. Ein Arbeiter vom Lande schreibt uns: Gegenwärtig wird wieder sehr viel von Einig⸗ keit bes deutschen Volkes gepredigt. Im möchte mir erlauben, jene Kreise etwas an die Opferwilligkeit der Allgemeinheit gegensiber zu erinnern. Seit 12. Oktober vorigen Jahres bin ich erkrankt, erhalte täglich 350 Mk. Krankengeld von der Krankenkasse. Der Laib Brot kostet aber jetzt ungefähr 500 Mk. Von der Regierung wurde für die Brotpreiserhöhung eme allgemeine Lohnerhöhung zugesagt: wo bleibt aber ein solcher Ausgleich bei der Krankenkasse? Jetzt erst ist bestimmt, daß nach 43 Tagen das erhöhte Krankengeld bezahlt werben soll. Aus eigener Kraft können die Krankenkassen die Mlttel nicht aufbringen um das Krankengeld der Geldentwertung anzu⸗ passen. Wenn man aber auf der einen Seite für gesunde und ver⸗ anögende ehemalige Offiziere Milliarden für Penstonen zur Ver⸗ fügung hat, so wäre es aßer auch Pflicht, dafür zu sorgen, daß Arbeitern und Beamten, wenn sie erkrankt sind, soviel gewährt wird, daß sie leben können. Sind die bürgerlichen Parteien bereit, dafür Mittel zur Verfügung zu stellen? 1 8.7

Zebe Auskunft am Telephonamt 30 Mark. Daß die Fern⸗ sprechgebüthren und auch die Nebengeblühren erhöht sind, weiß jeder⸗ mann. Nicht jeder weiß, daß er selt dem 1. Januar für jede Aus⸗ kunft, die er beim Fernsprechamt einholt, 30 Mk. bezahlen muß. Auch nachträgliche Streichungen angemeldeter Ferngespräche werden mit dem gleichen Betrage berechnet. Da wird sich wohl mancher wundern, wem er auf seiner nächsten Fernsprechrechnung diverse Posten von 30 Mk. verzeichnet findet. Fehlt nur noch, daß auch fiür falsche Ver⸗ bindimgen und für langes Warten am Telephon Gebühren zu be⸗ zahlen find.

Bei Streiks und Aussperrungen ist der betreffende Arbeit⸗ geber 27 Heide dem Arbettsamte oder dem öffentlichen Arbelts⸗ nachweis Meldung zu machen, ebenso von dem Schluß der Arbeits⸗ elnstellung. Auf die im heutigen Blatte enthaltene diesbezügliche Bekanntmachung set hingewiesen.

Falblot gestochen. Ein empö render Ueberfall eines Menschen spielte sich am Sonntag abend gegen 10 Uhr in der Wirtschaft von Wörenkämper in der Walltorstraße ab. Dort kam um diese Zeit ein junger Mensch hastig herein und ersuchte um Rettung von seinen Verfolgern. Diese hörte man auch sosort angestiirmt kommen, der der Wirkschaft befindliche Aobeiter Reuschling hielt deshalb die re zu, Schließlich konnte er aber der Gewalt von außen nicht mehr

tandhalten, mehrere Burschen drangen ein, die sosort Über den R. essern herftelen und ihn so schwer verletzten, daß er seitdem ewußtlos in der Kfinik liegt und sich noch in Lebensgefahr besindet. A. als ein ruhiger und anstänbiger Mensch geschildert, dar den

1 nicht die geringste Veramlassung zu ihrer wilsten Messer⸗ sttecherel gegeben hat. Der in der Nähe wohnende Heilgehilse P.

weigerte sich, dem Verletzten einen Verband anzulegen, weil ihm wegen der Bezahlung keine zufrlebenstellende Auskunft gegeben werden konmte.

Die Gesamtproduktion an Kohle im Ruhrgeblet betrug bei ordnungsgemäßer Förberung in den letzten Monaten 8,1 bis 8,2 Millionen Tonnen. Hiervan wurden 43 Prozent außerhalb des jetzt von Frankreich und Belgien besetzten Gebietes verwandt. Durch die Ueherschichten find im Ruhrgebiet monqgllich rund eine Mlllion Tonnen Kolle gefördert worden, die jetzt durch Ein⸗ stellung der Ueberschichlan im besetzten Gebiet in Fortfall kommen.

In den übrigen unbesetzten Teilen Deutschlands werben monatlich insgesamt 185 Millionen Tonnen Kohle gewonnen.

Zum Abtransport der im Ruhrgebiet geförderten Kohle waren rund täglich 2300 Güterzüge notwendig.

Oberhessischer Kunstverein. Morgen, Sonntag wird die Ausstellung des Süddeutschen Illustratoren⸗ Bundes Mlnchener Künstser eröffnet, welche 116 Werke, Aquarelle, Radie⸗ rungen und Zeichnungen aufweist. Außer diesen haben noch aus⸗ gestell:: Elmer⸗Darmsladt, Frles⸗ Ortenberg. Will⸗ gerodt⸗ Dillenburg und Varthel⸗Gießen. Die Mitglieder des Kunstvereins haben zu den Ausstellungen sür sich, Frau und unselbständige Kinder freien Eintritt. Nichtmitglieder 10 Mark Eintritt. Geöffnet ist die Ausstellung von 11 bis 1 Uhr.

Im Stadttheater kommt am morgigen Sonntag nachmittag die OperetteDer letzte Walzer, abends das Lustspiel Doktor Klaus zur Aufführung.

Konzert. Auf das morgen vom Konzerwerein veranstaltete in der Neuen Aula nachmittags 5 Uhr stattfindende Konzert sei nochmals aufmerksam gemacht.

Holzversteigerungen finden am nächsten Montag, Donnerstag und Freitag in den Gießener Waldungen statt. Wir machen auf die Bekanntmachung im heutigen Blatte aufmerksam.

Kreis Alsseld⸗Lauterbach.

Fahrplanänderung zwischen Saljzschlirf und Schlitz. Bahn⸗ amtlich wird mitgeteilt: Vom 20. Januar bis einschließlich 30. April 1923 fallen auf der Strecke Bad Salzschlirf⸗Schlitz die nur Sonn⸗ und Feiertag verkehrenden Züge 2504(S.) und 2505(S.) Schlitz ab 6.56, Bad Salzschlirf an 7.20, ab 7.58, Schlitz an 8.22

vormittags aus.

Kreis Wetzlar. Ausschußwahl zur Landesversicherung.

Im Bezirk der Obervpersicherungsämter Wiesbaden und Cassel findet am Sonntag, den 21. Januar die Wahl der Mit⸗ glieder für den Ausschuß der Landesversicherung der Provinz Hessen⸗Nassau statt.

Wablort und Zeit wird den Wahlberechtigten schriftlich mitge⸗ teilt werden. 4

Wahlberechtigt sind die Vorstands mitglieder der Krankenkassen, die mindestens 30 Mitglieder haben, weiter

a) der knappschaftlichen Krankenkassen, b) der Ersatzkassen.

An Stelle der Versicherten⸗Vertreter im Vorstand wählen:

bei den knappschaftlichen Krankenkassen die für den Bezirk des Versicherungsamts zuständigen Knappschaftsältesten,

bei den Ersatzkassen, die örtliche Verwaltungsstellen haben, die Geschäftsleiter der für den Bezirk des Versicherungsamts zustän⸗ digen örtlichen Verwaltungsstellen.

Die von den freien Gewerkschaften aufgestellte Vor⸗ schlagsliste trägt das Kennwort:Wilhelmshöhe.

Vorschlagsliste und Stimmzettel sind den Ortsausschüssen, (Gewerkschaftskartell) des Allg. Deutschen Gewerkschaftsbundes zugegangen und ersuchen wir, alle wahlberechtigten Arbeitnehmer⸗ Vertreter in den Krankenkassen, sich mit unserm Stimmzttel zu versehen und nur solche mit dem Aud ruck:

Wahlvorschlag Wilhelmshöhe.

im Wahlumschlag abzugeben.

Da vier Listen eingereicht worden sind, ist es unbedingt not⸗ wendig, daß alle Wahlberechigten an der Wahl teilnehmen.

Mit Gruß! Ortsausschuß des A. D. G. B. Frankfurt a. M. J. A.: Misbach.

Von Nah und Fern.

Frankfurt a. M., 18. Januar. Frankfurter Viehmarkt. Der heutige Vichmarkt erlebte eine Preissteigerung um rund 50 Prozent gegenüber den Notierungen vom Montag. Es wurden be⸗ zahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kölber feinster Qualität Mk. 78 00085 000, mittlerer Qualität Mk. 70 00077 000, ge⸗ ringerer Qualität Mk. 63 00068 000, Schafe Mk. 45 000.70 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 130150 000, von 80400 Kilo Mk. 120 000160 000, über 120 Kilo Mk. 150 000170 000. Der Auftrieb bestand aus 480 Kälbern und 162 Schweinen, außerdem wurden 14 Rinder nichtamtlich notiert.

Arbeitsrecht, Gewerkschaltliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Verhandlung vom 15. Januar 1923.

In der Lohnstreitsache des Deutschen Metallarbeiter⸗ verbandes, des Chr üstllichen Metallarbeiter verbandes und des Arbeitgeberverbandes für Lahn⸗ gau und Oberhessen in der Metallindustrie erging folgender Schiedsspruch:1 Mit Wirkung vom 1. Januar 1923 sind auf die Löhne der 3. Dezemberhälfte 30 Prozent, ab 10.31. 1. 23 weitere 30 Prozent ebenfalls von der 2. Dezemberhälste berechnet, auf sämtliche Grüppen und Altersklassen zu zahlen. Angesangene Markbeträge sind auf volle Mark nach oben auszurunden. 2. Die in der Vereinbarung am 5 Dezember 1922 sestgesetzten Zulagen für alleinige Ernährer und Verheivatete unter 25 Jahren erhöhen sich um dieselben Prozent ätze. 3. Die besonderen Zulagen wie

Feuerzulagen, Ueberstundenzulggen und Akkordzuschläge werden zunächst der weiteren Verhandlung der Beteiligten unter Zu⸗ zichung der beiderfeitigen Organksationen überlassen. Kommt

innerhalb drei Wochen keine Verständigung zustande, dann bleibt erneute Anrufung des zuständigen Schlichtungsausschusses anheim⸗ gegeben. 4. Zu einer Ausnahmeregelung be h der Lohnver⸗ hältaisse bel den Firmem Römheld⸗Friedrichshüttte. Limburger Blechwarenfabrik und Industriewerke Stockheim nimmt der Schlichtungsausschun diesmal leine Stellung. Er überläßt die weiteren Verhandlungen zunächst den Beteiligten unter Zuziehung der beiderfeitigen Organifationen. 5. Die Arbeiterinnen erhalten 75 Prozent der Löhne der Arbelter. Die Stundenlöhne der Arbeiter über 25 Jahren siund nach diesem Sch'edsspruch: Gelernte

ab. 1. 1. 23 Mk. 429. und vom 16.31. 1. 23 Ml. 528., Ange⸗

lernte Mk. 419. und 516. und Hilfsarbeiter Mk. 411. und 506.. Ble Strelttefle erbeelten Frist sür ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches bis zum 19. 1. 29. mittags 12 Uhr.

Verhandlung vom 16. Januar 1929.

Die Streittefle erhielten für ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung der Schieds prüche Frist bis zum 19. 1. 23 mittags 12 Uhr. Der Verband der Maler und der Tertilarbeiter⸗ verband erklärten sedoch sofort die Annahme der Schleds⸗ sprülche.

Dem Verband der Maler und der Verei meister von Gießen schlug der Schlichtungs denlohn der selbständigen Gehilfen über 20 Mk. 450. und ab 20. 1 23 bis auf weite bisher, seit dom 23. 12. 22 Mk. 330.. ne sollen sich in demselben Verbältulsse erhöhen. Eine etwalge neue Lohn⸗ regelung muß der beitrelbende Tefl bei dem anderen eine Woche vor Beginn der Lohnwoche beantragen, mit der sie eintreten soll.

Die Velriebe, die dem Arbeitgeberverband für Haudel und Gewerbe in Gießen angehören, follen den Weinküfern über 25 Jahren vom 24. 12. 22 an Mk. 15 000.

nigung der Maler⸗ ausschuß als Stun⸗ hren b 13. 1. 28 vox, statt

Wochenlohn zahlen statt vorher Mk. 9300. und die Löhne ber übrigen Altersstufsen in demselhben Verhältnis erhöhen. Ueber den Wirkunge un ber Lohnrogelung waren die Streittefle einsg. Dem Deutschen Textilarbeiterverband und dem Arbeitgeberverband für die Kreise Alsfeld und Lauterbach schlug der Schlichtungs zus schuß Erhöhung des Stundenlohnes der Arbeiter über 23 Jahren der seit dem 16. 12. 22 Mk. 237.75 war, vom 1. 1. 23 au astf Mk. 320. und vom 16.31. 1. 23 auf Mk 400. und Erhöhung der Übrigen

Löhne in dem selben Verlällnis vor unter Abrundung der Pfonmgbeträge auf volle Mark nach oben. Der Stundenlolm der Arbeiterinnen kommt hiernach von bisher Mk. 166.45 auf Mk. 224. und 280.. Den Anträgen des Textilarbetterverbande⸗

eln sestes Verhältnis der jeweiligen Lohnsätze der tariflichen Altorsklassen 1 Spitzenlohn aufzusteilen und den Spitz enlohn der Arbeiterinnen auf 85 v. H statt bisher 70 v. H. des Spitzen⸗ lohns der Arbelter sestzulegen gab der Schlichtungs⸗Ausschuß nicht statt. Ueber die Zeit der Lohnregelung waren die Streitteile eimig. 5 In zwei wefteren Lohnslreltigkeiten einigten sich die Streit⸗ teile ohne ntliche Verhan

Die Entlassung eines Friedberg er te d wegen Nichtbeachtung Lex Ve der Verordö nung vom 2. 2. 1520.

Verhandlung vom 18. Januar 1923.

In der Streitigkeit bes Deulschen Holzarbeiterverbandes, des Zentralverbandes der Zimmerer und des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen wegen Neuregelung der Löhne der Säge⸗ werksarbeiter schlug der Schl.⸗A. Erhöhung des Stundenohnes des Maschinenarbeiters über 25 Jahre in Gruppe& in der Ortsllasse 3 (Alsfeld), der seit dem 16. 12. 1922 Mk. 270 betrug, auf Mk. 350 ab 2. Janmar 1923 vor, ferner auf Mk. 380, ab 13. bezw. 15. 1., je nach Beginn der Lohnwoche, und auf Mk. 453 für die Zeit vom 20.(22.) Januar 1923 bis zum 2.(31.) Februar und Erhöhung der übrigen Löhne in demselben Verhältnis. Die Streitteile erhielten Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schieds⸗ spruches bis zum 24. Jamar 1929, mittags 12 Uhr.

Fünf Arbester der Bauxitgrube der Oberhessischen Gruben⸗ gesellschaft im Bessingerwald verwies der Schl.⸗A. mit ihrem An⸗ spruch auf Lohnzahlung für eine Kündigungszeit auf den Nechtsweg.

Eisenbahnbeamtentagung.

In einer am Sonntag von der Beamtenabteilung der Be⸗ zirksktg. Sachsen d. Deutsch Ei senb.⸗Verb. nach dem Dresdener Aus⸗ stellungspalast einberufenen Bezirksbeamtenkonferenz der ehem. jächsischen Eifenbahnbeamten sprach Ministerpräsident Buck über die Stellung des Beamten in der Republik. Nach dem mit sehr reichem

rs des Baugeschäftes Reuß in isas⸗Ausschuß für ungerechtfertigt sse des Entlassenen gemäß 8 13

Beifall aufgenommenen Vortrag gelangte nachstehende Ent⸗ schließung zur Annahme. 5 Angesichts der Bedrängnisse, die auf die funge deutsche

Repilblik seit ihrer Begründung einstürmten und der bebrohltchen politischen Vorgänge die des republikanische Gemeinwesen in feinem Gefüge zu erschlittern trachten, erheben die im Ausstellungs⸗ palast in Dresden versammelten ehem. sächsischen Eisenbahnbe⸗ amten des Deutschen GEisenbahner⸗Verbandes ihre Stimme und appellieren an die gesamte deutsche republikanisch gesinnte Be⸗ amtenschaft über alle wirtschastlichen Sorgen und ruppenwünsche hinaus das große Ziel einer starken Einheitsbewegung im Auge zu behalten und im Streben um die Festigung der deutschen Republik sich die Hand zu re

chen, damit ein sestes Bollwerk sich bilde an dem alle dem reuhbllkanischen Gemeinwesen feindlichen Strömungen zerschellen.

Die von 280 Delegierten aus allen Teilen Sachsens besuchte Konferenz, die über 18000 Eisenbahnbeamte und Hilfsbeamte ver⸗ treten, halte sich in der Hauptsache mit den Ausführungen des 1. Verbandsvorsitzenden Franz Scheffel und des Leiters der Haupt⸗ beamtenabtellung Verlin Erich Prawitz, zu beschäftigen. Im An⸗ schluß an eine sehr rege Aussprache der Delegierten erfolgt die einmütige Annohme nachstehender

Entschließung:

Die am 14. Januar 1923 jn Dresden tagende Konferenz der Eisendahnbeamten des Deutschest Eisenbahner⸗Verbandes für den Bezirk Sachsen stimmt den Ausführungen der Referenten Scheffel und Prawitz vollenthaltlich zu. Sie vertritt nach wie nor den Grundsatz, daß zur wirksamen Interessenvertretung der Beamten und Arbeiter der Reichsbafn in wirtschaftlicher rechtl⸗ licher, sozialer d beruflicher Beziehung. eine ein⸗ heitliche, in zweckmäßjger Wei baute, organisch gegliederte allesumfassende gewerksf 1 rganisation unentbehrlich ist.

Die Konferenz geloßht im ine der Beschlüsse des Mlinchener Verbandstages durch systematische Ausklärung und kollegiales Zu⸗ sammenarbeiten mit den Kollegen der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter den Gedanken der Einheits⸗ organisatlon zu fördern und zu verwirklichen.

Der Vertreter der Landesstelle Sachsen der Reichsgewerk⸗ schaft Schulze⸗Dresden, erklärte, daß es höchste Zeit ist, diesen einheitlichen gewerkschaftlichen Machtfaktor für die gesamten Eisen⸗ bahner zu bilden.

Die Konferenz begrüßte auch die nunmehr zwischen dem A. D. G. B. und der Afa einers und dem A D. B. anderer⸗

Organisakionsverträge und erklärte, mit allem Eifer an den Ausbau des Allgemeinen Deutschen Be⸗ amtenbundes in Sachsen mitzuwirken. Der Metallarbeiterstreik in Mitteldeutschland vermieden. Wie der Berliner Lokalanzeiger meldet, ist der Metall⸗ arbeiterstreik im mitteldeutschen Industriegebiet dadurch vermieden worden, daß schließlich doch noch eine Einigung vor dem Schlichtungsausschuß zustande kam. Danach er⸗ haletn die Metallarbeiter für die erste FJanuarhälfte einen Stundenlohn von 400 Mk., für die zweite Januarhälfte einen Stundenlohn von 480 Mk. 5

Sport

Sonntag, den 4. März 1923 findet umser erster Frühjahrs⸗Wald⸗ lauf im Stadtwald Gießen statt. Die zu durchlaufende Strecke be⸗ trägt für mter 18 Jahre alte Sportler 3000 Meter, für über 18 Jahre alte 5000 Meter. Der Lauf wird als Einzel⸗ und Mannschafts⸗ lauf gewertet. Die Mannschafst muß 5 Läufer stark sein. Der Lauf der Jugendlichen beginnt um 2 Uhr, der für Aktive um Uhr. Tresspunkt aller Teilnehmer um 1 Uhr im Gewerkschaftshaus Gießen.

Namentliche Meldung der Läufer unter Angabe, ob Mannschafts⸗ oder Einzellauf, muß bis 25. Februar an Unterzeichneten erfolgt sein. Bei Teilnehmern unter 18 Jahren ist außerdem Angabe des Alters erforderlich. Das Startgeld beträgt 5 Mark für Einzel⸗ und 20 Mark für Mannschaftslauf und ist mit der Meldung einzusenden.

Arbeiter⸗Turn⸗ und Sportbund 9. Kreis, 3. Bezirk. Karl Schäfer, Bezirks⸗Spiel⸗ und Sportleiter.

Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: 22 500 Mark.

Versammlungstalender

Rödgen. Wahlverein. Sonntag, den 21. Januar, nach⸗ mittags 3 Uhr Generalversammlung bei Wirt Wagnex. Tages- ordnung: Jahresabschluß. Vorstandswahl usw. Mitgliedsbilcher mitbringen.

Lich. Sogial dem. Wahlverein. Samstag, 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokale Albach, Bahnhosstraße. Generalversamm⸗ lung. Wegen wichtiger Tagesordnung wird zahlreiches Erscheinen erwaxtet.

Gießen. Arbeiter⸗Jugend. Sonntag. 21. 8 Uhr Generalversammlung im Gewerkschaftshause. scheinen wird gewlünscht.

Gießen. Freie Turnerschaft. abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus; Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht.

seits zustande gekommenen

annar, abends Unktliches Er⸗

Samstag, 20, Jaunar, Generalvevsammlung.