Ausgabe 
19.2.1923
 
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* Tageblatt. ö werden müßte, die inländische Produktion ganz dem eigenen Volke zu erhalten. Die Wirklichleit scheint aber von dieser

*

Rede sowie die des Innenminssters Oeser werden wir aus technsschen

Gründen am Dienstag nachtragen.

Nach Oeser bemerkte Abg. Moldenhauer(D. Ppt.) zu dem Vertrag der Badischen Anilin⸗ und Sodafabrik mit den Fran⸗ zosen, daß er zustande gekommen sei zu einer Zeit als eine Ver⸗ ständigung mit Frankreich noch möglich erschien und daß sein Zweck sei,

der deutschen Landwirtschaft zu nutzen. Es entwickelte sich dann noch über den Vertrag der Anilin⸗ und Sodafabrik mit den Franzosen eine längere Debatte, an der sich in der Hauptsache Deutschnationale und Kommunisten beteiligen, ohne daß irgend welche neue Ergebnisse gezeitigt werden. Um 7 Uhr abends vertagte sich das Haus auf Dienstag.

Innerpolitisch es.

Ruhrjunker.

Neuerdings versuchen die Pariser Hetzblätter die deutsche Arbeiterschaft gegen dieRuhrjunker auszuspielen. Dieser Versuch ist hon deshalb unsinnig, weil das deutsche Proletariat keinen Augenblück daran gedacht hät, sich schützend vor die Kassen⸗

schränke der Besitzenden zu stellen und sich die Wiedergutmachungs⸗ verpflichtungen. soweit sie Deutschlands Leistungssähigkeit ange⸗ zt sind du entziehen. Außerdem aber ist es, eine vollendete Sinnlosigkeit, wenn in derselben Pariser Presse die vor dem Sturz der Reglerung Wirth die deutschen Industriellen um⸗ schmeichel den Sattel half, jetzt gegen den

Haunt erhebt, und der Hochkapitalismus eder Einsichtige bei uns. daß wir

Eierschiebungen ins Auslaus.

Hühnerhalter und Händler rechnen nur mit runden Summen. Sie können es, weil die Cier rar sind. Können die armen Teufel keine kaufen, dann werden diese hoch⸗ wichtigen Nahrungsmittel ins Ausland geschickt. Früher wurden in Deutschland Eier in Massen eingeführt. Im Jahre 1913 war bei einer Bevölkerungszahl von rund 65 Millionen die Menge der Eiereinfuhr auf 1 667 510 Doppel- zentner und der Wert auf rund 190 Millionen Goldmark angewachsen. Der Hauptlieferant war Rußland. An zweiter Stelle stand Galizien, an dritter Stelle Bulgarien, das fast seine ganze Produktion an Deutschland abführte. Die soge⸗ nanntenfrischen Trinkeier wurden zum größten Teil von der inländischen Produktion geliefert. Infolge der aus⸗ ländischen Konkurrenz hielten sich die Preise für die deutschen frischen Eier in mäßigen Grenzen.

Eine Einfuhr von Eiern aus dem Ausland gibt es nicht mehr. Man sollte nun meinen, so schreibt das Berliner daß unter diesen Umständen alles aufgeboten

Forderung weit entfernt zu sein. Die Befürchtung ist leider gerechtferkigt, daß die diesjährige Kampagne eine Wieder⸗ holung der vorjährigen Verhältnisse bringen wird, falls nicht einschneidende Maßnahmen zur Verhinderung ge⸗ troffen werden. Nach Ausweisen des Statistischen Amtes führte Deutschland vom 1. Januar bis 1. Oktober 192² 9 492 000 Stück Eier mit einem Wert von 60 286 000 Mark aus. Von diesen ausgeführten Eiern kamen 304 000 nach Helgoland, 460 000 auffremde Schiffe, 94 000 in das übrige Ausland und 8634 000 ins Saargebiet. Das Saar⸗ gebiet ist nun allerdings deutsches Land und hat ein Anrecht darauf, von dem übrigen Deutschland versorgt zu werden. Die Vermutung liegt aber sehr nahe, daß diese erheblichen Eiermengen über das Saargebiet an hochvalutarische Länder unter großem Nutzen weiterverkauft worden sind.

Diese Vermutung verstärkt sich wenn man den Schmuggel berücksichtigt, der an der holländischen, belgischen und der tschechoflowakischen Grenze mit deutschen Eiern im vorigen Jahre getrieben worden ist und dem die Behörden angeblich machtlos gegenüberstanden. Holländische Geschäfts⸗

sieste Preise. 5

In der Frankfurter Zeitung gibt Karl Birner⸗Konstanz folgende Beispiele wis es gemacht wird:

Ich habe gestern einen Ochsen gesehen, der sollte 2 Millionen Mark kosten. So einen Doppelmillionen⸗Ochsen sieht man nicht oft; im Frieden kätte er aut seine 700 Mark gekostet. Heute sah ich einen Metzger der wollte 2 Millionen Mark sür den Ochsen geben. W ra der Landwirt:Der Ochse kostet heute 2% Mil⸗ lionen. Darauf der Metzger:Da müssen Sie sich für Ihren Ochsen schon einen anderen Schfen suchen. Worauf der Land⸗ wirt antwortete:Der kommt morgen und zahlt 25ë Millionen.

*

Ich habe vor drei Tagen ein Brautpaar gesehen, das sich

einen Herd kaufen wollte Der Hecd sollte 130 000 Mk. kosten.

Darauf suchten sie einen anderen Herd: schlechter oder besser, kleiner größer vor allem billiger. Die Suche dauerte zwei Tage; erfolglos. Deshalb kamen sie auf den ersten Herd zurück. Es war noch derfelbe Herd in demselben Geschäft mit derselben Verkäuferin. Verändert war nur die Preisaufschrift, nämlich in 200000 Mark. Da bekam die Braut Krämpfe. mußte ins Bett und die Hochzeit wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. * Ich habe gestern einen Schrank gesehen. An dem hing ein Schild mit der AusschrifNur 100 900 Mark. Das Schild war groß und deutlich. Es schrie förmlich: Seht. wie billig ich bin! Heute steht derselbe Schrank noch an derselben Stelle. Nur das Schild hat sich zu einem Schildchen verkleinert hängt auch an einer anderen Stelle verkehrt herum: man wird schon wissen.. ** Heute habe sch in einem Putzgeschäft eine Dame gesehen. die einen Hut aussuchte. Einer gefiel ihr besonders. Weil er aber 65 000 Mk. bostete gaß sie ihn zurück. Da kam der Briefträger

und brachte die Geschäftsvost Darauf der Kaufmann zu den Ver⸗ käuferinnen leise:Marke E G. kostet 50 Prozent mehr. Die

begelten sollen denn er lostet setzt 97 500 Mk.

Aufschlag kam weit dem Brie ägen

Dame fand keimen passenben Hut und verlangte den zu 65 000 Mk., den sie nun doch behalten welle. Die Verkäuferin:Schön. meine Dame. Der steht Ihnen vortrefflich Die Dame hätte ihn gleich Die Dame:Ja Die Vorkäufersn:Bedauere sehr. Der

aber wieso wiev se Fünf M uten früber ge⸗

leute haben darüber geklagt, daß sie mit deutschen Eiern überflutet würden und diese nicht mehr unterzubringen wüßten. Bei dem Herzogenrath gegenüberliegenden holländischen Zollamt Bleyerheide wurden täglich durch⸗ schnittlich 20000 Eier verzollt, die von Deutschland kamen. Mit Hilfe dieser Zahl kann man sich einen Begriff machen, wie groß die Ziffer der geschmuggelten Eier war! Ebenso stand der Eierschmuggel an der tschechoslowakischen Grenze in vollster Blüte. Nach einer fachmännischen Schätzung sind allein in jenen Gegenden wöchentlich etwa 100 000 Stück deutscher Eier verkauft worden. Nach Aeußerungen dieser Leute wurde die Ware in Etappen von Dresden und sogar von Verlin an die Grenze gebracht.

Die deutsche Bevölkerung leidet bekanntlich an Nah- rungsmitteln ungeheure Not und kann sich diese im Aus- lande nicht mehr kaufen. Aber das ficht die Lumpen und Schieber, die Patriotenmäuler wenig an. Sie schimpfen auf die Republik und füllen sich die Taschen. Nach uns die Sintflut!

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Der Verband sozialer Baubetriebe erhöht sein Stammkapital auf 100 Millionen Mark.

Der Aussichtsrat des Verbandes Sozialer Baubetriebe hat be⸗ schlossen, das Stammkapital des Verbandes von 25 auf 100 Millionen Mark zu erhöhen. Die Geschäftsführung wurde beauftragt, die Er⸗ höhung so resch wie möglien in die Wege zu leiten. In der Aufsichts⸗ vatssitzung gab Genosse Paeplow die Erklärung ab, daß der Deutsche Baugewertsbund un Laufe dieses Jahres voraussichtlich allein 100 Millonen Mark zur Forderung der baugewerblichen Sozialisierung bereitstellen werde. Hugh wolle an davon ꝛunächst nur den kleineren Teil als Stammkapital in den Verband Sozialer Baubetriebe ein⸗ bringen, um den anderen Gewerkschaften Gelegenheit zu geben, dem Baugewerksbund mit der Zeichnung von Stammkapital nachzukom⸗ men. Den größeren Teil gedenke der Baugewerksbund anderweitig zur Förderung der Sozialisierung zu verwenden. Die Erhöhung des Stammkapitals ist im besonderen nötig zur Ausdehnung der pro⸗ duktiven Tätigkeit des Verbandes, der heute bereits mehrere Schlacken⸗ . eine Ziegelei, ein Sägewerk und ein Schieferbergwerk betreibt. 0

Gießen und Umgebung. Vaterländische Streikkasse.

Es gingen weiter bei uns ein:

Lehrer Kneßt Mittel⸗seemen 1000 Mk., Lehrer Ronder Nieder⸗Seemen 1000 Mk., zusammen 2000 Mk., bereits quittiert 309 550 Mk., zusammen 11 550 Mk.

Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne

entgegengenommen. Verlag der Oberhessischen Volkszeitung.

Stadtverordneten ⸗Versammlung. (Schluß.)

In der Sitzung vom Donnerstag wurden ferner die Bau⸗ kostenvorschüsse an die Baugenossenschaft von 1894 von zu⸗ sammen 12,5 Mill. Mk. bewilligt. Der Annahme von 10 Millionen Mark aus den zur Verfügung gestellten Reichsmitteln(als Betriebs⸗ mittel vorschüsse) wird genehmigt und die Stadtverwalumg ermächtigt, weiterhin von Seiten des Reiches zur Verfügung gestellte Beträge zu den festgesetzten Bedingungen anzunehmen. Die kommumistischen Stadtverordneten haben Vertretung in verschiedenen Ausschüssen be⸗ antragt. Der Antrag wird für erledigt erklärt, nachdem der Ober⸗ bürgermeister aufdie Bestimmungen der Geschäftsordnug hingewiesen hatte. Ein weiterer Antrag der Kommunisten, alle Gegenstände in öffentlicher Sitzung zu verhandeln, wird abgelehnt.

Für die Erlaubnis zum Großhandel mit Lebens⸗ und Jutter⸗ mitteln ist eine neue Gebührenordnung von der Handelserlaubnis⸗ stelle aufgestellt worden. Der Gebührenordnung wird zugestimmt.

Eine neue Arbeitsordnung für die städtischen Arbeiter ist zwischen

Versammlung stimmt derselben eebnfalls zu, nachdem Moosdorf für die sozialdem. Fraktion erklärt hat, daß sie trotz mancher Mängel der Arbeitsordnung ihr die Zustimmung gebe, aber die Hoffnung ausspreche, daß sie in sozialem Geiste und loyal durchgeführt werde.

Für die Beschaffung von Bureaumaterialien und Lehrmitteln für die Volks⸗ und Fortbildungsschule wird ein Kredit von 150 000 Mark bewilligt. Ein weiterer Kredit von 50 000 Mk. wird für Herrichtung des Amtszimmers des Stadtschulrats bewilligt.

Dem Stadtschulamt sollen folgende Zweige der Geschäfte über⸗ wiesen werden: 5 N

1. Anordnung von Maßnahmen bei Verhinderung eines Lehrers.

2. Erteilung von Urlaub außerhalb der Ferien an Lehrer.

3. Handhabung der Verordnung über den Schulbesuch.

kauft und die Dame hätte den Hut billiger gehabt, als wir ihn dale kaufen könnten. Der Preis ist fest; wir haben nur feste voi se.

Bier und Wurst in Gießen vor etwa 100 Jahren.

In unserer Zeit, in der Bier und Wurst Kostharkeiten gewor⸗ den sind die sich der gewöhnliche Sterbliche gar nicht mehr leisten kann, ist es hochinteressant. einmal zu hören, was ein Kind unserer eigenen Helmat im Jabre 1804 über Bier und Wurst der Stadt Gießen zu erzählen weiß.

Im Jahre 1804 erschien ein Buch: Statistisch⸗politische und kosmopolitische Blicke in die Hessen⸗Darmstädtischen Lande, das der damalige Pfarrer Wlb Butte in Berstadt(Wetterau) verfaßt hatte. Butte ist in Trais a. d. Lumda 1772 als Sohn des dortigen Amtsrektors geboren. Er spricht über die wirtschaftlichen politischen und gesellschaftlichen Verkältnisse der Wettevau, des Bezirks Hütten⸗ berg, des Hinterlandes und auch von Gießen. Nach allerhand er⸗ götzlichen Ausführungen fährt er wörtlich fort:

Wurst und Bier sind in Gießen noch immer erbärmlich und letzteres ist gar oft nicht einmal zulänglich. Es ist in der Tat oft schwer zu erraten, welch ein Gemengsel von ganz verschiedenen Fleischsorten eine gewöhnliche Gießener Wurst sei. Ich rede nicht von der welche etwa für die Gasthäuser besonders bestellt wird, sondern nur von solchor, die 3. B. der arme Soldat an der Schirne kauft, und die nicht selten sein einziges Zugemüsse ist. Ich ließ mir verschiedentlich, welche zeigen. wobei aber freilich meine anato⸗ mische Kenntnis nur soweit reichte. mir das Resultat zu gehen. daß die Därme nicht gehörig von dem ansitzenden schlechten Fett ge⸗ resnigt waren, das leicht ranzig und der Gesundheit schädlich würd, daß ferner viele fremdartige Fleischteile iw der Wurst waren, die nicht in sie gehöven Daß ein gesundes nahrhaftes Bier. dseses große Labfal dar Leute, welche die schwerste Arbeit verrichten müssen, nicht Übelriechend, nicht süßlich, nicht dunkel oder gar schwarzbraun, nicht auf eine Act dick sein dürfe, die auf eigekochte Kalbssüße und dergleichen Schmierereien schließen lasse, weiß man ohne mein Erinnern. Würde man aber auch streng darauf, halten, daß die entgegengesetzten Esgenschasten nicht fel lten. so würde sich die Gießener Polkzei ein großes Verdienst erwerben. Das Bier

ist für Gießen um so wichtiger. da die Stadt ein so durchaus un⸗ schmackhaftes manchem Fremden völlig ungenießbares Wasser hat. Gießen wäre reich genwa. um diesem letzteren, wahrhaft großen Mangel abzuhelfen: gutes Wasser liegt ja nicht so serne.

der Stadtverwaltung und dem Betriebsrat vereinbart worden. Die

4. Die Anordnung über die Aufnahme der Kinder bei Beginn

des neuen Schuljahres.

5. 1 gebrechlicher, kränklicher oder geistig unreifer

inder. 6. Zuweisung von Kindern aus einem anderen Ort.

7. Maßnahmen bei ansteckenden Krankheiten.

8. Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen den einzelnen Lehrern

unter sich oder zwischen Lehrer und Eltern.

9. Aufsicht in der Schulgesundheitspflege und die Durchführung

der schulärztlichen Ueberwachung der Schule. 10. Bestimmung der Zeit des Unterrichts. 11. Festsetzung der Zeit und Dauer der Ferien. 12. Genehmigung von Privatunterricht.

13. Angelegenheiten der Fürsorgeerziehung.

Die Beisitzer der Instandsetzungsstelle sollen die gleichen Bezüge wie die des Mietseinigungsamtes erhalten. Dafür wird bis 31. März ein Kredit von 50 000 Mark bewilligt.

Für Anbringung von Eisengittern an den Fenstern des Ober⸗ hessischn Museums wird ein Kredit von 50 000 Mark bewilligt. Der Meitrag en den Verirksarbeitgeberverband von 7560 Mark wird ebenfalls bewilligt, außerdem für Schiedsstellenkoßen 900 Mark.

Gin Versicherungsslock für Schadenfälle, die nicht unter den Ver⸗ sicherungsvertrag fallen, soll geschafsen werden. Dafür werden 500 000 Mark bewilligt, die in die Vermögensrechnung überführt werden.

Die Straßenbahn soll auf einer Linie zwischen Bahnhof und Marktplatz eingestellt werden. Beig. Dr. Seib legt an den ziffern⸗ mäßigen Ergebnissen dar, daß unmöglich der Betrieb unter den gegenwärtigen Verhältnissen aufrecht erhalten werden könne. Der notwendige Zuschuß würde für das Jahr an die hundert Millionen betragen müssen, bis 1. April werden bereits 20 Mill. Mark nötig sein. Wenn die Hoscen sich einigermaßen decken sollten, müßte der Fahrpreis auf 175 Mark erhöht werden unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Frequenz. Damit würden die Einnahmen nicht ge⸗ steigert werden. Mafen tritt für Stillegung der Linie Selters⸗ weg ein. Nachdem sich noch Müller und Fischer geäußert haben, wird dem Antrage, die Linie über die Bahnhofstraße einzustellen, mit Mehrheit zugestimmt. Die Linke stimmt dagegen.

Für Zuschüsse an Herbergen für mittellose Wanderer wird ein jährlicher Beitrag von 70000 Mark bewilligt. Der Jahresbeitrag an den Allg. Verein für Armen⸗ und Krankenpflege wird auf 50 000 Mark für das Jahr 1922 erhöht. Desgleichen dem Cvangelischen

jährliche Beihilfe bewilligt unter der Bedingung, daß die beiden Krankenhäuser umgehend eine Uebersicht vorlegen, aus der das Ver⸗ hältnis der Kranken aus Gießen zu denen aus sonstigen Orten er⸗ sichtlich ist, sowie unter der dringenden Empfehlung, wegen möglichst gleichheitlicher Bemessung der Vecpflegungssätze mit dem Dezernenten der Stadtverwaltungen in Verbindung zu treten..

Dem neuen Gebührentarif der Dienstmänner wird zugestimmt. Für Durchführung der Sozialrentnerfürsorge wird beantragt, den Kredit auf 700 000 Mk. zu erhöhen. Haupt hält dafür, da weit höhere Mittel dazu notwendig seien. Beig. Dr. Frey klärt den Vorredner dahin auf, daß es sich hier nur um die Pflichtanteile han⸗ dele, welche die Stadt zu leisten habe. Haupt zieht darauf seinen Antrag zurück. Der Beitrag an das Archiv deutscher Berufsvor⸗ münder wird auf 1000 Mark erhöht. 5

Gegen die Rechnung der Armenkasse für 1920, die mit 892 400 Mark abschließt, wird nichts eingewendet; ebenso wird die Rech⸗ mung der Plock schen Stiftung für 1920 und der Voranschlag für 1922 nicht beanstandet. Dem Autodroschkentarif des Unternehmers Schilling wird zugestimmt.

Von den Wirtschaftsgesuchen werden die von Dechert, Neuen⸗ bäue 5; Frau Soldan, Neustadt 78 und Och. Stecken, Liebigshöhe be⸗ fürwortet; das von Bremond, Steinstraße 76 dagegen nicht. Mit der Erhöhung des Standgeldes auf den Krämer⸗ und Viehmärkten, 5 der Wochenmarktgebüthren erklärt sich die Versammlung ein⸗ verstanden.

Das Wohnungsbauprogramm wird nach längerer Debatte an⸗ genommen.(Was danach ausgeführt werden soll, wurde im Mittwoch⸗ blatte mitgeteilt.) Simon tritt dafür ein, daß noch 6 Häuser der Eisenbahner⸗Baugenossenschaft mit in das Programm aufgenommen würden, für welche die Pläne vollständig fertig und auch der Beitrag der Eisenbahndirektion gesichert sei. daß dem Eigenheim⸗Baurerein ein Haus für 50 000 Mark fertig geliefert werden solle. Der Oberbürgermeister wendet sich gegen jede Erweiterung des Programms, man müsse froh sein, wenn man das vorliegende durchführen könne. Winn tritt für den Antrag ein. Mann wäre stets für ein umsassendes Programm zu haben, es nütze aber nichts, eins aufzustellen, das man nicht durch⸗ führen könne. Von der Gießener Industrie wurde wenig getan für den Wohnungsbau. Wenn nicht alle Kräfte zusammengefaßt werden, könne man keine Häuser errichten. Ungeheuer sind die Baustoffpreise in die Höhe getrieben worden, Zement, Holz, Eisen kosten das mehr⸗ tausendfache wie vor dem Kriege. Wir müssen froh sein, wenn wir die Mittel zur Durchführung dieses Programms aufbringen. Nach weiteren Ausführungen von Simon und Krengzien wird dem vorgelegten Programm zugestimmt.

Die Verlängerung des Anschlußgleises an der Margaretenhütte verlangt einen Kredit von 15 Millionen Mark, der bewilligt wird.

Die Straßenbeleuchtung soll verbessert werden dadurch, daß 50 neue Lampen aufgehängt werden sollen. Die Kosten sollen da⸗ durch aufgebracht werden daß die alten Gaskandelaber verwertet

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Das Buch ist als Nr. 16 der Hess. Volksbücher erschienen und zu sehr billigem Preis vom Herausgeber Pfarrer Diehl in Fried⸗ beog zu haben.5

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Dollarlieder. (Von O. Schröder) 1. Der Dollar fällt! Der Dollar fällt, die Preise steigen?! Je nun, sie müssen erst erreichen Den Dollarstand von irgendwann. Und wenn's geschehen, was alsdann? Der Dollar steigt dann wohl auf's neue; Und wir empfinden keine Reue; Das Spiel beginnt von vorne dann Und endigt irgend wo und irgend wann. Im Tenpo, wie sich mehret das Kapital, Sinktselbstredend eben die Moral. 2. Rezension. Wie üblich in Schönheit sterbend, Goldrot den Himmel färbend, Geht unter das Tagesgestirn. Am Fenster ein geschniegelter Lümmel Starrt in den Abendhimmel, Zermartert sich das Hirn: Was hab' ich von all deinem Golde Wenn nur der Dollar nicht sinken wollte 3. Dollarbarometer. Der eine freut sich, wennhoch es geht, Dem andern das Sinken bringt Segen. Just, wie einer gern lustwandeln tan Und der andre herbeisehnt den Regen! Taler, Taler, du mußt wandern. Längst mußt' er wandern Und kehrt immer wieder. Wie's Geld samt vielem andern Form um eure Lieder; Singet keck wie anders wo: Dollar, Dollar, you must go!

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Teler, Taled, du mußt wandern(ins Englische über,

tragen*

Er findet es ferner merkwürdig,

Schwesternhaus und dem Josephskrankenhaus je 100 000 Mark als

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