Ausgabe 
19.1.1923
 
Einzelbild herunterladen

Redaktion: Gießen Bahnhosstraße 23 Fernsprecher 2008.

bethesst

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes

Ewedition: gießen Bahnhofstraße 23 Jerusprecher 2008.

Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen.

wirtschaftliche Beilage beträgt monatlich 780. M. einschl. Bringerlohn. 15 die Post bezogen 780. Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 80. Mt 1

Der Abonnementspreis mit den BeilagenDas Blatt der Frau undLand⸗

der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vet! rs. Für den Inseratenteil verantwortlich: N. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sär lich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. 5. Offenbach a. M.

Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Naum sokal 10. Mt, auswärts 15. Vet., die Reklamemillimeterzeile 50. Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗

der Rabatt gewährt Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends.

g Nr. 15

Gießen, Freitag, den 19. Jan uar 1923

1

18. Jahrgang

Fortsetzung des Vormarsches oder Stillstand?

Nach den in Berlin an den zuständigen Stellen einge⸗ troffenen Nachrichten haben am Mittwoch morgen die Franzosen ihren militärischen Vormarsch von Dortmund und Essen aus fortgesetzt. In den beiden Städten herrscht Ruhe, auch im übrigen neu besetzten Gebiet sind keine Zwischenfälle i geworden. Die Vormarschbewegung der französisch⸗

elgischen Truppen geht über Mettmann in Richtung Kupferdreh, jedoch sind Schwelm und Elberfeld noch nicht besetzt. In nördlicher Richtung bewegt sich der Vormarsch von Dortmund aus in Richtung auf Asseln; Unna ist jedoch noch nicht besetzt, auch Hagen ist noch frei, hingegen ist Herdeke gestern abend noch von einer kleinen Abteilung be⸗ setzt worden. Der für den Güterverkehr wichtige Verschiebe⸗ bahnhof Vorhalle bei Hagen ist zeitweise von kleinen fran⸗

zösischen Truppenabteilungen besetzt. Eine andere Meldung aus Düsseldorf besagt: Mit der Erreichung der Mittwoch⸗Linie ist die militärische Aktion, wie General Degoutte Pressevertretern erklärte, vorerst be endet. Er glaube nicht, daß die Besetzung weitergehe, da aus Paris neue Instruktionen nicht vorliegen.

Der Reichskohlenkommissar erneuert sein N ö Verbot.

Vom deutschen Reichskohlenkommissar traf Anweisung in Essen ein:

Anter Bezug auf die Besprechung der französischen In⸗ dustriellen⸗Ruhrkommission mit den Zechenbesitzern verbiete ich mit Rücksicht auf den französisch⸗belgischen Einbruch hier mit ausdrücklich die Lieferung von Kohlen und Koks an Frankreich und Belgien, auch für den Fall der Bevor schussung oder Bezahlung durch diefe Staaten. gez. Stutz.

Beseitigung der Kohlenstenerlisten durch die f deutschen Behörden? Sicheren Nachrichten Pariser Blätter aus dem Ruhrgebiet zu⸗ folge haben nach dem Vorbilde des Kohlensyndikats die deutschen Behörden alle Belege und Akten über die Erhebung der Kohlen⸗ teuer aus den Zollämtern fortschaffen lassen. Petit Parisien meldet hierzu, eine Prüfung diefer verschwundenen Kohlensteuer⸗ eerhebungslisten hätte zweifellos den Umfang der Kohlenförderung im Ruhrbecken enthüllt. Gegen alle Einschüchterungsversuche. 1 Die Antwort der Zechenvertreter. 1 Die am Mittwoch bei der Versammlung in Düsseldorf ganwesenden Vertreter der Zechen des Ruhrreviers haben 6 gestern der Besatzungsbehörde folgende Erklärung ab⸗ jedem Zechenvertreter unter⸗

folgende

gegeben, die übrigens von Zeichnet ist: a 13Der Herr Reichskohlenkommissar hat unter Androhung von Gefängnisstrafen den ausdrücklichen Befehl an alle Zechen des Ruhrgebiets erteilt, keinerlei Brennstoffe an Frankreich und Belgien zu liefern. Ich kann daher den von Herrn Coste erteilten Befehlen nicht nachkommen. Ich bin mir bewußt, daß ich bei die⸗ ser Haltung mich vollkommen in Einklang mit den Bestimmungen des Wassenstillstandsabkommen, des Versailler Friedensvertrages, dves Rheinlandsabkommens und aller ergänzenden Bestimmungen sowie der Haager Landkriegsordnung und mit den Regeln des Völkerrechts befinde, wie sie in allen Kulturstaaten anerkannt sind. Der Befehl meiner zuständigen Behörde schafft für die Zechen⸗ vertreter einen Fall von höherer Gewalt, bei dem auch noch nach Frankreichs Recht jede persönliche Verantwortung ausgeschlossen t. Er ist als Eingriff von höherer Hand für mich absolut bin⸗ dend. Niemand kann gezwungen werden, gegen sein Vaterland zu vandeln und eine ehrlofe Handlung zu begehen. Die Anforderung, ie an mich gestellt wird, schafft für mich einen moralischen Zwang. her auch nach französischem Recht jede Verantwortung meinerseits uusschließt. Zusammenfassend stelle ich sest und erlläre hierbei auf das bestimmteste, zu einer Handlung gegen mein Vaterland und zu einer ehrlosen Handlung lasse ich mich nicht zwingen.

Auf die von der Besatzungsbehörde ausgesprochenen serschärften Drohungen war bis Donnerstag noch nichts beiter erfolgt. Verhaftungen sind noch nicht vorgenommen orden. Andererseits bleibt der Versand von Reparations⸗ zohle nach Frankreich und Belgien eingestellt.

Die Verkehrs⸗ und Betriebslage bleibt normal.

Die Verkehrs⸗ und Betriebslage bei der Eisenbahn ist vollstän⸗ lig normal. Im Laufe des gestrigen Tages ist die übliche Anzahl

Hagen angefordert und gestellt worden. Züge mit Reparationskohle und nicht herausgegangen. Die anderen Kohlen sind normal beför⸗ tert worden. Auch heute ist die normale Anzahl Wagen angefordert worden, sie wird auch gestellt werden. Die gestern angekllndigten ontrollmaßnahmen der Besatzungsbehörde sind nicht durchgeführt, sendern nach lurzer Zeit wieder aufgehoben worden.

Das vergebliche Liebeswerben um die Arbeiter

Die Besatzungsbehörbe läßt in ihrem Bestreben, die Arbeiter ies Ruhrgebiets für sich zu gewinnen, trotz den Mißerfolgen nicht

tuch, Donnerstag nachmittag fand wiederum eine Aussprache mit den Begzirksleitungen der Essenbahnerverbände statt. Oberft Simon keuklärte den Vertretern der Eisenbahnerverbände, daß sie nicht kommen seien, um Eroberungen zu machen, sondern daß sie nur ut Friedensvertrag dle beutschen Verpflichtungen einzutreiben

Poincarés Kohlen ⸗Naubkrieg.

hätten. Der Arbeiterschaft würde in ihren Vestrebungen jedenfalls nichts von der Besatzungsbehörde in den Weg gelegt werden. Im Gegenteil, was der Arbeiterschaft in Deutschland vorenthalten werde, würde die Besatzungsbehörde ihr zukommen lassen. Oberst Simon äußerte dann noch den Wunsch, daß die Arheiterschaft der Besatzungsbehörde Vertrauen engegenbringen solle. Alle Wünsche und Veschwerden der Arbeiter würden wohlwollend geprüft und nach Möglichkeit zugunsten der Arbeiter geregelt. Die Arbeiter⸗ vertreter protestierten zunächst gegen die Besetzung, die sie als Rechtsbruch und Vergewaltigung bezeichneten. Sie stellten dem Oberst die Frage, ob die deutschen Gesetze von der französischen Behörde im Ruhrgebiet respektiert würden. Im übrigen erklärten sie, daß sie nur die deutschen Behörden als Vermittler in Arbeiter- fragen anerkennen würden. Oberst Simon erklärte darauf, daß die Besatzungsbehörde die deutschen Gesetze respektiere und selbst⸗ verständlich immer nur in Gemeinschaft mit den Arbeitern und der Eisenbahnverwaltung verhandeln würde. Grundsatz sei aller⸗ dings, daß die Eisenbahn rolle und nicht zum Erliegen gebracht werde. Daraufhin erklärten die Vertreter der Eisenbahnerver⸗ bände, daß sie zur Besatzungsbehörde kein Vertrauen hätten. Das Wohlwollen sei übrigens schon durch die Tatsache widerlegt, daß durch die Vesetzung des Ruhrgebiets eine Steigerung der Lebens⸗ haltung für die deutschen Arbeiter um 50 Prozent eingetreten sei. Die Arbeitervertreter wiederholten noch einmal, daß sie kein Ver⸗ trauen zur Besatzungsbehörde hätten und daß sie am allerliebsten mit ihr nicht in Verührung kämen. Für Verhandlungen käme ebenfalls nur die deutsche Eisenbahnverwaltung in Frage.

Reichskredit an die Zechen.

Wie das Berliner Tageblatt meldet, haben in Berlin zwischen den Vertretern der Zechen und Regierungsstellen Verhandlungen stattgefunden über die Frage, wie die Mittel für die Lohnzahlungen der Bergarbeiter im Ruhrgebiet auf⸗ gebracht werden sollen, wenn diese sich weigern, für die Franzosen Kohlen zu fördern. Wahrscheinlich wird die Re⸗

gierung in diesem Falle einen großen Kredit einräumen. Von privater Seite wird auch der Gedanke einer großen

Nationalspende für die Bergarbeiter lebhaft erörtert.

Der englische Kohlenkredit durch Stinnes abgeschlossen.

Der B. Z. Korrespondent erfährt an maßgebender Stelle, daß es Stinnes gelungen sei, von einer Gruppe

Londoner Banken einen Kredit von 2 Mill. Pfund Sterling zu erhalten zum Ankauf von Millionen Tonnen Kohlen.

Ruhrfranken und Zollabsperrung.

Ueber die Frage eineslokalen Geldes, in Form eines Ruhrfrankens und die Errichtung einer Zollinie schwebten in Paris Erwägungen, doch bestehen nach englischen Mel⸗ dungen gegen diese Zollabsperrung des Ruhrgebietes vom unbesetzten Deutschland nicht nur auf englischer, sondern auch auf belgischer Seite Bedenken. Die amtlichen fran⸗ zösischen Stellen erklären, die Regierung der Vereinigten Staaten habe der französischen Regierung mitgeteilt, daß das Gerücht, der amerikanische Delegierte Boyden werde einen amerikanischen Plan zur Lösung der Reparations frage vorlegen, jeder Begründung entbehrt.

Kundgebung der Reichsregierung gegen Poincaré.

Im Auschluß an die Reichskanzlerrede vom 13. Januar, die sich mit den von Poincaré in seiner Kammerrede vom 11. Januar gegen Deutschland vorgebrachten Vorwürfen be⸗ faßte, wird jetzt in einer umfangreichen amtlichen Kund gebung, die heute Donnerstag in den Morgenblättern zum Abdruck gelangte, noch einmal der französische Minister⸗ präsident an Hand einwandfreien Tatsachenmaterials wider⸗ legt. Die von Poincaré erhobene Beschuldigung, das Kohlen syndikat habe auf Anstiftung oder mit Hilfe der deutschen Regierung auch sein Aktenmaterial nach Hamburg mitge nommen, erledigt sich durch den Hinweis auf die einfache Tatsache, daß das Essener Kohlensyndikat ein Privatunter nehmen und daß es selbstverständlich ist, daß ein Privat- unternehmen beim Verlassen seines Sitzes auch seine Regi stratur und sein Aktenmaterial mitnimmt. Amtliche Ein wirkung oder Hilfe hat dabei nicht stattgefunden.

Eine Warnung an die Besatzungsbehörden.

Der Regierungspräsident von Disseldorf hat an den Dele gierten für die deutsche Zivilverwaltung, General Denviere einen Brief folgenden Inhalts gerichtet:Zunächst teile ich mit, daß die zu der gestrigen Sitzung in Düsseldorf geladenen Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in eine äußerst starke Erregung versetzt worden sind durch die Behandlung, die ihnen gestern zu- teil geworden ist. Sle haben dieser Entrüstung mir gegenüber den stärksten Ausdruck gegeben. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die mich nach der Sitzung aufgesucht haben, haben mir ihren sesten Willen ausgesprochen, niemals wieder zu persönlichen Verhand- lungen vor der französischen Besatzungsbehörde zu erscheinen. Ich gebe hiervon Henntnis, weil ich verpflichtet bin, der Besatzungs behörde alle Elemente mitzuteilen, die eine erhebliche Beunruhi gung in der Bevöllerung hervorgerufen haben. Ich fasse diese, meine Aufgabe dahin auf, daß ich auch solche beunruhigende Elemente mitzuteilen habe, die nach Ansicht der Arbestgeber und

Arbeitnehmer durch das eigene Vorgehen der Besatzungsbehörde hervorgerufen worden sind, welche jedes Verständnis für die Be⸗ deutung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Ruhrgebietes ver⸗ missen lassen. Ich habe das dringende Ersuchen auszusprechen, in Zukunft jede Requisition von Lebens⸗ und Futtermitteln aus den städtischen und ländlichen Bezirken des gesamten besetzten Ge⸗ biets, nicht nur des gegenwärtigen neubesetzten Gebiets, zu unter⸗ lassen. Schließlich habe ich noch mit aller Schärse davor zu warnen, irgendwelche weitere Maßnahmen zu ergreisen, die eine Abschnürung des Ruhrgebiets von dem unbesetzten Deutschland herbeiführen könnten. Die Einrichtung einer Zollinie würde zur Folge haben, daß ebenso wie bei der Verhängung der Sankionen des Jahres 1921 und in weit größerem Maße wegen der weit schwieriger liegenden Verhältnisse im Ruhrgebiet eine vollkom⸗ mene Verwirrung und Stockung der Verkehrsmittel, namentlich der Eisenbahnen, herbeigeführt werden würde. Nennenswerte Vorräte an Kartoffeln für die arbeitende Bevölkerung in dem Industriebezirk sind nicht vorhanden. Ich warne deshalb ein⸗ dringlichst vor allen Abschnürungsmaßnahmen im Verkehrs⸗ wesen. Mussolini beteiligt an Sanktionen.

Die französische, die belgische und die italienische Re⸗ gierung haben den Befehl zur sofortigen Ausbeutung der Domanialforsten am linken Rheinufer erteilt als Sanktion für die am 16 Januar durch die Reparationskommission festgestellten deutschen Verfehlungen bei den Solzliefe⸗ rungen.

Neue Sanktionen?

Von französischer Seite wird mitgeteilt, daß als eine der an⸗ gedrohten Sanktionen in der kommenden Nacht eine große Anzahl leere Eisenbahnwaggons beschlagnahmt werden sollen. Weiter sollen leere Schlepplähne, die sich auf dem Rhein und dem Rhein⸗ Herne⸗Kanal befinden, ebenfalls beschlagnahmt werden.

Verschleierte Requisitionen?

Zur Versorgung der belgischen Besatzung mit Bettzeug wird bis zum 1. Mai 1923 die Beschaffung größerer Mengen Matratzen, Bettsaken und Wolldeken im Gesauntbetrage von 2% Milliarden Mark gefordert. Es werden fast 40 000 Matratzen, für die Unteroffiziere besonders feine mit Wollfüllung versehene, 100 000 Bettlaken, über 60 000 Decken und sonstiges Zubehör verlangt. Die angeforde ze Stlickzahl der einzelnen Gegenstände ist so groß, daß auf den Kopf Kopf der belgischen Besatzung im Rheinland mehr als 2 Matratzen, 4 Bettlaken und 3 wollene Decken entfallen würden. Man kann frei⸗ lich auch annchmen, daß es sich um eine verschleierte Requisition für die Truppen des neu besetzten Gebiets handelt.

Politische Uebersicht.

Die deutsche Ernährungslage. Luther vor den Gewerkschaftsführern.

Der Reichsernährungsminister die Vertreter der Gewerkschaften aller Richtungen zu einer Besprechung über die augenblickliche Ernährungslage und die beabsichtigten Maßnahmen der Regierung zur Sicherung der Volksernährung. Der Minister teilte mit, daß u. a. eine wesentliche Einschränkung des Konsums an Fleisch, Eiern. und Milch in den Gastwirtschaften, eine Beschränkung der Schokolade- und der Kuchenherstellung geplant sei.

Mit Hilfe des bereits beschafften Auslandsgetreides und des noch eingehenden Umlagegetreides dürfte die Brotversorgung bis Ende Juni oder Mitte Juli ge⸗ sichert sein. Im Gegensatz zu der befriedigenden Kartoffel- ernte sei die Fettversorgung schwierig, weil man hier vom Bezug aus dem Ausland abhängig sei. Der Fleisch⸗ verbrauch, der im Jahre 1921 seinen tiefsten Stand erreicht hatte, ist in jüngster Zeit wieder in sehr bedeutendem Maße gesunken. Die Regierung ist bemüht, die Einfuhr von Gefrierfleisch in erhöhtem Maße vorzubereiten.

Beim Einmarsch in das Ruhrgebiet seien, wie Dr. Luther ausführte, die Franzosen äußerst erstaunt gewesen über die geringen Vorräte an Lebensmitteln, die im Ruhr- gebiet aufgespeichert sind. Daraus geht hervor, daß die französische Regierung über die wirtschaftliche und materielle Lage des deutschen Volkes vollkommen ununterrichtet sei. Die Regicrung wird alles tun, um die Weiterversorgung des Ruhrgebietes nach Kräften sicherzustellen. Der Reichs- ernährungsminister ist der Ansicht, daß die deutschen Zuckervorräte so ausreichend sind, daß eine Zwangs- bewirtschaftung nicht in Frage kommt. Für Kartoffeln und andere wichtige Lebensmittel wird die Regierung die Eisen⸗ bahnfrachten bis zur Halfte ermäßigen. Andererseits wird daran gedacht, die Zahl der Fleischgerichte in den Restaurants einzuschränken, den Verbrauch von Milch in den Cafés und Restaurants zu untersagen, Eier nur zu den Mittagsmahl⸗ zeiten reichen zu lassen; auch sollen Maßnahmen gegen über große Verwendung von Mehl zum Kuchenbacken beschlossen werden. 6

Die Gewerkschaften verlangten besondere Maßnahmen für Fleisch und Milch, doch lehnte der Reichsernährungs⸗ minister eine Zwangswirtschaft gegenwärtig ab. Wahr- scheinlich wird man zu durchgreifenden Maßnahmen sich erst entschließen, wenn's wieder zu spät ist. Wie damals im Kriegel!

empfing am Mittwoch.