so insbesondere 715 Milliarden
vom Bessitz zurückzuflibren ist. geht Datum: Gesamte schwebende Schuld unahme geg. d. Vormonat 1922 f in Milliarden Mark g
Ende Januar 270,3 „ Februar 277,3 7 „Mürz 281,1 3,8 „Abril 289,4 8.3 Mai 299,8 10,4 „ Juni 311.6 ale „ Juli 329,0 17,4 „ August 355,6 26,6 „Sehtember 528,4 17278
„ Ottober 720,7 192,3 „November 1166,0 445,3 „Dezember 202,8 926,8 f 1923 „Januar 2781.3 688,5 „ Februar 4628,2 1846,9
Nepublikaner heraus!
Einem viel beachteten Aufruf Philipp Scheide⸗ manns entnehmen wir folgende ernsten Mahnungen.
Die Republik ist in größerer Gefahr denn je zuvor. Bei der Unternehmung der Herren Kapp, Traub und Brederek, die Herr Ludendorff vom Branden- burger Tor aus besichtigte und segnete, waren die Herr⸗ schaften— sozusagen— auf sich und ihre Organisation lallein angewiesen. Jetzt besorgen die Herren Franzosen den borussisch⸗bajuvarischen Feinden der deutschen Republik die Geschäfte. Als im September 1919 zum erstenmal die Mahnung erklang:„Der Feind steht rechts!“, suchten ssich selbst sehr prominente Demokraten und Sozialisten über die klar zutage liegenden Tatsachen und Gefahren hinweg⸗ zutäuschen. Der Kapp⸗Putsch, der die Regierung zwang, ihren Sitz fluchtartig von Berlin nach Stuttgart zu ver⸗ llegen, mußte erst kommen, aktive und inaktive Minister mußten erst paarweise angefallen oder abgeschlachtet werden, bevor sich ein aktiver Reichskanzler— drei Jahre später!— dazu verstand, ebenfalls festzustellen, daß der Feind rechts stehe! Ich erinnere an diese Dinge, um allzu Vertrauens- selige zu warnen.
Aus der Vergangenheit kann selbst der mancherlei Nutzanwendung ziehen, der sonst der Meinung zustimmt, daß die Geschichte nur da sei um aus ihr nicht zu lernen. Mit dem Oberst Reinhardt, der eine demokratische Re⸗ gierung als Lumpengesindel beschimpft hatte und trotzdem um Dienste bleiben konnte, fing die Vogel⸗Strauß⸗ Taktik an. Hört sie mit den Offizieren der republikani⸗ ichen Reichswehr, die Fühlung mit monarchistischen Organi⸗ ationen hielten, immer noch nicht auf? Das gesamte deutsche Volk— die sozialdemokratischen Massen in erster Linie— ist einmütig in seinem Widerstande segen die Franzosen, die im Frieden brutal in unser Land ngedrungen sind. Es ist das Gegenteil von Ritterlichkeit, wenn bis an die Zähne bewaffnete Heere über ein Volk her⸗ fallen das waffenlos ist. Es ist aber auch nieder ⸗ rächtige Demagogie, wenn in unserm Lande be⸗ ttimmte Männer und Gruppen so reden und schreiben, als jönnten wir mehr denn passiven Widerstand leisten.
Durch solches gewissenloses Gerede, das national“ verbrämt und mit dunklen Anspielungen auf den zum Siege nur notwendigen„Willen“ gespickt wird, sollen ie Volksmassen getäuscht werden. a i
Durch die Verhandlungen im Reichstage und die ffiztösen Erklärungen in der Presse ist bekannt geworden, aß hier und da Waffenlager vielleicht im geheimen estehen, daß auch Verbindungen zwischen Offi⸗ ieren der Reichswehr und nationalistischen Drganisationen mindestens bestanden haben.
Es ist irrsinnig, sich einzubilden, daß mit Gewehren nd Handgranaten auch nur das geringste ausgerichtet wer⸗
dcchwersten Kalibers und Flugzeugen überreichlich ausge⸗ küsteten Franzosen. Herr Geßler, der Reichswehrminister, lat die Leute, die bewaffneten Widerstand leisten wollen, als
Ber rückte bezeichnet. a Dogegen sind Gewehre und Handgranaten Händen unserer Rechtsbolschewisten vollkommen ausreichende Waffen gegen die waffenlose republikanische ö hevölkerung! Die etwa versteckten Waffen jetzt in die Hände ber monarchistischen Organisationen zu spielen— das ist der zweck des Heldengeredes derer um Hergt
and Hitler. f Es ist die höchste Zeit, den Rechtsbolschewisten nicht nur auf die Mäuler, sondern vor allem auf die Fäuste zu sehen. Es kommt mir vor, daß ich deutlich genug gewesen bin,
uu gering eingeschätzt haben nachdrücklich aufmerksam zu machen. Der Hamburger Senator Petersen, der Führer bier demokratischen Reichstagsfraktion. ein gewiß kluger NMeann, hat vor kurzem in einer Versammlung in München esagt: „Heute wird kein einheitliches Deutschland sein und bleiben als in der Staatsform der Republik!“ i Herr Petersen hat ein rechtes Wort zu rechter Zeit am nachten Orte gesprochen. Wir unterschreiben die Worte und ziehen daraus auch bestimmte Folgerungen. Erneut mahne ih öffentlich, so schnell wie möglich einen demokrati⸗ sthen Block zum Schutze der Republik zu schafsen. Wie stehen demgegensiben die republikanisch gesinnten Massen da? Gewiß zählen die gewerk⸗ haftlichen Organisationen nach Millionen, ebenso die sozial⸗ demokratischen Organisationen. Aber außer diesen politi⸗ schen Massen gibt es erfreulicherweise doch auch bürgerliche epublikaner, die dem Zentrum, der Deutschen Demokrati⸗ cen Partei angehören, wohl auch in anderen Parteien noch bertreten sind. Wie gegenüber dem Angriff der Franzosen
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lesen.
gen könnte gegen die mit Tanks, Minenwerfern, Geschützen
in den
eigentlichen Träger neben dem Hunger
um alle Republikaner auf Gefahren, die sie bisher vielleicht
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Deutscher Reichstag.
— Das Steuerdrückeberger⸗Gesetz angenommen.
Helfferich als Steuerstratege der Bürgerlichen.
5 Berlin, 15. März. Bei der dritten Lesung des Gesetzes über die Anpassung der Steuergesetze an die Geldentwertung kam es am Donnerstag im Reichstag noch einmal zu lebhaften Aus- einandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und bürger⸗
lichen Parteien. Als Führer der bürgerlichen Parteien trat
wieder Herr Helfferich auf, fordernder und waßlos verhetzender Weise, daß auf den Bänken der Bürgerlichen, die Deutschnationalen ausge- nommen, das zustimmende Echo zu seiner Rede ausblieb. Für die Sozialdemokratie sprach Genosse Hertz. Aus seiner Sachkunde und seinem Angriffsgeist heraus rechnete er gründlich mit den Fehlern der deutschen Finanzpolitik ab. Er verwies darauf, daß die Finanzen des Reichs nur noch mit 7 v. H. durch Steuern aufgebracht würden. Auf je 100 Mark Steuern kommen 1365 Mark durch Aufnahme neuer Schulden. Unter stürmischem Beifall unserer Fraktion und allgemeiner Aufmerksamkeit des Hauses entrollte Genosse Hertz die verheerenden Folgen einer solchen Finanzpolitik im Innern und nach außen und warnte das Bürgertum noch einmal, Einkehr zu halten und auf dem verhängnisvollen Wege umzukehren. Der Reichsfinanzminister Dr. Hermes ontwortete unserem Redner in auffallend schwachen Aus⸗ führungen. Er konnte keinerlei Tatsachen des Genossen Hertz entkräften. Er erklärte vielmehr, daß er bei der kommenden Beratung seines Haushalts auf die allgemeinen Finanzfragen eingehen werde. Zwar bezeichnete er die Rede unseres Genossen als starke Uebertreibungen, aber den Be⸗ weis für diesen Vorwurf blieb er uns schuldig.— Dr. Helfferich, der ewig aufgeregte Führer der Deutschnatio⸗ nalen, hielt diesmal eine Hetzrede, in der er sich selbst über⸗ traf. Sie war säuberlich aufgeschrieben und wurde vorge⸗ Er sprach also nicht für das Haus, sondern er las eine Broschüre vor, die zweifellos demnächst draußen im Lande massenhaft verbreitet werden wird; denn an Geld fehlt es den Deutschnationalen nicht. In seinem Eifer, die trostlose Lage der Besitzenden zu schildern. ließ er die Ver⸗ hältnisse der Arbeiterklasse geradezu rosig erscheinen. So behauptete er kühn und dreist, das Lohneinkommen der Ar⸗ beiter und Beamten betrage jetzt 80 v. H. des Friedens- einkommens, während alle Welt weiß, daß der Reallohn der Lohn- und Gehaltsempfänger im Durchschnitt kaum 50 Proz. des Friedenslohnes beträgt. Wertvoll ist ein Eingeständnis Helfferichs: Als er seine Entschließung noch einmal empfahl, die die Lohnsteuer beseitigen und dafür eine Arbeitgeber- steuer einführen will, wurde ihm zugerufen:„Und wo nimmt der Arbeitgeber die Summe her?“ Darauf ant⸗ wortete er prompt:„Wo er jetzt die Lohnsteuer hernimmt!“ Herr Helfferich weiß also ganz genau, daß er bei einer soge⸗
allerdings in so heraus-
auf das Land das gesamte deutsche Volk zusammensteht, so müssen gegenüber den reaktionären Feinden der deutschen Republik alle Republikaner einig sein.
Also auf zur Sicherstellung der Republik gegen alle reaktionären Bedrohungen!
Deshalb: Demokraten heraus!
Schützt den Achtstundenta;!
Man hält wieder einmal die Zeit für gekommen, dem Achtstun⸗ denarbeitstag das Lebenslicht endgültig auszublasen. Angesichts der verzweifelten Wirtschaftslage Deutschlands dürfte es diesmal nicht nur bei dem Versuch bleiben, Mehrarbeit auf Kosten der Arbeiter⸗ schaft zu erzielen. Die daran interessierten großen Redekünstler der Rechtsparteien intonieren Himmelstöne, wie wunderschön es dem deutschen Volke gehen könnte, wenn es mehr arbeiten und gleichzeitig noch etwas mehr entbehren wollte, und beweisen mit vielen Worten, daß einzig die Faulheit der Arbeiterschaft schuld ist an der Finanz⸗
kbatastrophe des Deutschen Reiches. Leider kann man vielfach diese Ansicht unterstützen hören von solchen Leuten, die ihrer Lebens füh⸗
rung und ihrer gesellschaftlichen Stellung entsprechend offensichtlich zum Proletariat gehören, durch eine Beseitigung des Achtstunden⸗ tages aber scheinbar nicht getroffen würdem.
Wäre sich ein jeder, der sein Brot im Arbeits⸗ oder Angestellten⸗ verhältnis zu verdienen verurteilt ist, über die Folgen der Stinnes⸗ und Thyssen⸗Forderungen in bezug auf Mehrarbeit klar, der Wider⸗ stand dagegen wäre noch viel ausgeprägter, und jene Leute würden es gar nicht wagen, an dem Gedanken nur zu rithren. So aber trifft der Vorwurf, daß zu wenig gearbeitet würde, nicht nur die Männer im Arbeitskittel, sondern auch diejenigen, die mit Stehkragen und Krawatte sich ihr Brot verdienen müssen. Den sogenannten„einsich⸗ tigen“(charakterlosen, unwissenden) Kreisen der Arbeiterschaft ver⸗ sucht man einzuhämmern, daß das Wirtschaftsleben in Gefahr ist und daß eine Gesundung desselben mur von Mehrarbeit, und zwar von bedeutender, erwartet werden kann. Man unterläßt es aber, denen zu sagen, daß das Wirtschaftsleben nicht um seiner selbst willen, son⸗ dern daß es da ist, dem Volke in seiner Gesamtheit zu dienen. Was nlitzt uns ein gesundgepriesenes Wirtschaftsleben, an dem ein paar Leute wie Stinnes und Thyssen profitieven und an dem die n schwere körperliche und geistige Fron geraten? Die Pointe des Witzes ist doch die, durch ver⸗ längerte Arbeitszeit mit viel weniger Arbeitern das zu Leistende leisten dadurch große Arbeitslosenheere zu schaffen und mit ihnen die Löhne zu drücken, gleichzeitig den Beamtenapparat zu vermindern und die ewigen umd lästigen Forderungen der Beamten um Gewäh⸗ rung des Existen⸗minimums zu unterbinden. Dadurch würde zwar das sogenannte Wirtschaftsleben wachsen, blühen und gedeihen, dem Volke in seiner Mehrheit aber wfirde es schlechter gehen als je zuvor.
Schon ist flür viele Proletarjer im Stehkragen der Achtstunden⸗ tag zu einem Zerrbild geworden. Gesetzlich ist es zur Zeit noch nicht möglich, ihn gänzlich zu beseitigen, so behilft man sich, indem man uhm durch Zusatz⸗ und Ausführungsbestimmungen soviel als möglich von seinem Charakter nimmt. Für die Beamten und Arbeiter der Reichsbahn hat man ein Arbeitszeitgesetz in der Schublade, das dem Achtstumdentag offen Hohn swricht und für einzelne Zweige des Be⸗ triebes bequem sechzehn Stunden Dienst herausschindet. Dieses famose Werlchen wird fast bei jeder Lohnforderung der Eisenbahner als Gegenleistung präsentiert.
Arbeitet ein Arbeiter denn nun wirklich nur acht Stunden?— O nein, das wissen sie auch alle ganz genau. Sie wissen genau, daß die große Mehrzahl des„unteren Volkes“ eine riesige Summe an Mehrarbeit letstet, daheim nämlich, innerhalb der Familie oder sonst⸗ wie. Geht hinein in die Familien und seht, was da geschustert, ge⸗ schneidert, getischlert, gezimmert wind, um die Familie über Wasser zu halten. Welch eine Unsumme von Arbeit verschlingt Kleintier⸗ zucht, Land⸗ und Hausarbeit außerhalb der Arbeitszeit. Im morali⸗ schen Sinne gibt es urch für den Arbeiter keinen Achtstundentag.
nannten Arbeitgebersteuer die Arbeiter genau so belastet wie bisher; wohrscheinlich aber noch mehr, weil dann die Ar⸗ beiter nicht kontrollieren können, wieviel Steuern in Wirk⸗ lichkeit gezahlt werden.— Die übrigen bürgerlichen Redner fielen gegenüber dem rednerischen Kampfe Helfferich⸗Hertz wesentlich ab.— Der Kommunist hielt die übliche Rede, di wir aus allen Volksversammlungen kennen: die Massen sollen aufgeboten werden. Arbeiterregierung und ähnliche Forderungen mehr.
Vor der Abstimmung stellte Genosse Hertz in einer knappen, durchschlagenden Rede die Verdrehungen und Au⸗ schuldigungen Helfferichs richtig. Die Sozialdemokratie stimme nur deshalb für die Aufrechterhaltung der Kohlen⸗ steuer, weil keinerlei Sicherheit dafür vorhanden sei, daß der Fortfall der Kohlensteuer eine Preisermäßigung zur Folge haben werde. Es sei zu befürchten, daß bei Auf⸗ hebung der Kohlensteuer die Summen dem Reiche entgehen, aber den Kohlenmagnaten in die Tasche fließen würden. Die Behauptung Helfferichs, daß Hertz der Entente über die Stundung der Kohlensteuer Material geliefert habe, tat unser Genosse mit dem Hinweis darauf ab, daß in Gegen⸗ wart Helfferichs bereits festgestellt worden sei, daß die Repa⸗ rationskommission längst von dieser Stundung Kenntnis gehabt habe. Noch einmal zeigte Hertz die Demagogie der deutschnationalen Entschließung auf, die die Arbeiter, An⸗ gestellten und Beamten scheinbar steuerfrei lassen wolle. Unsere Partei habe den Mut, den Massen zu sagen, daß in der furchtbaren Lage Deutschlands auch sie Steuern zahlen müßten. Sie werde aber nicht zulassen, daß aus der direkten Lohnsteuer eine neue indirekte Steuer nach dem Willen der Deutschnationalen werde. Auf die hochfahrenden persön⸗ lichen Angriffe Helfferichs gegen Hertz antwortete dieser mit der klaren Feststellung, daß der Name Helfferichs für alle Zeit mit der Ermordung Erzbergers und Rathenaus ver⸗ knüpft sein werde. Hatte schon die Rede Helfferichs selbst in der Mitte des Hauses einen veinlichen Eindruck gemacht, so war während der Rede unseres Genossen Hertz deutlich zu erkennen, daß außerhalb der Helfferichschen Fraktion all⸗ gemein sich die Meinung verbreitete, daß Herr Helfferich diesmal eine schwere Niederlage erlitten habe. Er fühlte das wohl auch selbst, denn er verzichtete auf eine Erwiderung mit der billigen Ausrede, daß der Ton der Hertzschen Rede ihm die weitere Debatte unmöglich mache. Herr Helfferich spielt bei solchen Anlassen immer den Zartbesaiteten, während doch jede seiner Reden voller Gift und Galle und Haß gegen seine Gegner ist.— In der Gesamtabstimmung, die auf Verlangen der Sozialdemokratie namentlich war, wurde das Gesetz mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien gegen die sozialistische Linke angenommen.
hindern
Der Achtstundentag darf auf keinen Fall durchbrochen 1 Was der Arbeiter mit seiner„freien“ Zeit macht, darf die Besitz den ebensowenig interessieren, wie es den Arbeiter nicht interessieren soll, wie jene ihre Zeit umbringen. Der ständig hergeleierte Kehr⸗ reim des Unternehmers ist, daß es für ihn auch keinen Achtstunden⸗ tag gebe. Es gibt in Wirklichkeit auch für den Arbeiter keinen. der Unternehmer mehr als 8 Sunden arbeitet, weiß er auch, warum er es tut. Als ausgesprochene Gegner der Erfüllungspolitik sollten sie es lieber bleiben lassen. Muß aber mehr gearbeitet werden, so braucht man mir noch Arbeiter einzustellen, es gibt genug von ihnen, 5 welche Beschäfigung suchen. 5
Der finanzielle Zusammenbruch Deutschlands ist nicht die Schuld des Arbeiters, sondern gerade jener Kreise, die seine Gegner sind. Ggarbeitet wird fleißig in Deutschl and, das ist häufig genug unge⸗ wollt von jenen anerkannt, und auch die Fachleute unserer ehemaligen Feinde haben dies feststellen können. Schnell sucht man noch sein Parteisüppchen zu kochen und sucht nach einem Lamm, das Schuld und Sünde des Zusammenbruchs trägt. Wir weisen es von uns. Schuld sind allein die, die die wahnsinnige Nachkriegspolitik trieben und jene, die sie stützten. Es gilt aber, die Augen aufzuhalten und auf der Hut zu sein. Mir das Selbstbestimmungsrecht der gesamten Arbeiterschaft muß darüber befinden dürfen, wenn vom Achtstundentag abgewichen werden kann. Und der Zeitpunkt darf nicht eher eintreten, als die freiheitlichen Forderungen der Arbeiterschaft bis in die Ewigkeit hin⸗ ein restlos erfüllt sind.
Von der Etatsberatung des Landtags.
Der Finanzausschuß des Landtags fuhr am Donnerstag bei Kap. 18(Landtag) fort. Hier wurde von einer Seite das gar zu langsame Fortschreiten der Arbeit an der Ge⸗ schichte der Hessischen Verfassung und der Hessischen Land⸗ stände bemängelt. Kap. 19(Staatspräsident) wurde ohne Debatte genehmigt. Bei Kap. 20 Staatsverlags⸗Fond) wurde die Darnistädter Zeitung erörtert. Der Zuschuß⸗ bedarf für das Regierungsorgan mir 1800 000 Mk. wird nicht beaͤnstandet. Von verschiedenen Seiten wird im Gegenteil gefordert, daß das Organ zu einem wirksamen Sprachrohr der Regierung ausgebaut werde, was im Augen- blick besonders wichtig ist. Kap. 21(Auswärtige und Reichs- verhältnisse) wird ohne Debatte genehmigt. Zu Kap. 22 (Ober⸗Rechnungskammer) wird von einer Seite ein stärkere Heranziehung der Gemeinden mit Beiträgen für die Prüfung ihrer Rechnungen verlangt. Ein Abgeordneter wünscht von der Regierung Aufschluß, ob die Aufrecht erhaltung der Kammer neben den beiden Abteilungen, die die eigentlichen Arbeiten leisten, notwendig sei. In An⸗ wesenheit der Regierung soll diese Frage geprüft werden. Die Kap. 23(Verwaltungsgerichtshof), 24(Staatsarchiv) und 25(Rheinschiffahrt) werden ohne Debatte angenommen, ebenso die Kap. 28 bis 30. Bei Kap. 27(Ministerium des Innern) wird die Neuorganisation der Abteilung für Ge⸗ sundheitswesen gefordert, insbesondere die Berufung eines psychiatrischen Referenten in das Ministerium angeregt. Kap. 31(Provinzialdirektion) und 32(Landesgendarmerie— direktion) und 34(Arbeitshaus Dieburg) werden ohne wesentliche Bemerkungen angenommen. Fortsetzung Freitag.


