Ausgabe 
17.1.1923
 
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Zwecke der Sonderfürsorge für die Kapitale und So stalrentner ab⸗ ezweigt worden. Der Rest von 680 000 ark hat zur a nien Pursurge für alle übrigen Minderbemittelten gehslen«. er⸗

nen haben je 400 Mark erhalten. Bei Familien des Namittenmstglles als besondere Person gerechnet. Genn glich, wurden diese Beträge als Darlehen abgegeben, das in manallichen Raten bis zum 1. Mai 1923 zurückzuzahlen ist. Die beguuftigen ae und Kriegshinterbliekenen, zusammen 870 Personen, haben den Betrag aber unter Verzicht auf Rücker⸗ stattung erhalten. Es sind 332 000 Mk. mit rund 34 800 Mk. ohne Nülckerstattungspflicht ausgegeben worden.

Sammel⸗ und Verufsvocmundschaft. Am 31. Dezember 1922 waren 571 laufende Fälle vorhanden. Hiervon betrefsen das Stadtgebiet 536 und das Land(Amtsgerichts bezirk Gießen) 35 Vormund⸗ bezw. Pflegeschaften. 285 gehören dem männlichen und 286 dem weiblichen Geschlocht an. An Zugängen waren im Jahre 1922 83 Vormundschaften(43 männlich, 40 weiblich) und 20 Pfleg⸗ schaften(12 männlich, 8 weiblich). zu verzeichnen. In Abgang kamen 46 Fälle. Das Msindelvermögen besteht aus Wertpapieren im Nennwert von 54 100 Mk. und 776 893 Mk. an Spareinlagen. An Renten und Unterhaltsbeiträgen wurden im Monat Dezember 1922 rund 150 000 Mark ausgegeben.

Fraueuversammlung. Am kommenden Donnerstag abend Uhr findet im Gewerkschaftshaus eine Frauenversammlung der Vereinigten Sozialdem kratischen Partei statt mit Neuwahl der Leitung. Außerdem gibt Genossin Lorenz Bericht über die in Offenbach staltgefundene Sitzung des Landes⸗Arbeiterwohlfahrts⸗ Ausschusses und wird in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung recht guter Besuch erwartet. Die Mitglieder des Arbeiterwohl⸗ fahrtsausschusses werden ebenfalls hierzu eingeladen.

Wahlverein Gießen. Nächsten Freitag. 19. Januar hält der sozialdemokratische Wahlverein seine diesjährige General⸗ verfammlung im Saale des Gewerkschaftshauses ab. Auf der Tagesordnung stehen: Geschäftsberichte, Vorstands⸗ und Kom⸗ missionswahlen und anderes. Es wird erwartet, daß die Partei⸗ genossen sich zahlreich zu dieser Versammlung einfinden.

Vereinigung für Feuerbestattung Gießen. Am 1. Februar ds. Js. abends 8 Uhr hält der Feuerbestattungsverein seine dies⸗ jährige Generalversammlung im Kaufmännischen Ver⸗ einshause, Nordanlage 15 ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Jahres⸗ und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vor⸗ trag des Herrn Kreisarztes Dr. Schippert.

Stadttheater Gießen. Die ursprünglich für vergangenen Sonntag vorgesebenen beiden Vorstellungen nachmittagsDer letzte Walzer ung abends Se laus werden am kommenden Sonntag nachgeholt. Die für den letzten Walzer mit dem Datum14. Januar ausgegebenen Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit Sonntag. den 21. Januar, nachmittags. Für die AbendvorstellungDoktor Klaus werden neue Eintrittskarten ausgegeben. In Vorbereitung sleht neben den schon angelündig⸗ ten Werken Ibsens John Gabriel Borkmann.

Der TouristenvereinDie Naturfreunde, Ortsgruppe Gießen veranstaltete am 12 Januar im Gewerkschaftshaus für seine Mit⸗ glieder und Freunde des Arbeiterwandersports einen Licht⸗ bildervortrag. Genasse Mund führte die Anwesenden im Geist an den Rhein und von da durch die Pfalz. hierbei eine große Zahl wohlgelungener sarbenphotographischer Aufnahmen zeigend. In sesselnder Weise machte der Vortragende die An⸗ wesenden mit Land und Leuten bebennt und zeigte z. B. an der Errichtung der Naturfreundehäuser der Ortsgruppen Ludwügs⸗ hasen(250 Betten), Karlsruhe u. a. was fester Wille der Arbeiter⸗ wanderer bei der Schaffung von Schutzhütten und Ferieuhejmen zu leisten vermag. Der zweite Teil des Abends brachte Natur⸗ aufnahmen aus Oberbavern. Sal zbammergut und führte zum Schluß die schönsten Punkte aus dem Harz vor Augen. Reicher Beifall dankte dem Vortragenden für seine Darbietungen.

. Wiesek, Der Gemeinderat hatte in seiner letzten Sitzung am Freitag eine tief in das Gemeindeleben eingreifende Behandlung von Fragen zu erledigen, die unser Gemeindeparlament bis zur Mitternachtsstunde beschäftigte, und die hoffentlich dazu bei⸗ tragen, über die Schwierigkeiten der jetzigen Zeitläufte hinwegzu⸗ kommen. Zunächst wurde eine Polizeiverordnung beschloffen, die es verbietet, Gänse, Enten und Hühner auf den Straßen und Plätzen der Gemeinde umherlaufen zu lassen. Zuwiderhandlungen awerden in Zukunft im ersten Fall mit 20 Mk., im zweiten mit 30, im dritten mit 50, in jedem weiteren Falle mit 100 Mark Strafe für jedes Tier geahndet Zu dieser Maßregel war der Gemeinderat gezwungen, weil der Schaden, den die auffliegenden Gänse an den Lichtleitungen vecursachen sehr groß ist, ebenfalls der Schaden, der durch Gänse, Enten und Hühner auf Feldern und Wiesen verursacht wird. Alle Verwarnungen und Ermahnungen halfen bisher nichts. Um um vor allem die Gänsezucht nicht zu unterbinden, wird es Aufgabe sein, Mittel und Wege zu finden, dies zu ermöglichen. Der nüchste Punkt betraf das Bestattungswesen. Hierzu war von Jer sozialdemokrat. Fraktion dex Antrag gestellt, das Bestattungs⸗ wesen vollständig auf ie Gemeinde zu übernehmen. Dieser Antrag wurde angenommen, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 1923 ab. Die Gemeinde läßt immer eine Anzahl Särge einfacher Aufmachung auf Vorrat herstellen. Der betreffende Schreiner hat das Einlegen der Leichen zu besorgen. Das Verbringen der Leichen vom Trauer⸗ hause nach dem Friedhofe und das Herstellen der Gräber geschieht bereits auf Kosten der Gemeinde, notwendig ist nur noch, den bis⸗ herigen Zuschuß der Gemeinde für die Leichenfrau in eine zeitge⸗ mäße Bezahlung umzuwandeln. Diese Frage und die für das ganze Unternehmen notwendige Deckungsfrage wurde dem Finanzaus schuß zur Ausarbeitung überwiesen. Nach einem Aufruf in der Presse ist das vom Heilstättenverein gegründete Lupusheim in Gießen in schwerer finanzieller Bedrängnis. Der Gemeinderat bewilligte hier⸗ für 6000 Mark. Die Entschädigung des Wiegemeisters wird auf jährlich 6000 Mk. festgesetzt. Das Wartegeld der Hebammen wurde in der vom Kreisamt vorgeschlagenen Höhe bewilligt. Die unwiderrufliche Aunstellung von Gemeindebeamten wird aus prinzi⸗ pellen Gründen aßgelehnt. Des Gesuch des Stenographennereius um loberlassung eines Schulsaales und dasjenige von Anwohnern der Kirchstraße um Anbringung einer Straßenlampe werden zurück⸗ gestellt. Die Fällung einer Anzahl nicht mehr ertragsfähiger alter Wirnbärane auf der Hohl wird genehmigt. Die Hundesteuer der Gemeinde wird auf 400 Mk. festgesetzt, sodaß mit der Landessteuer zusammen 900 Mk. pro Hund zu bezahlen sind. Der mehrfache Hunde⸗ besitz wird um den ebenso vielfachen Betrag erhöht. Die Anschaffung einer Lundemarde auf Kosten der Hundebesitzer, zur Auffindung der Steuerdrisckeberger wird baschlossen. Zum Schluß wsinscht die so staldemokrat. Frolsson die Einberufung einer außerordenklichen Sitzung des Gemeinderats zu einer Trauerkundgebung und zum

Protest gegen den von den Franzosen begangenen Vertrags⸗ und

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in alter beuährter Güte! I geeignet für alle Arten von Wäsche.

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Friedenspruch. Rektor Dr. Rein soll ein entsprechendes kurzes Referat halten, dem wird zugestimmt.

Protestlundgebung des Gemeinberats in Wieseck gegen die fran⸗ zösischen Genglttaten ün Ruhrgebiet. Aus Wieseck wird uns be⸗ richtet: Zu eine feierlichen Kundgebung vareinigte sich am vergangenen Sonntag nachmittag 2 Uhr der hiesige Gemeinderat,

um gegen die neuesten Gewalttaten der Franzosen zu protestieren.

Reltor Dr. Rein erinnert einleitend an den Ernst der Stunde, die über das fernere Schiclfal unseres Vaterlaubes entscheideat und nahm diese Gelegenheit wahr, den Dank an die Männer auszusprechen, die in Deutschkands schwerster Zeit, im Chaos des Zusammenbruchs, den Mut und die Craft ausbrachten, die Leitung des Reichs in die Hand zu nehmen. Das gleiche gilt von denen, die am 29. Juni 1919 blutenden Herzens ihren Namen unter den Schandvertrag von Ver⸗ sailles setzen mußten. Nach diesem Abschnitt folgte eine Reihe Konferenzen, die uns zu denken gaben. In Spaa stand uns die Entente noch in geschlossener Phalanx gegenüber, bei den folgenden Konferenzen zeigte sich ein Riß nach dem and ren. Heute kann man sagen: DieEntente cord'ale Aft innerlich gebrochen. orgiht sich daraus für uns? England und Amerika tun nichts u. f

sie wollen nur im eigensten Interesse nicht den Untergang e dent schen Volkes. Was will dagegen Frankreich? Es will nicht die ihm durch denFriedens ⸗vertrag zugesprochenen Milliarden, es will Deutschland auf dem Punkt haben, um Frankreich zu ersten Macht Europas werden zu lassen, es will den alten Traum aus träumen: Der Rhein ist die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Was ergibt sich hieraus flir uns? Mag der eine links oder rechts stohen, hier müssen wir als Brüder eee alle Parteigegensätze haben zu schweigen, treu und wahr haben wir hinter der Regierung zu stehen. Am Schlusse seiner von tiefem Ernst vorgetragenen Ausslihrungen empfahl der Redner die Unterschrift und Absendung folgender Resolution, welcher der vollzählig versammelte Gemeinde⸗

vat nachkam: Wieseck, den 14. Jamtar 1923. An das Hessische Gesamtministerium zu Darmstadt.

Der zu einer Trauertagung einberufene Gemeinderat zu Wieseck(Kreis Gießen) erhebt feierlichst Einspruch gegen die im Ruhrgebiet an uns begangene neue Vergewaltigung. Abermals hat man die Hoheitsrechte eines freien Volkes mit Füßen getreten. Wieder hat Gewalt über Vernunft und Recht obgesiegt. das Zentral⸗ gebiet der deutschen Wirtschaft soll verfklabt werden. Ohne Rück⸗ sicht auf Parteien und Ansichten stellen wir uns in dieser ernsten Stunde geschlossen hinter die Regierungen unseres Landes und Reiches mit dem Ausdruck unseres absoluten Vertrauens.

Der Bürgermeister und der Gemeinderat zu Wieseck.

Heuchelheim. Endlich ist es gelungen, auch in Heuchelheim den idealen Gedanken einer Volkhochschule zu verwirklichen. Zu diesem Zweck fand am Mittwoch den 10. Januar im Lokale von Karl Volkmann eine öffentliche Versammlung statt, in welcher es der er⸗ schjenene Redner, Herr Dr. Werner, von der Volkshochschule Gießen, in seinem äußerst lehrreichen Vortrage vorzüglich verstand, Zweck und Ziel der Volkshochschule in allgemeinverständlicher Weise darzu⸗ legen. Frei von konsessioneller und politischer Richtung, soll sie jedem Intereffierten eine breitere, umfassendere Weltanschauung bringen, und allen vom Treiben des Alltags Erschlafften die höchsten Güter des Lebens kennen lernen. In der anschließenden Aussprache er⸗ gab sich, daß in dieser Bewegung allem Anschein nach ein lang be⸗ standenes Bedürfnis Befriedigung gefunden hat, wovon etwa 50 ab⸗ gegebene Beitrittserklärungen zeugen. Nach der Versammlung fand die Gründung und Organisation desVolkshochschulvereins Heuchel⸗ heim statt. In liebenswürdiger Weise haben sich aus unserer hie⸗ sigen Lehrorschaft verschiedene Herren bereit gefunden, uns ihr

»Wissen zur Verffigung zu stellen, sodaß es möglich war, als Beginn

für die diesjährige Vortragsreihe Donnerstag, den 18. Januar 1923 festzulegen. Herr Rektor Schmidt beginnt mitGeschichte von Heuchel⸗ heim. Es folgenWirtschafts⸗Geographie von Herrn Lehrer Sang undKulturgeschichte von Herrn Lehrer Reidt. Je nach Bedürfnis der Interessenten können auch noch andere Sachen gegeben werden. n.

Watzenborn⸗Steinberg. Am Sonntag. den 14. ds. Mts. fand bier eine Mitgliederversammlung der Vereinigten Sozial⸗ demokratischen Partei statt. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: Regelung des Beitrages stand die Versammlung einmütig auf dem Standpunkt, daß der Partei auch sernerhin die Mittel nicht ver⸗ sagt werden dürften, und stimmte der neuen Beitragsregelung des Landes⸗Vorstandes zu. Unter Punkt 2 wurde die Stellung⸗ nahme der Fraktion zur Regierungsbildung in Hessen von einzel⸗ nen Genossen scharf kritisiert. Dieselben waren der Ansicht, daß durch Einbeziehung der Deutschen Volkspartei in die Regierung der Einfluß unserer Partei wesentlich geändert würde und traten für den Austritt umserer Partei aus der hessischen Regierung ein. Grundfätzlich stimmten alle Genossen gegen eine Erweiterung der Regierung nach rechts. andererseits waren gber auch einige Genossen der Ansicht, daß man Parteivorstand und Führern mehr Vertrauen in solch schwierigen Situationen entgegenbringen müsse da dieselben von einflußreicher und maßgebender Stellung aus, die Sachlage besser beurteilen könnten. Unter Punkt Verschiedenes wurden noch einige örtliche Angelegenheiten besprochen, worauf der Vorsitzende in schon vorgerückter Stunde die an Betefligung und Diskussionen rege verlaufene Versammluna schloß. hm.

Kreis Wetzlar.

s. Odenhausen a. d. Lahn Bei der Sammlung zur Winter⸗ nothilse sind hier kaum 12000 zwölftausend Mark einge⸗ gangen. Wenar die vielen Frommen in unserem Orte den Bihel⸗ worten von Nächstenliebe und Mildtätigkeit Veachtung schenken würden, hätte weit mehr zusommenkommen müssen. Allein da scheimen viele wichts für die Aermsten unseres Volkes übrig zu haben. Doch es gilt auch heute noch das Wort von denen, die in Schafspelzen einhergehen innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Werken sollt ihr sie erkennen!

Westerwald und Unterlahn.

Vom Zuge totgefahren. Im Bahnhöfe von Herborn wurde am Freitag früb auf dem Gleise der 37 Jahre alte Bremser Paul Peil, in Dillenbura stationiert, tot aufgefunden. Der bedauernswerte Manm war in zwei Teile zerfahren und muß der Tod sosort eingetreten sein. Wie und wann das Unglück geschehen, kaum niemand sagen. Die Familie des Verunglückten, welcher aus Burg stammt. wohnt in Butzbach.

Von Nah und Fern.

Frankfurt a. M., 15. Januar. Frankfurter Getrelde⸗ börse. Bei weiter steigenden Preisen wurden heute bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 46 00048 000, Roggen Mk. 40 00042 000, Gerste Mr. 3500037 000, Hafer, inländischer Mk. 28 00033 000, ausländischer Mk. 4400048 000, Mais(La Plata und Mixed)

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Mk. 44 0004% 000, Weizenmehl, fsüsßd.. mehl Mk. 56 00059 000, Kleie Mk. 19/ 50%, Erbsen Mk. 65 600 75 000, Biertreber Mk. 25 00027 6%. Als Zeichen der Trauer um die neue VBebrückung des deutschen Volkes ruhten an der Getreidebörse heute mittag sämtliche Geschüfte zwischen 11 und 11% Uhr.

Frankfurt a. M., 15. Jan, Für 100 Millionen Wechsel gefälscht. Die Kriminalpolizei verhaftete den Schweizer Staatz⸗ angehörigen Karl Gruber, der zum Nachteil einer Züricher Firma Wochselfälschungen in Höhe von 50 000 Schweizer Franken heute etwa 100 Millionen Mark verübt hat. Gruber hat sich bei einem bekannten Frankfurter Villenbesitzer monatelang unangemeldet auf⸗ gehalten.

Die Ermordung eines Amerilaners macht in Berlin großes Aufsehen. Der Ermordete der allerlei Valutageschäfte gemacht hatte, heißt Nowak. Er wurde tot, anscheinend vertziftet im seinem Hotelzimmer aufgefunden. Fahndungen nach allen Ni sofort eingeleitet Ein Chemiler des Polizeipräsidiums hat mit ziemlicher Sicherheit festgastellt, daß das zur Ermordung Nowalz bnutzte Betäubungsmittel aus einem Gemisch von- TDetrachlorid und Patschuli⸗Parfüm bestand. Ein chemischer verständiger stellte an allen Stellen in den Wohnungen der Aus⸗ länder und in deren Kleiderschränken den gleichen Geruch fest.

Von dem Grubenunglück auf der Donnersmarckgrube in Ober⸗ schlesien berichtet der Vorwärts: Das Unglück auf der Abwehr⸗ grube ereiguete sich auf der 280 Meter⸗Sohle in der Förderstreck des Hugo⸗Flözes durch Entzündung eines Benzobbehälters einer Grubenlokomotive. Hierbef geriet die Zimmerung der strecke in Brand. Die entstehenden Rauchschwaden und Bra zogen mit den frischen Wettern nach dem Arbeitsort und über⸗ raschbten die dort tätigen Bergleute. Von der 48 Mann Belegschaft konnten sich nur 2 durch eilige Flucht retten, während die übrigen 46 Mann darunter ein Oberhäuer giftigen Gasen zum Opfer sielen. 9 von den Verunglückten sind ledig, 87 ver- heiratet. Die Lösch⸗ beziehungsweise Aufräumungsarbeiten iin von einer Rettungskolonne sofort in Angriff geno worden. Mn versucht durch starke Bewässerung des Brandes Herr zu wer⸗ den, ohne größere Abdämmunasarbeiten vornehmen zu müssen, die eine Bergung der Verunglückten vor Wochen unmöglich m würde. Durch die Vernichtung der Zimmerung ist das Flöz teil⸗ weise zusammengebrochen. Die Rettungsarbeiten werden dadurch sehr erschwert. Trotzdem hofft man, an die Verunglückten ge⸗ langen und sie bergen zu können. Es ist aber kaum damit zu 0 auch nur einen vom ihnen lebend zutage bringen zu önnen.

77 0%, Roggen

Aus den amtlichen Bekanntmachungen.

Das Amtsuerkündigungsblatt für den Kreis Gießen usm. Nr. 4 vom 12. Januar 1923 enthält: Wahlen zum Provinzialtag. Gebühren für amtstierärztliche Dienstverrichtungen. Prüfungen im Jahre 1923. Erneuerung der Viehhandelserlaubniskarten für das Jahr 1923. Höchstpreise für Mehl und Brot. Maß und Gewichtspolizei und die Durchführung der Nacheichung in der Stadt Gießen.

Wahlen zum Provinzialtag. Der Provinzialausschuß hat feft⸗ gestellt. daß nach der Wabl vom 19. November folgende Personen als Mitglicber des Provinzialtags gewählt sind: 1. Dr. Albert Aaxon. Rechtsanwalt. Gießen. 2. Adam Becker, Gastwirt Groß⸗ Felda. 3. Karl Breidenbach. Oekonomierat, Dorheim. 4. Theodor Cellarius, Landwürt, Scholten. Hainrich Christ. Landwirt und Mühlenbesitzer Holzmühle bei Lollar. 6. Konrad Philipp Diehl, Landwirt und Bürgermeister Hochweisel. 7. Valentin Dillemuth, Maurer, Hainchen 8 Wilhelm Fenchel, Landwirt. Ober⸗Högern. 9. Dr. Paul Gisevius. Universtäts⸗Professor, Gießen. 10. Dr. b. c. Wilhelm Grünewald. Justiazrat Gießen. 11. Heinrich Häuser, Parteisekretär, Gießen. 12 Otto Hauck, Baurat. Friedberg 13. Karl Haupt, Angestellter Gießen. 14. Dr. Georg von Helmolt, Rechtsanwalt. Friedberg. 15 Karl Hesse Otterbach. 16. Friedri Jost. Bürgermeister. Bermutshain. 17. Alfred Kiel jr. schaftsbeamter, Gießen. 18 Heinrich Kipper 8. Weißbindermeister, Ober⸗Seemen. Stadtver⸗ ordneter Bad⸗Nauheim. 20. Bildingen. 21. Paul Heinrich Korell. Eudorf. 22. ö merzienrat. Friedberg. 23. Heinrich Laud 5 a 24. Anton Lux Landtagsab geordneter, Nieder⸗Florstadt. 25. G.

Landwirt, Grund⸗Schwalheim. 26. Ludwig N Landgerichtsdirektor. Gießen 27. Martin Reck Krankenkassen⸗ boamter, Vilbel. 28 Georg Mepp. Buchdrucker, Schotten. 29. Karl Roemheld. Geh. Justizrat. Oberamtsrichter, Nidda. 30. Theodor Schröder. Rechtsanwalt. Friedberg. 31. Otto Schneider 1. Land⸗ wirt, Utphe. 32. Karl Schwalb Landwirt. Großen⸗Buseck. 33.

Friedrich Wilhelm Wesenbach 4., Bürgermeister, im. 34. Ludwig Wollrab. Gärtner, Alsfeld. 35. Heinrich Zinn,

Maurermeister. Landenhausen.

Gegen die Gültigkeit der Wahlen sind keine Beanstandungen erhoben worden. Der obige Beschluß des Proviuzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 6. ds. Mes. liegt gemäß Art. 60 und 62 des Gefetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und Ge⸗ meinderatsmitglieder sowie der Mitglieder der Kreis⸗ und Pro⸗ vinzialtage vom 19. August 1922 vom 13. bis einschließlich 28. ds. Mts auf der Provinzialdirektion Oberhessen. Gießen Ostanlage 33, offen. Während der Offenlegungsfrist können von den Stimm⸗ berechtigten gegen den Beschluß bei dem Provinzialdirektor Ein⸗ wendungen schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden.

Versammlungskalender

Lollar. Sozialdemokratischer Wahlverein. Nen Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, in der alten Schule, findet die Mitglieder⸗Versammlung statt. Tages⸗ ordnung wird in der Verfammlung bekanntgegeben. Alles erscheinen.

Wieseck. G.⸗VSängerkranz. abends 8% Uhr Gesangstunde. Samstag, 8% Uhr Generalversammlung.

Gießen. Frauengruppe der Vereinigt. Soziald. Parter. Donnerstag, den 18. Januar, abends 824 Uhr im Gewerkschafts⸗ haus Fraltenversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Ge⸗ nossin Lorenz von der Sitzung des Landes⸗Arbefterwohlfahrts⸗ ausschusses in Offenbach. 2. Neuwahl der Leitung. Pünktlich und zahlreich erscheinen.

Rödgen. Wahlverein. Sonntag, den 21. Januar, nach⸗ mittags 13 Uhr Generalpersammlung bei Wirt Wagner. Tages⸗ ordnung: Jahresabschluß. Vorstandswahl usw. Mitgliedsbücher mitbringen.

Der Dollar zeigt rapide Steigerung. Gestern mittag 12 Uhr wurden ca. 16 500 Mark notiert.

Giessener Konzert-Verein

Sonntag. den 21. Januar, nachmittags 5 Uhr vlertes Konzert i. d. Neuen Universitäts-Aula

Fr Aogenchalu Heede ing Nosu

Lieder u. Duette von Cornesius, Brahms, Wolft, Strauss und Göhler. Eintrittskarten Mk. 200., 180... 150. M 1.

dei Ernst Chalsier und abends an der Kasse, Studen- tenkarten Mk.(0 nur im Vorverkaut beim Haus-

Donnerstag, 18. Jan., 20. Jan., abends

verwalter der Universität. Auf die Abonnements

lieren die Abonnementskarten ihre Gültigkeit

* Parteigeuos eul Agitiert für die Oberhessische Volkszeitung!l w