Ausgabe 
16.6.1923
 
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also gegen den Willen der Mitglieder gehandelt. Hierzu ist zu bemerken:

Als Herr Kr. von der Eingabe des Vorstandes erfuhr, wandte er sich an den Vorsitzenden des R. L., Herrn Rektor Loos, um Auf⸗ klärung Als ihm von diesem nach eingehender Aufklärung die Ein⸗ gabe vorgelegt wurde, erklärte Kr., daßman nicht korrekter handeln könne, und versprach, Herrn Schnell von dieser seiner Auffassung Mitteilung zu machen. Einige Wochen danach aber wech⸗

elte Herr Kr. seine Ansicht aus unbekannten Gründen und er⸗ färte in einem längeren, seltsam anmaßlichen Schreiben, in dem er seineecht ropublikanische Gesinnung in Gegensatz stellte zu der aller Mitglieder des erweiterten Vorstandes das sind über ein Dutzend, von der Hochschule bis zu den Volksschulen seinen Austritt aus dem R. L. Es ist bedauerlich, daß er nicht der nächsten Mitgliederversammlung der ersten nach der von ihm besuchten beiwohnte, die sich ohne Widerspruch ein⸗ stimmig mit dem Vorgehen des Vorstandes einverstanden erklärte. Diese Tatsache wurde Herrn Kr. brieflich mitgeteslt, aber trotzdem blieb er unbelehrt und trug als Zeuge seine eigene, oben mitgeteilte Ansicht als die allein richtige vor! den nachher vernommenen Zeugen Hüter wurde diese ganze Angelegenheit restlos aufgeklärt(vergl. unseren Bericht

in Nr. 113) und auch die weitere Aussage des Herrn Kr., er habe als die treibende Kraft angesehen, als nicht den Tatsachen

Herrn M. entsprechend erwiesen. Durch dieses von dem Vorsitzenden des Ge⸗ richts geradezu als Gutachten gewertete Zeugnis war die Aus⸗ sage des Herrn Kr. als belanglos erledigt.

Der Bericht des Gießener Anzeigers verschweigt übrigens einen nicht ganz unintereffanten Punkt der Aussage. Der Zeuge Kr. wurde nämlich auch gefragt, ob er nicht mit Herrn Zilch zusammen bei Herrn Studienrat K. gewesen sei, um diesen zu einem Vorgehen gegen den Direktor(wegen dessen Geheimbericht betr. Herrn K.) zu veranlassen, bezw. scharf zu machen. Herr Kr. antwortete merkwür⸗

bigerweise mitnein, aber der alsdann vernommene Zeuge Z.

gab die Tatsache unumwunden zu!

Aus der weiteren Aussage des Zeugen Zilch, die natfirlich im Bericht wegen der persönlichen Ausfälle gegen den Nebenkläger wieder weit ausgesponnen wird, aber für die Entscheidung der Sache gänzlich belanglos war denn die subjektiven Ansichten und

persönlichen Stänkereien. des Herrn Z. konnten Gerichtshof wollen wir zur Charakterisierung mir zwei Z. wiederholte vor Gericht die früher ö gemachte Behauptung, M. habe zu Kollegen K. geäußert,er werde den Direktor schon noch wegdrücken. Lefder wurde Herr K. nicht mehr vernommen, der als Zeuge gekommen war, um eine bereits früher niedergelegte und den Regierungsvertretern vorgelegte schrift⸗ liche Erklärung, daß M. niemals eine derartige Aeuße⸗ rung getan habe eidlich zu bekräftigen.

5 Der zweite Punkt betrifft die Auslieferung des Schllerauf⸗ sfatzes an Herrn M. durch den Zeugen. Warum kam denn Herr 8. mit dem Aufsatz zu Herrn M. Nur, weil er in ihm den Vertrauens⸗ mann gleicher, republikanischer Gesinnung fah: aus dem gleichen Grunde stimmte er auch zu, daß die Abschrift Herrn W. gezeigt wurde. Und warum drängte Herr Z. eine Stunde später gufgeregt auf Zurückgabe? Die Herren Z. und Kr. geben an, daß sie die Ueberzeugung gewonnen hätten, Herr M. hätte aus persönlichen Gründen den Direktor wegdrängen wollen und seien deshalb von ihm abgerückt, Wir fragen: Wie wer es möglich, daß Herr Z., der später vor den Regierungvertretern sich von einem Kollegen(nicht Herr 11 1 9 nicht Herr W.) ohne Widerspruch sagen lassen mußte, daß

7520 einer schärfer über die Rathenaurede des Direktors ausge⸗ ö den als Herr Z. wie war es möglich, daß dieser Herr 3. seine tSellung zu den entschiedenen Republikanern innerhalb sechgig Minmten änderte?? Er war in dieser Stunde beim Direktor gewesens!

Dies war also die Schicksalsstunde des Herrn Z. Am 21. Juli.

Die des andernanständigen Demokraten, um mit Herrn Schnell zn sprechen, schlug sogar erst am 28. Juli. Denn noch am 28. pro⸗ testierte er mit Herrn M. gegen die angeordnete Protokollführung. Zwei Tage später nahm er alsRepublikaner teil am Kesseltreiben gegen Herrn M. nach einer Unterredung mit dem Direktor!

Zur Vernehmung der Zeugen Weißgerber und Hüter.

Im Bericht über die Aussage des Erstgenannten steht:Der Vorwurf, daßM. Material gesammelt habe usw. Und wefter: Wit einer Aeußerung, die Anzeige gehe vom Republikanischen Lehrerbund aus und M. habe als Vertrauensmann das Material gesammelt, habe er sich geirrt. Diese Wiedergabe ist wohl die direisteste Entstellung einer Zeugenaussage, die sich der Be⸗ richt leistet. In Wirklichkeit hat der Zeuge ausgesagt, daß M. kein Material gesammelt und daß seine(des Zeugen) Aeußerung ge⸗ lautet habe:Der R. L. hat die Sache in die Hand genommen, und M. ist sein Vertrauensmann.

Bei der Wiedergabe der Aussagen des Zeugen H. ist ausnahms⸗ weise keine direkte Entstellung festzustellen, wohl aber zu betonen, daß diese Aussage, die an Wucht und Beweiskraft nichts zu wünschen

1 rig ließ, natürlich stark gekürzt und verwässert erscheint.

Die Vernehmung des Regierungsrats Henrich.

Hier ist zunächst ein Wort zu sagen über die Formalftäten der von Herrn Henrich als Beauftragten des Bildungsamtes gefikhrten Untersuchung. Zur allgemeinen Ueberraschung betrat als Protokoll⸗ führer der amtliche Vertreter des angeschuldigten Direktors das Vernehmungszimmer. Da hierdurch die Unbefangenheit der Zeugen gefährdet erschien(talsächlich hat auch einer der Zeugen nachher sich geäußert, er sei mit Rücksicht auf den Protokollführervorsichtig gepmessen), begab sich Herr Michel im Auftrag einer Anzahl Kollegen zu Herrn Henrich, um gegen die Protokollführung des betr. Herrn in dessen Anwesenheit Einspruch zu erheben. Herr H. ging darauf iu Direktor Schnell, dem Angeschuldigten, und besprach mit ihm die Sache. Der Einspruch wurde alsdann abgewiesen mit der Eeinschränkung, daß die Vernehmung der Herren M. und W. ohne Protokollführer stattfinden solle, worauf die Erwiderung von seiten g Fahren. M. erfolgte, daß gerade diese beiden sich nicht beeinträchtigt

b en.

Bei der Vernehmung vor Gericht erfuhren aber weiter die Zu⸗ hörer zu ihrer großen Ueberraschung, daß der Herr Regierungsrat während der Untersuchung und vor der Verneh⸗ mung des Direktors diesem mitgeteilt hatte,es sei kaum etwas von den Anklagen übrig geblieben, und von M. hätte er einen wenig günstigen Eindruck gehabt; dieser schiene ihm auch keinen Sinn für Humor(1) zu haben. Durch diese Aussage erst wurde es klar, wie der Direktor dazu kam, sofort nach Beendigung der Unter⸗ suchung gegen M. in schärfster Form vorzugehen, sodaß dieser den Schutz des Bildungsamtes anrufen mußte, der ihm auch gewährt wurde. Denn Herr Henrich war ja zum Glück nicht identisch mit dieser Behörde. Das hätte auch Heyr Schnell sich sagen sollen. Ueb⸗ rigens gab der Herr Regierungsrat auf die Frage, was er unter ungünstigem Eindruck verstehe, die Erklärung, daß er nur das Auftreten Mis bei der Einspruchserhebung gegen die Protokoll⸗ führung im Auge gehabt, daß er vielmehr den Eindruck gewonnen habe, daß M. nicht aus persönlichen Gründen gehandelt habe, sondern daß es ihm um die Sache zu tun gewesen sei. Jeden⸗ falls hat das ganze Verhalten des Herrn Henrich in dieser Untersuchungssache gezeigt, daß er seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Wir haben auch noch nie gehört, daß ein Untersuchungsrichter noch während der Untersuchung in solcher Art mit dem Angeschuldigten verhandelt hat, und aus welchen Gründen der Herr Regierungsrat bei dem Zeugen M. in einer immerhin ernsten Sache das Aufbringen des nötigen Humors vermißte, das bleibt sein und des Herrn Schnell Geheimnis.

Wir haben hier noch eine Bemerkung zu machen. Es ist in der Verhandlung wiederholt von Zeugen Kritik an demAuftreten des Nebenklägers in dem Falle Schnell geübt und ihm besonders Schroffheit vorgeworfen worden. Daß Herr M. in der Tat

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glieder sich dagegen ausgesprochen hätten. Der Vorstand habe

zuweilen seine Ansichten schärfer und schroffer vertreten hat, als es

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offen auch an Gerichtsstelle zugegeben. Aber sie hätten auch erwarten dürfen, daß die politischen Gegner als gebildete Männer soviel psycho⸗ logtsch's Verständnis aufbrachten, daß sie die Form von der Sache unterschieden, daß sie erkennen mußten, daß hinter der schroffen, unkonzilianten und unnachgiebigen Form eine ehrliche Ueberzeuqumg stand. Sie teilen aber auch die Meinung des Anwalts Prof. Singheimer, daß der neue Staat, der sich nach allen Seiten wehren muß, solcheFanatiker der Wahrheit und ihre. furchtlos und ohne Rück⸗ sächt auf den eigenen Vorteil vertretenden Cha⸗ raktere braucht und daß er eher auf die verzichten kann, die ihre demokralische und republikanssche Ueber zeng⸗ ungmit Entschiedenheit nur daheim im stillen Kämmerlein vertreten,.

So stellt sich der aus der Hessischen Landeszeitung, dem Blatt des Angeklagten, übernommene Bericht des Gießener Anzeigers als eine Tendenzarbeit übelster Art dar, als ein Machwerk, das durch die Mittel der Weglassung, der Entstellung und des Zurecht⸗ frisierens die folitischen Freunde reinwaschen und die politischen Gegner möglichst schwarz zu machen, mit einem Wort das wahre Ergebnis des Prozesses zu fälschen sucht.

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Um mit etwas Erfreulicherem zu schließen, noch ein Wort über die Leitung der Verhandlung die in den Händen des Land⸗ gerichtsdtrektors St. lag. In der zehnstündigen, noch dazu in drückend schwiilem Saal sich abspielenden und durch ihre Kompliziertheit höchste geistige Anspannung und Umsicht erfordernden Verhandlung hat dicser Vorsitzende niemals die richterliche Pflicht streng⸗ ster Objektivität und Sachlichkeit aus dem Auge gelassen. Er hat dem noch jugendlichen in seinem Beruf noch wenig erfahrenen Angeklagten immer wieder ins Gewissen geredet und ihm mit war⸗ mem sittlichem Gefühl die Bedeutung und tie Folgen seiner, nicht nur formell, sondern auch materiell schweren Beleid ungen klar zu machen gesucht und hat den schönen Satz gesprochen:Wenn ich einen andern in so schwerer Weise beleidigt hätte und es würde mir die Grundlosigkeit nachgewiesen, so würde ich es nicht als eine Min⸗ derung meiner Ehre ansehen, das öffentlich zu bekennen und mein Unrecht wieder gut zu machen Am Scklusse der Verhandlung hätte keiner der Betefligten und Zuhörer sagen können, auf welcher poli⸗ tischen Seite er stehe. Wenn überall solche Richter amteten, dann wür⸗ den die Klagen äber parteiische Handhabung der Rechtspflege von selbst verstummen!

Zum Lohnsteuer⸗Abzug wird uns vom Finanzamt geschrie⸗ ben: Bei der Bearbeitung der vorjährigen Steuerbücher sowie bez zahlreichen in letzter Zeit vorgenommenen Betriebskontrollen müßte festgestellt werden, daß die Vorschriften über den 10prozen⸗ tigen Lohnabzug vielfach außer acht gelassen werden. Hierzu gehört insbesondere hinsichtlich der Markenbogen: vollständiges Ausfüllen des Kopfes, Eintragen des Gesamtverdienstes und der entsprechen⸗ den Steuer, rechtzeitiges Kleben und Entwerten der Steuermarben, Aufrechnen und Vortragen der Seiten mit vierteljährlichem Ab⸗ schluß. Weiter ist zu beachten, daß auch für nichtsteuerpflichtige Personen wie Lehrlinge, Dienstmädchen usw. Steuerbücher zu

hren sind. Der Lohn usw. ist einzutragen. Ausdrücklich wird rauf hingewiesen, daß auch die Gehälter und sonstigen Bezüge wie Tantiemen, Gratisttationen usw. der leitenden und höheren

Angestellten bei Erwerbsgesellschaften dem Steuerabzug unterwor⸗

sen find, mithin diese Personen ebenfalls zur Führung von Steuer⸗ büchern verpflichtet sind. Allgemein wird bemerkt, daß die Steuer⸗ ermäßigungen nur gemäß der amtlich eingetragenen Personenzahl vorgenommen und nicht auf lediglich mündliche Angaben der Ar⸗ beitnehmer hin bewirkt werden dürfen. Maßgebend sind ent⸗ sprechend dem auf dem Steuerbuch angegebenen Familtenstand die jeweils veröffentlichten amtlichen Ermäßigungssätze. Zur Behebung der oben angeführten Mißstände, die am Jahresschluß zahlreiche Rückfragen und eine ungehenere Arbeitsbelastung hervorrufen, sieht sich das Finanzamt veranlaßt, künftig in derartigen Fällen mit der Geldentwertung entsprechenden Ordnungsstrafen einzuschreiten. Es liegt deshalb im Interesfe sowohl der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer, den ergangenen Bestimmungen besser wie bisher Rechnung zu tragen. Zur Erteilung von Ankunft und zur Klävung von Zweifelsfragen ist das Finanzamt(Abteilung Lohn⸗ 8105 Zimmer 99 a) an den festgesetzten Amtstagen jederzeit gerne 4 5

Erhöhter Gaspreis. Nach einer Bekantgabe des städtischen Gas⸗ und Wasserwerks ist der Gaspreis ab 15. Juni auf 1050 Mark für den Kubikmeter festgesetzt.

Die Gießener Waldbühne brachte am Mittwoch im Saale des katholischen Vereinshauses eine OperetteWinzerliesel von Gg. Mielke zur Aufführung. Trotz der heutigen wirklich nicht rosigen Zeitverhältnisse hatte sich ein überaus zahlreiches Publikum eingefunden; der Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Und man nahm das Dargebotene dankbar entgegen, obwohl der textliche Inhalt, wie fast stets bei Operetten, nicht als besonders wertvoll oder spannend angesprochen werden kann. Ein junger Graf, in dem Falle ein reicher, kommt auf den keineswegs alltäglichen Ein⸗ fall, ein armes Mädchen, die Tochter seines Weinbergpächters zu heiraten. Damit findet er aber bei seiner vom Adelsdünkel be⸗ sessenen Frau Mama keine Sympathie, sie will von dem Proleten⸗ volk nichts wissen, was ja auch mit den allgemein geltenden standes⸗ gemäßen Gesinnungen der Adelskaste so ziemlich übereinstimmen dürfte. Na, schließlich stellt sich aber heraus, daß das Winzer⸗ liesel, um das es sich handelt, sich ebenfalls gräflicher Abstammung rühmen kann, womit das Hindernis beseitigt ist und die Alte zu der Ehe des Sohnes ihren Segen gibt. Für die Waldbühne war die Aufführung immerhin eine anerkemnungswerte Leistung. Zu⸗ nächst werden mehr als zwei Dutzend Mitwirkende benötigt; die Einstudierung der Gesänge und Tänze mag auch viel Mühe und Arbeit ersordert haben. Im Allgemeinen gelang die Aufführung unter Leitung von Fritz Dunkel recht gut und wurde beifällig aufgenommen. Daß man nicht dieselben Anforderungen stellen kann, wie an Berufsschauspieler, versteht sich von selber. Alle Mit⸗

wirkenden von denen genannt seien: Fritz Dunkel, der die Rolle

des Barbiers nach jeder Nichtung hin ausflattete, Frl. T. Mulch, Fritz Althoff, Frau L. Dunkel, Emy Reichert, R. Dahmer, Frl. Horst trugen nach besten Kräften zum Gelingen des Ganzen bei.

Stadttheater Gießen. Nächsten Donnerstag, 21. Juni kommt das fünfaktige SchauspielDie. Marquise von Arets von Sternheim zur Aufführung. Wegen des Karten⸗Vorverkaufs sei auf das Inserat im heutigen Blatte verwiesen.

Vom Bifhnenvolksbund werden wir um Aufnahme des Folgenden ersucht: Am 28. ds. Mts. wird der Bühnenvollshund zum Besten seiner Theatergemeinde einen Familienabend veran⸗ stalten, füür den dor Vorstand ein reichhaltiges Programm aufgestellt hat. Die Mitglieder und Freunde der Theatergemeinde, die im vergangenen Winter öfters Gelegenheit gehabt haben, das Theater unter günstigen Bedingungen zu besuchen, werden gebeten, auch an

diesem Abend zu erscheinen und dafiir zu werben, damft das De⸗

fizit, das die letzte Aufführung im Theater hinterlassen hat, ge⸗ deckt und der Bestand der Theatergemeinde weiterhin gesichert werden kann. Mehr als je erheischt es die Zeitlage, daß die Ideale des Bundes verwirklicht werden. Ein Teil des Reiner⸗ trags soll der Ruhrhilfe überwiesen werden. Näheres im heutigen Anzeigenteil. a

Ein Jugendtag findet am Sonntag, den 24. Juni auf dem Schiffenberg statt. Darauf sei an dieser Stelle hingewiesen und zu zahlreicher Beteiligung aufgefordert.

Sonntagsdienst der Aerzte und Apotheken am 17. 6. 1923. Dr. Stuhl und Sanitätsrat Dr. Honigmann(bon Samstag nachm. 4 Uhr bis Montag vorm. 7 Uhr); Hirschapotheke(von Samstag abend 7 Uhr bis Montag vorm. 8 Uhr, mit Nachtdienst in der anschließenden Woche.

die jeweilige Sachlage unbedingt erforderte, haben auch felne Freunde

Großen⸗Buseck. In Nr. 89 der Oberhessischen war ein Artikel von hier veröffentlicht, der fie nungsfrage beschäftigte, die in einer Pa örtert worden war. 4 5 8 her. 1 um Vaugzuschüsse, die von Banworhabenden ein a n un verhältnismäßig lange Zeit zu ihrer Erledigung gebraucht mänche überhaupt noch nicht ereldigt sind, das heißt, daß tragsteller schließlich darauf verzichtet haben. In der Versa wurde für die Verzögerung auch der Bürgermeister verantw gemacht. Nach der von zuständiger Stelle vorgenommenen der einzelnen Fälle, um die es sich hier handelt, trifft das n Vielmehr liegen die Verzögerungen in den bestehenden begründet. Das Reichsgesetz macht zun Beispfel die Ber von Darlehen davon abhängig daß das Haus im Rohbau gestellt ist. Der hessische Staat hat diese Bestimmung, die uns geeignet erscheint, die Gemährung der Darlehen illussorise machen, gemildert und gewährt Abschlagszahlungen nach Fer stellung der einzelnen Geschosse. Voraussetzung dabef ist, daß je die betreffende Gemeinde ein Darlehen in gleicher Höhe b Die Durchführung dieses Verfahrens erfordert Verhandlun zwischen dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft und der meindevertvetung durch Vermittelung des Kreisamtes und des germeisters. Diese Wege müssen unter Umständen z. B. eine Gemeindevertretung den Zuschuß verweigert mel macht werden und daher kommt die Verzögerung, Es ist gestellt worden, daß den Bürgermeister keine Schuld an Verzögerungen trifft. Der Einsender des erwähnten 2 hat von den Feslstellungen Kenntnis genommen und sieht sich veranlaßt, die betreffenden Aeußerungen, soweit- etwa diesbg Vorwürfe gegen den Bürgermeister herausgelesen werden k zurückzunehmen. 50 a

Lollar. Auf die Zusammenkunft auf Badenburg morgigen Sonntag wird nochmals hingewiesen. Dort wird sich die Gießener Frauengruppe einfinden. g

Wieseck. Freie Turnerschaft und Gesangver Sängerkranz. Sonntag nachmittag 2 Uhr Zusam funf Vereinslokal zwecks Beteiligung am Festzuge. Es ist erwünsch die Mitglieder beider Vereine zahlreich zur Stelle sind. 5

Kleine Nachrichten.

. 1 Darmstadt, 14. Juni. Hoher französischer Besu Heute Nachmittag richteten die Franzosen plötzlich durch Kr 0 beamte in Zivil auf der Eisenbahnbrücke bei Darmstadt auf de Straße nach Griesheim eine Paßkontrolle ein. Gegen 7 U nahm das Auto das von der besetzten Eisenbahnwerkstätte kam, Kontrolle wieder mit fort. Angeblich soll sich General Petat Lager befunden haben und die Kontrolle nur eine Sicherh nahme gewesen sein. g Darmstadt 14. Juni. Müßige Gerüchte. Seit Tagen läuft im besetzten und unbesetzten Gebiete das Gerlie

die Verhandlungen mit der Entente seten schon soweit geb daß in der allernächsten Zeit mit der Wiederaufnahme de bahnbetriebes in den besetzten Gebieten durch die deutsche Ver tung gerechnet werden müsse. Wie uns mitgeteilt wird, ist durch die Handels⸗ und Verkehrswelt schon im erheblichen veranlaßt worden, Güter zur Verfrachtung bei den Franzosen zugeben. Es kann kleinem Zweifel unterliegen, daß dieses auf Leichtgläubigkeit der Menge berechnete Gerücht lediglich auf a sichtlichen Ausstreuungen von Seiten der Franzosen. die allen Mitteln versuchen, ihre Stellung bei den anden handlungen zu stärken. Ihr Bestreben geht vor allem dahin, Welt e daß sie in Gemeinschaft mit den Belgiern Betrieb der Eisenbahnen im besetzten Gebiet vollkommen in Hand hätten, und daß der Verkehr von Tag zu Tag in erffre Zunahme begriffen sei. Es erscheint dringend geboten, die Geschäftswelt auf die drohende Gefahr hinzuweisen, die Ausstreuungen der Franzosen hervorgerufen werden. Drit demn je ist heute in der letzten entscheidenden Stunde die derung, den Zügen der Franzosen seernzubleiben, kein Gut zur Verfrachtung zu überlassen und alles zu vermeiden, was Absichten in irgend einer Weise Vorschub leisten könnte. F in den Rücken fällt, begeht den niede Verra

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Sport Spiel⸗Ausschuß⸗Sitzung am 10. Juni 1923. Beginn 9 Uhr vormittags. Tagesordnung: 1. Punkt: Ri des bisherigen Bezirks⸗Spielleiters Sportgenosse Schäfer⸗A unter Angabe der Gründe. An seine Stelle trat Sport Loosen⸗Annerod. Als Schriftführer wurde Sportgenosse Gr.⸗Linden gewählt. 2. Punkt: Die kommende Serie; A 12. August. Die Meldegebühr für Mannschaften wurde auf Mark festgesetzt und die Kopfsteuer auf 250 Mark. 0 Sitzung 11 Uhr. Otto Loosen, Schriftführe Spielbericht. 5

Lollar I. Annerod I. 0: 2(0: 0).

Am Sonntag, den 10. trafen sich beide Mannschaften zu Freundschaftsspiel. Um 3 Uhr gab der Schiedsrichter den Ball fr Es entwickelte sich gleich ein offenes Feldspiel, wobei beide 1 hart bedrängt werden und so geht es in die Halbzeit. Nach Halb⸗ zeit das gleiche scharse Tempo, doch Annerods Mannschaft hat heute einen schlechten Tag. Sie hatte schon besser gespielt, so mußte f sich gefallen lassen, mit einem 0: 2 nach Haufe zu gehen. Spiel verlief äußerst ruhig. Schiedsrichter korrekt, nr etwas

hafter. 5 Allendorf 1 gegen Marburg 1. Tore 3: 1. Eckenverhältnis 9: 7.

Sonntag, den 10. Juni trafen sich beide Mannschaften in Alle dorf zu einem Freundschaftsspiel. Der Schiedsrichter gab 3.20 den Ball frei. Allendorf hatte Anstoß. In den ersten 20 spielte Allendorf ziemlich leichtsinnig. Marburg nahm sich dieses Notiz und konnte somit für sich mit seiner technisch besser geschu Mannschaft in einem Zeitraum von 10 Minuten 2 Tore bus Allendorf, durch diese Niederlage herausgefordert, ging nu an den Ball, und es gelang ihnen kurz nach Halbzeit, a Tor flir sich zu buchen. Es entspann sich nun ein heißes um den Ball. Während dieser Zeit, wurde Marburgs Tor bedrängt, und es ergab sich ein Elfmeter für Marburg, we jedoch von Allendorf geschenkt wurde. Kurz vor Schluß Marburg noch ein drittes Tor für sich buchen. Mit einem d kräftigenFrei Heil trennten sich die Mannschaften.

Allendorf 2 gegen Marburg 2. Tore 5: 1. Eckenverhältnis 6: 3.

Beide Mannschaften traten an und spielten mit Ersatz. einigten sich auf eine Stunde Spielzeit, mit Rücksicht auf beide e Mannschaften. Um 2 Uhr gab der Schessxichter den Ball frei. burg spfelte sich sehr gut vor, und setzen kurz hintereinander Tore. Nach Halbzeit erzielte Allendorf das Ehrentor. Schluß gelang es Marburg, noch 3 Tore zu schießen. Mit kräftigenFrei Heil! trennten sich die Mannschaften. 5

Dollarstand Freitag mittag 12 Uhr: 110 000 Mark.

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