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Im Pournal ag St. Bree, wie der Temps festsellt daß London und dom besser daran getan hätten, sich
Taffen. Es erübrigt sich, daraiff hinzuwelfen, daß der kom-[ sich berarlsge Dinge abgespielt haben follben, dann wären sie ge. munistische Spitzel aus unserer Partei ausgeschlossen wird. eignet, quch den letzten Rest des Vertrauens zu diesem Kabimett 0
II als Urheber der verfehlten deutschen Vorschläge zu bekennen. fei 1 fi 5 di l kei 9 n zu beseitigen. Ich habe die Empfindung, daß die Regierung kein N 1 Föunten diese beiden Lünder nur Wege einschlagen: ent⸗ Die Polen in Danzi eines Gewissen hat und daß wir auch heute nicht alles erfahren wmpeber zugeben, daß sie sich in ihrem ll an den guten Willen 2 0 Die Regierung weit von dem Zufammenarbeiten der in sen weh i. 4* hätten, oder aber von dem Mißerfolg so weit 5 ee. 4 5 dae en e— 0 N i 5 A e ine mol e n Danzig ind uns von parteigenössischer Seite[in tese aufgelösten, Kampforganlsaomen urten. 0 mien N Fr auzösische Rechts kunsistücke. noch folgendes aus Danzig geschrieben: 5 1 1 1 der e 5 ee 5 1 e J. N delt 9 Die Regierung in Danzig wird seit Bestehen des Freistagtes von Republik ist in Gefahr Was gedenke die e ee e erbreh 0 Im Oeuvre Robert de Jouvenal, ohne auf den Tatbe⸗ einem Bülrgerblock gebildet, in dem die Deutschnationalen eine aus⸗ Beseitigung oder zur Abwehr, dieser Gefahr zu tun? An 1 0% stand des Krupp⸗Prozesses einzugehen, fest, daf die vom Kriegs- schlaggebende Rolle spielen. Die Danziger Sogialdemokratie steht verbrecherischen Treiben der Organssation„Heinz“ sind nach „. in Werden verhängten Skrafen lengesetlich selen, da das zu diesem Block in schärsster Oppofttlon. Wo berechtigte De⸗ ricllichen Jestslellaugen ble Abga. Wulle, und Graefe direkt be⸗. Keie 1 sche Strafgesetz, das in diesem Falle auch für die Militä-⸗ schwerden Polens vorlagen, hat die Sozialdemokratie stets verlangt, teiligt. Pat die Reichskriminalpolizei die Reichsregierung nicht 1 zu 1 richte bindend sei, nur Gesängnisstrafen von sechs Tagen bis zu daß solchen Mißständen abgeholfen werde. Danzig ist 3. B. den von diesem Treiben in Kenntnis gesetzt? Die Reichs regterung. 0 Jahren kenne darüber hinaus nur Zuchthausstrafen bis zu politlschen Zollgesetzen unterstellt; jedoch liegt die Verwaltung muß alle Kralt aufwenden. um dem fascistischen Treiben in Tln, sahren bezw. Zwangsarbeit.„Selbst wenn die Tat die Todes⸗ des Zollwesens auf Danziger Gebiet in Händen der Danziger Re⸗ Bayern ein Ende zu machen. Gegen den Oberbürgermeister Dr. Alunig strafe verdient hätte, hätte ste den Richtern das Recht nicht gegeben, gierung. Polen erhebt nun die Forderung, daß alle Vorschriften Luppe in Nürnberg ist ein Verfahren eingeleitet worden, weil „ ß e en Perrn Ster lu de. lere e 1 ö ö N„ad. nach französischem er Danziger verwaltung führt werden, auch wenn ste Halb, gegen Herrn Hitler tut die bayerische Regi chts. ba 5 N durchaus ungesetzlich. nach Ansicht des Danziger Senats den zwischen Dänzig und Polen Jede Reichsregierung hat ihre Eristenzberechiigung verloren, die a Nat 5 5— abgeschlossenen Verträgen widersprechen. Ebenso verlangt Polen gegen diese Zustände nicht einschreitet. chen h liti ein Bestätigungsrecht für die leitenden Zollbeamten. Diesem gegen Reichsminister des Innern Dr. Oeser hat auf Grund der bes g ou E Ueber t. die Selbständigkeit Danzigs verstoßenden Verlangen Polens wurde Graefschen Andeutungen sosort mit dem Reichskanzler Rücksprache cl ö ser ah 9— N leider von Danziger Seite dadurch Vorschub geleistet, daß in dem] genommen umd ist von biesem ermächtig worden, zu erklären, daß Jann. einer deutschnattonalen Leitung unterstehenden Danziger Zoll⸗ es Roßbach allerdings gelungen ist, zum Reichskanzler„vorzu⸗ a N 9 utsch g unterstehe ziger 3 1 i 1 f end fle Das Staatsinteresse: Erfassung der Sachwerte. wesen eine thrichte militärische Spielerei eingermsen ile In ein. Fung. en be eu kenne en edis Naeh ene d. 1 5 5 N 5 elnen Fä ind auch Danziger lizeiorgane ge lnische] Jugend durch Turnerschaften unterbrettet. Diese haben den ufheb 8 11 1 3 Fällen sind auch Danziger Polizeiorgane gegen polnisch 5 5 ö fegen In einem Leitartikel der volksparteilichen Zeit nimmt Veranstaltungen und Einrichtungen in kleinlich⸗schikanbser Weise Reichskanzler, der weder den Namen, noch die politische Sauberkelt eien der Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Stresemann, vorgegangen. Die Danziger Sozialdemokratie hat sich stets in des Herrn Roßbach damals gekannt hat, veranlaßt, das ach le füt ede Stellung zu der Frage„Politik und Wirtschaft“ und le g scharfer Weise gegen diese für Danzig höchst schädliche Politik aus⸗ abzubrechen und Erkundigungen einzuziehen. Danach hat es der en. bat 5 ß die führenden WI t N 5 aesp geen Reichskanzler abgelehnt, Roßbach noch einmal zu empfangen Mlt f ar, da 855 rtschaftskreise sich in den Dienst Polens Verlangen geht aber weniger auf die Abstellung wirk- Graefe hat der Relchskanzler wiederholt gesprochen, um ihn vor
des Staatsgedankens stellen müssen, um von Deutschland weiteres Unheil abzuwenden. Stresemann verlangt u. a., daß wir nicht nur der Frage der Sicherheiten gegenüber Frankreich ruhig und leidenschaftslos gegenüberstehen, sondern daß ein Teil der Substanz der Wirtschaft geopfert wird, wenn es gilt, die Möglichkeit einer Verständigung zu schaffen. Gegenüber den Schreiern, die jede Erfassung der Sachwerte als sozialistische Mache hinstellen und sie zu einem Parteigeschäft erniedrigen wollen, findet er folgende treffende Worte:
„Man stelle es dabei doch nicht so hin, als wenn die einer Garantte der Wirtschaft sozial istischen e sprüche. Wenn das soztalistische Gedankengänge sind, so sind es solche, von denen Spengler in seinem Buch„Preußentum und So⸗ glalismars“ gesprochen hat. Damm waren auch die Staatsmänner Alten Preußen Sozjalisten, die die Kriegsentschädigung am teich nach dem Tilsiter Frieden mit der Besteuerung der da⸗ maligen Sachwerte auszugleichen sich bemühten. Die heutige Situ⸗ ation erinnert in manchem an die Zeit, die Preußen damals durch⸗ Auch nach dem Frieden von Tilsit gab es Ratgeber, te meinten, man könne auf Schlesten verzichten, wenn man nur in der Kriegsentschädigung auf französssches Entgegenkommen rechnen könnte. Auch für uns muß die Politik vor der Wirtschaft stehen. Für die Freiheit von Rheim, Ruhr und Saar dilrfen wirtschaftliche Opfer, wenn sie überhaupt zu leisten sind, nicht zu hoch sein. Die Grenze ist da, wo das alte wahre Wort eintritt:„Ultra posse nemo kbenetur“. Aber bis zu dieser Möglichkeit müssen noch Deutschlands Krüfte angestrengt werden, und sie werden umsomehr hergeben, je eher wir endgültige feste polltische und wertschaftliche Verhältmisse geschaffen haben.“
Er schließt seinen Artikel mit folgenden Wendungen:
i muß das von allen an der deutschen Wirtschaft getragen werden. Wir
1 1 0 Depssenpolitik Wirtschaft aufen. Wirtschaft ens wenn sie es versteht, sich in dlesem Sinne als höchste
Kraftquelle des s zu bewähren, die in einer entscheidenden f. de 8 für unsere Zukunft eingesetzt wird, um 8 zu
und Frfß Tatsächlich ist die Frage Lasten die brennendste Frage der nächsten Politik. undenkbar, daß das Bürgertum hier ausweichen kann wie bisher. Zu begrüßen ist, daß ein so weit rechtsstehender Führer wie Stresemann den Mut findet, die Notwendigkeit des Staates trotz aller Anfeindungen im eigenen Lager so klar und deutlich zu kennzeichnen. Seiner mahnenden Stimme wird sich eine Regierung nicht verschließen dürfen, die Weitsicht genug aufbringt, um nicht die Ereignisse über sich hinwegschreiten zu lassen.,
f 95 Kommunistische Spitzelwirtschaft.
„Heute, wo Leben und Existenz von Millionen von der Einheits⸗ front der Proletarier abhängt, heut hat der einstige Kämpfer gegen die Kapp⸗Rebellen, der jetzige Sekretär der SB. nichts anderes zu tun, als Spitzel auszubilden und in die andere, in die zuwer⸗ lässigere Arbeiterpartei, zu entsenden.“ Diesen Satz konnte man in der Ausgabe der Elberselder Roten Tribüne vom 5. Mat ds. Js. lesen. Der einstige Kämpfer gegen die Kapp⸗Pebellen ist der Genosse Christmann⸗Elberseld, der früher zur USD. gehörte und seit der Vereinigung der beiden Parteien wieder in vordester Linke im Wuppertal den Kampf für die Partei führt. Mit dem Vorwurf, daß der Genosse Christmann Spitzel ausbildet, um sie in„die zuver⸗ lässigere Arbeiterpartei“, worunter selbstverständlich die KPD. zu wverstehen ist, entsendet, hat es folgendes auf sich:
Seit Monaten wußte die Leitung unseres Barmer Wahlver⸗ eins, daß ein Bezirksführer der SPD. als Spitzel bei der KPD. tätig sein mußte. Zirkulare der Partei, die nur flir Bezirksführer bestimmt waren, tauchten, gelegentlich in den Spalten der Roten Tribüne auf. Bie Bezirksführer mußten sich auch in ihrer März⸗ sitzung mit dieser Geschichte beschäftigen. Festgestellt wurde, daß fämtliche anwesenden Bezirksführer— nur Liner fehlte— im Besitz des letzten Zirkulars waren, das wieder in dem Kom⸗ munistenblatt abgedruckt wurde. Jetzt wurde, um den Spitzel zu entlarven, ein„streng vertrauliches“ Rundschrelben an die Bezirks⸗ leiter der Ortsgruppe Barmen verfaßt, in dem davon gesprochen wurde, daß„der vor drei Monaten unternammene Versuch des Ein⸗ dringens in die KPD. durch zwel zuwerlässige Genossen zu einem
der Aufbringung größerer
verhältnismäßig guten Erfolg geführt“ habe und daß es nunmehr
Pflicht aller Bezirkssüührer sei, mindestens einen zuverlässigen Ge⸗ nossen auszusuchen, der„ausgesprochener Gegner der KPD.“ sein müsse, um ihn als Spitzel in der KPD. zu verwenden. Dieses Rundschreiben wurde in nur zwei Exemplaren hergestellt. kam in die Aktenmappe des Bezirksvereins und das andere an den verdächtigen Bezirksführer Gustar Riepelsiep in Barmen.
„ bund und seinen Kommissar in
Es ist
Eins Nach⸗
licher oder angeblicher Mißstände hinaus, sondern es hat nur das eine Ziel im Auge, die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Danzigs mehr und mehr zu untergraben. Die polnischen Poli⸗ tiker können es noch immer nicht verschmerzen, daß diese deutsche Stadt beim Versailler Frieden nicht Polen einverleibt, sondern auf Betreiben Englands zu einem kleinen Freistaat gemacht wurde. Wie dreist die polnischen Imperialisten in ihren Eroberungsplänen sind, bewies der polnische Abgeordnete im Danziger Volkstag, Dr. Kubacz, der sich offen für die Annexion Danzigs und Ostpreußens durch Polen aussprach. Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Pluczinski, ein Führer der reakttonären Nationaldemo⸗ kraten, verlangte in einer Erklärung am 4. Maj eine baldige Re⸗ vision des staatsrechtlichen Verhältnisses zwischen Danzig und Polen. In schärfster Weise sprach er sich dabei gegen den Völker⸗ Danzig aus. So erklärte er einen großen Teil der Differenzen zwischen Danzig und Polen, die bis⸗ her durch den Oberkommissar bezw. durch den Völkerbund selbst geschlichtet wurden, für innere Angelegenheiten Polens, über die nur die gesetzgebenden Körperschaften Polens zu entscheiden hätten. Das ist ein unverhüllter Kampfruf gegen den Völkerbund und seinen Oberkommissar in Danzig. a
Die Danziger Sozialdemokratie hat sich seinerzeit gegen die Loslösung Danzigs vom Deutschen Reich ausgesprochen und für die Danziger das von der Entente während des Weltkrieges so laut verklindete Selbstbestimmungsrecht der Völker verlangt. So sehr ste jetzt für eine wirtschaftliche Verständigung mit Polen tst und so energisch sie alle deutschnationalen Allüren in der Danziger Außen⸗ politik bekämpft, so sehr verteidigt sie aber auch die Selbst⸗ ständigkeit und Unabhängigkeit Danzigs.
Deutscher Reichstag.
i Berlin, 14. Mai.
Bie Joriseeume der Reichstagsaussprache über die deutschnativo⸗ male Interpellation wegen der Auflösung der Deutschvölkischen Frei⸗ 11 brachte mancherlei Ueberraschungen. Abg. v. Guerard Ztr.) billigte zwar das Verhalten der Reichsregierung und hatte auch gegen die preußische Regierung nichts einzuwenden, aber er wundert sich, daß Scheidemann von links her keine Gefahr mehr sehe. Gegen die proletarischen Hundertschaften in Sachsen und Thil ringen müsse ebenso vorgegangen werden, wie gegen die Hitlergarden in Bayern. Allerdings müsse man bedauern, daß die bayerische Re⸗ gierung anscheinend gegen rechts machtlos fel. 0— 0 Rede des Demokraten Koch war auf dieselben Töne ge⸗ stimm
Von den Kommunisten ist eine Entschließung eingegangen, das bayerische Staatsministerium aufzufordern, ihre Verordnung vom
10. Mai aufzuheben und den Reichspräsidenten zu ersuchen, sämtl iche
Organisationen aufzulösen, die am 1. Mai in Bayern den Vaterländi⸗ schen Verbänden angeschlossen waren.
Abg. v. Graefe(Dischvölk.): Die Regierung Cuno war lange,
bevor Herr Severing seinen Erlaß gegen uns wagte, darüber genau informiert, daß wir unsere Ziele nur auf legalem Wege verfolgen. Wir haben darllber mit der Regierung eingehende Besprechungen ge⸗ habt. Ich frage die Regierung, wie sie es fertig bringen kann, zu dulden, daß Herr Severing so gegen unschuldige Männer vorgehen ronnte. Statt eine derart langweilige Debatte zu führen, sollte man für Recht und Gerechtigkeit eintreten. RNeichsjustizminister Dr. Heinze lehnt es ab, auf die Angriffe des Abg. Graefe einzugehen, da er als Justizminister dem Unter⸗ suchungsrichter nicht in den Arm fallen oder in ein schwebendes Ver⸗ fahren eingreifen könne.
Reichsminister des Innern, Dr. Oeser legt entschiedensten Pro⸗ test ein gegen die Angriffe, die Abg. Graefe gegen die Reichsregierung gerichtet hat. Es sei ihm, dem Minister, nicht bekannt, daß die Deutschvölkische Freiheitspartei mit der Reschs regierung verhandelt habe, und er habe Grund zu der Annahme, daß es den übrigen Reschsstellen ebenso gehe. Die bekannte Roßbach⸗Versammlung in Wannsee habe dazu gedient, die Reichswehr von der Notwendigkeit der Neutralität in dem entscheldenden Kampfe, der sich aus der für den 31. März bevorstehenden Auflösung der nationalen Verbände entwickeln würde, zu überzeugen. Darum habe Roßbach die Reichs⸗ wehroffiziere eingeladen, denen er nach den Aussagen von Reichs⸗ wehroffizieren erklärt hat, daß Reichskangler Cuno und General Sceckt von diesen Dingen unterrichtet wurden.„Beide Herren ver⸗ hielten sich unseren Plänen gegenüber kühl und interesselos“, so sagte Roßbach zu den Offizieren.(Rufe bei den Soz.:„Schlimm genug, wenn sie nichts dagegen unternommen haben!“) General v. Seeckt habe, so führte der Minister weiter aus, erklärt, Roßbach nie empfangen zu haben. Von einer Pleite des preußischen Minssters des Innern zu sprechen, liege kein Anlaß vor, da der Staatsgerichts⸗ hof seine Maßnahmen bestätigt habe. Die Reglerungen in Sachsen und Thüringen hätten zugesagt, ihre Selbstschutzorgansatlonen in dem Moment zu beseitigen, in dem auch die drohende Gefahr aus Bayern beseitigt werde.
Abg. Ledebour(USoz.) beantragt Unterbrechung der Redner⸗ liste, damit Herr v. Graefe deutlicher seine bisher nur angedeuteten Beschuldigungen gegen die Regierung erläutern könne.— Der An⸗ trag wird angenommen.
Abg. v. Graefe(Deutschvölk.) erklärt, sich von niemandem das Maß seiner Ausführungen vorschreiben zu lassen. Ueber die ange⸗ deuteten Dinge habe er in nichtöffentlicher Sitzung vor dem Staats⸗ gerichtshof der Regierung vollkommen reinen Wein eingeschenkt.
Unchlugheiten zu warnen. Graefe bat den Reichskanzler, ihm eine Unterredung mit General v. Seeckt zu verschaffen. Der chs⸗ kanzler hat in Aussicht gestellt, in eine Würdigung dieses Ver⸗ langens einzutreten, ist aber schließlich daaw gekommen, es abzu⸗ lehnen, Graefe bei v. Seekt zu empfehlen. Diese Entscheidung habe der Staatssekretär der Reichskanzlei im Auftrage des Reichskanz⸗ lers Herrn v. Graefe eum Er, der Minister, sei vom Reichskanzler ausdrücklich ermächtigt worden, ie der Reichskanzler über die Organisation der Deutschvölkischen Frei⸗ heitspartei erst anläßlich der Verhandlung vor dem Staatsge⸗ richtshof Näheres erfahren habe.
Nach einer bedeutungslosen Rede des Deutschnationalen La⸗ warrenz wurde über die vorliegenden Entschließungen abe= stimmt, wobei sich ein nicht ganz bedeutungsloses Zwischenspiel er ⸗ eignete. Die Deutschnatlonalen verlangten in einer Entschließung die Aufhebung des Staatsgerichtshofes. Zum allgemeinen Er⸗ staunen stimmte dafür auch ein Teil der Deutschen Volkspartei. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der überwiegenden Mehr⸗ heit des Hauses abgelehnt. Als nun ein Kompromißantrag der bürgerlichen Mittelparteien zur Abstimmung kam, der eine Revi⸗ slon des Republikschutzgesetzes in dem Sinne 1 1 5 daß Par⸗ teien nicht mehr aufgelöst werden können, rächte sich ein Tell des Zentrums und der Demokraten flir die Rechtsschhwenkung eines Teiles der Deutschen Volkspartet dadurch, daß ste nicht mehr für ihren eigenen Antrag stimmte. Infolgedessen blieb der Antrag auf Revision des Republikschutzgesetzes in der Minderheit.
Nächste Stziung: Dienstag 11 Uhr.
Hessischer Landtag. 7 8
f Darmstadt, 14. Mai.
Präsident Ade lung eröffnete die Sitzung gegen 9.45 Uhr. Nach Beantwortung einer kleinen Anfrage der Frau Abg. Roth. (Komm.) über die Preise für das, der Gemeinde Sprendlingen für, die Minderbemittelten gelieferte Hol 3 durch den Landesforstmeister Weber wurde die Beratung des Voranschlages beim Kap.
Ministerium des Innern
fortgestzt. In der wm folgenden allgemeinen Aussprache bestritt Abg. Ebner(Komm.) dem Haus das Recht, Protestkundgebungen wegen des französischen Vorgehens im besetzten Gebiet zu veran⸗ stalten, weil die deutschen Mllitaristen in Frankreich und Belgien ähnlich gehaust hätten.(Die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien verlassen geschlossen den Saal.) DenEntrüstungsrummel machten die Kommunmisten nicht mit. Dann polernisierte der Redner gegen die völkischen Organisationen und betonte, daß die Kommunisten keine er⸗ anlassung hätten, den Klassenkampf zu verdecken. Die Bildung kom⸗ mumistischer Hundertschaften sei die Folge der Bildung von Hundert⸗ schaften dutrch die Rechte. In Sachsen bestllnden die proletarischen ee bereits und auch in Hessen seien Ansätze dazu vor⸗ handen.
Abg. Hofmann⸗Seligenstadt(Ztr.) dankte dem Minister für dessen zielbewußte Tätigkeit. Redner beschäftigte sich danm mit Einzel⸗ heitem des Etats, wobei er verschiedene Wünsche des Zentrums vor⸗
bruchte.
Mit scharfen Worten wandte sich Abg. Kindt(D. Natl.) gegen den Kommunisten Ebner, verteidigte die Regiments⸗ feiern und versuchte, den Beweis zu erbringen, daß der Deutsch⸗ völkische Schutz⸗ und Trutzbund nur mit legalen Mitteln seine Ziele zu erreichen trachte. Er werde dem Abg. Widmann nicht ver⸗ gessen, daß er gesagt habe, ihm sein eine soziale Monarchie lieber, als eine scharfmacherische Republik. Dem Berufsbeamtesttum habe gerade jetzt Deutschland viel zu verdanken. Er kenne viele National⸗ sozialisten, die vaterlandstrente, tüchtige Menschen sejen. Die Frage der Staatsform sei eine Sonntagsarbeit und wir hätten noch so viel Alltagsarbeit zu verrichten. 1
Dr. Osann(D. VPpt.) sprach eingehend über die finanziellen Sorgen ber Gemeinden und fragt, wie sich die Staatsregierung die Abhilfe vorstelle.
Abg. Widmann(Soz.) erklärte seinen Ausspruch von der soztalen Monarchie und wandte sich dann Steuerfragen zu. Leider mülsse gesagt werden, daß in weiten Kreisen des Volkes gar keine In⸗ teresse für die Bedlürfnisse des Staates vorhanden sei.
Abg. Werner(D. Ntl.) polemistert gegen die Gesetze zum Schutze der Republik.
In der Folge entspann sich dann eine Debatte zwischen dem Red⸗ ner und dem Minister des Innern, v. Brentano, welcher betonte, daß er die Gesetze nicht einseitig gegen rechts handhabe, die National⸗ sozjaltstische Bewegung aber für staatsgefährlich halte.
Schließlich wurde das Kapitel gegen die kommunistischen und deutschnationalen Stimmen bewilligt und ein Antrag auf Auf⸗ hebung des Verbots der Regimentsfesern gegen die Stimmen der Rechten abgelehnt.
Debatelos passieren nach der Pause die Kapitel 28 bis 31 und 34. Beim Kapitel Landeswaisenanstalten wünschte Frau Roth (Komm.) Ausbildung der Waisenkinder gemäß ihrer Veranlagung. Das Kapltel wurde genewhmigt, wie auch die Kapitel 36 und 37. Der Zuschuß am die Kirchen rief den Abg. Ebner wiederum auf den Plan, der Trennung von Staat und Kirche forderte.
Abg. Kaul(Soz.) verlangt, die Kirchen möchten ihre Steuern so erhöhen, daß sie ihre Ausgaben selbst bestreiten könnten.
Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten fand das Kapitel Annahme. Debattelos wurden
dem sich die KPD. drei Wochen lang über öieses Zirkular ben Kopf Wenn die Regierung darauf antworten wolle, so wisse sie, was er
dann die Kapitel 39 und 40 bewilligt. Beim Kapitel 41 wünschten die
der! n, die vermutlichen Spitzel aber nicht, gefunden hatte, er⸗ 5 E 1 5 5 5 ee,. 5 ‚. gust— 0 an e Eine länger. eßlich bei i i aul kapitalistischer Bürgermekber 9 Abg. Henke(Soz.: Abg. v. Graese hat nicht den Mut ge⸗ Eime, längere Debatte entspann sich schließlich beim Kapitel Heil⸗ und
Pflegeanstalten. An ihr beteiligten sich die Abg. Ebner(Komm.), Kindt(D. Nlt.), Hardt(Soz.), Wünzer(D. Vpt.), Widmann(Soz.), Knoll(Ztr.) und der Minister des Innern, sowie Abg. Delp(Soz.). Damit schloß die Beratung. Das Kapitel fand Annahme.
Nächste Sitzung: Dienstag, vormittags 9 Uhr.
Spitzelvermittler!“ in der Roten Tribüne. Damkt war bewiesen, J 8 beweisen war, nämlich: daß sich die KPD. charakterloser Gesellen bedient, um in den Reihen ber anderen Arbeiterpartei, der SPD. zu splonieren, also durch Parteigenossen die eigene Partei bespiteln zu lassen. Damit hat die KD. ihre Gemeinheft und Miederträchtigkeit sebost entlarvt, und wir können das Urteil über ie zuwerläsfigere Arbeiterpartei“ getrost unsern Lesern über⸗
habt, der Regierung vorzuhalten, was sie mit ihm verhandelte. Mit der Antwort der Regierung können wir uns nicht zufrieden geben. Entweder haben zwischen den völkischen Organssationen und der Regierung Beziehungen bestanden, oder Herr v. Graefe hat gelogen. Meine Freunde haben seit der letzten Note schon
ohnehin en großes Be ten mehr zu Herrn Cuno, aber weun!


