Ausgabe 
16.3.1923
 
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Mhen haben diefe nei Steiern in Frer Blerteln des Jahres

rund 275 Milliarden eingebracht, im Januar 1929 aber 220 bad kerden, d. h. zu 80 Prozent sind diese Steuern in dem Monat mit . 9. beglichen worden. Die Besitzenden halten nit der

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1 dieser Antrag von den bürgerlichen ien abgelehnt, obwohl unser Redner darauf hinweisen konnte, zm Freistaat Danzig die öffentliche Auslegung der Steuerlisten serklicht ist. Simon sprach ferner gegen die Wiedereinführung des

eheimnisses und Aufhebung des Depotzwanges.

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. 1 en demagogischen deutschnationalen Antrag, der die Lohnsteuer a8. eigen und an ihre Stelle die Steuer von den Arbeitgebern ent⸗ ae wissen will, bekämpfte Genosse Peine. Er wies darauf hin, ing, p 3 tiefer deutschnationale Antrag nur auf eine Vertuschung der m EE. chen hinauslaufe. Selbstverständlich werde nicht der Arbeitgeber u. Riß. teuer en, sondern sie voll oder mit einem Aufschlag auf die

darer und Angestellten abwälzen. Der deutschnationale Antrag, so

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. Peine, wolle das Steuerunrecht nur beschönigen. Wir da⸗ 2 wollten es wirklich beseitigen. Deshalb verlangten wir von der licrregierung einen Gesetzentwurf, der das deutsche Steuersystem gie neue gerechte, der Lage des deutschen Geldwesens entsprechende druch dem Vorbild der Lohnsteuer die Erhebung vereinfachende anlage stellen soll, damit das rechtzeitige Aufkommen der Steuern 77 5 weis Reich gegen Kursverluste bei der Steuerzahlung ie Abstanmm über die Eneschliesamg wird in dritter Lesung ben. 1

1 ächste Sitzung: Donnerstag 2 Uhr. Dritte Lesung des Gesetzes

beer Anpassung der Steuergesetze an die Geldentwertung.

Gießen und Umgebung. 0 2 Voöllische Rüpeleien.

Zegenwärtig schwebt gegen unsern Redakteur eine Be- (ungsklage des Herrn Studienrats Dr. Lenz. Es hem lt sich um zwei Artikel, die Ende Oktober in der Ober⸗ 1 schen Volkszeitung erschienen und die Vorgänge in der Sbcrealschule behandelten. In den Artikeln wird man 0 h mit dem Mikroskop keine Beleidigung des Dr. Lenz eltteken können, trotzdem fühlt sich dieserbeleidigt. Ein empfindlicher Herr. Seine Parteipresse aber und seine P. igenossen, die Deutschvölkischen, nehmen nicht soviel Aäeicht auf die Empfindungen ihrer Nebenmenschen, be⸗ anirs nicht, wenn diese zu ihren politischen Gegnern ge⸗ k. Bis zu welchem Grade der Verrohung es diese Sorte

n Den gebracht haben, zeigt folgendes Beispiel:

gt le In dem kernbayerischen, antisemitischen at atland macht sich die kochende Volksseele der ur⸗ irre chen Stadt München in folgenden Tönen über den

ner sozialdemokratischen Bezirkstag Luft:

Und der andere Schuft lich sehe eine Klage Ruhe entgegen!), der Jude Levi, erfrecht sich agen:Die Verpflichtungen zur Reparation be⸗

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. für uns ohne Rücksicht auf den Ausgang des Ruhr- cs. Stellen wir nochmals klar: Frankreich führt inn e mit Deutschland. Es steht sogar für den Vorwärts fh daß Frankreich nur machtpolitische Ziele verfolgt, 1 0die Verpflichtungen zur Reparation bestehen für uns n wer, sagt der Levi, und der andere Schweins

zen noch im Ruhrgebiet rauben

f Ar nennt man dieses Verhalten im Krieg: Hochverrat!

Daß Schuft Crispien die Reihe voll macht mit der f

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VBetumdung:Die Ruhrbesetzung wäre zu vermeiden ge⸗ U 9 4 5 5 5 8 we, ergänzt unsere Anklage vorteilhaft. Wir wieder⸗ 1 hill: Hochverrat nennt man dies Treiben derVolks⸗ rteter. Hochverrat! Erinnern wir uns an unseren chuf: Die Verräter müssen vernichtet wer 8 eh, 1. 8 f en n Eine Märzseier veranstaltet die Sozialdemokratische Partei n ain morgigen Samstag, abends 8% Uhr im Saale des Gewerk⸗ 00 Fshauses. Genosse Prof. Hüter wird in seiner Gedenkrede 1 hebung vom 18. März in Berlin und die Barrikadenkämpfe c oe die Bedeutung der 48er Revolution für die freiheitliche Ent⸗ 1 klung in eee e** 900 0 ic tages von Karl Marx gedenken, der am 14. März 1883, n vor 40 Jahren in London verstarb. Die Feier wird mit 7 1 Hergsvorträgen des GesangvereinsEintracht eingeleitet, e ei, wird die Arbeiterjugend mitwirken. Die Parteifreunde om ersucht, sich zahlrech einzufinden.

f fen n deen Wert der Naturalbezüge neben den Löhnen der Haus⸗ gtellten und sonstigen Angestellten höherer Ordnung setzt das Abes⸗Finanzamt in einer Bekanntmachung fest, die im heutigen Allte. ist. Wir machen auf die Bekanntmachung a nerksam.

aan 5 10 Nithr einheitliches Briefforma Die ordnungs mäßige Be⸗ grikung und pünktliche Besorgung der Briefe wird der Post

1 die übergroße Verschiedenhet der Briesform, durch die Un⸗ (äßigkeit im Aufkleben der Freimarken und durch die ost

fu 1 age Uebersichtlichkeit der Aufsche it in tästiger Weise erschment.

0 u igenen Interesse benutze man daher nur rechteckige Brief⸗

7 tläge mittlerer Größe die geeig lete Form ist 15 Em. lang

s 2 Em breit klebe die Mirle in die rechte gere Ecke,

5 e nnen recht deutlich ben Bestimmungsort nieder und

7 1 neiche ihn. Wer seine Briesumschläge mit einem Vordrug

eie Adresse versehen läßt, der lasse auch aiich ein Jeld für

de or ke und einen starken Strich für die Angabe der Be⸗ l mungspostasstal' unten rechts mit vordrucken.

l Früher hat eine Schachtel Streichhölzer

tel war dabei 7 lager

N man oft ein et mit

44% 2 ig kaufen als en 7 0 1155

5 4 die Schachtel 5 Pfennige, nn kam die

1% noch selten eln einheiklicher Preis für

9 10 Die Preise waren recht will⸗

01 keine Seltenheit. Heute kostet

40% sie

auf 700 Mark der Kubikmeter, Das Städtische Gaswerk begründet die Erhöhung des Preises mit der Beschaffung der teueren eng⸗ lischen Kohlen. 0 Trohe. In der Gemeinderatssitzung am 10. März stand als erste Sache der Beitritt der Gemeinde zur Gemein⸗ wirtsschaft Oberhessen zur Beratung. Nach eingehender Aussprache wurde der Beitritt ä einstimmig beschlossen. Ein Antrag von Haas und Viehmann, die von ihnen von der Ge⸗ meinde zu erwerbenden Bauplätze zu vergrößern, wurde mit der Begründung, daß dadurch der Gemeinde ein ganzer Bauplatz ver⸗ loren geht und mit dem zu erzielenden Betrag die Gemeinde kein anderes Land kaufen kaun, gegen eine Stimme abgelehnt. Die Preisfestsetzung für diese Bauplätze warrde bis zur endgültigen Fest⸗ setzung der Baukostenzuschüsse durch das Reich zuxückgestellt. Der Pachtzins für Vogel wird dex abgetretenen Mieterzahl entsprechend verringert. Gegen das Bestreben des Elektriztätswerks Gießen, die Reparaturkosten des Ortsnetzes auf die Gemeinde abzuwälzen, wird Protest erhoben, weil es gegen den Vertrag verstößt. Zur Rechnungsprüfungskommission wurden die Genossen Vogel und Schmidt bestimmt. Mit derselben Tagesordnung war schon vor acht Tagen eine Sitzung anberaumt; da sie aber nicht öffentlich be⸗ kanntgemacht war, erhoben unsere Genossen Einspruch dagegen. t. Lollar, Die Genossen und Genossinnen, die an den Reichs⸗ jugendnwhlfahrts⸗Vorträgen teilnehmen wollen, machen wir darauf aufmerksam, daß diese nächsten Sonntag stattfinden, Näheres in der Bekanntmachung des Parteisekretärs.

Die Not der Presse

fordert unbedingt, daß die gesamten wirtschaftlichen Kreise, die Tages⸗ und Fachpresse durch

Zuwendung von Anzeigen⸗Aulträgen Aufrechterhaltung des Bezugs

unterstützen. Im Hinblick auf die besondere Be⸗ deutung der Presse für die Allgemeinheit, auf die Wichtigkeit einer

:: unabhängigen Presse::

für unsere wirtschaftlichen Beziehungen zum Aus⸗

land und auf die schwierige Stellung der Presse in

dem gegenwärtigen Abwehrkampfe von Rhein und Ruhr

fordern wir Industrie und Handel

unseres Bezirks auf, zur

Ethaltung einer wirtschaftlichnnabhängigen Pese beizutragen.(Aufruf der Kölner Handelskammer.)

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Strafkammer Gießen.

s Sitzung vom 13. März.

Faule Eier. Anfang Oktober 1922 ließ der Händler Welh. Weil von Inheiden durch seine Tochter Eier auf dem Wochenmarkt in Gießen verkaufen und zwar zu der auffallenden Datsache, daß sich der Preis 2 Mark unter dem sestgesetzten Markt⸗ preis hielt. Alsbald waren die 180 Stück Eier ausverkauft. Zu Haufe mußten die kaufenden Hausfrauen aber die Wahrnehmung machen, daß siefaule Eier gekauft hatten. Dem Weil war nun zur Last gelegt. diese faulen Eier trotzdem er als erfahrener Händler wissen mußte, daß sie für die menschliche Nahrung un⸗ brauchbar waren in den Verkehr gebracht zu haben. Das Schöffengericht Gießen verurteilte ihn in erster Instanz zu zwei Wochen Gefängnis und 10 000 Mk. Geldstrafe wegen Vergehens gegen das Nahrungsmitlelgesetz Auf Berufung der Slaatsanwalt⸗ schaft erkannte die Straflammer den Weil des Betrugs in ein enheitlichem Zusammentressen mit ergehen gegen das Nahrungs⸗ multtelgefetz schulbig und erkannte mit Rücksicht auf die gemeine Handlungsweise des Weil und da es notwendig sei, das zu teuren Preisen kaufende Publikum vor einer solchon betrügerischen Ausbeutung zu schiltzen auf 4 Wochen Gefängnis und 20000 Geld strafe und erkannte außerdem außer der von der ersten Insbanz bereits ausgesprochenen Veröffentlichung des Ü cteils in dem Gießener Anzeiger und der Ober⸗ hessischen Volkszeitung, auf Aushang des Urteils auf 2 Wochen an den Markttagen in der Gießener Markt⸗ halle und Aushang an der Ortsta fel in Inheiden.

Kirchen räuber. In der Nacht vom 1. zum 2. Januar 1023 wurde in der katkolischen Kirche zu Dorn⸗Assenheim einge⸗

rothen und aus der Kirche zum Gottesdienst gewidmete Gegen⸗ l wie Weihwasserkessel. Weshrauchkessel, Schale. Altardecke, Leinentücher usw., auch eine altertümliche goldene Monstranz ge⸗ raubt. In Friedberg am Bahnhof sielen die Räuber der Bahn⸗ noligei in die Hände. Die geweihten Gegenstände. insbesondere die Monstranz, waren schon vollständig zerschlagen. Heute standen als Täter der Arbeiter Olto Rybarezyk von Dorn⸗Assenheim und der Magaziner Willi Sutter von Frankfurt a. M. vor der Strafbammer. Das Versahren gegen den dritten Räuber Ernst Hecker von Frankfurt mußte abgetrennt werden, da er sich als Löffelschlucker in der Untersuchungshaft betätigt und 3. Zt. in dem Krankenhaus befindet. Die Angeklagten- waren geständig, versuchten sich aher gegenseitia die Hauptschuld zuzuschteben. Der als Dieb olickfällsge Rybarezuk wurde zu einer Zuchthaus⸗ strase von 5 Jahren 10 Jahre Ehrverlust und Zu⸗ lässigkeit der Polizeigufficht. Sutter der ohne Vor⸗ trafen, zu 4 Jahren Gezänanis und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt.

Alsgefährliche Hausbesitzer mußten sich der Landwirt Johannes Schombert und sein Sohn Heinrich Sie hatten gegen⸗

FJaustrecht in sodaß der arg zerschlagene Mieter mehrere Tage arbeitsunfähig war. Gegen ein verurteilendes Erkenntnis des Schöffengerichts Laubach, das die beiden Angeklagten zu je 20 000 Mk. Geldstrafe halte, wurde von den Angeklagten Berusung vexfolgt, isprechung zu erzielen. Die Strafkammer kam auf Grund der Veweiserhebumg zu den gleichen Feststellungen wie das

Schöffengericht und verwarf die Berusung.

1 N ei Kleine Nachrichten.

Frankfurt g. M., 13. März. Frankfurter Kirchen notopfer. In der hier abgehaltenen evangelisch⸗lutherischen Stadtsynede wurden von einzelnen Synodalen trübe Bilder der großen finanziellen Not der Kirchengemeinden gezeichnet. Während der vorjährige Haushaltsplan noch mit 6349 00 Mk. sich ausglich, jordert der diesjährige an Ausgaben fast 500 Millionen. für die nur zu einem Keinen Bruchteil Deckung vorhanden ist. a die

Ser Gaspreis sst schon wieder erhoht worden und zwar[ Monalen elngehen, erläßt der Synobolvorstand elnen Aufruf an

die evangelische Bevölkerung zur Aufbringung eines Kirchennot⸗ opfers, dessen Erträgnisse zur Deckung der Ausgaben für Gehälter der Geistlichen dienen soll.

Frankfurt a. M., 14. März. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei geringen Umsätzen war die Stimmung doch etwas fester. Die Mlihlen setzten den Preis auf 170 000 Mark hinauf. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 90 00095 000, Roggen Mk. 85 000 90 000, Gerste Mk. 70 00075 000, Hafer lin⸗ länd,) Mk. 54 000 70 000, Mais(La Plata und Mixed) 92 000 bis 95000 Mk., Weizenmehl(südd.) Mk. 140 000170 000, Roggen mehl Mk. 115 000125 000, Kleie Mk. 40 00045 000.

Frankfurt a. M., 13. März. Doppeltes Unglück. Wir mel⸗ deten vor einigen Tagen einen schweren Einbruch, bei dem einem Bankker Silbersachen im Werte von 24 Millionen Mark gestohlen wurden. Am gleichen Tage geriet der Bestohlene vor die Straßen⸗ bahn, die ihn überfuhr und tötete.

Frankfurt a. M., 13. März. In den Main gesprungen. In der Nacht zum Montag sprang ein 28 jähriger Arbeiter, nachdem er seine Börse mit einem größeren Geldbekrage seinen beiden ihn begleitenden Freunden gegeben hatte, von der Untermainbrücke in den Main und ertrank. Wos den Mann in den Tod getrieben hat, weiß niemand.

den. Mit einem rätselhaften Fall ist augenblicklich die Polizei be⸗ schäftigt. Der 26jährige Eisendreher Heinrich Kiesel aus dem Vorort Haufe kehrte am Sonntag, den 4. März mit einem Freunde und zwei jungen Mädchen von einem Ausfluge zurück und wurde in der Taunusstraße von einem unbekannten Manne, der auf der Nase ein schwarzes Futteral trug, fortwährend beobachtet. Ohwohl Kiesel von seinen Freunden gewarnt wurde, nicht mehr nach Hausen zu gehen, trat er doch den Heimweg an und verabschiedete sich in der Taunus⸗ straße von seinen Bekannten. Seit diesem Augenblick ist der junge Mann verschwunden. Bis jetzt fehlt jede Spur von ihm. Es ist mit Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß er ein Opfer des Fremden geworden ist.

Frankfurt a. M., 14. März. Die Beteiligung mit einer Million an der Bauhütte. Der Magistrat hat sich in der Sitzung am Montag mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversamm⸗ lung einverstanden erklärt, daß sich die Stadt Frankfurt unter ge⸗ wissen Voraus setzungen mit einem Kapital von einer Million Mark an derBauhütte beteiligt.

Höchst a. M., 14. März. Großer Arzneidiebstahl. Aus den Farbwerken stahl der Arbeiter Lauser für 27% Millionen Mark Pydamidon und verkaufte es angeblich an einen gewissen Veit wieder. Beide, der Dieb wie der Hehler, wurden festgenommen.

Kelsterbach, 14. März. Große Kartoffeldießstihle im Werte von 500 000 Mk. wurden hier festgestellt. Bei Haus⸗ suchungen fand man 50 ausgeblasene Minen, die einen Wert von nahezu drewiertel Millionen Mark darstellen.

Tarmstadt, 14. März. Zur Ausweisung des Pfarrers Berck. Der Interallfierten Rheinlandkommisston hat das Hessische Oberkonsistorium in Darmstadt unterm 12. I. M. nach⸗ stahende Verwahrung gegen die Ausweisung des Pfarrers Berck zugehen lassen: Am gestrigen Sonntag kurz vor Beginn des Gottesdienstes ist Pfarrer Verck in Mainz⸗Mombach ohne jede Begründung mit sofortiger Wirkung aus gewiesen und über die Grenze des besetzten Gebietes gebracht worden. Seine Familie muß ihm binnen 3 Tagen solgen. Zwei Gemeinden sind dadurch unmittelbar vor der Konfirmation und dem Osterfest der segens⸗ reichen Wirksamkeir ihres Seelsorgers beraubt worden. Wir legen gegen diesen durchaus ungerechtfentigten und rücksichtsloien Ein⸗ griff in das kirchliche Leben und in die Rechtsverhältnisse unseter Landeskirche nachdrücklichst und feierlichst Verwahrung ein.

Der Student als Denkmalsschänder. In Jeng hat vor einiger Zeit die Beschädigung des Burschenschaftsdenkmals großes Aufsehen erregt. Die nächtliche Untat wurde von Studen⸗ ten und Professorenschaft den Arbeitern zur Last gelegt, obwohl dafür gar keine Beweise vorlagen. Die Untersuchung des Falles durch den Oberstaatsanwalt hat jetzt eine völlige Klärung gebracht, durch die die Beschuldigung der Arbeiterschaft als leichtfertige Verleumdung gekennzeichnet wird Der Denkmalsschänder ist ein Verbindungsstudent Johann Paul Meyer, der die Tat nach einer Kneiperei in seiner Verbindung im Zustand starker Trunkenheit beging.

Ein Pfiffikus.

zu verleihen, hatte der Einwohner eines Taunusdörschens die Sohlen anstatt mit den üblichen Nägeln mit den jetzt seltener ge⸗ wordenen 10 Pfennig⸗Eistenstücken benagelt. Rechnet man etwa 80 Nägel für die Stiefel, so würde das rung 75 Mark ausmachen, während die Geldstücke nur einen Wert von 5 Mark haben und dennoch denselben Zweck erfüllen als die eisernen Kopfnägel.

Der Tod im Beruf. Auf der Gewerkschaft Alexander geriet der Bergmann Josef Held aus Cellingen so unglücklich mit dem Kopf zwischen Wagen und Schachtwand, daß er auf der Stelle verstarb. Bei der Aus⸗ übung seines Berufs kam der Monteur Göbel in Siegen dem Hoch⸗ dpannungsdraht zu nahe. Er trug dabei Brandwunden davon, die seinen baldigen Tod zur Folge hatten.

Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 13. März 1923.

Die Dampfziegelei Hungen soll vom 24. Februar 1923 an den Stundenlohn ihrer Arbeiter, die Vorarbeiten für den Sommerbetrieb verrichten, von Mk. 800. auf Mk. 1120. erhöhen.

Die Wollstrickerei Hadermann in Butzbach soll vom 12. März 1923 an den Stundenlohn der Arbeiterinnen über 20 Jahren von Mk. 500. auf Mk. 650. und die übrigen Löhne in demselben Verhältnis erhöhen.

In beiden Sachen erhielten die Streitteile Erklärungsfrist.

In zwei weiteren Lohnstreitsachen einigten sich die Parteien ohne öffentliche Verhandlung.

Baugewerksbund und Tiefbau unternehmer Bonacker in Heblos vereinbarten, daß Bonacker bei neuem Bedarf an Arbeitskräften die 14 Arbeiter, die er in Hirzenhain entlassen hat, an erster Stelle wieder einstellt.

Den Kündigungseinfpruch eines Waldarbeiters der fürstlich Isenburgischen Rentkammer in Büdingen wies der Schlichtungs⸗ ausschuß als unzulässig ab, denn, wie die Verhandlung ergab, war das Betriebsrätegesetz nicht anwendbar.

Außerdienstlichesanstößiges Leben ein Kündigungsgrund?

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Behördenkammer des Frankfurter Schlichtungsausschusses in einer seiner letzten Sitzungen. Es lag ein Kündigungssfall der Verwaltung des Post⸗ scheckamtes vor. Die Verwaltung hatte einem Angestellten, der Vater von neun Kindern und zu 25 Progent kriegsbeschädigt ist, gekündigt, weil er außerdienstlichein anstößiges Leben führe. Der Einspruch des Angestellten wurde vom Betriebsrat des Post⸗

Angestellten vertreten. Die Entscheidung lautet, daß der Einspruch als begründet erklärt wird und das Postscheckamt den be⸗ treffenden Angestellten weiterzubeschäftigen oder falls es die Weiterbeschäftigung ablehnt eine Entschädigung von 100 000 Mk. zu zahlen hat. Der Begründung dieser prinzipiell wichtigen Ent⸗ scheidung entnehmen wir noch folgenden Passus:

Dienstlich hat sich der Antragsteller nichts zuschulden kommen lassen, und seine außerdienstliche Führung könnte nur dann einen Grund zur Entlassung abgeben, wenn entweder dadurch seine Dienstleistungen beeinträchtigt oder durch seinen Lebenswandel

Banlkredite der Synode erschöpft sind und Kirchensteuern erst in

das Anssehen des Postscheckamtes geschädigt würde. Für letztere

Frankfurt a. M. 13. März. Rätselhaftes Verschwin⸗

Um feinen frisch besohlten Stiefeln eine längere Haltbarkeit

scheckamtes sowie von einem Beamten des Zentralverbandes der

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