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Fernsprecher 2008.
Die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Monnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich
9 bundes, Genosse Ther dor Leipart, war von der französischen„Con⸗ 1 1 das
führung kommen ließ. Gegenüber der in weiten Kreisen des
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französischen Volkes vertretenen Meinung, daß Deutschland die übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllen will, weist Genosse
Gebieten eine militärische Besatzung von 70 000 Anfang Dezember des letzten Jahres 140 000 Personen der
a TFrontrollkommissionen, für die Deutschland im
Maffenstilistandes unterhielt Theinischen Gebiet Militärflugplätze in einer Größe von 1 120 Ha.
beschlagnahmt.
zielen internationalen Konferenzen hin, die seit dem
stheiterten an diesem Widerstande die Bemühungen der männer und der Finanzleute. Alte Gewalt, jene brutale Gewalt, welche das deutsche Volk und be—
pbders die deutsche Arbeiterschaft im Ruhrgebiet jetzt in
Deuts nspruchte die deutsche Armee 3800 Ha. Die Besatzungsarmee hat
Politik diese von jedermann vorauszusehende Wirkung mit
gehuktin: Bießen Beahnhofsraße 23
ethessische Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Eppebitien: Gießen Bahnhofsraße 23 Ferusprecher 2008.
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Nr. 36
Gießen, Dienstag, den 13. Februar 1923
18. Jahrgang
„Nutzlose Aussaugung“.
Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts⸗
ede ration Generaie du Travail“ zu deren letzten Gewerkschafts⸗ kongreß eingeladen, konnte die Reise aber nicht antreten, da ihm Visum durch die französische Regierung verweigert wurde. In Januar ds. Is. datierten Brief an den französi⸗
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einem vom 31.
schen Gewerkschaftsbund wünscht Genosse Leipart den Verhand⸗ fungen einen guten Erfolg und erwartet, daß der Kongreß„einen Schritt auf dem Wege der Völkerversöhnung bedeuten würde“. Leipart erinnert daran, daß in gemeinsamen Verhandlungen der Ffranzösischen und deutschen Gewerkschaften über den Wiederaufbau der vom Kriege zerstörten Gebiete erzielt wurde, daß die deutschen Gewerkschaften
eine Verständigung eingehende Vorschläge r Behebung der Zerstörung des Kriegsgebietes unterbreitet ben, daß die französtsche Regierung diese aber nicht zur Aus⸗
Leipart auf die ungeheuren Lasten allein der Besatzung hin. Deutschland hatte vor dem Kriege in den W rheinischen bersonen, denen
inter⸗ alliierten Besatzungsarmeen gegenüberstanden. Vom Inkraft⸗ treten des Friedensvertrages an bis zum 30. April 1922 hat Deutschland für die Besatzungsarmee insgesamt 3 000 410 000 Woldmark zahlen müssen. Dazu kommen noch die Leistungen für Unterkunft, Bauten, Verpflegung, Heizung, Beleuchtung und Transport, die sich für das Jahr 1922 auf 25 Milliarden Papier⸗
mark stellen, und die hohen Kosten der Interallijerten Rheinland⸗
kommission, die nach dem Abkommen Deutschlands mit den Alli⸗ lerten aus vier Personen bestehen soll, tatsächlich aber 1300 Per⸗ sonen umfaßt Außerdem bestehen aber noch zahllose militärische 5 letzten Jahre 9,4 Milliarden Mark aufzuwenden hatte. Bis zum Abschluß des die deutsche Armee im besetzten
noch 1303 Ha. auf Kosten
ie Besatzungstruppen haben dazu und Uebungsplätzen be⸗
chlands vern endet. An Schieß⸗
zu demselben Zweck noch 3210 Ha. weiteres fruchtbares Gelände Hierdurch ist die Ernährungslage der deutschen Bevölkerung natürlich weiter wesentlich verschlechtert worden. In zahlreichen Orten des besetzten Gebietes ist es überhaupt nicht mehr möglich, den Kindern Schulunterricht zu erteilen weil die Schulen von den Besatzungstruppen für militärische Zwecke und fur Unterbringung der Familienangehörigen der Truppen be⸗ schlagnahmt wurden. Alle diese Angaben und Bemerkungen be⸗ 0 1157 sich lediglich auf das alte besetzte Gebiet ohne das Ruhr⸗ ßebiet. Mit Recht stellt Leipart fest, daß man längst einen großen Seil der zerstörten Gebiete wieder hätte herstellen können, wenn lian die vielen Milliarden nicht für die Besatzungstruppen und die Kontrollkommissionen hätte hergeben müssen.„Auch darüber“, s% fährt er fort,„dürfte kein Zweifel bestehen, wie sehr diese nutz⸗ sose Verschwendung neuen Haß und neue Völkerverhetzung hervor⸗ ufen, ohne daß den wirklich Geschädigten in den zerstörten Ge⸗ ieten etwas genutzt wird... Wer ernsthaft den Frieden unter zen Völkern anstrebt, darf seine Hand nicht dazu bieten, diese (utzlose Aussaugung des deutschen Volkes zum Schaden der wirk⸗ chen Reparationsleistungen noch länger sortzusetzen.“ Ueber die Folgen der Ruhrbesetzung, die angeblich erfolgte
pegen der widerspenstigen Haltung Deutschlands in der Repara⸗
sonsfrage, wird gesagt, daß die neue Besetzung mit ihren unge⸗ leuren Lasten es dem deutschen Volke gänzlich unmöglich machen wird, die übernommenen Verpflichtungen in Zukunft zu erfüllen. „Und es ist in Deutschland nur eine Stimme, daß die französische Ab⸗ scht herbeiführen will.“ Leipart weist zum Beweise dafür, daß serankreich keine friedliche Lösung wollte, auf den Verlauf der Friedens⸗ Immer leistete Frankreich Widerstand, immer Staats⸗ „Ueber die Vernunft triumphierte
schluß stattfanden.
ihrem
Facken verspürt.“
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1 08 Ruhrgebiet liefern. Bert der Minderleistungen 2,5 Millionen Goldmark,
fsĩahre in Ausführung des Versailler
deutende Aufwendungen in Papiermarl gemacht, larden für abgelieferte dosten der Interalltierten Kommission, 12,9 Milliarden für Resti⸗ tetionen, Substitutionen
sendeln, denn die französische Politik ist direkt darauf gerichtet, die
Die geringen Verfehlungen in der Lieserung on Holz und Kohle mußten den Vorwand für den Einbruch in Bei den Holzlieferungen betrug der
bei den Insgesamt im Werte
Kohlenlieferungen rund 21,5 Millionen Goldmark. lat Deutschland also im Jahre 1922 Sachlieferungen
don 24 Millionen Goldmark weniger geleistet; das sind 15 Proz.
der Gesamtleistung. Im Jahre 1922 wurden an Bar⸗ und Sach⸗ leferungen sowie im Ausgleichsverfahren zusammen 605,7 Mil⸗ lonen Goldmark gezahlt. Außerdene hat Deutschland im selben Vertrages noch sehr be⸗ 3. B. 12,9 Mil⸗ Vinnenschiffe, 9,4 Milliarden für die u. dergl, 15/ Milliarden für andere iinere Ausgaben aus Anlaß des Vertrages von Versailles. znankreich hatte ferner das Recht, nach dem Moratorium vom 21. Pärz 1921, mo die deutschen Sachlieferungen auf 1450 Millionen
Coldmark festgesetht waren, für 930 Milltonen Sachlieferungen zu erdern. Leipart fragt:„Warum tat es dies nicht, sondern ver⸗ seeifte sich auf die angeblichen Verfehlungen bet Holz und Kohle?“ Und er gibt darauf folgende Antwort:„Weil Frankreich die Sach⸗
eferungen von Anfang an systematisch sabotiert hat, und zwar lotz der Abkommen von Wiesbaden und Berlin, die große Er⸗ llächterungen für den Bezug von wertvollen Materialien und Ma⸗ inen für die zerstörten Gebiete gewährten!“ Zum Schluß gibt er Gewerlschastsführer die Auffassung wieder, die in Deutsch⸗ umd über die französische Politik herrscht: Für das offizielle kapi⸗ sollstische Frankreich kann es sich gar nicht um deutsche Wieder⸗ tmachungen, nicht um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete
güebergutmachungen und den Wiederaufbau der verstörten Ge⸗
ete Nordfrankreichs zu verhindern.
Poincarés Imperialismuskoller im Wachsen.
Deutschen Ministern wird deutsches Land gesperrt!
Das W. T. B. hat am Samstag abend folgenden Be⸗ richt der französischen Havasagentur verbreitet: 1
Pnincaré hatic heute morgen von 10—12 Uhr mit dem belgischen Außenminister eine Besprechung, der außerdem der belgische Gesandte, der Kriegsminister, der Arbeits⸗ minister, der Finanzminister und der Minister für die be⸗ sreiten Gebiete beiwehnten. Nach Schluß dieser Sitzung wurde folgende Note veröffentlicht, welche der deutschen Regierung übergeben werden soll:
Die belgische und die französische Regierung haben sestgestellt, daß der Besuch des Reichskanzlers Cuno im Ruhrgebiet und seine dort ausgeübte Aktion einzig und allein den Zweck gehabt hat, gefährliche Erregungen, be⸗ sonders unter den Großindustriellen, Angestellten und Staatsbeamten hervorzurufen. Unter diesen Bedingungen sehen sich die französische und belgische Regierung, welche im Interesse der Bevölkerung stets bestrebt sind, Wirren zu vermeiden, die einen blutigen Verlauf haben könnten, genötigt, der Reichsregierung und den Regierungen der Länder mitzuteilen, daß die Reichsminister und die Minister der Länder nicht mehr ermächtigt werden, das Ruhrgebiet zu betreten.
Diese Verfügung, die wirklich den Gipfel tollster Un⸗
verfrorenheit eines wahnsinnig gewordenen Imperialismus darstellt, wird von denjenigen Mächten erlassen, die friedens⸗ brecherisch und vertragswidrig Teile des wehrlosen Deutsch⸗ lands besetzt haben und denen die blutigen Taten von Reck— linghausen, die Massenverhaftungen und Ausweisungen, die Anwendung aller Kriegsmittel und der Reitpeitsche gegen ein friedliches, unbewasfnetes Volk zur Last fallen. Nichts ist darüber bekannt, daß Dr. Cuno etwa dazu aufgefordert hätte, der Gewalt mit Gewalt zu begegnen; das Gegenteil steht fest. Wenn jetzt Frankreich und Belgien den deutschen Ministern verbieten, ein bestimmtes, deutsches Gebiet zu be⸗ treten, so zeigen sie der Welt damit lediglich, daß sie, wie der Vorwärts treffend bemerkt, dieses Gebiet als— Département de la Ruhr betrachten.
Man sollte es sich in Berlin wirklich einmal überlegen, ob es sich nicht empfiehlt, die Probe aufs Exempel zu machen und einen deutschen Reichsminister, der in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes das trotz allem immer noch deutsche Ruhrgebiet betritt, durch die französischen Gewalthaber ver— haften zu lassen. Wir glauben immer noch, daß man auch den französischen Größenwahn am ehesten töten wird, wenn man ihn vor aller Welt lächerlich machen läßt.
Noch leine deutsche Antwort.
Auf die französische Note, die den Ministern des Reiches und der Länder das Recht absprechen will, fernerhin das Ruhrgebiet zu betreten, ist von deutscher Seite eine Antwort noch nicht ge— geben worden. Wie die Fr. Ztg. erfuhr, wird erst im Laufe des Montag eine Sondersitzung des Reichskabinetts darüber Beschluß fassen, in welcher Form die neue unerhörte französische Anmaßung ihre Zurückweisung finden soll.
Die Erdrosselung der deutschen Wirtschaft Ausfuhrverbot für den tsche Industrie⸗Erzeugnisse.
Den deutschen Geschäftsträgern in Paris und Brüssel wurden am Sonntag morgen folgende Noten überreicht:
„Infolge der von der deutschen Regierung ihren Be⸗ amten im Ruhrgebiet erteilten Befehle und den Wirren aller Art, welche die deutsche Regierung dort anzuregen versucht hat, hat die belgische und die französische Regierung be— schlossen, vom 15. Februar ab den Export aller metallurgi⸗ schen und anderen im besetzten Gebiet hergestellten Fabrikate nach dem unbesetzten Deutschland zu verbieten.“
Diese Note mit ihrer heuchlerischen Begründung kündet eine weitere Maßregel des Sanktionsprogramms an, die Minister Le Troqueur und General Weygand vor 10 Tagen in Brüssel festgesezt haben und die etappenweise durchgeführt EECCCCCCCCCCCCCCCCCGPPPGoPcPGPGPGPGcGGPPPPoGPPoccGococcccccccccccccc
Da die französische Regierung ihr Volk absichtlich nicht von den ungeheueren Leistungen unterrichtet, die Deutschland während der Zeit seit dem Waffenstillstand geleistet hat, kann man diesen Schritt des Genossen Leipart nur begrüßen Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß die französtschen Gewerkschaften nicht ver⸗ säumen werden, den Inhalt dieses Briefes und die Auffassung der deutschen Gewerkschaften über die Politik Frankreichs ihren Mit⸗ gliedern bekannt zu geben.
werden soll. Durch diese neue, tiefeinschneidende Wirt⸗ schaftsmaßnahme erhält der deutsch⸗sranzösische Wirtschafts⸗ kampf eine noch bedeutend schärfere Note.
An der Nuhr gehts um den Achtstundentag.
Der ehemalige Finanzminister des Kabinetts Millerand und noch heute besondere Vertrauensmann dieses politischen Geschäfts⸗ führers der französischen Schwerindustrie, Francois Marsal, hat auf einem Bankett des amerikanischen Klubs in Paris eine Rede gehalten, in der er im Hinblick auf die Besetzung des Ruhrge⸗ biets u. a. sagte, er spreche nicht in amtlicher Eigenschaft, er könne aber so viel sagen, daß das französische Volk von Deutschland nur die zur Verzinsung und Tilgung des von ihm auf Reparationskonto vorgeschossenen Kapitals er⸗ forderliche Summe verlange. Deutschland könne sich darüber, wenn es wolle, leicht mit Frankreich verständigen. Wenn das deutsche Kapital seinen Anteil an den Reparationen tragen könne, so dürfe man allerdings sagen, daß auch die deutsche Ardeit den ihrigen tragen könne und müsse. Wenn man sämtliche Stunden, die der Krieg gedauert habe, zusammenzählen würde, würde es genügen, wenn man für jede von ihnen von den deut⸗ schen Arbeitern eine Ueberstunde zum Ausgleich verlange und alles wäre rasch liquidiert. Möglichkeiten dazu seien gegeben. Man müsse aus der gegenwärtigen Lage heraus, sonst werde man nicht zum Weltfrieden kommen. Solange die deutsch⸗französische Frage nicht geregelt sei, werde es offenkundig keinen Frieden in Europa geben, wie alle anderen Völker seien auch die Vereinigten Staaten friedensbedürftig. Sie müßten also daran mitarbeiten.
De goutte bei Poincaré.
General Degoutte ist am Sonntag in Paris ange⸗ kommen, um mit Poincaré über die Lage im Ruhrgebiet zu sprechen. Dem Intransigeant zufolge soll sich diese Unter⸗ redung vor allem auf die durch die belgisch⸗französischen Verhandlungen notwendig geioordenen praktischen Maß ⸗ nahmen beziehen.
Ueber die Beratungen, die die belgische und die fran⸗ zösische Regierung miteinander hatten, ist keinerlei offizieller Bericht und keine beglaubigte Meldung verbreitet worden, sodaß man die vorliegenden Zeitungsstimmen nur als Mut⸗ maßungen aufzufassen hat. Die Frage eines einheitlichen Kommandos im Ruhrgebiet scheint nur eine vorläufige Lösung gefunden zu haben, indem die Belgier auf die Ein⸗ setzung eines belgischen Kommissars verzichten. Das Ober⸗ kommando bleibt in den Händen des Generals Degoutte. Dem Journal zufolge dürften sich die Verhandlungen der beiden verbündeten Regierungen, da der französische Finanz⸗ minister Delasteyrie an ihnen teilnahnt, auch auf die Frage der Einführung einer neuen Währung für das Ruhrgebiet bezogen haben. Die französische Regierung hat dieses Projekt bisher hinausgeschoben, da sie der Ansicht war, daß man in einer derartigen Maßnahme eine Tendenz, das rheinisch-westfälische Gebiet dauernd von Deutschland zu trennen, erblicken würde Sie scheint sich aber jetzt der belgischen Auffassung genähert zu haben, die für die Schaffung einer neuen Währung ist.
Todesstrafe für„Saboteure“?
Wie der Intransigeant wissen will, soll in Pariser Gewalt⸗ haberkreisen ernstlich mit dem Gedanken gespielt worden se in, künftig„Sabotageakte“, womit die legitime Weigerung deutscher Beamter, den Befehlen der französischen Besatzungsbehörden zu gehorchen, mit dem Tode zu bestrafen. Hierin spiegelt sich die ganze Ohnmacht der Franzosen wieder, die passive blutlose Ab- wehr Deutschlands zu überwinden. Deshalb versucht man es auf anderem Wege. Man möchte gern Unruhen im besetzten Gebiet provozieren, um einen Vorwand für die Verhängung des Kriegsrechts zu haben und auf dieser Grundlage dann mit Erschießungen gegen Beamte und Arbeiter vorgehen zu können.
Die„friedlichen“ Maßnahmen.
Am Samstag früh 6 Uhr erschienen vor den Zechen Helene und Amalie Autos mit 6 französischen Offizieren und 20 Sol⸗ daten. Die Zechentore wurden besetzt. Der Direktor, Berg⸗ assessor Beißer, wurde in seiner Wohnung festgenommen und nach Essen-Bredeney gebracht.
Das Hörder Volksblatt ist wegen eines Artikels, der angeb⸗ lich gegen die Würde der Besatzungstruppen gerichtet sein soll, auf 8 Tage verboten worden.
Dem verhafteten Zechen- Generaldirektor Hoppstädter ließ man kaum Zeit, sich anzukleiden. Seiner Frau, welche nach dem Ort der Unterbringung fragte, setzte man als Antwort eine Gewehr⸗ mündung vor den Kopf. Die Belegschaft streikt 24 Stunden zum Protest.
Der trotz schwerer Krankheit ausgewiesene Regierungsdirektor Stemminger-Pfalz ist gestorben.
Den Oberbürgermeister von Oberhausen, Dr. Havenstein, fesselte man bei der Verhaftung und entsesselte ihn erst auf den Protest aller Beamten.
Der bei den Wiesbadener Kundgebungen von hinten auf 185 Flucht Angeschossene ist durch Kopfschuß lebensgefährlich verletzt.
Verhaftet wurde der Bergmann August Gras in Brechten, als er zum Begräbnis seines von einem französischen Posten er- schossenen Kameraden Hauser wollte.
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