Sachssen dienten der thüringischen Regierung als Vor⸗ „Die in den bisherigen Gebieten Thüringens bestehenden Landesansta die mit eine einzigen Ausnahme keinen neuzeit⸗
lichen benluäßigen Betrieb eingeführt hatten, werden nach und
u Draa nach in die Staatsbank üdernommen. Für die Geschäfte der ü e Staatsbank haftet gemäß dem§ 5 des Staatsbank⸗
setzes der Staat mit seinem ganzen Vermögen. Die Thüringi anden untersteht der Aussicht des Paaangete erz Sie 8 7 richtet uit dessen Genehmigung und unter Zustimmung bes Ver⸗ waltungs rates auf der Grundlage der bisherigen Landesanstalten in den wichtigsten Städten Thüringens Zweig⸗ und Nebenstellen, dite der Oberleitung und Oberaussicht des Direktoriums unter⸗ stehen. Neben dem Direktorium, das dem Finanzminister un⸗ mittelba unterstellt ist, besteht ein 13köpfiger Verwaltungsrat, in den alle e des Landes einen Vertreter entsandt haben. Keines seiner Mitglieder darf selbständig ein Bankge⸗ schäf: betreiben oder Miralsed des Vorstandes und Aufsichesroses oder Angestellter eines Geldinstituts sein. Der Verwaltungsrat übt ein Kontrollvecht über die Tätigkeit deg Dicektoriums sowie der Zweig⸗ und Nebenstellen aus. Als Konkurrent der bestehenden ma Puval⸗ oder öffentlichen Institute wird die Staatsbank immer „ pversuchen. in freundschaftlöcher Weise eine gegenseitige Verein⸗ ba zu erreichen. die olle Teile befriedigt. Den Gemeinden seoll in weitgehendstem Maße geholfen werden. Als Gegenleistung 6% Ulrd erwartet, daß sie ihre eigenen und auch die flüssigen Mittel der Staatsbank zuführen. Der Wirtschaft zu be des Instituts, das vom Staate inschaft geschaffen wurde. *
Spa be. audige Aufga und von der
en.“ 0
a Die staatlichen Braunkohlengruben in Oberhessen. Der Erlös der beiden gegenwärtig zur Zeichnung auf liegenden Anleihen des hessischen Staates ist bekanntlich für die rrichtung neuer Wohnungen und für den weiteren Aus⸗ bau der staatlichen Braunkohlenwerke in Oberhessen be⸗ f Ueber diese Braunkohlengruben teilt das hessische Ministerium der Finanzen folgendes mit:
Die dem Staat gehörenden Braunkohlengruben in Oberhessen haben eine Jahresförderung von 200 000 Tonnen netto, die sich noch wesentlich steigern laßt. Hiervon werden zurzeit 54 von dem Elektrizitatswerk Oberhessen in Anspruch geno en und ½ als Rohbraunkohle und Preßsteine ver⸗ kauft. Die Roheinnahme aus diesem Ertrag wird sich für dieses Jahr auf rund 8 Milliarden Mark beziffern und wird auch bei entsprechenden Abschreibungen die Anlagen gelten übrigens als erstklassig und durchaus modern— stets ausreichen, um die Aufwendungen für die Gruben voll zu verzinsen. Dauernder Absatz für nahezu die gesamte Förde⸗
W. 1 rung ist durch einen langjährigen Vertrag mit der Provinz rut 1 10 Oberhessen für deren die ganze Provinz umfassende Licht und Kraftwerke gesichert. N be ö 1 9 Zur Gesundheitspflege in Hessen. uwelen A 1. April 028 trat der Ministerialvrat in der Abzeilung wie se öffentliche Gefundheilspflege im Minlsterum des Innern de d. Valser in den Nuhestand. Es feht wieder einmal ein ruft neue im Ministerium leer. Wer wird kommen und was wird cskbesen! demmen? Wird die öffentüiche Gesundheitspflege in Hessen auch 6 zum Stig weiterhin dahinstechen wie in den langen Jahren vorher, in Verbo 114 Wesentlicheg auf diesem für das allgemeine Volkswohl so Verbot ge“ w Gebiet geschehen ist? Te alten Burreaukraten regieren ie Aufhebuß lecht und recht weiter und die dringenden Forderungen, die die irkung bea, Volkegefundheilsflere zu siellen hat werden von nen gerade so wie friiher überhört. Ist es nicht endlich an der Zeit, daß sich auch in Hessen an Wille ufrafft. die Volksgesundheitspflege mit
rung wise, 8 5 wellen Geist zu erfüllen und sie weiter zu entwickeln? Seit fünfzig Jahben ift in der Organisation der össentlichen Gesundbeitspflege nichts geschehen und die Abteilung für öffentliche Gesundhsitspflege imm Ministerium des Innern noch dieselbe Anzahl der Mit⸗
arbester wie im Jahre 1880! Keine Entwicklung, Jondern Stag⸗ nation! Wie lange soll das noch weiter gehen? Das Volkswohl verlangt eine selbständige, von einem Arzt geleitete, Gesundheits⸗ abteilung, die aus der Enge des Verwaltungsapparates des Mimf⸗ feriums des Inne befreit und dem Arbette⸗ und Wirtschafts⸗ i. angegliedert werden muß. damit sie zum Wohle des 5 es arbeiten kann.
van.
Sonnenaufgang in der Medizin.
Die Heilkraft der Sonne ist in der letzten Zeit in der Medizin immer deutlicher erkannt und immer eingehender erforscht worden, Besonders in England wird der Kampf ums Sonnenlicht von einsichtigen Aerzten eifrig geführt,
und de denn das rauchgeschwärzte London und die englischen Fobrik⸗ sich in dia städte, deren Luft durch Ruß verunreinigt ist, sind gleichsam schien es, mit einem dichten Mantel bedeckt, der die heilbringende doch wire, Kraft des Lichtes nicht durchläßt. h gewesen.. Einer der Hauptvorkämpfer für den„Sonnenaufgang feuchend 0 in der Medizin“ Dr. C. W. Soleeby hat in Newyork die stehen, f Verwendung der Sonne gegen Tuberkulose und Rachitis or Angst un studiert und macht über die neuesten Forschungen der Ameri⸗ eme Leuk 0 kanet auf diesem Gebiet Mitteilung. Durch energische Maß⸗ unfähig, en nahmen ist die Newyorker Luft von den Unreinigkeiten be⸗ freit worden, nachdem, hauptsächlich auch durch deutsche 900 keuchte orscher, erkannt worden war, daß Tuberkulose und Rachitis „dann 10 5 zu den sogenannten„Krankheiten der Dunkelbeit“ gehören. en bist du JIn den Laboratorien der Columbia-Universität zu Newyork untersucht Dr. Heß seit einigen Jahren die Heilwirkuag des seine Mag Sonnenlichtes und wendet seine Erfahrungen in dem groß⸗ 1 artig ausgestatteten Jüdischen Kinderheim in Newyork an. 0 fe, Die 1 seiner Forschungen, die bereits vielfach nach ⸗ t 12 d, gepri 0 worden sind, lassen sich dahin zusammenfassen, daß ul 0 d 0 Rachisis vernieden und geheilt werden kann durch Ein ⸗ als 1 0 wirkung des Sonnenlichtes. Tiere und Kinder werden nicht len 115 don dieser Krankheit ergriffen, wenn sie sehr viel in der des Sonne find, selbst wenn die mangelhafte Nahrung sonst Ni, Unbedingt die Krankheit hervorrufen würde. Die Zunahme gener 1 f der Erkrankungen an Rachitis steht in Newyork nach ge yoben 1 nauesten Statistiken im umgekehrten Verhaltnis zu der Zu⸗ ern.. nahme der Sonnenwirkung im Laufe des Jahres: je mehr ric 0 5 Sonnenlicht, desto weniger„englische Krankheit» und um: ihre.
rt. Aber nicht nur die monatliche Kurve der Rachitis⸗
erkrankungen, sondern auch die des Phosphorgehaltes im
ll besinnsl, 1 Blut bei kleinen Kindern entspricht vollkommen den monat; iel pelle 0 lichen Veränderungen in der Stärke des Sonnenlichtes. Es *, gibt im Blut der Kinder eine„Winterebbe“ und eine 110 ark„Sommerflut“ an Phosphaten. Damit ist der enge Zu: 102 10 e zwischen Sonnenlicht und Blutbildung in der 100 10 Kündheft erwiesen, ein Zusammephang, der bei den Er. 5 hsenen nicht in demselben Maße zu bestehen scheint. Es
* Staatsmittel auszunutzen. Die Staatsbanken in Braun⸗
Gießen und Umgebung. Fürdie Bed ängten im Ruhrgebiet
Es gingen wester bei uns ein:
Vom Spieltisch im Hotel Kobel, 3. Rate. 2346.— Mark. Be⸗ reits quittfert 688 514.— Mark. Zusammen 690 860.— Mark.
Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne
entgegengenommen. Verlag der Oberhessischen Volkszeitung.
— Ein Volksbegehren soll in nächster Zeit im Reiche zur Ab⸗ stimmung gebracht werden. Es handelt sich um ein von den Sied⸗
lungsverbänden beantragtes Gesetz, das folgenden Wortlaut hat:
i 8 eines Gesetzes zur Ergänzung des Reichssiedlungs⸗
gesetzes. f
Der Reichstag hat auf Volksbegehren das folgende Gesetz
9 570 mit Zustimmung des Reichsrats hiermit ver⸗ ündet wird:
8 1. Zu einer Ackernahrung im Sinne des S 1 des Reichs⸗ siedlungsgesetzes vom 11. August 1919(Reichsgesetzbl. S. 1429) gehören bei Bodenklasse 1 50 Morgen, bei Bodenklasse II 60 Mor⸗ gen, bei Bodenklasse III 70 Morgen, bei Bodenklasse IV 80 Mor⸗ gen, bei Bodenklasse Y 100 Morgen, bei Bodenklasse VI 120 Morgen, bei Bodenklasse II 160 Morgen, bei achter und noch geringerer Bodenklasse 200 Morgen.
8 Wer an Land, Wiesen und Wald mehr als zwei volle Achernahrungen besitzt, ist verpflichtet, ein Drittel der die zweite Ackernahrung übersteigenden Fläche an das Land, in welchem der Grundbesitz sich befindet, ohne Entschädigung abzutreten.
§ 3. Die Länder haben diese von den Großg rundbesttzern übernommenen Flächen bis zum Umfang einer Ackernahrung an ssolche Familien in Erbpacht zu vergeben, die noch kein Land oder noch keine volle Ackernahrung besitzen. 8
§ 4. Die Höhe der Erbpacht beträgt flinf Prozent des Wertes der Grundstücke im Jahre 1914. Die Einziehung der Erbpacht erfolgt durch die Verwaltungsbehörden.
8 5. Soweit auf Grund des§ 2 Waldflächen an die Länder abgetreten werden, sind sie zur Gewährleistung einer ordnungs⸗ mäßigen Bewirtschaftung vom Staate zu verwalten.
8 6. Solange keine Familien auf Uebertragung der Grund⸗ flächen antragen, kann das Land die Grundflächen in größerem Umfang an die bisherigen Besitzer oder an andere Landwirte in
eitpacht zur Bewirtschaftung überlassen Die Zeitpacht ist in
lchen Fällen nach 8 4 zu berechnen. 5
Wer an der Abstimmung teilnehmen will, muß sich bei der Bürgermeisteret seines Wohnortes in aufliegende Listen eintragen lassen. Das muß in der festgesetzten Eintragungsfrist vom 18. April bis 1. Mat einschließlich geschehen.
—
Bedauernswerte Kriegsopfer.
nicht so lange hinter uns Folgen, umter denen 9 für möglich halten. daß es noch Wen g Krieg begeistern. Oder sich begeistern lassen. Augen P. Wälde im dem Frankfurter Kriegsopfern im
ibt:
Wir in die Baracke 8 des Städtischen Kran⸗ kenhauses. Hier wohnt das end. sind hier untergebracht als Opfer des verflossenen das uns Erfrischuna bringen sollte. Daß di sollen, wirst du micht sofort begreifen, denn kräftig gut genährt sitzem sie vor dir. Ich vede einen von ihnen an. Ei unartikullertes Gurgeln. an hilfloses Stammeln des sonft geistig normalen jungen Menschen ist die Antwort Hirn⸗ verletzung infolge Kopfschusses mit Lähmungen.. Zu allem Un⸗ glück hat der arme gerl jetzt noch eine Grippe. Hilflos deutet er auf seinen Halsumschlag: er hat Halsschmerzen. Ein anderer drückt andauernd ein Tuch an den Mund, aus dem fortwährend Speschel ausfließt, während auch ein Dritter nicht mehr reden Vor einem Messingkäfig sitzt ein Vierter und beobachtet den Donpfaff. Auch er ist einsastia gelähmt infolge Hiruverletzung und schwer⸗ fällig in der Sprache. Ich versuche, ihn aufzuheitern, aber es will mir nicht recht gelingen Was er wohl denken mag? Simmend betvachtet er den Dompfaff. Vielleicht denkt er an das Lied: Wer uns getraut, Der Dompfaff er hat uns getraut. Oder denkt er: Wenn ich zwei Flüglefn hätt' flög ich weit fort von hier, flög ich zu dir? Vielleicht hört er irgendwo ein Weibchen locken?— Ueber einem Vett hängen prächtia gemalte Oelbilder. Der sie gemalt,
muß in der Haut, wie ja auch deutsche Forscher bereits zu zeigen suchten, unter dem Einfluß des Sonnenlichtes ein Stoff sich bilden, der in das Blut tritt und es befähigt, die wertvollen Salze der Ernährung festzuhalten, wie es sonst nicht der Fall ist. Man hat diese Heilwirkung des Sonnen⸗ lichtes durch verschiedene Arten künstlichen Lichtes, durch das elektrische Bogenlicht und die Quarzlampe ersetzt, nachdem man erkannt hatte, welche Teile des Sonnenspektrums von hesonderer Heilwirkung sind. Der Kohlenstaub in der Luft wirkt deshalb so ungünstig, weil er gerade diejenigen Strahlen zurückhält, die für die Gesundheit am wichtigsten sind.
In den Laboratorien der Columbia-Universität sind auch darüber Untersuchungen angestellt worden, welche Ge⸗ webe den Wert der Lichtstrahlen am wenigsten schädigen, und man hat gefunden, daß weiße Stoffe besser sind als schwarze. Man ist daher dazu übergegangen, eine besondere „Tuberkulosen⸗Kleidung“ herzustellen, die den Lungen- leidenden am wenigsten die heilkräftigen Strahlen der Sonne fernhält. Kohlenstaub. schlechte Wohnungsverhält⸗ nisse, unsere bisherige Kleidung, das gewöhnliche Fenster⸗ glas, das die heilkräftigen Strahlen nicht durchläßt— das sind nach Saleebys Anschauung gefährliche Feinde unserce Gesundheit, die wir bekämpfen miissen, um das große Ge⸗ schenk der Sonne mehr für uns auszunutzen.
Ferngespräche aus fahrenden Zügen.
Berlin, 11. April. Die Eisenbahnzugtelefonie der Funken⸗ telegraphischen Gesellschaft Huth, über die bisher nur allgemeine Berichte in der Oeffentlichkeit bekannt waren, wurde gestern leitenden Persönlichkeiten des Reichsverkehrs⸗ und Reichspost⸗ ministeriums in der Praxis auf der Strecke Berlin⸗Hamburg vor⸗ geführt. Die Minister mit den Herren dieser Ministerien und der Eisenbahndirektion Altona begaben sich nach Wittenberg und er⸗ warteten den aus Hamburg kommenden mit Eifenbahnzugstele⸗ fonie ausgerüsteten D⸗Zug, mit dem sie nach Berlin zurückkehrten. Zunächst wurde von dem Direktorium der Huth⸗Gesellschaft eine Uebersicht über die Methoden und technischen Einrichtungen der neuen Eisenbahnzugstelesonie gegeben. Danach überzeugten sich die Herren von dem Funktionieren der Einrichtung durch verschtedene Gespräche mit Berlin. Es wurden Gespräche mit dem Reichs⸗
äfidenten, Reichsfinanzminister und Ministerien und anderen zersönlichkesten geführt. Am eindrucksvollsten war die Tatsache, daß man mit jedem Telesonanschluß in Berlin während der Fahrt ebenso verbunden wird, als wenn man sich in Berlin selbst befindet,
ja sogar daß der Angerufene nicht einmal bemerkt, daß er mit dem in voller Fahrt befindlichen D-Zug im Gespräch ist
Fest rechtsseitig gelähmt und mark Nuts hans. er wird vort Städel schen Kunstinstitut unterrichtet. Die Sehnsucht lieg in den Blumen, die die Leinwand schmiicken. Leise, schlürsende Schritte hiuler mir. Ich dreße mich un. Vor mir steht ein kräs⸗ tiger Maun mit mächtige Brustkasten und schr gittem Ernäh⸗ rungszustand. Er kann sich nur mit Hilfe eines Lausstuhles fort⸗ dewegen, wie ein Kind das seine ersten Gehversuche macht. denn beibe Veine sind gelähmt infolge Hirnverletzung. Ich frage ihn, was er machen würde, wenn fetzt plötzlich, wie es uns in unserer Kindheit so oft erzählt wurde. ein Wunder geschähe. Wenn dec große Zauberer ihn anrührte und seine Veine wären wieder die alten. Er blickte nach der Tür:„Durch die Tür würde ich nicht gehen, die wäte mir zu weit aber hier durchs Fenster würde ich springen!“ Was von dem großen Lebenswillen der Leute zeugt, ist seine Aeußerung, es sei doch wenigstens noch einigermaßen gut abgegangen denn es hätte noch schlimmer kommen können, und er wäre nicht mehr da.— Einem anderen fehlt ein großes Stück Knochen an der Schädeldecke. Schüchtern liegt die behaarte Kopf- haut über dem tiefen Loch. an der der Pulsschlag des Gehirns 41 sehen ist. Und so folgt ern Elendsbild dem anderen Uebera Lähmungen infolge Hirnxerletzung und epileptische Krämpfe.—
Du möchtest wieder heraus aus dem Schatten, in die Früh⸗ lingssonze? Hast recht denn ihnen kannst du nicht helfen, den armen Kriegsopfern den schwarzumränderten Bsitenkarten einer hoffontlich überwundenen Zeit. Aber erleichtern kannst du es ihnen, ihr hartes Los Car manche Liebhaberei haben 5 hinubergerettet aus ihrem früheren Leben. Der eine sammelt Briefmarken, ein zweiter malt: an dem ebenfalls gespendeten Dompfaff erfreut sich ein dritter uw. Aber alle dese Dinge kosten dente viel Geld und dies gerade fehlt den armen Menschen Mit Geld könnten sie sich so manches von der Sonne kaufen, die sie jetze so stiefmütterlich behandelt. Freue dich an der me, lieber Leser, aber denke auch an ste die schon so lange hilflos im Schatten sitzen.
— Ein beachtenswerter Prozeß wird am 15. Mai vor der Gießener Strafkammer in zweiter Instanz verhandelt werden. Es handelt sich um die Anklage gegen den Chemiker Dr. Robert Markus, jetzt in Berlin, früher in Büdingen, wegen Beleidi⸗ gung des Fürstlich⸗Büdingischen Forstmeisters Hoffmann. Das erstinstanzliche Urteil, das Dr Markus zu der unerhörten Frei⸗ heitsstrafe von einem Monat Gefängnis verurteilt hatte, wurde vom Reichsgericht ausgehoben, um Dr. Markus Gelegenheit zu geben, seinen umfangreichen Wahrheitsbeweis gegen Forstmeister Hoffmann anzutreten. Der Prozeß war eine Folge des„Waldens⸗ berger Arbeitermordes“, worüber bei der ersten Verhandlung ein⸗ gehend berichtet wurde. Von dem Förster oder seinen Leuten war ein ruhig seines Weges gehender Arbeiter namens Guillaumon aus Wächtersbach erschossen worden, weil man letzteren für einen Wilddieb gehalten harte. Dr. M. hatte sich seinerzeit in selbst⸗ losester Weise für die ungllicklichen Eltern des Ermordeten, Zakob Guillaumon, als ihr Bevollmächtigter eingesetzt, die in demselben ihren Ernährer verloren hatten.
— Aus den amtlichen Personalnachrichten. Ernannt wurden am 20. Februar 1923: der Studienassessor Dr. Wilhelm Glitsch aus Oppenrod(Kreis Gießen) zum Studienrat an der Höheren Bürger⸗ schulle zu Ober⸗Ingelheim mit Wirkung vom 1. Februar 1923 ab: am 3. April 1923: der Hilfsarbeiter Heinrich Langsdorff in Rockenberg e Strafanstaltsoberwachtmeister am Lamdeszuchthaus
— Fahrplan⸗Aenderung. Die zwischen Frankfurt und Hamburg
autsgefallenen D⸗Züge 75 u. 76 werden vom Donnerstag, 12. April ab wieder täglich gefahren. D. 75 Gießen ab 11.32 Uhr wird erstmalig am 12. April und D. 76 Gießen ab 8.08 Uhr erst⸗ malig am 13. April verkehren. Ab Sonntag, den 15. April werden die Personen⸗Zlge 773 u. 776 wieder zwischen Frankfurt und Gießer eingelegt. Züge verkehren darnach von diesem Tage ab wieder auf ihrem ganzen Lauf Franksurt⸗Cassel. 773 Gießen⸗Cassel(Gießen ab 12.32 Uhr, 776 nach Frankfurt, Gießen ab 2.45 Uhr).
— Kinderwagen gestohlen. Ein dreister Diebstahl wurde am Sonntag mittag nach 1 Uhr am Ludwigsplatz verübt. Aus einem Vorgarten stahl der Dieb einen Kinderwagen mit Ausstattung und fuhr damit nach der Stadt zu. Der Dieb ist nach polizeilicher Mit⸗ teilung etwa 19—20 Jahre alt, 1,65 Meter groß, gesetzte Natur und war werktätig angezogen. Der Kinderwagen ist außen blau lackiert, innen weiß aus geschlagen und hat Niemenfedergestell. Das Verdeck ist dunkelblau und innen weiß. In dem Wagen befand sich ein weißes Federdeckbettchen, ein desgl. Kissen, weißes Bettuch, Gummieinlage und Noßhaarmatratze. Vor Ankauf wird ge⸗ warnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal⸗Abtei⸗ lung entgegen.
— Als ein zuperlässiger Wetterprophet soll sich, wie in einem Parteiblatt mitgeteilt wird, eine abgenutzte elektrische Wotan⸗ Glühlampenbirne erweisen, die an der Spitze mit einer stecknadelkopfgroßen Oeffnung versehen und sodann mit Wasser ge⸗ füllt wird. Nimmt der Luftdruck zu, steht also schönes, trockenes Wetter bevor, so wird die Birne nicht tropfen, während die Schwerkraft des Wassers den feuchte Wisterung begleitenden 51
ringen Druck der atmosphärischen Luft überwindet, se daß die Birne langsam Wassertropfen fallen läßt. Dieser einfache, selbst herstellbare Barometerersatz ist besonders für Landwirte sehr
praktisch und in allen Fällen ein sicherer Wetterprophet.
br. Wieseck, 10. April. In der Gemeinderatssitzung vom 9. d. M. wurden die vorgelegten Satzungen der Freien Feuer⸗ wehr genehmigt. Ebenso wurde der Neuanschafsung und der Repa⸗ ratur von Feuerwehrgerätschaften zugestunmt, bis auf die Anschaf⸗ fung einer mechanischen Schiebeleiter und der Uniformstücke. Hierzu sollen zunächst Preisangebote eingeholt und dann erneut Vorlage gemacht werden.— Einer Einbürgerung wird zugestimmt.— Die neueröffnete Straße soll, in Anlehnung an den Ge⸗ markungsnamen, Eichenröder Weg heißen.— Karl Schäfer beantragte, mit der Gemeinde einen Geländetausch vorzunech⸗ men, Die fraglichen Objekte wurden durch eine Kommission einge⸗ gesehen, der Gemeinderat sollte nunmehr hierüber beschlie ßen. Dieser sah sich aber vor eine vollendete Tatsache gestellt, da der Bürger⸗ meister inzwischen im Sinne des Antragstellers ohne Gemeinderuts⸗ beschluß verfligt hatte. Die Mehrheft wendet sich gegen eine derartige Praxis und beantragt, das Gesuch abzulehnen. Nach äußerst heftigen Debatte wird die Angelegenheit schließlich bis zur nächsten Sitzung vertagt.— Vor 4 Jahren verkaufte die Gemeinde an eine Rethe Einwohner Bauplätze mit der vertraglichen Bestimmung, daß dieselben, falls sie innerhalb 3 Jahren nicht bebaut sind, an die Ge⸗ meinde zitrückfallen. Voi der größten Anzahl trifft das nunmehr zu. Es wird beschlossen, die Bauplätze, die die Gemeinde jetzt braucht, zurückzukaufen, und mit den derzeitigen Eigentümern in Verhand⸗ lungen zu treten.— Da die Baugenossenschast die Fertigstellung der beiden begonmenen Doppelhäuser einstellen mußte, beschließt der Gemeinderat, den Innenausbau der Häuser ausführen zu lassen und die erforderlichen Arbeiten neu zu vergeben. Die Submittenten sollen derart verpflichtet werden, daß die Häuser am 1. ui d. J. bezugsfertig werden.— Zum Schluß wird die Planie rung des Sportplatzes genehmigt, damit die sesther als facher dienende Wiese noch dieses Jahr der Vewertschasting dür werden kann.
5* 2 Kleine Nachrichten.
Frankfurt a. M., 9. April. Finem Verbrechen zun Opfer gefallen 2 Vor einigen Wochen verschdand dläglich. wie wir seinerzeit berichtetn, der 24jährige Monteur Heinrich Kieser aus Hausen auf geheimnisvolle Weise. Er batte sich Sonn-
tags abends in Gesellschaft von Freunden befunden und wor während dieser Zeit unausgesetzt von einem großen fremden
Manne beobachtet worden. Trotz der Warnungen der Freunde, den Heimweg nicht allein anzutreten, ging Kieser in der Tauvas⸗ straße weg. Seitdem ist er verschwunden. Jet dea nden fete Leiche bei Höchst a. M. aus dem Main gebs ceen. Aller Wabr⸗


