Ausgabe 
9.6.1923
 
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in das Clend hineinge⸗ Regierung, die auf diese macht, daß sie in dieser Volkes zu ganz anderen drei Minister heute ange⸗

Gegen die Devisenpiraten.

Der Reichsausschuß zur Unte bereien beschäftate fen Stunden mit

darauf hinwesen, daß die evisen der Wirtschaft, sei auch kein dauernd

ird weiter verhandelt.

* Die Regierungskrise in Thüringen. Wegen der bestehenden Regierungsschwierigkeiten in

ghüringen haben am Mittwoch, den 6. Juni, abermals Ver⸗ hndlungen zwischen der Sd. und KPD. stattgefunden, de ergebnislos verlaufen sind. Die KPD. verlangte die

v Uständige Unterwerfung der SPD. unter die kommunisti⸗ 0 Bedingungen. Der Versuch der SPD., trotz der Gegen⸗ tze die KPD. zu veranlassen, auf dem Gebiet der allge⸗

einen Arbeiterpolitik die Regierung zu unterstützen, wurde 7 off abgelehnt. In einer Erklärung, die die KPD. abgab

lud die von ihr vor Beginn der Verhandlung niederge⸗

rieben und vervielfältigt war, verlangt sie den Rücktritt er Regierung. Demgegenüber erklärten unsere Genossen, sie die bisherige Politik fortsetzen und erwarten, daß die , nicht Arbeiterinteressen, die durch die sozialistische Ninderheitsregierung in Thüringen verfolgt werden, auf⸗ gibt, sondern kräftig weiter unterstützt und fördert.

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N Die soziale Gärungswelle. J Im Hagener und bergischen Bezirk.

Der Metallarbeiterstreik in Hagen ist beigelegt; damit kehren 5 000 Metallarbeiter zur Arbeit zurück. Die Gemaßregelten sind

bieder eingestellt worden. Dieser Ausgang bedeutet nicht nur einen

eg der Gewerkschaften, sondern auch einen Sieg des offiziellen

itgeber⸗Verbandes des Hagener Stahlbundes gegen die äußerst

5 und extrem nationalistisch gerichtete Gruppe der bergischen

Arbeitgeber, die unter dem direkt verbrecherischen Einfluß des deutsch⸗

onalen, aber durchaus nationalsozialistisch orientierten Reichs⸗

geordneten van den Kerkhoff stehen und die den Streik im

N jen Industriebezirk Hagen provozierten. In Remscheid, wo

och immer 15 000 Metallarbeiter im Streik stehen, haben am

zonnerstag unter dem Vorsitz der Düsseldorfer Regierung Einigungs⸗ vrh andlungen begonnen.

Tumulte in Krefeld.

In Verfolg der jüngsten Erwerbslosendemonstrationen kam es im Mittwoch nach Schluß einer Versammlung im Innern der Stadt r Tumulten. Die Polizet mußte, da sie an mehreren Stellen auf Biderstand stieß, mit Säbeln und Gummiknüppeln vorgehen. Erst

uch mehreren Stunden wurde die Ruhe wieder hergestellt.

Erwerbslosendemonstration in Weimar. Wie in allen größeren Städten Thüringens und Sachsens, uch in Weimar eine Erwerbslosendemonstration statt, an der offiziell beteiligt war. Bedaue rlicherweise ließ man es geschehen, ls morganistert und in der

510 selbst jedoch sehr geschädigt. Lage in Leipzig.

2) nach Anl.

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1 den Verhaft fimdet sich kein Lrbeiter und nur wenig

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In der Mittwochsitzung des Fuchs⸗Machhaus⸗Prozesses vor dem Münchener Volksgericht beantragte der Verteidiger Graf Pesta⸗ lozza die Vernehmung mehrerer Landtagsabgeordneter als Sach⸗ verständige. Unser Genosse Auer, Herr Held von der Bayert⸗ schen Volkspartei und der Deutschnationale Hilpert sollten auf⸗ gefordert werden, unter dem Eide eine Darstellung der polittschen Lage Bayerns zu geben. Dies sei für die Beurteilung der Hand⸗ lungsweise des Angeklagten Prof. Fuchs nötig. Das Gericht lehnte den Antrag ab.

Der Vereidigung des ersten Zeugen, Major a. D. Mayr, widersprach der Verteidiger des Fuchs, da der Zeuge als Anstifter und Mittäter in Frage komme. Mayr sei als Lockspitzel tätig ge⸗ wesen. Er habe aber die Grenzen derart überschritten, daß er als Mittäter in Betracht komme. Das Gericht beschloß jedoch die Ver⸗

eidigung. Der neue Rheinbund.

Die Vernehmung Mayrs füllte den ganzen Sitzungstag aus. Mayr teilte mit, der französische Offizier Richert habe einen 1 den Fuchs mit seinen Freunden verwirklichen wo

Bayern sollte vom Reich absallen und dann ganz Oesterreich außer der Stadt Wien belommen; Wien sollte tschechoslowakisch werden. Dann sollten mit Bayern Württemberg, Baden, der rechtsrheinische Teil von Hessen, Hannover und Bremen unter Trennung von Deutschland zu einem Bundesstaat, dem neuenRheinbund, vereinigt werden. Bayern sollte die Pfalz behalten. Das ganze übrige linke Rheinufer sollte an Frankreich fallen.. Richert und Fuchs haben erzählt, daß der Präsident von, Frank⸗ reich, Herr Millerand, Herrn Richert ausdrücklich beauftragt hatte, diesen Plan in Bayern vorzubereiten. Die Entlarvung des Exkronprinzen Rupprecht Kronprinz Rupprecht habe, so erzählt Mayr, Herrn Richert ausdrücklich zu einer Besprechung nach Bayern eingeladen. Deshalb set Herr Richert am 6. Dezember 1921 angekommen. Rupprecht habe es dann aber abgelehnt, Herrn Richert zu empfangen. Rupprecht habe Fuch⸗ ersucht, mit seinem Freunde Graf Soden über die Sache zu konferieren. Soden habe mit Fuchs verabredet, daß ein anderer Freund Rupprechts, Frei⸗ herr v. Cramer⸗Klett, den Voten Frankreichs empfangen sollte, freilich nur, um ihmeine verzuckerte Absage zu erteilen. Fuchs kam aber davon ab und ersuchte einen Grafen Leyden, den Ex⸗ Kronprinzen zu bitten, Herrn Richert doch zu empfangen. Kron⸗ prinz Rupprecht sagte zu Fuchs, er(der Kronprinz) habe zwar selbst den Franzosen zur Reise nach München aufgefordert, aber er könne ihn nicht bei sich sehen und mit ihm sprechen, weil er(der Kronprinz) überwacht werde. Also der Ex⸗Kronprinz verzichtete auf Verhandlungen mit Frankreich nur aus Feigheit, weil er fürchtete, die Sache könnte herauskommen. Innerlich sehnte sich der Mann, getreu den deutschfeindlichen Traditionen seiner selbst⸗ füchtigen Familie, danach, mit Hilfe Frankreichs 5

Der Müchener Hochverrats⸗Prozeß.

König von Bayern und Kaiser des Rheinbundes

zu werden. Kurz darauf fuhr Fuchs nach Paris und unterhielt sich

mit Loucheur. Dieser sagte f mit Wissen Poincares, j E sei in Paris sehr übel vermerkt worden, daß Rupprecht den Empfang des Herrn Richert abgelehnt habe. Deshalb könne Bayern jetzt nicht mehr auf Rücksicht rechnen, die Thronbesteigung de Verwüsters von Lille sei nunmehr ausgeschlossen, ebenso die Be⸗ lassung der Pfalz bei Bayern, Oesterreich solle nunmehr an Tschechoflowabei fallen. Am 16. Februar 1923 hatte Mayr 8 ein Gespräch mit Richert auf dem Gute des Angeklagten Gutermann in Ronental. Hier kam Richert auf den alten Plan der Länder⸗ verteilung zurück und beteuert, Loucheur habe nur aus augenblick⸗ licher Verärgerung gesagt, daß dieser Plan nicht mehr bestehe. Es sei dafür gesorgt, daß die Verschwörer alles bekämen, was sie brauchten. Richert habe zur baldigen Vornahme des Putsches ge⸗ drängt mit dem Hinweis, daß die Verhandlungen der Großindu⸗ schlossen Deutschlands und Frankreichs in wenigen Tagen abge⸗ chlossen sein könnten und dann käme Bayern mit der Berliner Börsenregterung nicht mehr aus. Sodann wurde bewiesen, daß. Ministerpräsident v. Killing und Minister des Innern Schweyer unter schwerer Verletzung ihrer Pflichten Richert hatten entkommen lassen. Richert hatte sich auf deutschem Boden im unbesetzten Gebiet des 8 gegen Deutschland schuldig gemacht, mußte also ver⸗

et werden. ö Minister des Innern, Schweyer, durch Kapitänlentnant Kautter und Hofrat Pixis von der Verschwörung Mitteilung gemacht wor⸗ den sei, habe der Minister nach Rücksprache mit dem Ministerpräst⸗ denten Knilling erklärt, daß aus inner politischen Grün⸗ den die Verhaftung unterbleiben müsse. Der Franzose 1 später wieder einmal herübergelockt und dann verhaftet werden.

Do rauf hatte Mayr erneut ein Gespräch mit dem Verschwörer Richert. Der Franzose sagte nun, die Teilnehmer könnten über⸗ zeugt fein, doß sich Frankreich für den geleisteten Dienst dankbar erweisen werde. Richert habe abermals z drängt. Die Aktion müsse jetzt geschehen, s Fuchs habe nun erklärt, man müsse jetzt handeln, auch in Südbayern allein. Machhaus habe gleichfalls erk lasse sich nicht mehr abhalten er werde mit seiner Abteilung(al wohl dem Blücherbumd) allein losschlagen. Nach der Unterredung sei Richert am 21. Februar 5 Uhr morgens in einem Auto 5 7 1 5 ohne daß Polizei krgend etwas zu semer

getan hätte. a 5

Der Verteidiger fragte. ob MayrHalbjude sei. Der Vor⸗

sitzende sagte, diese Frage sei für den Gerichts saal ganz ungewähn⸗

lich. Mayr antworlete es sei bein Tropfen jlüdischen Blutes in seiner Verwandtschaft. Maurs wurde Donnerstag fortgesetzt. eee

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Die Streiklage in Oberschlesien.

Der Streik im oberschlesischen Industriegebiet hat dadurch eine Verschärfung erfahren, daß die Grube Westfeld und die Gastello⸗ Lenge⸗Grube in den Streik getreten sind u. mehrere Kokereien dadurch gleichzeitig zum Stillstand gekommen sind. Die Belegschaften fordern eine sofortige Wirtschatfsbeihilfe. Die Frist läuft in 24 Stunden ab. Heute soll eine Urabstimmung für oder gegen den Streik in den

Gleiwitzer Glektrizitätswerken stattfinden. *

Der Finanzausschuß des Landtags perabschiedete am Mittwoch den Gesetzentwurf über die Riedentwässe⸗ rung. Damit hat er den Grundstein zu einem Werk gelegt, das von hervorragender wirtschaftlicher und kultureller Be⸗ deutung für das ganze Ried sein wird. Die Bestrebungen, den fast ständig vom Hochwasser gefährdeten Teil des Rieds durch Entwässerung und anderweitige Bodenverbesserung nutzbarer zu machen, gehen bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, aber es ist niemals zu einem Erfolg in der Angelegenheit gekommen, weil der Widerstand der Ge⸗ meinden und Grundbesitzer dagegen zu groß war. Noch im Jahre 1921 wurden zwei Teilprojekte von den beteiligten Gemeinden abgelehnt. Erst die außerordentlich starken Ueberschwemmungen und die daraus hervorgegangenen Ernteverluste des letzten Jahres haben einen Umschwung herbeigeführt. Nunmehr tritt die Regierung mit einem großzügigen Projekt hervor, dessen Bedeutung für das Ried für die Zukunft nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Ein großer Teil der Aussprache war der Frage der Er werbslosenunte e rstützung gewidmet. Der Aus⸗ gangspunkt war eine Eingabe der Erwerbslosen des Kreises Groß-Gerau, die mit einer Reihe von Forderungen, darunter der einer sofortigen namhaften einmaligen Unterstützung, an Negierung und Landtag herangetreten waren. Die Aus⸗ sprache ergab Einmütigkeit bei allen Parteien darüber, daß die Notlage der Erwerbslosen groß und schwer ist. Die Re⸗ gierung wurde ersucht, mit tunlichster Beschleunigung zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen und alsdann dem Finanzausschuß von dem Ergebnis ihrer Beratungen Mit⸗ teilung zu machen, zur Herbeiführung geeigneter Beschlüsse. Für erledigt erklärt wurde ein Antrag des Abg. Herbert, auf Beschleunigung der Auszahlung der Bezüge der Pensionäre und ein Antrag Kindt auf Vorauszahlung der Bezüge für auf Privatvertrag angestelltes Personal. Der Antrag des Abg. Werner betr. die Ausländerfrage konnte in

Die Vern fast allen Punkten für erledigt erklärt werden. Einstimmige Annahme fand der Passus, nach dem die Regierung darauf

hinwirken soll, daß russische Studenten in Deutschland an

den Universitäten nur noch zugelassen werden sollen, wenn auch die Sowjetregierung deutsche Studenten an den russi⸗ schen Universitäten zuläßt. Der Antrag des Abg. a betr. die Anrechnung der Kriegsdienstzeit bei Pensionã

wurde für erledigt erklärt, dagegen angenommen der An trag des Abg. Ebner, die Regierung zu ersuchen, für eine Erhöhung der Bezüge der unteren und mittleren Beamten einzutreten.* 1

Versammlungskalender. Gießen. Freie Turnerschaft. Am Sonntag, 10. i, Schülerturnfest in Beuern. Abfahrt von Gießen 8.16 Uhr vormittags. Fahrkarten sind bis Großen⸗Buseck du lösen.

10 Uhr Beginn des Wetturnens. Nachmittags: Fest⸗Umzug, allge-

meine Freiübungen, Sondervorführungen. Die passtven Mit⸗ glieder können den Zug 12.30 Uhr benutzen. Um zahlreiche Be⸗ teiligung wird ersucht.

Lang⸗Göns. Wahlverein. Samstag abends 9 Uhr Mitglieder⸗Versammlung bei Hebbel. Tagesordnung; Bezirkskonfernz in Gießen.

Großen⸗Buseck. Gesaugverein Eintracht. Abmarsch nach Beuern 1 Uhr. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet.

Bevor das Tagewerk beginnt, müssen dem Körper kräftige Nährstoffe einberleibt werden gerade so, wie eine Maschine, die arbeiten foll, gut angeheizt werden muß. Besonders wichtig ilt das für schwächliche, nervöse Menschen, für die g ranwachsende Schufjugend, überhaupt für alle, die einer Aufbesserung ihrer Kräfte und ihrer Leistungsfähigteit bedürfen. Versuchen Sie einmalKufeke, in Wasser aufgekocht und mit Fuse

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von etwas Milch oder Kakao ist es ein Frühstücksgeträ nicht nur Kaffee und Tee ersetzt, sondern diese an Woh. schmack übertrifft und gleichzeilig durch seine kräftigende Wirkung Idre Wohlbefinden und Ihre Tatkraft erhöht. Auch vorzügeiche Suppen sind ausKufeke du bereiten; lassen Sie sich in der nächsten Apokheke oder Drogerie gratis das Kufeke Kochbuch geben.Kufeke ist außerdem billig, denn es verbraucht sich sehr sparsam und der Inhalt einer Dose reicht längere Zeit.

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Gestorbene. 6. Juni. Eduard Trautmann, Kupfer⸗ schmiedemeister, 82 Jahre, Tiefenweg 5. Beerdigung: 9. Juni, 2 Uhr nachm.

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Nur mit Was viele Sorten

ser nach Anweisung gekocht, erhält man wie: Eiernudeln, Eiersternchen, Reis,

pilz u. s. w. bieten reichliche Abwechslung.

1 429 Pthördliche Bekanntmachungen BVelanntmachung. ies jährige öffenlliche Impfung findet am 6,

Juni statt. Auf die durch Aushang erfolgte

u bel die Japfung d ziennit zin ber.

u 16. Ma 1025. 5 9 3 Sberbtegernellet hof von den

Bekanntmachung.

Montag, den 11. Juni und Dienstag, den 12. Juni soll das Heugras von den städtischen Wiesen auf Grund der vom Hess. Ministerium erlassenen Ver⸗ ordnung vom 15. Mai 1920 meistbietend versteigert wer⸗

Montag, den 11. Juni vormittags 9 uhr Zusammenkunft am Schlacht⸗

Man achte auf den Namen

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Heugsas⸗Versieigerung der Stadt Gießen.

im Heegstrauch.

Wiesen im Neustädter Feld.

b) vormittags 10¼ Uhr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4, von den Wiesen im Heegstrauch, von der Hospilalwiese auf der Weiß⸗ erde und vom Obstbaumstück an der Licherstraße in 4 Abteilungen, sowie von der Wiese des Turnvereins

nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald, von den Wiesen am Fürstenbrunuen, im Wiesecktal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag, den 12. Juni vormittags 9 uhr an Ort und Stelle an der Rödgerstraße von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch

Felt

Rödgen.

Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen de⸗ absichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Bellof, Wolsstraße 15, wenden.

Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehenoes in ihrer Gemeinde bekaunt machen zu lassen.

Gießen, den 4. Juni 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg.

Herr Mayr sagte aus: Als am 20. Februar dem

b) nachmittags von 2 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Großen⸗Buseck und

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