daß er sich aus Kehl die nötigen Weisungen hole.
5 ae Bajonetten arbeiten, insbesondere kein Gramm Kohle
Rohans Arien emporgehoben; sie
Weitere pfälzische 8 von den Franzosen ese
Die pfälzischen Bahnhöfe Neustadt a. H., Kaiserslautern, Landau und Ludwigshafen sind neuerdings von den Frauzosen besetzt worden. Der framzösische Oberkommandierende erließ einen Befehl, daß das pfälzische Eisenbahnnetz den Besatzungstruppen unterstellt sei. Demgegenüber hat die Reichseisenbahndirektion an⸗ geordnet, daß das deutsche Eisenbahnpersonal zwar auf dem Pfosten verbleibt, aber nur den Befehlen der deutschen zuständigen Stellen zu gehorchen hat. Es ist voraussichtlich mit empfindlichen
Störungen des Eisenbahnbetriebs zu rechnen.
Neue Verhaftungen und Austveisungen.
5 Die Postdirektion Konstanz meldet: Die Franzosen haben als Antwort auf unsere Forderung, den Umschalterraum im Postamt Offenburg zu räumen, um 1½ Uhr nachmittags das Postamt be⸗ setzt. Sämtliche Beamten wurden hinausgewiesen und der Post⸗ direltor Krieg sowie der Oberpaostsekretär Frey verhaftet. Von gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß der von den Franzosen ver⸗
haftete Regierungsrat Sänger mit einem Auto nach einem unbe⸗
kannten Ort ins besetzte Gebiet verbracht wurde.
Ueber die Verhaftung von Regierungsrat Sänger wird be⸗ richtet: Montag abend 11 Uhr verfammelten sich die Mitglieder des Beamten⸗ und des Arbeiterbetriebsrates der Eisenbahner, um Rücksprache mit dem Kapitän der Bahnbofswache zu nehmen. In der Vesprechung, die schon um 5 Uhr zwischen dem Obersten Haus⸗ meier und den Funktionären der Gewerkschaften stattgesunden hatte, wurde verlangt, daß die Wachen von den öffentlichen Be⸗ trieben zurückgezogen würden. Der französische Kapitän erklärte, Inzwischen war das gestellte Ultimatum abgelaufen, ohne daß die Franzosen den Betrieb der Eisenbahn verlassen hatten. Es sand darauf eine Kon⸗ ferenz zwischen dem Kapitän und den Funkfionären der Veamten⸗ und Arbeiter⸗Betriebsräte der Eisenbahner unter Teilnahme des Bezirksinspektors Regierungsrates Sänger statt.
In dieser Konferenz legten die Gewerkschaften ihren Stand⸗ punkt dar, während der französische Kapltän erklärte, er habe die Weisung, die Soldaten von der Eisenbahn nicht zurückzuziehen. Nach langem Hin und Her erklärten die Gewerkschaftsvertreter, daß die Arbeit niedergelegt werden würde, wenn sie den Re⸗ glerungsrat Sänger nicht privatim sprechen könnten. Die Be⸗ amten bestanden darauf, bei Regierungsrat Singer bleiben zu können. Es wurde darauf zwei Vertretern des Betriebsrates das Verbleiben gestattet. Sie waren Zeugen der Verhastung des Regierungsrates Sänger. Die Bitte, daß er sich von seinen Ange⸗ hörigen verabschieden dirfe, wurde ihm abgeschlagen.
Auch an der Ruhr und im Rheinland geht bas System der Verhaftungen und Ausweisungen welter.
Der Aiderstand der Vergarbeiter kein
Nationalismus.
Der Vorsitzend⸗ des Alten Bergarbeiterverbandes, Gen. Huse⸗ mann, fiihrte vor wenigen Tagen durch Vermittlung des Vorsitzenden der französischen Meiallgebeiter⸗Verbandes mit einem gewissen Max Hoschiller aus Paris eine Unterredung. Hoschillers Absicht war, die Auffassung unseres Gen. Husemann über die Lage kennen zu lernen, insbesonbere aber den Vermittler zu einer Aussprache zwischen Huse⸗ mann und den französischen Generaliuspekteur der Bergwerke, Coste, zu spielen. Gen. Husemann lehnte es ab, mit Herrn Coste in Essen irgendwelche Verhandlungen zu führen und erklärte sich nur zu einer Besprechung in seinen Bureauräumen bereit. Im übrigen ließ er keinen Zweifel darüber, daß die Ruhrbergleute auf keinen Fall unter
für die Wiederherstellung lieferten. Husemann fertigte über diese nterrebung einen Bericht aus, den er verschiedenen Vertrauens⸗ leuten der Vergarbeiterorganisation zukommen ließ. Infolge einer Indiskretion ist dieser Bericht in der Rheinisch⸗Westfälischen Zeitung veröffentlicht worden. Gen. Husemann übermittelt uns deshalb folgende Erklärung: 5 ueber eine Unterredung, die ich am 29. Januar mit Herrn Max Hoschiller⸗Paris und am 30. Januar mit Herrn Daumes von der In⸗ teralliierten Ruhrlontrollkommission hatte, habe ich eine Mederschrift angefertigt und einigen Personen zur Information übermittelt. Jetzt veröffentlicht die Rheinisch⸗Westfälische Zeitung in Essen in ihrer Nummer vom 5. Februar diese Niederschrist mit der Ueberschrift 1 0 Köderung der Bergarbeiter.(Husemanns Enthül⸗ ungen).“ Gegeiüber dicser Veröffentlichung kann ich nur erklären, daß sie gegen meinen Willen erfolgt ist. Ich halte bie Veröffentlichung im Interesse unserer Abwehr gegen den französisch⸗helgischen Gewalt⸗
streich für schädlich.
Bochum, den 6. FJeßruar 1923. Fr. Husemann, Vorsitzender des Bergarbeiter-Verbandes.“
bringt.
Genosse Adelung aus Mainz ausgewiesen.
Aus Darmstadt wird uns telephonisch gemeldet, daß der Präsident des hessischen Landtages, Bürgermeister Adelung in Mainz, der seit ca. 10 Tagen die Geschäfte des ausgewiesenen Oberbürgermeisters Dr. Külb versah, heute, Mittwoch, morgen um 7 Uhr von den Franzosen aus
seiner Wohnug geholt und ohne ersichtlichen oder bekannt⸗
gegebenen Grund nach der Grenze des besetzten Gebietes ab⸗ transportiert wurde. Dort hat man ihn dann laufen lassen.
Die Ausweisung soll lediglich auf Befehl der Rheinland⸗ kommission vom 6. Februar erfolgt sein. Die Familie unseres Genossen Adelung muß ebenfalls binnen 4 Tagen das besetzte Gebiet verlassen.
Unter der Mainzer Bevölkerung herrscht begreifliche Aufregung, die nur schwer zu dämpfen ist.
Bekanntlich wurde Genosse Adelung schon einmal, es war während des Dorten⸗Putsches, aus Mainz ausgewiesen.
Neues vom Tage.
Er wird abgeschoben.
Ludendorff, der von der Polizei aus dem Schnellzug ge⸗ holt worden war, den sie in Hötzendorf hatte anhalten lassen, verbrachte die Nacht bei einem Freunde. Er wurde zum Polizeidirektor geladen und es wurde ihm erklärt, daß er seinen Aufenthalt nach Möglichkeit abkürzen müsse. Luden⸗ dorff erklärte, daß er mit dem nächsten geeigneten Zug, der Anschluß nach München habe, abfahren werde. Er habe nur einige Kameraden in Wien besuchen wollen und sehe ein, daß seine Anwesenheit Schwierigkeiten bedeuten würde. Er wolle aber der Regierung nicht Verlegenheiten bereiten. Die Polizei hat dafür gesorgt, daß Ludendorff sich während des Tages an politischen Kundgebungen und Versamm⸗ lungen nicht beteiligte und daß auch am Abend bei seiner Abreise jede nationalstische Kundgebung unterblieb.
E Die sächsische Regierungskrise.
Am Dienstag sollte die Neuwahl des Ministerpräsi⸗ denten im Sächsischen Landtage, in dem 40 Sozialdemo— kraten, 19 Volksparteiler, 19 Deutschnationale, 10 Demo⸗ kraten und 10 Kommunisten sitzen, vorgenommen werden. Nach der Landesverfassung gilt der Kandidat als gewählt, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Bei der Wahl gab jede Partei ihre Stimmen für einen Kandidaten aus ihren Reihen ab, was bei den Kom⸗ munisten wie eine parlamentarische Harlekinade wirkte, weil sie zugleich den„bürgerlichen Parlamentarismus“ ver⸗ donnerten, entschieden für eine sich auf die Betriebsräte stützende Arbeiterregierung eintraten, um dann für dieses „bürgerliche Parlament“ einen Parteifreund vorzuschlagen. Allgemeines Gelächter war die Antwort auf dieses wider⸗ sinnige Gebaren. Die Wahl kraten Buck 38 Stimmen, für den Deutschnationalen 19, für den Volksparteiler 19, für den Demokraten 8, für den Kom⸗ munisten 10. Es erhielt also kein Kandidat die Mehrheit der Stimmen. Darum wurde die Sitzung vertagt und eine neue mit derselben Tagesordnung für Dienstag nächster Woche angesetzt.
Nach der ergebnislosen Wahl traten die Volksparteiler und die Demokraten mit dem Verlangen an die Sozial⸗ demokraten heran, die Verhandlungen für die Bildung eines Kabinetts zu übernehmen. Das lehnten diche aber mit der Begründung ab, daß die Aufgabe, eine neue Regierung zu bilden, denen zufalle, die die Regierung gestürzt hätten. Es muß nun abgewartet werden, was der nächste Dienstag
ergab für den Sozialdemo⸗ worden, aber es bleibe zweifelhaft, ob die
finanzen waren, durchaus begründet. Da aber diese Tat
Sollte eine rein sozialistische Minderheitsreg e die Sozialdemokratie anstrebt, nicht zustande komn dürfte vor dem Eingehen in eine Koalition mit de lichen die Gesamtpartei Sachsens zu der Situation nehmen. N
Politische Uebersicht.
Gegen den Preiswucher.
Der Haushaltsausschuß des Reichstags beschäftigte sich Dienstag mit 3 Lage in den besetzten Gebieten. Der sekretär flir die besetzten Gebiete, Dr. Brugger, wies dara N 5 daß sich die Besatzung im linksrheinischen Gebiet auf deutsche einen riesigen Verwaltungsapparat errichtet hat. Die Rhei kommisston allein umfaßt 1300 Personen. Auch die Delegier en fügen über ein umfangreiches Hilfspersonal. Die Propagand keit der Franzosen ist besonders wichtig. Jede Möglichkeit aus, um Propaganda zu machen, die allerbings ohne Erfolg ist. Von den amerikanischen und englischen Delegierten n werden, daß sie sich dieser Propagandatätigkeit völlig fernh Rheinlandskommission hat den französischen und 9 akt gegen das Ruhrgebiet durch eine ganze Reihe von Ordo unterstützt und somit die durch das Rheinlandabkommen Rechtsgrundlage verlassen.— Die Abgeordneten gingen 1 auf die französische Propagandatätigkeit ein und warnten davor. französischen Propaganda untätig zuzusehen.— Ein Vertrete Pvessestelle der Reichsregierung machte sodann ausführliche w. trauliche Mitteilungen ülber die deutschen Gegenmaßnahmen.
nister Oeser verbreitete sich über die Möglichkeit der Ein l
einer fremden Währung im besetzten Gebiet, die augenblic 0 natürliche Schwierigkeiten stoße. Vor allem mache er darauf g merksam, daß zum erstenmal in der Geschichte von einem w
losen Volke der Versuch unternommen werde, gegenüber de Waffengewalt den Krieg durch Moral und Vaterlandsgefühl 1 winden.— Genosse Hoch wandte sich scharf gegen den 0 Imperialismus und warnte vor der Schaffung einer Hurr — Genosse Sollmann machte die Regierung darauf 2 daß die Arbeiterschaft den Kampf gegen die französische Gen J schaft unter stärkstem wirtschaftlichen Drucke führt. Mit seh Maßnahmen miisse sich die Regierung gegen den Preiswucher den. Dem Taumel an der Börse misse Einhalt geboten wer dürfe nicht der Eindruck aufkommen, als sähen die Führen Nation dieser ungesunden Entwicklung tatenlos zu. Wenn me demokraten, so betonte Sollmann, Forderungen stellen und Kritik nicht zurückhalten, so tun wir das, un den Abwehr einem guten Ende zu führen. Mit Predigten und Stimmun allein kann man die Massen nicht zum Durchhalten zwinge Durchführung dieses Heldenkampfes gehören Waffen, genau in jedem anderen Kampfe. Diese Waffen sind: Lebensmittel! träglichen Preisen. Diejenigen, die sich in diesem Kampfe be lind es, die den Doschstoß in den Rüchen des Volles führen. 9 Willen, die Ansprüche des französischen Imperialismus weisen, lassen sich die sozialistischen Massen Deutschlands von nien dem übertreffen. Die Regierung muß sich auch darüber klar daß die Massen aufs neue erleben, daß sie die festesten Säule Staates sind. Wie der Kampf auch ausgehen möge, er w Selbstbewußtsein der arbeitenden Massen stärken, die ihre sationen gegen die größte Wehrmacht der Welt ins Feld g haben.— Staatssekretär Hamm versicherte daß die Reichs der Bekämpfung des wirtschaftlichen Druckes ihr ganz besonder reer fag deen e gegenüber is emeldungen fest,
setzten Gebiet keine Kohlen nach Frankresch befördert wurden. sei im linksrheinsschen Gebiet n Kohle 25 a9
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Tonnen betrage, wie die französische Presse behauptet.* Aus der Volkswirtschaft.
Arbeiter und Beamten die Träger der Reichsfinanz Als seit dem Herbst vorigen Jahres die Geldentwertung so w Fortschritte machte und daher auch die Löhne und Gehälter eine gesstzte Erhöhung erfahren mußten, wurde naturgemäß auch U teil der Steuerabzlige von Gehalt und Lohn an den Gesamtstem eingängen bei den Finanzämtern immer größer. Da von den meist anderen Steuerzahlern die Beträge erst lange Zeit nach der Verm lagung eingehen, zuweilen erst nach 1 oder 2 Jahren, so war von den Gehalts⸗ und Lohnempfängern aufgestellte Behauptung Arbeiter und Beamten in den letzten Monaten die Träger der
Der Deserteur. 1
Roman von Robert Buchanan.
An diesem denkwürdigen Tage jedoch, da ihr Rohan seine Liebe gestanben, hatte Marcelle in ihrem überschweng⸗ lichen Glücksgefühl ihr Ideal fast vergessen. Während sie geschäftig im Hause herumarbeitete, fühlte sie sich von hörte sein zärtliches Liebesgeflüster und fühlte den brennenden Kuß auf ihren Lippen— einen Kuß, der ihr das Blut in den Adern sieden machte. Jeder Gegenstand in der Hütte erschien ihr heute in ganz neuem Licht. In Wirklichkeit unterschied sich ihr Häuschen durch nichts von den Nachbarhäusern. Es enthielt im Erdgeschoß einen großen Raum, der als Wohn-, Speise⸗ zimmer und Küche zugleich diente. Ein großer Speisetisch mit seinen für Sugpe bestimmten Aushöhlungen stand in der Mitte; Löffelb- hälter und Brotkorb hingen an einem
Flaschenzug von dem rauchgeschwärzten Querbalken her⸗ unter, der eine Vorratskammer ersetzte, denn Oelkannen, Speckseiten, Zwiebelkränze, Ziegenfelljacken. Wasserstiefel
und anderes mehr führten dort oben ein interessantes Still— leben. In einem Winkel, neben dem offenen Kochherd, stand ein fast bis zur Decke reichendes Kastenbrett mit selt⸗ sam geschnitzten Schiebepaneelen, ihm gegenüber ein etwas kleineres von derselben Art. An einer starken Kette hing ein großer, blankgescheuerter Kupferkessel über dem Herd. Alles in diesem geräumigen Gemach atmete Sauberkeit und peinlichste Ordnung..
Eine alte geschnitzte Holztreppe führte in den oberen Teil der Hütte, in das Frauengemach, das die Witwe mit ihrer Tochter bewohnte.
Die Familie hatte gerade ihr Abendbrot beendet, der Korporal war zu einem Abendplauschchen zu einem Nachbar gehumpelt, die Zwillingsbrüder Hoél und Gildas lungerten auf einer Bank, Alain stand, sein Pfeifchen schmauchend, vor der Haustür und Jannick, der jüngste der Familie, streckte seine ungeschlachten Glieder vor dem Feuer aus, Mutter Derval saß bereits vor ihrem Spinnrocken, während
„Was ist denn heute mit Marcelle los?“ bemerkte Hosl plötzlich.„Sie tut ja seit Stunden den Mund nicht auf und blickt wie geistesabwesend bald hierhin, bald dorthin, gerade wie die verrückte Johanna unten im Dorfe.“
Marcelle stieg das Blut ins Gesicht, aber sie antwortete nicht. 1.
„Vielleicht hat sie gar den Korigan gesehen?“ scherzte Gildas. 5
„Gott und alle Heiligen mögen sie davor beschützen,“ rief die Witwe, sich rasch bekreuzigend. Der„Korigan“ gilt beim Bretagner Volke als ein Geist des Bösen; wem er er⸗ 50 0 dem steht etwas Schlimmes bevor, ost sogar der
od.
„Unsinn!“ brauste Marcelle auf.
„Das Kind ist heute wirklich blässer als sonst. Marcelle ißt zu wenig und arbeitet zu viel. Sie faulenzt nicht so viel wie ihr Buben. Zwei Paar Frauenärme müssen sich tüchtig rühren, um alle Arbeit in einem so großen Haus— wesen ordentlich zu versorgen, wie das unserige ist,“ nahm Frau Derval sie in Schutz.
Das Mädchen blickte dankbar zur Mutter hin, welche durch diesen Blick das Geheimnis der Tochter erriet.
„Das ist alles ganz schön,“ nahm jetzt Jannick das Wort, „aber Marcelle verrichtet doch ihre Hausarbeit nicht am Tore des heiligen Gildas?“
Marcelle zuckte zusammen nud hätte beinahe die Schüssel, die sie in der Hand hatte, fallen lassen. Sie warf einen nicht gerade freundlichen Blick auf ihren Peiniger, der ihr boshaft zunickte.
„Was meint der Junge damit?“ forschte die Mutter.
„Er ist ein Flegel und sollte eine tüchtige Tracht Prügel bekommen“ erklärte das Mädchen ärgerlich.
„Mein Rücken ist breit genug, probier's einmal,“ höhnte der junge Riese.„Mutter, frag' sie doch, ob sie die Wäsche am Tore des heiligen Gildas wäscht. Und wenn sie mit Nein antwortet, dann frage sie, was sie heute so lange dort getrieben hat.“
Die Mutter blickte fragend zu Marcelle hin, die sich noch
Marcelle sich damit beschäftigte, den Tisch abzuräumen.] immer am Tische zu schaffen machte, aber nichts sagte. Ihre Mutter beobachtete sie von ihrem Winkel aus. Das„Warst Du heute dort, mein Kind?“ fragte die Alte Mädchen kam ihr heute so sonderbar vor. endlich. ö 8 7* 2 74 2* 5——* e—————
„Ja, Mutter,“ lautete die sofortige Antwort. „Es ist ein langer Weg dahin; was hat Dich bew ihn zurückzulegen, mein Kind?“ 2 „Ich wollte am Strande Tang suchen und stieg Triffinesleiter hinab; plötzlich fiel mir ein, daß ich sch lange das„große Tor“ und das Trou à Gildas nicht ge. sehen hatte. Da es gerade Ebbe war, schlenderte ich hin aber die Flut überraschte mich; ich hatte große Mühe, Strand mit heiler Haut zu erreichen.“ 1 „Du hast eine zu große Vorliebe für gefährliche Orte mein Kind,“ bemerkte die Mutter mißbilligend.„Du wirt noch einmal Dein Leben dabei einbüßen, wie Dein Vale Ein Mädchen hat sich im Hause zu beschäftigen und nich Strande herumzustreichen. Ich lebe seit fast flinfzig Jahr hier in Kromlaix und habe das„große Tor“ nur ein el ziges Mal gesehen, als mich Dein Vater in den schlir
Tagen in seinem Voote mitnahm, um die heilige Messe au 0
offener See zu hören.“ Während des Sprechens Mutter Derval fleißig ihre Spindel, denn sie geh jenen Frauen, die keine Minute ohne Beschäftigung zu 0 vermögen. 1
„Ich will Dir erzählen, Mutter, was ich heute 1 1 habe,“ sagte Jannick, sich erhebend und seine liede streckend.„Als wir vom Fischzug heimkehrten, trieb uns b Flut nahe am Tore des heiligen Gildas vorbei, plötzlich t Mikel Grallon, der Augen wie ein Falke hat:„Seht del seht!“ Wir blickten alle ins Tor hinein, aber wir wal doch zu weit entfernt, um die Gesichter zu erkennen, sahen wir einen Fischer, der bis zur Brust im Wasser und auf seinen Armen eine Frauensperson trug. war ungewöhnlich hoch, und er trug sie ums Tor und setzte sie erst am Strande ab. Dreh' doch Dein zu mir herum, Marcelle! Dann küßte der Mann die und sie küßte ihn wieder, mehr konnte ich nicht sehen, unser Boot glitt um die Ecke.“
Die Zwillinge lachten belustiat und zwinkerten! celle gutmütig an. Sie bewahrte ihre Ruhe, zuckte! Schultern und heuchelte Gleichgültigkeit. Jannick. d ihre Fassung erbost, wandte sich erregt an die alte F „Mutter, frag' sie doch, ob sie allein zum Tore des h Gildas ging.“
(Fortsetzung folgt.)


