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Gießen und Umgebung.
— Franen als Geschworene.
Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen trat em Montag zur Sitzungsptriode des 1. Vierteljahrs 1923 zusammen. Bei Eröffnung der Sitzung hielt der Präsident, Landgerichtsrat Funk, eine Ansprache, in der er, wie üblich, die Geschworenen auf die hohe Bedeutung ihres Richteramtes hinwies und sie ermahnte, der Verantwortung, die es mit 2 bringe eingedenk zu sein. Dieser Schwurgerichtsperiode omme eine besondere Bedeutung dadurch zu, daß hier zum ersten Male Frauen als Geschworene zugezogen wurden. 0 Bisher habe die Gesetzgebung dabon abgesehen aus Gründen, 3 einige Berechtigung nicht abgesprochen werden konnte.
Es herrschte die Ansicht vor, daß die Franen sich mehr dom
Gefühl als vom kühlen Verstand leiten ließen und hielt sie deshalb nicht für das Richteromt geeignet. Auch die Sorgen des Haushalts und der Familie, die auf dek Frau lasten, waren bisher ein Grund, sie nicht zur Geschworenentätigkeit eranzuziehen. Die Tatsache, daß von fünf ausgelosten nen drei unter Berufung auf ihre Hausfrauenpflichten gebeten, sie von der Geschworenenliste abzusetzen, beweist, daß dieser Grund Beachtung fordert. Schließlich ermahnte der Präfident besonders die Frauen, sich auf Grund von dem, was in der Verhandlung vorgetragen wird, ein Urteil zu bilden, objekliv und nach bestem Wissen und Gewissen zu urteilen. Bei der nunmehr erfolgten Auslosung der Geschworenen⸗ bank wurde nur eine Frau von den zwei anwesenden und zwar Frau Salzmann aus Bad⸗Nauheim ausgelost. Weder vom Staatsanwalt noch von der Verteidigung wurden aus⸗ geloste Geschworene abgelehnt. 15 Wegen Kindestötung hatte sich das am 14. Dez. 1900 in Düdelsheim bei Büdingen ge⸗ borene Dienstmädchen Emma Adam vor den Geschworenen zn verantworten. Die Oeffentlichkeit der Verhandlung wird ausge⸗ schlossen, die Presse aber zugelassen.— Der Angeklagten hat das Schicksal übel mitgespielt oder vielmehr der Dienstherr, in dessen Hände sie zu geraten das Unglück hatte. Im Jahre 1920 kam sie zu dem Landwirt Carl Rentzel in Schwickartshausen als Magd in den Dienst. Sthon nach einigen Tagen drang der Bauer in die unverschlossene Kammer der Angeklagten ein, um sie zum Beischlaf zu verführen. Das Mädchen wies— nach seiner Darstellung— den Dienstherrn ab, er setzte jedoch seine Angriffe fort, denen das Mädchen schließlich unterlag. Im Laufe des Jahres 1921 fühlte sich die Angeklagte schwanger und machte Abtreibungsversuche, die Erfolg hatten. Im vorigen Jahre wurde sie jedoch wieder schwanger und gebar im Oktober ein Mädchen, daß sie bald nach der Geburt durch Erwürgen tötete. Während ihrer Niederkunft kümmerte sich weder der Bauer, noch seine Frau um die Wöchnerin, niemand sorgte für eine Hebamme, niemand brachte ihr etwas Geeignetes zu essen. Die kleine Leiche wurde von der Angeklagten im Garten vergraben. Wenige Tage nach der Geburt fuhr der Bauer die Wöchnerin mit dem Wagen vier Stunden weit nach ihrem Wohnort Düdelsheim, bei ziemlicher Kälte! Dort wurde das Mädchen verhaftet und nach dem Krankenhaus in Bidingen 8 Die Angeklagte ist geständig. Vorher war ihr Dienst⸗ err wegen Anstiftung zum Mord mit angeklagt, das Verfahren gegen ihn mußte aber wieder eingestellt werden. Als Zeuge unbe⸗ . vernommen leugnet er alles und streftet jeden Verkehr mit der Angeklagten ab, obidohl diese glaubwürdig behauptet, daß der Verkehr sehr oft und jahrelang stattgefunden habet— Die Ange⸗ klagte wird wegen Abtreibung in zwet Fällen und Kindestötung unter Zubitligung von mildernden Umständen in weitestem Maße zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis erurteilt. Die Ver⸗ seidigung wird mit Unterstützung der Geschworenen ein Gna⸗ dangesuch eir reichen.
Konsumverein Gießen. Die am Sonntag nachmittag abgehaltene Halbjahrs⸗Generalversammlung im Saale des Ge⸗ werkschaftshauses war sehr stark besucht, die Versammlungsbesucher konnten nickt alle Platz finden. Im Verhältnis zu der Gesamtmit⸗ gliederzahl, die jetzt rund 12 500 beträgt, steht trotzdem die Besucher⸗
hl in keinem Verhältuss. Wenn die letztere auch ca. 300 beträgt, o will das gegensiber der angegebessen Mitgliederzahl nichts be⸗ delten. Immerhin war der Besuch recht erfreulich. Nachdem der Vor⸗ sitzende des Auffichtsrates, Vetters, die Versammlung eröffnet und begrüßt hakte, erteilte er dem Geschäftsfüßrer Diener das Wort, der über das Ergebnis des exsten Geschäfts⸗Halbjahres be⸗ richtete. Er wies auf die allgemeine Wirtschaftslage hin, die in der Hauptsache dsrreh die„passive Handelsbilanz“ hervorgerufen ist, das heißt, daß Deutschlond mehr an Waren einführen muß, als es em das Ausland ausflihrt. Das ift auch der Hauptgrund der Mark⸗ entwertung, unter der selbstverständlich auch die Genossenschaften zu leiden haben. Auch unsere Genossenschaft mußte im verflossenen Jahre vielfach Kredite in Anspruch nehmen, wofür natürlich erhebliche Zinsen bezahlt werden müssen. Deshalb muß für mehr Kapital ge⸗ soygt werden. Der einfachste Weg dazu ist die Erhöhung des Geschäfts⸗ altteils, wie es schon von vielen gate ung 5h geschehen ist und 9 5 mußte. Die Verwaltung hätte auch öhere aren nehmen, der allgemeinen pretslage sich anpassen können. Da⸗ erhöht, aber auch das genossenschaftliche Prinzip verletzt worden, prefsregelnd zu wirken., Die Mitglieder fönnten auch dadurch zur Behebung des Kapitalmangels beitragen, daß sie die Sparkasse mehr in Auspruch nehmen. Um deren Be⸗ nutzung zu fördern sind die Zinssätze erhchlich hergufgesetzt worden. Die übrigen auf die Enfmickelung der Genoffenschaft bezüglichen 1 des Redners sind in dem Artikel in der Samskag⸗ Nummer enthalten.— Kassterer Günderoth trägt die finan⸗ 1 b Ergebnisse des letzten Halbfahres vor. Diese wurden in un⸗
mit wäre die Einnahme
erem Blalte in dem erwähnten Artikel ebenfalls veröffentlicht.— In der Aussprache, die sich an die Berichte anschließt, steht folgende, von Seng und Genossen beantragte„Resolutjon“ mit zur Debatte:
„Die am 4.
Staat und Reich herangetreten wird, behufs Gewährung von Krediten. Sie verlangt weiter, daß gegen die Umsatzsteuer der Kampf mit allen Mitteln geführt wird. Notwendig ist ferner, daß die Konsumvereine in Verbin
tung des Konsumvereins bereit, diesem
so werden wir 0
E Erhöhung der Geschäfs nkejle vorzunehmen, ohne die illung obiger Forderungen,
der Erklärung des Geschäftsantells einfach mit ig o
Presse für die
März im Gewerkschaftshause tagende Mitglioder⸗ versammlung beschließt Folgendes: Wir verlangen von der Leitung. des Konsumvpereins Gießen und umg., daß an Gemeinde,
ung mit sämtlichen wirtschaftlichen und politischen Organisationen der Arbesterschaft einen Kontroll⸗ für Wirtschaft und Handel bilden. Erklärt sich die Lei⸗ Verlangen zu entsprechen, einer Erhöhung der Geschäftsantefle zustimmen. 5 80 ten die Mitglieder nicht für
ein e Dauer genligende Hilfe.“ 6 0 er Bersten acht darauf aufmerksam, daß es eine Alem mung mit einem Vorbehalt nicht geben könne, es 110 e bei der Frage er nein gestimmt
— Fahrplan ⸗ Veränderung. wird an jedem Samstag der Personenzug 773 in der Richtung nach Kassel(Gießen ab 12.32 Uhr mittags) bis auf weer wieder gefahren.
Aus dem Stadttheater: Ft das neue Gastspiel des aus⸗ gezeichneten rufsschen Balletts am Donnerstag, den d. März, das bei seinem ersten Gastspiel im Oktober vorigen Jahres durch seine außergewöhnlichen Darbietungen größtes Auf⸗ sehen exregt hatte, gibt sich wiederum lebhaftes Inte resse bund. Es ei ansdrücklich darauf hingewiesen, daß das Programm lauter neue
tummern aufweist, mit Ausnahme des Bacchanale“, das wohl
kein Zuschauer, der es einmal gesehen hat, missen möchte.
— Villingen. Hier fand am Sonntag, den 5. März, eine sehr stark befuchte polltische Versammbung statt, mit dem Thema: „Ruhrbesetzung und Sozialdemokratte“. Gen. Moosdorf Gießen behandelte in seinem 1½stündigen Vortrag die Polti in der Vorkriegszeit, während des Krieges und seit der Zeit nach
dem November 1918. Dabet besonders hervorhebend die große Sünde der Helfferichschen, Finanzpolitik in der Kriegszeit, ebenso auth die zlelbewußte Erfüllungspolittk des Kabinetts Wirth. Im
Abwehrkampf werde die Arbeiterschaft und mit ihr die Beamten alles tun, man müsse aber auch verlangen, daß der Besitz seinen Worten Taten folgen lasse. Die Politik der nationalistischen Phrafendrescher mit ihrem Säbelgerassel müsse das Volk weit von ich weisen, da sie unverantwortlich ist und nur Elend und neue kot mit sich bringt. In diesem wirtschaftlichen Kampf vexschiedener Völler zeige sich zum ersten mal die unüberwindbare Kraft des geistigen Kanipfes, der nur zum Wohle der gesamten Bevölkerung geftihrt werden kann. Zur exsalgreichen Abwehr ist stärkste Heranziehung des Besitzes erforderlich. Die Ausführ⸗ ungen wurden mit dem größten Interesse verfolgt. Die Villinger Genossen haben insofern eine recht günstige Einrichtung getroffen, indem ste in Anbetracht der ganzen Verhältnisse biese Versamm⸗ lungen in dem schön geräumigen h ie. der Bürgermeisterei abhalten; überall, wo ähnliches möglich ist, kann dies zur Nach⸗ ahmung empfohlen werden. Eine Tellersammlung flir die Partei ergab den anfehnlichen Vetrag von 4750 Mk.
p. Großen⸗Buseck. Am Samstag abend sprach hier in der Wirt⸗ schaft Koch Herr Diener, Vorstandsmitglled des Konsum vereins Gießen über die Griinde und Umstände, welche maßgebend waren, daß bis jetzt hier in Großen⸗Buseck noch nicht damit begonnen wer⸗ den konnte, eine Verkaufsstelle des Konsumvereins einzurichten. Die Haumptfrage, an welcher bisher alle Versuche gescheitert sind, war die Lokalfrage. Aus den Ausführungen des Redners komte man ent⸗ nehmen, daß einerseits diese Frage, andererseits aber auch die des Lagerhalters zu unberechtigten Reklamationen geführt haben. Dem einen war dieser, dem anderen jener nicht recht als Lagerhalter, und so auch die Verkaufsstelle. Weiter wurden in der Diskussion die Gespräche und Redereien(genannt auch Dorfklatsch) angeschnitten, welche zur Zeit im Umlauf sind. Daß sie jeder Grundlage— soweit es sich um Anschuldigumgen gegen H. handelt— entbehren, hat Herr Diener ja genügend bestätfgt. Aber bei allen Gesprächen muß man doch wirklich sehr bedauern, daß sie von verschtedenen Personen weiter verbrestet wurden, denn welche Leute sind es denn, die ein Interesse daran haben, daß eine Verkaufsstelle ni cht hierher kommt? Doch diese, die Nachteil zu erwarten haben, wenn einmal die Sache arbeitet. Wir dagegen, die wir uns dem Konsumverein angeschlossen, haben auch das größte Interesse daran, daß in aller Kürze mit den Arbeiten begonnen wird und wir in den Genuß kommen, Waren aus dem Konsum zu bezbehen. Deshalb jetzt zursick mit allen persön⸗ lichen Bedenken. Wer Lagerhalter wird und wo die Verkaufsstelle hinkommt, ist ziemlich gleich. Für uns muß allein das maßgebend sein, daß, wenn wir die Verkaufsstelle besitzen, wir wieder einen Schritt vorwärts für den Sozjalfsmus und gegen das ausbeutende privatwirtschaftliche System getan haben. Der Vorstand des Kon⸗ sumwereins Gießen hat seinen Standpunkt erklärt, an ihm liegt es nicht, wem keine Verkaufsstelle herkommt, es liegt an uns. Mit diefer Versammlung hat Herr Diener, Aufklärung über den Sach⸗ verhalt der Verzögerung gegeben, welche durch die seitherigen Rede⸗ reien und Klatschereien unnso nötiger war. Hoffen wir, daß die von uns bestimmte Kommission bald in der Lage ist, das beinahe auf einem toten Punkt angelangte Projekt gerecht zu lösen, ganz gleich wie, wo und wer.
1 4 4 2 Kleine Nachrichten.
Auf dem Viehmarkt in Frankfurt weilten vorgestern neben der Wuther⸗ und Gewerbepolizet auch der Vertreter der Reichsfleisch⸗ stelle, Landrat a. D. von Bernus, mit verschiedenen anderen Be⸗ amten. Es waren aufgetrieben; 20 dänische und 12 amerikanische Rinder, 152 Ochsen, 25 Bullen, 868 Färsen und Kühe, 202 Kälber, 112 Schafe und 931 Schweine. Es wurden bezahlt für einen
Zentner Lebendgewicht: Ochsen 150 000 bis 220 600. Mk., Bullen 160 000 bis 230 000 Mk., Färsen und Kühe, vollfleischige 220 000
bas 250 000 Mk., mittlere Ware 190 000 bis 220 000 Mk., mäßlg genährte 190 000 bis 190 00 Mk. gering genährte 80 000 bis 120 000 Mark: Schafe 80 000 bis 230 000 Mk.: Kälber, feinster Qualität, 210 000 bis 240 000 Mark, mittlerer Qualität 100 000 bis 200 000 Mark, geringerer Qualität 120 000 bis 150 000 Mk.: Schweine imter 80 Kg. 200 000 bis 250 000, Mk, von 80 bis 100 Kar. 250 000 bis 270 000 Mark, von 100 bis 150 Kgr. 270 000 bis 280 000 Mark, über 150 Kgr. 280 000 bis 290 000 Mk. Groß vieh, hinterließ etwas Ueberstand, Kleinvieh⸗ und Schwweinehandel war lebhaft, bei Schweinen verblieb etwas Ueberstand. Die Metzger waren im Einkauf sehr zurlckhaltend, da der Verbrauch von Ge⸗ frierfleisch zunimmt.
Frankfurt a. M., 5. Mürz. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei ruhiger Geschäftslage wurden notiert Weizen Mk. 93 000 bis 98 000, Roggen Mk. 88 000 bis 92 000, Gerste Mk. 83 000 bis 88 000, Hafer, inländischer, 60 000 bis 75 000, Mais(La Plata und Mixed) Mk. 96 000 bis 105 000, Weizenmehl, südd, 140 000 bis 175 000, Roggenmehl Mk. 115 000 bis 125 000, Kleie Mk. 40 000
bis 45 000, Erbsen Mk. 140 000 bis 175 000.
Ein frecher Raub. Freitag vormittag gegen 10% Uhr wurden zwei Beamte der Darmstädter Bank in Berlin auf der Chaussee zwischen Niederschöneweide und Baumschulenweg von drei jungen Burschen, die ihnen auf Fahrrädern entgegenkamen. angehalten und der Geldtasche mit etwa 10 Mill. Mark beraubt. Darauf schwangen sich die Täber auf ihre Räder und fuhren in Richtung Baumschulen⸗ weg davon. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Straßenräuber zu ermitteln. 8
Strafkammer Gießen. Sitzung vom 27. Februr.
untreuer Verwälter. Der früher bri der Freih. v. Röedesel'schen Gutsverwaltung in Altenburg b. Alsfeld als Guts⸗ iüspeklor angesbellte F. G. in N. hat sich im Verlaufe seiner Tätig⸗ keit im Jahre 1921 eine Reihe von Veruntreuungen zuschulden kommen lassen, die zu Einor Anklage wegen Untreue, Unterschlagung und Vetrug führten. Auf Grund der sehr umfangreichen Beweis⸗ auftehe wurde festgestellt! daß er ohne Ermächtigung sefnes Arbeitgebers 40 Zentner Weizen verkauft und den Erlös für sich verwendet hat. Ferner hat er in einer Reihe von Fällen den Kaufpreis für im Kleinverkauf veräußerte landwirtschastliche Pro⸗ dukte vereinnahmt und den Erlös für sich verbraucht, ohne die vor⸗ geschriebenen Buchungen vorzunehmen. In zwei Fällen hat er unter Verschweigung der Tatsacho, daß er bereits entlassen war, Zahlungen entgegengenommen, und das Geld für sich behalten. Wegen Untreue mit Unterschlagung in 7 Fällen und Betrug in 2 Fällen erhielt er unter Zubilligung mildernder Umstände an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrasen Geldstrafen von ins⸗
Vom Samstag, den 10. März,!
deshalb die
Hrurdenfälschung erhfetr er die gesetzliche Mindeststrafe von ene
Woche Gefängnis. Sitzung vom 2. März. Gestohlener Kupferdraht und unglaubwüär⸗ diger Zeuge. Der wegen Dlebstahls mehrfach „Gelegenheitsarbeiter“ H V. und sein älterer Bruder, der Al händler L. V., beide aue Großen⸗Busech sind angeklagt. n Weihnachtszeit eine erhebliche Menge Kupferdraht der Gewerk. schaft Gießener Braunstelnbergwerk gestohlen und elne Bescheinsgung er den angeblich rechtsmäßigen Erwerb des Kupfers gefälscht zu haben, bestreiten aber die Tal. In der Hauptverhandlunc trat ein von dein älteren Angeklagten unmittelbar geladener Zeig auf, der im Borperfahren keine Angaben machen konnte. numme! aber unter Eld bekundete er habe unter völlig unwahrschein⸗ lichen Umständen— gesehen wie ber Angeklagte das Ku ge⸗ kauft und bezahlt habe, Da dringender Verdacht des inesds und der Anstiftung vorlfegt, wurde auf Antrag des Staatsanwalts die Aussage protokolliert und die Verhandlung vertagt; der Staats⸗ 2— ließ den Zeugen und den älteren Angektagten söfort fest⸗ N en- Falsche Eisenbahnfahrkarte. Mit 1000 Mark Gelostrafse und 10 Tagen Gefängufs wurde ein Schlosser an Als⸗ feld bestraft, weil er ohne gültigen Fahrscheln die cuba 8. nutzt umd einen Fahrschln gesälscht hat. 5 Unaufgeklärte Einbruchs deb stähle. In 0 höheren 1 der Universttätsbibliothek, der Medi 5 der Pfychiatrischen Klinik wurden in elner Oktobernacht Reshe von Eifib ruͤchsdiebstäßlen verübt, wobei der Verhvecher Schuß auf den ihn überraschenden Hausverwalter abge nrütmaßlicher Täter ist ein zurzeft in Ziegenhain eine strafe von drei Jahren verbüßender Sträfling angeklagt. leugnet und will üüberhaunt nicht ir Gießen gewesen sein. Sddatsanwalt beantragte, die Verhandlung auszusetzen m um Tatort gefundene Patronen⸗Hülse und das 25 Chem⸗Mikrosk. Institut von Dr. Popp in Frankfurt a. M. urtersuchen zu lassen ob sie aus der Pistole des A stanten. Das Gericht erljeß einen entsprechenden Be
Er
85
12 Uhr: 22 600 Mar
Dollarstand gestern mittag
Oehürdliche Bekaunkmachnagen Bekanntmachung.
Auf Grund des K 5 8 der Verordnung zum Schutze der Mieter dom 22. Juni 1919 und des§ 9 des Ge⸗ setzes über Maßnahmen gegen Wohnungs mangel vom 11. Mai 1920 wird mit Zustimmung des eichz⸗ arbeitsministers und mit Ermächtigung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft zu Nr. M. A. W. 5553 vom 1. März 1923 für den Bezirk der Stadt Gießen folgende Anordnung getroffen: 9 1.
Die ztwangsweise Räumung einer Wohnung darf nicht erfolgen, wenn die Gemeindebehörde(Wohnungs⸗ amt) bescheinigt, daß der Inhaber der Wohnung dei Durchführung der Räumung wohnun werden würde. ö 9 2
Diese Anordnung tritt mit dem Tae dir Ver⸗ kündigung in Kraft. Gießen, den 5. März 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Krenzin
Edelnetall⸗Aukauf!
Gold-, Silber⸗, Vlutin⸗Genenstünde, auch Bruch, Uhren, Brillanten, pols⸗ brandstifte, Prismen e e künstliche Zähne und Gebisse kanft
in höchs erreichbaren Petises 3
G4. Koch, Gießen
Mühlstr. 2, nächst der Bahnhofstr. Gegr. 1894 12 bbßelmetalsachverstäpdiget.
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er Verwal⸗
as giebiger Dis kussson wird der Antrag der Vern l sttsgeld auf 300 Mk., den Geschäftsautefl auf 10 000 Mark zu erhöhen, mit Dreiviertelmehrheit angenommen, die
dung,
bbige Resolution abgelehnt. Ebenso werden enge weitere ein⸗
ber Autrage abgelehnt. V e Ae 1 1 N
gesamt 57 000 Mark.
Mit gefälschter Fahrkarte. Der Arboter W. J. in A. hatte um eine verfallene Arbeiterrückfahrkarte von Geilshausen nach Ehringshausen(Kr. Wetzlar) benutzen, zu können, das Datum,
das flir die Rückveiße vermerkt war. abgeändert. Wogen schwerer
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Narke Rolfrosch- Schuhpas la
Werner& Menz. G. Mein.
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