Ausgabe 
5.3.1923
 
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Sicßen und Umgebung.

4 5 DieAbfindung der Brabanter. . Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, den Forderungen des ehemaligen Großherzogs gegenüber ein glattes Nein auszusprechen. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei und des Zentrums haben erklären lassen, daß der sog. Antrag Nuß⸗Dingeldey⸗Bauer nicht als Antrag ihrer Fraktionen anzusehen, sondern ein persönlicher Antrag der Unterzeichner sei. Die beiden Fraltionen hätten sich mit dem Antrag nicht befaßt. 8

Vom Kraftwerk bei Lißberg.

Seit Jahren befindet sich die Talsperre der Nidder in der Nähe von Lißberg im Bau. Das bier zu errichtende Kraftwerk soll der Stromversorgung Oberhessens dienen, die Versorgung von Wölfersheim aus unterstützen. Jetzt geht das Nidderkraftwerk seiner Vollendung entgegen; am Mitt⸗ woch fand eine Besichtigung durch den Provinzialausschuß 5 Besondere Bedeutung erfuhr diese Besichtigung da⸗ durch, daß der Stollen, der durch den die Täler der Nidder und des Hillersbaches trennenden Bergrücken durch⸗ getrieben wird, um die Wässer beider Täler zu vereinigen, an diesem Tage durchgeschlagen wurde. Der Stollen bietet jetzt eine Verbindung zwischen den beiden Tälern, die von den Teilnehmern der Besichtigung auch zum Besuch der An⸗ lagen im Hillersbachtal benutzt wurde. Das Kraftwerk und seine Einrichtungen sind soweit vorgeschritten, daß es mög⸗ lich ist, in kurzer Zeit, wenn auch vorläufig nur einen Teil- betrieb, aufnehmen zu können. Nach Abschluß der Besichti⸗ gung folgte der Provinzialausschuß einer Einladung der Werksleitung der Buderusschen Eisenwerke in das Kasino.

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1 Bildungs vorträge. Der am Donnerstag abgehaltene Vortrag lüber die französische Revolution von Prof. Dr. v. Aster war so stark besucht, daß im das zur Verfügung stehende Lolal kein

Mensch mehr hinein konnte. Infolgedessen wurde es für die Hörer selber etwas ungemütlich. Da man immerhin mit starkem Andrang

rechnen mußte, hätte man den Saal für den Vortrag bereitstellen sollen. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgten die Zuhörer die Ausführungen des Redners, der unter scharfer Herausarbeitung der Kernpunkte ein anschauliches Bild von dem Entstehen und Werden der großen und so bedeutungsvollen Bewegung entwarf. Das Bild wäre vielleicht noch vollständiger geworden, wenn der Redner nicht mit Rücksicht auf die ungünstigen äußeren Umstände den Vortrag gekürzt hätte. So erklärt sich wohl auch, daß die eigentlich treiben⸗ den Kräfte, die geistige Vorbereitung der Revolution, nicht zu ihrem Recht kamen. Im nächsten Vortrag am Donnerstag, 8. März, wird Genosse Dr. Aaron über die amerikanische Verfassung sprechen.

Dirigentenkurs. Wie die Zentralstelle zur Förderung der Volks⸗ bildung und Jugendpflege in Hessen mitteilt, findet im Rahmen der ausgedehnten musikalischen Volksbildungsbestrabungen der Zentral⸗ sele in Darmstadt in der Zeit vom 19.24. März wieder ein Diri⸗ gentenkursus statt. Als Dozenten sind gewonnen: Stad torganist (Borngässer⸗ Darmstadt, Mustkotrektor Döbert⸗ Bensheim, Assessor Kaiser⸗Drrmstadt, Prof. Mendelssohn⸗Darmstadt, Wuustkoirektor MT Ter- Friedberg, Frl. Dr Noack, Prwatdozen! Dr. Noack, Kapellmeister Rehbock und Städtischer Musildirektor [Schmitt⸗Darmstadt. Die Vorträge umfassen das gesamte Gebiet der für Vereinsdirigenten wichtigen Fragen, Melodie Harmonie, Form und Stillumde, ferner Kantate, Oratorium, außerdem Hygiene 0 N

mentenkunde, Dynamik und Phrasierung. Des weiteren werden be⸗

elt die Geschichte der deutschen Männergesangs, endlich Kenntnis

itur, Orgel⸗ und Begleitmusik beim Chorgesang, die verschiedenen Schulgesangsmethoden in ihren Wesenszügen. Wie im vorigen Jahre, wo ein ähnlicher Kurs so außerordentlich reges Interesse erweckt hat, werden auch heuer die theoretischen Vorträge durch praktische Chor⸗ gesangs⸗ und Orchester⸗Dirigierübungen ergänzt. Mit Rücksicht auf die hohen Unkosten ist es leider notwendig, auch zu diesem Lehrgang (ähnlich wie zu unseren Heimatpflege⸗ und staatswissenschaftlichen Kursen) die Teilnehmerzahl erheblich einzuschränken, zumal Aussicht besteht, daß auch dieses Jahr die Unkosten für Lebensführung und ö wenigstens gemildert werden können. Es empfiehlt sich also, baldigst bei der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen, Darmstadt, Mathjildenplatz 17, Marstall die Zulassung zu dem Lehrgang zu beantragen und nähere Mitteilun⸗ gen einzufordern.

Neuer Brotaufschlag. Nach einer Bekanntmachung des Lebens⸗ mittelamtes im heutigen Blatte ist der Preis des Brotes von heute ab auf 675. Mk. für den Laib von 1900 Gramm festgesetzt. Das Pfund Weiße nbrotmehl kostet 184., Roggenbrotmehl 174. Mk.

reis Wetzlar. (Zu Bebels Gedächtnis begingen unsere Parteigenossen in Weg lar am 22. Februar, den 83. Geburtstage Bebels, Dazu ö sich eine große Anzahl Parteigenossen auf dem Bebelsplatze eingefunden. Unter dem Scheine rotleuchtender Fackeln, mit roten sund schwarzrotgoldenen Fahnen, fand die in schönen würdigen For⸗ men gehaltene Feier statt. Nachdem derVolkschor⸗Wetzlar unter Lein seines Dirigenten, Herrn Gymn,⸗Oberlehrer a. D. Schlenker⸗ mann, den ChorEin Sohn des Volkes stimmungsvoll zu Gehör

gebracht hatte, rezitkerke Genosse May das GedichtAugust Bebel⸗

von Preczang. Umrahmt von schönen Kampfgesängen der sozialistischen Arbeiterjugend, hielt Genosse Knothe die Gedächtnisrede, in der er Bebel als Mensch und Kämpfer feierte. Redner stellte die Person Bebels in Gegensatz zu dem Gewaltmenschen Bismarck. Bebel er⸗ kannte die Gefahren, die zur blutigen Auseinandersetzung führen mußten, mit absoluter Klarheit und bekämpfte den Militarismus, den Steigbügelhalter des Kapitalismus, mit äußerster Schärfe. Bebel war der Mensch der Liebe und Versöhnung. Er war der Streiter der Armen und Bedrängten. Redner erinnerte an Bebels Jugend⸗ jahre in Wetzlar. Als Zeichen äußerer Verehrung habe ihm die Arbeiterschaft die Gedenktafel gesetzt. Mehr denn je müsse Bebels Geist und Kampfeswille in uns sebendig werden Mit einem Mahnruf, Bebels Erbe treu zu verwalten, den schärfsten Kampf gegen die vater⸗ Iandszerstörenden soge nanntenVaterländischen Verbände zu führen, schloß der Referent seine mit starkem Beifall aufgenommenen Aus⸗ führungen. Der Sozialistenmarsch, vorgetragen von derArbeiter⸗ jugend, beschloß die gut verlaufene Veranstal tung.

r. Atzbach. Am Donnerstag fand hier ein Dichterabend Ma x Dortu statt, der aus seinen Werken las. Es war das der dritte Bildungsabend. Arbeite rdichtung war es, die zum Vortrag gebracht wurde. Leider war der Hörerkreis nicht allzu groß. Nächsten Mittwoch, den 7. März spricht F. May über das Thema K. Marx und F. Lassalle. Hoffentlich finden sich die Genossen dazu recht zahlreich ein, damit ein voller Saal zu verzeichnen ist.

Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung.

Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen.

Dem Zentralverband der Bäcker und den Bäcker⸗ innungen Gießen und Bad⸗Nauheim schlug der Schlichtungs⸗ musschuß durch Schiedsspruch folgende Gehilsenwochenlöhne vor, die vom 5. März 1923 an gelten sollen: Schießer Mk. 46 000. Teigmacher Mk. 42 600. und Letztgehilfen Mk. 37 000.. Für die Gewährung von Kost und Wohnung sollen die Arbeitgeber von diesen Sätzen wöchentlich Mk. 21 000. abziehen können. Für Bad⸗Nauheim ist der Schiedsspruch bindend. Die Gießener Innugg erhielt Erklärungsfrist. 775 n

Die Bad⸗Nauheimer und Friedberger Mitglieder des Süd⸗ westdeutschen Arbeitgeber verbandes für das Transport⸗, Handels⸗ und Verkehrsgewerbe sollen vom 16. Februar 1923 an dieselben Transportarbeiterlöhne und Zehrgelder bei Ueberlandfahrten zahlen, woe sie der Schlich⸗ tungsausschuß durch Schiedsspruch vom 15. 2. 23 für Gießen vor⸗ geschlagen hat. Die Streitteile erhielten Erklärungsfrist.

Dem Wäschehaus Nowackin Gießen gab der Schlichtungs⸗ ausschuß entsprechend dem Antrag des Deutschen Bekleidungs⸗ arbeiter verbandes ab 15. 2. 23 Verdoppelung der bis⸗ herigen Löhne der Weißnäherinmnen auf und Erhöhung der tarif⸗ lichen Vergütungen der Lehrmädchen um 50 Prozent. Die selbst⸗ ständige Arbeiterin kommt hiernach auf Mk. 420. Stundenlohn. Der Antragssteller erkannte den Schiedsspruch an. Der Antrags⸗ gegner erhielt Erklärungsfrist.

Baugewerksbund und Gemeinde Lützellinden vereinbarten die Anwendung der jeweiligen hessischen Waldarbeitertarife auf die Holzhauer im hessischen Wald der Gemeinde.

In zwei weiteren Lohnsachen einigten sich die Streitteile ohne öffentliche Verhandlung. N.

Lokale Parteinachrichten. Sozialdemokratische Partei Hessen⸗Nassan. An die Vereinigte Partei!

Genossinnen und Genossen! Am 18. März d. J. sind 75 Jahre seit der Revolution des Jahres 1848 in das Land gegangen. Obwohl wir in den verflossenen letzten Jahren von einer Märzfeier im Gegensatz zu früherer Zeit Abstand genommen haben, ist der Bezirks⸗ vorstand der Auffassung daß es in diesem Jahre die Aufgabe der Partei ist, diesen Tag würdevoll zu begehen. War die Revolution von 1848 auch eine bürgerliche, so ist ihr proletarischer Einschlag doch nicht zu verkennen und von uns in früheren Zeiten stets hervor⸗ gehoben worden Das Blirgertum hat seine freiheitlichen Vorkämpfer vergessen. Die Arbeiterschaft ist es, die den Gedanken der Reichs⸗ einheit zu dem ihrigen gemacht hat und gerade jetzt ist diese mehr denn je bedroht. Von außen wie im Innern sind mächtige Kräfte am Werke, die in der Republik verwirklichte Reichseinheit in Trüm⸗ mer zu schlagen. Die Sozialdemokratie ist sich Har, welche politische und wirtschaftliche Folgen das für die deutsche Arbeiterklasse insbeson⸗ dere haben müßte. Schon daraus ergibt sich die innere Notwendigkeit, dien Tag durch Versammlungen zur Agitation in den breiten Massen des Volkes auszunutzen.

Die Veranstaltungen sollen in Verbindung gebracht werden mit der Ecinnerung an Karl Marx, dessen 40. Todestag wir in derselben Zeit erleben.

Aber auch flülr die

8 Maifeier gilt es in allen Ortsgruppen die Vorbereitungen zu treffen, damit dieselbe zu einer imposanten Kundgebung aller Schaffenden sich aus⸗

gestalten kann. In Stadt und Land müssen die Hand⸗ und Kopf⸗

arbeiter die Arbeitsruhe am 1. Mai 1923

durchführen. Verhandlungen mit den Ortsausschüssen des A. D. G. B. Über die Durchführung der Arbeitsruhe sind überall einzuleiten. Es sind aber auch Vorkehrungen zu treffen, damit die diesmalige Mai⸗ feier nicht wieder wie in den letzten Jahren in demagogischer Weise von den Kommunisten mißbraucht wird und so zum Tummelplatz des Bruderstreites ausartet.

In Versammlungen unter freiem Himmel oder in Sälen mit auschließenden Demonstrationszügen müssen die Arbeiterbataillone aufmarschkeren, um ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen. Redner sind sofort bei den Verwaltungssekretären anzufordern.

Seraspemen uns Gerosen Miet shen est due de mende

Die Maifeier 1923 soll unser Auftakt zur nächsten 0 werden. 5

Vilbel(Jugendheim). 6. März: Büdesheim(Turnhalle). 7. März

Dorheim(Alte Schule 8. März: Stockheim. 9. März: Ortenber

10. März: Obermörlen. Die Ortsvorstände wollen für zahlreiche

Besuch Sorge tragen. Thema und Redner bieten Gewähe für emen lehrreichen Abend. Ferner zur Mitteilung, daß in der ee setzung des Unterbezirksvorstandes eine Aenderung eingetreten ist insofern, daß die Anschrift sämtlicher Schreiben nicht mehr Henn. Schaub, sondern Lud wia Seibold, Vilbel. Frankfurter straße 12, lauten muß.

Kleine Nachrichten.

Mainz, 2. März. Uebersall auf das Metall VVVNU Am Donnerstag früh fuhren mehrere franzö⸗ sische Kriminalpolizisten im Auto vor dem Metallarbeiterheim vor, in dem unter anderem auch die Verwaltung des Deutschen Eisen⸗ bahnerverbandes untergebracht ist. Sie drangen in das Gebäude ein und nahmen eine Durchsuchung sowie ein Verhör der anwesenden Personen vor. Gegen 12 Uhr verließen die Kriminal⸗ beamten das Haus, nachdem sie im Auto von Zeit zu Zeit mehrere Personen W festgenommen sowie verschiedene zakete mit sich geführt hatten. 8 5 Belau lich holte Donnerstag abend der angekündigte beg schränkte Eisenbahnverkehr im Bezirk Mainz beginnen, und zwar sollten vom Mainzer Hauptbahnhof aus täglich 29 3395 verkehren Jedoch liegt der Hauptbahnhof noch vollkommen öde d a. Nur einige Lokomotiven rangieren und ausländische Arbeiter prü die Schienen und Schrauben. Von einem Zudrang des 14. Publikums ist nichts zu bemerken. Nur einige Zivilfranzosen u

Soldaten gehen im Hauptbahnhof aus und ein.

Mainz, 2. März. Verhaftungen im Gewerkschafts⸗ haus. Im Gewerkschaftshaus wurden heute von den Franzosen Re⸗ gierungsbanrat Haak, die Bezirksleiter des Deutschen Eisenbahner⸗ Verbandes Roth und des G. d. E. h ferner die Ge wer schaftssekretäre Böswetter, Klinger und Becker, sowie die Eisenbahnbediensteten Schmidt und Gentner und Schreibkraft verhaftet. Weitere Bedienstete der Eisenbahnverwa werden in ihren Wohnungen gesucht. Auch der Oberregierungs rat Lucht wurde verhaftet und Regierungsrat Wittner mit Familie ausgewiesen. Akten sowie Verbandsgelder des D. E. V. in Höhe von 100 Millionen wurden beschlagnahmt und mitgenommen. Ferner sind die Räume des Flüchtlingsversorgungsausschusses durchsucht. die Mitglieder sestgenommen, aber nach der Vernehmung wieder entlassen worden.

In Wiesbaden wurden gestern abend und heute früh etwa zehn Telegraphenbeamtinnen und Beamte, die als Mitglieder des

tenausschusses und Betriebsrates des hiesigen Telegenshenas

gegen die Ausweisung des Telegraphendirektors Pillmayer protestiert hatten, von den Franzosen verhaftet.

Mainz, 2. März. Gaskoks geraubt. Die Besatzungs⸗ organe haben beim Gaswerk, das wegen Koksmangels ohnehin nur mit Einschränkungen arbeitet und nur noch für wenige Tage Kohlenvorrat hat, mehrere hundert Tonnen Koks beschlagnahmt.

Arheilgen b. Darmst., 2. März. Räuber an der Arbei Dem hiesigen Postamte waren seiner Zeit sogen. duch chnfene zum Vertrieb übertragen. Diese sind im besetzten Gebiet Infolgedessen sandte das Amt die Marken zurück, das Personal hielt jedoch 4000 Mk. für eigene Rechmumg. Die Franzosen kame gestern zur Beschlagnahme der Marken und des Erlöses, doch zu Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, zahlte der Postverwalter 0 längeren Verhandlungen die vereinnahmten und bereits 4000 Mk. aus der eigenen Tasche.

An der Bergstraße. Frühlingserwachen. An vie geschützten Stellen kann man bereits blühende Mandelbäume

stellen. Schnaps und Bibel. Bier her oder ich tret' aus!

In den Hamburger Nachrichten vom Sonntag findet sich die Kritik eines Beschlusses, der im Hamburger Gastwirtsgewerbe ge⸗ faßt worden ist und der also lautet:

Der Vorstand.... empfiehlt seinen Mitgliedrn, solange die Hamburger Kirchensynode aus ihren Beschlüssen nicht den Kampf gegen den Alkohol gestrichen hat, aus der Kirchen⸗ gemeinde auszutreten.

Die Hamburger Nachrichten finden. diesen Beschlußun⸗ möglich. Sie sind entsetzt darüber, daß den Feinden sowohl des freien, selbständigen Gewerbes als auch der Kirche das Schau⸗ spiel eines solchen Kampfes geboten wird. Wir sehen es wirklich mit Vergnügen an. Ist die Sozialdemokratie zwar auch nicht die Feindin desfreien, selbständigen Gewerbes, sondern die des Alkoholismus, so kann sie doch den Kampf der Kirche gegen dessen Auswüchse nur gutheißen. Gegen das Böse ist jeder Bundes⸗ genosse willkommen. Und anderseits wäre auch gegen den Kriegs⸗ alt der Gastwirte von uns aus nichts einzuwenden; der Austritt aus der Kirchengemeinde ist eine Tat, die mit den sozialistischen Anschauungen durchaus in Einklang steht. So wäre an beiden Parteien zu ihrem Kampf der größtmögliche Erfolg zu wüinschen.

Briefkasten.

G. D.⸗Nidda. Die uns unterdessen bekanntgewordene Adresse des argent'nischen Konsulats in Frankfurt lautet: Argentinisches Konsulat, Herrn W. Kohlstedt. Konsul, Frankfurt a. M.

Mit Parteigruß! 7 Der Bezirksvorstand. J. A.: Paul Röhle.

* Vergebung von Bauarbeiten. Flür den Neubau eines Phystologischen Instituts der Landes ⸗Universität zu Gießen sollen unter Zu⸗ grundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und der Ergänzungen hierzu nachstehende Arbeiten durch öffentlichen Wettbewerb vergeben werden.

I. Maurerarbeiten für das J. und 2. Obergeschoß und das Dachgeschoß ca 1070 ebm Backsteinmauer⸗ werk, 430 am ½ Stein starke Backsteinwände, 465 am Tuffsteinwände, 26 obm Betonstürze, 47 ebm Hausteine zu versetzen usw.

2. Steinhauerarbeiten 60 ebm Hausteine aus rotem Sandstein. 3. Tonrohrlieferung ca. 300[fd. m Tonrohre bezw. Zementrohre, 4 Sinkkasten üsw. Angebots vordrucke können, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen, Zeichnungen und Bedingungen während unserer Ge⸗ schäftsstunden eingesehen werden Die Angebote find verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Donnerstag, den 15. März ds. Is., vormittags 11 uhr, dem Er⸗ öffnungstermine, postfrei bei und, Stephanstraße 18, einzureichen, wo sie in Gegenwart der erschienenen Bewerber eröffnet werden.

Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 27. Februar 1923. Hessisches Hochbauamt Gießen.

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J. B.: Kühl mann

No 4. 1. Bekanntmachung.

Jufolge der gestiegenen Unkosten im Bäckereige verbe werden unter Bezugnahme auf die Belaun machung vom 18. August 1922 folgende Höchstpreise für auf Brot⸗ marken abzugebende Backwaren gemäß Beschluß der städtischen Lebensmittel⸗Depntation vom 2. März 1923 mit Wirkung vom 5. März 1923 festgesetzt:

Brot Mk. 675. für 190 Gramm Brötchen 26. 50 Weizenbrotmehl 184. 500 2 Roggenbrotmehl 174. 500

Beim Kauf von Mehl sind Tüten und Gefäße mit⸗ zubringen, andernfalls der Verkäufer für Stellen von Tüten einen Zuschlag von 5% für jedes Pfund be⸗ rechnen darf.

Die Brotmarlen Nummer 9 können noch bis ein⸗ schließliid Dienstag, den 6. März 1923 zum alien Preis von den Bäckereien beliefert werden

Die Bäcker haben die eingegangenen Marken Mitt⸗ woch, den 7. März 1923, vormittags an das Lebensmittelamt abzuliefern.

Gießen, den 2. März 1923.

Der Oberbürgermeister(Lebens miltelamt)

J. V.: Dr. Seib.

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Gestorbene.

5 1. März. Karoline Weisel, geborene Ho Witwe,(5 Jahre alt, Kaiser⸗ Ale 39. 5 8 Beerdigung; 5. März 2 Uhr nachmittags.

2. März. Walter Rohrbach, 1 Monat alt, Teufelslustgärtchen 22. 0 Beerdigung: 5. März, Uhr nachm.

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