Aufwärts!
gemeintchaftsblatt füt Bellen
Erscheint alle vierzehn Tage. Verlag de
Redakteur: Prediger O. Dreibholz. Bad Blankenburg. Verschiedene Mitarbeiter. Druck von J. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel.
* Buchhandlung der Pilgermission Gießen.
Nr. 18/14.
Sonntag, den 28. März und 4. April 1920. 13. Jahrg.
„Aber Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten; und durch Seine Wunden sind wir geheilt.“ Jes. 58, 5.
Drei Männer am Kreuz.
„Es wurden aber auch hingeführt zwei andere Übeltäter, daß sie mit Ihm abgetan würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie Ihn daselbst und die Übel⸗ täter mit Ihm, einen zur Rechten und unen zur Linken. Aber der Übeltäter Amer, die da gehenkt waren, lästerte Ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf Dir selbst und uns. Da antwortete der; andere, strafte ihn, und sprach: Und du 5 fͤrchtest dich auch nicht vor Gott, der du: doch in gleicher Verdammnis bist? Und war wir sind billig drinnen; denn wir mpfahen, was unsere Taten wert sind;
eser aber hat nichts Ungeschicktes getan.
Und er sprach zu Jesu: HErr, gedenke an
mich, wenn Du in Dein Reich kommst.
Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich
ge dir: Heute wirst du mit Mir im Para- e sein.“ Luk. 23, 32. 33. 39—43.
Wir sehen drei Männer, die; leres werden, Jesus in der
itte, ein Übeltäter rechts, einer links. Ob diese beiden Männer den 5Errn Jesus früher schon gesehen hatten oder Ihn zuerst sahen an dem Morgen, an dem sie mit Ihm nach Golgatha abgeführt wurden, wissen wir nicht. Doch diese beiden mußten nun mehrere Stunden in Seiner Nähe zubringen, und sie hatten Zeit an Ihn und an ihr eignes Leben zu denken.
Der eine sagte:„Bist Du Christus, so hilf Dir selbst und uns;“ diese Worte klingen beinahe wie ein Gebet. Doch ein Gebet war es nicht, sondern er stimmte den Lästerungen der Menge bei. Er i nicht, daß Jesus Gottes Sohn sei und daß Er helfen könnte. Wenn er auch von Hilfe redete, o dachte er doch dabei nicht an Errettung, Be⸗ freiung von der Sünde und der Verdammnis, sondern er begehrte nur von seinen Schmerzen befreit zu werden.
Anders verhielt es sich mit dem anderen Mörder. Von diesem kann gesagt werden:
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„„ 282„Der Schächer fand den Wunderquell Den Jesu Gnad' ihm wies, Und dadurch ging er rein und hell Mit Ihm ins Paradies.“
Als er, der vielleicht zuerst auch abfällige Worte über Jesum geredet hatte, seinen Mitschuldigen hörte weiter lästern, strafte er ihn, ver⸗ gaß aber dabei nicht, seine eigne Sünde zu bekennen, ja, er bekannte, daß sogar die Kreuzigung keine zu schwere Strafe für ihn sei.„Wir empfangen, was unsere Taten wert sind,“ und dann fügte er hinzu: „Dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan.“ Er hatte gesehen und ge⸗ hört, daß der HErr Jesus keinen Groll gegen Seine Feinde hatte, sondern daß Er für sie betete: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Ja noch mehr! Gottes Gnade hatte ihn von seiner Sünde über⸗ führt und zugleich von der Gerechtigkeit Jesu.
Dieser Mann mag viel Elend und Schmerzen durchgemacht haben, als er zum Tode verurteilt und zum Richtplatz geführt wurde. Alle Hoffnung, je wieder eine frohe Stunde auf Erden zu erleben, war dahin. Ein trostloses Leben, ein Leben, welches der Sünde und dem Fürsten der Finsternis gewidmet gewesen war, sollte nun seinen Abschluß finden. Und doch, als er unter den furchtbarsten Qualen am Kreuze hing, da genoß er mehr Freude als je in seinem Leben. Die Tage und Nächte in wilder Lust mit seinen Freunden und Genossen durchlebt, hatten sein Gewissen je länger je mehr belastet. Aber als er dort am Kreuze seine eignen Sünden erkannt und sie bekannt hatte und sich dann mit Herzens verlangen zu Jesu gewandt hatte, da hatte er die Zusage bekommen, heute noch mit Ihm im Paradiese zu sein.


