Ausgabe 
25.4.1920
 
Einzelbild herunterladen

77

den rechten Wegweiser gesucht und gefun⸗ den haben und nach dessen Anweisungen jetzt ihre Straße ziehen.

Auf dem breiten Wege lebt man in Augen⸗ lust, Fleischeslust und hoffärtigem Wesen, da fragt man nach den Ehren und Freuden dieser Welt, da bekümmert man sich nicht um Gott und Gottes Wort, da liebt man das Sichtbare, und das Herz ist erfüllt mit den Dingen dieses Lebens.

Auf dem schmalen Wege achtet man auf Gottes Wort, man wünscht Gott wohlgefällig zu

leben und Ihm zu dienen. Das Lesen der Bibel und das Gebet ist keine Last, sondern ein Bedürfnis

des Herzens.

Sollte es bei dir, teurer Leser, so sein, daß du bis heute unbekümmert um das Heil deiner Seele auf der breiten Straße wandertest, dann bedenke: Du befindest dich auf dem Wege zu dem Richterstuhle Dessen, der in die innersten Falten des Herzens schaut, dem nichts verborgen ist und der ein gerechtes Gericht vollziehen wird. Derselbe, der gekommen ist zu suchen und seligzu⸗ machen, was verloren ist, wird bald als Richter vor uns stehen. Jesus, der Sohn Gottes, thront zur Rechten Seines Vaters, und alle Seine Feinde werden zum Schemel Seiner Füße gelegt werden. Vor Ihm werden alle Entschul⸗ digungen verstummen. Schrecken und Entsetzen wird die Herzen ergreifen. Willst du nicht jetzt still stehen und dich einmal ernstlich besinnen über das Ziel deines Weges? Betrachte einmal dein ganzes Leben und Tun von der frühsten Jugend an bis zu diesem Augenblick in dem Lichte des hei⸗ ligen Gottes. Vergegenwärtige dir jetzt dein Erscheinen vor Ihm. Verschmähe nicht die Gnade, welche dir in Christo Jesu umsonst angeboten wird. Laß dir die Ehre bei den Menschen nicht höher stehen als die Gnade Gottes. Bringe deine Gedanken in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes. Siehe, dort am Kreuz auf Golgatha ist der Sohn Gottes gestorben, da hat der Gerechte für die Ungerechten gelitten, da floß heiliges, teures Blut zur Sühnung deiner Sünden. Darum öffne dein Ohr und dein Herz der Gnadenstimme Gottes, damit du als ein von Gott Begnadigter den Weg deines Lebens beschließen mögest. O. D.

2

Densie einmal.

Lieber Leser, denke einmal ernstlich über die große Tatsache nach, daß Jesus Christus, der Sohn Gottes, durch welchen Gott die Welten schuf, hier auf dieser Erde gewesen ist! Er war nicht hier in äußerer Pracht und Herrlichkeit. Kein fürstliches Gefolge kam mit Ihm. Er wurde Mensch, nahm Fleisch und Blut an, kam in Niedrigkeit und Knechtsgestalt.

Er sah die Sünde und der Sünder Elend hier; Er sah die Menschen in schrecklicher Knechtschaft seufzen, von Satan irregeführt, geblendet und be herrscht. Da kam der Sohn Gottes, voller Gnade und Wahrheit, um uns zu retten und zu Gott zu bringen. Mit menschlichen Augen blickte Er auf uns und unseren Jammer; mit menschlichen Händen spendete Er Hilfe und Heilung; mit menschlichen Füßen wandelte Er auf dieser dornenvollen Erde; mit menschlichem Herzen fühlte Er mit den Trauern den und Gebeugten und weinte heiße Tränen über der Menschen Elend und Herzenshärtigkeit. Nie sind auf Erden, so lange sie steht, solche Worte ge hört worden wie die, welche von Seinen Lippen kamen; nie sind in der Welt solche Taten und Werke gesehen worden inmitten der Menschenkinder wie die, welche Er getan hat, wohin Er auch ging. Seine Worte waren allezeit Worte des ewigen Lebens, und Seine Werke waren Werke des lebendigen Gottes. Aber ach! Er, der HeErr der Herrlichkeit, war in unserer Mitte alsder Mann der Schmerzen, mit Leiden bekannt.

Ja, schaue auf Ihn. Er gibt Blinden das Gesicht, Tauben das Gehör, Stummen die Sprache, Toten das Leben; Er reinigt die Aussätzigen, trocknet die Tränen von weinenden Augen, verbindet die Herzen der Trauernden, segnet die Kinder, gibt Kraft den Müden und schenkt Stärke den Kraftlosen.

Alles, was der HErr sagte und tat, und jeder

Wunsch und jeder Gedanke von Ihm war kostbar vor Gott, dem Vater, war gleichsam ein duftender Wohlgeruch, der aus einer gefallenen Welt und feindseligen Menschheit zu Ihm emporstieg. Aber was erntete Jesus Christus von den Menschenkindern für Seine Liebe und Huld? Wie lohnte man Ihm Seine Hingebung und Aufopferung? Man verbarg das Angesicht vor Ihm, so verachtet war Er; man verlachte und verstieß Ihn. Und eher ruhte man nicht, bis Er wie ein Räuber gefangen und zum Spott mit einer Krone von Dornen gekrönt, an einem Schandpfahl gekreuzigt worden war. Inmitten des Widerspruchs und der Feindschaft der Sünder ward der Sohn Gottes aber stets geehrt von Gott, Seinem Vater. Wiederholt hat sich der Himmel über Ihm aufgetan, indem Gott bezeugte, daß Er in Ihm all Sein Wohlgefallen gefunden habe, daß Er Ihn verherrlicht habe und wiederum verherr lichen werde.

Aber nun kommt die ernste Frage für uns, da Gott Seinen Sohn doch so verherrlicht hat, wie ver stehen wir es, daß der Sohn Gottes am Kreuz rufen

mußte:Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du

Mich verlassen?

Ja, warum ist hier auf Golgatha alles so ganz anders geworden, als es auf dem Berge der Ver⸗ klärung war? Hier ist keine lichte Wolke, die Jesum überschattet; kein Moses und kein Elias ist hier, um mit Ihm zu reden; kein Engel, wie noch in

Get Sti Ihn Ang ach

eine Leid See Hin um

dure Sch Mei

dort ger

wun Die

hätt Wir liche treff

dein vor Gefi Verg du M Mie Jesu gesch Blut mit an 3 bin lebe

2

Misf

beten an d wie

nicht

gar 1

war,

Seel und

Frei! Ohne gebet