Ausgabe 
24.10.1920
 
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ihm fehle. Welitz antwortete:Mir ist so angst, daß ich nicht weiß, wo ich hin soll.

Zu Jesu müßt Ihr hin, mein lieber Welitz, der ruft Euch und spricht:»Kommt her zu Mir alle, ihr Mühseligen und Beladenen, Ich will euch Ruhe geben! (Matth. 11, 28.) Eure Sünden drücken Euch, Welitz; Ihr habt gesoffen, geflucht, die Gnade Gottes ver⸗ achtet; ist's nicht wahr? Er gab alles zu.Nun, da gibt's keine andere Rettung für Euch, als daß Ihr Euch eilends aufmacht und zu Jesu kommt.

Herr Pfarrer, wie soll ich das machen?

Auf Eure Knie, mein lieber Welitz, müßt Ihr fallen und Ihm die Sünden bringen!

Sogleich fiel der Bauer neben dem Tisch auf die Knie nieder und rief:HErr Jesu, erbarme Dich meiner! Seine Frau und Kinder knieten auch mit nieder, desgleichen auch der Pfarrer, der kurz und inbrünstig für die geängstete Seele des Mannes betete. Welitz weinte heftig. Der Pfarrer wies ihn noch mals auf Jesum hin und ging dann fort. Der Bauer nahm keine Speise und rief immer wieder von neuem um Gnade und Vergebung zum HErrn. Am Donnerstag war Himmelfahrtsfest. Welitz ging, noch immer in innerer Not, zur Kirche. Während der Predigt ge schah es, daß er auf einmal glauben konnte, daß Gott ihm alles vergeben habe. Sein Angesicht klärte sich auf, und als am Schlusse ein Loblied gesungen wurde, floß sein Mund über von Lob und Dank.

Nach der Kirche kam der Pfarrer in Welitz' Haus. Der Bauer ging ihm voll Freude entgegen, umarmte ihn herzlich und erzählte ihm unter Tränen, Gott habe ihm um Christi willen alle seine Sünden ver⸗ geben und ihn zu Seinem Kinde gemacht.

Wir können uns die Freude des gläubigen Pfarrers denken, vor allem aber der Frau Welitz, die soviel für ihres Mannes Bekehrung zum HErrn gefleht und nun so eine herrliche Erhörung gefunden hatte. Große Freude herrschte im Hause. Fortan lebte der Bauer zum Preise Gottes und war ein lebendiges Zeugnis von der errettenden Macht der Gnade Gottes.

Im ganzen Dorfe wurde er ein brennendes, scheine! des Licht und durfte manchen seiner früheren Mit⸗ sünder zu Jesu führen. Er lebte etwa noch vier zehn Jahre. Sein Abscheiden geschah in großen Frieden und froher Gewißheit der ewigen Seligkeit. Seine Frau ging sechs Jahre nach ihm zur Rulsje ein. Die Treue der Eltern aber ließ Gott een Segen sein noch für Kinder und Kindeskinder.

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Fallen lassen.

Oft schrecken suchende Seelen vor der vollen Hi gabe an Christum zurück wie vor einem Sprung ins Dunkle und Ungewisse. Sie klammern sich eher müh⸗ sam an jeden anderen vermeintlichen Halt, als daß sie sich fallen lassen in die ewigen Arme ihres Er- retters. Sie wagen nicht den vermeintlichen Todes⸗ sprung. Wage du ihn, lieber Leser, wenn dir denn diese allergewisseste und seligste Sache als ein Wagnis erscheinen will. Laß entschlossen jeden Halt außer Christo fahren. Wirf jede Krücke deiner Selbst⸗ gerechtigkeit fort. Laß dein ganzes bisheriges Leben untergehen und finde in Christo ein neues, ewiges Leben. Glauben heißt, sich selbst aufgeben. Gib dich auf, jeden Punkt, jede Kraft, worin dein Leben bisher noch einen Halt hatte; wirf alle deine Sorgen und Fragen, wirf dich selbst völlig auf Ihn. In der Tat hat Er gesagt, daß Er dich tragen will Dies ist, was rettet. Laß es geschehen, daß du zu nichts werdest und Christus alles sei. Verleugne das eigne Ich; gib alle deine eignen Gedanken, deine eignen Mittel und Wege auf und nimm im Gehorsam des Glaubens Jesum als deinen einigen, allgenug⸗ samen Erretter an. Das Himmelreich ist das Teil der Mutigen und Entschlossenen; die Lebens- krone ist das Teil der Sieger und Überwinder. Die Feigen aber, die Schwankenden und Verzagten werden ihr Teil finden in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt. f G. F. N.

Vversammlungs Anzeigen.

Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstraße 14 Jeden Sonntag Uhr Sonntagsschule; 4 Uhr Jungfrauenverein; Uhr Versammlung; Uhr Christlicher Verein junger Männer; jeden Mittwoch 8 ½ Uhr Bibelstunde; jeden Freitag Uhr Gebetsstunde.

Bezirk Bellnhausen. Jeden Sonntag 2 Uhr Versammlung im Vereinshaus Bellnhausen.

Bezirk Friedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24. Jeden Sonntag vorm. 11 Uhr Sonntagsschule; nachm. 4 Uhr Unter⸗ haltungsstunde für die Jugend: abends 87¼ Predigtgottesdienst; Dienstag abends Uhr Blaukreuz⸗ oder Frauenstunde; Mittwoch abends 8 ¼ Uhr Jugendbund; Donnerstag abends Utzr Bibel- und Gebetsstunde. Bad Nauheim; Erholungsheim Bethesda, Frankfurter Str. 37½10. Jeden Dienstag und Donnerstag abends 8 ½ Uhr Bibelstunde. Stammheim und Schwalheim. Jeden Sonntag Versammlung.

Bezirk Nidda⸗Schotten.

Nidda(im Burghof). Jeden Sonntag abends Uhr Versammlung;

leden Montag abends Uhr G 25 e/ Uhr Gebetsstunde; jeden Dienstag abends Uhr

Schotten, Hauptstraße 99. Jeden Sonntag mittags 12 Uhr Sonn⸗ tagsschule; jeden Sonntag abends Uhr Versammlung, jeden Mittwoch abends Uhr Bibel- und Gebetsstunde.

Anderungen siehe Tageszeitung der Orte.

Bezirk Sellnrod.

Jeden Sonntag abends Uhr Versammlung und jeden Mittwoch

und Freitag Gebetsstunde mit Bibelbetrachtung. Bezirk Grünberg. Stadtmission Grünberg(Hessen), am Marktplatz

Jeden Sonntag nachm. 2 Uhr Sonntagsschule; abends Uh Evangelisationsversammlung; Dienstag abends 8 Uhr Bibelstunde

Nordeck. Jeden Sonntag nachmittags 2 Uhr Versammlung in des Schloß kapelle.

In Beuern, Altenbuseck, Daubringen, Londorf, Rüddingtausen und Weitershain regelmäßige Versammlungen in der Woche. Auskunft er⸗ teilt der Geschwister⸗ und Freundeskreis an jedem Orte.

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