Ausgabe 
15.2.1920
 
Einzelbild herunterladen

darum bin ich nun in diesem Haufe, nicht weil ich Gottes Wort gelesen, sondern weil ich es verachtet habe. Nur mein Leib liegt auf diesem Bette; meine Seele wird von finsteren Geistern von einem Land zum anderen gejagt. O bringen Sie mir einen Seel

sorger, der mir Ruhe schaffen kann für meine Seele!

Ein anderer Fall. Ich kannte einen Mann, der regelmäßig alle vierzehn Tage zur Kirche ging, aber auch regelmäßig jeden Abend in denRatskeller. Da, am Bierglas, wurde er vom Schlag getroffen. Man trug ihn heim und legte ihn aüfs Bett, wo er noch mehrere Tage in heftigem Todeskampfe lag. Benändig schlug er mit der Hand, als ob er nach jemand schlagen wollte, und flehte bitterlich zu den Seinen:Haltet mich! haltet mich! Ich versinke, ich versinke in die Tiefe! 5

O welch eine Macht übt die Sünde aus an den Menschenkindern! Wie oft habe ich schon ge⸗ wünscht, daß Leute, die so wenig an die Macht der Sünde glauben und meinen, im letzten Augenblick ihres Lebens so schnell mit derselben fertig zu werden, einmal an dem Sterbebett eines solchen Unglücklichen stehen möchten, um zu sehen, wie die Sünde eine Last ist, die ihre Opfer hinunterzieht in ewige Nacht und ewige Qual! G. St.

8

Gemeinschaft mit Gott.

Jeder aufrichtige und wahrheitssuchende Mensch trägt es in seinem Herzen und Gewissen geschrieben, daß die Befriedigung seines Innersten nur in der Gemeinschaft mit Gott zu finden ist. Es ist eigent⸗ lich jedem Menschen aus der Seele gesprochen, wenn der Kirchenvater Augustin sagt:Der Mensch ist zu Gott geschaffen, und er findet nicht Ruhe, bis daß er ruhr in Gott.

Gott selbst trägt Verlangen nach Gemeinschaft mit dem Menschen, der ja Sein Geschöpf ist und dem Er gern ein liebender Vater sein möchte. Schon im Worte Gottes Alten Testaments begegnen wir immer wieder dem Ausspruch aus Gottes sehnendem Herzen:Sie sollen Mein Volk sein, so will Ich ihr Gott sein. Ich will unter ihnen wohnen und wandeln. Und Er selbst hat den Menschenkindern die Gottessehnsucht und das Himmelsheimweh ins Herz gepflanzt, wie es so ergreifend im 42. Psalm zum Ausdruck kommt: Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott! Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes An⸗ gesicht schaue?

So finden wir auch schon im alten Bunde leuchtende Vorbilder solcher Menschen, die in inniger Gemeinschaft mit ihrem Gott standen. Von Henoch lesen wir 1 Mose 5, 21 24Er blieb in einem

göttlichen Leben(genauer: Er wandelte mit

Gott) dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.(Er führte also seinen göttlichen Wandel nicht im Kloster, sondern als Familienvater.) Und weil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg und ward nicht mehr gesehen. Ahnliches wird uns berichtet von Noah, Abraham, Joseph und anderen. von Moses bezeugt Ebr. 11, 28:Er hielt sich an Den, den er nicht sah, als sähe er Ihn. Und Gott selbst sagt von ihm: Mündlich rede Ich mit ihm, und er sieht den HErrn in Seiner Gestalt.(4 Mose 12, 6 8.) David sagt:Der HErr ist mein Gut und mein Teil. Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schönes Erbteil geworden. Ich habe den HErrn allezeit vor Augen; Er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben. Darum freut sich mein Herz.(Pf. 16.)Gott, Du bist mein Gott; früh wache ich zu Dir. Wenn ich mich zu Bett lege, so denke ich an Dich; wenn ich er wache, so rede ich von Dir. hanget Dir an.(Pf. 63.) Asaph bezeugt allem Leid und Schmerz dieses Lebens gegenüber: Dennoch bleibe ich stets an Dir; denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand. Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.(Pf. 73.) Das vollkommenste Vorbild der Gemeinschaft

mit Gott haben wir an dem HErrn Jesu selbst. Er 1

sagte Seinen Jüngern:Glaubt Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir ist. (Joh. 14, 10. 11.) Und Er durfte die selige Er⸗ fahrung machen:Mein Vater läßt Mich nie

allein; denn Ich tue allezeit, was Ihm gefällt.

(Joh 8, 29.)

Sein Ziel war nun, daß Seine Jünger der⸗ selben innigen Gemeinschaft mit Ihm und dem himmlischen Vater teilhaftig würden. Er betete für sie:Gleichwie Du, Vater, in Mir und Ich in Dir, daß auch sie in Uns seien.(Joh. 17,21.) Ihr in Mir und Ich in euch.(Joh. 14, 20; 15, 4), dahin wollte Er sie haben. Und es war gewiß eine der größten Verheißungen, wenn Er ihnen sagte:Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung in ihm machen.(Joh. 14, 23.)

Dieses Ziel, so wunderbar hoch es auch ist, wurde erreicht. Der Jünger Johannes schrieb später an die Gläubigen:Solches schreiben wir euch, daß ihr mit uns Gemeinschaft habt, und unsere Ge⸗ meinschaft ist mit dem Vater und mit Seinem Sohne Jesu Christo.(1 Joh. 1, 3) Der Apostel Paulus konnte sagen:Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir (Gal. 2, 20.) Und sein ganzes Sehnen stand nach einer immer innigeren Gemeinschaft mit dem HErrn.

Meine Seele

2

lag Ge Ve dar

der des ihn kan abs mit ist. nick Jai leic es im

Alr nich flei heif Wa Go Pfe

müf