Ausgabe 
14.3.1920
 
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Rur im Blick auf den für mich sterbenden Heiland kann ich Sieger über Sünde, Tod und Teufel werden. Darum, lieber Leser, willst du frei werden von der Knechtschaft der Sünde, dann gehe zuerst nach Golgatha, versenke dich in die dort blutende Liebe, dann wirst du es erfahren, dies Blut besitzt eine wunderbare Kraft. H. W. . D Der Bankrott des Gottesglaubens.

Der Krieg und das Kriegsende hat eine fürchter⸗ liche Ernüchterung gebracht. In einer der ersten Zeitungen las man:Mit Romantik, Gefühlspolitik, muß gründlich aufgeräumt werden. Wir müssen die Dinge scharf und klar ins Auge fassen. Zur ge⸗ sunden Ernüchterung rechnen viele dann auch den Bruch mit dem Glauben. Die religiöse Denkweise hat im neuen Deutschland keinen Raum mehr.

Der Unglaube glaubt jetzt das volle, offenkundige Recht in Händen zu haben. Liegt es doch auf der Hand der Glaube hat versagt, unsere Gebete waren in den Wind geredet. Die, Frau flehte Gott um Erhaltung des Hausvaters an, aber ein Todes⸗ telegramm zerstörte ihre Hoffnung auf Erhörung. Wir alle beteten oft um Deutschlands Sieg, und jetzt liegt es wie ein zerbrochener Scherbe am Boden. Dieser Beweis gegen den Glauben würde dann zu⸗ treffen, wenn in der Bibel stünde, daß jedes Gebet erhört werde, wenn Jesus nicht gebetet hätte:Doch nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe Er wäre dann völlig im Recht, wenn die Heilige Schrift nicht ausdrücklich von einem höheren göttlichen Plan redete, der auch Leiden, Heimsuchungen und Gerichte enthält. Gott müßte aufhören, Gott zu sein, wenn Er nicht das letzte Wort auch in bezug auf die Er⸗ hörung unserer Gebete hätte.

Wo bleibt Gottes Gerechtigkeit?

Die himmelschreiendste Ungerechtigkeit duldet Er. Wir vertrauten auf unsere gerechte Sache. Man las bei Kriegsbeginn:Wenn es einen Gott gibt und es gibt einen Gott, dann muß Er unserer gerechten Sache beistehen. Er hat nicht geholfen, folglich ist Er auch nicht. Genau so schlossen viele bei der Niederwerfung der Buren durch die Eng länder Jetzt denken sie vielleicht ganz anders Vor hundert Jahren durfte Napoleon mit himmelschreiender Ungerechtigkeit Preußen zertreten. Gott duldete es. Heute sieht jeder mit klaren Augen, daß dieses Un⸗ glück Preußens Wiedergeburt zur Folge hatte, somit tatsächlich Glück war. Gott war es der menschliche Ungerechtigkeit gebrauchte zum Heil Deutschlands. Nichts ist kurzsichtiger als die Rechnung: Wer recht hat, dem muß Gott im Kriege beistehen. Gott ist mehr als Schiedsrichter, Er ist der Lenker der Völker: Kriege, Siege, Niederlagen gebraucht Er, je nachdem sie Seinem Plane dienen. Ein Volk gebraucht Er zur Zuchtrute des anderen, und dabei steht vielleicht

krieg das, was sich in der Schwüle langer sündigel

das Er als Werkzeug der Züchtigung schwang. Kei Volk hat Er scheinbar so unbarmherzig in die Haß seiner Feinde, grausamer, ungerechter Völker auß geliefert als Sein erwähltes Volk Israel. Aber de Folgen haben Gott recht gegeben. Er hat Seine Zweck erreicht. Immer wieder kam es unter dg Züchtigung zu sittlich⸗religiöser Erneuerung diefe Volkes. Was hätte es genützt, wenn Israel m Gott gerechtet hätte: Wir haben recht gegenülbg unseren Feinden, den Philistern, Syrern, Bahh loniern? Die Antwort der Propheten lautete:. euern Feinden gegenüber, da seid ihr im Recht, ag Gott gegenüber seid ihr im Unrecht. Gott ist's, de euch schlägt, mit Ihm, nicht mit Menschen ha ihr's zu tun.

Noch schneidender ist der Vorwurf:Wie kon der Gott der Liebe diesen gräßlichen Krieg wollt oder nur zulassen? Draußen vor Verdun war d Hölle, da hat man den Glauben an den Gott d Liebe gründlich verlernt. Dieser Einwand hätte da vollkommen recht, wenn Gott bloß Liebe und sonf nichts wäre, wenn in der Bibel von nichts ander als von Liebeserweisen die Rede wäre. Der heilig Gott liebt den Menschen, aber Er haßt die Sun mit verzehrender Glut. Er steht nicht als müßig Beobachter bei unseren Taten, sondern läßt den, da Wind sät, Sturm ernten. Wie auf lange Somme schwüle schwere Gewitter folgen, so war der Wel

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Friedenszeit als Gerichtswetter zusammengeballt hall,

Ein internierter Offizier sagte mir neulich:A muß immer in den Propheten des Alten Testamen lesen. So geht es jetzt vielen. Was wir heute el leben, das bestätigen die Worte dieser Gottesherolh Sie schildern Gott als den gnädigen und barmherzigeh aber geradeso als den Gott des Gerichts u der Strafe. Gott will nicht den Krieg, Er ist da Gott des Friedens, die Propheten schildern in gal henden Farben den paradiesischen Frieden der Heil zeit. Aber als Zuchtmittel gebraucht Gott den Ka so gut wie Seuche und Hunger. Es gibt Zeil solch überhandnehmender Sünden, daß man dann Gott irre würde, wenn Er nichts tun würde, wel Er auf alle Herausforderungen schwiege.

Aber Gott zerbricht

den Menschenstolz, erschüttert das Gewissen, erschial den Leichtsinn, beugt das Geschöpf in den Stall Er macht Seine Schöpferrechte geltend, Er, d Himmel, Erde, das Meer gemacht, der uns zu de, kenden Menschen geschaffen, der Sich durch Jesh uns offenbart hat, Er will angebetet und anerkans sein. Dieser Gott kann in großer Langmut 10 Geduld lange zur menschlichen Sünde schweigen, d Freiheit der Geschöpfe lange freien Spielraum e währen, aber endlich kommt der Moment, wo

unser Tun seine Frucht ernten läßt, wo Er i

das gezüchtigte Seinem Herzen näher als das jenig

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